Rr. 160 Zweites Matt Donnerstag dm 12. Juli 390® Alle Anzeigen-BermtttlungSstellen de- In- und Ausland«« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger eutgegm, Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. ZSezngrprels vierteljahrl. Mk. 9,3» moliaklich 75 fg, nut SBringerlobu; durch die Abholestelle« vicrteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteyährt mit Bestellgeld. »♦« Anzeigen zu der nachmittag- für tai leg «scheinenden Nummer bi- eorm. M) UW. Mttßilungen spätestens efctwH vorher. Meßmer Anzeiger Keneral-An^eiger Erscheint täglich att LnSn^hmc des MentagS. Die Gießener >e*tfi<*ICiUtr »rrfcen dkm Anzeiger =» Wechsel mit .Heff. »rahmtet* n Mütter Äf Heß. Volkskunde" MtchN. 4»Ä deigelcgt. An»tS- und Anzeigeblott für den Keds Gieren. UMMm, S-pedition und Druckerat: f4*ffre|< Nr. 7. sweeHB****™*"*™ Gratisbrilagr«: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Kötter für hessische Volkskunde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Ki-ß«. Fernsprecher Nr. 5L Die Wirre« in China. Die sozialdemokratische Presse nimmt für die Chinesen Partei. Nach ihnen ist China der angegriffene Teil, der sich mit Recht seiner Haut wehrt, während Europa, Deutschland eingeschlossen, der große Uebelthäter wäre, der alles Unheil im Osten aus purer Habsucht und anderen falschen Einmischungsgelüsten heraufbeschworen hat. Bis zu einem gewissen Grade haben jene Stimmen recht; aber, so meint die „Köln. Ztg.", nur bis zu einem gewissen Grade, und eben der Rest, den sie nicht sehen oder verschweigen, ist es, der ihren scheinbar richtigen Standpunkt vollkommen falsch macht- In einem Augenblick, wo wir uns anschicken, mit der Devise „unser Recht" auf unfern Fahnen in eine folgenschwere Phase unserer Entwickelung einzutreten, ist es von Wert dies festzustellen. Zunächst ist die Frage aufzuwerfen: Hat ein Volk unter allen Umständen das Recht, ohne Rücksicht !a.uf andere Völker seine Angelegenheiten zu besorgen, wie es ihm gut dünkt? Wir antworten mit „Nein", denn ein „Recht" ist nichts Angeborenes, Unverlierbares, es ist etwas Erworbenes, von einer Gesellschaft Anerkanntes. Zu einem Recht gehören immer zwei: einer, der es beansprucht, und ein anderer, der den Anspruchs anerkennt. Wo dieser zweite fortfällt, ist ein Naturzustand vorhanden, aber kein Recht, das lediglich Ausfluß einer Gesellschaftsordnung ist. Erst die Anerkennung bedingt den Rechtszustand. Für die Anerkennung aber haben sich bei aller sonstigen Verschiedenheit der Erdbewohner feste Normen, hat sich eine Rechtsanschauung herausgebildet, die ebensosehr in den Trieben zur Religiösität und zur Tugend wurzelt als in der Erkenntnis, daß der Bestand der Menschenrasse einen Zusammenschluß und damit eine eine gewisse Verzicht leistende Einfügung der Einzelglieder unabweisbar verlangt. Diese Einzelglieder können Individuen, sie können Gruppen innerhalb eines Volkes, sie können ganze Völker in ihrer Wechselwirkung bedeuten. Die Träger einer solchen Rechtsanschauung sind die Kulturvölker; diejenigen, welche ihr widerstreben, mögen sie auch innerhalb ihrer eigenen Gemeinschaft eine Rechtsanschauung ausgebildet haben und bewahren, stellen sich außerhalb des Rahmens der Kulturvölker und werden von dem Augenblick an, wo die Berührung mit diesen beginnt, zu deren Feinden, also zu einem Kulturhindernis. Als ein solches Kulturhindernis ist China anzusehen. China ist ein rum teil hochkultiviertes Land, aber niemals ein Kulturland in unserem Sinne, nicht einmal eines im Sinne antiker Kultur gewesen. Es hat nicht befruchtet, wohlgethan, sondern stets die Rolle des Geizhalses, des Sonderlings, des geistig Hochmütigen und gesellschaftlich exklusiven gespielt. Ehemals konnte es, abgesehen davon, daß es in der That einmal das anerkannte Recht höherer Bildung besaß und große geschichtliche Epochen hatte, auch ungestört in dieser Weise sein Dasein führen, allein seit wir auf der Erde kaum noch trennende Schranken kennen, nachdem wir erkannt haben, wie klein der Erdball eigentlich ist, wie groß die Bevölkerungen und ihre Bedürfnisse, welche riesigen Anstrengungen dazu gehören, einer Nation das Recht auf ihre Zukunft, aus ihre Existenz zu sichern, ist die chinesische Mauer zu einem Ting der Unmöglichkeit geworden. Dieser weitschauende Kampf ums Dasein hat die großen Kulturvölker in Berührung, und naturgemäß in friedliche Berührung mit dem „Reiche der Mitte" gebracht. Sie jagen keinem Wahn nach; sie folgen einem Naturzwange, und deshalb wird die entfesselte Woge auch weiter rollen, spielend fort über die Köpfe aller Aengst- lichen und Schreier, und nur diejenigen wird sie tragen, die sich als gute Schwimmer erweisen. Ja, scheinbar fällt dem Europäer die Schuld zu, in Wahrheit aber dem Chinesen, der sich einbildet, sein zerbröckelter Fels sei stark genug, dem Brandungsaufwall der ganzen abendländischen Kultur zu widerstehen. Seit zwei bis drei Jahrhunderten leckten die ersten Brandungsspritzer an dem chinesischen Fels und lange mit wenig wahrnehmbarem Erfolge. Folgerichtig standen die seefahrenden Völker, von denen die Briten die Spitze behaupteten, voran. Auch England ist dabei einem großen instinktiven Zuge gefolgt, früher, weitblickender als alle ar,dem Nationen. Neben dem Kaufmann — vor ihm oder nach ihm — ist der Missionar in China eingedrungen, schließlich auch der Zollbeamte, der Ingenieur und Soldat. Alle sind auf unsägliche Schwierigkeiten gestoßen; viele haben nur unter Einsetzung ihres Lebens wirken können oder ihr Leben verloren. Wenn nun aber die Chinesen diese Leute nicht haben wollen, heißt es, kann man ihnen das verdenken? Der Kaufmann erweckt erst Bedürfnisse, um sich dann durch deren Befriedigung mit chinesischem Gelde zu bereichern, und der Missionar will Religion nach einem Lande bringen, das seine eigenen hochstehenden Religionsshsteme längst besitzt. Und warum? Um in letzter Linie China in Abhängigkeit und unter ein Kulturjoch zu bringen, das ihm mm einmal widerwärtig ist! Vom chinesischem Standpunkte aus, auf dem es eine für alle Völker der Erde gemeinsam verbindliche Gesellschaftsordnung, ein und dieselbe, diese Gesellschaftsordnung bedingende Rechtsanschau- ung, die mit der Unerbittlichkeit eines Naturgesetzes arbeitet, nicht giebt, kann man sich allerdings eine Ungerechtigkeit konstruieren; allein der Europäer, der Freiheit in physischem und geistigem Sinne als die höchste Errungenschaft einer fortschreitenden Kultur schätzt, sollte anders darüber urteilen. Gewiß erweckt der Kaufmann wie der Ingenieur Bedürfnisse und will verdienen, aber dadurch, daß er das fremde Volk aus seiner Verkehrsabgeschlossenheit herauszieht und es mit einer andern Kultur bekannt macht, fördert er es in hohem Grade und führt ihm auf die Tauer ebenso viel.Vorteile zu, wie er herausholt. Und das ist doch das Ziel des Verkehrs, daß jeder dabei seine Rechnung findet; aber das gerade widerspricht chinesischem Geiste, der wohl viel verdienen, aber nichts hergeben will, der die Abhängigkeit und Abgeschlossenheit Der untern Kasten verlangt, um sie desto besser beherrschen zu können. Die Thätigkeit des Missionars ließe sich schon eher anfechten, namentlich, wenn wir sie nur als eine bekehren wollende und unter Umständen politisch-agitatorische auffassen müßten. Hier ist gesündigt und nicht unbedeutend gesündigt worden. Es giebt viele Europäer in China, die behaupten, so mancher Keim zu Verfolgungen wäre durch das herausfordernde Treiben der Missionen selbst gelegt worden. Allein auch hier schwindet das geschehene Unrecht gegenüber der erlittenen Unbill; auch hier tritt der Freiheit verlangende Standpunkt wahrer christlicher Kultur siegreich dem der Unduldsamkeit gegenüber, und wir können uns den Folgen des Wortes: „Gehet hin in alle Welt und lehret allen Heiden" nicht entziehen, so lange das Evangelium uns maßgebend bleibt. Und abgesehen von dem eigentlichen Religionswerk ist die rein irdische Thätigkeit der Missionen, wie Anbahnung einer Annäherung der feindlichen Kulturwelten, nicht gering tzu veranschlagen. ■ Der Ingenieur, der Zollbeamte und der Soldat sind mehr oder weniger nebst Eisenbahnen, Maschinen, Geschützen und Gewehren von Europa durch Chinesen selbst erbeten worden, teils in der Absicht, dadurch Nutzen für China zu ziehen, teils mit dem heimlichen Hintergedanken, zur geeigneten Stunde den Spieß umzudrehen und sich. Waffen zum Angriff gegen die Europäer zu verschaffen. Der letztere Fall ist zur traurigen Wirklichkeit geworden. Aber alles dieses geschah, namentlich seit dem japanischen Kriege und unter dem Druck der Verhältnisse, im Auftrage weniger und unter der Abneigung des Volkes, soweit dies nicht gleichgiltig blieb. Es war vielleicht unklug von den Kulturmächten, selbst den Chinesen diese Waffen geschmiedet zu haben. Eine internationale Vereinbarung, sich! der millitärischen Schulung und Waffenlieferung zu enthalten, wäre richtiger gewesen. Wie das „Berl. Tagebl." meldet, finden zur Zeit zwischen den Mächten Besprechungen statt, die darauf abzielen, ein gemeinsames Verbot der Waffeneinfuhr in China zu erlassen. Man thäte iU- E. gut, der Waffeneinfuhr in Außereuropäische Länder überhaupt einen Riegel vorzuschieben; man sieht ja klar, wohin das Gegenteil führt. Auch die Zulassung Fremder zur Ausbildung in Heer und Verwaltung, in Industrie,, auf unseren Hochschulen rc. ist u. E. vielfach sehr zum Nachteil für uns. Doch das sind Dinge, die sich leider schwer vermeiden lassen. Es bleibt vor der Hand jeder einzelnen Macht, die sich nicht in den Hintergrund drängen lassen, nicht zusehen will, daß ein anderer Welt- koukurreut das große Geschäft rc. mache, das sie selbst von der Hand wies, nichts anderes übrig, als sich nach Kräften zu beteiligen. Hier liegt zweifellos das Unrecht der Kulturmächte, und dieses hat verdiente Folgen nach sich gezogen. Aber das ist keine Schuld gegenüber den Chinesen, es ist nur eine gegen sich, selbst, während die Schuld des Chinesen noch weit größer ist, als sie auf den ersten Blick erscheint. China ist das Land der Erstarrung, der Beraubung, der Ungerechtigkeit, der Verschmutzung, der Dummheit, des Hochmuts, des Egoismus, der Lüge, der Grausamkeit, der Feigheit — kurz, des Verfalls in jeher Beziehung, aber man könnte auch — und das ist das merkwürdige — wieder viele Eigenschaften aufzählen, die ein glänzendes Kehrbild geben würden. Im Volke stecken sehr viele gute Eigenschaften; doch ist es eine ganz hoffnungslose Sache, zu glauben, daß diese hinreichen, aus sich heraus China zu einem Staatengebilde zu reformieren, mit dem ein modus vivendi für die Kulturstaaten möglich wäre. Wir vermögen diesen Verfall mit seinen Folgen nicht länger zu ertragen, wir vermögen ihn aber auch nicht aufzuhalten, und die Hauptschuld der Chinesen besteht darin, ihn nicht selbst aufhalten zu können. China war wie ein Menschs, der unter Kuratel gestellt werden mußte; wenn nichts anderes, so haben uns die furchtbaren Vorgänge in Peking über diese Notwendigkeit belehrt. Wir sind nicht zum Vergnügen nach Kiautschou gegangen und wir haben dort wenig Land genommen, nicht mehr als für den Stützpunkt unserer Operationen nötig war. Der Verfall Chinas selbst zwang uns dazu. Auch die Besitzergreifungen der anderen Nationen sind überwiegend in demselben Lichte zu beurteilen. Der chinesische Standpunkt ist selbstverständlich ein anderer; aber der Europäer, der ihn aus Idealismus teilt, überschätzt China und unterschätzt die Aufgaben seines eigenen Vaterlandes, sowohl in materieller, wie in idealer Beziehung. Der europäische „Karren" ist in China zur Zeit erhebliche verfahren worden. Es war nicht unser Fehler. Wir brauchen auch nicht zu besorgen, daß er stecken bleibt. Das Wort, daß unsere Fahnen über der verwahrlosesten Hauptstadt der Welt wehen werden, wird sich früher ober später erfüllen; "das wäre an sich ein wenig befriedigender Erfolg; aber er gebietet neben dem Gebote der Ehre die einzige Möglichkeit, dem deutschen Nationalvermögen. Milliarden zu retten, die in Ostasien für uns auf dem Spiele stehen, und gleichzeitig wird er das Fortwirken des deutschen Schwergewichtes zur Verhinderung eines Weltkrieges zwischen Kulturnationen schern. » ♦ * Das Reutersche Büreau verbreitet den Vorschlag, man möge Japan als Entschädigung für sein Eingreifen in die chinesischen Wirren die Erlaubnis geben, Korea in ähnlicher Weise zu besetzen, wie dies England mit Aegypten gethan habe. Reuter meint, daß dies die beste und richtigste Kompensation sein dürfte. Uns aber erscheint es vorläufig recht unwahrscheinlich, daß man auf dieser Grundlage zu einem Abkommen gelangen wird, für das die einhellige Zustimmung der Mächte nötig sein würde. Nach! allem, was man bisher über die Haltung Rußlands in den koreanischen Angelegenheiten weiß, ist kaum anzunehmen, daß dieser in Korea so bedeutend engagierte Staat auf den englischen Vorschlag eingehen wird, und da hätte noch der amerikanische Vorschlag, Japan mit Geld abzufinden, mehr Aussicht auf Annahme durch die Mächte. Heber die Lage der europäischen Truppen in China ist seit gestern keine neue Meldung eingetroffen. Dagegen erfährt man, daß Japan nicht nur eine Division, sondern — allerdings nur im Rahmen der Kooperation — noch eine zweite Division im Einverständnis mit den Mächten noch! China senden wird. Die „Köln. Vvlksztg." meldet: Eine im November des vorigen Jahres geschlossene deutsch-russische Abmachung bezüglich Ostasiens gelte auch für die gegenwärtigen chinesischen Wirren. Danach dürfe keine der beiden Mächte einen Schritt unternehmen, der nicht zur Kenntnis der anderen gebracht worden sei und deren Billigung gefunden habe. Bevor Deutschland einen großen Teil feiner Flotte nach China dirigierte, vergewisserte es sich vorher, was es von Frankreich zu erwarten habe, wobei die russische Diplomatie mindestens dafür die Bürgschaft übernehmen zu können glaubte, daß Deutschland sich keines irgendwie unfteundlichen Aktes seitens Frankreichs zu versehen habe; sie habe vielmehr geglaubt, daß Frankreich sich dem deutsch-russischen Abkommen anschließt. Die Kriegsschiffe der beiden verbündeten Mächte organisieren einen umfangreichen Wachtdienst, um die Zufuhr von Waffen und Munition an China zu verhindern. Auch der Petersburger „Herold" erwähnt einen Vertrag zwischen Rußland und Deutschland über die ostasiatische Frage. Wie man uns aus Berlin schreibt, soll ein s olcher Vertrag thatsächlich nicht existieren. Wenn seiner Zeit auch mündliche Besprechungen zwischen den betreffenden Ministern stattgefunden haben mögen, so ist doch ein formeller Vertrag nicht abgeschlossen, weil unsere Beziehungen zu Rußland auch nach dieser Richtung hin stets sehr gute gewesen sind. Die in dem genannten Blatte besprochenen Einzelheiten des angeblichen Vertrages entbehren somit auch jeder thatsächlichen Grundlage. Nachdem der englische Unterstaatssekretär Brodrick sich dahin ausgesprochen hate, daß die englische Regierung ernsten Grund habe, die besseren Nachrichten aus Peking für begründet zu halten, wird man nicht umhin können, als die Nachrichten über Revolutionen und Gegenrevolutionen! in Peking die Möglichkeit näher rücken, daß die Gesandtschaften sichdoch haben halten können. Eine Reuterdepesche besagt, daß die Kaiserin von China am 30. Juni wieder die Regierung übernommen, Yunglu zum ersten Minister ernannt und den Vizekönigen der Südprovinzen für ihre Haltung gedankt und liljnen ans Herz gelegt habe, die Fr em den! zu schützen. Weshalb die Kaiserin dem Boten, der diese Nachricht brachte, nicht auch Briefe der Gesandten mtt- gegeben habe, die ihm zu einer fehr wesentlichen Beglaubigung gedient haben würden, wird nicht gesagt. Unter allen Umständen erwächst aus den günstiger lautenden Nach- richten und der bloßen Möglichkeit, daß die Europäer noch leben, den Regierungen die Pflicht, den Abmarsch eines Rettungskorps nach Kräften zu beschleunigen. So lange man annahm, daß doch nichts mehr zu retten sei, konnte man die Vorbereitungen mit verhältnismäßiger Ruhe betreiben, jetzt aber wird man sich vor Augen halten müssen, daß die neue Lage und die neuen Nachrichten neue Verpflichtungen schaffen, denen man mit äußerster Energie uachkommen muß. Ein Londoner Telegramm lautet: Ende voriger Woche sanden heftige Kämpfe um Tientsin statt. Schon am 4, Juli nachmittags machten die Chinesen einen scharfen Angriff aus die nördlichen Befestigungen der Fremdenniederlassungen. Obwohl die Gewalt des feindlichen Anpralls durch einen gleichzeitig niedergehenden Wolkenbruch an Kraft verlor, und die Angreifer vor Einbruch der Nacht zurückgeschlagen wurden, erlitten die vereinigten Truppen einen Gesamtverlust von 30 Mann an Toten und Verwundeten. Bei der Vertreibung des Feindes erwiesen sich namentlich die Schisfsgeschütze des englischen Kreuzers „Terrible" als wirksam. — Nach einer Reutermeldung vom 4. d. M. aus Tientsin griffen 3 Kompagnien japanesischer Infanterie mit einer Gebirgsbatterie und einigen russischen Schützen die chinesischen Geschütze an, jedoch mit geringem Erfolg. Ein Zwölfpfünder des Kriegsschiffs „Ter- rible" trat darauf bei der Eisenbahnstation in Thätigkeit. Der Feind nahm denselben nnter Feuer und traf ihn mit zwei Geschaffen, wodurch die Laffette leicht beschädigt und ein Matrose verwundet wurde. Das Geschütz wurde zurückgezogen und durch ein französisches ersetzt. Das nächste chinesische Geschoß platzte mitten in der Geschützausstellung und verwundete 3 Mann. Der größere Teil der Frauen und Kinder der Europäer hat Tientsin verlaffen und geht über Tongten nach Shanghai. Obwohl inzwischen weitere Verstärkungen für die vereinigten Truppen eingetroffen sind, wird ernstlich daran gedacht, den Ort preiszugeben. Es heißt, daß zur Verstärkung der Tientsin bereits belagernden chinesischen Armee 2 Generale, der eine mit 10 000 Mann, der andere mit einer Armee von unbekannter Stärke, aus dem Wege von Peking her aus Tientsin vorrücken. — Eine Depesche aus Shanghai meldet: Admiral Bruce telegraphierte aus Taku, er erwarte binnen einer Woche 13 000 Mann japanische Truppen, mit denen er Tientsin werde Hilft bringen können. — Der Shanghaier Vertreter der „Daily Mail" telegraphiert, es unterliege keinem Zweifel, daß Prinz Tsching den Europäern beistehe und Junglu ihm dabei behilflich sei. Um zu verhindern, daß schwere Kanonen gegen die Gesandtschaften verwendet werden, hätten beide sich der Munition bemächtigt und sie beseitigt. * • Wie man aus Kiel meldet, fuhr der Kaiser am Dienstag an Bord des für die Ausreise nach China bereit liegenden Kreuzers „Bussard", um sich von der Besatzung zu verabschieden. Er ermahnte sie in einer kurzen Ansprache zu treuem Ausharren, wünschte den Leute eine gute Fahrt, und begab sich darauf zur „Hohenzollern" zurück. Der „Bussard" verließ sodann den Hasen. Die nach China bestimmte deutsche Brigade soll aus 8 Bataillonen bestehen, von denen Bayern, Sachsen und Württemberg je 1 und Preußen 5 stellt. Der Kommandeur der Brigade dürste noch nicht ernannt sein. Offiziere haben sich ebenso wie Mannschaften in außerordentlich großer Zahl für die Brigade gemeldet. — Nach einer Meldung aus Bremerhasen geht der Lloyddampfer „Gera" am 17. d. MtS. zur Verwendung als Hospital- Schiff nach China. Auch der neue Lloyddampfer „Straßburg" wurde zu Transportzwecken gechartert. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Nachricht, daß der deutsche Kaiser in Kiel der Torpedoinspektion die schleunige Mobilmachung einer Hochsee-TorpedobootSdivision für China ausgetragen habe, ist unzutreffend. Beabsichtigt ill die HerauSsendung von fünf großen neuen Torpedobooten als Depeschenboote für das Kreuzungsgeschwader. Die Torpedoinspektion ist durch das Reichsmarineamt angewiesen worden, die Boote „S. 90 bis 94" für diesen Zweck zur Entsendung nach China klar zu machen. Die Einberufung des BundeSrats-AuSschusseS für auswärtige Angelegenheiten ist, wie die „StaatSbztg." meldet, aus Wunsch des Kaisers erfolgt, dem daran gelegen sei, auf dem in der Reichsverfassung gewiesenen Wege die Bundesregierungen über die durch die Wirren in China gegebenen politische Lage und die ergriffenen und noch zu ergreifenden Maßnahmen in Kenntnis zu setzen. Telegramme deS Oietzerrer Anzeiger-. Berlin, 11. Juli. Die Verproviantierung der in China stationierten gesamten Mannschaften soll von der Heimat aus geleitet werden. In Abständen von je 14 Tagen biirften die Sendungen, denen der Bedarf an Munition und Jnveniarien beigegeben wird, zur Expedition kommen. — Wie zu erwarten war, wird für die bereits nach China entsandten und noch weiter zu entsendenden Landtruppen das entsprechende Sanitätspersonal und Sanitätsmaterial zur Verfügung gestellt werden. Außer einer größeren Anzahl von SanitätS-Offizieren werden auch Apotheker das Expeditions-Korps begleiten. Dem Vernehmen nach sind an die aktiven Militär-Apotheker Anfragen ergangen, ob sie bereit seien, sich für die Expedition zur Verfiigunq zu stellen. Aus die Apotheker des B-urlaublenstande« dürfte zunächst nicht zurückgegriffen werden. n-r j.^£ntl0n,rC-11' • ^uIi' "Daily Expreß" berichtet aus Tschisu: Eme japanische Armee von 22000 Mann darunter 5000 Mann Kavallerie, ist in Taku gelandet. Diese Armee führt 36 schwere Haubitzen und 120 Feldgeschütze mit sich, ebenso eine Abteilung Genietruppen, sowie 8000 Träger. Die Japaner haben alle Vorkehrungen für einen langen Feldzug getroffen. Diese Thatsache scheint den Russen und den Deutschen besonders aufzufallen Auch der französische Befehlshaber sandte seiner Regierung hierüber ein längeres Telegramm. Den Befehl über die japanische Truppenmacht wird entweder der Marschall Nodza oder der Marschall Ozama übernehmen. Innerhalb acht Tagen werden noch weitere 30000 Mann in Taku landen. Vier Tage später werden wiederum 10000 Mann nach China befördert werden, so daß Japan ungefähr 60000 Mann im Norden Chinas stehen hat. London, 11. Juli. Der Vizekönig Likuyi erklärte einem Korrespondenten der „Daily Mail", er sei bereit, den aus Peking kommenden Befehlen gegen die Fremden Folge zu leisten, wenn er überzeugt wäre, daß die Kaiserin-Mutter noch am Leben sei. Die Chinesen besäßen mehr Waffen und Munition als sie gebrauch en könnten. Loudon, 11. Juli. Aus Shanghai wird gemeldet: Man hat hier Abzüge eines Erlasses erhalten, in dem sich der Prinz Tuan öffentlich zum Kaiser erklärt und die Boxer zu ihrem Vorgehen gegen die Fremden beglückwünscht. — Unter der chinesischen Bevölkerung Shanghais herrscht augenblicklich eine große Entmutigung. Mehrere tausend Chinesen haben bereits die Stadt verlassen. Der Einfuhrhandel ist gänzlich abgebrochen infolge der Kreditverweigerung der chinesischen Bankgeschäfte. Die meisten Spinnereien sind geschlossen. Das Anerbieten der vom deutschen Kaiser versprochenen 1000 Tael für die Rettung eines Europäers wird mit Mißtrauen ausgenommen. Washington, 11. Juli. Die amerikanische Regierung hat den Großmächten eine Note zugesandt über ihre Haltung gegenüber China. Es heißt darin, die amerikanische Regierung verfolge heute wie seit 1857 dieselbe Politik, nämlich eine Politik des Friedens in China, eine Politik der Förderung deS berechtigten Handels und des Schutzes der amerikanischen Staatsangehörigen, insofern diese mit den Verträgen und den Menschenrechten übereinstimmen. Die Vereinigten Staaten werden sich den übrigen Großmächten anschließen, um die Eröffnung der Verbindung mit Peking, die Freilassung der amerikanischen Bürger und den Schutz des Lebens und des Eigentums der amerikanischen Bürger in China zu erlangen. Die Regierung wünsche die Aufrechterhaltung des chinesischen Reiches in Bezug aus daS Gebiet und die Verwaltung und wird die durch die Verträge gesicherten Rechte garantieren und die Handelsfreiheit mit ganz China auch fernerhin verlangen. Der Krieg in Südafrika. Ter Staatssekretär des Oranjefrei st aates Bliguant, Unterstaatssekretär Dicksou, GWeraladvokat Vantander und das Mitglied des Rates des Oranjefreistaates Kupferbürger sind in Heilbronn eingetroffen und haben sich den Engländern ergeben. Bliguant und Dick- son schlugen vor, eine Abordnung einflußreicher Beamten an den Präsidenten Steijn «abgehen zu lassen, um auch ihn zur Uebergabe zu überreden. General Hutton wurde am 9. d. M. in Heilbron von einer großen Anzahl Buren angegriffen. Es gelang ihm jedoch, sie ohne große Schwierigkeit zurückzuschlagen. Nach einem Telegramm aus London überraschen dort fortdauernde Kämpfe mit den Buren unangenehm, da man die öffentliche Meinung in England bereits daran gewöhnt hatte, den Krieg als vollständig beendet anzusehen. Dem Reuterscheu Bureau wird aus Senekal (Oranje- Freistaat) vom 9. ds. gemeldet: General Rund le (von dein es neulich hieß, daß er von Dewet gefangen genommen sei) hat heute eine Rekognoszierung ausgeführt und gefunden, daß die Buren die Stellungen rings um Senekal, Biddulphsberg und Tafelberg einbegriffen, geräumt haben. Es scheint, daß viele feindliche Truppen sich nach Ficks- burg, die übrigen nach Retiefsnek bei Betlehem begeben haben. Eine Depesche Lord Roberts aus Pretoria vom Dienstag besagt: Die Streitkräfte Clements und Pagets sind am 7. Juli in Betlehem eingetroffen. Da Dewet sich weigerte, sich, zu ergeben, «nahm ein irländisches, Regiment die feindliche Stellung im Sturme und eroberte ein bei Stormberg verlorenes Geschütz wieder. Der Feind ist in vollem Rückzüge. Die englischen Verluste sind noch nicht vollständig f e st g e st e l l t, jedoch ün- erheblich. Das Bureau des Munizipalrats zu Paris empfing die Abgesandten der Buren. Präsident Crebanvah begrüßte die Vertreter der Schwesterrepubliken, die die Welt durch ihren Heldenmut in Erstaunen gesetzt hätten, und brachte einen Trinkspruch, auf den Präsidenten Krüger und Steijn, die Parlamente und die Soldaten der Völker der Schwester-Republiken aus. D.as Mitglied des ausführenden Rats des Oranje-Freistaats, Fischer, dankte und sprach sein Bedauern über den Tod Villebois-Mareuils aus. Er schloß mit dem Ersuchen, diezivilisierte Welt möge einen Schiedsspruch fällen. Die Abgesandten wurden bei her Ankunft wie bei der Abfahrt von einer zahlreichen Menge begrüßt. * « Telegramm des Gieheuer Anzeigers. Loudon, 11. Juli. Die Blätter ereifern sich über die angeblich schlechte Behandlung der von den Buren gefangen genommenen und jetzt in Freiheit gesetzten 800 Engländer. Es heißt, daß diese mit zerriffenen Burenkleidern und halb verhungert über die Grenze geschickt worden seien. Zweifellos deute die Entlassung der Gefangenen auf die große Not der Abteilung des Generals Dewet hin. Deutsches Reich. Berlin, 10. Juli. Aus Kiel wird gemeldet: Der Kaiser begab sich nach der Besichtigung des „Bussard" um 9 Uhr früh auf die „Hohenzollern". Das nächste Ziel der Kaiseryacht ist Bergerr. — Wie oer „Westfälische Anzeiger" meldet, hat der Kaiser folgendes Telegramm an den Major v. Falk gerichtet: „Ich höre mit aufrichtigem Bedauern, daß Sie Ihren Vater verloren haben, ww spreche Ihnen und Ihrer Familie bei diesem schmerzlichen Verlust meine herzliche Teilnahme aus. Wilhelm". — Die Prinzessin Heinrich von Preußen vollendet am Mittwoch ihr 34. Lebensjahr. Die Prinzessin ist bekanntlich eine geborene Prinzessin Irene von Hessen, Schwester des Großl>erzogs von Hessen, und seit dem 24. Mai 1888 mit dem Prinzen Heinrich von Preußen, Bruder des Kaisers, vermählt. Der Ehe entsprossen die Prinzen Waldemar, Sigismund und Heinrich. — Zu der Meldung der in Hannover erscheinende« „Deutschen Volksztg.", Prinz Max von Baden habe kürzlich bei einem Familiendiner in Gmunden „zum ersten Male das ihm von „unserem Herzog" verliehene Großkreuz des hannoverschen Georgsordens" getragen, schreibe die „Berl. N. Nachr.": Wir wissen nicht, ob diese Behauptung richtig ist, wohl aber wissen wir, daß die Welfen srch auf dem Holzwege befinden, wenn fie auf die Gmun- dener Fannlrenferer irgend welche politischen Hoffnungen gründen. Der Standpunkt Preußens in der welfischen Frage hat sich um keines Haares Breite geändert und wird auch in Zukunft der gleiche bleiben. — Wie man aus München meldet, reiste der Staatsminister Freiherr v. Crailsheim heute nach Berlin, um den Sitzungen des Ausschusses des Bundesrats für auswärtige Angelegenheiten zu präsidieren. — Staatssekretär Graf Posadowsky ist heute nach' Paris zum Besuche der Weltausstellung abgereist. — Dem Generalstabsoffizier der elften Division, Major Freiherrn v. R e i tz e n st e i n, wurde der Rest der Festungshaft in Glatz erlassen und er fogleich dem Stabe des neuen Expeditionskorps nach China zugeteilt. Major von Reitzenstein hatte bekanntlich in dem Kriege Englands gegen Transvaal auf feiten der Buren gekämpft. Nach der „Rhein- (und Ruhrztg." wird er Chef des Stabes der neuerrichteten Brigade. Sein Bruder, Hauptmann von Reitzenstein, wird eine kriegsstarke Batterie, die in der Senne zusammengestellt wird, ebenfalls nach China führen. — Der frühere Chefredakteur der „Kreuzztg.", Philipp v. Nathusius-Sudom, der Bruder des Greifswalder Professors Martin v. Nathusius, ist gestorben. Nathusius ist in der weiteren Öffentlichkeit durch seinen Versuch, eine große deutsche Encyklopädie in konservativem Sinne zu schreiben, und durch seine zum Teil daraus resultierenden finanziellen Prozesse bekannt geworden. — Der Rittergutsbesitzer L i st in Saalfeld (Ostpreußen) hatte sich vor einiger Zeit hartnäckig geweigert, vor einem jüdischen Richter einen Eid zu lei st en, und war daher wegen Eidesverweigerung vom Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hat er Beschwerde eingelegt und gleichzeitig den Antrag gestellt, ihn von einem nichtjüdischen Richter verteidigen: zu hassen. Doch hatte weder die Beschwerde noch oer Antrag irgend welchen Erfolg. Am kommenden Donnerstag soll er vor demselben jüdischen Richter wieder den Eid leisten. Er soll einem dortigen Rechtsanwalt erklärt haben, er werde auch jetzt nicht den Eid leisten. — Pfarrer Bräunlich aus Wetzdorf in Thür, ist bekanntlich aus Oesterreich ausgewiesen worden. Er schildert jetzt in der „Tägl. Rundschau" seine Ausweisung ausführlich. Er habe am Abend des 2. an einer streng vertraulichen Zusammenkunft der Brünner Evangelischen Gemeinde teilgenommen, zu der nur Eingeladene Zutritt hatten, müsse aber durch einen Polizeispitzel angezeigt worden sein. In der Nacht darauf fei er durch zwei Schutzleute aus dem Bette geholt, auf die Polizei gebracht, dort bis zum Abend sestgehalten und nachts eineinhalb Uhr irn Schnellzug über die Grenze geschafft worden, weil er wegen politischer, nationaler und religiöser Umtriebe aus allen im Reichsrat vertretenen Ländern für immer abgeschafft, das heißt ausgewiesen worden sei. Der deutsche Konsul (heißt es in der Zuschrift) gab mir leider nicht einmal Gelegenheit, mich Ausführlich auszusprechen, sondern stellte sich sofort auf die Seite des Polizeipräsidenten und tadelte mein Unternehmen, versprach jedoch, die Sache zu verfolgen und eventuell sich zu verwenden. Stuttgart, 10. Juli. Der Abg. Haußmann hat in der Schlußsitzung des Abgeordnetenhauses die Art und Weise, mit der das evangelische Konsistoriummitden Lehrern verkehrt, zur Sprache gebracht. Er nannte die Sprache des Konsistoriums grobe und in- juriöse Angriffe. Der Sachverhalt war der, daß dem Oberlehrer G o n o l d, der den Vorsitzdes würt- tembergischen Volksschullehre? Vereins inne hat, vom Konsistorium Mißbilligung ausgesprochen worden war, weil er bezüglich der Organistenbesok- d u n g bei den Lehrern eine Umfrage veranstaltet hatte. Darob führte der geschäftsführende Ausschuß des Lehrervereins in einer Eingabe an das Konsistorium aus, welche Gründe zur Einleitung jener gerügten Umfrage Anlaß gegeben hatten und erklärte dabei, nicht Gonold, sondern der gesamte Ausschuß sei für die Umfrage verantwortliche Diese Eingabe war sachslich gehalten und das zutage getretene Solidaritätsgefühl war nicht Tadelnswertes. Das Konsistorium aber eröffnete einem der Mitunterzeichner, „es habe die von ihm geschriebene und von dem sogenannten geschäftsführenden Vorstand des württembergischen Schulvereins unterzeichnete Eingabe, die in der an diesen Kundgebungen gewohnten breitspurigen und dünkelhaften Art'abgefaßt fei, eingefthen und stelle(ihm und den weiteren Unterzeichnern anheim, den gegen Oberlehrer Gonold ausgesprochenen Tadel auch auf sich zu beziehen". Der Ausschuß des Volksschullehrervereins hat nunmehr den Schutz des Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens angerufen und zwar auf einstimmigen Beschluß hin und im Hinweis darauf, daß die im Interesse des württembergi- schen Bolksschullehrervereins geübte Thätigkeit sich innerhalb der gesetzlichen Schranken und unter Beachtung der gebührenden Form vollzogen hat. München, 10. Juli. Die standesamtliche Eheschließung des Prinzen Rupprecht mit der Prinzessin Marie Gabriele in Baiern erfolgte heute vormittag in der Königlichen Residenz. Dem standesamtlichen Att folgte im Allerheiligsten der Hofkirche die kirchliche Trauung, die der Erzbischof von München-Freising vollzog. Unter den fürsttichen Gästen befand sich auch der Sßer» tretet des Kaisers, Prinz Joachim Albrecht von Preußen. Anstirn-. London, 10. Juli. (Unterhaus). General Laurie fragt, ob in dem Handelsverträge, über den gegenwärtig mit Deutschland verhandelt werde, Canada von den günstigen Tarifsätzen, die dem übrigen britischen Reiche gewährt würden, ausgeschlossen sei. Balfour erwidert, die Verhandlungen mit Deutschland über den neuen Handels- borener Königsberger und sieht gegenwärtig im 49. Lebens^ fahre. Er war anfangs Schauspieler, hauptsächlich am Hamburger Thaliatheater thätig, ging dann zur Oper über und war als Sänger (Baritonist) eine Reihe von Jahren an der Dresdener Oper thätig. Sodann wurde er als Opernregisseur in Dresden angestellt und bekleidete diese Stellung längere Zeit. Seit etwa sechs Jahren ist er mit dem Titel Direktionsrat unter dem Intendanten Grafen Seebach an der künstlerischen Leitung und technischen Verwaltung der Oper in hervorragender Weise beteiligt. Wiesbaden, 10. Juli. In der heutigen Sitzung der Handwerkskammer für Den Regierungsbezirk Wiesbaden wurde nach sehr lang dauernder geheimer Beratung der Rechtsanwalt Bureauvorsteher Schröder-Wiesbaden zum Kammersekretär mit 18 Stimmen gewählt. Unter den 55 Bewerbern um die Stelle befanden sich Bürgermeister in und außer Diensten, Eisenbahn-, Gerichts' und Amtssekretäre, mehrere Rechtsanwälte, Doktoren der Philosophie, Redakteure, Steuerbeamte, Lehrer, Schuhmacher (Bock-Frankfurt), Schneider (Weber-Frankfurt), diese beiden bereits Kammermitglieder, Referendare, Regierungsbeamte, Buchhalter, Kaufleute, Architekten, Ingenieure rc. Wetzlar, 10. Juli. In nichtöffentlicher Sitzung des hiesigen Stadtverordnetenkollegiums fand heute nachmittag um4Uhr im Rathaussaal die Neuwahl eines Bürgermeisters der Stadt Wetzlar statt. Da unser jetziger Bürger- , meister, Herr Moritz, gemäß eigener Entschließung mit dem Ablauf seiner Wahlperiode in den Ruhestand zu treten be- . absichtigt, so kamen nur andere Bewerber in Betracht. Die von dem 1. städtischen Beigeordneten und Bürgermeisterstellvertreter, Apothekenbesitzer Hiepe, geleitete Wahl fiel auf den Bürgermeister Ottov.Zengenin Treptow a. d. Rega (Reg.-Bez. Stettin). Die Wahl erfolgte einstimmig. — Dem Kreissparkassendirektor Schlabach ist der Rote Adlerorden 4. Kl. verliehen worden. Die erwähnte Auszeichnung wurde Direktor Schlabach heute mittag durch den Lavd- ratsamtsverwalter Dr. Sartorius persönlich überreicht. — Bei der gestrigen Ergänzungswahl zum Gewerbegericht Wetzlar wurden im Wahlbezirk I, Wahlort Wetzlar, gewählt: Aus dem Kreise der Arbeitgeber: Bierbrauereibesitzer I G. Almenroeder zu Wetzlar, aus dem Kreise derArbeit- I nehmer: Schneider Hermann Kothe zu Wetzlar. Polizei mußte unvermittelter Sache abziehen, da die Demon- strierendeu erklärten, nur, wenn geschossen werde, abzuziehen. Die Demonstranten hielten in später Nachtstunde das Lokal besetzt und erklärten, auch das weitere Auftreten der deutschen Gesellschaft zu verhindern. Petersburg, 10. Juli. Der Kaiser ist heute nachmittag aus Cholm nach Peterhof zurückgekehrt und hat den Prinzen Kanin von Japan empfangen. Bremerhafeu, 11. Juli. Der Lloyddampfer „Kaiser Wilhelm der Große" brachte gestern 371 Gerettete von den in Hoboken verbrannten Lloyddampfern hier an. Jena, 11. Juli. Die feierliche Enthüllung eines Denk- mals für den bekannten protestantischen Theologen Karl Hase hat heute stattgefunden. Der Feierlichkeit ging am Abend vorher ein Festkommers im „Burgkeller" voran. Dem Weiheakt folgte heute ein Festmahl im „Bären". Paris, 11. Juli. Präsident Loubet unterzeichnete gestern den Begnadigungs-Erlaß zu Gunsten von 480 wegen Gemein-Berbrechen Verurteilter. Sprechstunden der Redaktion des Gießener Anzeigers täglich (mit Ausnahme von Samstag ui* Sonntag) von 6—7 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplanergaffe au«. Aus Stadt und Land. Gießen, den 11. Jpli 1900. Der Turnverein Gießen, gegründet 1846, begeht am Sonntag im Philosophenwald sein Sommersest. DaS | aufgestellte Programm bietet eine Fülle angenehmster Abwechselung, indem neben den Konzertstöcken, auSgesührt von I der auch hier in bestem Ruse stehenden Kapelle des Jnf.- Regiments Nr. 166 zu Hanau unter persönlicher Leitung I ihres Dirigenten Schmidt, namentlich der turnerische Teil im Vordergrund steht. Wir sind überzeugt, daß ge- rade diese Nummern ihre Anziehungskraft auf das Publikum I nicht verfehlen werden, umsomehr, als die Mitglieder sich I zurzeit in einer gut turnerischen Ausbildung befinden. War I es ihnen doch vergönnt, bei dem am verflossenen Sonntag I ftattgesundenen Gaufeste neuen Lorbeer an ihre Fahne zu 1 heften. ES wird jedem Freunde der Turnerei willkommene | Gelegenheit sein, am hiesigen Platze die Entwickelung des I Turnwesens von der ersten Stufe der Ausbildung bis zu I ihrer möglichsten Vollendung wahrnehmen zu können. Der Turnverein hat große Mühe und bedeutende Kosten nicht I gescheut, sodaß zu wünschen ist, daß seinem Feste ein guter Besuch zu Teil wird. " Auszeichnung. Herrn August Frees, Besitzer von Fehsenselds Universitäts-Buchhandlung, ist das Prädrkat eines Großh. Hosbuch- und Kunsthändlers verliehen worden. Das Konzert des Stuttgarter Männersex tetts, das für gestern abend in Steins Saalbau an gekündigt war, mußte wegen zu geringer Beteiligung auS- fallen. Zu verwundern ist dies nun freilich nicht, da wir erst am Abend vorher vorzügliche GesangSvotträge zu hören ! Gelegenheit hatten. •* Der Zirkus Althoff erfreute sich gestern abend wieder eines regen Besuches, sodaß er seine Vorstellungen allabendlich bis zum nächsten Sonntag sortsetzen wird. •• Feuer. Heute nacht 1 Uhr wurden die Einwohner Gießens durch Feueralarm in ihrer Nachtruhe gestört. । Es brannten die Hintergebäude der Bier- und Eishandlung „Zum Löwen" (Inh. Otto Luft), Neuenweg 28. Das Feuer hätte leicht größeren Umfang annehmen können; durch das alsbaldige chatkräftige Eingreifen der Pflicht-, der städtischen freiwilligen und der freiwilligen Gail'schen Feuerwehr wurde es aber aus seinen Herd beschränkt. Die Bewohner des Grundstückes und der anliegenden Häuser hatten in der Eile schon ihre Wohnungen geräumt. Gegen 2 Uhr war man des FeuerS soweit Herr geworden, daß die Feuerwehr nach Zurücklaffung eiuer Brandwache ab- I rücken konnte. Der entstandene Schaden soll durch Ver- I sicherung gedeckt sein. Bestimmte Angaben über die Ent- I stehung des Feuers liegen noch nicht vor. Darmstadt, 10. Juli. Wie nach der „Frkf. Ztg." ver- I lautet, hat Finanzminister Küchler wegen des (seinerzeit I von uns ausführlich mitgeteilten) Sendschreibens an die I Zweite Kammer im Nebenbahnkonslikt eine „entschul- I digende Erklärung" — so sagt das genannte Blatt— I an den Vorsitzenden des Finanzausschusses der Zweiten I Kammer gerichtet. Sie wird im Ausschuß zur Besprechung I gelangen, sobald Herr Küchler durch jein Erscheinen die I Gelegenheit dazu geben wird. Frankfurt, 10. Juli. Nach Mitteilung des Sta- I tistischen Amtes ist die Einwohnerzahl des seit 1. Juli I d. I. erweiterten Stadtkreises Frankfurt a. M. zu genanrv- I tem Zeitpunkte mit etwa 278 500 Seelen anzunehmen. Hier- I von entfallen rund 260000 auf das bisherige Stadtgebiet I von Frankfurt a. M.-Bockenheim und etwa 18 500 auf die I eingemeindeten Vororte Oberrad, Niederrad, Seckbach, für I die bei der letzten Volkszählung (2. Dez. 1895) eine Ein- I wohnerzahl von 7179, 6306 und 2830, zusammen 16 315 I Seelen ermittelt worden war. — Der Magistrat hat in I seiner heutigen Sitzung seine Genehmigung dazu erteilt, I daß dem bisherigen Direktions-Rat Paul Jensen I in Dresden vom 1. November d. I. an die Leitung I unserer Oper übertragen wird. Jensen ist ein ge- Arbeiterbewegung. Amsterdam, 10. Juli. Die Arbeit in Rotterdam ruht noch immer. Etwa 150 Schiffe liegen im Hafen, die nicht werter können. Das Militär ist beträchtlich verstärkt. Ein Mann wurde verhaftet, der einen Arbeitenden ins Waffer stürzen wollte. Die dntte Eskadron des Husarenregiments im Haag ist für Rotterdam berert gehalten. «ertrag würden auf der Basis geführt, daß er auf keine I Kolonie Anwendung finden solle, wenn diese mcht aus- I drücklich den Wunsch äußere, daß sie in den Vertrag em- I bezogen werde. Deutschland habe die Behandlung als meistbegünstigte Nation auf Produkte aus Canada und I Barbados nicht ausgedehnt, weil nach der Anschauung I Deutschlands diese Kolonieen den deutschen Produkten eben- I falls nicht die Meistbegünstigung gewähren. BrÜffel, 10. Juli. Lipido hat durch semen Advokaten I Berufung einlegen lassen gegen daS Urteil, welches ihn I zur Verfügung der Regierung stellt. Gegen den Wacht- I meister der Gendarmerie, welchen Lipido ohne schnstuchen i Befehl laufen ließ, wurde ein Strafverfahren eröffnet. I Paris, 10. Juli. In der Kammer versuchten die Nationalisten aufs neue ihre Obstruktion. Zuerst bemühten sie sich, das vom Senat etwas modifizierte Gesetz I über die vier direkten Steuern wieder in seiner alten Form berzustellen, obwohl die Budgetkommission sich mit der vom Senat eingeführten kleinen Aenderung einverstanden erklärt I hatte. Die Kammer erledigte aber rasch das Gesetz. Darauf I besteigt der Antisemit Drumont die Tribüne. Er will I über den Konflikt zwischen dem Präfekten und Gemeinderat I von Algier interpellieren. Waldeck-Rousseau, dem I Lasies „päpstlicher Gesegneter" zuruft, verlangt Verweisung I der Interpellationen an das Ende der bereits vorgemerkten I Anfragen. Drumont spricht dann für sofortige Diskussion, I wird aber durch Widerspruch der Kammer am Sprechen gehindert. Als er endlich zu Worte kommt, muß der Präsident ihn mehrmals zur Sache rufen. Die Kammer votiert bann mit großer Mehrheit die Rückverweisung der Interpellation. Bei der Beratung von Nachtragskrediten für Ergänzung der Weltausstellungspreise greift der Nationalist Berry den abwesenden Handelsminister heftig an. Er wirft ihm vor, bei der Ernennung der Preisrichter nur Wahlpolitik getrieben und die Aktionäre der gouvernementalen Blätter berücksichtigt, selbst ehemalige Sträflinge ernannt zu haben. Die Regierung mit ihrer servilen Majorität bringe Frankreich an den Abgrund. Der Präsident entzieht unter ungeheurem Tumulte dem Redner das Wort. Der Monarchist Baudry d'Asson ruft daS Wort Gassenjunge und stürmt mit geballter I Faust zur Tribüne hinauf. Die Diener halten ihn zurück. Die Vorlage wird indessen bewilligt. Der Schluß der Kammersitzung gestaltete sich sehr lärmend. Während Waldeck-Rousseau daS Vertagungsdekret verlas, schimpften die Nationallisten mit allen Kräften und konnten sich erst beruhigen, als der Saal leer war. Bei Schluß der Tagung erhebt sich die ganze Linke und ruft: „Es lebe die Republik!" — Auch im Senat war es heute zu skandalösen Austritten gekommen. Anläßlich der Beratung der Kredite für China ergingen sich Gras Blois und Savary in heftigen Ausfällen auf die Regierung. Gmunden, 10. Juli. Heute vormittag ging im Schlöffe Cumberland die Civiltrauung des Prinzen Max von Baden und der Prinzessin Marie Luise von Cumberland vor sich. Die Trauung vollzog der badische HauSminister v. Brauer. Um 10 Uhr traf Kaiser Franz Josef in Begleitung des Erzherzogs Franz Salvator und der Erzherzoginnen Marie Valerie und Elisabeth hier ein. Bald darauf fand in der evangelischen Kirche die kirchliche Trauung statt. Anwesend waren Kaiser Franz Josef, die Königin Marie, der König von Dänemark, das Großherzogspaar von Baden, das Herzogspaar von Cumberland und andere Fürstlichkeiten sowie der englische Botschafter Rum- bold als Vertreter der Königin. Prinz Max und Gemahlin begaben sich am Nachmittag nach Berchtesgaden. Die Braut trug eine Robe aus matter weißer Seide mit kostbaren Spitzen, Myrthen und Orangeblüten geschmückt. Auf der Frisur befand sich eine Krone aus prachtvollen Brillanten. Als Brautjungfern fungierten die Erzherzoginnen Elisabeth Marie, Marie Christine und Marie Anna, sowie die Schwestern der Braut, die Prinzessinnen Alice und Olga. Nach der Trauung sand im Schlosse große GratulationS- kour statt. Kaiser Franz Josef hat an die Würdenträger des Hauses Cumberland hohe Ordensauszeichnungen verliehen. Budapest, 10. Juli. In Szegediu versuchten gestern etwa 50 Studenten die Vorstellung der dort gastierenden deutschen V ariötstruppe zu stören, was auch gelang, da der größte Teil des Publikums mithals. Die Universität und Hschschutr. — Es wird als bemerkenswert hingestellt, daß einem Hessen, der in Freiburg in der Schweiz fich rite ben Dr. jur «moriten hatte, die Führung des Doktor-Titels vom großherzogttch-hessischen Ministerium untersagt worden ist. — Aus Tübingen wird berichtet. Der Prtvatdozent der Chirurgie und Assistenza^t an der hiesigen chirurgischen Klinik, Dr. Hermann Küttner, der erst vor emrgen Tagen vom südafrikanischen Kriegsschauplatz hierher: zurückgekehrt ist und der auch im griechisch türkischen Krieg als Arzt thätig war, hat seitens de« Zentralkomitees des Roten Kreuzes in Berlin dre Aufforderung erhalten, sich an einer Sanitätsexpedition nach China zu beAlm«.- Die diesjährige Dozenten-Zusammenkunft der drei Universitäten Gießen, Göttingen und Marburg fand am 9. ds. in Marburg statt. Es hatten sich von Gießen und Göttingen etwa 70 Personen einaefunden. An den solennen Frühschoppen im Kreuzgang der Universität schloß sich ein Essen im Museum an. Der Abendtrunk wurde auf dem Schloßberg eingenommen.__ Verdingung. Die zur laufenden Unterhaltung der Gtadtkvabeuschule erforder- ltchen Weitzbiuderarbeiten sollen Aienstag den 17. Juli d. J., vormittags 11% Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bi« zum genannten Termine einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 10. Juli 1900. Das Stadtbauamt: Schmandt. 4813 Verdingung. Die zur Unterhaltung der Gebäude des Realgymnasiums und der Realschule erforderlichen Speagker-, Schreiner- und Weitzbinder- arbeiteu sollen öffeuttich verdungen werden, wofür Termin auf Aieustag dm 17. Zuli t. Z., vormittag« 11 Vs Uhr, anberaumt wird. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns auf Zimmer Nr. 7 während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck find bis zum genannten Termin einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 10. Juli 1900. Das Stadtbauamt: Schmandt. 4814 Bekanntmachung. Donnerstag den 12. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier 1. zwangsweiser Haus- und Küchengeräte aller Art, sowie ein Fahrrad, 2. freiwillig: 2 gebrauchte Nähmaschinen gegen Barzahlung versteigert werden. Gießen, den 11. Juli 1900. 02894 Leipel, Gerichtsvollzieher. Verdingung der Erweiterung des Lokomotivschuppens und Anbau eines Bureau- und Werkstattgebäudes nebst Abort auf Bahnhof Friedberg findet am 20. Juli d. Js, vormittags 11 Uhr, im GeschäftSlokale der Unterzeichneten statt. Angebotsformulare und Bedingungen find zum Preise von 1,50 Mk. daselbst erhältlich, auch können die letzteren eingesehen werden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. frrtntfurt a. M«, den v. Julr isoo Königliche 4k0ö Eisendahn-Betri-bsinspection 2. Kohlen! Für Lieferung überall hin, sofort beginnend, sind auf mehrjährigen Abschluß noch avzugedenr Stückkohlen 1 und II Nußkohlen I und II und Gruskohlen. 4810 Gest. Anfragen unter K. N. 7889 an Rudolf Mosse, Köln. 1 Obligationsverlosung. Die Obligation Lit. A Nr. 50 des Rockenberger Anlehens wurde heute durch den Gemeiuderat zur Rückzahlung auf ben I Oktober b. A. ausgelost. Der Inhaber dieser Obligation kann den Betrag hierfür gegen Rückgabe der Obligation und aller rückständigen Coupons bei der Gemeindekaffe oder bei dem Bankhaus I. Grünewald in Gießen am genannte« Tage in Empfang nehmen, da von diesem Tage an die Verzinsung aufhört. Rockenberg, den 4. Juli 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Rockenberg. Wolf. 4809 für MMgr. Das städt. Kurhaus zu DiMurg, direkt am Walde gelegen, mit Waldpark und Spielplatz, bietet für Au« klüqler einen angenehmen Aufenthalt. Zahlreiche gutgrpflegtc Spazierwege in Laub- und -iadelholzwaldungcn (4000 öeTtar), schöne Aussichtspunkte- Schlostruine, Gcburtöstatte Wilhelm« de« Verschwiegenen; W^helmünrrm mit historischer Sammlung. - Das Kurstauo 'st neu "nchlet und bietet alle Bequemlichkeiten bei mastigen Preisen: grober «aal sur Feftlichreue^. Näheres durch den yeritwlttingeraf, Bors. Bürgermeister Elterlich 4808 Danksagung 4807 ausgeführt von der Entröe 50 Pfg. 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