Mtzeu. elle eines MMm ihn och g- Wl, . ! amteuÄ^ '« »««wten.Bettir jUi| biS zum 15. Ä Renten - Steinörage ii q . ;nf7. Hnli* ML1 lnicht. — tebrfai. orporation lu& Di«. lder Krbck gesucht. !iv Vllqaabtt Mäher. urfit gtfutbl 401 mn Logt, ßckerSlveg tl,. JtWX\&tX Vk XMl ■ Mrche. I: ■■■■■■■ii chW-W mettiflent« junplhnm.' ortigen Antritt -Agentur mit Setbstgeschmbem C:r ?r. 02457 an die V . llatteS. I jrling jtfi :et g^uMbiing, fc’ loMh-chgegensos-r ;„"nterK.J. 2441. w M* Blattes.^ gg M. 134 Erstes Blatt. Dienstag den 12. Juni 1900 Anrts- ttttö Anzeigablott fiw den Ttveis Gieren Bezugspreis »iericljährl. TOf. 9.28 monatlich 75 Pjg. mit Brlngrrlohn; durch die AbholesteLc» oierteljährl. Mk. 1,X monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljLhrl. mit Bestellgeld. Alle Lnzeigeu-BermittlungSstelleu dcS In- und Äuilanbd aehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgege». Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auSwärlS 20 Pfg. #■■•!*« ww Anzeige« zu der »uchmMagS für free l*«t« IN «scheinender. Nummer bis Dorrn. 10 llhr. Wbe-eSungen spätestens ebeefr» vorher. Kießener Anzeiger Heneral-Unzeiger frftetat tügNch mir Ausnahme des Montag». Die Gießener M«mlrte«ßtältcr »«den de« Anzeiger hm Wechsel mit „Heff. Seebtotrt* ■. „Blatter Mr Hess. Volkskunde- «4chtl 4 ml betgelrgt. ReMelHee, Expedition und Druckerei: Hx. ?. — Gratisdeüagev: Gießener FamiUenblätter, Der hessische Kandwirt, Matter für hessische Volkskunde. Adreffe für Depeschm: Anzeiger Kietz«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Feil. Bekauntmachuug. Die BiehMärkte am 13., 26. und 27. Juni d. I. zu Gießen können unter den mehrfach bekannt gegebenen Beschränkungen abgehalten werden, (s. Gieß. Anz. Nr. 78 vo« 1900.) Zugleich bringen wir die Anordnung vom 7. März 1898 hiermit in Erinnerung: „Auf Grund des § 17 des ReichSviehseuchengesetzeS wird bestimmt, daß alles anläßlich der Gießener Viehmärkte cmfgetriebene und in Gast-, Privat- oder sonstigen Ställen in Gießen, Wieseck und Heuchelheim eingestellte Klauenvieh an den jeweiligen Markttagen zu den bestimmten Stunden morgens und an der bestimmten Stelle an dem Viehmarktplatz zwecks Untersuchung durch das Gr. Kreisveterinäramt vorgeführt werden muß. Zuwiderhandlungen durch Besitzer, Begleiter oder Beauftragte derselben find strafbar nach § 328 R.-S1.-G.-B." Für alle Gießener Viehmärkte gelten bis auf weiteres die oben erwähnten Bestimmungen, sowohl die im Gieß. iAnz. Nr. 78 als die oben abgedruckten, auch wenn keine besondere Bekanntmachung erfolgt. Gießen, den 11. Juni 1900. Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Der Viehmarkt zu Grünberg am 21. Juni kann unter den mehrfach bekannt gegebenen Beschränkungen (s. Gieß. Anz. Nr. 109) abgehalten werden. Alles Marktvieh ist dem Gr. KreiSveterinärarzt zur bestimmten Stunde an der bestimmten Stelle am Viehmarktplatz zur Untersuchung vorzuführen. Besitzer, Begleiter, Beauftragte sind bei Zuwiderhandlungen strafbar nach § 328 St.-G.-B. Gießen, den 11.Juni 1900. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Die Abhaltung aller Viehmärkte im Kreise Gießen ist bis auf weiteres gestattet unter Beobachtung der in den obigen Bekanntmachungen für die Gießener Märkte, bezw. Mr die Lokalmärkte getroffenen Bestimmungen, auch wenn eine besondere Bekanntmachung nicht ergehen sollte. Gießen, den 11. Juni 1900. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, 7. Juni 1900. Betr.: Unterstützung von Familien der zu Friedensübungen einberufenen Mannschaften. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen att die Grotzh. Bürgermeistereien deS KreiseS. Wir nehmen hiermit Veranlassung, Ihnen die gewissenhafte Befolgung der bezüglich der Ausfüllung der Empfangs- bescheinigungen über zu zahlende Familienunterstützungen bestehenden Vorschriften wiederholt zur Pflicht zu machen »nd verweisen auf unser Amtsblatt vom 18. Mai 1899 und unser Ausschreiben vom 29. Juli desselben Jahres (Kreisbl. 178). Namentlich wird die nach dem Kopfe der Spalte 1 erforderliche Angabe nicht vollzogen. v. Bechtold. Gießen, den 11. Juni 1900. «etr.: Die evangelischen Kirchenvoranschläge deS Kreises Gießen für 1900/1901. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen ÄW die evangelischen Kircheuvorftärrde des Kreises. Die definitiv abgeschlossenen rubrizierten Voranschläge Vierden Ihnen dieser Tage zugehen. Wir empfehlen Ihnen, d»as in Ihren Händen befindliche Konzept mit den Ansätzen d>kS Originalvoranschlags in Uebereinstimmung zu bringen, tote auch eine Abschrift der zu den VoranMägen auf- Wnommenen Bemerkungen zur demnächstigen Nachachtung b"tm Konzepte beizusügeu. v. Bechtold. Der Mord von Könitz. Zu den mannigfachen alten Volksworten, an bereit Wahrheit man durch lange Jahrhunderte glaubte, die jedoch durch die Entwickelung unseres modernen LebenÄ längst ad absurdum geführt worden sind, gehört auch dasl vielzitierte, für den ruhigen Bürger sonst recht trostreiche Wort: „Die Sonne bringt es an den Tag", das auch! passend in der Form wiedergec^eben wird: „Es ist nichts so sein gesponnen, es kommt doch endlich an die Sonnen". Heute kann man die Berliner Kriminalpolizei auf etwa anderthalb Dutzend unentdeckter Blutthaten Hinweisen, und mit Staunen konnte man nicht nur vernehmen, daß Jack der Anfschlitzer in veränderter Gestalt auch in der deutschen Reichshauptstadt an gefallenen Mädchen recht häufig sein blutiges Handwerk ausübte, sondern es konnte auch im belebtesten Teile der Stadt ein angesehener Bildhauer, am Hellen Tage eine alte Lehrerin und ein Pfandleiher und auch sonst so manches arme Opfer hingeschlachtet worden, ohne daß die irdische Sühne erfolgte. Auch die Geschichte des Raubmörders Gönczy, den schließlich die Polizei eines südamerikanischen Staates erwischte, bildet nicht gerade ein Ruhmesblatt in den Annalen der ausübenden Organe pes Berliner Sicherheitsdienstes. Diese kleine Reminiscenz kann in gewissem Sinne, dem freilich eine kräftige Ironie nicht fernliegt, eine Erklärung dafiir bilden, daß auch der grauenvolle Mord, der zu Könitz an dem Gymnasiasten Winter verübt worden ist, noch immer nicht aufgehellt worden ist. Berliner Kriminalisten wurden nach der westpreußischen Stadt entsandt, und der Erfolg entsprach der Erwartung. Sie sind keine Londoner und keine Newyorker Detektivs, deren Auswahl nicht nach der Zahl ihrer Dienstzeit als Unteroffizier, sondern nach ihrer Fähigkeit und Findigkeit getroffen wird, sie sind auch nicht feine Psyck>ologeu ober kenntnisreiche Juristen, sondern sie sind lediglich brave Beamte von erprobter Loyalität, nichts weiter. Darum ertönt jedesmal, wenn wieder einmal ein sensationeller Mord ungesühnt bleibt, der Ruf nach einer Reform der Berliner Kriminalpolizei, darum erfolgen in jedem solchen Falle mehr oder minder gut stilisierte Verfügungen vom grünen Tische her, darum bleibt aber ouch immer alles beim alten. Nun darf wohl zugegeben werden, daß in einer Riesenstadt, wie in dem modernen Berlin, sich der kriminalistischen Thätigkeit ganz besondere Schwierigkeiten entgegenstellen. Dort kann der Einzelne untertauchen und verschwinden, ohne daß selbst der Nebenmann es merkt. Anders steht es in einem Nest wie Könitz. Dort kennt jeder den anderen, er weiß, wo er seine Stammkneipe hat, was er gestern zu Mittag gegessen hat und ob die liebende Hausfrau für den nächsten Sonntag einen lieblich duftenden Gänsebraten bereit hält oder eine Kalbskeule. Wenn ein Fremder die Stadt betritt, so folgen ihm hundert Augen, man kritisiert ihn, stellt Vermutungen über den. Zweck seines Aufenthaltes an und rennt eiligst zum Nachbarn, um das interessante Ereignis zu besprechen. Und doch ist es noch immer nicht möglich gewesen, das furchtbare Geheimnis, das über der Ermordung des unglücklichen Winter ruht, zu lüften, und es ist wohl verständlich, daß das Volk, an Kritik nicht gewöhnt, sich nicht nur über die Gründe eine ganz bestimmte Anschauung bildet, die für die Erfolglosigkeit aller kriminalistischen Bemühungen maßgebend seien. Man sagt sich, daß die Entdeckung eines so auffälligen Verbrechens, zumal bei der Aufwendung eines ganz gewaltigen äußerlichen Apparates, doch keineswegs zu den unlöslichen Problemen gehöre, und daß unbekannte Gründe vorliegen müßten, die einer vollen Aufklärung hinderlich im Wege ständen. Und da beginnt man sich zu erinnern, daß ja nicht weit von Könitz, in Sturz, ein Mord irtnter frappierend ähnlichen Umständen verübt wurde, daß damals Verdacht auf jüdischen Schächtern ruhte, und daß die That noch heute ungesühnt geblieben ist. Und man ruft den Schatten des armen Knaben Joancheni Stegemann herauf, der in Xanten verblutete, und ben Schatten der Ester Solymossy von Tisza-Eszlar, und man erinnert an Polna und noch manchen aderen Fall. Und da dämmern in der Volksseele wieder gespenstische Erinnerungen empor an mittelalterlichen Aberglauben, der den Blutmord forderte, um durch Blut zu entsühnen, und während der Besonnene noch vor dem Rätsel steht, hat das Volk längst sein Urteil fertig. Volkes (Stimme ist wahrlich nicht immer Gottes Stimme. Aber wo sie so laut ertönt, wie in Könitz, da pars man nicht mit einem verächtlichen Achselzucken sie überhören wollen. Das Schlagwort, das der Situation in Könitz ihr Gepräge verleiht, liegt in der Behauptung eines jüdischen Ritualmordes. Daß dieses Schlagwort falsch geprägt ist, ist ohne weiteres zugegeben. Wer mag den gebildeten Juden unserer Zeit es zuttauen, daß sie dem unsinnigen Glauben stöhnen, daß durch die Beimischung einiger Blutstropfen, die einem „rituell" geschlachteten Menschenkinde entstammen, ihnen im Diesseits oder im Jenseits ein Verdienst erwachsen werde. Ja, sie würden sich mit Grauen von einer Religion wenden, die solche Scheußlichkeiten befiehlt. Aber jedes Ding hat dennoch eine Kehrseite. So wie von Zeit zu Zeit gerichtliche Verhandlungen es beweisen, daß selbst in unseren Tagen noch Einzelne christliche Sekten existieren, die selbst vor den aberwitzigsten Thaten nicht zurückschrecken, weil sie mit ihnen Gott zu dienen glauben, wie durch lange Jahrhunderte der Fanattsmus zu Selbstverstümmelungen, zu bluckgen Verfolgungen anderer geführt hat, wie kein Psycholog die Nebel zu durchdringen vermag, die auf den Seelen religiös Exaltierter ruhen, so kann auch der bündigste Beweis dafür, daß die mosaische Religion zwar Ritualmord ausschließt und verdammt, die Möglichkeit nicht ausschließen, daß eine borniert fanatische Sekte dennoch anderen Uebungen folgt, daß aus Mißverständnis oder aus grausamen Instinkten unter ihr eine Ueberlieferung festgelegt wurde, die allen unseren und auch allen Empfindungen des wahrhaft religiösen Juden Hohn spricht. Noch heute werden z. B. Hexen mit Mistgabeln erschlagen, Dämonen werden gebannt, Teufel beschworen, und Professoren erzählen von dem Gottseibeiuns, der in den Vulkanen sein Wesen treibt und ein Haar aus dem Schwänze des Teufels hat ebenso, wie die „philharmonische Klystierspritze" eine recht bedenkliche Rolle gespielt. Führen denn picht in Berlin, wie in Paris die Wahrsagerinnen ein 'Leben herrlich und in Freuden? Nein, es ist ein Irrtum, daß die Aufklärung die Alleinherrscherin der Welt geworden ist, und Kenner des Menschentums glauben, daß noch immer die Dummheit die Führerin der Majoritäten ist. Warum soll denn aber allein das Judentum gefeit sein gegen Aberglauben und Rohheit? Warum sollen nicht and), da brandige Glieder sich finden? Es wäre eine Herabsetzung der christlichen Religion, wollte sie den Aberglauben zu ihrer ausschließlichen Domäne machen. Oder sind die schmutzigen geistig zurückgebliebenen und nur in der Zinsrechnung vorgeschrittenen Leute, die im schmierigen Kastan über die Grenze kommen, sind die charakteristischen Gestalten, die „Halbasien" bevölkern, Träger der Bildung? Sie sind es ebensowenig, wie sie die geistigen Repräsentanten des Judentums, wie sie die Repräsentanten jenes Glaubens sind, der zuerst in der Menschheit die unteilbare,Einheit Jehovas lehrte und um solchen Glaubens willen litt. Und es ist nicht ohne Gefahr für diese große Mehrheit, wenn sie sich allzu eifrig identifiziert mit jenen brandigen Gliedern ihres Bekenntnisses, wenn sie allzu fanatisch die beleidigende Lehre aufstellt: „Christen können^ die Thäter sein, Juden nicht", wenn sie gar darangehen sollte, mit materiellen Mitteln ein Verbrechen zu verhüllen, das vielleicht ein paar von fanatischen Zwangsvorstellungen mißleitete Bekenner des mosaischen Glaubens begingen. Wir wissen uns von jeder Voreingenommenheit vollkommen frei. Wir sagen noch heute, daß eine Klarheit über die Mörder von Könitz nicht geschaffen, daß noch immer nicht bewiesen worden ist, ob Christ oder Jude das Schlachtmesser schwang. Und gerade weil die Folgen weit hinausgreifen könnten über die Sphäre des kriminalistischen Einzelfalles, weil wir nickst wünschen, daß die Volks-Vorstellung haften bleibt an dem Bilde, daß die Gesamtheit der jüdischen Religionsbekenner von einer schweren Schuld belastet sei, deshalb wünschen wir mit aller Energie, daß Klarheit geschaffen werde. Die Kriminalistik lehrt Eines: daß kein Motiv zu den Unmöglichkeiten gehöre. Man braucht nicht Edgar Poes faszinierende Geschichten oder Gorons Darstellungen seiner Pariser Thätigkeit gelesen zu haben, um diesen Satz zu verstehen. Wir gehen auf tiie Einzelheiten, die bisher durch private und amtliche Quellen in die Öffentlichkeit drangen, absichtlich jetzt nicht ein, wir versagen es uns auch, Kritik zu üben an manchen wunderlichen Thatsachen, die der Lauf der Zeiten gezeitigt hat, und wir üben diese Zurückhaltung schon deshalb, weil die Darstellung all jener Einzelheiten durchaus verschieden gefärbt wird von der Gunst und Ungunst der Parteien!. Wohl aber müssen wir es hervorheben, daß die Unter- suchurrg nicht erfolglos verlaufen darf, schon weil die Leidenschaften in ungewohntem Maße wachgerufen worden sind und weil die dringende Gefahr besteht, daß der Glaube des Volkes an die Autorität unserer Rechtsordnung auf das Schwerste erschüttert wird. Der Satz der „Germania": „Es kommt nicht heraus, denn es soll und darf nicht herauskommen", dieser Satz, der als Grundsttmmung weiter Kreise hingestellt wird, ist so furchtbar in seiner nackten Sprache, und in seinem tiefsten Sinne, daß er eine Antwort finden muß, und diese Antwort kann nur gegeben werden d.urch die Entdeckung und die unnachsichtliche Be- strafung der Mörder. Deutscher Reichstag. 207. Sitzung vom 9. Zum. 11 Uhr. Die Beratung der Novelle zum Stempelgesetzs, zunächst des Tarifs, wird fortgesetzt bei dem von deff Kommission auf eins pro Mille festgesetzten Umsatzstempel auf Kuxe. Politische Wochenschau. Der Reichstag ist am Mittwoch wieder zusammengetreten, um noch in beschleunigtem Tempo die beiden Gesetzesvorlagen zu erledigen, die den Beschluß der diesmaligen Thätigkeit des Reichstags bilden sollen: die F l o t t e n v o r l a g e und das Rei ch s s e u ch e n -Ge - setz. Der'anfänglich so heiße Kampf um die Flotte ist überraschend schnell in ein ruhigeres und gemächliches Aus Stadt und Land. ** DaS dreißigjährige Stiftungsfest der studentischen Reform-Verbindung „A d e l p h i a" wurde in vergangener Woche in würdigster Weise am Rheine gefeiert. Mit Rücksicht auf die zahlreichen in Rheinhessen wohnenden Philister hatte bereits der Philisterkonvent des 25 jährigen Stiftungsfester beschlossen, das 30 jährige Wiegenfest der Verbindung, nicht in Gießen, sondern in Bingen zu feiern. DienStagmorgeu in aller Frühe fuhren die aktive Verbindung, sowie die in Gießen und Umgebung wohnenden Philister nach Frankfurt, wo zahlreiche Festgenossen der Provinz Starkenburg zu ihnen stießen. Von dort begab man sich nach Mainz. Hier fand in der dicht am Rhein gelegenen „Stadthalle" der feierliche Empfang durch den Festausschuß statt. Bei dem nunmehr stattfindenden Frühschoppen mit Konzert entwickelte sich bald ein fröhliches Treiben. Schon war gegen 12 Uhr die Zahl der Festteilnehmer aus 150 gestiegen, schon belebte sich die Stimmung immer mehr beim Klang der Rheinweinbecher und den fröhlichen Weisen der Kapelle der 117er, da hißte 1230 der Rheindampfer „Elsa" die grün-weiß-goldene Flagge, und unter Absingen des Farbenliedes fuhr die „Adelphia" rheinabwärts. Das herrlichste Wetter begünstigte die Fahrt. Das Ziel der Reise war zunächst Rüdesheim. Von dort fuhr die Gesellschaft in einem Extrazug hinauf zum Niederwalddenkmal. Hier hielt Prof. Dr. Nies-Worms eine begeisterte Ansprache, in der er ausführte, es könne wohl in unserem weiten deutschen Vaterland keinen heiligeren und bedeutungsvolleren Ort geben, als das Fleckchen Erde, auf dem in Erz und Stein die mit Blut und Eisen errungene Reichseinheit verkörpert dastehe, den siegreichen Kämpfern der Jahre 1870/71 zur Ehre, Deutschlands Söhnen zur Mahnung, das Erbteil der Väter zu bewahren und zu schützen. Nirgends könne eine studentische Korporation würdiger und weihevoller an ihrem Stiftungsfeste Treue zu Kaiser und Reich geloben, als vor den Augen der Germania, an dem Wallfahrtsorte deutscher Patrioten, an dem Punkte, wo jeder der drei deutschen Kaiser selbst andachtsvoll geweilt haben. Mit einem begeisterten Hoch auf Kaiser und Reich schloß der Redner, und mächtig klang aus aller Mund zu dem von den Strahlen der Sonne vcr- goldeteu Rhein hinab: Deutschland, Deutschland über alleSp Nach dieser erhebenden Huldigung vor dem Nationaldenkmal, die wohl jedem Teilnehmer unvergeßlich bleiben wird, begab sich der stattliche Zug wieder hinab nach Rüdesheim, von wo die Ueberfahrt nach Bingen erfolgte — eine Uebersahrt, die gar manchen an das schreckliche Unglück zurückdenken ließ, das vor kurzer Zeit den Commititionen vom Verbände der katholischen Studentenvereine zugefioßen war. Nachdem das Trajektboot unter Tusch der an Bord befindlichen Kapelle in Bingen angelaufen war, formierte man sich zu einem Festzuge, der sich durch die Hauptstraßen der Stadt bewegte. Abends fand in dem festlich geschmückten Saale des „Englischen HofeS" der große Festkommers statt, der auf das schönste verlief und erst in früher Morgenstunde einen fröhlichen Abschluß fand. Von den offiziellen Reden, die an diesem Abend gehalten wurden, möchten wir nur kurz die des Vorsitzenden der „Alt Adelphia", des Medizinalrates Dr. Haberkorn-Gießen, hervorheben. In beredten Worten schilderte er die Geschichte der Verbindung von dem Tage der Gründung bis zur Gegenwart. Mit tiefem Ernste gab er ein begreifendes Bild von der Stimmung, die an allen deutschen Hochschulen in den Jahren 1870—73 Platz griff; er führte im einzelnen aus, wie die Resormidee au allen Universitäten auftauchte, wie man überall unabhängig von einander mit Ernst und Eifer den Plan faßte, daS Studententum zu reformieren, wie sich an allen Universitäten Reformverbindungen aufthaten, die alle einig waren in dem Streben, alte uudeutsche Sitten und Gebräuche innerhalb des Korporationswesens von der Wurzel aus auSzurotten. Geradezu ergreifend schilderte der Redner das Ereignis vom 7. Mai 1870, wo die ersten „Adelphen" auf dem Gleiberg za sammenkamen, sich den Eid der Treue gelobten, und zu« ersten Male ihre Brust mit dem grün weiß-goldenen Barste schmückten. Die von allen Anwesenden begeistert aufge- nommene Rede klang in einem donnernden Salamander aus das Blühen, Wachsen und Gedeihen der „Adelphia" auS. Am anderen Morgen versammelten sich die Festteilnehmer gegen 9 Uhr wieder im „Englischen Hof-. Gegen 9^2 Uhr brach man auf nach dem Rheindampfer, der, mit grün.weiß-goldenen Flaggen geschmückt, die Gesellschaft, die durch zahlreiche Beteiligung der Frauen und Töchter der Philister bedeutend angewachsen war, nach Boppard führen sollte. Im herrlichsten Sonnenschein glitzerte der ruhig dahin fließende Rhein, als die Festgenoffen unter Hurrarufen und endlosem Schwenken der Mützen das schöne Bingen verließen. Bald wurde das Deck des Schiffes der Schauplatz des fröhlichsten Treibens. Manch schönes Tänzchen, manch munteres Gesellschaftsspiel ließ die Stunden in Erle dahinfliegen. Besonders stimmungsvoll war das Absingen reich eingetreten, wo der nationale Egoismus der- Tschechen und die engherzigen Parteiinteressen der polnisch-klerikalen Mehrheit sich als stärker erwie en haben alsd as gemeinsame Interesse an der Erhaltung und Förderung des Staatswesens. Trotz alter Bemühungen des Ministerpräsidenten v. Körber ist jetzt nach dem plötzlichen Schluß des Reichsrats die Situation nichts weniger als geklärt und die Aussichten auf eine irgendwie befriedigende Lösung der Krisis sind verschwindend gering geworden Auch in Italien ist trotz des etwas fragwürdigen Sieges der Regierung bei den Wahlen zur Kammer die latente Krisis keineswegs beseitigt worden. Alle Beschönigungsversuche der Regierung können nicht darüber hinwegtäuschen, daß die entschiedene Opposition eine Ätäfti= igung erfahren hat, und erst nach dem Zusammentritt der neuen Kammer wird es sich zeigen, ob die Regierungsmehrheit so fest gefügt ist, um das Schifflein des Kabinetts Pelloux über Wasser zu halten. Ein Antrag Richter (frs. Vp.) will diesen Satz auf dreizehntel herabsetzen. Abg. v. Kardorff (Rp.) plaidiert für denselben Stempel, wie bei Grundstücksverkäufen, also eins pro Mille. Abg. Richter (frs. Vp.) befürwortet seinen Antrag. Ein Kuxanteil lasse sich mit einem Grundstück nicht vergleichen. Abg. Arendt (Rp.) polemisiert gegen die Sozialdemokraten, die der Abg. Gröber .mit Recht die Schutztruppe der Börse genannt habe. Redner tritt für den Kommissionsbeschluß ein und meint, am besten würde es aber gewesen sein, wenn die Regierung Deckungsvorschläge ausgearbeitet hätte. Leider ist dies nicht geschehen. Abg. Richter (frs. Vp.) verweist auf die Essener Handelskammer, die sich entschieden gegen einen so hohen Ausnahmestempel auf Kuxe ausgesprochen habe. Wolle man jemals Interessenten hören, so sei das doch wahrlich hier berechtigt. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) erklärt sich hier ebenfalls gegen den KommissionÄbeschluß, so schwer es ihm auch falle, sich in Gegensatz -zu seinen Freunden zu setzen. Man habe wahrlich allen Anlaß, den soliden gewerkschaftlichen Gewerkschafts-Bergbaubetrieb gegenüber demjenigen auf Aktien zu begünstigen. Mg. Müller-Fulda (Zentr.) hält diese Befürchtungen des Vorredners für übertrieben. Die Debatte wird geschlossen. Ueber den Antrag Richter (frs. Vp.) wird durch Vornahme des Hammelsprungs abgestimmt. Der Antrag wird mit 126 gegen 99 Stimmen abqe- lehnt. Weiter folgt eine Debatte bei per Bestimmung über die Stempelbefreiungen. Abg. Richter (frs. Vp.) beantragt, die nach dem gegenwärtigen Gesetze bestehende Befreiung für Objekte von höchstens 600 Mark, welche die Kommission aufgehobenwiederherzustellen. Der Antrag wird abgelehnt. Die folgende Tarifnummer, „Verdoppelung des Stempels auf Lotterielose" wird genehmigt. Bei Nummer 6, Schiffsfrachturkunden eine Mark, jedoch für Konnossemente im Verkehr zwischen inländischen Häfen und ausländischen der Nord- und Ostsee, des Kanals p.ber der norwegischen Küste nur 10 Pfa., be- ^9- Richter (frs. Vp.), die ganze Nummer zu streichen, eventuell aber den Verkehr, für den die Kom- zu^lassen^" Pfg--Stempel vorschlägt, ganz stempelfrei Abg. Frese (frs. Vg.) erklärt, Pen Vorschlägen dev Kommission seine Zustimmung nicht versagen zu können. ®r. ftlbst hätte sehr gern die Mittel auf anderen Wegen, aufgebracht, so besonders durch eine ^ieichsvermögens- steuer Dies sei aber nicht purchzusetzen gewesen. Weil er, Redner, eine Vergrößerung der Flotte wünsche, stimme er den hier gemachten Vorschlägen zu. Zemler (nl.) erklärt sich in gleichem Sinne^ r. Achter (frs. Vp.) meint, den jetzigen Stempel- beschlussen würden weitere folgen. Mit Kleinem fange man an, mit Großem höre man auf. Die beiden Richterschen Anträge werden abgelehnt. Damit ist der Tarif erledigt. — Beim Stempelgesetz selbst wird ein Antrag Wo er le, es für die inländischen Wohl- thätigkeitslotterien auch noch das ganze Jahr 1901 hindurch bei dem bisherigen Stempel zu belassen, nach kurzer Debatte angenommen. — Artikel 8 dehnt die behördliche Revisionsbefugnis und -Pflicht auf alle Personen aus, welche abgabepflichtige Kauf- und Anschaffungs-Geschäfte oder Schiffsverfrachtungen gewerbsmäßig betreiben oder vermitteln. Abg. Richter (frs. Vp.) beantragt, diese Bestimmung zu streichen. Eine solche Ausdehnung der Revisionspflicht sei ganz überflüssig. Abg. Frese (frs. Vg.) pflichtet dem bei; er hält diese Bestimmung auch für belästigend und erniedrigend. Abg. Müller-Fulda (Ztr.) empfiehlt ein Festhalten an dem Kommissionsbeschluß. Abg. Richter (fr). Vp.) warnt davor, solche Verpflichtungen noch dazu aus der Initiative des Reichstages heraus zu beschließen. Abg. v. Siemens (frs. Vg.) bezweifelt es auch, ob es richtig sei, so weit zu gehen, die Behörde zu ermächtigen, jeden Augenblick auch jedem kleinen Kaufmann auf dem Lande in die Bücher zu gucken-. - Die Abgg. Heim und Gröber (Ztr.) treten für den Kommissionsbeschluß ein. Der Rest des Gesetzes wird, nachdem der Antrag Richter abgelehnt, unverändert nach den KommissionBbeschlüssen angenommen. — Es folgt die zweite Lesung zum Zoll- tarifgesetz. — Punkt 1 der Kommissionsbeschlüsse, der Zoll für Schwefeläther, wird debattelos angenommen. — Bei 2 a, Bier 6 Mk., (bisher 2 Mk.), bittet Abg. Eickhoff (frs. Vp.) um Ablehnung, indem er u. o. auch von den handelspolitischen Konsequenzen einer solchen Zollerhöhung warnt. Der erhöhte Bierzoll wird nach weiterer Debatte angenommen, desgleichen der Zoll auf Liköre (bisher 180 Mark, künftig 240 Mk.), ferner wird der Zoll auf alle übrigen Branntweine erhöht und schließlich auch derjenige auf Schaumweine von 80 Mk. auf 120 Mk. — Der Termin für das Inkrafttreten der neuen Zölle wird auf den 1. Juli 1900 festgesetzt. — Endlich wird noch die Resolution betreffend Besteuerung inländischer Schaumweine, sowie Deklarationszwang für dieselben angenommen. — Montag 12 Uhr: Interpellation Albrecht (Soz.) betr. ernzelstaat iche Strafgesetze gegen den Kontraktbruch, Seuchengesetz Handelsprovisorium mit England, Wcchl- prusungen. Schluß nach 7 einhalb Uhr. Fahrwasser verlaufen. Thatsächlich war der Kampf um die Flottenvorlage bereits in der Kommission entschieden worden und dem Plenum war es lediglich Vorbehalten geblieben, die mit großer Mehrheit gefaßten Kommissions- beschlüsse zu bestätigen. Die jetzt mit großer Mehrheit in zweiter Lesung erfolgte Genehmigung der Flotten-Ver- stärkung entsprach mithin nur der „logischen Konsequenz, der Thatsack)en" und an sie wird sich ohne irgend welche Schwierigkeiten die endgiltige Bewilligung in dritter Lesung reihen, sodaß der Reichstag aller Voraussicht nach bereits am Dienstag seine Pforten schließen können wird und des Reiches Sendboten sich mit dem befriedigenden; Bewußtsein heimwärts begeben können: Nach gethaner Arbeit ist gut ruhn? .Bald nach dem deutschen Reichstag wird auch der preußische Landtag geschlossen werden, ohne daß er die Hauptaufgabe, die ihm gestellt war, gelöst oder auch nur ihrer Lösung um einen Schritt näher gebracht hat. Was freilich kaum noch zweifelhaft fein konnte, ist durch die am Donnerstag im Abgeordnetenhaufe verhandelte Interpellation endgiltig klar gestellt worden, nämlich daß die heiß umstrittene Kanalvorlage für diese Session ad akta gelegt ist und.daß erst die nächste Tagung die Lösung des viel umstrittenen Problems bringen — oder auch nicht bringen wird. Denn wer will heute Voraussagen, wann sich in Bezug auf den Mittellandkanal und die sich stattlich um ihn ankernden ,Kompensationskanäle" das' Wort erfüllen wird: „Es kommen, es gehen die Wasser all', sie rauschen herauf, sie rauschen nieder!" lieber die Beschlüsse der Berliner Schulkonferenz wird nicht allzuviel Zuverlässiges bekannt. Als sicher kann jedoch angenommen werden, daß nicht nur den Realgym- n.asien, sondern auch den Oberrealschulen die Berechtigung des humanistischen Gymnasiums zuerkannt werden soll. Der nichtpreußische Teil Deutschlands wäre durch eine solche Neuerung insofern dierkt berührt, als jeder Mediziner, der an irgend einer deutschen Universität — also künftig auch an Universitäten, an denen ehemalige Oberrealschüler zur Prüfung zugelassen werden — das Staatsexamen abgelegt hat, in jedem Bundesstaate sich als praktischer Arzt niederlassen kann. Die Nachrichten vom Kriegsschauplatz lassen das definitive Ende der FeindseLigkeiten nicht mehr so nahe erscheinen, wie man eine Zeit lang annahm. Am 5. Juni sind allerdings die Engländer in Pretoria eingezogen, und der dritte Abschnitt der Roberts'schen Kriegführung ist damit zum programmmäßigen Abschluß gebracht. Aber Präsident Krüger, der in der vergangenen Woche in Ma- chadodorf weilte, wo die Eisenbahn nach Lydenburg von der Delagoa-Bahn abzweigt, hat erklärt, daß Transvaal den Krieg bis zum bittern Ende führen werde, und so sehen sich die Engländer, wenn sie völlig Frieden haben wollen, genötigt, in dem gebirgigen unwegsamen Gelände von Lydenburg im Nordosten oer Transvaalrepublik den Guerillakrieg aufzunehmen, der jedenfalls noch manches schwere Opfer kosten wird. Weiter kommt in Betracht, daß auch die Truppen, die den Weg von Johannesburg, nach Pretoria, allerdings vergeblich, verteidigt haben, in kaum verminderter Zahl unter den Waffen stehen dürften, daß General Buller Laingsnek immer noch nicht forciert hat, obwohl er nach heftigen Kämpfen am 6. und 7. Juni auf dem besten Wege dazu sein will und daß im Orangefreistaat immer noch einige tausend Burghers stehen, mit denen General Rundle bisher noch nicht fertig geworden ist und die neuerdings Kronstad wieder zu bedrohen scheinen. Aus all dem geht hervor, daß die Engländer noch ein erhebliches Stück militärischer Arbeit zu thun haben werden, ehe sie die Waffen aus der Hand legen können, vorausgesetzt allerdings, und das ist immer noch der unsichere Punkt in dieser Rechnung, daß die Buren zum Verzwchf- lungskampf wirklich entschlossen sind. Der alte Krüger will ihn ja, das ist begreiflich; der Union Jack auf dem Regieren gspalast von Pretoria und die englischen Wachtposten vor dem Hause, in dem seine greise Lebensgefährtin mit der Würde einer römischen Matrone die Gardeoffiziere empfangen hat, bedeuten den Zusammenbruch seinesLebenswertes, und er mag wohl für feine Person den Heldqntod auf dessen Trümmern txer Notwendigkeit vorziehen, sich in irgend einem fremden Erdteil einen Ruheplatz für den trüben Rest feiner Tage zu suchen, so begeistert er ja ohne Zweifel nicht itur in Holland, sondern auch in Amerika und wohl auch in Deutschland von der Bevölkerung empfangen würde; aber ob fein Einfluß ausreicht, die Tausende zufammenzuhalten, die nur auf ihre Farmen zurückzukehren brauchen, um, abgesehen von dem politischen Einfluß, ihr altes Leben fortzn- setzen, ist doch fraglich, und wir möchten es aus mancherlei Gründen nicht für wahrscheinlich halten, vor allem deswegen, weil die Buren im ganzen Verlaufe des Krieges sich niemals zu einem Verzweiflungskampfe gestellt haben. Sahen sie, daß nichts zu machen, auch ein Sieg schl^chte)r- dings nicht oder nur mit unverhältnismäßig großen Opfern zu hoffen war, so nahmen sie die Schlacht lieber gar nicht an,'sondern begaben sich außer Schußweite. So erklärt sich, laß feit Cronjes Kapitulation die Zahl der kämpfenden, Buren keine wesentliche Verminderung mehr erfahren hat und daß die Engländer fast mühelos in den Besitz der Hauptstädte eines noch völlig unter Waffen stehenden Landes gekommen find. Ans allen diesen Gründen möchten wir doch immer noch glauben, daß der Krieg so ziemlich zu Ende ist, wenn auch die Zeit für britische Siegesfeste noch nicht gekommen sein dürfte. Aus Amerika scheint man Krüger zum Nachgebeu bezw. zum Friedensschluß bestimmen zu wollen; es ist aber nicht wahrscheinlich, daß der alte Herr auf diesen wohlfeilen Freundschaftsdienst reagiert, nachdem man ihm alle Unterstützung verweigert hat. Der Auf st and der Boxer in China scheint noch keineswegs dem bereits mehrfach, vorausgesagten Ende ent- aegenzugehen. Es hat sich eben gezeigt, daß nicht nur die Feigheit der chinesischen Truppen, sondern auch die Böswilligkeit der chinesischen Regierung die direkte Schuld daran trug, daß der Aufstand einen so gewaltigen Umfang annehmen konnte. Die europäischen Regierungen haben dpnn aud) auf die schönen Redensarten der Kaiserin-Regentin und ihrer Räte wenig gegeben und selbst die zur Unterdrückung des Aufstandes nötigen Maßnahmen ergriffen. Diese Unterdrückung wird auch! gelingen, wenn sich, was wir hoffen wollen, die gegenseitigen Eifersüchteleien der Mächte nicht stärker erweisen, als die. ihnen allen gemeinsamen Interessen. Der umgekehrte bedauerliche Fall ist leider in Oester - Handschuhe. G Strümpfe. G Trikotagen. # Handschuhe. H Strümpfe. K Handschuhe. 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Qt der 117er, da S i'Äta4 Letter begünstigte k r zunächst einem Txtrazug iros.Dr.NieS'LsrL er anSsührte, tithit terlanb keim Schere« als daS M« Erde, iit nl Lijen er- astehe, *n siegreich« r Dentschiandk der Wer zu bewahren eine studentische Sorh^ i ihrm EttftllngSfesti als m btn ffagen t biatfifa Patrioten, deutschen Saiser selbst xx, nLSMÄwff txGeu bn Tvnne vr Deutschland über aWr g vor dew tonal- irr unvergestli^'M llg wieder hickch lach Singen echlK- , daS schreckliches geit den Conunititr dentenvereine gugepr ittt Tusch der an k gelaufen war, som° I bwi bieWjMs dm f*** tn Wkr M-rE g de» * itben, mochten mr ff Mihkbm 3° )lt ®er6inbung w** ”rt. » Ä» 18’1 Ä bi! Stfot* 'm» ü6-r«l U*j „ d-n $lan mz aflt «2-Idb- >•**’££*«* AS«! amelten 1 rH> wr i «iit- W ?««" Spart < >°r- 'ff »d SS Liedes. ^Jch weiß nicht, was soll es bedeuten", vor dem in malerischer Pracht schroff an den Rhein heran- tretenden Loreley-Felsen. Allzu schnell war das Ziel der Meise erreicht: der Dampfer legte in Boppard an. Nach nnan festlichen Umzuge vereinigte man sich in dem „Hotel Bellevue" zum MittagSmahle. Bei fröhlichen Toasten und unter munterer Plauderei verrann die Zeit. Schon um 4 Uhr ertönte das Trompetensignal zur Rückfahrt. Daß diese an Heiterkeit und Jubel die Hinfahrt bei weitem übertraf, bedarf wohl keiner Erwähnung. In Bingen trennten sich die Wege der einzelnen Festgenossen. Der eine wandte sich nach WormS, der andere nach Wiesbaden, wieder andere nach Mainz oder Frankfurt. Jedenfalls schied jeder einzelne mit dem Bewußtsein, daß die Begehung des dreißigjährigen Stiftungsfestes in Gießen für die Verbindung m mancher Beziehung gewinn-, keineswegs aber genußreicher And würdiger hätte verlaufen können, als am grünen, fügen» imwobenen Rheine. •• Deutscher Buchdruckerverband. Heber die Thätigkeit und die Kassen-Einrichtungen des Deutschen Buchdrucker- tGehilfen-)Verbandes haben wir vor kurzem eingehend belichtet. Der Verband ist in Gaue eingeteilt, welche alljähr- ebenfalls über ihre Thätigkeit, Kassenverhältniffr usw. Berichten. Heute liegt uns der Bericht des GaueS Frankfurt- Hessen, welcher die Bezirksvereine Frankfurt a. M., Kassel, Offenbach, Marburg und Gießen umfaßt, vor. Im Gau Und zur Zeit 1139 Mitglieder beschäftigt (Bezirk Gießen 60). -kS wurden im Gau verausgabt 18210Mk. 70Pfg. Krankengeld, ^0255 Mk. 60 Pfg. Arbeitslosenunterstützung, 4829 Mk. 75Pfg. Znvalidenunterstützung, für sonstige Unterstützungen 2203 Mk. H5 Pfg. Das Kassenvermögen bezifferte sich im Berichts- lahre auf 12280 Mk. 56 Pfg. Als neuer Unlerstützungs- ^weig ist hinzugekommen eine Kasse zur Unterstützung von Witwen und Waisen, sowie zur Gewährung eines Begräbnis- Feldes beim Tode der Ehefrau. Diese Kaffe, am l.Juli 1899 errichtet, gewährt nach dem 1. Juli 1902 jährlich 100Mk. Witwenunterstützung, ferner 50 Mk. Begräbnisgeld beim Tode !»er Ehefrau. Betrachtet man die Leistungen des Gesamt- »erbandes wie der Unterverbände, so kommt man zur Ueber- zeugung, daß solche bis jetzt keine andere Gewerkschaft zu bieten vermochte. An Versuchen, Arbeitslosen-, Invaliden- rc. Unterstützung auch in Organisationen anderer Branchen ein- z uführen, fehlt eS indessen nicht; man versucht sogar, den so viel von anderen Arbeiterorganisationen geschmähten Weg d er Lohn-Tarifvereinbarung zu betreten, ein Beweis, daß Me Buchdrucker auf gewerblichem Felde „voran" sind. Die Bestrebungen, durch die Tarifvereinbarung für Ordnung im Gewerbe zu sorgen, haben erfreulicherweise weitgehendste Unterstützung seitens höchster Behörden in Stadt und Staat gefunden, u. a. vom König!. Sachs. Ministerium des Innern, vom Großh. Sächs. Staatsministerium, dem Kaiser!. Kanal- o mt in Kiel, der König!. Regierung zu Stralsund, der König!. Regierung zu Köslin, dem Rat der Stadt Leipzig, Mannheim, Gotha, Rudolstadt, dem Magistrat zu Karlsruhe, Tilsit, Hannover, Nördlingen, Ansbach, Ulm, Frauk- fyrt a- mehreren Oberpostdirektoren, Invaliden- und Altersversicherungsanftalten usw. Das Großh. Hessische Ministerium des Innern, bei welchem das Tarifamt der deutschen Buchdrucker wegen Vergebung der Druckarbeiten nur an tariftreue Firmen petitioniert hatte, ließ dem Tarif- .?inlerm 19. Mai d. I. ein zustimmendes Antwort- 'chrewen zugehen, welchem folgender Erlaß beigefügt war: b' rn 960. Betr. Vergebung staatlicher Buchdruckarbeiten. Darmstadt, am 19. Mai 1900. Das Zroßh. Ministerium des Innern an sämtliche unterstehenden Behörden. Wir haben beschloffen, Drucksachen, welche von uns oder unseren Abteilungen an Privatfirmen vergeben werden, für die Zukunft unter Voraussetzung ihrer Leistungsfähigkeit nur solchen Firmen zu übertragen, welche den Deutschen Buchdruckertarif schriftlich anerkannt haben. Zur Unterstützung der von dem Tarifverbande verfolgten und als ersprießlich anzuerkennenden Bestrebungen empfehlen wir Ihnen, bei Vergebung Ihrer Drucksachen ein gleiches Verfahren, soweit dies unter Berücksichtigung der am Orte Ihres Amtssitzes etwa bestehenden Verhältnisse angängig oder durchführbar erscheint. Den Großh. Kreisämtern bleibt überlassen, die ihnen unterstehenden Bürgermeistereien entsprechend zu verständigen. Ein Verzeichnis der im Großherzogtum bestehenden Firmen, welche den Deutschen Buchdruckertarif schriftlich anerkannt haben, liegt bei. Rothe. Darmstadt, 11. Juni. Großfürst Sergius von Rußland traf Freitagabend 9 Uhr 45 Min., begleitet von Oberst Gadon, von Franzensbad hier ein, fuhr sofort mit Zug 9.50 nach Egelsbach und begab sich zum Besuche der Großherzoglichen Herrschaften nach Jagdschloß Wolfsgarten. Marburg, 10. Juni, lieber den weiteren Verlauf der Bibliothekarversammlung berichtet die „Oberh. Ztg." : Donnerstagnachmittag hielt Bibliothekar Dr. Roquette- Göttingen einen Vortrag über Grundsätze einer deutschen Bibliotheksstatistik. Auf Antrag des Korreferenten Dr. Paalzow-Marburg wurde eine Kommission eingesetzt, die die Erstattung einer Statistik der größeren deutschen Bibliotheken nach einheitlichen Grundsätzen in die Wege leiten soll. Zum Schluß sprach noch Oberbibliothekar Geiger-Tübingen über die Vermehrung der Bibliotheken durch den Austausch amtlicher Publikationen. Am Freitag wurden die Satzungen des neuen Vereins der deutschen Bibliothekare beraten und beschlossen. Nach § 1 der Satzungen hat der Verein den Zweck, den Zusammenhang unter den deutschen Bibliothekaren zu pflegen und die Interessen des Bibliothekwesens zu fördern. Die Versammlungen des Vereins werden jährlich stattfinden. Die Satzungen im Ganzen wurden mit großer Mehrheit angenommen und sämtliche anwesenden Bibliothekare aus dem deutschen Reich, 58 an der Zahl, erklärten ihren Beitritt als Mitglieder des Vereines. Vorsitzender wurde Geheimrat Dziatzko aus Göttingen' er bat jedoch von seiner Person abzusehen. In einem zweiten Wahlgang wurde Direktor Schwenke aus Berlin zum Vorsitzenden gewählt. Außerdem wurden in den Vorstand gewählt: Geheimrat Dziatzko, Geheimrat von Laubmann -München, Direktor Ermann und Oberbibliothekar Jppel-Berlin. In den weiteren Ausschuß wurden gewählt: Geheimrat Rüdiger-Marburg, Profeffor Schulz-Leipzig, Profeffor E b r a r d - Frankfurt, Hofbibliothekar Schmidt- Darmstadt. Geheimrat Dziatzko hielt endlich noch einen Vortrag, in dem er den Plan entwickelte, einen Katalog aller bekannten und noch zu ermittelnden ältesten Drucke herzustellen. Um 1 Uhr schloß Geheimrat Rüdiger die Versammlung, nachdem Professor Ebrard ihm namens der Anwesenden für feine Leitung gedankt hatte. Sodann ging es an daS Abschiednehmen; eine größere Anzahl von Bibliothekaren verließ Marburg bereits Freitagabend oder SamS- tag früh. Die übrigen unternahmen noch einen Ausflug nach Schloß Braunfels.____________________________ Spiralen irr nrrrinigtra frankfurter Stadtthrater. Opernhaus. Dienstag den 12.Junt, 7Ubr: „Silvana". Im Abon. Gew. Pr. Mtttwoch den 13 Juni, i/,7 Uhr: Vorstellung bei ermäßigten Preisen: „Lohengrin". König Heinrich: Herr Rudolf Morst vom Hoslhealer m Braunschweig als Gast. Äußer Abonnement. Emäh. Preise. Donnerstag dm 14. Juni, 7 Uhr: „Schuster Jan^; bterauf: LBarbter von Bagdad". Im Abonnement. Gewöhnt. Preise. Freitag geschlossen. SamStag den 16. Juni, 7 Uhr: „Figaros Hochzeit". Im Adon. Gew. Pr. Sonntag den 17. Juni, Vi7 Uhr: „Die Meistersinger". Im Abon. Gr. Pr. Montag dm 18. Juni geschlossen. Schauspielhaus. Dienstag dm 12. Juni, 7 Uhr: .Einsame Menschen". Im Abonnemmt. Gewöhnliche Preise. Mtttwoch dm 13. Juni, 7 Uhr: „Wenn wir Toten erwachen". Im Abon. Gewöhnt. Preise Donnerstag dm 14. Juni, 7 Uhr, Vorstellung bet klein« Preis«: „Therese Raquin". Außer Abonnemmt. Freitag beo 15. Juni, 7 Uhr. „Kaufmann von Venedig". Im Abonnem. Gewöhnliche Preise. Samstag den 16. Juni, 7 Uhr: „910re". Im Abon. Gewöhn!. Preise. Sonntag dm 17. Juni, 7 Uhr: „Heimat- Im Abon. Gewöhn!. Preise. Montag dm 18. Juni, l/»l Uhr: Neu einstudtert: „Des Meeres und der Liebe Welten". Im Abonnement. Gewöhn!. Preise.________________ Abwaschungen An^engungen rc. ist eine ernste Bedingung für die Gesundheit des Körpers und die Pflege der Haut. Die Thätigkeit der Poren muß erhalten, die Hauptatmung fiörmde Ablagerungen müssen beseittgt werden! Hierzu ist aber nur eine Seife zu empfehlen, welche die durch erhöhte Thätigkett empfindlich gewordene Haut nicht reizt, sondern beruhigt und eignet sich dazu nach den vielen Aussprüchen erfahrener Mediziner die Patent- Myrrholin-Seife am bcstm, denn sie erzeugt nach dem Gebrauch ei» äußerst wohlthuendes, sammetartiges Gefühl. Alle, welche durch körperliche Anstrengung die Hauptabsonderung erhöh«, sollten sich daher beim Waschen und Baden nur der Patent^Myrrholin- Seife bedien«. Neberall, auch in den Apotheken, erhälllich. Danksagung Für die herzliche Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergesslichen Mutter Frau Minna Balzer geb. Buderus sagen ihren tiefgefühlten Dank Die trauernden Kinder Giessen, den 9, Juni 1900. 4108 Hinterbliebenen: Christian Ziuster, Kacker. Allendorf a. d. Lda., den 11. Juni 1900. 4109 Die Beeroigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr statt. Großen-Buseck. 4081 per sofort gesucht 4077 Nähr- und Kräftigungsmittel Zu ihrem eigenen Schaden k 2997 3366 nUefferes Kindermädchen sucht SteUuifl- -O 02450 Sckützenstraße 13_ MAGGI (Offene Sil'! l en-G flucht' kaufen manche Hausfrauen die lose ausgewogene, geringwertige gebrannte Gerste. 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