1900 150. Jahrgang Mittwoch den 12. Dezember Rr. Z9 E Zweites Blatt Amts- und Anzeigebltttt für den TLveis Gieren Kreuzplatz. tauft zu Deznqsprets vierkeljahrl. Mk. 2,99 monatlich 75 Pfg. mit Bringerloha; durch die AvholestelleW vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-DermittlungSstellen deS In- und AuSlaudet nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger enlgeg«. ZeUenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Iteteftto«, Expedition und Druckerei: -4»kßr«t- Nr. 7. osenträger ei empfieHt billigst I»»atz»r »en Anzeigen zu der nachmittags für de» fNGMd« Lag erscheinenden Nummer bi» vorm. 10 Uhr. »Gestellungen spätestens ebtnbl vorher. den Geschmack deS Würdigen. Frl. Fischer als Therese war von liebenswürdiger Lebendigkeit im Spiel und gesanglich von sicherster Grazie. Herrn M a n t l e r s prächtiger Bramarbas Bombardon zeigte den Sänger im Vollbesitz seines reichen Materials und war darstellerisch eine Leistung von hervorragender Charakterisierungskraft. Herrn Pichlers Spiel und Gesang sind voll entwickelt; er wie Herr Brinkmann fügten sich annehmbar dem Gesamtbilde an, das unter vorzüglicher Regie außerordentlich belebt war. Auch der Chor machte gesanglich und namentlich im guten und leicht und frei bewegten Zusammenspiel den allerbesten Eindruck. — Als kleine pikante Vorgabe, wie man sie zu einem guten Mahle gern hat, gelangte Offenbachs „Der Ehemann vor der Thür" zur Aufführung, ein graziöses Satirspiel, durchströmt von musikalischem Humor, so elegant, so liebenswürdig und neckisch, wie nur irgend eine der älteren Arbeiten des großen musikalischen Karikaturenzeichners. Hier hat sich der burleske Zug seines Schaffens noch nicht zur treibenden Kraft der Komödie ausgewachsen, den Uebermut halten noch die Grazien im Zügel. Das Textbuch ist freilich auf einer Handlung aufgebaut, die nach unseren modernen Anschauungen ein wenig lahm erscheint, eine Pikant pointierte Anekdote,- die als parodierende Parallele Chnstbimm n ssoßes Lager in fdjönr m defindct sich im Kchiz. Gratisbeilage«: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, DlStter für hessische Volkskunde._______________ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieß«. Fernsprecher Nr. 51. Der Krieg in China. Die Verzögerung in der Unterzeichnung und Zustellung der Kollektivnote der Mächte ist auf den Umstand zurückzuführen, daß der englische Gesandte noch keine Instruktion von seiner Regierung erhalten hat. Di« andern Mächte haben sich bezüglich der Friedenspräliminarien und bezüglich der Abfassung der an die chinesische Regierung zu richtenden Note verständigt. Sobald der englische Gesandte im Besitz der von ,hm er- bettncn Instruktion sein wird, treten die Gesandten von neuem zusammen, England müßte denn eine Aenderung verlangen oder eine andere Macht eine vollständig neue Forderung aufstellen. In dieser S'tzung wird gegebenenfalls die Note unterzeichnet und dann sofort den chinesischen Bevollmächtigten zugestellt werden. In dieser Beziehung hat sich ein Zweifel erhoben, ob die Vollmachten der Vertreter der chinesischen Regierung ausreichend sind. LiHung-Tschang und Prinz Tsching haben nicht etwa eine schriftliche Ausfertigung des Ediktes erhalten, durch das sie zu Bevollmächtigten ernannt worden sind. Man zweifelt nicht an der Dichtigkeit ihrer Bestellung, aber sie sind nicht in der Lage, einen amtlichen Ausweis vorzulegen. Sie geben an, daß sie telegraphisch mit ihrem Mandat betraut worden find. Die Gesandten behaupten, daß die Art und Weise ihrer Ernennung unzulänglich ist, während Li Hung Tschang nnb Prinz Tsching behaupten, daß es in China nicht Gepflogenheit ist, einem Regierungs-Kommiffar genau definierte Edikte zuzustellen. Die Ernennung an und für sich müßte als genügende Garantie betrachtet werden. Li Hung-Tschang nbot fich, eine amtliche Bescheinigung darüber auszustellen, daß Ohm Krüger. Haag, 10. Dezember. Eine Abordnung des Alldeutschen Verbandes inbcr Führung der Abg. Dr. Hasse und Lehr, die zur Begrüßung des Präsidenten Krüger hier eingetroffen waren, wurden von Krüger empfangen. Dr. Haffe erklärte, daß der Alldeutsche Verband und das gesamte deutsche Volk von de» gleichen Gefühlen der Trauer und der Bitterkeit wegen der Unterbrechung der Reise des Präsidenten Krüger in Deutschland erfüllt sei. Aus Petersburg ist Krüger mitgeteilt worden, man sehe fich zu seinem lebhaftesten Bedauern nicht in der Lage, ihn jetzt zu empfangen. Krüger beabfichtigte im Januar nach Petersburg zu kommen. Als er nach dieser Antwort anfragte, ob er vielleicht später werde empfangen werden, wurde noch energischer abgewinkt. Telegramme deS Gietzener Anzeiger-. Haag, 11. Dezember. Krüger hatte gestern eine 20 Minuten dauernde Unterredung mit dem Minister des «uswärtigen, de Beaufort, und dem Finanzminister Pierson. Haag, 11. Dezember. Nach dem Empfang bei dem Präsidenten Krüger begab sich die Abordnung deS All- dentschen Verbandes vor das königliche Palais, wo nach einer Ansprache des ReichStagsabg. Dr. Hasse ein Hoch auf die Königin Wilhelmine ausgebracht wurde. A. Reinig Optische Waaren i Giesser i Seilers w/1 B Prinz Tsching wirklich zum Bevollwächttigten ernannt worden ist, dann sollte Prinz Tsching seinerseits die gleiche Bescheinigung inbetreff Li-Hung Tschang ausstellen. Dieses Anerbieten wurde selbstverständlich ohne weiteres von den Gesandten abgelehut. Schließlich erklärte sich Li-Hung-Tschang bereit, Beglaubigungsschreiben vom Hofe zu verlangen. Er erklärte aber zugleich, daß bei der Flucht des chinesischen Hofes aus Peking das große kaiserliche Siegel in der heiligen Stadt zurückgelassen worden sei und daß dieses Siegel dem Hofe wieder zugestellt werden müßte, um gültige Vollmachten ausstellen zu können. Die Entscheidung über diese Frage wurde Vorbehalten, da es zweifelhaft erscheint, ob das kaiserliche Siegel in der heiligen Stadt noch aufgefunden werden kann und nicht vielleicht bei den Plünderungen verloren gegangen ist. Diese Unregelmäßigkeit in der Ausstellung der Vollmachten kann eine Verzögerung in der Anknüpfung der offiziellen Friedensverhandlungen zur Folge haben, nicht aber eine solche in der Zustellung der Präliminar-Bedingungen, die dem Hofe in etwa 18 Tagen durch einen Kurier zugestellt werden können. Die Entfernung Tungfuhsiangs vom Oberbefehl über die Truppen, die die Umgebung des Hofes bilden, wird von den Gesandten als ein bedeutungsvoller Schritt angesehen, der den Wunsch der Regierung beweist, sich mit den Gesandten zu verständigen. Was die Frage der Gesandtschaftsgebäude angeht, so ist geplant, daß sie alle auf einem etwa eine englische Quadratmeile großen Gebiet westlich der Tartarenstadt entrichtet werden sollen, jedes Gebäude soll Eigentum der Regierung sein, die es benutzt. Das Ganze soll von einem Wallgraben mit Zugbrücken umgeben und von einer internationalen Wachmannschaft besetzt sein, die ausreicht, um grgen eine Wiederkehr der Angriffe .Schutz zu gewähren. Außer den Clubs der Ausländer sollen sonst keine Gebäude innerhalb dieser Umwallung zugelassen werden. Eine Depesche der „Daily News" aus Schanghai meldet, in einem Artikel über die letzte Aangtsereise des Admirals Seymour sage der Ostasiatische Lloyd, Admiral Seymour habe Tschangtschitung keinen Zweifel darüber gelassen, daß England und Deutschland in dieser Frage zusammenwirkten und hier ihre Interessen in allen Punkten dieselben seien. Das Blatt, das früher den Bewegungen Seymours auf dem Jangtse mißtrauisch gegenüberstand, sei jetzt überzeugt, daß dies Mißtrauen unbegründet sei. Der bisherige deutsche Militäratachö in Petersburg, Major L a u e n st e i n, ist zum Stabe des Oberkommandierenden in China, Feldmarschalls Grafen Waldersee, kommandiert worden und reist am ll.ds. von Genua nach Ostasieu ab. Der Musketier Frese aus Helsen in Waldeck vom 2. ostasiatischen Jnf.-Regiment ist laut Mitteilung der Militärbehörde in Peking von einem Kameraden in fahrlässiger Weise erschossen worden. Aus Sh angai wird gemeldet: Auf Befehl des Grafen Waldersee wurde der Sekretär Lihungtschangs, namens Jiko, ein Mandschu, unter dec Beschuldigung verhaftet, daß er mit den Boxern in Verbindung stehe. Die von den englischen Soldaten in Paotingfu erAusland. London, 10.Dezember. Unterhaus. Bartley (kons.) bringt einen Antrag ein, worin dem Bedauer» darüber Ausdruck gegeben wird, daß so viele Mitglieder der Familie Salisbury in dem jetzigen Ministerinm Aemter erhalten haben, da dies sich mit den Interessen des öffentlichen Dienstes nicht vereinbaren laffe. Der erste Lord des Schatzes, Balfour, erwidert, es sei nur ein Mitglied der Familie Salisbury im jetzigen Ministerium, das nicht in dem vorhergehenden war. Das Land habe viermal Salisbury mit der Aufgabe betraut, die Regierung zusammenzusetzen. Dies zeige, daß das Land Vertrauen zu den Fähigkeiten Salisburys habe, die verantwortungsvolle Aufgabe durchzuführen. Der Antrag wurde sodann mit 220 gegen 128 Stimmen verworfen. Marseille, 10. Dezember. Meyerbach, der Adju- Erschein 1»«N4 eit lulnabme dcS BlentagS. Dir Gießener »a*tH<»irätt;r ■erben dem Anzeiger t« »echfel mit „Hrfi. lanbteirt* u. „Slotter Hi tzeff. Volkskunde" »Hchtl. 4 »al beigelegt. beutete Summe von 65000 Taels wurde von dem englischen Gesandten Wohlthätigkeits-Anstalten überwiesen. — In Peking ist der erste Eisenbahnzug von Tientsin am 6. Dezember eingetroffen. Für daS Publikum wird die Linie wieder vom 15. Dezember ab benutzt werden können. In den südlichen Teilen Chinas werden in der letzten Zeit bedeutende Vorräte von Waffen und Munition für Rechnung der chinesischen Regierung namentlich von deutscher und englischer Seite eingeführt. Die Russen haben den chinesischen Behörden mitgeteilt, daß die Empörung in den drei östlichen Provinzen der Mandschurei durch die russischen Truppen unterdrückt worden ist. Die russische Note besagt dann weiter, daß Rußland alle seine Truppen aus dieser Gegend zurückziehen werde mit Ausnahme von etwa 5000 Mann, die zur Bewachung der Eisenbahnlinie erforderlich erscheinen. * Telegramm deS Gießener Anzeigers. Wilhelmshaven, 11. Dezember. Generalmajor von Hopfner meldet: Gefreiter Bessemeyer und Seesoldrt Winkler vom 2. See-Bataillon sind gestorben. Washington, 11. Dezember. Das Kriegsministerium erklärt, daß die Haltung, die General Chaffee zurzeit dem Feldmarschall von Waldersee gegenüber beobachtet, genau den Instruktionen entspricht, die ihm unter dem 30. Juni und 19. Juli ds. Js. gegeben worden sind. In diesen Instruktionen ist gesagt, daß Chaffee keinen Anordnungen desOberbefehlshabers der verbündeten Truppen Folge zu leisten habe, welche die Unabhängigkeit der amerikanischen Truppen in Frage st'llen können. Das amerikanische Kriegsministerium hat weiter erklärt, daß es dem Grafen Waldersee die Eigenschaft eines Oberbefehlshabers zwar zuerkennen wolle, aber unter der ausdrücklichen Bedingung, daß der Feldmarschall nur im Falle einer gemeinsamen Expedition eine Kontrolle über die amerikanischen Truppen ausübe. Mithin ist Chaffee für die Maßregel gedeckt, die er aus eigener Initiative gegen die Plünderer ergriffen hat, welche in dem von den Amerikanern bewohnten Teil von Peking ihr Unwesen trieben. Unterhosen Hemden Strümpfe Socken Handschuhe Feuilleton. Frankfurter Opernhaus. Die 1876 erschienene Oper „Das goldene Kreuz" von dem Wiener Ignaz Brüll, dessen letz!es Werk, „Gringoire", 1892 einiges Aufsehen »achte, besitzt viel sentimentale Lyrik, namentlich im ersten Akt, ist aber trotz der etwas simpeln Handlung eine lebensvolle nette Spieloper. Und da die jüngste Zeit an erfolgreichen, durchschlagenden Opernnovitäten herzlich wenig ge- schaffen hat, so ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die neue Intendanz nach älteren Schätzen gräbt und die musikalisch wertvolleren aufs neue ans Lampenlicht zieht. — Brülls Oper wird erst im zweiten Akte recht dramatisch; neben Weinen Schwächen, zu denen namentlich einzelne Längen gehören, die wohl hätten ausgemerzt werden können, besitzt ic nicht geringe Schönheiten in musikalischer Hinsicht, die m der SamStag Aufführung voll zur Geltung gebracht wurden. Die Darstellung befriedigte durchaus. Frl. Bossen- benger, die Vertreterin der Christine, hatte mit ihrer idjUncn ernsten Stimme, die an den Klang eines Cello er- itm.ert, ihren Part sehr sauber herausgearbeitet. Sie befer rschte ihre Aufgabe vollkommen. Ihre Gesangsart hat Meßmer Anzeiger Heneral-Anzeiger zum „Goldenen Kreuz", in dem der junge Ehemann am Tage seiner Hochzeit zum Militär ausgehoben werden soll, aufgefaßt werden könnte und wohl aus diesem Grunde auch mit dem Brüll'schen Werke für diesen Abend vereint wurde. Der Ehemann ist bei Offenbach am Abend seiner Hochzeit vor die verschlossene Thür seiner jungen Frau placiert, während diese auf dem noch immer recht ungewöhnlichen Wege durch den Kamin der Besuch eines sich vor seinen Gläubigern flüchtenden jungen Mannes von höchst unglaublicher Harmlosigkeit erhält. Die tausend Nöten, die aus dieser Situation von den Textbüchlern geschaffen wurden, hat Offenbach mit entzückender Schadenfreude so lustig in Musik gesetzt, daß wohl alle Zeit ihr helles Vergnügen an ihnen haben wird. Ungemein komisch war der im blendend hellen Anzuge aus dem russigen Kamin herausrutschende Herr Hauck, ein höchst kuriöses männliches Gegenstück zur Venus Anadyomene. Frl. Navarra war eine sehr anmutige, darstellerisch und gesanglich feine Vertreterin der jungen Frau, und Frl. Jenny Fischer als Susette von bekannter Munterkeit, wenn auch vielleicht nicht ganz von rechtem Geschick. Den unglücklichen „Ehemann vor der Thür" sang Herr Brinkmann bestens. -o. M Bettstelle !1 Sin neues SchaM tWV- ur» ,-.i ttrfaiMJwü--- taut des Präsidenten Steijn, ist hier eingetroffen. Er erklärte einem Berichterstatter, daß er sich mit einer diplomatischen Sendung des Präsidenten Steijn zu Krüger begebe. Er betonte, die militärische Organisation Transvaals uud des Oranjefreistaates seien niemals so vollkommen und so ausgezelch- net gewesen wie gegenwärtig, und niemals sei man weiter entfernt davon gewesen, sich zu unterwerfen. Steijn habe den Sitz der Regierung in FourteSburg aufgeschlagen, die Thätigkeit der Behörden gestalte sich wie gewöhnlich. Die moralische Wirkung der Verwaltung verbreite sich mehr und mehr in der Kopkolonie unter der Afrikanderbevölkerung. Die von den englischen Soldaten verübten Grausamkeiten empörten die öffentliche Meinung. Die Buren seien entschlossen, sich nur auf einen Frieden einzulassen, der die Unabhängigkeit und Autonomie der beiden Republiken gewährleiste. Man wolle ein stehendes Heer beibehalten; werde dies verweigert, so würde man bis zum Tode kämpfen. Meyerbach erklärte schließlich, der Krüger bewilligte Urlaub werde sich höchstens auf sechs Monate erstrecken. Meyerbach begiebt sich von hier nach Paris, wo er von Krüger -Weisungen erwartet. Pilsen, 10. Dezember. DaS deutsch - fortschrittliche »Pils. Tagebl." wurde wegen Abdrucks von Brief.en Bismarcks an seine Braut von der k. k. Staatsanwalt« schäft mit Beschlag belegt, weil diese Briefe Abneigung gegen Oesterreich bekunden. Livadia, 10. Dezember. Der Kaiser verbrachte die letzten 24 Stunden sehr gut. Schlaf und Appetit sehr gut. Temperatur normal Pretoria, 10. Dezember. General De Wet befindet sich zwischen dem Caledon und Oranje-Fluß. Der letztere ist in voller Flut und alle Triften sind stark besetzt. Die Nachricht von De Wets Gefangennahme wird daher stündlich erwartet. iiji ii- .. . . ii.i■mijwjw—wwwww—11 wimuuw■■wimn w - Ass Stadt und Land. Gießen, 10. Dezember. o. Die Volkszählung hat auch in unserer Stadt ihre Blüten gezeitigt. Ein Familienvorftand übergab dem Zähler den Zählbrief zurück und zwar mit nur einer Zählkarte. Beim durchsehen der letzteren fand sich, daß das Familienhaupt als zutreffend unterstrichen hatte „verheiratet" und ebenso das Wort „geschieden". Dem Zähler schien hier ein Irrtum vorzuliegen, der Mann erklärte jedoch, seine Angabe sei ganz in der Ordnung; er sei nämlich von der ersten Frau getrennt und habe sich wieder verehelicht. Auf die erstaunte Frage des Zählers, wo denn die zweite Frau fei und warum er diese denn nicht mitgezählt habe, wurde lächelnd der Bescheid gegeben: „Ja, die sei drei Tage nach der Hochzeit wieder durchgegangen." — In einem Zählbezirk wohnen mehrere Hausierer, deren Heimat das schöne „Ungarland ist. Diese Leute, erklärten alle auf die Frage, wann sie denn eigentlich geboren seien, das könnten sie nicht angeben, in ihrem Lande gebe es keine Geburtstage. (Man feiert, hie in allen katholischen Ländern, nicht den Geburtstag, sondern den Namenstag. D. Red.) Der Zähler meinte, sie müßten doch wissen, wie alt sie seien, erhielt aber den Bescheid, darauf komme es in Ungarn nicht so genau an. Man half sich nun so gut es ging und taxierte das Alter dieser Personen, wobei allerdings die Taxe des Zählers von den älteren ungarischen Damen nicht, so ohne weiteres gut geheißen wurde. Auch zu zählen vergeffen war mehr wie eine Familie in unserer Stadt. In der Bahnhofstraße war der Inhaber eines viel besuchten Etablissements mit 7 Köpfen seines Haushaltes bei der Zählung am 1. Dezember übersehey, ebenso ein in der ganzen Stadt bekannter hoher Beamter, aber vor der Generalaufrech- nung hat man alle diese Personen noch hinzugerechnet, damit der lieben Stadt Gießen auch kein teueres Haupt fehU- — Allgemeinen haben die Zähler ihre Not gehabt mit der Volkszählung. Viele Haushaltungsvorstände hatten weder die Zählkarten, noch die Zählbriefe ausgefüllt, und überließen dies dem Manne, der ja die Karten wieder abzuholen zugesagt hatte. Bei den ausgefüllten Karten mußte fleißig ergänzt werden, und ohne Tinte und Feder hat wohl keiner der Zähler das Abholungsgeschäft vorgenommen, da man nicht überall mit desgleichengut bedient wird. Häufig war die Tinte eingetrocknet, und die Feder verrostet. ** Aus dem Theaterbureau. Als volkstümliche Vorstellung zu kleinen Preisen geht am Mittwoch, den 12 er. L'Arronge's beliebtes Volksfiück mit Gesang „Meru Leopold" in Szene. Bei dieser Aufführung wirkt unsere Regimentskapelle mit. Die Eintrittspreise stellen sich auf 1,20 Mk. für Loge, 50 Pfg. für Saal, 30 Pfg. für Gallerie. -ar- Klein-Linden, 10. Dezember. In der heutigen Gemernderatssitzung kam der Kostenanschlag der elektrischen Leitung zur Beratung, der, wie wir hören, die ansehnliche Summe von 13 000 Mk. erreicht, eine für bie hiesige Gemeindekaffe enormer Betrag, da fast sämtliche Gemeindeausgaben durch die Komunalsteuer bestritten werden müssen, und nur wenig Gemeindegüter vorhanden sind. Aus diesem Grunde wurde auch der Antrag von dem Gemeinderat vorläufig vertagt, da man die Summe für unerschwinglich hält, und nochmals unterhandeln, und genauere Erkundigungen über elektrische Beleuchtungen etn- ziehen will. Daß die elektrische Beleuchtungsart sich hier großer Sympathie erfreut, sehen wir auch wieder daraus, daß keine Stimme gegen die Sache laut wurde. Hoffentlich ist es der Elektrizitätsgesellschaft möglich, die Leitung etwas billiger zu machen. — Das Resultat der Volkszählung steht für unfern Ort nun cnbgiltig fest, und zeigt 1528 Seelen, also ein Mehr gegen 1895 von 231. Klein-Linden steht also von den umliegenden Orten Gießens in Bezug auf Bevölkerungszunahme an erster Stelle, am nächsten steht Heuchelheim, während Wieseck weit zurückbleibt. Friedberg, 10. Dezember. In der letzten Gemeinde- ratssitzung wurde bekannt, daß 147 Firmen den 8 Uhrschluß, 79 8i/j Uhr wünschen, wenn 9 Uhr nicht zu erreichen ist. Die Mehrzahl des Gemeinderats ist für 9 Uhr. Die Festsetzung der zulässigen 40 Tage für längeres Offen- Halten geschieht in folgender Weise: Die Osterwoche, ausschließlich des Karfreitags, die Pfingftwoche, 10 Tage vor Weihnachten und die Samstage vom September an bis zum 13. Dezember. Gundersheim, 10. Dezember. Em frecher Raub- anfall setzte am Freitag unseren Ort in ungeheuere Aufregung. Der Vorgang der That, mit der ein Mordanschlag verbunden war, wird folgendermaßen dargestellt: Der Landwirt K., der einen Weinverzapf über die Straße und einen Fruchthandel betreibt, war zur Börse nach WormS gefahren, die 25 jährige Tochter allein zurücklassend. Bald nachher kam der gewesene Agent D., verheiratet und Vater von sechs Kindern, herein und forderte einen Schoppen Wein. Er erhielt das Vertangte. Während er trank, beschäftigte sich die Tochter mit Abwaschen. D. nötigte sie einigemale, nachzusehen, wer an dem Thore sei, er glaubte ein Rütteln gehört zu haben. Die Tochter antwortete ihm, das sei nicht wichtig, da spielende Kinder oft gegen das Thor träten. In Wirklichkeit wollte der Räuber das Mädchen nur hinauslocken. Das Thor hatte er beim Hereingehen abgeschlossen. Als das Mädchen das Wasser auSleeren wollte, trat er ihm gegen das Bein und hieb ihm mit einem Mess ing- krahnen auf den Kopf. Die Getroffene stürzte die Treppe herab, rannte in den Hof, schrie laut um Hilfe und wollte auf die Straße eilen. Das Thor fand sie jedoch abgeschlossen. Der Eindringling versuchte unterdessen, die Kommode zu öffnen. Auf die Hilferufe des Mädchens gelang es 4 Männern, in das Wohngebiet zu kommen. AIS sie nach dem Verbrecher suchten, war er verschwunden. Bei der Razzia fanden sie ihn in der Scheune, im Stroh versteckt uud heftig aus dem Hals blutend. Er hatte sich in den Hals gestochen. Vorläufig brachte man ihn nach seiner Wohnung und ins Bett. Polizeiwachen beaufsichtigen sein Thun und das HauS. FC. Eronberg, 10. Dezember. Das Befinden der Kaiserin Friedrich ist durchaus befriedigend. Prinzessin Margarethe von Hessen, die sich dauernd bei ihrer kaiserlichen Mutter aufhält, spielt derselben täglich Klavier vor. Der Fahrstuhl tritt öfters in Thätigkeit. Wie bereits mitgeteilt, treffen Weihnachten die sämtlichen Kinder der Kaiserin Friedrich hier ein, und ver- weilen bis Neujahr hier. Auch die Enkel und Enkelinnen der hohen Frau werden das WeihnachtSfest auf Schloß Friedrichshof feiern. Am Samstag weilte die jüngste Schwester der Kaiserin, Prinzessin Heinrich von Battenberg, 3 Stunden zu Besuch auf Schloß Friedrichshof. Heute kommen die Herzogin-Witwe und Prinzessin Beatrice von Sachsen-Kobnrg-Gotha von Darmstadt, wo sie heute morgen eingetroffen find, zum Besuche herüber. Vermischtes. * Köln, 10. Dezember. Einzelne oberrheinische Stationen melden zwar ein langsames Zurückgehen des WasserftandeS, indessen steht durch daS gestern erneut eingetretene Regenwetter für das gesamte Rheingebiet Hochwasser zu erwarten. An der Maaßbrücke bet Hamme richtete das Hochwasser große Verwüstungen an. Auch aus dem Wesergebiet und den Gebieten der Fulda und Leine wird fortgesetztes Steigen der Flüsse.gemeldet. * Hannover, 10. Dezember. Der Versicherungs- Inspektor, frühere Sekretär des hannoverischen Renn-Klubs Röthge ist wegen Wechselfälschung, angeblich in Höhe von 20 000 Mark gestern hier verhaftet worden, nachdem ec zuvor nach Amsterdam geflüchtet und wieder hierher zurückgekehrt war. • Eine neue Verhaftung im Sternberg- Prozeß. Unter dem Verdachte der Begünstigung in Sachen Sternberg ist nach Frau Stabs und dem Agenten Wolff nunmehr auch Wolffs Geliebte, Fräulein Saul, verhaftet worden. Gleich den beiden ersteren soll großen Mehrförberung bisher übertroffen werden konnte. Es wird sich zeigen, ob dies jetzt bald anders kommt. Die Zigaretteu-Jndustrie in Aegypten. Die Subanregierung, bie für ben Sudan die Tabakkultur nördlich von Ehartum gänzlich verboten hat und für das südlich davon gelegene Gebiet nur mit ausdrücklicher behördlicher Genehmigung gestattet, aber auch nur auf ben jemgen Sänbereien, wo bereits früher Tabak regelmäßig. gebaut worben war, ist mit bieftm Verbot dem Beispiel der ägyptischen Regierung gefolgt, die bereits durch Dekret vom 25. Juni 1880 unter gleichzeitiger Erhöhung de- bereits vorhandenen Einfuhrzolls das Anpflanzen von Tabakstauden gänzlich untersagt hat. Es ist von Interesse, zu verfolgen, wie sich die Zigaretten-Jndustrie Aegypten-.^ in ben letzten Jahren entwickelt hat, unb es sind grM' Zahlen, mit denen hier gerechnet wird. Während nom irn Jahre 1894 Tabakblätter im Gewicht von nur 45»^ Kilogramm eingeführt wurden, belief sich die EiNsurst im Jahre 1897 auf 5103 491 Kilogramm, im Jahn 1^ auf 5 250 832 Kilogramm und im Jahre 1899 auf 519b Kilogramm. Im Jahre 1894 wurden nicht mehr ms 158 492 000 Stück in Aegypten fertiggeftellte Ziga^rten in das Ausland ausgeführt, dagegen 1897 210409 Stück, 1898 246 928 374 Stück unb 1899 294 905 089 ©turf- Der Tabak wirb in feiner Hauptmasse mit ca. 4 Millionen .Kilogramm aus ber Türkei bezogen, sobann ist Griechenland mit ca. 1 Million Kilogramm Tabak, ber semer schönen Farbe wegen zumeist zu Mischungen gebrauap wird, beteiligt. Von anderen Ländern kommt nur nom Bosnien mit ca. 150 000 Kilogramm in Betracht. Haupt- absatzgebiet für die ägyptischen Zigaretten ist Deutschland, und zwar betrug bie Ausfuhr dorthin im - 91467 Kilogramm, 1897 107 793 Kilogramm, 1898 126 90V Kilogramm unb 1899 163 434 Kilogramm. Mit diesen Zahlen läßt Deutfchlanb die anderen Länder wert Yw " fi»; England j. B , das an zweiter Stelle bei der lw fuhr beteiligt ist, hat im letzten Jahre nur 92696 Stiio gramm Zigaretten bezogen. m MdidaM j, Gorkis W *' , elelNM Direktor roDÄ in 2le^/Prrvatre> W 4 ift tir W text bewclaub^-^e M\ ZKSZ w ttoirmeu I H-dar BOB 3- N6” 1 H-dar-ZMenallSmusW uowidersteWm Aomu» - Die öartltben erMe wTl«vlfurtduMI - eubermannSJ tragen und Im Nation alW wrba. - Zn der Sittaanl 5tn Eduard gtirbbttg an Sr Wer/e das Lebensw' WW der sich v ninblt, als PMn «« durch Gpen, Dramen, Ro gastliche unb Me-thevr betonte insbesondere den und hob mit Recht hervo unzertrennlich von der Pe . haste imponierend zum A $tu lMschvn-Mch lairnftaM, Aach länzern Ted Besteuerung des Ä trifft: 1. Tas Hausien ungen mit 2, Strassen-, Jacl Knak ....... i. J* '«®e' «Ä61 6 Uhr Offerte« rV *ffMt 4L6i| d '‘■Weifylt. 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Hyp’-A.-Bank 8. 8-12 8. 15-18 unk. b. 1900| 8. 19-20, unk. b. 1905 8. 13, 14 8. 21, 22, unk. b. 1905 3‘/,°/o . 4 o/o 4 °/o 4 O/o 3M/o 3 V« % . . 75.90| Harpener . Tendenz: schwach. 95.— 43.80 Berlin, 11. Dezember. Der Angeklagte v. Kriegsheim hat gegen das ihn zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis verurteilende Erkenntnis der Strafkammer am Berlin, 11. Dezember. Zu der Meldung, daß die Anwaltskammer gegen Justizrat Dr. Sello bei der Oberstaatsanwaltschaft einen Antrag auf ehren gerich t- liche Verfolgung stellen wolle, wird mitgeteckt, daß kein Beschluß gefaßt und vor Beendigung des Prozesses Sternberg auch kaum ein solcher erfolgen werde. Die Einleitung des Disziplinarverfahrens gegen Dr. Sello wird dagegen als Thatsache bezeichnet. Durch die Aeußorungen des Staatsanwalts am Freitag hat sich Dr. Sello oelerdigt gefühlt und durch einen Offizier als Kartellträger dem Staatsanwalt Braut eine schwere Pistolenforderung übersendet. Der Staatsanwalt hat die Forderung mit der Motivierung ab gelehnt, daß er nicht die Absicht gehabt habe, Dr. Sello persönlich zu beleidigen, sondern daß die Aeußerungen im Dienste Weihuchis Ment-Körbchen ingeschmackvollerAusführung von 58,50 Mk an Preuss. do. do. do. do. Fh. Herrmann Seltersweg 33. gefallen seien. Kopenhagen, 11. Dezember. Georg Brandes berichtet in den „Politiken", ein russischer Staatsmann habe ihm mitgeteilt, in Rußland sei es allgemein bekannt, daß Graf Murawiew Selbstmord begangen habe, weil der Zar seine Pläne England gegenüber mißbilligte. London, 11. Dezetnber. Gestern abend ging das Gerücht, es fände augenblicklich ein schwerer Ka mp f zwischen den Buren unter D e Wet und den. diese verfolgenden Truppen des Generals Knox statt. — Roberts hat eine Proklamation erlassen, in der er die Bedingungen bekannt giebt, unter denen Buren-Farmen ein geäschert werden dürfen. Er verfügt hierin, daß fortan keine Farmen niedergebrannt werden dürfen ohne schriftlichen Befehl seitens des Kommandanten des betreffenden Distrikts. London, 10. Dezember. Aus Lourenzo Marquez wird gemeldet: Die Zahl der aus Transvaal und dem Oranje - Freistaat auswandernden Buren der besseren Stände hat einen sehr großen Umfang angenommen, sodaß die Plätze der nach Europa fahrenden Dampfer schon lange vor dem Tage der Abfahrt „belegt sind. Die Zahl der Auswanderer aller Stände beläuft sich guf Tausende. . 211.80 . 178.8 V . 132 90 . 147.80 . 161 — . 142.70 . 147.80 . 208.lv . 183 80 . 176.90 An und Verkauf von gebrauchten Möbeln, Betten, Kleidern, Wäsche, Oefen u. Herden, Gold- und Silbersache«, Antiquitäten, Metallen, Eisen, Lumpen und Knochen, sowie Uebernahme ganze, Einrichtungen. t95 Louis Rothenberger Wwe. Submission. Die Füllung des Eiskellers in den neuen Kliniken in Gießen soll auf b.m öffentlichen Submisfionswege vergeben werden Die Lieferungsbedingungen können dem Verwaltungsbureau genan«-- he Anstalc nachmittags von 2 bis 6 Uhr eingesehen werden. Offerten sind mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen bis -|üm Dienstag dem 18. De- zember 1900, mittags 12 Uhr, mzureichen. Zuschlag erfolgt am 20. Dez. 1900. Gießen, den 11. Dezember 1900. Großh. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. 8040 8M. WMlws. Freibank. 8014 Heute und morgen: Kuhsttis- 50 pfg. MweWkW 45 M. Wohnung | mit 4 Zimmern u. 'Ladeeinrichtung in der Ludwig«, Liebig- od. Wilhelmstr. gelegen, alsb.ges. Off. bitte an Haasenstein u Vogler A °G. Gießen u. X. y, 90 gelang, zu lasten. Christbaumschmuck in großartiger, schöner Answayt (Sortimentskasten, 12 Stück mit Spitze, von 35 Pfg. an.) Sogen. Weihnachtskistchen, die von Thür-Händlern angeboten werden, empfehle, 811 Stück enth., zu nur 5.70 Mk. Mtent-Lichthalter in verschiedener Ausführung, 12 Stück von io Pfg. au, empfiehlt, 8034 Fh. Herrmann, Seltersweg 83. IMchltropfkude Zamlichstr! Gebrüder - g. die «ngcmelbe. eint: wahre Hochflut von Konzerten. DaS erste Konzert des „Mustk^. d ttinä" brachte unter Willem de HaanS entflammender Leitung eine au'teratltige Aufführung von MendetSfobnS „Paulus . DaS zweite Vomiert der Hofmustk eröffnete Robert Schumanns D-moll-Symphmüe uil vermittelte uns sodann die Bckanntfchast mit der symphoEen Dichtung für Orchester „ES waren zwei Kontgsktnder von Pro- fsstr Dr. Fritz Volbach. Dem prächtigen Tongemälde wurde unter bet verständnisvollen, fein abgetönten Ausführung reicher BeisoU zutkitl. Ja dem drtüen Hofmusik-Konzert standen an Orchesterwe.k.n LiSatS „Faust" Symphonie, für die sich die Hörer nicht recht zu -ru ärmen vermochtm, und die ebenfalls kalt lassende Symphonie in H-flur von I. Haydn auf dem Programm. Dagegen erzielte die B-d ar-ZwtschenaktSmusik au« Franz Schuberts „Rosamunde in ihr.r unwiderstehlichen Anmut einen vollen Erfolg. . , , - Die Ojfizierstragödte »Rosenmontag" von Otto Erich Hoctleben erzielte bei der ersten Aufführung im Schausptelhause Frankfurt durchschlagendm Erfolg. „ . _ — Sudermanns „JohannrSfeuer »st ins Polnische übertragen und im Nationaltheater in Krakau nut großem Erfolg aufgesührt Berlin, 10. Dezember. 52.00 M. 3l/»% Konsols . . . 3 j/o do ... SVgO/o Hessen . . . 5 7q Italien. Rente . . 4 o/o Griech. Monop.-Anl, — In der Litterarischen Gesellschaft in Köln sprach am Freitag derr Eduard Friedberg auS Frankfurt a. M. über Wilhelm Jordan. (3r schilderte das Lebenswerk und die Persönlichkeit des ostdeutschen AfrrrerssohnS, der sich von der Theologie den Naturwissenschaften zw wandte, als Politiker eine bedeutende Rolle spielte und sich litterarisch durch Epen, Dramen, Romane und Uebersetzungen, durch naturwrssen» schastliche und poesie theoretische Schriften hervorthat. Der Vortragende betonte insbesondere den pädagogischen Wert von Jordans „Nibelungen" unt» hob mit Recht hervor, daß gerade bei diesem Werke tue Dichtung uiuiertrennlich von der Persönlichkeit des Dichters sei, in der das Siedens haste imponierend zum Ausdruck kommt. Neueste Meldungen. (Telephon-Meldungen des „Gießener Anzeigers«.) Darmstadt, 11. Dezember. (Zweite Kammer.) Nlnch, längerer Debatte wurde soeben das Gesetz betr. die He steuerung des Wandergewerbes angenommen. Es be- tri fft: . 1. Tas Hausiergewerbe, welches in drei Unterabteilungen mit 2, 4 und 8 Mk. besteuert wird. I D- Prüfung der Kandidaten in der lateinischen Sprache soll rm Wesent- ! ihm darauf beschränkt werden, daß der Zugelaffene Embück m kne ionische Terminologie des Prüfungsgebretes b> sitze und den latemischen "-brauchen des Promotionsverfahrens mit Verständnrs zu folgen ver röae. — Die Kölner Stadtverordneten wählten den a.--o Professor an tr Wiener Universität Dr. Karl Grünberg zum Lehrer dnNatwnal- üonomie an der Kölner städtischen Handelshochschule - Der Ober- ‘'nflm |e 16[t. ™ sl- NckMirtz mmlung wegen weüerer 5 oielleid)! auch anaezeiqi anfangen, sich um to 1 mebei m stärksten oN roen könnte. Es konmff gationäre mit ihre jkhen, jedenfalls Rätter 's Ruht auf offene Erk! W« ein offener W in der Lage, biefefc ■ und es kann keine Fr^i i le von Aktien auch toi len Markt haben. luch der Kurs noch M ch aufgehoben, so Iqt tu herrscht, wie die/Mr: ten keinen UmfM der t lnzahl von Akti'iren r Versammlung eezuderusi 1 vor sich erD'inen y lige biefer Mnden fr An, mie eM engte rn MaMÜäi im < ygenübei ihren W Was die NegrchtM» 1 Lohn in Zeffai/Mi ; • bisher nur ei« 1 der m'glichen EvcM's- sch/K WME ’ctiiiq finb, nm den vtir. o\ott AU W Angesichts der so Reichstage, die iedenen Freund n Taten doppete« elf Monaten nicht MM tebr abgesetzt rooM- von t Kohle zu bekommr. bewiesen, daß em-. t welche von keuw r übertroffen leW 1t den S"d»n d nct nU^'aud>itM !? tottft KxZL rden, (m3* " W Ä9 °ul nh iw A nicht LsKS ^nia l'e1111 c°' ;lk ßnttd ?auptnl^ sodann >> sei' S'-Xit5 „ W af* )«r tfepS$i"’ * CIGARREN Präseut-Kistcheu h 25, 50 und 100 Stück in eleg Ausstattung von 1,25 Mk. an, WEIN Präsent • Körbchen fft. dekoriert, in beliebiger Füllung von 1,50 Mk. an, empfiehlt 8037 Louis Lind Kirchenplatz 10. 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Er will demnächst Vorträge über die Vorgänge und die Lage in Trans vaal halten. Er erklärte, daß neun Zehntel der Irischen Füsiliere, die von den Buren gefangen ge nommen worden waren, sich angeboten hatten, gegen die Engländer zu kämpfen. Die Buren hätten dies indessen abgelehnt. . NewYork, 11. Dezember. Der Widerstand der Philippinos auf Luzon scheint im Verlöschen begriffen zu sein. Mehrere befestigte Plätze sind ohne Kamps geräumt worden. Washington, 11. Dezember. In parlamentarischen Kreisen ist man der Ansicht, daß das Gesetz, betreffend i Gewährung von Exportprämien an die Handelsmarine, im Senat mit 45 gegen 34 Stimmen angenommen werde. Pretoria, 11. Dezember. Unter allem Vorbehalt melden die „Paris Nouvtlles": General Dewet ist zwischen dem Oranjefluß und dem Basutoland umzingelt. Eine Gefangennahme seiner gesamten Truppen steht außer allem I SroeifcL Börsennachrichten. 05187] Schöne 3-Zimmer-Wohnung im 2. Sl. m. all. Zub. Gartenam. u. Wafferl. zu vermieten. 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Man tfririaä, mit einer quantilS i M Volkswirte selbst von bi W mit nichts — dir mchi •trentteortfi* für Ira eli«netaee feil: P. »Utfej für Ww Äa^dnau* *t< — Äerutf mt» brr irab tüttielraArd (Pietsch »rfre*) in «chra. •N 6i«m \N < di- aLr.v1 "'ttden. «... ö®ßunge her er.- ;ul MwL, ntini «im mtZbta, 9. ®°bem(>et 129 »8; f *W6en. .Sähet b1 die ®j„A d-o jq Men "°-i N&s lUviverW, toveb am , * Madame de Sevignl ** Der Gießener (Samstag in Steins b Gegen 9 llhr toi i Frst durch bin üin schneidiger Weise ge l reihte. Nach einigen F jZwei Damen, bit bui WianzpM des Rrigenmann^ Ense gefahrene Reig< Übungen und besonl ^^anschaulichen. Er M der Rammln ^matter „ Sfc®** ti Mlllischen StifaU- e Glitt ««« d-- Pr.gr, «ar*, te” ÄypÄ enb öe» 9-.ii t°s Quf *»s 8h™ isZtzÄ Die Beerdigung des Henn 8036 Otto Deichort findet Mittwoch den 12. Dezember, nachmittags 4 Uhr, statt. Gießen, den 10. Dezember 1900. 8017 Danksagung. 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