n. । ••••Hl Nr. 10 ffirnrHrS BlE Samstag den U- Januar Gießener Anzeiger General-Anzeiger Kejugsprcis vierteljährl. Dit. 8,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlotza^ durch die Abholeftelle« vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 66 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljährt, mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSftellen deS In- und AuSlande» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegn». Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Erscheint tägNch mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener Kamitieuvtätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit .Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wkchtt. 4 mal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittag« für den folgmden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher. Amts- und Anzeigeblntt fiw den Itreis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schukstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Fanlilienbläticr, Der hessische Landwirt, Witter für hesßsche Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieß«. Fernsprecher Nr. 51. ation franse par w enne (poar qaeli« — Me. LMiik a WMen Meres 392 >nke. lQVen 13-9anuar, ' Vorstand. gelän-e e, für alle Materialie t alS «ohleppläf Mn gelten, |u vr mdrttn. oi H. Z 035 an dir 6 lattrö erbeten. 'SladlMei 12. Januar 1900: mW ttatiM »en echanspirlhM r Berlin. anl Tauris üon SB. D. Goelhr- fonen: Franziska Mmen«-. FrM Nolm Alwin Henn,. Joseph Wer i)te Preise! Ende nach 10 lls ibt stets unser Fuß, daS Leder, e ich M SchM hier' es Jeder.' 39 * Deutschland, Rußland — England! Gießen, 11. Januar 1900. Ein einziges Thema ist es, das heute alle Welt be-- schäftigt, das am Biertisch besprochen wird und am Fa- «ilientisch, das die Knaben erregt und auf den Stirnen der Männer die Zornesader anschwellen läßt: der fortgesetzte Uebermut Englands. Hatte die Kaiserfahrt nur Trauer »nd Betrübnis erweckt, so handelt es sich jetzt um eine Bewegung, die geboren ist auS dem tiefsten Ingrimm. All die zahllosen Beleidigungen, all die unerhörten Herausforderungen treten wieder vor die Seele deS Volkes, die wir erdulden mußten, seitdem wir den sicheren russischen Rückhalt aufgaben und eines der glänzendsten Werke des Bismarck's chen Genius, den Neutralitätsvertrag, zum alten Eisen warfen, nur weil die kombinationenreiche Bismarck'sche Politik den Epigonen als gar zu schwierig erschien. Vielleicht hätte der Einzelfall, die Beschlagnahme des „Bundesrat", so frivol er erscheint, die Stimmung im deutschen Volke noch nicht auf den Grad der Siedehitze gebracht. Der deutsche Michel gilt ja seit Jahrhunderten als schläfrig und verträumt. Aber milla dies sine linea, jeder einzelne Tag bringt neue Beweise der englischen Impertinenz: Es liegt System in der Sache, es liegt dem Verhalten der Engländer eine wohlberechnete Absicht zu Grunde. Man braucht sich schließlich ja auch nicht zu genieren. Die deutsche, vom Reichstage stets so eifrig approbierte und von Herrn Sattler noch besonders gebenedeiete Politik hat es ja verstanden, uns mit dem allgemeinen Mißtrauen zu beglücken. Welche Herrlichkeiten hat und allein das eben geschiedene Jahr gebracht: Wir haben die Karolinen erschachert und vor Samoa die Anmaßungen der Eng- läuder ertragen, bis wir die Insel gegen teuere Konzessionen dennoch erhielten, wir haben Cecil Rhodes, die Hände in den Hosentaschen, im Hohenzollernschloß gesehen und mit der Genugthuung, die dem Bescheidenen geziemt, erfahren, daß er die Konzession zu einer Telegraphenlinie durch unsere Kolonieen erhielt und als Zugabe die Einwilligung zu dem Bau einer englischen Bahn durch deutschen (!) Besitz. Wir haben vernommen, daß der Zar nicht glattweg nach Petersburg zurückkehrte, sondern in Potsdam ein Diner einnahm, und wir schwammen in Seligkeit, als die Episode auf der „Iphigenie" bekannt wurde und französische Kadetten ein deutsches Schiff besuchten. Das sind Erfolge, die den Herrn v. Bülow in den Grafenstand empvrschuellten und wohl auch dem Aegirbarden Phili den Fürstenhut verschafften. Man ist eben genügsam geworden! Und jetzt haben wir die Krönung des Werkes, die englische Freund- •sw? b-i' E । »Mdigl. «s m M i°s Uli iabrit verkauft«" F ft.600'- '"1 9! f knote« to. fet 1900 Überrest old'Mt eit" . ß.l-M rer^pon 1^ Ltfltb. du erttf * schäft. Als Herr Chamberlain seine berühmte Alliancerede hielt, da konnte man freilich das Kommando schon ahnen: Der Indiskrete blieb Mitglied des Kabinetts Salisbury, seine Aeußerungen fanden wohl in Berlin ein lahmes Dementi, aber sie wurden von der englischen Regierung nicht desavouiert, und es ist nur natürlich, daß sich im Auslande, Berliner Bries. (Plaudereien aus der Kaiserstadt.) (Nachdruck verboten) -Tas Fest der kleinen Schornsteinfeger. — Maskenbälle für Kinder. — Die Giebelreklameu. Das Telegramm des Kaisers an den König von Württemberg, in dem die englischen Unverschämtheiten zur See gestreift werden, |at überall Anklang gefunden, auch bei den Gegnern der neuen ßlottenvorlage, und hat zugleich die Erinnerung an jene temperamentvolle Depesche geweckt, die einst dem Ohm Krüger aus Berlin zugeslogen, als englische Räuber, die mit den heutigen englischen Machthabern sehr gut befreundet waren, ihren frechen dinsall in Transvaal unternommen hatten und glänzend zurück- zeschlagen wurden. „Das war eine köstliche Zeit!" Die englischen Vettern haben seitdem alles mögliche gethan, sich unsere Sympathieen auch bis auf den Rest zu verscherzen: 'aber unsere Regierung ist vorsichtig geworden und übt sich in Geduld, vielleicht ist dieses Württemberger Telegramm das erste Zeichen für eine kleine Kursänderung, die das ganze Reich und Berlin nicht zuletzt mit Heller Freude begrüßen würde. Mitten in die unverhohlenen Antipathieen der Reichs-Haupt- lübt gegen das beutegierige Krämervolk fällt eine althergebrachte Veranstaltung der jeweiligen englischen Botschafter, das Weih- »achtsfest der Schornsteinfegerlehrlinge, das wohl imstande ist, nnen mit den sonst vielfach über den Kanal gekommenen, zweifelhaften Sitten ein wenig zu versöhnen. Dieses Fest, das ein ^ßlischer Lord, dessen kleiner Sohn geraubt, und zum Schorn- jeinfegcr gemacht worden war, in der Freude über das wunder- 'lare Wiederfinden seines Edward für London gestiftet hat, ist vor allem in Rußland und Frankreich, der Argwohn fest- setzte, Herr Chamberlain habe lediglich aus der Schule geschwatzt, und das Berliner Dementi richte sich mehr gegen die Form als den Inhalt der Worte. Wenn früher ein Unvorsichtiger das Verhältnis, das in Kronstadt eingegangen wurde, als „Alliance" bezeichnete, so wehrten sich die offiziellen Kreise Frankreichs und Rußlands in gleicher Weise gegen diesen Namen. Aber das Wesen des Bündnisses blieb unverändert. Und wenn auch jetzt sicherlich keine Alliance zwischen Deutschland und England besteht, so scheinen doch Abmachungen vorhanden zu fein, die uns in jeder Entfaltung unserer Kräfte lähmen, weil sie uns des freien Willens berauben. Für Deutschland ist schließlich eine letzte und große Auseinandersetzung mit England unvermeidlich. Aus dieser Erkenntnis heraus ist auch der Eifer, mit dem der Kaiser die Vergrößerung der Flotte anstrebt, zu verstehen. Aber solche Auseinandersetzung ist auch für Rußland unvermeidlich. Seit den Tagen des Krimkrieges drängt alles darauf hin, und jeder Schritt der russischen Politik dient solchem Ziele. Wir sind die geborenen Alliierten Rußlands. Das mag bizarr klingen, aber es ist nichtsdestoweniger richtig. Denn mit Rußland haben wir nur gemeinsame Interessen, wir haben ihm nichts zu geben und nichts von ihm zu fordern. Von England aber trennt uns eine Welt. Wohin wir blicken, finden wir das Jnselvolk auf unseren Wegen, wie wir es dort fanden in den ersten Tagen, als der koloniale Gedanke in unserem Volke keimte, wie wir es finden werden, so lange wir das Recht fordern, im fremden Weltteil Handel zu treiben und Absatz zu suchen für die Erzeugnisse unserer Industrie. Und heute? Nun, unsere Schiffe werden in Beschlag genommen, der neutrale Handel mit neutralen Ländern wird erstickt und nur wenige Tage werden vergehen, so werden wir englische Kriegsschiffe in der Nordsee beschäftigt sehen, unsere Kauffahrer und Postdampfer einer entwürdigenden Untersuchung zu unterziehen. Aber wir haben ja den Drei bund! Ja wohl, wir haben ihn, und er wird jeden Tag furchtbarer. Nur wenn es zum Kriege käme — welcher Staatsmann wäre leichtsinnig oder vermessen genug, auf einen Bau sich zu verlassen, dessen Mauern immer mehr zerbröckeln, daß schon längst der Wind durch die Lücken und Risse pfeift? Jetzt werden deutsche Schiffe, wenn sie einen italienischen Hafen verlassen, festgehalten und zur Löschung ihrer Ladung gezwungen, wenn man sie nicht ohne weiteres als gute Prise konfisziert. Gewiß, an allerlei „Vorstellungen" wird es nicht fehlen. Aber schon die dilatorische Art, in der England die Verhandlungen hinschleppt, ist demütigend für uns. Man behandelt uns als den guten Kerl, der warten kann, man läßt uns antichambrieren. Und während der teutonische Zorn das Volk durchlodert, vergeht Tag auf Tag, ohne daß eine autoritäre Aufklärung über die Haltung der Regierung erfolgt. ES ist ja etwas Schönes um die durch einen Sohn Edwards, der s. Z. Botschafter in Berlin war, auch bei uns eingeführt worden, und findet alljährlich auf Kosten und unter Beteiligung der gesamten englischen Botschaft statt. Die armen kleinen Kerle — Gott sei Dank nicht fünf- und sechsjährig wie damals an der Themse, sondern richtig halbwüchsig und konfirmiert — erhielten Geschenke und ein schönes Festmahl im Jnuungshause, und konnten sich nach etlichen Ansprachen wirklich ganz prächtig amüsieren. Eine Unterbrechung ihres düsteruniformierten Daseins, die ihnen jeder von Herzen gönnt! Weniger zustimmend betrachtet man die kleine Schornsteinfegertracht in einem Schaufenster der Potsdamer Straße, die ev. dazu bestimmt ist, das acht- oder zehnjährige verwöhnte Söhnchen einer Familie, „die es dazu hat", auf dem nächsten Kindermaskenball zu schmücken. So weit sind wir in Berlin ja glücklich gekommen, daß sich um die Karnevalszeit Geschäfte aufthuu, in denen Maskenanzüge aller Gattungen, vom sizilianischen Fischer bis zum Grönländer Eskimo, aber alle nur für Kinder, znm Verleihen angeboten werden. Die nüchternen Berliner, die vor Jronieuind (Blasiertheit den naiven'Karnevalsjubel der Rheinländer nie auf ihr kaltes Pflaster verpflanzen konnten, wollen den Mummenschanz denn wenigstens in ihren „süßen Kleinen" genießen, die allerdings in ihrer Altklugheit gar nicht Übel dabei zu posieren vermögen. Und wenn ein elfjähriger Romeo aus der Wilhelmstraße eine reizende Julia von vielleicht neun Jahren mit recht viel Eingebung durch den Salon geleitet, während ein zwölfjähriger Don Juan seine Augen wie Feuerräder dazu rollen läßt, so wird das den lieben erwachsenen Angehörigen sicherlich recht viel Vergnügen bereiten! Was diese moderne Erziehung schließlich für Früchte zeitigt, ist ja eine Sache für sich. Daß auch die großen gewaltigen Steinkästen Berlins, soweit sie ein Stück von ihrem Giebel frei haben, sich nach und nach wie zu einer großen, plumpen und stillosen Maskerade bekleiden lassen Gemütsruhe, aber die Größe der Bismarck'schen Politik lag nicht auf diesem gewiß köstlichen Gebiet. Ein Staatsmann, der nicht auch etwas von dem Zorn seines Volkes empfindet, der kühl an den Imponderabilien vorüberschreitet, statt sie in seinen Dienst zu stellen, ist nicht dazu bestimmt in der Geschichte fortzuleben. Sitzung der Stadtverordneten am 11. Januar 1900. Anwesend Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi, Grüneberg und Wolff, von feiten der Stadtverordneten die Herren Brück, Em melius, Euler, Flett, Dr. Fuhr, Dr. Gutfleisch, Hanau, Haubach, Helfrich, Huhn, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Dr. Schäfer, Scheel, Schiele, Sch mall und Wallenfels. — Entschuldigt die Herren Stadtverordneten Faber, Dr. Gaffky, Grünewald, Heichelheim und Heyligenstaedt. Herr Oberbürgermeister Gnauth eröffnete die Sitzung mit folgender Ansprache: Die Sitzung ist eröffnet, die erste im Jahre 1900, die erste aber auch, nachdem ein volles Dierteljahrhundert verflossen seit Inkrafttreten der Städteordnung, seit auS dem alten Gemeinderat die neue Stadtverordneten Versammlung geworden, und bei diesem Anlaß Sie, verehrter Herr Kollege Scheel, in die städtische Vertretung etngetreten. Der Erinnerung an dieses Amtsjubtläum wie dem Dank unserer Stadt für Ihre seitherige Thätigkeit soll der Blumenschmuck Ihres Platzes Ausdruck geben, einen umso herzlichen Ausdruck, als ja im allgemeinen die Wirksamkeit in der Gemeindevertretung dem einzelnen nur selten Blumen streut. Es ist bezeichnend für die RaschlebigkUt unserer Zeit, daß von den 18 im Jahre 1874 gewählten Stadtverordneten nur einer noch im Dienste ist, der jüngste fast der damals Gewählten, eben unser Herr Kollege Scheel; umso erfreulicher für ihn und uns ist danach die Thatsache, daß in dieser ganzm Zeit ihm das Vertrauen der Wählerschaft treu geblirben, doppelt ehrenvoll für ihn und für seine Wähler, wenn man bedenkt, daß gerade er auch im gegebenen Fall nicht sich gescheut hat, vom großen Strome abzuwetchen und unbeirrt der eigenen Ueberzeugung zu folgen. Verbietet auch die Anwesenheit unseres Jubilars, im einzelne« hier heroorzuheben die Eigenschaften, welche ganz besonders ihn befähigt haben zur erfolgreichen Thättgkeit in der Gcmkindevertretung, so darf ich das wenige doch wohl sagen: gerade die Festigkeit und Unerschrockenheit seiner Ueberzeugung, wie nicht minder fein, jedem Fortschritt und jeder Verbefferung geneigter Sinn, seine genaue Kenntnis der geschäftlichen Verhältnisse in unserer Stadt und sei« allezeit betätigter Pfl chteiser waren es, welche den Herrn Kollegen Scheel zu einem besonders wertvollen Mitglied ebenso der Stadt- verordneten-Versammlung, wie ihrer Kommissionen, so namentlich auch unserer Finanzdeputation gemacht haben. Und es war ein groß Stück Arbeit, an welcher unser Kollege unter wechselnden Verhältnissen und mit wechselnden Personen in diesem Bierteljahrhundert teilgenommen: galt es doch nach Inkrafttreten der neuen Städteordnung, nun auch der von ihr verliehenen Selbstverwaltung der Gemeinde auf den verschiedensten Gebieten den rechten Ausdruck zu geben, den nach dem großen Kriege allenthalben eingetretenen Aufschwung auch für unsere, damals noch keine 14,000 Einwohner zählende Stadt zu nützen und ihrem raschen Aufblühen folgend, auch in der städtischen Verwaltung alle Kräfte anzuspannen: Aufgaben, welche naturgemäß gerade auch an unsere Finanzdeputation besondere Anforderungen stellten. müssen, ist auch so ein Stück herübergekommenes Krämertumk Eine Fahrt mit der Stadtbahn ist heute schon so ähnlich, wie eine Viertelstunde vor einem altmodischen Guckkasten mit Neuruppiner Bilderbogen. Was taucht da alles auf vor unsere« Blicken! Schweizerlandschaften zur Empfehlung von Käse, der vielleicht i.n Pillkallen gemacht wird: Reiter, die auf einem feurigen Pferde die Vorzüge irgend einer bescheidenen Seife preisen: riesenhafte Dienstmädchen, die aus Chamisso's Burg Niedeck stammen könnten, und aus deren ewig lächelnden Gesichtern man lesen soll, daß dieser oder jener Kaffee-Ersatz der vorzüglichste sei, wenn er auch nachher keine Idee besser, als das bei unseren Großmüttern so beliebte Cichorienwasser schmeckt! Und so fort mit Grazie ohne Ende? Schlassophas, auf denen sich Personen rütteln, die ganz entschieden mit den armen Kerlen auf unseren verschollenen Jahrmarkts-Mordgeschichten verwandt sein müssen, denn blödsinniger sehen die auch nicht aus: Tiere aller Gattungen, melancholische Hunde mit herabhängender Rute, über die sich Piglhein noch im Grabe umdrehen muß: weltverachtendk Kater, die dem Beschauer den Rücken zudrehen, Eier legende Hennen, brüllende oder gähnende Kühe, den Rüssel schwingende Elefanten 2c. ?c. Und das alles um Perlebcrger Glanzwichse oder die neueste Hühneraugensalbe? Es ist geradezu fürchterlich unb wird trotz alledem mit jedem Tage schlimmer. Der selige Kieselack, der seinen Namen doch wahrlich überall genügend angeschmiert: hatte, war ein Stümper gegen unsere modernen Reklametrommler ? Und dabei behaupten die Berliner ernsthaft und selbstgefällig, daß ihre Stadt nun bald die schönste auf der ganzem Welt sei? — Nur so weiter! ... A. R. 1 am Der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege hat um Gewährung eines weiteren Beitrags nachgesucht. Unter Hinweis auf die bisher geleisteten und die ihm noch bevorstehenden Aufgaben werden in der Eingabe die Schwierigkeiten dargelegt, mit welchen der Verein finanziell zu kämpfen bat. Bisher erhielt der Verein jährlich 1000 Mk. Nach der Erklärung der Finanzdeputation rechtfertigen die neuen Aufgaben des Vereins sowohl, wie die Erweiterung seiner seitherigen Aufgaben eine weitere Unterstützung. Die Kommission empfiehlt aus den näher dargelegten Gründen eine einmalige Kapitalverwilligung zum Neubau des Schwesternhauses in der Johannesstraße; sie beantragt, aus Mitteln des Stadterweiterungsfonds 10000 Mk. zu bewilligen. Wie Herr Oberbürgermeister Gnauth darlegt, berechnet sich der Gewinn, welchen die Stadt durch Ankauf des „Wiener Hofes" und Verwertung des Geländes zu Bauplätzen erzielte, auf ca. 40000 Mk. Die günstige Verwertung des BauterrainS sei zu einem guten Teile unter Mithilfe des Allgemeinen Vereins ermöglicht worden, und dieser Gewinn rechtfertige die Ueberweisung eines Teils desselben an den genannten Verein. Die Versammlung beschloß demgemäß. Die vorliegenden Gesuche um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb mit Branntweinausschank (Jean Brunner, Ludwigs- Platz 15, Martin St ein meyer, Grünbergerstraße 24, und Joh. Altensten, Bruchstraße 12), werden nicht befürwortet. »on Spener, geboren. Durch Wort und Schrift trat er den zelotisch-dogmatischen Eiferern seiner Zeit kräftig entgegen und förderte unter rechtem Gebrauch der Bibel ein wahres, durch die That bewährtes Christentum. Spener starb am 5. Februar 1705 zu Berlin. _____________ ** Schutz den Tieren! Unter den Unbilden der gegenwärtigen Witterung leiden nicht nur die Menschen, die bei der naßkalten Luft den Schnupfen nicht los werden, sondern auch die Tiere, und nicht zum wenigsten diejenigen Tiere, über welche der Mensch herrscht. Herrschen schließt vielfache Wünsche in sich. Während der Mensch mehr oder weniger Freiheiten hat, ist das Tier abhängig vom Menschen, das Haustier sowohl, wie der Vogel in der Luft; denn immer enger zieht die Kultur ihre Kreise und beschränkt die Bewegungsfreiheit der Tiere im Freien. Deshalb sollte jeder, der eine warme Stube hat und auskömmliche Nahrung für sich und seine speziellen Lieblinge, auch der armen Tiere gedenken, welche oft nicht genügend Unterhalt finden, und oft noch dazu grausame Herren und Herrinnen haben, die Pferde und Hunde, die am Wagen stundenlang, ja tagelang gespannt, oft stillstehend, jeder Unbill des Wetters preisgegeben sind, während sich ihre Besitzer in der Kneipe gütlich thun. Diese und ähnliche Klagen sind schon so oft ausgesprochen worden, und doch ist es zu verwundern, daß das deutsche Volk am Tierschutz noch so wenig Anteil nimmt. Der Gerechte erbarmet sich seines Viehes! Muß man denn erst allemal selbst ein Tierbesitzer sein? Geht uns in Deutschland nicht alles Getier etwas an, das auf deutschem Boden sich befindet, und für uns lebt und arbeitet? Wo bleibt da das berühmte deutsche Gemüt und das deutsche Pflichtgefühl? Mit ätzendem Witz werden bisweilen sogar noch die wahren Tierfreunde verfolgt. Und manche sonst recht Kluge und Verständige thun die Bewegung damit ab, daß sie sagen: Erst müsse man sich mit *♦ GeschichtSkalerrder. (Nachdruck verboten.) Vor 265 Jahren, 13. Januar 1635, wurde zu Rappoltsweiler in Oberelsaß der erleuchtete Theologe deö 17. Jahrhunderts, Philipp Jakob (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, den 12. Januar 1900. Wegen Beleidigung ist ein Berliner Schriftsteller verklagt worden, weil er das Königshütter „Tageblatt" für bodenlos langweilig" erklärt hat. Der Termin in diesem schnurrigen Prozeß ist für den 18. Januar in Königshütte angesetzt. Man darf neugierig sein, wie sich die Schöffen des oberschlesischen Städtchens aus dieser höchst peinlichen Affäre ziehen werden, vorausgesetzt, daß sie in der Sache überhaupt zuständig sein sollten. Die Bevölkerung von Königshütte aber wird vielleicht Gelegenheit erhalten, durch Sachverständige zu erfahren, ob ihr „Tageblatt" langweilig ist oder nicht. „T o d es kr e uz u n g e n" in New-York. Das Ueberschreiten der verkehrsreichsten Straßen und Plätze unserer großen Städte ist Kinderspiel im Vergleich zu dem Passieren gewisser Kreuzungen in der nordamerikanischen Metropole. Der Tod in furchtbarster Gestalt lauert auf den zerstreuten oder unvorsichtigen Fußgänger an diesen Stellen, die ber Volksmund mit dem Ausdruck „Todeskreuzungen" bezeichnet. Die zwei gefährlichsten Straßenübergänge sind am Broadway und der 14. Straße „Todeskurve" genannt, und an der 36 Straße und 6. Avenue, der „Todesecke". Am meisten gefürchtet ist die „Todeskurve", die ihren schauerlichen Namen durch eine Reihe von gräßlichen Unglücksfüllen erwarb. Ehe die um die Ecke sausenden elektrischen Straßenbahnwagen mit dem gegenwärtigen Greifapparat versehen wurden der es ermöglicht, die Schnelligkeit bei dem Um- der Kurve zu mäßigen, ereignete sich an dieser Stelle fast täglich em Unfall. Der alte Mechanismus der Cars gestattete em Vermindern der Fahrgeschwindigkeit ft .sobald der Grerfapparat das Kabel in der Kurve einmal losgelasten hatte, konnte er es nicht wieder packen und es entstanden dann immer langweilige Blo- kaden. Um das zu vermeiden, flogen die Ears in fast rasendem Tenipo um die Ecke und wehe dem Unseligen der nhhnrnf1 kam. Selbst jetzt, mit dem neuen Greif- Morat, bleibt die Kurve noch immer äußerst gefährlich. Alle -0 Sekunden sausen Cars in entgegengesetzter Richtung um die Ecke und überraschen dabei' selbst den ^^brksamsten Fußgänger. Das Getöse der Glocken die Schrie der „Gripmen" und Zuschauer, die Rufe der Fuhr- eute bewirken eme enorme Konfusion. Tie Todeskurve ist die Szene manches blutigen Unglücks und manches Heldenstücks gewesen. Dort wurde Polizist Irving Haugh- taling auf Posten getötet. Er war im Begriff, inmitten des Höllenlärms zwei Frauen über die Straße zu leiten. Diese blieben plötzlich erschreckt stehen und stießen dadurch ihren Schützer zurück und direkt vor eine schnellfahrende Car. Er wurde tot aufgehoben. Noch verschiedene andere Polizisten hauchten dort in treuer Pflichterfüllung ihr Seben aus oder mußten schwer verletzt fortgetragen werden. Die gewandtesten und umsichtigsten Schutzleute s^ts an dieser Kreuzung auf Posten und werden bei Regulierung des Verkehrs durch besonders dazu Angestellte der Car-Company unterstützt. Aber selbst die größte Aufmerksamkeit dieser pflichteifrigen Beamte» kann der Todeskurve nicht ihren Schrecken rauben. Die sogenannte „Hoodoo - Strecke" (Unglücks - Strecke) von der 6. Avenue und 30. Straße bis zur „Todesecke" an ber 36. Straße ist nicht minder berüchtigt wegen ihrer Unfälle. Hier fanden kurz nacheinander mehrere in New-York sehr bekannte Persönlichkeiten ihren Tod. In dem Polizeisergeanten Sexton, V'er dort postiert ist, einem baumlangen, breitschulterigen Manne, sehen die Passanten der Straße ihren Schutzengel. Nur seiner eisernen Ruhe und seltenen Geistesgegenwart verdankt der Beamte es, daß er bei der Rettung von einigen 500 Personen täglich immer noch glücklich dem Rachen des Todes entschlüpft ist. Auch am Broadway und der 23. Straße haben bfc beherzten Blauröcke tüchtig zu thun, um die Fußgänger vor Gefahr zu schützen. Von 5 bis 7 Uhr abends ist der Verkehr am schlimmsten und in dieser Zeit ereignen sich meisten Unfälle. An dieser Stelle wurde auch ber Millionär-Spiritist Henry Newton burch ein Kabelcar ins ?buseits befördert. Die größte Arbeit machen ben Hütern oer öffentlichen Sicherheit bie Fremben, aveil sie blinb in bie Gefahr hineinlaufen, währenb der^.Aew-Yorker im Grunde genommen sehr vorsichtig ist. Der uniformierte „Schutzengel" an ber 6. Avenue und 23. Straße hat es auch nicht leicht unb muß oft bie Hilfe eines ober mehrerer Kollegen in Anspruch nehmen. Am meisten machen ihm me vom „Shopping" zurückkehrenben Damen zu schaffen, die gewöhnlich fo in ihre Gespräche über ihre Einkäufe vertieft sind, daß sie weder auf die elektrischen Cars noch die Droschken, Automobilen oder Lastwagen achten. KW LW -MensW Mi Jeu« “ >-» 1111 bet ® ¥©obnung SÄ" ’*!’ «lei»»«»! Sau ... ■* ein* f "T von einem ■yb erlitt eine I «® Mt abi#’ Hie heule Win «ine unbekannte, all üiyhöttnbt Man mhrcrt Tage nn W Wsgericht mürbe ] Puditzt. • W, IO.® uit w. ' Den nid)t MiM gebracht. Nach £ ' liches Iagbchen ir a. Aus de« ei nmrftänbi:fe Nnbandes Mlai yi Fritzlar einen 1 hrn. Landrat Sto rar interne Angele ber Ort für ba9 welchem D btrtih ttrbtn. - Sinin tr Tage Herr Baran Di ^txbe halte mährend T ieM W deni Pf 1'serd infoWDn । ^ron sah ßch solged zv lassen. - Jnsolc d'-sseiligen Greife ho svckt. M die Uanb1 pÜblich. Seit einige M im Gange und i bn Handel gebracht, »iibrige Preise gezah' w. Ireyia, 10. Landrat und itl ™ hem nahe gelt Lenzenden Gemarkun 9'"Strti $tlbtr M ba 10 5Qf(ll 'chen Mtsjajt« »rttger. mb !"’9 »i- Mim «« M-kblick auf ba "'S™ bei beeifj,. dem Menschenschutz befassen Ganz recht. Aber darSb-r darf man nicht die menschlichen Pflichten gegen die Der. weit »eraeffen! Wer für Stere kein Herz hat, der hat e« sicherlich auch für Menschen nicht! Wer gletchgrltig an der No, der Tiere vorübergeht, hat auch für Menschennot keine rettende Hand. Darum, Ihr alle, dre Ihr ein warmes, edles Herz habt, vergeßt bie Tiere nicht, sondern nehmt Euch ihrer an. * e •• Wie habe ich die Wohnung beim Auszuge dem Wirte ru übergeben, Hierüber hat enbgilttg das Reichsgericht entschieden, indem es in einem Streitfälle über diese Frage festsetzte: Wenn es in den Mietsverträgen heißt, daß der Mieter die Wohnung so zu übergeben habe, wie sie von ihm übernommen worden sei, so ist dies immer mit dem Zusatz zu verstehen: „soweit sie nicht durch ordnungsmäßigen Gebrauch abgenutzt oder abgewohnt ist". Der Mieter hat nur allen durch „unpflegliche- Benutzung verursachten Schaden zu ersetzen. So hat er u. a. abgerissene oder mit Schmutz oder Fettflecken besudelte Tapeten repariere» und zerbrochene Fensterscheiben wieder herstellen zu lasse», verlorene Schlüssel muß er durch neue wieder ersetzen; dagegen braucht er für abgelaufene Dielen, durchgebrannte Ofenrohre, zersprungene Ofenplatten, schadhafte Schlöffer und Thürklinken nicht aufzukommen. Nur wenn sie durch gewaltsames oder fahrlässiges Behandeln ruiniert oder beschädigt worden sind, muß sie der Mieter in Stand setzen. Der Mieter hat die Mietslokalitäten vollständig zu räume» und die Schlüsiel dem Wirt oder Verwalter zu übergebe». So lange dieses nicht geschehen, setzt er den Mietsvertrag fort und muß den Mietspreis weiter bezahlen. Ferner hat der Mieter beim Auszuge die Wohnung dem Wirt oder Verwalter gereinigt, d. h. „besenrein-, zu übergeben. Eine besondere Reinigung der Fensterscheiben, Thüren, Wände u. s. w. ist nicht Verpflichtung. - Nidda, 7. Januar. Das Gasthaus „zum Stern" hier wurde von Ludwig Schmidt in Friedberg für den Preis von 27 000 Mk. angekauft, und hat derselbe bereits am 1. Januar seinen Besitz angetreten. Der seitherige Besitzer, Georg Kraft, übernimmt eine gut dotierte (Stellung als Braumeister in Caracas (Hauptstadt der südamerikanischen Republik Venezuela) und siedelt bereit- in den nächsten Tagen mit Familie dahin über. §§ Herchenhain, 10. Januar. Die hier vor einiger Zeit aufgegebene Filiale der Zigarrenfabriktaion Bierman» u. B i e ß n e r aus Hamburg soll wieder ausgenommen werde«. Herr Kaufmann Seb. Weidner hier /will den Betrieb weiterführen, und nächste Woche sollen die Arbeiterinne« wieder ihre Beschäftigung ausnehmen. A Lauterbach, 11. Januar. Eine recht unliebsame Entdeckung machte neuerdings der von hier stammende, aber schon seit 34 Jahren zu Griesheim am Main beschäftigte 52 jährige Arbeiter Johannes Schwarz. Derselbe galt nämlich bisher in den Augen der Behörden für eine» schwerbestraften Verbrecher, der schon wiederholt im Zuchthaus gesessen. Schwarz erfuhr erst jetzt hiervon und war natürlich über diese uüa-tgenehme Uebei« raschung mit Recht empört, zumal er, abgesehen von 6 Tagan Hast, noch niemals Freiheitsstrafen zu verbüßen hatte. Die Strafreihe war aber im Strafregister seiner hiesigen HeimatS- behörde eingetragen und mußte somit auch von irgend jemand verbüßt worden sein. Dieser Unbekannte wurde nun in der Person des 53 jährigen, unverbesserlichen Diebes und Stromers Johanne- Reul von hier ermittelt, welcher nach eigenem Geständnisse schon seit 25 Jahren unter der Flagge des Schwarz vagabundierte und sich auch unter dessen Namen vielfach verurteilen ließ. Gegenwärtig sitzt JtN M>erli($en nutzst . ^aurei Nh k bteivz, ^6 btn 26 u* 1>I°' $? -tt°ße 6f2 Stelle «blird,rf"6i? rbeil ma£(it i * elnde^^^dorkcl' w» *• ab-r er wieder im Zuchthaus und wird sich nächstens wegen Namensmißbrauchs abermals zu verantworten haben. "Zu seiner Rechtfertigung gibt er an, er habe „nicht geheiratet sein wollen''. Ein Frauenzimmer habe es auf ihn abgesehen und dieses sollte ihn nicht wieder finden. Es ist dies jedenfalls eine ganz seltsame Art, sich den Annäherungsversuchen einer liebeglühenden Schönen zu ent« ziehen, und gerade dieses Moment verleiht dem entdeckten Namensmißbrauch die heitere Seite. «unzenau (Kreis Lauterbach), 9. Januar. Heute nach- mittaq gegen 2 Uhr brach auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise in der Hofraite des Land- und Gastwirts Heinrich Greb hier Feuer aus. Das Feuer konnte so ziemlich auf seinen Herd beschränkt werden, da nur Scheuer und Wohnhaus (in einem Gebäude) abbrannten, dagegen die Stallungen mit dem darüber erbauten Saal unversehrt blieben. Das Feuer ist in der Scheuer entstanden und hat infolge der vielen Futtervorräte rasch um sich gegriffen und die anhängende Wohnung mit sehr niedriger Zimmereinrichtung erfaßt, sodaß die Bewohner sich durch die Fenster retten mußte«. △ Klein-Krotzenburg, 11. Januar. Der 20jährige Pflasterer Ludwig Sauer dahier, war vorgestern im hiesigen Gemeindewalde mit Holzfällen beschäftigt und wurde bei der Arbeit von einer um stürzenden Tanne getroffen. Er erlitt einen doppelten Bruch des rechten Beines und mußte nach dem Hanauer Kreiskrankenhause verbracht werden. — Der verheiratete Ziegeleibesitzer Adam Bl^möhr aus unserer Nachbargemeinde Hainstadt erhielt von einem seiner Pferde einen Huf tritt an den Kops 'und erlitt eine schwere Verletzung, deren Folgen noch nicht abzusehen sind. O Seligenstadt, 11. Januar. Ein hiesiger Fischer entdeckte heute gegen abend beim Emaillierwerke im Maine eine unbekannte, allem Anscheine nach dem Arbeiterstande angehörende Mannesleiche. Dieselbe scheint schon mehrere Tage im Wasser gelegen zu haben. Das hiesige Amtsgericht wurde sofort von dem Leichenfunde verständigt. • Eastel, 10.Januar. Bei einer großen Tfieibjagd, die man gestern in der Gemarkung Wabern abhielt, wurden nicht weniger als 197 Hasen und ein Fuchs zur Strecke gebracht. Nach Schluß der Jagd fand ein gemeinschaftliches Jagdessen im Gasthof „Zum König von Preußen" statt. m. Aus de« Kreise Fritzlar, 11. Januar. Die Vereinsvorstände her Kriegervereine des Kreis-Krieger- Verbandes FrMar werden am 20. d. Mts. im Stadthause zu Fritzlar einen Delegiertentag unter dem Vorsitz des Hrn. Landrat Stoeldechen abhalten. Zur Beratung werden nur interne Angelegenheiten gelangen, und soll u. a. auch der Ort für das diesjährige abzuhaltende Bereinsfest, zu welchem sich bereits mehrere Vereine gemeldet, bestimmt werden. — Einen empfindlichen Schaden erlitt dieser Tage Herr Baron von Gilsa in Gilsa. Eines seiner besten Pferde hatte während der Nacht die Krippe heruntergerissen. Dieselbe fies, hegt Pferde auf das Bein, und erlitt das Pferd infolgedessen einen komplizierten Beinbruch. Herr Baron sah sich folgedessen genötigt, das Pferd tot schießen zu lassen. — Infolge der langanhaltenden Sperre im biedfettigen Kreise hatte der Viehhandel gänzlich gestockt. Für die Landwirte war dies besonders recht em- psindlich. Seit einigen Tagen ist der Handel wieder recht flott im Gange und wird besonders recht viel Fettvieh in beit Handel gebracht. Leider aber werden für dasselbe sehr niedrige Preise gezahlt. m. Treysa, 10. Januar. Gestern veranstaltete der Sönigl. Landrat und Kammerherr Herr Baron v. Schwert- zell in dem nahe gelegenen Walde „Hardt" und in den an» grenzenden Gemarkungen Treysa und Nommershausen ein größeres Feldtreiben. Das Resultat war ein günstiges, da 70 Hasen zur Strecke gebracht wurden. — In ber ersten diesjährigen Generalversammlung des Lrieger- und Landwehrvereins fand zur Erinnerung an die Jahrhundertwende eine Feier statt, in welcher leim Rückblick auf das verflossene Jahrhundert der Segnungen des deutschen Volkes gebührend gedacht wurde. 3 L- , vv i "o r .Mi \ G 2 5^ I5IMBULWHAW s Die Stellung der Buren und Engländer in Ladysmith. M.t! M w .■'ÄÄte-vjj- r mj i wie WEPWORTft HU5^6L Der Entscheidungskampf um Ladysmith scheint begonnen zu haben, deshalb wird unseren Lesern ein genauer Situationsplan über die gegenwärtige Stellung angenehm sein. In unserer beifolgenden Karte sind die Stellungen der Buren mit arabischen Ziffern, die der Engländer mit großen lateinischen Buchstaben bezeichnet. Die Buren haben folgende Punkte inne: 1. Pepworth-Hügel nördlich von Ladysmith, mit einer Creuzot 6-Zoll - Kanone (Long Tom) armiert (Tragkraft 6000 Meter). Außerdem stehen hier zwei Zwölspfünder und zwei 75 mm Schnellfeuerkottonen. 2. Jsimbulwhana Hügel. Eine 6 zöllige Creuzotkanone (Long-Tom) mit Tragkraft von 7500 Meter. 3. Surprise Hügel. Eine französische Haubitze mit zirka 4000 Meter Tragkraft. 4. Lombards-Kop in gleicher Weise armiert. In dem Thal zwischen Pepworth-Hügel und Surprise- Hügel haben die Buren zwei Gebirgsgeschütze aufgestellt, die sie bei Nicholsons-Nek erbeutet haben, außerdem stehen in dem Thal zwischen Lombards-Kop und dem Jsimbulwhana- Hügel drei Feldgeschütze und zwei 75 mm Gebirgskanonen. Auf den Kopjes, westlich von Der Stadt, haben die Buren Feldgeschütze, Schnellfeuergeschütze und eine Maximsche Dynamitkanone aufgestellt. Die Stellungen der Engländer sind folgende: A. Das Devonshire Regiment. B. Liverpool Regiment. C. und D. Gloucester Regiment und 1 Schiffsgeschütz. E. Leicester Regiment und 3 Schiffsgeschütze unter Kapitän Lamdton. Außerdem nehmen die Engländer die übrigen bezeichneten Stellungen ein. Die berühmten Gordon Highlanders bei M. Außer den Schiffsgeschützen verfügt Sir George White über 36 Feldgeschütze, einige Hotchkiß-Kanonett, zwei Gebirgs- und einige Maximgeschütze. Wechsel-Bordrucke nach dem 1. Januar 1900. Der Vorstand des A l l g e m e i n e n D e u t s ch e n Sprachvereins hat sich veranlaßt gesehen, folgende Vorschläge zu, empfehlen, denen auch wir vollständig beipflichten: Wechsel- Vordruckenach dem 1. Januar 1900. „Mit der Blenderung der Jahrhundertzahl am 1. Januar tritt für viele deutsche Kaufleute die Notwendigkeit ein, sich neue Vordrucke für ihre Wechsel anzuschaffen. Die bisherigen Vordrucke mit den Zahlen „18" oder „189" können nicht mehr benutzt werden, da die Reichsbank und die anderen großen Banken Berichtigung der Jahreszahl durch Schrift oder Ueberdrucke nicht gestatten. Es ist nun sehr wünschenswert und jeder deutsche Kaufmann wird gern dazu beitragen, aus dem Wechselvordrucke bei Gelegenheit des Neudruckes die bisherigen überflüssigen und teilweise fehlerhaften Bestimmungen fortzulassen, und Fremdwörter, wo t* angeht, durch gute deutsche Ausdrücke zu ersetzen. Wir überreichen, zu diesem Zwecke einige Muster für Vordrucke, die den Vorschriften der Wechselordnung und den Anforderungen der Reichsbank entsprechen, und empfehlen diese dem geehrten Handelsstande zur Benutzung je nach Wunsch und Bedürfnis. Dabei wollen wir bemerken, das? Muster 1 in seiner knappen Fassung für den gewöhnlichen deutschen Verkehr durchaus genügt, da alles Wesentliche zur Giltigkeit eines Wechsels in dem Wortlaute enthalten ist. Die Bemerkungen: „Wert ebyglten", „und stellen es auf Rechnung", „laut Bericht" sind ganz überflüssig. Sollten diese Bestimmungen doch gewünscht werden, entweder «u» alter Gewohnheit, oder weil sie im Verkehre mit anderen Länder» üblich find, so müssen sie wenigstens gut ausgedrückt'werden, wie dieses in den Mustern 2, 3, 4 geschehen und so, oder in ähnlicher Fassung, leicht möglich ist". Fällig am 19 in r-5 , den 19 Mark i.= EE Am zahlen Sie — *) für diesen Wechsel 'S L uns 3 Mark —- " Herr Mr. =~~ in •) Das Zutreffende darf nur gedruckt werden Fällig am a- in f-J , AiFE 19 Mark tji h. jshr. in der grossen Aula der Universität zu Giessen. Erster Abend Freitag den 12. Januar 1900, abends 8 Uhr. Mitwirkende: Frau Julia Uzielli (Sopran), Herren Univ.-Musikdirektor G. Trautmann (Klavier), Adolph Rebner (Violine), Johannes Hegar (Cello) aus Frankfurt a. M. Programm. von Beethoven. „ Schubert. „ Brahma. „ Mozart. n Brahma. q Strauss. „ d’Albert. _ Dvdräk. 0109] Meiner werten Kundschaft zur gefl. Kenntnis, daß sich mein Geschäft nicht mehr SelterSweg 33, sondern Selterswcg 37 besindet. Lisa Fischer, Modes. )m Maschen und tzlauftiigela in und außer dem Hause empfiehlt sich 0105 Anna Laucht, Asterweg 17. 1. Trio für Klavier, Violine und Violoncell, op. I8, C-moll 2. Lieder: a) Pause .............. b) An ein Veilchen, o) Ständchen..... 8. Solostücke für Violine: a) Adagio........ b) Ungarische Tänze . . . . 4. Lieder: a) Allerseelen, b) Traum durch die Dämmerung c) Frühlingsnacht, d) Heimliche Aufforderung . 5. Dumky-Trio für Klavier, Violine und Violoncell, op. 90 . Tüchtiger Pferdeknecht ofort oder später gelucht. 0128 I. Kahl, Frankfurterstraße 151. Ordentliche Hauptversammlung Sonntag den 14. Januar d. I., abends 8V< Nhr. TageS'Ordnung: Empfehle frisches Mastgeflügel A. Steinreich, Neben -en Marktlauben. Tüchtigem Inspektor ist Gelegenheit geboten, stch durch Uebernahme der General-Agentur einer Lebens, Volks, und Aussteuer -BerficherungS» Gesellschaft selbstständig zu machen. Geschäftsverkehr mit Direktion. Kaution nicht erforderlich. — Offerten unter A. 371 an die Expedition dieses Blattes. Firmen a.Gtastmchßübellall.Alt liefert billigst und schnellstens Emil Wagner, W Gesucht ein besseres Mädchen, weiches kochen kann und die Hausarbeit versteht. Eintritt sofort oder Mitte Januar. 172 Westanlage 35, III. 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