1135 1«W t'Väve 1. U6i Meße Prachtsme. MW im, Bagamoyo, M, ft-Afrika Madagaskar. Mhealei i 13. %tbnwr: t Roten* izslkck«»!. i von Karl Tuhkov. onen: Franz Solan. >t, Paul Paren. Carl Waller. Wilhelmineöelii i, LgneS Hammer. Hof, WUh. Wilhelm 99 Ü ki» 0 |K •« 100» 100« 100« 98» matt att mtI 63-Ö wtt lw Mb. DU bl ÄitS SS® •e ea oo.co, 8JJ (OJJOp.*’* Mrrv tyta tau. Wa Äw’fc August E HöW*e ÄntOiiie sRiq. kfurtt! gStin laler, g^. SM- ajor, ItoinW; .? TMeMald Ende nad) 10 W lt MM63 1900. 188.1* Dienstag den 13 Februar Zweites Blatt 1900 Gießener Anzeiger Heneral-^Mnzeiger Zlints- und Anzeigeblutt fflr den "Kreis Gieren. am Aezugspreks viertetjährl. Mk 2,28 monatlich 75 Psg. mit Brinqerlechn; durch die Ab-Holefielle» mwMfäbrl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Nnzeigen-BermittlmtgSstelle» deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen, ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. HefarittoR, Expedition und Druckerei: Nr. 7. Adreffr für Depeschen: Anzeiger Kietz«. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilage«: Gießener FamiUenblätter, Der hessische Kmdwirt, Klätter Mr hesMe Volkskunde._______________ Anzeigen zu der nachmittags für den Mgacbtn T*% erscheinenden Nummer bis oerm. 10 Uhr. «Bestellungen spätestens abends vorher. wtg II v-rdankts er die Verwirklichung seiner künstlerischen Ideen und Schöpfungen. Seine großen Erfolge sind auf die Klangfülle und Schönheit, mit welcher er die Orchestermustk bereicherte, sowie auf feine geniale dramatische Gestaltungskraft zurückzuführen. W. wurde am 22, Mai 1813 in Letpzia geboren. ♦♦ Gefchichtstkalerrder. (Nachdruck verboten.) Vor 17 Jahren, 13. Februar 1883, starb zu Venedig der epochemachende Dichterkomponist Richard Wagner. Dem Enthusiasmus Königs Lad- (Mrrorryme Eirrseridunge«, gleichviel welchen Inhalte-, werde« grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, den 12. Februar 1900. daß allzuviel auch hier ungesund sein würde, und darum ließen sie viele lausen. Unter den letzteren befand sich auch Oberst Thackeray mit 10 Connaugth Rangers und 20 Jnniskillings. Ein Offizier der Buren kam auf Thackeray zu und sagte: „Sie scheinen hier große Verluste erlitten zu haben?" „Ja", antwortete Thackeray lachend, „was nicht verhindern wird, daß wir im künftigen Jahre noch in Pretoria sein werden". — „Gut", erwiderte der Bur, „wenn das so auskommt, dann gelobe ich Ihnen eine Flasche besten Champagners". — „Leben Sie wohl"- rief Thackeray, „ich gehe jetzt ins Lager zurück, und meine Waffen wünsche ich mitzunehmen". — „All right", antwortete der Bur, „ich habe keine Befehle, Sie daran zu hindern. Jedenfalls werde ich nach der anderen Seite Hinsehen!" „Und das sind die Menschen", ruft der irische Offizier aus, „die man bei uns Barbaren und Wilde gescholten hat". Er protestiert dagegen, und auch gegen die oft auftauchenden unmotivierten Beschuldigungen des Verrats, die gegen die Buren geschleudert werden. „Bei Colenso", schreibt er, „waren die Buren vollkommen berechtigt, auf die A m b u l a n c e n zu schießen, wo die Engländer sie aus Versehen (!) unterhalb einer Marinekanone placiert hatten, deren Feuer die Buren natürlich zu erwidern hatten". Sehr klagt der Briefschreiber schließlich auch über die völlige Abwesenheit brauchbarer Terrainkarten. Sämtliche Offiziere erhielten beim Beginn des Krieges nur allgemeine Karten von Südafrika „four inches to the mile" (im Verhältnis von 4 Zoll zu einer Meile). Wie wir in unserer letzten Nr. (s. Nr. 35 2. Blatt Depesche aus Zürich) meldeten, hatte die englische Regierung versucht, die von der Transvaal-Regierung in Zürich bestellten Militärkarten für Südafrika aufzukaufen. . Der Versuch ist aber, wie berichtet, mißlungen und sind die Karten bereits an die Transvaal - Regierung resp. ihre Agenten ausgeliefert worden. D. Redaktion d. G. A. Feuilleton. Irauenschönheit. Der Pariser Kunsthistoriker Dayot hat ein überaus gelehrtes Buch über Frauenschönheit und ihre Typen in den verschiedenen Entwickelungsepochen der Menschheit geschrieben. Ein solches Studium ist anregsam und auch dann interessant, wenn man dabei von der Geschichte der Frau selbst und ihrer Stellung im Hause, im Staate und in der Gesellschaft absieht. Nur ist leider das Material für ein solches Studium ein unvollkommenes. Wenn wir wissen wollen, wie die Frauen vergangener Zeiten aussahen, was an ihnen als schön bewundert wurde, sind wir auf die Werke der Kunst aus jenen Zeiten, auf Bilder, Statuen und auf Beschreibungen angewiesen, wie wir sie in den Büchern finden. Nun aber gab es zu allen Zeiten zwei grundverschiedene Typen der Frauenschönheit, nicht blos für den Geschmack der Männer, sondern auch für den veredelten Kunstgeschmack. Die galanten Franzosen haben für beide Typen die Worte geprägt, die auch in der deutschen Sprache Heimatsrecht erlangt haben: die Dame und die Soubrette. Der Unterschied reicht naturgemäß bis in die Urzeiten zurück, von denen uns nur mehr die Bilder der Heldensage erzählen. Von Nausikaa, der^ Tochter des Phäakenkönigs, sagt die Odyssee: „Denn ob allen an Scheitel und Antlitz ragte die Fürstin Leicht zu erkennen empor; doch schön sind alle die Nymphen." Aber es war eben eine andere, mehr bürgerliche Schönheit, welche die Mägde zierte. Von dieser Art Schönheit sind uns bis zur Epoche der Renaissance, da die niederländischen Meister mit dem realistischen; Genrebild der Kunst ein neues Feld eröffneten, nur sehr wenig Denkmale verblieben. Die einzig lebenswahren und unmittelbar überzeugenden Bilder dieser — Nymphenschönheit, im Gegensätze der Königinnen und Göttinnen, haben sich in den Kunstdenkmälern Egyptens gefunden. Da existiert aus der Zeit Ramses II. ein Sphinxtypus von lachendster Soubrettenanmut: vorstehender Backenknochen, allerliebste Stumpfnase und ein kleiner, aber üppiger Kußmund, etwa wie eine wirklich bildhübsche mecklenburgisch-obotritische Streiflichter zum Murenkrieg. „Eine Ratio«." Lsvdon, 10. Februar. Dr. Hendrick Müller, der außerordentliche Gesandte des Oranjefreistaats im Haag, hat auf die Anfrage eines schottischen bekannten Liberalen darüber, was an den fortwährenden Gerüchten über die Unzuverlässigkeit des Oranjefreistaates mit seinem Verhältnis zum Transvaal zu halten sei, folgende Antwort erteilt: „Haag, 31. Januar. Mein Herr! Ich habe nichts dagegen, Ihre Frage zu beantworten, ob etwas Wahres an den Gerüchten ist, die in England verbreitet werden, und behaupten, daß die Transvaaler von den Freistaatlern verlassen werden, und erstere den Kampf aufgeben, oder die Absicht haben, dies zu thun. Diese Gerüchte sind durchaus und in jeder Beziehung falsch. Im Gegenteil, der Jamefon-Einfall hatte die beiden Republiken bereits z u s a m m e n g e b r a ch t, da er die Absichten der gegenwärtigen britischen Verwaltung bezüglich der Unabhängigkeit der beiden südafrikanischen Republiken zeigte. Und jetzt hat dieser Krieg aus den beiden Staaten eine Nation gemacht und Brüder aus den Bürgern, die sich zuvor als Vettern behandelten. Der Freistaat hat sein Aeußerstes gethan, durch seine innere Politik den Krieg zu vermeiden, wie durch feine jetzige und frühere Politik gegen Großbritannien und seine Schwesterrepublik. Wir haben den Krieg nicht herausbeschworen, and nicht einmal eine feindselige Haltung eingenommen, als man die Basutos trotz der Verträge gegen uns bewaffnet hatte; auch nicht, als die Engländer ihr Land wegnahmen, sobald wir nach 14 Jahren des Kampfes gegen deren nie aufhörende Raub- ciniälle sie unterworfen hatten; — auch dann nicht, als England unsere Diamantenfelder sich aneignete, noch als es eine schiedsgerichtliche Entscheidung über das Besitzrecht derselben verweigerte; auch nicht wegen irgend einer unserer bitteren Beschwerden gegen England, die unser Oberrichter de Villiers so klar int „Nineteenth Century" vom März 1897 so lichtvoll dargelegt hat. Denn wir wünschten Frieden. Wir wünschten mit den Engländern Hand in Land zu gehen zum besten Südafrikas, aber alles erwies sich als zwecklos. ... Die Politik der gegenwärtigen britischen Verwaltung hat mein Volk, das friedlichste der Welt, zur V e r - z w e i f l u n g getrieben, es blieb uns und bleibt uns auch heute keine Wahl! wir haben zu kämpfen ober 5 u ft erben; denn unsere Unabhängigkeit ist uns teurer, als inner geben. Wie könnten wir uns von unseren T r an s v a a l b r u d e r n trennen? . . . Das können wir nicht und das wollen wir nicht, denn England hat ihnen, wie uns den Kneäauf- aezwmigen, Gott würde nicht iortfahren, unserer gerechten Sache seinen sichtbaren Schutz zu leihen; das Transvaalvolk ist uns, nicht nur figürlich gesprochen, ein brüderliches und blutsver- Nr. 3« frfMxt UflM mit ÄMjHurbmt bei Montags. Die Gießener »erde« dem Anzeiger ta Wechsel mit M Landwirt" Jfa Heß. 8olf«funbre wandtes, sondern auch in Wirklichkeit; wir haben uns der Erfahrung der letzten Monate bedient. Dieser Krieg bringt gerade das Gegenteil von dem hervor, was England wollte: Er baut aus zwei Staaten einen vereinigten Transvaal und Oranjefr eiftaat. gez. Dr. HendrikMüller. Ei« vernichtendes Urteil über die Unfähigkeit Bullers. Die letzte Nummer des englischen Wochenblattes „To-Day" veröffentlicht einen bemerkenswerten Brief eines irischen Offiziers, der an der Schlacht bei Colenso am 13. Dezember 1899 teilgenommen hat. Der Offizier, dessen Kritik sich hauptsächlich auf die britische Kriegsleitung beschränkt — er rühmt die Ausrüstung, den Proviant und die Verpflegung von Bullers Mannschaften —, ist sehr streng in seinem Urteil über die Handlungen der britischen Armeechefs bei Colenso. Und er hat Grund dazu. Als die irische Brigade Befehl zum Vorrücken erhielt, erging dieser Befehl an zehn der höheren Offiziere auf eine ganz sonderbare Weise. Er gab seine Befehle mündlich, „aber so rasch, daß niemand ihm sogen konnte. Es war nur eine Karte vorhanden und schon die eingefallene Dämmerung hinderte die Offiziere daran, sich zwecks Ausführung des Befehls auf der einen Karte zu orientieren". Doch es mußte vorgerückt werden, bis man an den Tugela kam, und dann über den Fluß hinüber! Diese Instruktionen wurden ausgeführt. Man kam an den breiten Strom, ohnedaß-dieUferirekognosziert worden waren. Regiment vor, Regiment nach, so wurde vorwärts geschoben. Die Truppen des einen Regiments kamen mit denen eines anderen durcheinander, und die Offiziere führten allerlei Soldaten an, nur nicht ihre eigenen. Stundenlang, schreibt der irische Offizier, standen diese verwirrten Soldaten an demSüdufer, dem mörderischen Tirailleur- feuer der auf dem Nordufer stehenden Buren ausgesetzt, ohne Chancen, Vergeltung üben zu können. Einige Leute stürzten sich wütend in den Tugela und wurden natürlich durch den schnell- fließenden Strom fortgerissen". Der irische Offizier schätzt die Zahl der Buren, die hier den Uebergang der Engländer über den Tugela hinderten, auf nicht mehr als 2—3000 Mann. „Es war Buller selbst, sagt er, der, das Hoffnungslose des Kampfes ein- sehend, den Befehl zum Rückzug gab. Andernfalls würden nicht viele Der Vorgerückten übrig geblieben fein. 1500 Tote und Verwundete bedeckten das Schlachtfeld. Dieselben Schauspiele furchtbarer Verwirrung machten sich beim Rückzüge bemerkbar. Regimenter und Bataillone gingen wirr durcheinander. G en e- ral Hart marschierte mutterseelenallein, nach seiner Brigade suchend. Um allem die Krone aufzusetzen, feuerte das Hintertreffen der vorgerückten Engländer auf die sich rückwärts wälzende Vorhut, in der Meinung, es sei der Feind! Mit größter Bequemlichkeit hätten die Buren noch mehr Gefangene machen können, als geschehen. Vermutlich urteilten sie. donna im Grünen und der himmlischen Sixtina und endlich den wunderbaren Typus der üppigen Blondine, wie er uns in den Volante-Köpfen Palma Vecchios entgegen-, tritt, erörtern und mit den 100 andern Denkmälern identischer Frauenschönheit aus jener Zeit vergleichen. Als das gegensätzliche Moment erscheint in allen diesen Gestalten oie adelige Schlankheit der Formen bei den meisten italienischen Bildern und die frauenhafte Ueppigkeit des Körpers» in den Werken der Niederländer. Hier der in identischer Reinheit der Mädchenform konturierte Leib der „Danae im Goldregen" von Tizian, dort der den Segen der Mütterlichkeit kündende, mit.den zartesten Kapricen des ersten Fettansatzes fast kokettierende Körper der Helene Fourmont, der zweiten Frau von Peter Paul Rubens. Man würde Unrecht thun, wenn man der schlanken Mädchenform so unbedingt und allgemein den Vorzug gäbe, welchen unser Kunstgeschmack ihr ja unbedingt einräumt. Von den Negern ganz abgesehen, welche vielfach die Frauenschönheit nach dem Gewichte schätzen, hat es bei vielen Völkern und in vielen' Epochen maßgebliche künstlerische Geschmacksrichtungen gegeben, welche die üppigen Formen bevorzugten. Bis zur Gegenwart, bis zu den Gegensätzen der derben, weltlich ausdrucksvollen Frauenköpfe der Bäuerin Leibls und der schwärmerischen Schönheiten, die Gabriel Max auf die Leinwand zaubert, siud die Haupttypen der Frauenschönheit: Göttin und Nymphe, Dame und Soubrette in allen Varianten und Vermengungen beinahe gleich sieghaft geblieben. 9Zur in einer Richtung ist für Kunst und Geschmack in Europa seit dem Altertum bis zur Gegenwart ein Urteil oder Vorurteil in Ansehung idealischer Frauenschönheit beständig und allgemein geblieben: Das Blondhaar vom Fuchsrot bis zum Flachsblond gehörte und gehört zum Wahrzeichen der wahrhaft schönen Frau. Die Idealfiguren» in Historien und Allegorien, Eva, Aphrodite, Helena, Gretchen, sind alle blond, und wenn auch die moderne Kunst bemüht ist, auch dem Schwarzhaar zu seinem Schönheitsrecht zu verhelfen — der Deutsche wenigstens hält's hoch uno niedrig mit der Blondine, mag sie nun Lorelei sein oder Hofmagd. Der Aelpler singt es ja: „Du flachshaarcts Dirndel, I Han Di so gern. Um Di möcht' i glei A Spinnradel wern." Das Volkslied kündet den Volksgeschmack. ckdeir böhmisch-czechische Bauerndirne. Und dieser Kopf grüßt mit lachenden, lockenden Augen aus einer vor etwa 4000 Jahren gemeißelten Spinx. Im Königlichen Museum in Berlin finden wir diesen Typus in einer Reihe von Portraitstatuetten vertreten; die Sphinxe dieser Art stellen im Wiener Museum. Die zweite Bildnisserie dieser Art danken wir dem Gräberfunde von Fayum mit den Portrait- köpfen, welche als Bilder die Mumienhüllen zieren. In diesen Bildern finden wir alle Varianten auch der modernsten Frauenschönheit. Wenn nun auch die hochragende schlanke Figur zu allen Zeiten als die Krone der weiblichen Gestaltung erschien, so hat es doch in den verschiedenen Kulturepochen, gewisse Bevorzugungen des allgemeinen Geschmacks gegeben. Homer ist sonst in der Beschreibung von weiblicher Schönheit ziemlich wortkarg. Die beiden berühmten Bilder des athenischen Meisters Zeuxis von Helena und Penelope sind uns verloren gegangen. Aber zwei Schönheitsbezeichnungen sind uns im Homer erhalten geblieben; sie beziehen sich auf die Augen. Er hat für die Göttinnen zwei Augentypen: die „farrenäugige", das große, braune, treue Auge des Riudes — und die „strahläugige", das zwischen grün und gelb schimmernde Auge, welches schier einen Goldglanz ausströmt, wenn seine Farbe auch dem Auge der Katze gleich ist. Frau Venus ist die strahläugige, die gestrenge Juno war die farrenäugige Göttin. Die nächste Laune in den Typen der Frauenschönheit finden wir int Rom der Cäsaren, da die vornehmen Römerinnen mit Staunen und Eifersucht das rötlich schimmernde Blondhaar der gefangenen Germaninnen sahen, und nun auch ihre Haare rotblond färbten. Diese Mode hat im 19. Jahrhundert bekanntlich ihre fröhliche Auferstehung gefeiert. Mit dem Verfall des römischen Reiches und des Heidentums, mit dem Einsetzeu der in ihren Anfängen asiatisch-keuschen christlichen Kunst verlieren luir auf Jahrhunderte die Spuren und Typen der identischen Frauen-, schpnheit. Um so mächtiger und herrlicher erblüht ihr Kultus in der Renaissance-Epoche, in der Blütezeit der großen italienischen und niederländischen Schulen. Es hieße weit über den Rahmen dieser Skizze hinausgehen, wollten wir des näheren die schwärmerisch-zarten Marienköpfe Carlo Dolcis, die königlichen Jung-Mutter-Gestalten Tinto- rettos, die Unterschiede in den drei Rafaeltypen der naivbäuerlichen Madonna Sedia, der streng-aristokratischen Ma- Wir gehen langsam aus der „dunkelsten Zeit" des AahreS hinaus, zwar sehr langsam, aber dafür auch ganz sicher. Zu Lichtmeß, wo nach einem alten Reim „die Herren bei Tage essen", ist das Schlimmste überwunden. Noch muß freilich in den Morgenstunden die Lampe vielfach ihr Licht spenden, der trübe Himmel nötigt schon zu Auf Wendungen, um in der Hast der Morgenbeschäftigung nichts zu übersehen, und alles sofort zur Hand zu haben. Dafür ist eS aber auch eine Erleichterung, wenn zum erstenmale eine ganze Woche hindurch Tag für Tag die Kinder zur Schule wandern können, ohne daß es nötig war, beim Lampenschein die Siebensachen zusammenzusuchcn. Mit dem fortschreitenden Jahre wächst auch wieder das gewerbliche Leben, das gleich nach Neujahr eine kurze Ruhepause erlebte. * « * Empfang. Se. Königl. Hoheit^der Großherzog empfingen am 10. Februar u. a. den Profeffor D. Stamm und den Kirchenrat Pullmann (Bureau der Landessynode). •* Militärdienstnachrichten. Günther, Garn.-Verw.- Jnsp. in Offenbach, auf seinen Antrag zum 1. Mai 1900 mit Pension in den Ruhestand versetzt. Göttert, Garn.« Verw.-Kontrolleur in Frankfurt a. M., als Garn.-Verw.- Jnsp. nach Offenbach versetzt. Saxe, Zahlmeister, dem 3. Bat. des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 zugeteilt. ** Oberhesfischer Gefchichtsverein. Wie wir aus bester Quelle hören, hat der Oberhessische Geschichtsverein für den fälligen Februarvortrag Herrn Professor Dr. Albrecht Dieterich gewonnen. Thema: Hexenwahn undgAber- glauben in Oberhessen. Zu dieser Veranstaltung wird auch an die Mitglieder der verwandten Vereine, „Vereinigung für hessische Volkskunde" und „Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde", Einladung ergehen. Ort der Versammlung: große Aula des Kollegiengebäudes. Zeit: voraussichtlich Donnerstag den 22. d. M. Wir machen unsere Leser im voraus auf die — dafür bürgt der Name des Vortragenden —sicherlich hochinteressante Darbietung aufmerksam, und verfehlen nicht, sie zu gleicher Zeit erneut auf die der Unterstützung werten, aber auch bedürftigen Ziele und Bestrebungen der jungen „Vereinigung für hessische Volkskunde" hinzuweisen, die ihnen allen aus unserer Beilage „Blätter für hessische Volkskunde" bekannt sein dürften. Der Beitritt zur Vereinigung wird durch eine jährliche Zahlung von mindestens 1 Mark erworben. Die Mitgliedskarte verleiht zugleich das Recht, an den Veranstaltungen der Vereinigung teilzunehmen, zu denen auch der angekündigte Vortrag gerechnet werden darf. ** -Berichtigung) Zu dem kürzlich von uns berichteten, einem hessischen Blatt entnommenen Vorfall auf dem Nürnberger Bahnhof, sendet uns Herr Schauspieler Dietz sch aus Nürnberg folgende Berichtigung, der wir um so eher Raum geben, als genannter Herr in Gießen bekannt ist und ferner demnächst im hiesigen Theater als Gast auftreten wird: „Schon 24 Stunden vorher, ehe der bekannte Skandalartikel über die Vorfälle am Nürnberger Bahnhof (auch in Gießen nachgedruckt) in der Nordbayerischen Zeitung erschien, lag auf dem Direktionsbureau eine getreue Schilderung des Vorfalles, von dem Hauptschuldigen, dem Inspizienten Molter, unterschrieben, welcher nur die einzige Thatsache bestehen läßt, daß ich einem Menschen, der mir zu nahe trat, die verdiente Züchtigung angedeihen ließ. Alle die humorvollen Schilderungen von Rauferei, dem Eingreifen der Polizei- und Bahnbeamten usw. sind Lügen. — Der Chefredakteur der „Nordb. Ztg.'*, Herr Reitz, verfolgt seit Jahren unser Institut, seine Leitung, Geschäftsleitung und Leistungen auf die gehässigste Weise. Wie unser hochverehrter Direktor, so haben auch wir auf die oft flegelhaften, persönlichen Angriffe nie reagirt, und haben ihm auch in dieser Angelegenheit, die ihm eine hochwillkommene Gelegenheit gab, sich an uns zu reiben, den Gefallen nicht gethan. Ebeuso haben die vielen hiesigen Zeitungen, außer einer einzigen, den Vorfall, den wir selbst aufs höchste bedauern, ignoriert. In Nürnberg kennt man den Herrn Reitz und — uns! Da man aber in Gießen diesen talentvollen „Giganten im Uebertreiben harmloser Vorfälle" jedenfalls nicht kennt, so hielt ich es für meine Pflicht, dem von mir hochverehrten Gießener Publikum, das mir einst so viel Sympathie entgegenbrachte, eine schriftliche Versicherung aus der Ferne zu senden, daß ich mich in Nürnberg nicht zum Raufbold ausgewachsen." ** Einen Preis von 100 Mk. hat der Verband der Tierschutzvereine des Deutschen Reiches für den Text des von ihm für das Jahr 1901 herauSzugebenden Tierschutzkalenders ausgesetzt. Der Text soll aus größeren und kleineren Abhandlungen (auch Gedichten) bestehen, welche in einfacher Sprache, dem jugendlichen Verständnis angepaßt, in erzählender Form durch Belehrung und Beispiele aus dem Tierleben, den Kindern Liebe zum Tierleben nahelegen, und ihnen durch entsprechende Anleitung schonende Behandlung der Tiere empfehlen. Selbstgefertigte Arbeiten sind bis zum 5. April bei dem Berbandsvorfitzendeu, Otto Hartmann in Köln, einzureichen. •* Zu Amerika verstorbene Hessen. HarriSburg, Pa., Peter Kehr, 66 Jahre alt, aus Merlau. MuScatine, Ja., Heinrich Nicholas, 71 Jahre alt, aus Gontershausen. Ebenda. Oswald Preßler, 56 Jahre alt, aus Reichenbach. New-York, Wilh. Stahl, 62 Jahre alt, aus Burg Gräfenrod. Ebenda. Frau Mathilde Jung, 65 Jahre alt. Ebenda. Heinrich Müller, 54 Jahre alt, aus Habitzheim. Ebenda. C. A. Lincoln Amend, 32 Jahre alt. Mount Vernon, N. Y., LeopoldSchwahn, 61 Jahre alt, aus Hanau. Baltimore, Md., Heinr. Heckmann, 76 Jahre alt, CaSdorf (Cassel). Marietta, O., Anna Elisabeths Knoch, geb. Weppler, 61 Jahre alt, aus Dannenrod. Bucyrus, O., Peter Ahl, 64 Jahre alt, aus Niedermodau. Philadelphia, Pa., Peter Hausmann, 67 Jahre alt, aus Esselborn, bei Alzey. Yeadon, Pa., Julius Siebrecht, 54 Jahre alt, aus Cassel. Chicago, Jll., Philipp Lauth, 75 Jahre alt, aus Obernheim. Jndustry, Texas, Georg Koch, aus Alberode (Kurhessen). Springfield, O., Frau Eva Scho Hers, 80 Jahre alt, aus Ingelheim. Richmond, Va., C. L. Miller, aus Lauterbach. 4- Butzbach, 11. Februar. Das zum Besten der Buren im großen Saale des „Hessischen Hofes" dahier veranstaltete Konzert und Theater nahm in allen seinen Teilen einen glänzenden Verlauf. Ueber 700 Personen füllten den schönen Saal, so daß von dem Ertrage der verkauften Karten und Programme noch ein namhafter Ueberschuß für unsre niederdeutschen Stammesgenossen in Transvaal verblieb. — Den Ortsgerichtsvorstehern rsp. Standesbeamten hiesigen Gerichtsbezirks wurde gestern seitens des Amtsgerichts in dessen Sitzungssaal ein Vortrag über die jetzt geltenden Bestimmungen des Personenstandsgesetzes und über die neuen Stempelvorschriften gehalten. Lauterbach, 10. Februar. Folgendes schöne Schriftstück ist dieser Tage bei einem hiesigen Herrn eingelaufen: „Geschehen .... den 4. Februar 1900. Hoch Gehörte Herrn. Ich der Unterzeichnete bin veranlaßt Ihnen einige Zeilen zu Schreiben, da es mir noch nicht gelungen ist, das schuldige Kellt zu bezahlen. So Bitte ich zu warben bis ihm März, daß Sie mir keine Goßten machen. Ihm Märtz werde ich alles besorgen, da laße ich zwei Schweine Schlagten, wenn Sie aber früher geschlagtet werden, so wird es früher bezahlt. Hoch Achtungsvoll N. N." O Ilbeshausen, 10. Februar. Ein ausländischer Arbeiter wollte bei einer Steinsprengung nach einem nicht losgehenden Geschosse sehen, welches gleichzeitig los- ging, und wäre der Arbeiter beinahe mit in die Luft geflogen. Schwere Verletzungen hat er davongetragen, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Darmstadt, 10. Februar. An der Großh. Technischen Hochschule dahier sind im laufenden Wintersemester 41 Damen (darunter 16 Lehrerinnen) als Hörerinnen eingeschrieben für folgende Vorträge: Englische Sprache 9 Hörerinnen, Französische Sprache 1, Litteraturgeschichte 7, Geschichte 8, Kunstgeschichte 2, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre 8, Geld-, Bank- und Börsenwesen 1, Arbeiterbewegung 2, Theorie der Musik 2, Geschichte der Oper 7, Physikalische Geographie 7, Kaufmännische Buchführung 1. ** Darmstadt, 11. Februar. Am Freitag betrug die Besucherzahl der Darmstädter Marine-Ausstellung 5500 Personen. U. a. war der Frankfurter Jngenieur- verein mit seinen Angehörigen in corpore zum Besuche der Ausstellung hier eingetroffen; auch sonst zeigte sich der Zuzug von auswärts an diesem Tage besonders stark. — Am Freitagabend hatte der Ausstellungsausschuß zu Ehren des Herrn Geh. Regierungsrats Professor Busley aus Berlin, der hochverdienten Leiters der Ausstellung, im „Darmstädter Hof" ein Abschiedseffen veranstaltet, das einen sehr animierten Verlauf nahm. Von den zahlreichen Trinksprüchen, die dabei ausgebracht wurden, seien erwähnt das von Herrn Geh. Oberschulrat Nodnagel in zündender Rede ausgebrachte Hoch auf Seine Majestät den Kaiser, der herzliche Toast des Vorsitzenden des hessischen Landesausschusses des deutschen Flottenvereins, Herr Dr. Willy Merck, auf Herrn Geheime- rat Busley, den letzterer in liebenswürdigster Weise mit einem Trinkspruch auf den Ausstellungsausschuß erwiderte, sowie die warmen Dankesworte, die Herr Oberkonsistorial- sekretär Sonne, der Vorsitzende des Preß-Ausschusses, der verehelichen Preffe des Großherzogtums und der angrenzenden Gebiete widmete, deren bereitwilligem Entgegenkommen und thatkräftiger Unterstützung der große Erfolg der Ausstellung mit in erster Linie zu danken sei. Herr Geh. Regierungsrat Busley, der am Samstagvormittag von Seiner Königl. Hoheit dem Großherzog in Audienz empfangen wurde, ist nachmittags über Düffeldorf, wo er einen Vortrag hält, nach Dresden abgereist, wo die Marine-Ausstellung bereits am 26. l. Mts. eröffnet werden soll. Der Schluß der Darmstädter Ausstellung erfolgt heute abend 10 Uhr. •* Ausstellung für Krankenpflege Frankfnrt a. M. 1900. Anläßlich der vom 8. — 18. März d. I. stattfindeuden Ausstellung für Krankenpflege wurde nebst dem großen Herren-Komitee, dem letzthin der Herr Oberpräfident, Staatsminister Graf von Zedlitz beigetreten ist, auch ein großes Damen-Komitee gebildet, dessen Vorsitz ihre Exzellenz die Frau Generalin von Lindequist übernommen hat, und dem es in der Hauptsache zufallen wird, das Arrangement der Gruppen für häusliche Krankenpflege zu leiten. — In der landwirtschaftlichen Halle, woselbst die Ausstellung stattfinden wird, müffen große Umgestaltungen vorgenommen werden: so wird in den gesamten Räumen der Boden einen Breiterbelag erhalten, sowie elektrische Beleuchtung und elektrische Kraft zum Betriebe verschiedener Maschinen und Apparate, zugeleitet werden. Das Bureau der Ausstellung, welches sich TöngeSgaffe 25 befindet, wurde an das Fernsprechamt unter Rr. 6286 angeschlossen und ist täglich von 9 Uhr ftüh bis 7 Uhr abends ununterbrochen geöffnet. Marburg, 10. Februar. Herr Major von Reuß, Bezirks-Offizier beim hiesigen Bezirks-Kommando, ist zum Bezirks Offizier beim Bezirks-Kommando II Kassel ernannt und in dieser Eigenschaft nach Esch Wege versetzt worden. Z. Wabern, 11. Februar. Der Einwohner E. in dem benachbarten Homberg machte seinem Leben dadurch ein Ende, daß er sich in der neuen Leichenhalle deS Totenhofs erhängte. Die Beweggründe zu der unseligen That sind unbekannt. Kaffel, 10. Februar. Ein schneller Tod ereilte gestern nachmittag einen Bahnbediensteten auf der Station Gensungen (Strecke Kassel-Wabern). Derselbe war beim Rangieren von Wagen thätig und geriet hierbei zwischen die Puffer zweier Wagen, als dieselben zusammengesetzt wurden. Die Verletzungen waren so schwer, daß der Tod alsbald eintrat. Die „sichtbaren Vorräte" nnd der Weizenpreis. ii. Noch schlimmer steht es mit der Zuverlässigkeit der Angaben über die „privaten sichtbaren Vorräte" Die Lagerhäuser sind nämlich nur in den Staaten Illinois, Minnesota und Missouri gesetzlich zu wahrheitsgetreuen Angaben ihrer Warenvorräte verpflichtet. In allen anderen nordamerikanischen Staaten kann sich hier der Sckpvindel ungehindert breit machen. Aus diesem Gebiete herrscht der Elevatorenring unumschränkt. Auch die Plätze-, auf welche sich diese Privaterhebungen erstrecken, bleiben noch weniger Jahr für Jahr die gleichen. So hat z. B. Bradstreet im Verlaus des Jahres 1899 16 Plätze in seine Statistik der sichtbaren Vorräte neu ausgenommen. .Das alles muß natürlich die nordamerikanischen sichtbaren Vorräte sehr wesentlich nach der Richtung der höheren Ziffer verschieben, ohne daß damit irgend etwas für die wirkliche Zunahme der Vorräte bewiesen wäre. Wenn trotzdem die Presse heute fortwährend dem so niedrigen Weizenpreise gegenüber auf die Höhe der sichtbaren Vorräte Amerikas pocht, so fehlt ihr entweder die genügende Kenntnis von den Bedingungen, unter denen die Angaben über dieselben entstehen, oder sie hat sich noch nie ernstlich die Frage vorgelegt, um welchen Betrag wohl der nordamerikanische Elevatorenring die sichtbaren Vorräte Nordamerikas willkürlich heute erhöht hat. Die richtige Beantwortung dieser Frage aber liegt im dringenden Interesse nicht nur der Landwirte, sondern noch mehr fast in dem des soliden Händlertums. Als Kontrollziffern bieten sich: die Höhe der Weizenernte der Vereinigten Staaten, die sichtbaren Vorräte am 1. August, die Statistik der Ablieferungen auf den acht wichtigsten Märkten St. Louis, Kansas-City, Toledd, Detroit, Chikago, Minneapolis. Duluth und Milwaukee für den Zeitraum vom 1. August bis 31. Dezember und die Verschiffungen während des gleichen Zeitraums aus den atlantischen Exporthäfen, und zwar alle Ziffern für Weizen und Weizenmehl, das Mehl in Weizen umgerechnet. Aus der Vergleichung dieser Daten ergiebt sich folgendes. Die Weizenernte des Jahres 1898 war eine reichliche, sie betrug nach zuverlässigster Schätzung rot. 700 000 000 Bushels, während die privaten sichtbaren Vorräte am 1. August mit 23 401000 Bushels angegeben waren. Der Gesamtvorrat an Weizen für das Verbrauchsjahr 1898/99 belief sich also auf 723 401 000 Bushels. Dieser Zahl stellt das Verbrauchsjahr 1899/1900 eine Ernte von rot. 548 000 000 Bushels und private sichtbare Vorräte am 1. August in Höhe von 64 340 000 Bushels, insgesamt also 612 000 000 Bushels Weizen, d. h. 111 001 000 Bushels weniger gegenüber. Der weitere Verlauf des Getreideverkehrs zeigt in beiden Jahren bisher gleichmäßig normale Verhältnisse. Die westlichen Ablieferungen betrugen vom 1. August bis 31. Dezember 1898 gleich 175 341000 Bushels, die Verschiffungen aus den atlantischen Exporthäfen 198 742 000 Bushels, während für erstere das Jahr 1899 gleich 122 079 000 Bushels, für letztere 186 403 000 Bushels aufweist. Aus diesen Zahlen müßte man nun folgern, daß die privaten sichtbaren Vorräte am 31. Dezember 1899 gegenüber denen vom 31. Dezember 1898 sich niedriger, in jedem Falle sich nicht erheblich höher stellen würden: Dem ist aber nicht so. Die privaten sichtbaren Vorräte ohne Kalifornien waren vielmehr am 31. Dezember 1898 gleich 68 736 000 Bushels, für den 31. Dezember 1899 werden sie mit 112 605 000 Bushels angegeben. Während diese Vorräte also für das Jahr 1898 gleich 9,7 pCt. der Jahresernte ausmachen, sollen sich am Schlüsse des Jahres 1899 gleich 20,4 pCt. der Jahresernte in den privaten sichtbaren Vorräten befinden. Ja, fast um die Hälfte sollten die diesjährigen sichtbaren Vorräte die des vorhergehenden Jahres übersteigen. Und das alles trotz der so beträchtlich schwächeren Ernte des letzten Jahres und trotz des Zuwachses des nordamerikanischen Weizenkonsums. Das ist einfach unglaublich. Angesichts dieser Zahlen muß vielmehr die bestimmte Vermutung ausgesprochen werden, daß der Ring der nordamerikanischen Elevatorengesellschasten heute die Ziffer der privaten vermittelten sichtbaren Vorräte Nordamerikas im Vergleich zum Vorjahre etwa um 35 bis 40 Millionen Bushels erhöht hat und deshalb jedenfalls auch die „ofsiziellen" Vorräte um mindestens 20 Millionen Bushels in gleicher Richtung zu beeinflussen wußte. Die „offiziellen" nordamerikanischen Vorräte wären also für den 1. Januar 1900 auf etwa 38 Millionen Bushels, die privat ermittelten Vorräte auf etwa 92 Millionen einschließlich Kalifornien, und auf 72 Millionen Bushels ohne Kalifornien zu ermäßigen, und den exzeptionell niedrigen „offiziellen" Vorräten von 26 Millionen wie den privat ermittelten Gesamtvorräten von 85 Millionen Bushels für den 1. Januar 1899. vergleichsberechtigt gegenüber zu stellen. Damit erhält man glaubliche Ziffern, die auch sehr wohl vereinbar sind mit der von verschiedenen Seiten vertretenen Schätzung, wonach Nordamerika nur noch wenig mehr als 80 Millionen Bushels Weizen abzugeben hat. So unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß der nordamerikanische Elevatorenring wieder einmal Monate hindurch den Weizenmarkt a la baisse vergewaltigt hat. Möglich, daß die Absichten dieses Ringes jetzt darauf gerichtet sind, einen nicht minder energischen Raubzug a la Hausse auszuführen. Denn ine Vorräte in den atlantischen Seeplätzen Baltimore, Boston, Buffalo, Montreal, New-York und Philadelphia einschließlich der auf den Seeen und dem Eriekanal schwimmenden Weizenmengen waren nach Bradstreet vom 30. Dezember 1899 nur 10 224 000 Bushels gegen 14 287 000 Bushels zur gleichen Zett des- Vorjahres, als die sichtbaren Vorräte Nordamerikas fast nur aus der Hälfte der heutigen Ziffer angegeben wurden. Möglich also, daß der nordamerikanische Elevatorenring seine Hauptvorräte im Jnlande zurückhält, um sie zur passenden Stunde einzusperren. Indessen es ist nicht die Absicht, diese Frage weiter zu erörtern. Nicht auf eine Voraussage über die weitere Gestattung des Wcizenmarktes, sondern darauf kommt es an, die Angaben über die „sichtbaren Vorräte" Nordamerikas nach ihrem wahren Wert zu charakterisieren als das, was sie in Wahrheit sind: eine völlig unzuverlässige Grundlage für die wichtige Beurteilung der wirklich vorhandenen disponiblen Weizenvorräte, aber, solange der Weltmarkt sich von ihnen gutgläubig beeinflussen läßt, eine unwiderstehliche Waffe in der Hand des großkapitalistischen Spe- kulantentums in Nordamerika. Kirche und Schule. Sondershausen, 10. Februar. Durch ministeriellen Erlaß ist den Lehrern im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen die Ausübung der Jagd von jetzt ab untersagt worden. Für die Eltern von Söhnen, die eine hessische Realschule besuchen, dürfte die Mitteilung von Jnterreffe sein, daß für die Realschulen deS Großherzogtums außer einem neuen Lehrplane auch eine neue Prüfungsordnung erschienen ist. Der erstere tritt bereitS Ostern dieses Jahres, die letztere Ostern 1901 in Kraft. Nach dieser können abweichend von der bisherigen Bestimmung bereits diejenigen Schüler der jetzigen X Realklasse (II b) am Schluffe des Schuljahre- — zum erstenmal Ostern 1901 — geprüft werden, die die Anstalt verlaffen und sich das Zeugnis über die wiffensckaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst erwerben wollen. Die Real- M öllofie wV.u 6eiu* 1 fÄJfl sie 60L roiflenlc klaße E« raflMjtirl 0 fritMt ■ -- tWÄ« W" «s* “LÄw*! ilMttSchuW' Ma outbe. w ■ für bie Renten bie M F hichr btt M M Weibliche A Mae« hat einem F ubun^ bet LrMm rMch W in br rn Schach' Mot btt W MMmg. In WeMille vom y ' bienfit nm ba§ l Bon der auf dem fDifät ssartLand gefuni Depesche bestimmt btt Boje haltende ÄrM'or Lagnhei dafür ju gewinne' nun der Bericht erschienen. In t an der Boje muri mitteff, bannter 2 Gfymttnarkn i neu war, würbe r Nachdem j Ttadt Gießet vchmer biefrt Ge, iü und dichchlb g'htNde Sei^anHi find, iß mit dense dckM die« |ut. Mrefle einet g« Meeting bet C W«), so W vetg Tiehen, *il Die unten "Mgen und c 2"' M gewesenen Mm 1904 M »»,«!• Mn,,,. . ' 189 tta»i unter ben * überlch SJ* de« L N»lrte »ler Sft* Cn bar,|n, Ä," SÄ OiHtS Stabt ü bei Nm bei •baren «nd der L-srs SS’.gS* SZK L *f“ UM der 9t„ , Hs-Sr s *!«ä S*«“s °sL- «SÄ W aber lieat i» "e. imtbetn noch Ö?" Riam l. Auqp Mark- «Öitago, Minneap/?z m 1- AugL S -E 9le*(6en^ unb iipQr M Den et9tfbt lief) lelgtttbei; JJW 6ett\i<\ WO Nitis, während W mit 23401000 al an Weizen für bai 123401000 NMi J1000 eine Ernte toi 'Mate Vorräte an aiheiö, insgejamt ali wenige !kerbeverke-rs zeigt ii ale Wltniiic. & L August bis 31 $t: die VerfchisiuM «S Vushels, während füi 0 Bus Hess, sür lebten en Zahlen müßte tnu i Vorräte am 31. . Dezember 1898 sil fi Wer fallen würden htbaren Vorräte ok Dezember 1898 gleit x 1899 itwiwz 4? mii end d/e/e Erröte alio her Mesernte ws 1899 gleich 20,4 ck n Vorräten btfiiM zen sichtbaren Vorräli . Hub das alles tret etzten Jahres und troi Weizenkonsums. T°: : Zahlen muß vielmebi werden, daß der Rin: bafan beute bie ZiP täte Momentan in 40 Millionen Bushel- e „oiiizietten" Vorräte r gleicher Richtung zu Vonäte wären also siu ,nen BusM die )nen emlchlreßlrch ftL ohne Kalifornien |U o* Wen" W len&efa l899vergleiMM. t glaubliche Z'W , £äs* ää Ä& Mit. -,nn it ®atotilidlber«ul.. 7Ä «« Ä """Si U«S» 'ÖW(|* i rikas nach'^^nd '. wiW [HK* '«S** Schüler können demnach dieses Zeugms von Ostern 1901 ab em >ahr früher erhalten als bisher. Sollten sie *s verziehen nch die 1. Realklasse (II a) ein Jahr zu besuchen, s° "halten sie fortan. .-.ha ihr Beiucb oiefer Klasse erfolgreich war, das oeugius o d u e yrüfun« Ä«en müflen f.e ^-iner Prüfung un.°r„°hm, w°nn ftc vor Schluß des Schuljahres die L Klaffe (IIa) Mit dem Zeugnis überbie Äd>aftlid>e U-Higun« für den Äau S n wi°° d-n Schülern der jetzigen 2 R-uilcku,- (lalle (II b) wie den Schülern der Untersekunda des Gymnasiums bei ihrer Versetzung nack Obersekunda das erwähnte Zeugnis gleick- rallS ohne Prüfung ausgestellt. Emer Prüfung haben sich nur lvlche Schüler der Oberrealschule und des Gymnasiums zu untergeben die zu ihrem künftigen Berufe, z. B. zum Eintritt tn die vreußi'sck hessische Eisenbahngemeinschaft, ddn auf einer besonderen Prüfung beruhenden Ausweis nötig haben, daß sie die Reife zur Versetzung nach Ha erreicht haben. 0 Ortenberg, 10. Februar. Heute fand unter dem Vorsitze oes Herrn Kreisrat Jrle die Kreiskonferenz der Lehrer des Kreises Büdingen für 'das Jahr 1899 statt. Dieselbe war schon für den Monat Dezember geplant, konnte aber wegen Erkrankung des Herrn Vorsitzenden erst heute abgehalten werden. Es nahmen daran teil der Schulinspektor des Kreises, Herr Schulrat Buß, Herr Dekan Hof iiieyer, Herr Landtagsabgeordneter Erk und der Amtmann des Kreises Herr Sandmann. Herr Schulrat Buß gab zunächst eine statistische Uebersicht des Schulwesens des Kreises, aus welcher wir das wichtigste hervorheben. Im Kreise bestehen zurzeit 71 Schulen mit 107 Schulklasse, ebenso für Lehrer. Die Schülerzahl beträgt 6290. 70 mehr als im Vorjahr. Es wurde hierauf in die eigentliche Tagesordnung ein- uetreten, auf der sich als Gegenstand befand: „Wie erzieht die Volks- ichule zur Vaterlandsliebe", Referent Herr Lehrer Muth-Geißnidda. Das zweite Thema der Tagesordnung behandelt: „lieber die Bedeutung einer gesteigerten Volksbildung in wirtschaftlicher Entwickelung". Referent Herr Lehrer Frank Langenbergheim. Beide Referenten entledigten sich ihrer Ausgaben in großartiger Weise, daß von einer Diskussion abge- gesehen wurde. Der Vorsitzende schloß mit warmen Worten des Dankes für die Referenten die Versammlung, worauf sich die Teilnehmer vollzählig zur gemeinsamen Mittagstafel vereinigten. Herr Kreisrat Jrle (nachte den Toast auf den Landesfürsten aus. Kunst und Wissenschaft. Weibliche Aerzte in Wien. Die nieder-österreichische Statthalterei hat einem Fräulein Georgine v. Rott die Bewilligung zur Ausübung der ärztlichen Praxis in Wien erteilt. Sie ist bereits der zweite weibliche Arzt in d.-r österreichischen Hauptstadt. Der Schachmeister LaSker hMdieser Tage in Erlangen zum Doktor der Philosophie promoviert auf Grund einer mathematischen Abhandlung. Am selben Tage bekam er zufällig die große goldene Medaille vom großen Londoner Schach-Klub verliehen für seine Ver- ' Menftc um das königliche Spiel. Bon der Polarboje Andrees, die im vergangenen Sommer auf dem zwischen Spitzbergen und Franz Josef-Land belegenen König Karl-Land gefunden wurde, war, da sich in der zur Aufnahme der Depesche bestimmten Röhre feine Nachricht von Andree befand, der an der Boje hastende Ansatz, sowie die in der Röhre liegenden Körner vom Professor Lagerheim mikroskopisch untersucht worden, um einen Anhalt dafür zu gewinnen, wo die Boje ausgeworfen sein konnte. Soeben ist nun der Bericht über die jetzt endgiltig abgeschlossenen Uutersuchungen erschienen. In den in der Röhre befindlichen Grundbestandteilen und an der Boje wurden nicht weniger als 65 Gewächs- und Tierarten ermittelt, darunter 8 Moose, verschiedene Arten Algen, 34 Diatomaceen, 2 Schwammarten usw. Einer der Schwämme, der für die Wissenschaft neu war, wurde nach Andree benannt. Gleichzeitig mit dem Bericht über die Lagerheim'schen Untersuchungen wird eine Darstellung des Professors Nathorst über die mutmaßliche Treibfahrt der Polarboje gegeben Nathorst weist überzeugend nach, daß diese Boje, die beim Passieren des nördlichen Punktes ausgeworsen werden sollte, nicht nördlicher als am 82. Breitengrad und nicht östlicher als an der Nordspitze Asiens, dem Kap Tscheljuskin, den Ballon verlassen haben kann Danach müßte sich also das Schicksal in der Gegend von Franz Josef-Land und den benachbarten Meeresteilen abgespielt haben, so daß sich künftige Nachforschungen nach Andree nur auf diese Polargebiete zu beschränken haben. Jagd und Spart. Deutscher Bootbau. Ein angesehener norddeutscher Verein hat sich veranlaßt gesehen, infolge der bekannten Durchsuchung deutscher Reichspostdampfer durch englische Kriegsschiffbedienstete die in Aussicht genommene Bestellung von Ruderbooten in England zu unterlassen-, er hat, wie der „Wassersport" berichtet, seinen Auftrag einer namhaften deutschen Bootbauerei erteilt und den Beschluß gefaßt, daß er von jetzt ab nur noch in Deutschland gebaute Boote benutzen werde. Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 10. Februar. Wechsel auf New-York zu 4.21-23. Prämien auf Kredit per ult. Februar 1.200/», do. per ult. März 2.40 %, Diskonto Kommandit per ult. Febr. 1%, do. per ult. März 2 l(P/o, Lombarden per ult. Februar 0,55% do. per ult. März 0 90%, Deutsche Bank per ult März O.OOe/o, Dresdener Bank per ult März 0.00%, Berliner Handelsges. per ult. Febr. 0.00. Notierungen: Kreditaktien 238 20-30-00, Diskonto-Kom- mandit 196 10, Staatsbahn 140.20-189.80, Gotthard 142.00, Lombarden 27-50.00-00, Ungar. Goldrente 99.25, Italiener 94 50, 3proz. Mexikaner 26.40, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19%, Privat-Diskont 3'%,%. 1% bis 2% Uhr: Kredit 238.30-00, Diskonto 196.10, Staate- bahn 139.80-140.40, Lombarden 27.60. Grünberg, 10. Februar. Fruchtmorkt-TWeizen 14,00—00.00, Mark, Korn 14,00—00Mk-, Gerste 00.00—00,00Mk., Hafer 13,24—00,00, Mark, Erbsen 00.00—00.00 Mk., Linsen 00 Mk. Kohlen. Es notieren: Ruhr-Fettnuß Körnung 1 und II Mk. 225 bis 230, Nußschmiedekohlen Mk. 210 bis 215, Deutsche Anthracit-Nuß- kohlen Mk. 300 bis 310, Englische .Anthracit-Nußkohlen Mk. 360 bis 370, Ruhr-Flammnuß, Körnung I und II Mk. 225 bis 235, Ruhr-Flammnußkohlen III Mk. 215 bis 225, Fettschrot Mk. 220 bis 225, Ruhr-Brechcoks Mk. 820 bis 330, Aussiebgries Mk. 150 bis 160. Alles per 10 Tonnen ab hier. — Die Situation hat sich seit unferm letzten Bericht nicht geändert und vermögen die geringen Zufuhren der starken Nachfrage nicht zu entsprechen. Petroleum. Der Artikel Petroleum hat auch diese Woche keine Veränderung erfahren. Die Preise sind nach wie vor dieselben und Amerika meldet fortgesetzt festen Markt. Die Aussicht, daß die Preise infolge des abnehmenden Konsums weichen werden, ist vollständig geschwunden. Hamburg, 11. Februar. (Telegr.) Die Generalversammlung der Hypothekenbank in Hamburg genehmigte die vorgeschlagene Dividende von 8 Prozent, und erledigt« die Tagesordnung ohne Debatte. Die Dividende kommt mit 60 Mk. für die Aktie von Mk 750, Rr. 1 bis 10 000 (mit 120 Mk. für die Aktie von Mk. 1500) Nr. 10 001 bis 19 000 vom 12. d. Mts. ab an den bekannten Zahlstellen zur Auszahlung. Schisssnschrichte« Der Postdampf!.' „Swcherla.d" der „Red Star Line* in Ant- werpm ist laut Telegramm. #m 9. F.chruar wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Wetterbericht. Die Luftdruckverteilung ist sehr unregelmäßig. Im äußersten Nordosten befindet sich der Rand eines int Innern Rußlands liegenden Barometer-Maximum. Erne zweite Zone relativ hohen Druckes ragt von der iberischen Halbinsel nach Süd-Frankreich hinein. Tas ganze übrige Europa ist von niederem Drucke bedeckt. Insbesondere bildet das Mittclmeer- becken ein umfangreiches Tepressionsgebiet, das ein Zentrum über Mittel-Italien aufweift. Bon dort aus erstreckt sich der niedere Druck nordwärts und breitet sich über ganz Zentral-Europa aus, wobei über den kontinentalen Lagen noch mehrfach Teilgcbtlde auftreten. Speziell ist ein solches über Süddeutschland, Böhmen und Oesterreich vorhanden. Weitere Depressions-Zentren befinden sich an der Südküste von Irland und über dem botnischen Meerbusen. Die Temperaturen liegen im allgemeinen unter Null. — Voraussichtliche Witterung: Im allgemeinen unbeständiges Wetter mit zeitweisen Schneefällen. THEE-MESSMER Berühmte Mischungen Mk. 2,80 und 3,50 per Pfund. Probepackete 60 und 80 Pfg. Zu haben bei den Niederlagen von Meffmers Thee. — „Das Volk der Dichter unb Denker" trinkt bekanntlich auch gern, wie es schon seine Vorfahren, die Germanen, gethan. Während bie Männer im allgemeinen dem Bier und Wein den Vorzug geben, haben die Frauen sich den Kaffee als Leibgetränk erkoren, welcher ja täglich zweimal fast in jedem deutschen Hause auf dem Tisch erschemt. So kann es kommen, daß Deutschland unter allen kaffeetrmkenden Nationen Europas den höchsten Kaffeeoerbrauch hat. Neben dem Bohnenkaffee werden aber noch kolossale Quantitäten von Surrogaten konsumrert, von denen namentlich die Cichorie ihrer Billigkeit Halder obenan steht. Man sollte aber doch lieber zu einem gediegenen, der Gesundheit zuträglichen Kaffee-Zusatz greifen, wie z. B. Kathreiners Malzkaffee, der infolge seiner patentierten Herstellungsweise Geschmack und Aroma des Bohnenkaffees besitzt und dadurch nicht nur ein idealer Kaffeezusatz, sondern sogar ein wirklicher Ersatz des Bohnenkaffees ist. Damit die Konsumenten sicher auch den richtigen Kathreiners Malzkaffee erhalten, sei bemerkt, daß dieser nur in Packeten mit dem Bilde des Prälaten Kneipp als Schutzmarke verkauft wird. — Der Norddeutsche Lloyd wird binnen kurzem ein neues Geschäftsgebäude errichten lasten, das einen neuen Prachtbau von riesigen Dimensionen für Bremen bilden wird. Das Gebäude wird an der Stelle des jetzigen Geschäftshauses an der Papenfiraße aufgeführt und erhält einen Flächenraum von 7000 pm. Für die Herstellung des Gebäudes ist die Niederlegung einer Reihe von Privatwohnungen erforder» lich, mit deren Abbruch in diesem Frühjahr begonnen werden soll. Kunst-Ausstellung. aus Stellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg., an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. n Bekanntmachung. Nachdem für die Entleerung der AbtrittSgrubeu in der Stadt Gieheu zu Ende vorigen Jahres seitens der derzeitigen lieber» rnchmer dieses Geschäftes ein erheblicher Preisaufschlag angekündiqt worden int und dteserhalb auf Beschluß der Stadtverordnelen-Versammlung ein* g hende Verhandlungen mit den genannten Uebernehmern geführt worden sind, ist mit denselben der nachstehende Vertrag abgeschlossen worden. Wir bringen die» zur Kenntnis aller Beteiligten mit dem Ansagen, daß es im Interesse einer geregelten und den polizellichen Vorschriften entsprechenden Entleerung der Senkgruben geboten ist, die Bestellung hierauf, am besten schriftlich, so zeitig zu machen, daß bis zu deren Erledigung noch vier Arbeitstage vergehen können. Gießen, den 7. Februar 1900. 1118 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. § 1. Die unterzeichneten Landwirte verpflichten sich, die Entleerung der .erzeittgen und aller noch künftig zugehenden Abtritts gruben in der Stadt 'ließen, einschließlich der Beseitigung des Grubeninhaltes in der bisher üblich gewesenen Weise, auch für die Folge und bis längstens Ende drs Jahre» 1904 zum Preis von zwei Mark für das Fatz von mindesten» 900 Liter Inhalt zu besorgen. Dieser Preis hat vom 1. Dezember 1899 cb als Höchstpreis zu gelten und darf nur bei solchen Gruben und insoweit überschritten werden, als für deren Entleerung auch schon vor dem i. Dezember 1899 wegen der damit verbundenen Schwierigkeiten ein -öherer Preis als zwei Mark entrichtet worden ist. § 2- Dem einzelnen Hausbesitzer bleibt — wie seither — die freie Aus« wähl unter den jeweiligen Unternehmern für die Entleerung der Abtrittsgruben überlassen- nur für den Fall, daß es einem Hausbesitzer infolge Aufgabe des Landwirtschaftsbetriebes seitens einzelner der unterzeichneten Landwirte oder aus anderen Gründen nicht gelingen sollte, feinerfeit» einen Uebernehmer für das gedachte Geschäft zu finden, willigen die Unterzeichneten darein, daß in solchem Falle durch die Großh. Bürgermeisterei Gießen au» dem Kreise der unterzeichneten Landwirte nach billigem Ermessen und unter angemessener Verteilung derartiger Auflagen auf bie« selben, derjenige bestimmt werde, welcher danach zur Ausführung des Ge schäftS unweigerlich verpflichtet ist. § 3. Die Stadt Gießen verzichtet auf Grund solcher Sicherstellung der Entleerung der Abtrittsgruben auf die geplante Uedernahme des gedachten Geschäftes in städtischen Betrieb. Gießen, den 6. Februar 1900. Namens der Stadt Gießen: Guauth, Oberbürgermeister. Karl Puth. Wilh. Kitz. Georg Simon. Chr. Haubach I. Friedrich Coft. H- Zvlzer. Chr. Asebe. Bekanntmachung. Die Lieferung des Armenbrodes und des Bedarfs de» Bürger- Hospital« an Brod, Wecken, Kuchen, Mehl, Fleisch, Wurst, Fett, Kolonialwaren, Sutter, Eier rc., sowie die Fertigung der Schuhe und Särge für Arme soll im Wege der Submission vergeben werden und find Offerten hierauf verschlossen (unter Beischluß von Proben bezüglich der Kolonialwaren) biS zum 14. d. Mts., abends 6 Uhr, beim Armenamte, bei welchem auch bie Bebingungen einaesehen, sowie bie zur Submission auf Kolonialwaren rc. zu verwendenden Formularien bezogen werben können, einzureichen. Gießen, ben 5. Februar 1900. Die armen#Deputation bet Stabt Gießen. 1045 Wolff. Bekanntmachung. Donnerstag den 18. Februar 1906, nachmittags 2Uhr, sollen bie an Großh. Polizeiamt abgelieferten gefundenen, von ben Verlierern nicht abgeholten Gegenstände, darunter verschiedene Gold- und Silbersachen, Sonn- und Regenschirme, Kleidungsstücke, Brillen u. s. w. im alten Rathause dahier zu Gunsten der Armenkasse gegen Barzahlung versteigert werben. Gießen, ben 2. Februar 1900. Die armen»Deputation ber Stabt Gießen. 1052 Es wirb noch bemerkt, baß bie Versteigerung wie oben au gegeben, und nicht wie in der Samstagsnummer mitgeteilt, ftattsindet. Spar- und Feihkasse Gichen. Die an Dienstboten bewilligten Prämien können bei unserer Kaffe an ben Zahltagen — Mittwochs unb Samstags — erhoben werben, wobei zugleich bie vorgelegten Dienstbücher rc. zur Rückgabe gelangen. Gießen, ben 8. Februar 1900. Direktion der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. 1041 Die Spar- unb L^ihkasse dahier hat bie Erbauung eine- neuen GparkassegebäudeS beschlossen. Er werben auf Grund weiteren Be schluffes die hiesigen Herren Architekten elngelaben, einen allgemeinen Entwurf des Baues im Maßstabe von 1:200 mit generellem Kostenvoranschlaq binnen acht Wochen auf dem Bureau der Kasse einzu- reichen. Das Bauprogramm liegt daselbst zur Einsicht offen, unb wird auch weitere Auskunft dort erteilt. Die von einem bestellten Preisgericht als die beiden besten bezeichneten Pläne sollen prämiiert werden, zu welchem Zwecke 800 Mark zur Verfügung stehen. Gießen, den 7. Februar 1900. Die Direktion der Tpar- und Leihkasse Gieße«. Wiener. 1062 Hohversteigerung im Wiesecker Gemrindewald. Freitag den 16. Februar, vormittags IO Uhr beginnend, sollen im hiesigen Gemeindewald, Distrikt Heide, versteigert werden: 207 Nadelstämme mit 92,94 fm, 285 Nadel-Derbstangen mit 1 l,89fm 3619 Nadel'ReiSstangen mit28,55fm. Samstag den 17. Februar, vormittags 10 Uhr beginnend, sollen in obengenanntem Distrikt versteigert werben: 118 rm Nabel-Scheitholz, 120 „ Nadel Knüppelholz, 48 „ Nadel'Stockholz, 3050 Wellen Buchen-Reisig, 1050 „ Eichen-Reisig, 8960 „ Nadel-Reisig. Die Zusammenkunft ist jedesmal am genannten Distrikt auf der Straße nach Lollar. Wieseck, 9. Februar 1900. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 1082 la. frische Land-Eier die besten zum Sieden und Rohaus- trinken, zu billigstem Tagespreis. H. F. N assauer, _ _______Neuenweg 15.________620 AW-MrmMe garantiert aus frischen Fruchten zu- bereitet und hochfein im Geschmack, ausgewogen Per Pfd. 80 Pfg., per 10 Pfund'Eimer 2,50 Mk., per 25 Pfund-Eimer 5,75 Mk. Rhein. Obst-Gelee garantiert rein, ausgewogen per Pfund 50 Pfg., per 10-Pfund-Vimer 4,50 Mk. H.F. Nassauer, Neuenweg 15. 654 446 Wäsche- und ZSraut-Ausstattungs-Geschäft xxxxxxxxnDiDoaoacxxxxxxxxxxx? Giessener Konzertverein Es ist nicht mehr Neu o bei: 152 durch abgeholfen werden, daß man die J. 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Lieder: a) Frühlingenacht, op. 39, No. 12 ... . b) Wer machte Dich so krank? op. 35, No. 11 o) Alte Laute (dieselbe Weise), op. 35, No. 12 d) Die beiden Grenadiere, op. 49, No. 1 . . 3. Eine Faust-Ouvertüre, komponiert 1840 . . . 4. Lieder: a) Fischerweise, op. 96, No, 4..... b) Nacht und Träume, op. 43, No. 2 . . . c) Erlkönig, op. 1.......... Tas»o, Lamento e Trlonfo. Symphonische Dichtung No komponiert 1849 .......... H. F. N assauer, Neuenweg 15. Montag den 12. Februar 1900, nachmittags 6 Uhr, im grossen Saale des Gesellschaftsvereins. Dirigent: Herr G. Trautmann, Grossh. Univ.-Musikdirektor. Solist: Herr Dr. Felix Kraus aus Wien (Bassbariton). Orchester: Die Homburger städtische Kurkapelle und andere geehrte Künstler. PROGRAMM. Gisthausakz Pfund 5 Pfennig empfiehlt 2, Fr. Liszt. Schnee Diesem Uebelstand kann da- Schuhe mit Krebs-Fett ihm««"* W'l" Gentner’sWichse in roten Dosen mir dem Kaminfegen. 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