9lt. 213 Erstes Blatt. Mittwoch de« 12. September 150. Jahrgang ISOO se*L ***l Mykflt Henerat-NHeiger Amts» «i»d Anzeigeblatt fut? b«n Aveis Gieren Modell- und Werkstätten ornamentale Technologie, und kanf- den Abendaus der letzten Ernte L«e Anzsttgen-dermittluog-stellen beS In- und KullcnM nehmen Anzeigen für dm Gießener Anzeiger tatgegeu Zeilenpreis: lokal 12 Pf-., auswärts 20 Pf-. und zwar in: gelben Kocherbsen weißen Runde und Langbohnen, sowie Mittellinsen und großen Hellerlinsen entgegennimmt. Etwaige Angebote der Produzenten sind entweder an die Fabrik direkt oder an daS dem Produzenten zunächst gelegene Proviant-Amt zu richten, dessen Mitwirkung aus Wunsch des Verkäufers auch bei Abfertigung der Sendungen in Anspruch genommen werden kann. Den Angeboten sind Proben beizufügen. Behufs der Preisbemessung wird bemerkt, daß die Abrollegebühren vom Bahnhof Mainz bis zur Fabrik 10 Pfg. für 100 Kilogramm betragen, welche vom Verkäufer zu tragen sind. Zur Vermittelung der Abfertigung aus dem Bahnhof Ord. § 129). Borträge finden statt über Anatomie, Formenlehre, Stilkunde, Materialienkunde, KonstruktionSlehre und Kostenvoranschläge. Außerdem findet ei» gewerblicher wärruischer Fortbilduugsunterricht in stunden statt. Der Unterricht wird durch eine reiche Vorbildersammlung, sowie gut auSgestattete risien Alexander Büchners Lebensgang wiedergegeben. DeS Selbstbiographen Schilderungen sind von außerordentlicher Lebhaftigkeit. DaS ganze umfangreiche Buch liest sich wie ein spannender Jch-Roman. Büchner ist ja wohl hier und da ein wrnig salopp in der Form, und in der Darstellung etwas oberflächlich. Er schildert seine mannigfachen Lebeus- eindrücke nicht mit der feinen und tiefgründigen Kunst eines subtil empfindenden Psychologen. Dafür aber besitzt er ein sehr respektables Plaudertalent und einen beneidenswerten Humor, der ihn selbst in den mißlichsten Lebensumständen und in den verzwicktesten und bedenklichsten Situationen nicht verläßt. Fast auf jeder Seite seines Buches blitzt er auch in der Darstellung hervor, entweder in der Form eines schnurrigen Einfalls, eines kuriosen Apercus oder irgend einer, manchmal geradezu tollkühnen Wendung, in der er seine Muttersprache scherzhaft behandelt. Und außerordentlich plastisch treten uns in seinen Schilderungen die meisten der Leute, mit denen er umgeht und die mit ihm umgehen, entgegen. Gleich die Ouvertüre seiner vielaktigen, abwechselnd an rauhen und weichen Melodien und buntschillernden Tonfarben reichen Lebensoper, die „wunderlichen Erinnerungen an die Großmama", ist eine reizende Rococosuite von fast Haydn'schem Humor und Haydn'scher Grazie. Ueberaus interessant sind Alex Büchners Erinnerungen an seine Studentenzeit in Gießen. Er nennt unsere gute alte Universitätsstadt das „Studentendorf" und entwirft die anschaulichsten und kurzweiligsten Schilderungen von den Gießenern am Ausgang der vierziger Jahre. „Liebig und die Chemiker, Bischof und sein Bär, Paukereien, die rote Weste, Examenschnurren, der Staufenberger Auszug, Carzer, Florbesen Philisterbesen und Balken" heißen die einzelnen Abschnitte dieses höchst ergötzlichen Kapitels, auf das wir an dieser Stelle vielleicht noch einmal zurückkommen. oder anderen Art dieser Erleichterungen werden neben der Vermögenslage des Schülers auch die Vermögensverhältnisse der Heimatgemeinde oder das Vorhandensein geeigneter Stiftungsmittel in Betracht gezogen. Anmeldungen und Gesuche sind an den unterzeichneten Leiter der Anstalt zu richten, welcher weitere Auskunft erteilt. Schulprogramm kostenlos. Erbach i. O., im August 1900. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats: Stegmüller, Bürgermeister. Der Dirigent der Anstalt: Klein, Großherzogl. Hauptlehrer. »99 »«zeigen zu bec «^mittag! fär im "Jlyiiim IffM «scheinenden Nummer btt Htm. K «tchttimg» spätesten- twrfrr. unterstützt. Das Schulgeld beträgt 15 Mk. im Halbjahr. Unbemittelten Schülern kann die Entrichtung des Schulgeldes nachgelassen, auch kann im Großherzogtum Ansässigen der Besuch der Schule durch einen Unterstützungsbeitrag erleichtert werden. Bei Gesuchen um Gewährung der einen Air M 8trategS. Dir Wchtter ■w** be* Anzeiger ä» «rchZÄ e* »Hess. Adreff« für Depeschen: Anzeiger chtch«, Fernsprecher Nr. 5L Grsüsbeüsqr«: Gießener FamilieMüUer, Zer hrsMe Landwirt, KWrr Mr hessische UMskimde. freien Denkers aus der Zeit in die Zeit". Philosophie, Religion, Spiritismus, Naturheilkunde, Politik, die Frauenfrage, die Judenfrage, die Litteratur rc. werden in einzelnen Aufsätzen originell und interessant behandelt. Das lesenswerte Buch erschien vor zwei Jahren im Verlage von Emil Roth in Gießen. In demselben Verlage erschien kürzlich von dem jüngsten Bruder dieser Fünf, von Alex Büchner, eine Art Selbstbiographie unter dem Titel: „DaS ,totle' Jahr. Vor, während und nach. Von einem, der nicht mehr toll ist." Das Buch hat zweifellos allgemeines Interesse, verdient aber namentlich in unserem Lande, zumal in Gießen von jedermann gelesen zu werden. Alexander Büchner wurde am 25. Oktober 1827 in Darmstadt geboren, studierte in Gießen Jurisprudenz, promovierte zum Dr. jur. und war als Gerichtsaccessift in Langen und Darmstadt thätig. Da verwickelte er sich, wie seine älteren Brüder, in politische Abenteuer, kam nach einer Reise zur Londoner Weltausstellung 1849 in den Verdacht des Hochverrats, es wurden Untersuchungen gegen ihn eingeleitet, er wurde wiederholt verhaftet, ohne daß eS zu einem gerichtlichen Verfahren gegen ihn kam, mußte aber den hessischen Staatsdienst quittieren. Er widmete sich dann namentlich in München kunst- und litteraturwissenschaftlichen Studien, habilitierte sich nach dem Vorgänge seines ältesten Bruders an der Universität in Zürich, und später in Tübingen, wo damals sein Bruder Ludwig Privatdozent in der medizinischen Fakultät war, wurde später Lehrer der neueren Sprachen an dem College Notre Dame in Valen- ciennes und dann in Caen in der Normandie. Dort ließ er sich naturalisieren, erwarb den Grad eines Docteur Zs Lettres und wurde 1867 an der genannten Fakultät Pro- fesaeur des LitUraturea etrangdres. Wir haben hier nur in ganz flüchtigen, trockenen UmAmtlicher Feil. Gießen, den 10. September 1900. Der Direktor des landw. Bezirksvereins au die Grohh. Bürgermeistereien des Kreises, Der landwirtschaftliche Bezirksverein wird demnächst wieder mit der Abhaltung von Vorträgen aus allen Gebieten der Landwirtschaft und Viehzucht für das Jahr 1900/01 beginnen. Ich lade daher diejenigen von Ihnen, welche die Abhaltung eines Vortrages wünschen, ein, Anträge und Vorschläge bei mir zu machen und zugleich anzu- geben, in welcher Jahreszeit, zu welcher Tagesstunde und ob an Sonn- oder Werktagen die Vorträge erbeten werden. v. V echtold. Akerander Büchner. Wohl jedem Hessen ist die Darmstädter Familie Büchner bekannt. Der alte Büchner war in dem zweiten und dritten Jahrzehnt des nun zu Ende gehenden Jahrhunderts in unserer Landeshauptstadt ein vielgesuchter Arzt. Von seinen sechs Kindern sind mit Ausnahme einer stets emsig und bescheiden im häuslichen Kreise wirkenden Tochter alle zu weitem Ruf und Ansehen gelangt. Der älteste Sohn Georg war „der apolloartige Denker und Dichter". Während ihm in den dreißiger Jahren in Gießen wegen sozialdemokratischer Schriften („Der hessische Landbote" mit dem Motto: „Friede den Hütten, Krieg den Palästen") Verhaftung drohte, schrieb er das wildgeniale Drama „Dan- tons Tod". Er flüchtete nach Zürich, wo er an der Universität Vorlesungen über Naturwiffeuschaften und Geschichte der Philosophie hielt, bis er im frühen Alter von 34 Jahren 1837 starb. „Die intuitive Luise mit dem idealschönen Gesicht, aber ihrem durch einen Unfall verkrümmten Körper" war besonders in der Frauensrage thätig, als Vizepräsidentin des Alice-Vereins und Mitbegründerin des Alice- Lyceums in Darmstadt, und hat auch eine Anzahl von belletristischen Schriften hinterlassen. Sie starb im Jahre 1877 54jährig. „Der fidele, freigebige Wilhelm, der Krösus der Familie", hat sich als Erfinder des künstlichen Ultramarins bekannt gemacht. Ludwig, mit dem „weichen Gemüt und spekulativen Kops", ist der Verfasser von „Kraft und Stoff". Er ist der bekannte „ideologische Materialist, in dem christliche Menschenliebe und spröde Hinnahme der nacktesten Thatsachen so wunderlich zusammenflosten." Sem letztes Buch ist „am Sterbelager des Jahrhunderts" — es trägt diesen Titel — nahe am Sterbelager des Ver- fassers entstanden. Es 'sind die vielseitigen „Blicke emeS Bekanntmachung. Die nachstehende Mitteilung der Kgl. Verwaltung der Armeekonservenfabrik bringe ich zur allgemeinen Kenntnis. Gießen, den 10. September 1900. Der Direktor des landw. Bezirksvereins, v. Bechtold. König!. Verwaltung der Mainz, 5. Sept. 1900. Nrmeekonserveufabrik. 8' v Au den landwirtschaftlichen Kreis-Verein zu Gieße». Es wird ergebenft ersucht, den Mitgliedern des dortigen Vereins in geeignet erscheinender Weise bekannt geben zu wollen, daß die Verwaltung Angebote in Hülsenfrüchten Die Militärftrafgerichts-Ordnung. Seitdem in Deutschland, hauptsächlich unter dem Einfluß der Feuerwaffen, die Umbildung des mittelalterlichen Vasallen- oder Lehnsheeres in ein Söldnerheer sich vollzogen hatte und die deutschen Lande stehende Heere tragen, giebt es auch eine besondere Militärstrafgerichts-Ordnung, die in den verschiedenen Zeitläuften mancherlei Wandlungen durchgemacht hat. Während in den Kriegsartikelrr Maximilians I. für die Landsknechte von 1508 und den Reiterbestallungen Maximilians II. von 1570 die Grundsätze der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit des Verfahrens obenan standen, vertraten die Halsgerichtsordnung Kaiser Karl V. von 1532, die in Brandenburg übernommenen Kriegsartikel Gustav Adolfs von 1621 und die Gesetzgebung des Großen Kurfürsten das bis in unsere Tage festgehaltene inquisitorische Verfahren mit seinen heimlichen und schriftlichen F o r - m e n. 9hir die Königreiche Württemberg und Bayern haben bereits vor mehreren Jahrzehnten mit dem schriftlichen und geheimen Untersuchungsversahren gebrochen; in allen anderen deutschen Landen dagegen ist es bis, heute beim alten geblieben. Diese Buntscheckigkeit erreicht zum 1. Oktober ihr Ende; denn mit diesem Tage tritt die Militär-Straf- gerichtsorduung für das Deutsche Reich vom 1. Dezember 1898 in Kraft. Mit ihrer Einführung wird die durch den Erlaß des Militärstrafgesetzbuchs vom 20. Juni 1872 im materiellen Strafrecht bereits geschaffene Einheit im Deutschen Reiche nunmehr auch im formellen Militärstrafprozeßrecht durchgeführt. Eine Ausnahme ist nur für unsere nach China gehenden Truppen vorgesehen, indem eine kaiserliche Verordnung vom 15. Juli d. I. bestimmt, daß die Militär-Strafgerichtsordnung für das ostasiatische Expeditionskorps schon am Tage des Verlassens der einheimischen Gewässer in Kraft tritt. Die neue Militär-Strafgerichtsordnung ist ein Schmerzenskind der Gesetzgebung; der nach langjährigem '£-11 11 r Wirntn, tmb Nr- 1- Hierselbst, Verauslagung der Fracht- und Anfuhrkosten ist die Verwaltung bereit. Auf Wunsch des Verkäufers werden Magazinsäcke zur Uebersendung der Hülsenfrüchte zur Verfügung gestellt. Wieselbach. Menzel. Kosanke. Grotzh. Fachschule für Elfknbeillschmtzem und verwandte Gewerbe. Knnstgewervt. Aachfchute mit Lehrwerkstätte«. zu Grbach i. O. Beginn des Winterhalbjahres 1. Oktober 1900. Unterrichtet wird von 4 Fachlehrern und 2 Hilfslehrern. , , Gründliche fachmännische, praktische und theoretische Ausbildung von jungen Leuten in den gesamten Zeichen- und Modellierfächern, sowie in Werkstätten für Elfenbeinschnitzer, Holzbildhauer, Drechsler und Ziseleure. Die Anstalt enthält eine Borklasse, zwei Fachkurse und Lehrwerkstätte» für Ziseleure, Schnitzer und Dreher in Elfenbein, Bein, Holz u. s. w. Die Vor kl ässe hat einjährigen Lehrplan und umfaßt die elementaren Konstruktions- und Zeichenfächer. Die Fachkurse haben je einjährigen Lehrplan: Figuren- und Ornamentenmodellieren, Figurenzeichnen, Aquarellmalen, Fachzeichnen und Entwerfen (in alten und modernen Stilen), Gewandstudien, Aktzeichneu, Perspektive. Die Lehrwerkstätten nehmen nach schriftlichem Lehrvertrage Schüler vom 14. Lebensjahre auf; die Lehrzeit beträgt 3 Jahre Nach erfolgreicher Vollendung derselben erhalten die Schüler einen Lehrbrief ausgestellt (Gew.- y äj *ak Nerugspreis D M Vierteljahr, Mk. Kreßener Anzeigers ckommissarischen Arbeiten im Bundesrat angenommene Entwurf mußte langwierige Beratungen, zahlreiche Abänderungen, heftige parlamentarische Angriffe und Anfeindungen über sich ergehen lassen, ehe der Reichstag ihn als Gesetz annahm. Ueber den Charakter des neuen Gesetzes ist im allgemeinen zu sagen, daß es sein Hauptaugenmerk auf unbedingte Wahrung der militärischen Disziplin richtet und sich im übrigen in den Prinzipien der Oefsentlichkeit, der Mündlichkeit oder Unmittelbarkeit und der Unabhängigkeit und freien Beweiswürdigung des erkennenden Richters, sowie in den Vorschriften üoer das Vorverfahren, den Gang der Hauptverhaudlung, den Instanzenweg und das Wiederaufnahmeverfahren der bürgerlichen Strafprozeßordnung nach Möglichkeit anschließt. Von besonderem Interesse für das Publikum ist die Einführung der Oefsentlichkeit der Hauptverhandlung in allen Instanzen. Damit sind natürlich Maßregeln gegen Ueberfüllung nicht ausgeschlossen. Müssen z. B. in Ermangelung sonstiger geeigneter Räume die Hauptverhandlungen in Kasernen, Arrestanstalten oder ähnlichen, auch zu anderen als militärgerichtlichen Zwecken dienenden militärischen Tienstgebäuden stattfinden, so erfolgt die Zulassung der Zuhörer nach Maßgabe des verfügbaren Raumes gegen Karten, die auf Anordnung des Gerichtsherrn am Tage der Hauptverhandlung ausgegeben werden. Bei deren Ausgabe sind, sofern nicht besondere Bedenken entgegenstehen, die nächsten Verwandten unp Verschwägerte des Angeklagten thunlichst zu berücksichtigen. Jedoch kann, wie im bürgerlichen Strafprozeß, wegen der Befürchtung einer Gefährdung der öffentlichen Ordnung, insbesondere der Staatssicherheit, oder der Sittlichkeit, so im Militärstrafverfahren für die ganze Verhandlung oder. einen Teil durch Beschluß des Gerichtes die -Oefsentlichkeit ausgeschlossen werden, wenn sie i- eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung (z. B. Mißbrauch der Oefsentlichkeit zur Störung der Gerichtsverhandlung und zur Erschwerung der Wahrheitsermittelung), insbesondere der Staatssicherheit, 2. eine Gefährdung' .d»er Sittlichkeit oder 3. eine Gefährdung militärdienstlicher Interessen besorgen läßt. Mit Geld- oder Freiheitsstrafe werden ärgernis- erregende öffentliche Mitteilungen bei Ausschluß der Oefsentlichkeit wegen Gefährdung der Sittlichkeit, sowie Berichte über die Verhandlung geahndet, wenn sie durch die Presse veröffentlicht werden,'soweit die Oefsentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit oder der militär- dienstlichen Interessen ausgeschlossen war. 4. Steht dem Kaiser die Befugnis zu, allgemeine Vorschriften darüber zu erlassen, unter welchen Voraussetzungen das Gericht die Oefsentlichkeit der Verhandlung wegen Gefährdung der Disziplin auszuschließen hat. Von dieser Befugnis hat Seine Majestät in weitestgehendem Umfange in einer am 28. Dezember vergangenen Jahres erlassenen kaiserlichen Verordnung Gebrauch gemacht, die folgenden Wortlaut hat: „Die Disziplin verlangt, daß auch im gerichtlichen Verfahren das Ansehen der Kommandogewalt, der militärischen Einrichtungen, Verordnungen und Ge- brüwche erhalten, der Sinn für die unbedingte Unterordnung des Untergebenen unter die Vorgesetzten jeden Grades gewahrt und dem' berechtigten Ehrgefühl aller Beteiligten, insbesondere derjenigen des Offizierstandes, Rechnung getragen wird. Sobald dieser Grundsatz gefährdet ist, sei es nach dem Gegenstände der Anklage, nach den Eigenheiten des zur Verhandlung kommenden Falles, nach der Persönlichkeit des Angeklagten oder der Zeugen, nach zeitlichen oder örtlichen besonderen Verhältnissen, ist die Oeffeutlichkeit auszuschließen. Die Prüfung, ob der Ausschluß der Oefsentlichkeit zu beantragen, gehört in erster Linie zu den Pflichten des Gerichtsherrn und des Vertreters der Anklage: aber auch die erkennenden Gerichte sind verpflichtet, ohne solchen Antrag die Oefsentlichkeit für die ganze Verhandlung oder einen Teil derselben auszuschließen, wenn die Voraussetzungen hierfür nach dem vorstehend von mir gegebenen Grundsatz eintreten." Das Kapitel „Maibowlina" berichtet in anziehender novellistischer Form von der demokratischen Bewegung in Gießen in der zweiten Halste der vierziger Jahre, und das sechste und siebente Kapitel behandeln dann ausführ« lich die viel verschlungenen persönlichen Gießener Erinnerungen des Verfassers an das von Johs. Scherr bekanntlich „toll" genannte Jahr 1848 und die folgenden Jahre. In den letzten fünf Kapiteln erzählt Büchner seinen Lebensgang nach seiner Uebersiedelung nach Frankreich. Wir sehen, daß dieses Buch weit mehr bringt, als fein Titel verspricht. Wir glauben zu den vielen Schilderungen der Vorgänge in den Jahren 1848/49 — die letzte ist wohl die unter dem Titel „Die Volkserhebung der Jahre 1848/49 in Deutschland", von Dr. Otto Hartmann verfaßte und mit einem Vorwort von Prof. Quidde versehene Preisschrift der Deutschen Volkspartei (Verlag von Hugo Bermühler in Berlin SW.) — eine neue zu erhalten und finden eine Autobiographie in großem Stile, die wir bis zum letzten Worte mit ungeschwüchter Aufmerksamkeit verfolgen. Alex Büchner steht jetzt im 72. Lebensjahre. Er lebt in der Muße verdienten Ruhestandes in Caen als Profess eur honoraire a l’Universit6. Die ganze Art, wie er uns die Geschichte seines Lebens erzählt, läßt keinen Zweifel darüber zu, daß er, der sich erst jüngst, wie er selber treuherzig berichtet, mit einem .herzigen Kinde" verheiratete, von der Bürde des Alters sich noch weit entfernt fühlt. Auch wir wollen uns dessen freuen und uns des schönen Sophokleischen Spruches erinnern: Nicht altern kann der Weise, dessen Geist Im Licht deS Göttlichen erwuchs und wohnt. P. W. „Eine richtige Organisation der Oeffent- lichk eit", sagt Gustav Schmoller, „welche die Hervor- zerru-ng des rein privaten zu persönlichem Angriff nicht duldet, aber ebensowenig die Verheimlichung dessen, was alle oder größere Kreise wissen müssen, um nicht getäuscht oder betrogen zu werden, wird mit Recht heute als eine der er st en Voraussetzungen eines normalen gesellschaftlichen Zustandes angesehen." Ob die demnäckMae Handhabung der Militärjustiz auf dieser Höhe stehen wird, erscheint mehr als zweifelhaft, wenn man erwägt, welckM Folgen eine kleinliche und ängstliche Anwendung der Algemeinen weit dehnbaren Vorschriften über die Beschränkung der Oefsentlichkeit haben müßte. In dem Falle würde die Oefsentlichkeit der Hauptverhandlung nur in der Theorie die Regel, in der Praxis (aber die Ausnahme bilden. Bloß harmlose, unbeoeutsame Straffälle würden dann vor dem öffentlichen Forum allgemeiner Kenntnisnahme und Kritik erscheinen, während weitragende und große Volkskreise beunruhigende kriminelle Ereignisse, wie zum Beispiel die Verbrechen eines Prinzen von Aren- berg, Grafen von Stolberg und Herrn von Brüsewitz, nach wie vor der Oefsentlichkeit entzogen blieben. Damit wäre die wichtigste Garantie des Rechtslebens in Heer und Marine gefallen und die Hoffnung weitester Kreise auf em Marktplätze veranstaltete, vom ersten Hauptmann der freiwilligen Feuerwehr Alsfeld, Herrn L. R ö ß n e r , geleitete Uebung. In buntem Zug — die kleidsamen Uniformen, die blitzenden Helme boten einen prächtigen Anblick — zogen darauf sämtliche Wehren unter Vorantritt einer gleichfalls uniformierten Musikkapelle nach dem Lindenplatz, wo man in festlichem Betrieb ein paar gemütliche Stunden zusammen verbrachte. Der 2. Hauptmann der hiesigen freiwilligen Feuerwehr, C. Hölscher, hieß in deren Namen die auswärtigen Wehrmänner in herzlichen Worten willkommen, ihnen fröhliche Stunden in Alsfelds Mauern wünschend. Kreisrat Dr. Melior begrüßte die Wehrmänner im Namen der Oberen Verwaltungsbehörde. Er wünsche, daß die heutige Zusammenkunft deutscher Feuerwehrmänner, die den Schutz des Lebens und Eigentums ihres Nächsten zur Aufgabe sich gemacht, zur Förderung des Geistes der Kameradschaft und Zusammengehörigkeit beitragen möge. Aus schwachen Anfängen habe das Feuerlöschwesen sich entwickelt; aber planmäßige Schulung, straffe Disziplin im Verein mit dem Bedürfnis nach gegenseitiger Unterstützung der Wehren im Interesse erfolgreicher Thütigkeit hätten es zum Wohle des Einzelnen wie der Gesamtheit seiner heutigen Entwickelungsstufe entgegengeführt. Ein starkes Band, aus gleichem Streben und gleichen Interessen geknüpft, umschlinge die Mitglieder der Wehren und jedem unter ihnen erwachse aus treuer Pflichterfüllung die rechte Befriedigung in dem schönen Berus. Sein Wunsch sei die gedeihliche Fortentwickelung des Korpsgeistes innerhalb der Wehren. — Feuerwehr-Hauptmann L. R ö ß n e r teilte den versammelten Wehrleuten mit, daß die von der Regierung für 25 jährige ununterbrochene Dienstzeit bestimmten Auszeichnungen heute nicht zur Verteilung gelangen könnten, da dieselben noch nicht eingetroffen feien. (Oberh. Ztg.) Ober-Breidenbach (Kr. Alsfeld), 10. September. Gestern fand in der hiesigen Kirche die Einweihung der neuen Orgel statt. Dieses aus 8 klingenden Registern bestehende Werk mit schönem, gefälligen Gehäuse ist hervorgegangen aus der rühmlichst bekannten Werkstätte der Firma Gebe. Bernhard zu Gambach. Es war ein Festtag für das ganze Kirchspiel, und das ganze Gotteshaus war dicht besetzt. Der Rede legte der Ortsgeistliche, Pfarrer Stock, den Text Col. 3, 16 zu Grunde und nach daran sich anschließendem Weihegebet wurde die Orgel in den gottesdienstlichen Gebrauch genommen. Jeder hörte ergriffen und bewundernd dem vermöge der überaus glücklich getroffenen Wahl der Register sehr abwechselungsreichen Spiele zu und stimmte den von dem Sachverständigen^ Seminarlehrer Schmidt zu Friedberg, abgegebenen Urteile bei, daß die Orgel ein nach jeder Hinsicht, in der inneren Ausführung und der äußeren Ausstattung, vorzügliches und bei dem Preise von 2380 Mk. billiges Werk sei. Mainz, 9. September. Gestern nachmittag wurde auf dem großen Sand die 8. Kompagnie deS 81. Infanterie-Regiments wegen ihrer ausgezeichneten Resultate beim Schießen mit dem Kaiserpreis ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird bekanntlich von jedem Soldaten der Kompagnie in Form eines Lorbeerkranzes auf dem rechten Arm getragen. — Von einer Großhandlung für gemischtes Obst ist die Handelskammer ersucht worden, den von landwirtschaftlicher Seite verfolgten Bestrebungen, für frisches und gedörrtes Obst in dem neuen deutschen Zolltarif höhere Zollsätze zu erhalten, entgegenzutreten. Die Kammer beschloß, diesem Wunsche zu entsprechen in Erwägung, daß der deutschen Konservenindustrie die Möglichkeit des Bezuges ausländischen Obstes zu billigen Preisen in schlechten Erntejahren gewahrt werden muß, und daß das vom Auslande eingeführte Dörrobst ein gutes und billiges Nahrungsmittel für die breiteren Bevölkerungsschichten bildet, das qualitativ und quantitativ durch dre inländische Produktion in keiner Weise ersetzt werden kann. Durch höhere Zölle würde daher eine wichtige Industrie schwer geschädigt und die Lebenshaltung der Bevölkerung verschlechtert werden, ohne daß der deutsche Obstbau, der für gute Ware stets lohnenden Absatz P^bct und für geringe Ware auch bei viel höheren Zöllen nur niedrige Preise erzielen könnte, einen sichtbaren Vorteil haben würde. * Alzey 10. September. Karl Julius Preetorins, Herausgeber des Alzeyer „Beobachters", begeht morgen sein siebzigstes Geburtsfest. Er gehört zu den „alten Achtundvierzigern". Der noch nicht Achtzehnjährige trat in die 48er Bewegung ein. Er schloß sich dem „La- winenzug" an, der aus Frankfurt, Mainz, Darmstadt rc. nach WormS zur demokratischen Parlamentswahl ging, wurde Mitglied des Mainzer und Sekretär des Alzeyer demokratischen Vereins und focht 1849 in den Reihen der Reichsverfassungskämpfer in der Pfalz und in Baden. Dann. kamen die Jahre des Exils, die ihn nach der Schweiz, nach Oesterreich-Ungarn, nach Paris und London führten. Pree- torius machte die Bekanntschaft von Garibaldi, Mazzini, Bakunin, Castelar, Kossuth, Viktor Hugo, Heinrich Heine, Fritz Reuter. In Wien wurde er verhaftet, in Budapest unter polizeiliche Aufsicht gestellt, in Rastatt gab man ihm Herberge in den Kasematten. Später zogen die nationalen Einheitsbestrebungen Preetorius mächtig an. Er stellte sich als Freiwilliger für Schleswig-Holstein, kam aber nicht zum Ausmarsch. Daneben trat er in vielen Volksversammlungen scharf auf und bald vollzog sich sein Uebergang vom Nationalverein zur Deutschen Volkspartei. Seine Mitbürger in Alzey wählten ihn zum Stadtverordneten, zum Ehrenpräsident des Gewerbevereins, zum Ehrenmitglied des Turnvereins u. s. w. Er tritt mit einer noch unerledigten Anklage wegen Majestätsbeleidigung in das achte Jahrzehnt feines Lebens. -x-Frankfurt a. M., 10. September. Am Samstag wurde hier der 9. Verbandstag des Verbandes der Feuerbestattungs-Vereine deutscher Sprache in der Loge „Zur Einigkeit" abgehalten. Um halb zehn Uhr eröffnete der Vorsitzende, Dr. Ed. Bracken- hoeft-Hämburg die Versammlung durch ein Hoch auf Se. Majestät den deutschen Kaiser. Tr. Fritsch begrüßte namens des Frankfurter Vereins die Erschienenen. Darauf erstattete der Vorsitzende Bericht über die letztverlaufenen zwei Jahre seit der Berliner Verbandssitzung. Herr Siedet legte die durchaus klare Rechnungsablage ab. Es folgte die Mitteilung des Preisgerichts über seine Entscheidung, laut der eine Prämiierung in vier Abteilungen stattfand. 1. Abteilung: Entwurf eines Krematoriums in Mainz. Zur Anschaffung empfohlen wurde in erster Linie der Entwurf von W. Mössinger-Frankfurt a. M., ferner die von Karl Müller-Hannover, Fritz Kitzler-Berlin, Adolf Philippe-Wiesbaden, von Ferstel-Wien und G. Rud. Risse-Zittau. 2. Abteilung: Entwurf einer Colum - bariumswaud. Zur Anschaffung empfohlen wurden die Entwürfe von A. Gottschalk-Chemnitz und R. Vogel- Hannover. 3. Abteilung: Einzelbeisetzungsstätte. Zum Ankauf empfohlen die Entwürfe von F. Hitzig-Zürich und Fr. Klee-München. 4. Abteilung: Gefäße zur Aufnahme von Aschenresten. Zur Anschaffung empfohlen die Entwürfe von Fr. Palme-Mettbach und G. Korompay-Wien. Die Ausstellung zog mit Recht die rege Aufmerksamkeit aller Versammlungsteilnehmer auf sich. Die weiteren Verhandlungen betrafen innere Angelegenheiten. Die vorgeschlagenen Statutenänderungen wurden abgelehnt. Dagegen wurde ein Antrag des Nürnberger Vereins in der Fassung des Ritters von Kuh-Wien angenommen : Der Vorstand wolle daran gehen, Mittel und Wege zu finden, um die Ausführung des Nürnberger Vorschlags auf Anstellung eines Wanderredners auf Verbandskosten möglich zu machen und in absehbarer Zeit den Vereinen geeignete Vorschläge zu erstatten. In den Verbandsvorstand wurden wiedergewählt die Herren Dr. Brackenhoeft-Hamburg und Siedek-Wien; neu gewählt wurden Herr Markus-Berlin in den Vorstand und als Ersatzmänner die Herren Hofrat Dr. Drahna-Stuttgart und Herr Hauptmann Kery-München. Als Ort für die nächste 10. Verbands-Versammlung wurde Danzig gewählt. Vermischter. * Tie Ausgabe der neuen deutschen Kolouialbriefmarkeu ist zum 1. Oktober vorgesehen. Zur Verteilung gelangen zunächst die Werte bis zu 80 Pfennig, da die höheren Werte von 1 Mk. an noch nicht hergestellt sind. Auch die Wertzeichen für Deutsch-Ostafrika können am 1. Oktober noch nicht erscheinen. Zur Ausgabe gelangen demnach die Werte zu 3, 5, 10, 20, 25, 30, 40, 50 und 80 Pfg. nebst den erforderlichen Postkarten für zehn Kolonien und fremde Länder, in denen sich deutsche Postanstalten befinden. Es ergiebt dies bereits etwa 170 verschiedene Wertzeichen. Das Bild ist bekanntlich aus sämtlichen Marken für die Schutzgebiete dasselbe: ein in voller Fahrt befindlicher Dampfer auf weißem Hintergrund. Das Wertzeichen für die verschiededenen Kolonien unterscheidet sich durch die Angabe des Namens des Gebietes. Für die deutschen Postanstalten in der Türkei, in Marokko und in China werden Germaniamarken mit entsprechendem schwarzem Ueberdruck hergestellt. * Saarbrücken, 9. September. Der Schnellzug 141 Paris -Frankfurt a. M. fuhr heute morgen gegen 8y3 Uhr bei der Einfahrt in den Bahnhof Birkenfeld Neubrücke auf eine in demselben Geleise haltende Rangiermaschine. Führer und Heizer der Rangiermaschine wurden erheblich verletzt. Beschädigung an Material ist unbedeutend. Der Schnellzug erlitt 15 Minuten, Zug 501 der Zweigbahn nach Birkenfeld eine Stunde Verspätung. Sonstige Betriebs-Störungen sind nicht eingetreten. Die Geleise wurden nicht beschädigt. Es herrschte zur Zeit des Unfalles ziemlich starker Nebel. Als Ursache des Unfalles ist wahrscheinlich in erster Linie die Freigabe des Einfahrtssignals durch einen Unbefugten anzusehen. * Ueber das Vermögen des Herzogs von Manchester ist der Konkurs beantragt worden. Wenn es dem jugendlichen Sprößling des Hauses Montagu wirklich gelungen sein sollte, das zwar nicht riesige, aber doch sehr bedeutende Vermögen dieser alten Familie in feinen Passionen zu verputzen, so hätte er ein Meisterstück zustande gebracht. Denn der neunte Herzog von Manchester ist erst 23 Jahre alt, verfügt mithin erst kurze Zeit über das Familienvermögen, zu dem allein ein Grundeigentum von 27 400 Acres gehört. Das bedeutet an sich ein stattliches Vermögen, ist aber doch noch bescheiden im Vergleich mit dem Landbesitz anderer vornehmm Familien des vereinigten Königreichs. Die Ar> gylls nennen 170 000 Acres ihr eigen, die Bedfords besitzen 84 000 Acres und die Norfolks 50 000 Acres Land. Auch Lord Rosebery ist Eigentümer von über 32 000 Acres Land, und selbst Lord Salisbury verfügt über den ansehnlichen Besitz von 20 300 Acres. Verhältnismäßig gering ist der Grundbesitz des Lord Rotschild, der nur 15 000 Acres beträgt. Sandet und Verkehr. Ustkrwirlsthast. Frankfurter Börse vom 10. September. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. Prämien auf Kredit per ult. Sept. I.öO’/q, do. per ult^Okt. 2.45%, Diskonto-Kommandit per ult. Sept 1.15 %, do. per ult. Okt. 2.40 o/o, Lombarden per ult Sept. 0.75%, do. per ult. Okt. 1.00%. Deutsche Bank per ult. Sept. 0.00%. Notierungen : Kreditaktien 208.30-208.00-00, Diskonto- Kommandit 175.40-174.90-175 Staatsbahn 142-140.80, Lombarden 26.10-00.00, Italiener 94.20, Spanier 72.90, 3proz Mexikaner 25.65, Bochumer 184.20-185.00 bz., Laura 198.70-00-000 bz., Harpener 178.30-179-0 bz., Gelsenkirchen 190.70-000.00 G., Privat-Dis- kont 4% 0 o- 11/4 bis 2% Uhr: Kreditaktien 208.60-208.80-000-00 bz., Dis- konto-Komtnandit 175.60-80-00 bz., Staatsbahn 142 70-142.70 bz., Lombarden 26,20-40.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesellschaft 00.00 bz., 3proz. Mexikaner 00.00 bz , 3proz. Portugiesen 00.00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz. Tabak. Hamburg, 9. September. (Wochenber.) Der Markt zeigte sich etwas belebter, da bei den großen Zufuhren die Händler zur Komple- tierung ihrer Läger als Käufer auftreten, dagegen bleibt der Abzug für den Bedarf noch immer äußerst gering und weit hinter den Vorjahren zurück. Die umfangreichen Ankünfte von Domingo-Tabaken wurden schlank zu guten Preisen begeben, obgleich weitere Abladungen von 22 000 Kolli avisiert waren, denen man wohl ebenfalls nach der dieswöchentlichen Entwickelung des Geschäftes eine gute Aufnahme zusichern könnte. Eingetroffene 15 OüO Seronen Sanchez fanden zu vollen früheren Preisen Nehmer. Brasil-Tabake lagen angesichts des großen Restlagers recht ruhig, trotzdem sahen sich die Eigner bisher nicht veranlaßt, weitere, für den Absatz erforderliche Preiskonzessionen zu machen, sodaß Unterhandlungen wegen größerer Abschlüsse bisher scheiterten. Begeben wurden ca. 1300 Packen zu mittleren Preisen. Die an den Markt gekommenen kleineren Partien Havanna- Tabake, die von recht guter Qualität waren, fänden zu guten Preisen schnellen Verkauf. Neue J^va-Cuba kamen ca. 120 Seronen zu niedrigeren Preisen als im Vorjahre zum Abschluß Alles per % Kilogramm. Havanna: Deckblatt, gut und fein braun 6 bis 18 Mk., do. ord. braun und braun 4 bis 6 Mk., do. und Einlage, gemischt 3 bis 4 Mk., Einlage 0,90 bis 3 Mk., Durchschnittspartien 1,50 bis 4,w. Domingo: S, SS, SSS 0,55 bis 0,76, FF O,46 bis Oz6O, F 0,35 bis 0,w, A 0,l6 Bis 0,riterhe»eg«ni. Leipzig, 10. Srptember. Die Beteiligung der Buchbinder am Stretk war heute früh allgemein. Insgesamt streiken 4500 Gehilfen und Arbeiterinnen. Brüx, 10. September. Im hiesigen Kohlen-Revier ist ein partieller Arbetterstr eik ausgebrochrn. Mehrere Werke haben dm Betrieb um 40 pCt. eingeschränkt. Indianapolis, 10. September. Das Bergarbeiter-Syndikat hat einen letztm Versuch gemacht, einen allgemeinen Ausstand zu vermeiden. Trotzdem wurden Vorbereitungen für den allgemeinen Ausstand getroffen, der eventuell heute auSbrechen soll. Schul-Anzüge in grosser Auswahl! Giessen, Kirchenplatz 11. Markos Bauer. Konkursverfahren. Ueber das Vermögen des unbekannt roo? abwesenden Maurermeisters Wilhelm Gnndrnm von Reiskirchen wird heute, am 10. September 1900, vormittags IV/2 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Karl Loos in Gieheu wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum I. Oktober 1900 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfaflung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläu- bigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forde rungen auf Mittwoch de» 10. Oktober 1000, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen, oder zu leisten, auch die Verpflichtung anferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkurs vermalter bis zum 1. Oktober 1900 Anzeige zu machen. Großherzogl. Amtsgericht zu Gießen, gez. Dr. Pusch. Veröffentlicht: 6015 Plock, Hilfsgerichtsschreiber. GnUehlunWM MAGGII Maggi zum Würzen, 5791 Maggi s Gemüse- und Äraftsuppen, Maggi'S Bouillon-Kapseln, Maggi'S Gluten-Kakao empfiehlt bestens Heinr. Hahn, Bismarckstr. 8. Prima neue holl.Vollhsringe ff. marinierte Heringe, ff. Krou-Sardineu, Essig- und Salzgurke», Sauerkraut, Grünkorn, M! und gntmljltti, frisch eingetroffen bei 5401 A. & 6. Wallenfels, Markt 21. Telephon 46. H>reisetbeeren treffen heute ein. 5853 I. M. Schulhof. öbel-Lager Wohnungseinrichtungen. A. 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