m. 134 Zweites Blatt Dienstag den 12. Ium 190« Gießener Anzeiger General-Unzeiger Amts- und Anzeigeblutt für den Ttreis Gieren. luder 4108 >erem, mit Mn- V Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen de- In« und Au-l» M 9* , hi dengl*6* 6 llhr bi« 1 Uhr * ,t Rübsamen. »it LuSvahme beS Morttag-. Die Gießener pamtkieuvkätler »erden dem Anzeiger Wechsel mit „Hess, iiabteirt* e. „Blätter str hetz, volkskunde- c dchtl. 4 mal beigelegt. Gratisbeilagev: Gießener Familienbtäüer, Der hesststhe Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. R die schmerzliche D lütter und SroßE Adresse für Depeschen: Anzeiger chittz«. Fernsprecher Nr. 5L amen her Itmmbet. nfer, fite. f 1900. 4109 ig 3 Uhr statt. Nezngvprei- vierteljährl. Ml. SAG monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die AbholesteLe» vierteljährl. Ml. IAO monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr, mit Bestellgeld. * * reiner* inb W t «d # * Der Krieg itt Südafrika. DaS englische Kriegsamt hat in den letzten 24 Stunden keive Nachrichten vom Kriegsschauplatz erhalten. In London bildet das Tagesgespräch die Unterbrechung der Telegraphenverbindung zwischen Lord Roberts und dem Süden bei Roodewal. Diese Thatsache läßt er- kemren, daß die Buren ihre frühere Taktik wieder ausgenommen haben. Sie haben einen Anschlag gegen die rückwärtigen Verbindungen des britischen Heeres zur Ausführung gebracht, indem sie bei der genannten Bahnstation 57 Km. nordöstlich von kroonstad die Telegraphenlinie zerschnitten. Die Nachricht stammt von dem Oberbefehlshaber der Etappentruppen, Meral Forestier Walker in Kapstadt, und da die letzten amllichen nnd Preßtelegramme von der Front vom 5. Juni datiert sind, so kann man aunehmen, daß um diese Zeit der Streich geführt worden ist. Da indessen Roodewal such eine Station der Bahn uach Pretoria ist, so ist ferner so gut wie sicher, daß die Buren sich nicht damit begnügt haben, den Telegraphendraht durchzuschneiden, sondern daß sie zugleich den Bahnkörper so gründlich wie nur mög» lih zerstört haben. Eine Privatmeldung der „M. N. N." sprüht sogar davon, daß Roberts bereits völlig isoliert sei. «Da Roberts alle seine Truppen selbst braucht, müssen Verstärkungen aus der Kapkolonie und aus Bloemfontein geschickt werden. Die Situation gilt als ernst." Wenn auch Lord Roberts und seine Armee vorläufig in Pretoria nicht der Gefahr ausgesetzt sind, zu verhungern, so ist diese Bahnlinie doch, so lange der Weg durch den Laing Nek nicht von Buller geöffnet ist, die einzige Lebensader der r»g.länder. Nach dem bisherigen Verlauf des Feldzuges ist man überhaupt zu der Behauptung berechtigt, daß der krieg ohne die Eisenbahnen ganz unmöglich gewesen wäre, Wd um einen Begriff zu geben, in welchem Umfang die Engländer die Bahnlinien ausgenutzt haben, sei mitgeteilt, daß vom Anfang dieses Jahres bis zum 30. April nicht vmiger als 200 000 Mann auf ihnen befördert wurden. Sie erforderten, die Pferde eingeschlossen, 60 000 Eisen- bahswagen oder 500 Wagen jeden Tag. Wäre daher von ggfung an, solange der Aufmarsch der britischen Heere noch iid)t beendet war, das Streben der Buren erfolgreich daraus gerichtet gewesen, hier und dort und überall und immer lieber gegen die Bahnlinien vorzuftoßen, so wäre wahrscheinlich die Entscheidung erheblich hinausgeschoben worden, stuch heute, wo der kleine Krieg begonnen hat, sind solche Vorstöße für die Briten noch empfindlich genug uud es mag ihnen nach der Richtung noch manche unliebsame Ueber- raschuug bevorstehen. Der sachkundige Kritiker des Militär-Wochenblattes beurteilt derartige Versuche in der letzten Nummer dieser Fachzeitung folgendermaßen: Unternehmungen gegen die feindlichen Verbindungen können kaum Mtfi eine ausschlaggebende Bedeutung gewinnen. Und wenn auch daS Afl^ren der Oranje-Buren auf ihre Besitzungen stellenweise zur Ltdcohung und Zerstörung der englischen Zufuhrlmien führen sollte so Imt derartigen, ohne planmäßigen Zusammenhang und emheittiche tuna auSgeführten Angriffen schon deswegen kein besonderer Wert gemessen werden, weil Lord Roberts nut der kaum vermeidenden fftiuna der Drakensberg-Päffe über die Zufuhrlinie Durban-Bethlehem, J „ach Maßgabe seines neueren Vordringens auch über die Bahnlinie turban Johannesburg verfügt, sobald die Sperrung des Defilees bei hingdnel beseitigt ist." General Buller aber glaubt jetzt, durch die Umgehung Itc rechten Flanke der Buren den Schlüssel zum Latngsnek n der Hand zu haben, und wenn er besser schließt, rote der Müffel zu Ladysmith, den er am Spwnkop anzusetzen ver- Äe so ist die Oeffnung des Engroegs von Laingsnek nur 3 eine Frage der Zeit. - Das „Reuter'sche Bureau" utlibet aus Newcastle (Natal) vom 7. Ium: Nachdem Nieral Buller die Buren am 2. Juni aufgefordert hatte, M zu ergeben, bewilligte er ihnen eine dreitägige Waffenöl,e um ihrem General Christian Botha die Einholung m Instruktionen zu ermöglichen. — Ferner meldet General Mer vom Freitag aus Yellow Boom Farm: Am 6 d M nahm General Talbot Coke mit der 10. Brigade mb her südafrikanischen leichten Reiterei den Banwyke Berg. Die «.rl-iiste der Engländer betrugen 4 Tote und 13 Verwundete. In der vom 6 nun 7. d. M. brachten wir 4 Geschütze auf den Vanwyke L« und zwei andere auf den südwestlichen Ausläufer des Jnkwelo S dem Schutze des Feuers dieser Geschütze griff General Hildyard Lbt die Gebirgsausläufer zwischen Bothas Paß und dem Jnkwelo an. U vom General Hildyard wohldurchdachte Angriff wurde von den rchypen, für die kein Berg zu steil war, mit ungeheurem Nachdruck üfüfirt- der Feind wurde umflügelt und gezwungen, sich aus der sehr iK Stellung zurückzuziehen. Ich glaube nicht, daß wir irgendwelche L,,fte gehabt haben, und hoffe, daß wir eine Stellung gewonnen sidrm von der aus man LaingS Nek unhaltbar machen kann. Brussel, 10. Juni. „Petit bleu" veröffentlicht einen Brief aus dem Konqogebiet, in dem der Tod des Agenten Mo rar z mitgeteilt wird, deffen Aussagen in dem bevor- stehenden Prozeffe über die bekannten Greuelthaten von großer Wichtigkeit gewesen wären. In Matadi zirkulieren allerlei Gerüchte über den plötzlichen, geheimnisvollen Tod Morays. Paris, 10. Juni. König Oskar von Schweden besuchte gestern unter Führung des Handelsministers Mille» rand die Ausstellung. — Die Polizeipräfektur organisiert anläßlich des bevorstehenden Besuchs des Prinzen von Wales einen besonderen Sicherheitsdienst, und zwar entgegen dem Wunsche des Prinzen. — Der Großherzog von Sachsen-Weimar hat dem Präsidenten der Republik einen Besuch abgestattet. _ Rom, 10. Juni. Der Abg. Lapiart wurde in Salami von einem Arbeiter durch Dolchstich verwundet. Bei seiner Verhaftung erklärte der Arbeiter, er habe den Gegner seines Kandidaten unschädlich machen wollen. fakultativer Unterricht gepflegt, aber nicht obligatorisch gemacht werden. Einstimmig angenommen wurde ein Antrag, der 1) die wenn auch nicht mechanische, so doch durckjzuführende Gleichstellung der Lehrer mit den Richtern, erster Instanz, 2) die Herabsetzung der Klassenfrequenz, 3) häufigere Revisionen der Schulen wünschte. — Der bisherige Kolonialdirektor Dr. v. Bucht a hab bereits einen Urlaub angetreten. An leitender Stelle besteht die Absicht, ihm eine, seinem bisherigen Range und Einkommen möglichst entsprechende Stellung im Retchs- dienst zu verschaffen. Der neue Kolonialdirektor, Dr. Stuebel, wird voraussichtlich im August hier eintreffen, um jdann sofort sein neues Amt zu übernehmen. — Rach dem „Anhaltischen Staatsanzeiger" hat ber Herzog von Anhalt der FrauJulievoniOppenheim, geb. v. Cohn,die nach dem kürzlich erfolgten Tode ihreA Vaters, des bekannten Hofbankiers und Vertrauensmannes des Kaisers Wilhelm I., Barons von Cohn in Dessau, ihren Wohnsitz von Berlin nach Dessau verlegt hat, gestattet, Namen ujnd Adelsprädikat ihres Vaters anzunehmen, und fortan den Namen Baronin v. Cohn-Oppenheim zu führen. Sie hat neuerdings wieder eine Stiftung von einer Million errichtet, deren Revenüen den Armen und Bedürftigen des ganzen Landes Anhalt ohne Rücksicht auf die Konfession zu Gute kommen sollen. — In der Angelegenheit des im Oktober v. I. von? siamesischen Polizeisoldaten verhafteten und im Gefängnis mißhandelten Reichsangehörigen Ott« Eckert hat der kaiserliche Minister res ident Bangkok auf Weisung von hier volle Genugthuung und Entschädigung verlangt. Die siamesische Regierung ist dem Antrag auf Bestrafung der schuldigen Beamten dadurch nacb gekommen, daß der für die gegen Eckert verhängten ungerechtfertigtem Polizeimaßnahmen verantwortliche Gouverneur aus dem Dienst entlassen wurde. Die Verpflichtung zur Zahlung einer Entschädigungssumme hat die siamesische Regierung gleichfalls anerkannt, und nach längeren Verhandlungen über die Höhe der Summe sich nunmehr bereit erklärt, dem Reichsangehörigen Otto Eckert 20 000 Ticals (etwa 24 000 Mark) auszuzahlen. — Das Attentat gegen den ReichstagsabgeprL)- neten Dr. Lieber, das der Schriftsteller Adolf Brand am 12. Dezember v. I. verübte, stand gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I. zur Verhandlung. Brand wurde wegen wörtlicher und thätlicher Beleidigung des Dr. Lieber dem Anträge des Staatsanwalts gemäß! zu einem Jahre Gefängnis verurteilt und sofort in Haft genommen. — Die gegenwärtig Oberschlesien bereisende Kommission des Reichsmarineamts glaubt nach «ssiner Meldung aus Breslau, daß, ausgenommen Panzerplatten, alle Eisenteile der airdSren Kriegsschiffe auf oberschlesischen Werken hergestellt werden können. Hamburg, 9. Juni. Der „Hamburgischen Börsenhalle" wird von der Woermann - Linie bezüglich der Zeitungsnotizen über die Beförderung englischer Soldaten auf einem Dampfer dieser Linie zwischen Kapstadt und der Walfisch-Bai mitgeteilt, daß sich die Beförderung lediglich auf die Auswechselung der ständigen Besatzung von der Walfisch-Bai bezieht. Es handelte sich dabei etwa um 80 Mann. Stuttgart, 10. Juni. In der Kammer der Abgeordneten erklärte der Ministerpräsident auf eine Anfrage des Zentrums wegen der Verzögerung, die die Besetzung der Stelle eines Kanzlers der Untrer fität Tübingen erfuhr, die Regierung erkenne in vollem Umfange die Gleichberechtigung der Konfessionen bei der Besetzung der Staatsämter an. Bei der Wahl des Professors Schönberg sei das objektive Interesse der Universität, nicht das, konfessionelle Verhältnis maßgebend gewesen. Deutsches Reich. Berlin, 10. Juni. Dem gestrigen Armee-Jagdrennen wohnten der Kaiser, Prinz Albert von Schleswig-Holstein und zahlreiches Gefolge bei. Der Kaiser fuhr in einem Vierspänner nach dem Kaiserpavillon, wo er vom Porstande des Unionklubs begrüßt wurde. Am Rennen nahmen sieben Reiter Teil. Der Kaiser verteilte selbst die von ihm ausgesetzten Ehrenpreise. Leutnant v. Veltheim Uns der Stute „Bulgurlu" gewann die silberne Kaiserbüste, Graf Königsmark auf „Granit" eine silberne Schale, Leutnant v. Bercken auf „Aal" eine silberne Kanne. Der Kaiser sah sodann noch dem Rennen um den von ihm gestifteten silbernen Schild fcu, pen p. Hohenlohe-Oehringens „Tamate" gewann. Der Kaiser besichtigte ferner auf dem Bornstedter Felde das 1. und 3. Garde-Ulanenregiment. Später nahm er im Offtzierkasino des 3. Garde-Ulanen- regiments das Frühstück ein. Vom Kaiser traf an den Chef der schwedischen Flotten station in Stockholm folgende Antwort auf die Huldigungsdepesche von dem für die deutschen Marine-Offiziere veranstalteten Feste ein: „Es gereicht Mir zur großen Freude, zu vernehmen, daß Meine Offiziere der ersten Torpedobootflottille in treuer Kameradschaft vereint sind mit den Nackftommen der alten Wikinger. Indem Ich die Erwartung ausspreche, daß die im hohen Norden geknüpften Bande auf deutschem Boden häufig wieder aufgefrischt werden mögen, bitte Ich Euer Hochwohlgeboren, den Kameraden der königlich schwedischen Marine Meine besten Wünsche für die weitere Entwickelung ihrer alten, in Krieg und Frieden bewährten Waffen auszusprechen. W i l h e l m." — Die Königsberger Krönung s feier, die am 18. Januar 1901 stattfinden soll, wird außerordentlich pomphaft sein. Der „Köln. Volksztg." zufolge ist in Aussicht genommen, daß der ganze Landtag, Abgeordnetenhaus und Herrenhaus, zu der Feier nach Königsberg entboten werden sollen. — Finanzminister v. Miquel hat am Donnerstag der Eröffnung der landwirtschaftlichen Ausstellung in Posen beigewohnt, obgleich bekanntlich in diesen Tagen im preußischen Abgeordnetenhause die Interpellation über den Großschifffahrtsweg Berlin—Stettin und im Zusammenhang damit über die Frage des Mittellandkanals verhandelt wurde. Mit dem Finanzminister v. Miquel war auch der preußische Landwirtschaftsminister in Posen, der aber neben Herrn v. Miquel wenig heroor- getreten ist. Die „ychrdd. Ällg. Ztg." hebt hervor, Fürst Hohenlohe habe von dem beabsichtigten Besuch der diesjährigen Wanderversammlung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Posen „mit Rücksicht auf die zeitigen parlamentarischen Geschäfte Abstand genommen." — lieber die in den letzten Tqgen hier abgehaltene Schulkonferenz schreibt die „Kreuzztg.": Fassen wir die Hauptresultate der Konferenz zusammen, so steht oben an der fast einmütig gefaßte Beschluß, den Abiturienten der drei höheren Schulen mit neunjährigem Kursus — Gymnasium, Real-Gymnasium oder Realschule — das Studium an Universitäten und Hochschulen gleichmäßig fteizugeben. In Vorkursen an den Universitäten bezw. Hochschulen sollen die für die einzelnen Fächer mangelnden Spezialkenntnisse nachgeholt werden. Diese Gleichstellung hat die Voraussetzung und Folge, daß an der Eigenart keiner dieser drei Schulen weiter gerüttelt werden soll. Deshalb sprach sich die Konferenz einhellig gegen die Hinausschiebung des griechischen Unterrichts aus. Demgemäß! soll das Englische an den Gymnasien und zwar als Wien, 10. Juni. Infolge der Auflösung des Verbandes der Rechten hat sich ein neuer Verband gebildet, welcher mit dem Fürsten Schwarzenberg an der Spitze des czechischen Feudaladels, die Südslaven und 7 streng Klerikale, im ganzen 58 Abgeordnete, umfaßt. Der neue Verband ist zu den Czechen sofort in freundschaftliche Beziehungen getreten und erklärte sich mit deren Forderungen auf nationalem Gebiete solidarisch. — Die Schließung des Reichsrats hat allgemein verblüfft, weil eben erst eine große Mehrheit der arbeitswilligen Parteien geschaffen war und die schärfste Obstruktion der Czechen bestimmt erwartet werden mußte. Der Regierung werden von allen Seiten Vorwürfe gemacht, weil die Czechen zu einem billigen Triumphe kämen. Eine ernste Wendung in der inneren Politik wird nicht erwartet; die Regierung wird Wege suchen, um die Staatsnotwendigkeiten zu decken. Die Wirre« in China. Die Kaiserin-Regentin von China hat für d i e B o x e r Partei ergriffen gegen ihre eigenen Truppen. Die Lage ist faamit wenigstens klar geworden; die zivilisierten Mächte wissen, daß sie nicht mit einer Schar irregeleiteter Revolutionäre zu thun haben, sondern mit dem Hofe von Peking selbst, und daß die ganze Bewegung sich darum dreht, alle im „himmlischen Reiche" ansässigen „weißen Teufel" den Fanatikern an das Messer zu liefern. Dem Reuterschen Bureau wird aus Tientsin gemeldet, daß ein neu erlassenes kaiserliches Edikt den Boxers Lob erteile und das Vorgehen derjenigen chinesischen Truppen tadle, welche die Boxer angriffen und töteten. Nach Privatmeldungen aus Peking wußte die englische Diplomatie kurz vor Ausbruch der jüngsten Unruheir von der Kaiserin sehr weitgehende Zugeständnisse für die englischen Missionare, insbesondere deren Verkehr mit den Mandarinen betreffend, zu erlangen. Davon erfuhren die bei diesen geheimen Unterhandlungen umgangenen Fanatiker des Fremdenhasses und machten der Kaiserin, die vor Monaten versprochen hatte, die Aera der Zugeständnisse an die fremden Missionare als abgeschlossen zu betrachten, herbe Vorwürfe. Die Kaiserin soll daraufhin erklärt habeü, alles se: ihr abgepreßt worden, sie sei bereit, die ihrem Volke unpassend erscheinenden Zugeständnisse für ungiltig zu erklären. Diese Haltung der Kaiserin sei von den Fanatikern als Ermutigung aufgefaßt worden, und die Folge davon sei die jetzige Bewegung. Hervorgehoben wird, daß wahrend dieser Vorgeschichte nur von England aber nicht von Frankreich und Deutschland die Rede gewesen sei. Der Agence Havas zufolge hat der französische Admiral Coureiolles em weiteres Detachement in der Stärke von 50 Mann von Taku nach Tientsin entsandt. Eine Depesche «us Wnnan meldet, die Erregung gegen die Fremden sei fo groß, daß der Vizekönig sich außer stände erklärt habe, sie zu schützen. Der französische Konsul hat sich deshalb ch.lt allen seinen Agenten und Missionaren nach Tonkin zurückgezogen; dasselbe hat der französische Resident in Mongtze gethan. Die chinesische Regierung ist benachrich- trgt worden, daß Frankreich sie für die Sicherheit seinsr Staatsangehörigen verantwortlich mache, und daß Frankreich, wenn nötig, für diese Sicherheit selbst sorgen werde. Das amerikanische Kanonenboot „Nashville", von demselben Typ wie die „Helena", ist mit einer Abteilung Ma- rinemannschasten von Cavite nach Taku abgegangen. Man nimmt an, sie solle an die Stelle der „Helena" treten. Das zur Zeit in Shanghai liegende Kriegsschiff „Mono- cacy" ist nach Taku beordert worden. Das italienische Kriegsschiff „Fieramosca", mit pem Admirak Candiani an Bord, ist von Spezia nach Asien in See gegangen. Während sich so die Mächte versammeln, nehmen die Greuelthaten der Boxer ihren Fortgang. Die Stadt Tung- Tschao ist niedergebrannt. Die dortigen Missionare sind aber gerettet. An der Spitze des Aufstandes der sremdenfeindlichen Bewegung steht offen Prinz China- Tuan. Aus Stadt und Land. ($li3out>«u Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen») Gieße«, 11. Juni 1900. DaS Regierungsblatt Rr. 44 vom 8. Juni hat zum Inhalt: Verordnung, die Errichtung einer Ministerial- abteilung für Finanz, und Eisenbahnwesen im Ministerium der Finanzen betreffend. • • Von der Ruderregatta, die am Sonntag in G r ü n a u bei Berlin begann, sendet uns Herr Jean Kirch folgendes Telegramm: „Rübsam en hat die Meisterschaft nach heißem Kampfe gewonnen.- • * Radsport. DaS Mitglied der G. R.-G. „Wanderer- Herr Karl Duill gewann gestern bei einem Wettrennen in Bocholt de» 1. Preis beim Hauptfahren und Eröffnungsfahren, den 2. Preis beim Tandem-Vorgabe- und Zweirad- Borgabe-Fahren. * * Die 8. ordentliche Generalversammlung der freien Bereinigung von Kran ken- kaffen im Großherzogtum Hessen fand geshepn vormittag im Cafee Leib statt. Vertreten waren von den 45 Orts-, 23 Betriebs- und 4 Jnnungskassen, die die Vereinigung umfaßt, 42 Kassen, vorwiegend aus den Provinzen Starkenburg und Rheinhessen; von den in Oberhessen bestehenden Kassen gehören nur wenige der Vereinigung an. Den Vorsitz führte Apotheker M ü n ch aus Worms, wo sich zurzeit der geschäftsführende Ausschuß befindet. Herr Münch begrüßte die erschienenen Vertreter, sowie den Vertreter der Stadt Gießen, Herrn Beigeordneten Wolff, den Vertreter der JnvaliditätsversicheMungsanstalt Großheiczog- tum Hessen, Amtmann Stammler. Ihr Fernbleiben hatten entschuldigt Reg.-Rat Dr. Dietz, und die Vertreter der Großh. Kreisämter Friedberg und Gießen. Der Vorsitzende dankte hierauf der Ortskrankenkasse Gießen dafür, daß sie noch in letzter Stunde ermöglichte, daß die Versammlung in Gießer: stattfinden konnte; einbeöufen war sie ursprünglich nach Vilbel; die dortige Ortskasse mußte aber die Versammlung absagen, da die in Frage kommenden Lokale infolge eines Festes bereits vergeben waren. Beigeordneter Wolff bewillkommnete die Vertreter im Namen der Stadt, Spengler Da hm er im Namen der hiesigen Ortskrankenkasse. Nach Erstattung des Jahresberichts des geschäfts-« führenden Ausschusses durch Herrn Ostermaye r-Worms wurde in die Verhandlungen eingetreten. Der bereits im Jahre 1899 vertagte Antrag der vereinigten Ortskrankenkasse Darmstadt, bett. Anschluß der freien Vereinigung! an den Zentralverband deutscher Krankenkassen, mußte nochmals vertagt werden, da es sich im Laufe der Debatte herausstellte, daß in der Fassung des Antrags ein Irrtum unterlaufen ist; der in der Tagesordnung enthaltene Antrag lautet auf Anschluß an den „Verband deutscher Ortskrankenkassen". — Der folgende, von der Ortskrankenkasse Gießen gestellte Antrag auf Erhöhung der von der Invaliden - Versicherungs - Anstalt zu zahlenden- Hebgebühr wurde von Herrn Fourier-Gießen damit begründet, daß die den Ortskrankenkassen bisher vergütete Hebgebühr in keinem Berhälnis stehe zu der damit verbundenen Arbeit. Von anderer Seite wurde an Hand einiger Beispiele angeführt, daß besonders seitens der Heineren Orts- rc. Kassen in der Ausfertigung der Markenkarten Fehler begangen wurden, deren Beseitigung, wenn ein Karteninhaber in eine große Kasse übertrat, der letzteren schwierige und zeitraubende Arbeit verursachten. Der auf Erhöhung der Gebühr von 6 auf 8 Prozent lautende Antrag wurde zum Beschluß erhoben. — Zu dem Antrag auf Abänderung des- Krankenversicherungsgesetzes lagen eine Reihe, von der 1899 hierfür gewählten siebengliedrigen Kommission ausgearbeitete Abänderungsvorschläge vor. Betx. § 1 des erwähnten Gesetzes wurde die Ausdehnung der Krankenversicherung aus das Hausgesinde für notwendig erachtet, des ferneren die Erhöhung der Lohngrenze der übrigen Versicherungspflichtigen von 2000 auf 2500 empfohlen. — Ein weiterer Antrag bezweckt die gänzliche Beseitigung der Gemeinde- kranken - Versicherung beziehungsweise gleiche Leistungen, wie sie den Ortskrankenkassen auferlegt sind. — Der zu § 6 des Gesetzes gestellte Antrag bezweckt die Gewährung von Heilmitteln, welche zur Wiederherstellung und Erhaltung der Erwerbsfähigkeit notwendig sind, ferner die Erhöhung der gesetzlichen Mindestdauer des Kranken--, geldbezugs von 13 auf 26 Wochen. Zur Vermeidung der Errichtung von nicht berufsartigen Ortskassen wurde empfohlen, künftig nur den Gemeinden das Recht zuzuae- stehen, gemeinsame Ortskrankenkassen zu errichten, im übrigen durch Zentralisation aller Ortskrankenkassen die Organisation zu vereinfachen und damit die Verwaltungskosten zu vermindern. Auch wäre die Verschmelzung der drei Versicherungsarten (Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung) anzubahnen. Zu § 20 wurde die Ausdehnung der Wöchnerinnenunterstützung von 4 auf 6 Wochen, die Erhöhung des durchschnittlichen Tagelohnes von 4 auf 6 Mark und Gewährung von Sterbegeld auch dann empfoh- lan, wenn bei ununterbrochener andauernder Krankheit der Tod vor Ablauf von zwei Jahren eintritt. Die Streichung des von der Ueberversicherung handelnden ersten Absatzes des § 26 a soll angestrebt, desgl. der mit 2 und 3 bezeichneten Bestimmungen (Geschlechtskrankheiten). Die folgenden Anträge beziehen sich auf Aender- ung der Bestimmungen über die Höhe des Reservefonds, den Zusammenschluß der Kassen zu Verbänden behufs Förderung ihrer Interessen, Ausdehnung der Ersatzpslicht seitens der Arbeitgeber in Fällen unterlassener Anmeldung oder Meldung von Lohnveränderungen, Bestellung des Reichsversirberungsamts als letzte Instanz bei Streitigkeiten und als Konsequenz hierzu Unentgeltlichkeit der Rechtspflege; auf Beseitigung der in § 75 und aller anderen enthaltenen Bestimmungen, welche bezüglich der Betriebs-, Fabrik-, Jnnungs- oder Hilfskassen gegenüber der Ortskassen eine ständige Gefahr bilden. Diese Kassen könnten sich lediglich nur auf Kosten der Ortskassen vor, dem Ruin bewahren, indem dieselben erstens nur gesunde Elemente aufnehmen, und zweitens häufig Erkrankten, ohne Rücksicht auf ihre jahrelang wohlerworbenen Rechte, aus dem Arbeits- bezw. Versicherungsverhältnis gewaltsam hinausdrängen, um sich so vor weiterer Inanspruchnahme zu schützen. — Schließlich wird es für wünschenswert erachtet, wenn das neue Krankenversicherungsgesetz Bestimmungen über die Anstellungsverhältnisse der Ortskrankenkassenbeamten enthalten würde; ein diesbezüglicher Antrag lautet: Den bei der Ortskrankenkasse beschäftigten Beamten find, soweit sie nicht als Staats- oder Gemeindebeamten anzusehen sind, die Rechte von Staats- und Gemeindebeamten zu übertragen, und regelt sich deren Anstellungsverhältnis nach den dort geltenden Grundsätzen. Ueber die Anstellung selbst haben lediglich die Kassenvorstände zu bestimme,:. — Von einer Beschlußfassung über die Abänderungsvorschläge mußte abgesehen werden, da die Versammlung über die Tragweite dieser Anträge infolge zu später Zustellung derselben an die Mitglieder nicht hinreichend informiert war. Die Anträge sollen einer im September d. I. in Darmstadt abzuhaltenden außerordentlichen Generalversammlung unterbreitet werden. — Dem Beitritt zum Viktoria-Melitta- Berein zur Errichtung von Heilstätten im Großherzogtum Hessen wurde zugestimmt, der Antrag auf Beitritt zum Zentralkomitee zur Errichtung von Lungenheilstätten im deutschen Reiche abgelehnt. — Zum Vorort der freien Vereinigung wurde Worms (geschäftsführender Ausschuß die Herren Münch, Borger, Lund, Pfannenbecker, Schmuck, Thomam:, Zucker, Ostermayer, Harth) wiedergewählt, und als Ort der nächstjährigen ordentlichen Generalversammlung, die satzungsgemäß in der Provinz Starkenburg stattzufinden hat, Heppenheim vorgesehen. — Einer Einladung des Beigeordneten Wolff folgend, unternahmen die Delegierten einen Rundgang durch die Stadt und bereinigten sich gegen 2 Uhr zu einem Mittagsmahl int (Kaffee Leib. t. Sich, 11. Juni. Am Mittwoch feiert Glasermeister K. Scherff mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit. Scherff war 24 Jahre Mitglied des Gemeinderats und dabei Kontrolleur der Stadtkaffe. Jetzt versieht er das Amt eines Feldgeschworenen und Ortsgerichtsmannes. -i- Müuzeuberg, 10. Juni. Heute veranstaltete der hiesige Kirchenchor wieder ein« seiner Konzerte, die schon eine gewisse Berühmtheit in der Umgegend erlangt haben. Unter den Mitwirkenden befanden sich einige musikalische junge Damen aus Lich, denen wir schon öfters in diesen Konzerten begegnet sind. Ihr Gesang in Soli, Duetten und Terzetten übte auch heute wieder einen Zauber auf bte Herzen bet Zuhörer aus. Die lieblichen, glockenreine» Stimmen in ihrer ganzen Anspruchslosigkeit waren erquicklich zu hören und öffneten uns einen Blick in die Schönheit bet alten Kirchenmusik. Der Tenorist, Lehrer Hildebrand von hier, hatte sich neuere Komponisten gewählt, von denen Schut:g wohl der bekannteste ist. H. trug feinen Part mit schöner, besonders in der Höhe ausgiebiger Stimme vor Auch er fang mit vielem Ausdruck, mit Eifer und Hingabe cand. Bogel aus Friedberg hatte die Violinpartie übernommen. Er trug einige Stücke von Händel und Gluck mit großem und schönen Ton vor. Die Leistungen des Chors endlich standen auf der gewohnten Höhe und verrieten fleißiges Studium. Auch der Chor fang mit voller Hingabe, und feine Vorträge fanden warme Anerkennung. Der Münzenberger Kirche kommt der Reinertrag des Konzerts zu gute. Alle Mitwirkenden haben ihre schönen Kräfte m selbstloser Weise in den Dienst der guten Sache gestellt und sind des Dankes der Gemeinde und der Zuhörer gewiß. Bad-Rauheim, 10. Juni. In der letzten Gemeinderatssitzung veranlaßte der Fahrweg vor der Terraffe eine lebhafte Debatte. Die Großh. Badedirektion beabsichtigt im Einverständnis mit der Regierung eine Verlegnng des Fahrweges vor der Terraffe, da der Verkehr dort während her Konzerte rc. und besonders an Sonn- und Feiertagen za groß fei und mit der Zeit unerträglich werde. Gegen die Verlegung des Fahrweges hinter das Kurhaus hatte auch vom Gemeinderatskollegium prinzipiell niemand etwa« ein- zuwenden, dagegen wurde der Ansicht Ausdruck gegeben, mit der Verlegung des Fahrwegs könne vielleicht später der Weg vor der Terraffe für Leute ohne Kurkarten geschloffen werden, was der Vertreter der Regierung mit Bestinimtheit verneinte. Das auszuarbeitende Projekt soll demnächst vor» gelegt werden. — Die Fremdenfrequenz der diesjährigen Saison beträgt, nachdem in der abgelausenen Woche 1105 Kurgäste in Zugang gekommen sind (1212 in der Woche vorher) 6512 Personen, wovon sich zurzeit noch 4701 hier befinden. Abgegeben sind bis jetzt insgesamt 62943 Bäder, worunter sich 3786 Freibäder befinden. D a r m st a dt, 11. Zum. (Privat Telegramm des „Gießener Anzeigers".) Heute Vormittag von 8 Uhr ab findet in dem bis auf weiteres zum Ziehungssaal bestimmten Saale de» „Schützenhofes" die Ziehung 3. Klaffe der 1. Großh. Hessische« Landeslotterie statt. Es fielen auf: 10 915 50000 Mk. (Vs Anteil davon fällt an die Gesellschaft Fortuna mit 500 Mitglieder), 30970 15 000 Ml., 26423 10000 Mk., 5347 5000 Mk., 23 920 und 27469 je 3000 Mk., 9408, 17388 und 26709 je 2000 M., 4623,6458,15 717,28 929 und 32 878 je 1000 Mk. Mainz, 10. Juni. Der Kaiser wird, wie man dem „M. A." aus bester Quelle bestimmt mitteilt, Mitte August hierherkommen, und auf dem großen Sande eine Truppenbesichtigung abhalten. Nähere Dispositionen stehen noch aus. — Unter den zahlreichen Gästen, die Mainz zum Gutenbergfest erwartet, verdienen zwei besonderer Beachtung, sind eS doch die beiden letzten männlichen Nachkommen aus Gutenbergs Geschlecht. Der Oheim des kinderlos gestorbenen Erfinders, Ortlieb GenSfieisch zur Laden, verheiratete feine Tochter Hildegard, also Gutenbergs Base, an den Mainzer weltlichen Richter Johann v. Molsberg (1424 bis 1465). Aus dieser Verbindung stammt in urkundlich feststehender Folge das jetzt noch lebende Brüderpaar Baron Paul Adolf von Molsberg auf Langenau bei Mainz, einer der bedeutendsten Obstzüchter Deutschlands, und Freiherr Heinrich Otto v. MolSberg, General der Artillerie z. D. in Stuttgart. Mit ihnen schließt, da sie keine Söhne hinterlassen, die bis 1277 nachweisbare Ahnenreihe dieses mit Gutenberg blutsverwandten Patriziergeschlechts, die einzigen wohl aus Gutenberg- Bn- wandtenkreis, von dem heute noch Nachkommen existieren. DaS Mainzer FamilienhauS der v. Molsberg hieß nach ihrem Wappen „zum krummen Ring", eS lag am Eck der Korbgasse und des KorbgäßchenS und stieß noch an daS Marktgäßchen. Bei einer baulichen Veränderung des merkwürdigen Gebäudes im Jahre 1828, wobei viel Altertümliches verloren ging, wurden mehrere Wappen der v. MolSberg, und der ihnen verwandten GenSfieisch, Salmann, Eselweck, Knoblauch und Dulin an den Fenstervertiefungen deS ehemaligen Rittersaales bloSgelegt. Der „krumme Ring" m seiner jetzigen Gestalt ist längst in anderen Besitz über gegangen, dagegen wird die ausgedehnte Rheininsel zwischen Ginsheim und Nackenheim — ein wahres ObstbaumparadieS — die der 1486 gestorbene, mit Katharina Dulin vn- heirathete Walter v. MolSberg als erster Lehensträger von Nassau besaß, heute noch von der v. MolSberg'schen Familie bewohnt. Mainz. 11. Juni. In der gestrigen Sitzung der 40. JahreS-Bersammlung des Vereins deutscher Gas- und Wasser-Fachmänner, die am Samstagabend mit einer Begrüßung im Kasinohof zum Gutenberg eröffnet wurde, verlas der Vorsitzende des Vereins, Geh Kommerzienrat v. Oechelhäuser, ein Begrüßungs-Telegramm des hessischen Staatsministers Rothe. Alsdann hieß der Provivzial-Direktor Frhr. v. Gagern die Teilnehmer, deren Gesamtzahl 765 beträgt, im Namen de- Großherzogs, der Regierung und des Ministeriums des Innern willkommen. Oberbürgermeister Dr. Gaßner sprach im Namen der Stadt ebenfalls herzlichstes Willkommen aus. Hierauf begann die Verhandlung und die Bortrage, deren 24 angemeldet sind. Die Versammlung tagt bis zum nächsten Mittwoch und zahlreiche Festlichkeiten sind vorgesehen. Unter anderem hat die Sekt-Kellere: Kupferberg zu einer Besichtigung eingeladen. Außerdem findet eine Rheinfahrt nach dem Niederwald und Feuerwerk in der neuen Anlage statt. ♦ Wetzlar, 8. Juni. Die diesjährige Generalversammlung der Lokalabteilung Wetzlar des landwirtschaftlichen Vereins [für Rheinpreußen, hatte sich wiederum eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen. Da der Direktor der Lokalabteilung, Landrat Goedecke, zurzeit in Berlin wellt. Ä ! t*or. "- BiCM ln Die !°°M! ^"itagbieb Jte fronen j*e ” o’wet qis’ et Itittn T„ °°- •*** b«bsL ®'*9»ng btt j. J1 dm nüti; *Mw h«A X "“«Mb etw; V Ausdruck oiülV * ** Ä “f Kurkarten grsG, ?“8 «it Bestie Ktt soll bemnadh "en8 dn dirUnp N” 116 (1212 tu der M iurzrit noch 4701 iSgefamt 62943 fern. Anm b(8* Uhr ab findet a h befimnlte» Smit M d» 1. W HeW M 50000 JU./'Jr na »itWMM/, M, M M A.. OS, /'M ind 26109 u) .WJ78 je 1000 W. ■ wirb, wie man bto vilteilt, Mitte Auzi-i Zack eint Truppn Dura stehen noch [, die Mainz zu -fpnbtrrr Seachtsnz inHli^tn 9lad)- .eckzt. ‘RttCiW- W WW d\o ilto Mn M luS dieser Verdick^ Folge das jqi »t ibolf von Wt| bentendsten OW" ch Otto v. MM; Stuttgart. M N sen, die bis 12" tnbttg blutSveM' hl aus Gutenberg!" Nachkommen exifii^ ü. MolSberg hieß« f, es lag a« und stieß noch an b Serandelung nKivielAtettüM ppen der v. * ich, Salmann, W xsL t u, Molsberg ■i 01 x y 6«” ner. Oüttnbr Ss*t ■*«**•5 7 hat #*. TÄ wurden die Verhandlungen durch seinen Stellvertreter, Kreissparkasten-Direktor Schlabach geleitet. An diese Einleitungsworte des Vorsitzenden schloß sich zunächst die Erstattung des Jahresberichts an. Den hierbei gemachten Mitteilungen entnehmen wir, daß der Landwirtschaftliche Verein im vergangenen Jahre, was seine Mitgliederzahl anbetrifft, einen Aufschwung genommen hat, wie wohl nie zuvor. Zu Anfang 1899 zählte er 495 Angehörige; im Laufe des Jahres traten neu ein 92 Mitglieder, während durch Verzug, Tod, Abmeldung rc. ausschieden 27, sodaß also am Schluffe des Jahres ein Bestand von 560 Mitgliedern vorhanden war. Gegenwärtig ist ein Mitglieder- bestand von 557 Personen vorhanden. Die Thätigkeit des Vereins war auch im vergangenen Jahre eine recht rege. Position II der Tagesordnung betraf die Prüfung und Feststellung der Rechnung. Letztere, von dem Vereinsrendanten Herrn Stadtkämmerer Werr, mit gewohnter Sorgsamkeit zusammengestellt, wies nach eine Einnahme von 8065 Mk. 10 Pfg., „ Ausgabe „ 3759 „ 5O_,, sodaß ein Bestand von 4305 Mk. 60 Pfg. verblieben ist. Bon diesem Bestand sind 3555 Mk. 60 Pfg. «als Kapitalstock bei der Kreissparkaffe verzinslich angelegt. Außerdem besitzt der Verein noch Jnventarien, deren Versicherungswert sich huf 2300 Mk. beläuft. Hierauf folgte die Ergänzungswahl für 9 wegen Ablaufs ihrer Wahlperiode ausgeschiedene Vorstandsmitglieder und für das durch Tod abgegangene Mitglied Ludwig-Krofdorf. Erstere, nämlich Rentmeister Huttel-Ehringshausen, Vorsteher Cornelins-Stockhausen, Lehrer Althaus Münchholzhausen, Kassierer Schneider-Niederkleen, Bürgermeister v. Hagen- ^chwalbach, Bürgermeister Moritz, Kreisbaumeister Kämpfer, Stadtkämmerer Werr und Sekretär Klieber-Wetzlar wurden sämtlich wiedergewählt. Für Herrn Ludwig wurde Landwirt Karl Zecher aus Salzböden für den Rest der Wahlperiode neugewählt. Die weitere Verhandlung drehte sich am das für den 5. Juli ds. Js. in Aussicht genommene Tierschaufest in Ehringshausen. Wie der Vorsitzende einleitend bemerkt, ist aus den Kreisen der Landwirte schon öfter« Klage darüber geführt worden, daß es vielen Viehzüchtern wegen der weiten Entfernung des Finsterlohs von manchen Orten des Kreises nicht möglich sei, mit ihren Tieren an den von 3 zu 3 Jahren bei Gelegenheit des Lreistierschaufestes stattfindenden Prämiirungen teilzunehmen. Km diesen Beschwerden Rechnung zu tragen, habe der Vorstand beschloffen, lokale Tierschauen in Aussicht zu nehmen, »>nd zwar habe man sich geeinigt, von den Orten, welche zunächst dafür in Betracht kamen, nämlich Braunfels, Leun Lird Ehringshausen, zuerst den letztgenannten Ort in Vorschlag zu bringen. Durch die Bewilligung der hierfür vorgesehenen Etatsforderung von 500 Mk. habe die Versammlung eigentlich schon ihre Zustimmung dazu erteilt, daß die Tierschau am 5. Juli in Ehringshausen abgehalten werde. Bürgermeister Weber bemerkt, es seien Zweifel vorhanden, ob in Ehringshausen nur Mitglieder des Landw. Vereins Tiere ausstellen dürften oder nicht. Direktor Schlabach erwidert hierauf, es könnten alle Landwirte des Kreises amsstellen. Nur der eine Unterschied sei vorhanden, daß v,ämlich bei gleicher Qualität der ausgestellten Tiere die Tiere der Vereinsmitglieder bei der Prämiirung den Vorzug -ri. halten würden. Vermischtes. * Zum Konitzer Btord. Nach Meldungen aus Könitz bestätigt sich die offizielle Eröffnung der Untersuchung gegen bten Fleischermeister Hoffmann. Eine Verhaftung Hoffmanns wird vor der Hand nicht erfolgen, da durch seine Abführung in daS Untersuchungsgefängnis ein Aufstand der Bevölkerung hervorgerufen werden würde. — Gasanstalts- crrbeiter Masloff wurde unter dem Verdacht, in Bezug auf den Fleischermeifter Lewy einen Meineid geleistet zu hiaben, in Haft genommen.________________________________ Jagd und Sport. Gießen, 11. Juni. An den gestrigen Preistouren beim Kontrolltore des Nordbezirks des Gaues IX, beteiligte sich u. a. der Gießener Radfahr-Verein 1885 in hervorragender Weise. Ganz vorzügliche Leistungen wurden geboten. Universität und Hochschule. Bad Kösen, 10. Juni. Zu der Pfingstvcrsammlung der deutschen Korpsstudenten hatten sich über 600 Mitglieder, darunter viele „alle fetten', hier eingesunden. Im Hotel und Kurhause „Zum mutigen Ritter" fand gleichzertig mit der Versammlung die Eröffnung der neuen Räume statt, unter denen der italienische Saal hervorzuheben ist. Die schöne Ausstattung der Festtäume des „Ritter" erhielt einen beachtenswerten Zuwachs durch ein Bild des Fürsten BiSmarck, das vom 8. C. gestiftet worden ist. Das Bildnis zeigt den unsterblichen Baumeister des deutschen Reiches in bürgerlicher Kleidung. An den Kaiser wurde vom 8. C. ein Huldigungstelegramm abgesandt, das eine überaus huldvolle, mit Jubel aufgenommene Erwiderung fand. Kunst und Wissenschaft. Weimar, 9. Juni. Die 15. Generalversammlung der Goethe- gesellschaft, die von auswärts stark besucht war, wurde heute morgen in Gegenwart des Großherzogs und der Erbgroßherzogin vom Vorsitzenden Dr. Ruland eröffnet. Den Festvortrag über „Goethe und die Philosophie" hielt Profeffor Rudolf Süden (Jena). Auf Anregung des Profeffors Oncken wurde der frühere Vorstand neugewählt. Am Rachmittag fand ein Festmahl, abends eine Festvorfiellung statt, wo Glucks „Iphigenie auf Tauris" gegeben wurde._______________________ Arbeiterbewegung. Hannover, 8. Juni. Der Straßenbahnbetrieb ist heute teilweise wieder ausgenommen worden, nachdem ein kleiner Teil der Ausständigen wieder eingestellt worden ist. Ueber das schroffe Vorgehen der Polizei herrscht in der Bürgerschaft große Entrüstung. Trotzdem die Skandalszenen, die in den letzten Tagen vorgekommen sind, von Rowdies inszeniert waren, hieb die Polizei mit blanker Waffe auch auf das ruhige Publikum ein. Berlin, 10. Juni. Wie eine Lokal-Korrespondent meldet, haben in der verflossenen Nacht unter Ausschluß der Oeffentlichkeü fünf Versammlungen von Straßenbahn-Angestellten stattgefunden, die angeblich sehr stark besucht waren, obwohl die Direktion vorher die Angestellten von der Teilnahme gewarnt habe. In den Versammlungen seien Vorwürfe, daß die Direktion die bei der Einigung übernommenen Verpflichtungen nicht einhalte, erhoben und allerlei Beschwerden vorgebracht worden. Es sei beschloffen worden, gegen das Vorgehen der Direktion entschieden Front zu machen, und in vier Versammlungen seien auch bereits Beschwerde-Kommissionen gewählt worden, die sich mit der Direktion in Verbindung setzen sollten. Die Direktton will demnächst mit einer öffentlichen Kundgebung hervortreten, in der sie sich gegen die in den Versammlungen erhobenen Borwürfe zu rechtfertigen gedenkt. Gestern sind etwa zehn Beamte entlassen worden, die trotz des Verbotes die agitatorische und aufreizende Thättgkeit fortgesetzt haben. Telegramme des Gießener Anzeiger». Berlin, 11. Juni. Oberbürgermeister Kirschner ist von den Straßenbahn-Angestellten ersucht worden, in dem aufs neue ausgebrochenen Streit zwischen der Direktton und dem Personal eine vermittelnde Thätigkeit auszuüben. Heute soll eine Deputatton von Angestellten Herrn Kirschner die Beschwerden des Personals vortragen. Die Angestellten verlangen: 1. Wiedereinstellung der Gemaßregelten. 2. Wahl der Beschwerde-Kommission mittelst geheimen und direkten Wahlrechts. 3. Die Sicherung des Koalitionsrechtes für die Angestellten. Die Aufregung in der Arbeiterschaft über das Verhalten der Direktion ist im Wachsen. An vielen Stellen wurden Sammlungen für die Gemaßregelten eingeleitet. Lille, 11. Juni. In der gestern abgehaltenen Versammlung"zu Gunsten der ausständigen Weber wurde eine Resolution angenommen, in der die Streikenden beglückwünscht und aufgefordert wurden, die Sache der Verminderung der Arbeitszett ohne Lohnherabsetzung energisch »eiter zu verteidigen.______________________________________________________ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. Grllnberg, 9. Juni. Fruchtmarkt. Weizen 15,80—16,00 Mark, Korn 15,96—16,00 Mark, Gerste 14,50—00,00 Mark, Hafer 14,82—15,00 Mark, Erbsen 00,00—00,00 Mark, Linsen 00,00—00,00 Mark, Kartoffeln 3,60-4,00 Mark. Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener werkstätk. Gießen, Airchenplatz y. 718 Neueste Meldungen. Berlin, 11. Juni. Gestern früh halb zwölf Uhr begab such das Kaiserpaar von Potsdam nach Berlin, um im Reichstagsgebäude das Modell zu der Statue Wilhelms I. zu besichtigen. Zur Frühstückstafel waren der Chef des Zivilkabinetts von Lukanus und der Kultusminister Dr. Studt geladen, mit denen der Kaiser darauf eine Besprechung hatte. Um 2 Uhr 45 Minuten ging der Kaiser an Bord der Nacht Alexandra, um die Ruder- Regatta in Grünau zu besuchen. Berlin, 11. Juni. Außer dem Chef des Kreuzer- geschwaders ist auch der kaiserliche Gouverneur in Tsingtau telegraphisch angewiesen worden, zur Bekämpfung der Aufruhrbewegung in ^kord-China in geeigneter Weise mit- zmvirken. — Das Kanonenboot Tiger erhielt den Befehl, sofort nach China abzugehen. Könitz, 11. Juni. Durch die Verhaftung des Arbeiters (siehe Vermischtes) wurde die zum Kirchenbesuch anwesende Landbevölkerung und die Einwohnerschaft heftig erregt. Die Unruhen nahmen einen derartig«! Umfang an, daß Gendarmerie und Polizei mit blank gezogenen Säbeln die Hauptstraßen durchzog. Inzwischen erfolgte durch Volkshaufen ein Stein-Bo m bardement auf die Synagoge. Auch die Schau fenster jüdischer Geschäftsleute wurden zertrümmert. Ein Feuerwehrläschzug trat in Thätigkeit. Sämtliche Sä>ank- lokale mußten schließen. Zwei Kompagnien Militär trafen aus Graudenz ein. London, 11. Juni. AuS Shangai wird gemeldet: Die russische Mission in Tong-Ting. 10 Kilometer und die amerikanische Mission von Nie Tie Tang, 16 Kilometer von der Stadt entfernt wurden gestern in Brand gesteckt. Tausende von Boxern und Soldaten, die den Truppen de» Generals Tung Fu Diang angehören, verübten Greuel- thaten gegen die christlichen Eingeborenen. Gerüchtweise verlautet, daß ernste Zusammenstöße in Nanking stattgefunden haben. Eine strenge Censur ist von der Kaiserin Mutter in Shangai über alle Telegramme verhängt worden. London, 11. Juni. Die französischen, englische», deutschen und russischen Admirale haben in der Ueberzeugung, daß die Kaiserin-Mutter und die chinesische Regierung systematisch die auswärtigen Vertreter in Peking isolieren und die Telegramme, die nach Tientsin gerichtet wurden, zurückbehalten habe, beschlossen, eine starke Hilfs-Kolonne nach Peking zu entsenden mit dem Befehle, sich ihren Weg wenn nötig mit Gewalt zu erzwingen. Diese Kolonne ist 2000 Mann stark und von den Soldaten der Kriegsschiffe zusammengestellt worden, die in Taku gelandet sind. Drei Eisenbahnzüge haben sich die russischen Truppen mit großen Schwierigkeiten erobert. Brüssel, 11. Juni. In den bedrohten Teilen Chinas befinden sich 80 belgische Ingenieure, Aerzte und Bahn- beamte, ferner 23 Missionare und viele Arbeiter der Eisenwerke in Anhang bei Hankow. Bei Tun Khao wurden während der letzten drei Tage im Ganzen 75 Christen ermordet. Die meisten wurden lebendig begraben. Paris, 11. Juni. Das Nationalistenblatt „Liberte" bringt in sensationeller Fassung die Nachricht, der Chef des großen Generalstabes, General D e l a n n e, habe seine Demission gegeben, weil der Kriegsminister Andre Aendernngen im Personal des Generalstabes vorgenommen habe, die nicht von dienstlichen Gründen diktiert waren. Die „Liberte" überschüttet die Regierung mit Beschimpfungen und wirft ihr vor, sie wolle die Drey- fus-Affaire neu beginnen. Sie nennt Andre einen freimaurerischen Politiker und Handlanger Brissons. Kein anderes Blatt weiß bisher etwas von der Demission Delarrnes. Prag, 11. Juni. In zahlreichen tschechischen Städten« haben Freuden-Kundgebungen aus Anlaß des vermeintlichen Sieges der tschechischen Obstruktion stattgefunden. Die Stadt Kolin war gestern beflaggt und illuminiert. Musik-Kapellen unter Vorantritt der Stadtvertretung durchzogen die Straßen. Der Bürgermeister hielt eine die Obstruktionisten feiernde Ansprache; gegen die Deutschen und den Obmann des Polenklubs wurden Schmähungen ausgestoßen. Budapest, 11. Juni. Der Zwiespalt in der ungarischen Sozialdemokratie, der schon jüngst die Bildung einer neuen Gruppe herbeiführte, rief gestern Straßen-Tumulte hervor. Die Dissidenten Partei veranstaltete einen großen Demonstrations-Umzug mit mehreren tausend Teilnehmern, besten Schluß eine Volksversammlung bilden sollte. Der Umzug verlief in vollständiger Ordnung. Auf dem für die Volks-Versammlung bestimmten Platze harrten jedoch mehrere hundert Teilnehmer der andere» Partei, welche die Versammlung hindern wollten. Hierbei kam es zu argen Tumulten, sodaß schließlich die Polizei gezwungen war, die Demonstranten mit der blanken Waffe auseinander zu treiben. Zel'.ilililtiiuiihiiilDi Hekanntmachung. In unserem Güterrechtsregister tourbe eingetragen: Johann Friedrich Müller zu Gießen und Anna Müller ju Unter-Widdersheim haben durch notariellen Vertrag vom 29. Mai 1900 für ihre bevorstehende Ehe Errungenschaftsgemeinschaft im Sinne Ker 1519 und ff. d. B. G. Bs. »ereinbart. Gießen, am 2. Juni 1900. Großh Amtsgericht. 4102 GeffenMche Bekanntmachung. In Sachen der Jakob Gosst Eheleute zu Frankfurt a. M., Kläger, gegen Jea« Gosst in SuoßemLinden, Beklagten, wegen he:ra»Sgabe eines Rechnungrbuches imib seit 19. August 1861 von dem vmmaligen Stadtgericht Gießen 39 st. 37 flr. als Kaution des Klägers M Sicherung der Prozeßkosten hinterlegt und zur Zeit in Verwahr- ung der Großh. Hauptstaatskasie Darmstadt. Kläger und Beklagter find verstorben, der Prozeß ist nicht zum Austrag gekommen, die Kinder der Kläger haben den elterlichen Nachlaß nicht angetreten. Auf Antrag Großh. Hauptstaatskaste werden die Beteiligten und deren Rechtsnachfolger aufgefordert, etwaige Rechte und Ansprüche an der hinterlegten Kaution spätestens im Aufgebotstermin: Msntag, 15. Oktober 1. Js., vormittags 9 Uhr, bei unterzeichnetem Gericht geltend zn machen, andernfalls die Ausschließung derselben mit ihren Ansprüchen gegen die Staatskasse und mit ihren Rechten an dem hinterlegten Gelde erfolgen und letzteres mit den erwachsenen Zinsen dem Großh. Fiskus überwiesen werden wird. Gießen, den 7. Juni 1900. Großh. Amtsgericht. Reuß. 4101 Verdingung. Die Ausführungen der Erd- und Chausfierungsarbeiten bei Herstellung der Ordenbergstraße, ca. 21000 cbm Bodenbewegung und ca. 1700 qm Chaussierung sollen vergeben werden. Termin zur Einreichung der Angebote ist auf Montag den 25. Juni 1900, vormittags 10 Uhr, bei dem unterfertigten Stadtbauamt angesetzt, woselbst auch die Unterlagen gegen Erstattung einer Kopialgebühr von 0,60 Mk. zu erhalten sind. Marburg, den 11. Juni 1900. Da» Stadtbauamt. 4085 Verdingung Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung eines Uebernacktungsgebäudes für 92 Betten auf dem Bahnhof Gießen sollen ungetrennt vergeben werden. Angebote sind mit entsvreckender Aufschrift versehen porto- und gebührenfrei bis zum Termine — am 29. Juni, vormittags 10 Uhr — an unterzeichnete Betriebsinspektion einzusenden, die Verdingungsunterlagen gegen Einsendung von Mk. 5,00 in bar von derselben zu beziehen. 4097 Betriebs-Inspektion 1. Vergebung Mn Kmmrbeiten. Die für den Bau einer Straften» wartwohuung an der KreiS strafte Gieften-Hause« nötigen Arbeiten und L-eferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Samstag bett 16. J««i l. Js. vor- mittags 9 Uhr im Amtszimmrr des Unterzeichneten, woselbst Plan, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, abzugeben. Die Arbeiten und Lieferungen find wie folgt veranschlagt: Erd- u. Maurerarbeiten 1787,67 Mk. Steinhauer-Arbeiten 234,03 „ Zimmer-Arbeiten 949,60 n Dachdecker Arbeiten 320,66 „ Spengler-Arbeiten 120,90 „ Schlosser-Arbeiten 153,60 „ Weißbinder-Arbeiten 626,85 „ Schreiner-Arbeiten 664,45 „ Glaser-Arbeiten 269,12 „ Eisen- u. Röhrenlieferung 122,53 „ Güßen, den 9. Juni 1900. Der Großh Kreisbauinspektor 4112] Stahl. Vergebung von Sauarbeiten. Die zum Rohbau des Schulsaals in Allertshausen erforderlichen Arbeiten und Lieferungen und zwar: veranschlagt zu Erd- u. MaurerarbeUeN 2454,65 Mk. Steinhauerarbeiten 251,64 , Zimmerarbeiten 904,29 , Dachdeckerarbeiten 250,00 „ Spenglerarbeiten 150,12 , Schlosserarbeiten 39,90 , Weißbinderarbeiten 56,63 „ Asphaltpappelieferung 12,35 „ Eisenlieferung 627,66 , solle« im Wege schriftlichen Angebotvergeben werden. Angebote find bis Freitag, deu 22. Juni l. IS., vormittags IO Uhr bei Großh. Bürgermeisterei abzugeben, woselbst Voranschlag, Zeichnungen und Bedingungen zur Einsicht offen liege». Gießen, den 9. Juni 1900. Der Großh. Kreisbauinspektor 4110] Stahl. 4086 737.13 JL in 6. Dachdcckerarbeit 7. Glaserarbeit Weißbinderarbeit 8. n Ktrchenvorftank: 448,25 Schwabe, Pfarrer. 4092 n Unter Roth. 4120 vermieten. Asterweg 6. /Kin Logis nebst Zubehör zu vermieten. 02476 Schützensiratze 1. 1293,75 Mk treibung erfolgt. 3908 H. Zimmer Kreuz, Ecke der Mäusburg. Kreuz, Ecke der Mäusburg. Eisen- u Röhrenlieferung 4111] Stahl. in großer Auswahl bei 02490 Sofortige Erledigung in eigener "Werkatätte. 4088 des 40h0] Eine tüchtige, reindche 3SfimntrgtWenKMn teiligen. 4113 Keßler, Lollar. 4121 Fuhrmann Herzderger. 02484 versteige, t. 4087 ür leichte Arbeit gesucht. 4115 U Köln. 4105 BrrautworÜich für den allgemeinen Teil: P. Wittka; für den Anzeigenteil: Han» Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitätr-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Ließen. 311 ucrkiuifcii itiirtiuliulir Vermietungen (Offen r Stellen Derssl)il'dkiits Muschenheim, den 8. Juni 1900. Großh. Bürgermeisterei Muschenheim. wie folgt veranschlagt: Erd- u. Maurerarbeiten Steinhauer-Arbeiten Zimmer-Arbeiten Dachdecker-Arbeiten Spengler-Arbeiten Weißbinderarbeiten Schreiner-Arbeiten Glaser-Arbeiten Schlosser-Arbeiten 30,00 877,86 704,55 30,00 60,94 20,00 5.00 45,50 54,90 // n n n 3292] Eine Familienwohnung, vier Zimmer mit Zubehör, per I. Juli zu // N 1. Maurerarbeit 2. Steinhauerarbeit Lungstein 3. Zimmerarbeit 4. Schreinerarbeit 5. Schlosserarbeit Die für die Erbauung eines Geräteschuppens mit Stall- gebäude am Leihgesterner-Weg nötigen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Samstag deu 16. Juui l. IS. vormittags 10 Uhr im AmSzimmer des Unterzeichneten, woselbst Plan, Voranschlag und Be dingungen zur Einsicht offen liegen, abzugeben. Die Arbeiten und Lieferungen sind Bedeutende Fabrik der AiNWWiNck welche verschiedene grosse Konsumartikel herstellt, sucht für Giessen und Umgebung tüchtigen, gut eingeführten Vertreter, welcher dieses Revier regelmässig bearbeitet. Offerten unter 0. W. 1039 an Haasen- stein & Vogler, A.-G., C. €1. Kleinhenn. Reue Matjesheringe wieder eingetroffen. Rödgen, den 10. Juni 1900. Für den evangelischen 52,40 334,50 345,22 111,60 188,— 69,— 245,35 52,65 72,- Die Rechnung de« Spar- uud Borschuhvereius Beuern II, eingetr. Gen. mit unbeschr. Haftpflicht zu Beuern, pro 1899 liegt von heute ab 8 Tage lang zur Einsicht der Interessenten bet dem Direktor offen. WOWUUen zum sofortigen Eintritt gesucht. Aktien-Brauerei Giehev 4042] Für ein 14 Tage alte» Kmd wird gut.: Pflegcstelle gefmbt. Näheres bei dem Armenamt Gießen- Beuern, am 9. Juni 1900. Der Vorstand: Wilh. Otto II., Direktoi'. Hch. A Lindenstruth III., Rechner. 9. Spengleraibeit 10. PflasterarbeU 11. 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MtS., morgens 10 Uhr, sollen auf dem hiesigen Rathaus nachstehende Bauarbeiten zur Herstellung eines Anbaues zur Vergrößerung des Schulsaales durch Versteigerung öffentlich in Akkord gegeben werden, als: veranschlagt zu An hiesigem Mik- oder EuMggkschiist wünscht sich ein Kaufmann zu be- welchem seit langen Jahren ein Kolonialwarengeschüft betrieben wurde, per 1. November d. IS. anderweitig zu vermieten. Carl Petri, Marktplatz 18. »ür zwei junge Mädchen, welche am Platze im Geschäft thätig sind, wird ein schönes Zimmer mit voller Peufiou in guter Familie gesucht. Offerten mit Preisangabe pro Monat an die Expedition dieses Blatte« erbeten unter Nr. 4118. SkWMttstkMMg in der Graft. Gdkrförsterei Arnsburg. Dienstag deu 19. Juni, nach Zusammenkunft 9 Uhr vormittags im Gottesackerthal, wird dar Hrugras von den Wiesen im Gottesackerthal, Pfersee und Deckelborn 31581 Südanlage 10. Parterrestock per 1. Juli zu verm. Näheres Kreuz 6. 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Juni: vormittags 10 Uhr: Akademische Feier in der Stadthalle (Cantate von Dr. Volbach, Festrede des Herrn Prof. Dr. Köster in Leipzig, Chor aus der Schöpfung von Haydn), mittags 12 Uhr: Huldigungsart auf dem Gutenbergplatz; nachmittags 2«/e Uhr: Festessen in der Stadtballe; abends 8 Uhr: Kommers daselbst. Montag den 85. Juni: vormittags 10 Uhr: Historischer Festzug; abends in der Stadthalle: Kostümfest. Dienstag den 86. Juni: nachmittags 6 Uhr: Volksfest in der Stadthaie und auf den anliegenden Plätzen. Eintrittskarten für Ausstellung (Mk. 1), Akademische Feier (Mk 2), Festessen (Mk. 4.60), Kommers (50 Pfg.), Tribünensitz auf dem Gutenbergplatz (Mk. 10), Kostümfest (Mk. 3 im Vorverkauf, später Mk. 5) sind erhältlich bei Herrn I. Diemer, Große Bleiche 19 in Mainz. 4098 Mainz. dem Protektorat Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig von Heffeu und bet Rhein. Gutenberg-Feier am 23., 24., 25. und 26. 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Ebenso werden diejenigen, welche noch mit Zahlungen an die genannten Erben im Rückstände sind, mit einer Frist von 14 Tagen aufgefordert, rieselben an den Nachlaßverwalter abzuführen, da sonst gerichtliche Bei- Offerten unter M. K. an die Annoncen - Expedition Haasenstein & Vogler, A.-G., Gtehen, erbeten. 120 Wb. p. Monat u. f. hohe proo. Altbek. prima Hambg.Haus sucht sofort überall resp.Herren z.Cigarrenverkaus an Wirte, Händler rc. Off. u.G. 8884 an G.I«.I>auke L Oo., Hamburg, «si Die Grasende von einem Morgen Wiese zu verkaufen. 4106 Näh. Marburgerftr. 15. "Brockhans Conv.-Lexikon iö 1. latt 170 Mk., verkäufl. 14. Jubiläums- ausg. 17 neue Prachtbände, komplet und ehlerfrei. 0 500 postlag. Künfekd. 4095 4104] Zu verkaufen r Ein großer, gut erhaltener Küchenschrank u. mehrere Herrenkleider (Fracks rc.). Bahnhofstraße 4S, IL, 7-9 abds. Haaimtlkskammer für das GW. Hefti. Zum alsbaldigen Dienstanstritt sucht die Kammer einen Sekretär. 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