II V •115 u,im gqucpt. Mmtnn Bl. O2GJ7 Mer.HamGi, U« «nicht |s Mut «t|kr, t W O2ÜI7 , Sibttfafit 3 । Mui! [Mi miMiity 12 • I schm 1450 ' t, M he t\t WUidl. ExP.d.U Lchrlinz Hr. Stil an iit ; triefen. fluten Schul- Mmffm flesuchi. . EWMnjabrit. it 02024 .s^aberIielcch tta»ra - «aschinrnftbr" Uttkstättt ob? ter Samstag den 12 Mai 1900 Rr. 110 Zweites Blatt Meßmer Anzeiger Henerat-Anzeiger Amts« und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren Erscheint täglich mit Ausnahme der Montags. Die Gießener Mitmilieudtätter werden dem Anzeiger tm Wechsel mit „Heff. Landwirt" ». „Blätter für heff. Volkskunde' «dchtl. 4 mal beigelegt. Mczugspreis Vierteljahr!. Ml. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abholcstellen vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljähri. mit Bestellgeld. Alle Lnzeigen-BermittlungSstellen deS In« und AuSlaudeR nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegn». Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. ««nähme von Anzeigen zu der nachmittag« für dea fvlgendm Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten« abends vorher. jU^eitien, Expedition und Druckerei: -chnkstratze Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Klätter für hessische UalKsKunde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. aus den Schlachten, an denen das 116. Regiment leib Veteranen aus wurden. genommen hatte, ein Veteranen-Ofsizier der 8. Kompagnie, besten Namen wir nur auf ausdrückliche Bitte des Redners verschweigen. Oft von lauten, anhaltenden Bravos unterbrochen, lohnte reicher Beifall den Ausführungen des Redners, die wir wegen Raummangels im Wortlaut nicht veröffentlichen können, durch einen kurzen Auszug aber nicht in ihrer Wirkung abschwächen möchten. Einen schönen Zug der hier anwesenden Veteranen den abwesenden, weniger bemittelten gegenüber wollen wir nicht unerwähnt lassen. Der Ausschuß für das Veteranen- fest hatte in allen fünf Lokalen, die für das Festessen vorgesehen waren, Postanweisungen zur beliebigen Benutzung an namhaft gemachte unbemittelte, abwesende Veteranen auSgelegt und den Zweck derselben in weitestem Maße kundgegeben. Erfreulicherweise ist in reichem Umfang davon Gebrauch gemacht worden. U. a. wurde auf Antrag des Vorsitzenden des Kriegervereins zu Vilbel, Herget, in der Leibkompagnie eine Sammlung veranstaltet, von besten Ergebnis zwei Durch ein Versehen ist in unserer Festnummer em Absatz an unrichtige Stelle gelangt. Die Reihenfolge der Wagen, wie sie da angegeben ist, gehört nicht zu dem „Ankunft Ihrer Kgl. und Großh. Hoheiten des Großherzogs und des Prinzen Wilhelm" überschriebenen Abschnitt, sondern vor die Worte: „Hiermit endete die Enthüllungsfeier" auf der fünften Seite. Wann die Festlichkeiten in den einzelnen Lokalen ihren Abschluß gefunden, ist schwer zu sagen. Jedenfalls ist aus dem Donnerstag ein später Freitag geworden, als bie Mehrzahl der Festteilnehmer sich der Ruhe hingegeben haben, um im Traume die Erlebniste der mit traumhafter Schnelligkeit verflossenen kurzweiligen Stunden mit phantastischen Ausschmückungen noch einmal zu erleben. Kenntnis zu geben. Am Abend zerstreuten sich die Veteranen tn den ver- I schiedensten Lokale der Stadt, in denen es recht heiter, aber I ohne irgendwelche Zwischenfälle hergegangen sein soll. Die I Veteranen haben eben gezeigt, daß die alte stramme Dis- I ziplin auch nach 30 Jahren und trotz stundenlangen feucht- I fröhlichen Bankettierens nicht aus ihnen zum Weichen ge- I bracht werden kann. Auf dem Marktplatz spielten von 8—10 Uhr die I Regimentskapelle und die Jägerkapelle abwechselnd, nach I jedem Stück vom Publikum durch reichanhaltenden Beifall I belohnt. Viele Fenster der Häuser am Marktplatz waren I illuminiert. In einem Schaufenster, das besonders I prächtig ausgestattet war, erregte eine Kyffhäusergruppe allgemeines Aufsehen. Die meisten Fenster waren wieder wie am Morgen voll besetzt, um den Klängen der Musik I zu lauschen und dem bunten Treiben des Publikums zuzuschauen, das sich Kopf an Kopf auf dem Markte und den anliegenden Straßen angesammelt hatte und nicht vom Platze wich. Noch lange nach Schluß des Konzertes herrschte auf den Straßen ein lebhaftes Treiben. Die Feststimmung hatte sich ganz Gießens bemächtigt. Nun ist der ganze Festeszauber gebrochen, und graue Alltäglichkeit umgiebt uns wieder. Man steht im Begriff, ; das bunte Festkleid der Stadt wieder abzuziehen. Das Fest ist im allgemeinen auf das allerschönste. verlaufen, und die Gegenwart vergißt bei der Erinnerung an den unvergleichlich herrlichen Festtag das wenige Wenigerschöne der Vergangenheit. Wenn die Glocken der Erinnerung läuten, wird es ja immer Festtag im Herzen, und besonders schöner und hoher Festtag bei der Erinnerung an einen ergreifenden patriotischen Moment. Auch die kurzen Stunden, die uns vergönnt waren, unseren Großherzog und unseres Grofe- herzogS Oheim zu schauen, haben uns lebenslängliche Erinnerungen geschenkt. Unser Landesherr hat sich aufs neue eine goldene Brücke gebaut zu den Herzen der Gießener, i durch seine rege Teilnahme an dem, was uns lieb und wert ist. In der Geschichte der alten Stadt Gießen wird der 10. Mai 1900 stets als einer der glänzendsten Tage für alle Zeiten erscheinen, der Tag, an dem man das stattliche Zeichen innigster Dankbarkeit für die große Volksthat in den Jahren 1870/71 feierlich enthüllte, zu dessen irnpo- sanier Höhe noch die spätesten Geschlechter bewundernd emporblicken werden. Nachträglich wird uns noch mitgeteilt: Die Pause zwischen Parade und Festmahl haben Se. Königl. Hoheit der Groß Herzog und Se. Großherzogl. Hoheit der Prinz Wilhelm mit hohem Gefolge und den Exzellenzen Rothe und Dittmar dazu benutzt, unser Volks bad unter Führung des Oberbürgermeisters eingehend zu besichtigen. Seine Königliche Hoheit hat dabei wiederholt Seine Anerkennung über die mustergiltige Anlage ausgesprochen, und mit großem Interesse die wohl- gelungenen Vorführungen einer Anzahl jugendlicher Schwimmer in Reigenschwimmen, Springen und Tauchen I verfolgt. Auch die am Erscheinen bei den Festlichkeiten Der» I hinderten Ehrengäste haben zum großen Teil telegraphisch ihr Jntereffe an der Feier bekundet. Wir bringen im Nachstehenden die an Oberbürgermeister Gnauth gerichteten Depeschen zur Kenntnis: Konstanz. Ihnen und den versammelten Herren Festten- nehmern fendet herzliche Glückwünsche Oberst v. Dewitz. Marienbad. Der lieben getreuen Stadt (Süßen, den jetzigen und früheren Kameraden des Kaiser-Regiments herzlichsten Glückwunsch und Gruß. In Treue festMit Gott für Kaiser und Kass^a Am heutigen Ehrentage der Denkmalsweihe denk ich treu Ihrer schönen Stadt, und freue mich mit Ihnen und dem Denkmaisausschuß der würdigen Feier, von der fernzubletben mir aufrichtig fchwer geworden. Oberst v. Rosenberg. Berlin. Zum Festessen tn SteinS Garten den friedlichen Kampsgenvffen wünscht «tn dem glänzenden Feldzug entsprechende« glänzendes FrtedenSfest. Mit deutschem Gruß Profestor Mangold Der Krieg in Südafrika. Lord Roberts telegraphiert aus dem Hauptquartier: „Wir haben jetzt den Zandfluß überschritten. Der Feind nimmt noch eine starke Stellung ein, aber wir drängen ichrr allmählich zurück". . lieber den Anmarsch der Engländer gegen den Zandfluß, der in großer Stärke gestern ausgeführt wurde, war vorher ein Rapport Roberts' in London eingegangen. Ro- berts telegraphierte aus Welgelegen: Die Divisionen Carew und Tucker und Jan Hamiltons Kolonne, Marine- und Feldarttllerie und vier .Kavalleriebrigaden marschierten hierher. Der Feind steht aus der anderen Seite des Zand- flusfes. Ich hoffe den Uebergang erzwingen zu können. Nach Mitteilungen des „Daily Telegraph" und „Daily Chroniele" gerieten die Australier von Huttons Division bei Virginia Sidingi in Gefahr, abgeschnitten zu werden. Die Buren überschritten den Zandfluß und brachten ine Kanadier und Neuseeländer unter ein heftiges Feuer. Diesen wurde dann befohlen, eine Demonstration zu machen, unter deren Deckung bie Australier von Neu- Südwales sich zurückziehen konnten. Hutton „konnte" sich mit „geringen" Verlusten zurückziehen und seine Verwundeten wegschaffen. Dem „Daily Chroniele" zufolge befindet sich Hutton jetzt auf der Nordseite des Flusses und bewegt sich vorsichttg an der Eisenbahn entlang, die an verschiedenen Stellen zerstört ist. Aus Kapstadt wird berichtet, Roberts werde, sobald er den Vaal erreicht habe, den Oranjestaat formell dem britischen Reiche einverleiben. Inzwischen soll der Sitz der Freistaat-Regierung bereits nach Heilbron verlegt sein. Die Buren konzentrieren sich im Norden Mafekings, um dem Vormarsch der Entsatzarmee zu begegnen. Wir schließen hieran noch die folgenden Meldungen: In Kimberley findet zur Zeit ein Prozeß gegen Kap- holländer statt, die des Aufruhrs beschuldigt werden. Bisher wurde gegen drei derselben verhandelt, der Gerichtshof sprach alle drei frei. c „ .. ! Der Oberste Gerichtshof in Kapstadt entschied, daß bie I Nationalbank von Transvaal' keine feindliche Institution sei, ba bie Regierung von Transvaal nicht bie Hauptteil- Megn Post" berichtet aus Ladysmith, .®c"e™r Buller W am 1. Mai eiue Pr°kr°mat,o» er> lassen, in der er bekannt macht daß er °»e Bewohner Natals, die den Reuth jetzt »erlassen wollen -Kehmen Uttd sich^r Inkressen^aller, Mefr e7n? Micher? Behandlnn/berbienten, als diejenigen, dl- Rachklänge vom Denkwalsfeste. (Fortsetzung aus dem ersten Blatt) Während des Festessens in Steins Garten liefen von I leider am Erscheinen verhinderten Veteranen eine große I Anzahl Telegramme ein, u. a. vom Oberleutnant a. D. I RegierungS- und Baurat v. Ritgen aus Berlin, Leutnant I a. D. Baurat Laubenheimer aus Ars a. b. Mosel, I Oeser aus Glogau, Oberst Haupt aus Neapel, und vor I allem auch vom Denkmalswärter in Amanweiler, | der die Niederlegung des von hier zur Schmückung des I dortigen Denkmals der 116er hingesandten Kranzes be. I ftätigte. Auch hier herrschte die ungezwungenste, heiterste I Stimmung. Alles verlief in schönster Harmonie, wie es I nach den sorgfältigen Vorbereitungen des Ausschusses für I das Veteranenfest auch nicht anders zu erwarten war. Das I Essen war gut, der Wein nicht minder und die Bedienung I traft. Ueberall nur eine Stimme des Lobes und der Zu- I friedenheit, wie es nicht ein- sondern hundertmal dem Vor- I sitzenden des Veteranen-FestauSschusses, Stadtverordneten I EmmeliuS, mit herzlichsten DankeSbezeugungen versichert I wurde. Unter solchen Verhältitiffen, in denen sich jeder I äußerst wohl fühlte, war es nicht zu verwundern, daß die I Stimmung früh eine recht animierte wurde. Zwischen */z3 I und 3 Uhr hatte sich auch die große Mehrzahl der I Veteranen, die in anderen Lokalen ihr Festessen gehabt I hatten, in SteinS Garten zum Bankett eingefunden, zu dem I kurz nach 3 Uhr auch der Großherzog und Prinz Wilhelm I nebst Gefolge erschienen, von Se. Exzellenz Generalleutnant I Rau mit folgenden Worten empfangen: Dem Fürsten Heil, so tfcnt die alte Weise, Die HeflenS Volk treu seinem Herrscher singt. Dem Fürsten Heil, im Kameradenkreise, Gewaltig heute sie erklingt. Zu Gott im Himmel stehen wir: Schütz unfern Fürsten für und für! Als wir vor 3 Jahrzehnten von Gießen ausgegangen gegen den Erbfeind, da waren diese Klänge ein heißes Flehen, daß der allmächtige Gott uns würdig befinden möge, das von den Vätern überkommene I vrbteil zu besitzen; heute steigt die Hymne al« Jubelrus, als Dankgebet empor zu dem Lenker der Schlachten, daß er unseren Fürsten und daS Reich beschirmt und beschützt hat Wie der auf das Master geworfene Stein immer größere Kreise hervorbrmgt, dw, keiner ganz gleich dem andern, alle vom gemeinsamen Mittelpunkt abstammend, die Oberfläche «nd das Master bis auf den Grund erzittern machen, so muß btc Hymne das ganze Vaterland durchdringen, auS der Tiefe des Herzens kommend in der kleinsten Hütte denselben freundlichen Eingang finden wie in dem größten Palast. In diesem Geiste bitten wir unfern aller- unterthänigsten Dank dafür aussprechen zu dürfen, daß Ew. K. Hoheit alS hellleuchtender Brennpunkt zu dem heutigen Fest gekommen sind unb durch Ihr Erscheinen speziell unserer Feier die wahre Weihe ver- llieben haben. Unser dankbares Gelöbnis der unentwegten Hingabe unseres ganzen Seins, im Leben und im Tode, an die geheiligte Person unseres Fürsten, bekräftigen wir mit dem Rufe Se. K. Hoheit der Groß- Herzog, I. K. Hoheit allerhöchst besten hohe Gemahlin und das ganze Großherzogliche Haus Hurrahl" Im Anschluß baran überreichte Excellenz Rau Seiner Königl. Hoheit dem Großherzog eine künstlerisch aus- aesührte Mappe mit dem Verzeichnis der Veteranen, die Se. Königl. Hoheit mit sichtlichem Interesse in Augenschein und huldvollst entgegen zu nehmen geruhte. Durch einen Händedruck dankte der Großherzog Excellenz Rau. Hierauf begrüßte der Großherzog seine alten tapferen Veteranen und brachte ein Hurrah auf Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. aus, das begeistert ausgenommen wurde. Die Kapelle intonierte „Heil Dir im Siegerkranz", das von allen Anwesenden laut mitgesungen wurde. Darauf machten der Großherzog und Prinz Wilhelm einen Rundgang durch den Saal, mit diesem und jenen Veteranen sprechend und manchen durch einen Händedruck auszeichnend. Veteran Bruchhäuser wurde durch eine längere Unterhaltung und Händedruck besonders geehrt. Von brausenden Hurrarufen begleitet, verließen die hohen Gäste gegen V24 Uhr SteinS Garten, um mit Sonderzug nach Jagdschloß Wolfsgarten Äbzureisen. Die Begrüßungsreden der weiteren Vertreter der Stadt, der Herren Stadtver. Loos, Schmall, Petrill. And Wallenfels, die im Hotel Großherzog von Hessen, im Cafs Leib, im Cafs Ebel und Hotel Einhorn gehalten wurden, waren, wie es ja in der Natur der Sache hegt, ähnlichen Inhalts, wie von dem Vertreter der Stadt in Steins Garten, weshalb wir von einer wörtlichen Wieder- gabe absehen zu dürfen glauben. Nun begann ein fröhliches Gelage, zu dem die Kapelle ber Marburger Jäger, die auch schon während des Fest- -rssens gespielt hatte, lustige Weisen erklingen liefe. Eine unerschöpfliche Reihe von Toasten allgemeiner und persönlicher Art folgte. U. a. toastete Pfarrer Dr. Naumann auf Excellenz Rau, der in kurzen, markigen Worten dankte. Des längeren erging sich in Erzählung einzelner Episoden Oberleutnant. _ . ,. Das Grofeh. Hofmarschallamt hatte 3 Gespanne hier- her entsandt, wozu der Hoflohnkutscher Huhn weitere zwölf Galawagen zur Beförderung unserer hohen Gäste stellte. Dem Herrn Huhn persönlich war die Disposition über den ganzen Fuhrpark übertragen, eine Aufgabe, die bei den wvUv.. ~.ö...... , vielen Fahrten, die unternommen wurden, nicht leicht war, ans Vilbel sofort 10 Mark gesandt I die aber nach jeder Richtung auf die Minute klappte, sodaß ...... Weitere bestimmte Angaben über fernere I Se. Kgl. Hoheit noch kurz vor seiner Abreise Herrn Huhn Sendungen fehlen uns noch. Sollten uns noch weitere I seine Anerkennung dafür aussprechen liefe. Angaben hierüber zugehen, sind wir gern bereit, davon auch nach dieser Aufforderung noch gegen England weiter* kämpften. Der Berichterstatter der „Times" in Lourenco Marques will aus „zuverlässiger" Quelle wissen, es sei eine starke Partei im Volksraad von Transvaal vorhanden, die entschlossen sei zur Anknüpfung von Friedensverhandlungen mit England. (?) Englische Blätter meldeten, wie wir gestern bereits rnitteilten, daß Präsident Krüger eine Kollektivnote der europäischen Mächte erhalten habe, in der er verantwortlich dafür gemacht werde, falls die Transvaalregierung ihre Absicht, die Minen von Johannesburg zu zerstören, wirklich ausführen werde. Dazu schreibt die „Post": „Soweit bei dieser Meldung von einem Kollektiv- fchritt der Mächte Deutschland einbegriffen ist, können wir konstatieren, daß an unterrichteter Stelle von einer Beteiligung des deutschen Reiches nichts bekannt ist." Der Volksraad in Transvaal hat unter Ausschluß der Oeffentlichkeit die Frage der Z e r st ö r u n g der Goldminen und der Stadt Johannesburg beraten. Die Zerstörung findet im Volksraad starken A n k l a n g, jedoch ist bisher kein endgiltiger Beschluß gefaßt worden. Sollte die Zerstörung beschlossen werden, so wird die Regierung alle Staaten davon verständigen. Der Volksraad nahm ferner Beschlußanträge an, in denen dem Bedauern Ausdruck gegeben wird, daß England nicht auf die ihm unterbreiteten Friedensvorschläge eingegangen fei, und die falsche Darstellung der Sachlage in der Depesche Salisburys beklagt wird. Der Volksraad dankt den Mächten für ihre Unterstützung und Sympathie, protestiert gegen die Verletzungen der Genfer Konvention und ermächtigt schließlich die Regierung, Beschlüsse je nach Bedarf und Umständen zu fassen. Die B i l d u n g e i n e s F r a u e n k o r p s ist dem Präsidenten Krüger nahe gelegt worden. Nach einer „Reuter- Meldung auf Pretoria erhielt Präsident Krüger ein Telegramm von einer Bürgerin, in dem diese anfragt, ob die Zeit für Bildung eines Frauenkorps nicht gekommen sei; sie sei bereit, mit einer Truppe von Frauen-Frei- willigen zur Verteidigung der Unabhängigkeit des Landes die Waffen zu ergreifen. * * ♦ Telegramme des Gießener Anzeigers. London, 11. Mai. Einflußreiche Personen thnn augenblicklich, wie eine Meldung aus Prätoria berichtet, Schritte, um den Präsidenten Krüger zu bestimmen, die Zerstörung der Goldminen zu dekretieren. Diese Maßregel wird aus strategischen Gründen für notwendig erachtet, (?) doch ist bis jetzt dieser Aufforderung keine Folge gegeben worden. Loudon, 11. Mai. Nach einem Telegramm meldet Lord Roberts vom Zandflusse von gestern mittag: Der Feind ist in vollem Rückzüge begriffen. Unsere Kavallerie und berittene Artillerie verfolgt ihn auf drei verschiedenen Wegen. Er hat eine 20 Meilen lange Stellung inne. Unsere Stellung ist viel ausgedehnter. Ich hoffe, (?) daß unsere Verluste nicht groß sind. Loudon, 11. Mai. Das Blatt „Cape Argus" bestätigt die bereits früher gebrachte Meldung, wonach Ingenieur Munika, der mit der Ueberwachung der Goldminen am Rand beauftragt ist, vom Staatssekretär Reitz Befehl erhalten hat, gegebenen Falls 25 Goldminen in die Luft zu sprengen. London, 11. Mai. Nach Meldungen aus Kapstadt sollen, nachdem zahlreiche Bürger des Freistaates sich den Engländern unterworfen haben, sehr ernste Meinungs-Verschiedenheiten zwischen Transvaal und dem Freistaate bestehen. (Das ist eine nichtssagende britische Rederei. D. Red.) Loudon, 11. Mai. Aus Christana wird vom 8. Mai berichtet, daß der Kommandant Villadoen, Befehlshaber der Streitkräfte im Griqua-Lande am 7. Mai in dem Gefechte am Vaalfluße, wo die Engländer den Rückzug antreten mußten, getötet worden ist. Loudon, 11. Mai. „Daily Mail" meldet aus Wel- gelegen, daß die Buren vor den Truppen des Lord Roberts stehen und daß sich die Zahl derselben aus 10 000 beläuft. Loudon, 11. Mai. Der frühere liberale Minister Asquith hielt gestern eine Rede, in der er für den Frieden eintrat und gegen den Militarismus Stellung nahm. „Morning Leader" billigt diese Rede und warnt England vor dem Umsichgreifen des Militarismus, der das Land bedroht. Loudon, 11. Mai. Lord Rosebery hielt gestern vor den Studenten der Universität Glasgow eine Rede, in der er erklärte, daß die Streitkräfte des Landes der jetzigen Lage nicht gewachsen seien. Haag, 11. Mai. Die Subskription des holländischen Komitees zu Gunsten der Buren beläuft sich augenblicklich auf 2430000 Frcs. Die der Roten Kreuz-Gesellschaft ergab bisher 430000 Frcs. Deutsches Reich. Berlin, 10. Mai. Das Kaiserpaar unternahm Mstern, wie aus Kürzel gemeldet wird, einen zwei- srunorgen Spazierritt durch .den Wald von Kürzel über Landonvillers und Lillers. Am Nachmittage besichtigte r>er Kaffer in Begleitung des Bezirkspräsidenten Freiherru von Hammerstein die neuen Bauten und die zum Schlosse Urvrlle gehörigen Wirtschaftsgebäude, sowie das neuein- gerichtete Elektrizitätswerk, feilte findet eine Truppenschau über die! Metzer Garnison bei Freskaty statt. Tas Kaiserpaar fuhr um 8 Uhr 10 Minuten mit dein Sonder- zuge nach Freskaty ab. Wie verlautet, wird der Kaiser heute nachmittag das Fort Saulny besuck>en. — Der Kriegsminister v. Goßler ist gestern mittag in Kürzel einge- ttoffen. Gestern abend mm 7 Uhr 30 Minuten traf der kaiserliche Statthalter Fürst zu .Hohenlohe-Langenburg in Kürzel ein, um der heutigen Truppenschau beizuwohnen. — Die jüngeren kaiserlich.en Prinzen werden jam 15. d. Mts. in Homburg v. d. H. erwartet. Die Kaiserin trisfta fn 17. Mai dort ein, um einen längeren Aufenthalt im dortigen Schlosse/ zu nehmen. Der Kaiser soll im Juni die Kaiserin in Homburg besuchen. — Zu unserer Meldung, daß der Kaiser am Tage der Großjährigkeits-Erklärung des Kronprinzen Wilhelm von dem Prinzen Albrecht und dem General v. Haynke gebeten wurde, die Würde eines preußischen Generalfeldmarschalls anzunehmen, können wir ergänzend mitteilen, daß eine besondere Kundgebung über die Entschließung des Kaisers nicht ergehen wird. Der Kaiser wird die Marschallabzeichen anlegen, da es, nachdem Kaiser Franz Josef ihn zum österreichischen Generalfeldmarschall ernannt hat, selbstverständlich ist, daß er diesen gleichen Rang auch in der eigenen Armee einnehmen muß. Wenn ein preußischer Prinz,' der einen Rang in einer fremden Armee hat, in der eigenen avanciert, so erfolgt auch sofort das Avancement in der fremden. Als jüngst Prinz Heinrich Vizeadmiral wurde, erfolgte seine Ernennung zu dieser Charge vom Kontreadmiral auch in der österreichischen Marine. — Die „Bert. Neuesten Nachr." schreiben: Wie die Inspektion des Marine-Bildungswesens auf Grund einer Mitteilung des Staatssekretärs des Reichsmarineamts bekannt giebt, hat der Kaiser die Errichtung eines Instituts für Meereskunde mit Marine-Museum in Berlin befohlen, in dem die im Besitz der Kaiserlichen Marine befindlichen, historisch und technisch interessanten Gegenstände Aufnahme finden. Insbesondere wird die im Kieler Marineakademiegebäude befindliche marine - historische Sammlung herangezogen werden. — Vom Kronprinzen ist heute auf die Glückwunschadresse des Magistrats dem Oberbürgermeister Kirschner ein eigenhändiges Antwortschreiben zugegangen, in dem der Kronprinz seinen Dank für die ihm erwiesene Aufmerksamkeit ausspricht. Die Morgenblätter veröffentlichen nachstehendes Antworttelegramm des deutschen Kronprinzen auf das Namens der Bürger Londons von dem Lordmayor an den Kronprinzen zur Großjährigkeit gesandte Glückwunschtelegramm: Mit herzlichem Danke empfing ich den Glückwunsch der Londoner City. Seien Sie versichert, daß ich Ihnen für Ihre Freundlichkeit aufrichtig verbunden bin. Wilhelm. Kronprinz. — In der Presse ist hier und da mit der Großjährigkeit des Kronprinzen sein Eintritt in das preußische Herrenhaus in Verbindung gebracht worden. Die Möglichkeit dieses Eintritts ist, wie die „Kreuzztg." schreibt, allerdings vorhanden. Nicht zutreffend indessen ist die Annahme, daß der Thronfolger nach erreichter Großjährigkeit ohne weiteres Mitglied des Herrenhauses werde. Für seinen Eintritt in dasselbe ist vielmehr die ausdrückliche Berufung durch den König erforderlich Bis jetzt find Berufungen von Prinzen des Königlichen Hauses überhaupt noch nicht erfolgt. — Kolonialdirektor v. Buchka soll, wie die „Rhein. Wests. Ztg." meldet, beabsichtigen, seinen Abschied zu nehmen. Dazu bemerkt Eugen Richter in seiner „Freis. Ztg.", boshaft auf Herrn v. Buchkas Vorgänger, Dr. Kayser, anspielend: „Das ist unrichtig. Herr v. Buchka wird erst dann seinen Abschied nehmen, wenn eine Stelle als Senatspräsident vakant wird". — Der „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung des Sternes der Comthure des Hohe^rzollerschen Hausordens an den Obergouverneur der Kaiserlichen Prinzen, Generalleutnant von Deines und des Roten Adlerordens 2. Klasse mit Eichenlaub und der König!. Krone an den Ober - Hof - Prediger General - Superintendenten D r y - ander. — Die nationalliberale Reichstagsfraktion hat heute unter dem Vorsitz des Dr. Sattler die Fleischbeschau-Frage eingehend erörtert. Wie verlautet, stellen sich viele Mitglieder auf den Standpunkt des ungebahnten Kompromisses. — Die Stadtverordneten beschlossen gestern in geheimer Sitzung mit 87 gegen 9 Stimmen, ihren Vorsteher Dr. Langerhans zum Ehrenbürger von Berlin zu ernennen. — In der Budget-Kommission des Reichstages wurde heute zunächst der von der Subkommission gestellte Antrag über die Besteuerung der Kompensationsgeschäfte beraten, und nach längerer Debatte unverändert angenommen. Sodann wurde auch ein Antrag Arnim (Rp.) auf Abänderung des § 10 des Reichsstempelgesetzes sowie ein Antrag Pausche (natl.) betreffend Festsetzung des Stempels für Verkaufsgeschäfte auf drei Zehntel pro Mille angenommen. Abg. v. Kardorff (Rp.) kündigte an, daß er zur zweiten Lesung einen Antrag einbringen werde, den E m i s s i o n s - stempel verschiden zu gestalten entsprechend den Emis sionskursen. Es folgte die Beratung des Schlußartikels acht des bekannten Antrages Müller-Fulda. Derselbe wurde angenommen; ebenso mit großer Mehrheit die die von Müller beantragte Resolution. Schließlich wurden die vom Abg. Gröber (Ztr.) zum Flottengefetz vorgeschlagenen §§ 6 und 7 vorbehaltlich anderer Formulierung in zweiter Lesung angenommen. Damit ist die erste Lesung des Flottengesetzes beendet. Paderborn, 10. Mai. Der hiesige Dompropst Dr. Schneider ist heute zum Bischof von Paderborn gewählt worden. Wilhelm Schneider entstammt einer westfälischen Bauernfamilie, er wurde 1847 in Gerlingen (Kreis Olpe) geboren. Die Priesterweihe erhielt er 1872 in Paderborn und nahm dann die Stelle eines Hausgeistlichen bei Frhrn. von Papen bei Werl in Westfalen an. Mit diesem machte er 1874 eine Reise nach Rom, wo ihn Pius IX. zu seinem Ehrenkaplan ernannte; 1882 wurde Schneider Religionslehrer am Lehrerseminare zu Rüthen, fünf Jahre später ernannte ihn Bischof Drobe zum Professor der Moraltheologie an der theologisch-philosophischen Lehranstalt zu Paderborn und übertrug ihm die Leitung des Konviktes. 1892 wurde er Domkapitular, zwei Jahre später Dompropst. Schneider gilt für einen tüchtigen und wissenschaftlichen Theologen und Pädagogen. Schriftstellerisch hat er sich wiederholt hervorgethan; von ihm erschienen: „Der neuere Geisterglaube"" (Spiritismus), „Die Naturvölker" (gegen Darwin), „Allgemeinheit und Einheit des sittlichen Bewußtseins", „Die Sittlichkeit im Lichte der Darwinschen Entwickelungslehre", „Das andere Leben"; sein neuestes Werk ist „Die göttliche Weltordnung und die religionslose sSittlichkeit" betitelt. Karlsruhe, 10. Mai. Zu Beginn der KaMmer^- schung am Montag brachte Präsident Gönner folgendes Telegramm zur Verlesung: An den Präsidenten der Zweiten Kammer der Versammlung Herrn Gönner-Karlsruhe Mit großer Befriedigung habe Ich den Wunsch de« Mitglieder der Zweiten Kammer erfüllt, deren Glückwünsche zum heutigen bedeutungsvollen Feste an Se Majestät den Kaiser nnd an Se. Kaiserliche Hoheit den deutschen Kronprinzen zu übermitteln. Se. Majestät tvai Höchsffeinen Dank wie folgt geäußert: „Von tiefem Tank erfüllt bitte Ich Dich, der bo- bischen Zweiten Kammer gegenüber der Dolmetsch Meiner Gefühle zu sein. Ich freue Mich von Herzes daß die Kammer an dem schönen Feste, welches unserm Hause von Gott beschext worden, so warmen Anteil nimmt. Auch im Namen Meines Sohnes sage ich hier- mit wärmsten Dank." Ich übermittele Ihnen diese Dankesworte mit den, Ausdruck Meiner eigenen- Befriedigung, persönlich dem Kronprinzen nahe sein zu dürfen, da er diesen großen Schritt ins Leben thut, umgeben von den Souveränen und Fürsten, sowie den Vertretern aller europäischen Staaten. Friedrich, Großherzog. Coblenz, 10. Mai. Die Torbedoboot-Divi- s i o n, die gestern abend in Neuwied angelaufen war, passierte heute vormittag die hiesige Stadt. Das Divisions- boot, das in Neuwied geblieben war, folgte nach Es ging hier am Nachmittag vor Anker. Ausland. London, 10. Mai. Reuter meldet aus Accra (Westafrika) vom 9. ds.: Hier läuft das Gerücht um, Ku masst sei gefallen. Die Stämme Akimo, Kwahus und KhorawgaS machen wahrscheinlich mit dem Feinde im Geheimen gemein« same Sache. Die Telegraphenlinie nach Prahsu ist unter« brochen. — Das Kolonialamt hat dem Reuterschen Bureau auf Anfrage mitgeteilt, daß die Regierung keine Bestätigung des Gerüchtes habe. Paris, 10. Mai. Der König von Schweden wird Ende dieses Monats die Ausstellung besuchen. — Der deutsche Botschafter Frhr. Hatzfeld, der auf der Rückreise nach London hier eingetroffen ist, wird, seiner ursprünglichen Absicht entsprechend, den Rest seines Urlaubs hier verbringen und erst die nächste Woche nach Londo» zurückkehren. Wien, 10. Mai. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses setzten die Czechen die Obstruktion fort. Das Haus zeigte sich aber beschlußunfähig und mußte schon vor 2 Uhr geschlossen werden. Dr. Lueger brachte einen von zahlreichen Abgeordneten verschiedener Parteien des Parlaments unterschriebenen Dringlichkeitsantrag ein, worin die Regierung aufgefordert wird, unter gar keiner Bedingung die Befreiung der ungarischen Staatspapiere von der österreichischen Rentensteuer zu bewilligen. — Die Obmännerkonferenz der deutschen Linken beschloß die Ablehnung des Vorschlages der Rechten, zur Einstellung der czechischen Obstruktion von der ersten Lesung des Sprachengesetzes abzusehen und der sofortigen Einsetzung eines Sprachenausschusses zur Beratung des Sprachengesetzes zuzustimmen und während dieser Beratung alle anderen Regierungsvorlagen zurückzuftellen, mit der Motivierung, daß sie in diesem Vorschläge eine ernstliche Bekämpfung der czechischen Obstruktion nicht erblicken könne. Ferner beschloß die Obmännerkonferenz der vereinigten deutschen Parteien, die Sprachengesetzentwürfe der Regierung einer eingehenden Prüfung und Begutachtung zu unterziehen. — An der Universität erneuerten sich heute bie Tumulte zwischen deutsch-nationalen und Neri- kalen Studenten. Abermals wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Der Aufmarsch von 200 deutschnationalen Studenten zum Parlament wurde von der Sicherheitswache verhindert. — Das Salzburger Domkapitel wählte heute den Weihbischof Dr. Katschtaller, einen streng Ultramon« tanen, zum Erzbischof und „Primas von Deutschland". Letzteres ist immer noch der Titel der Fürst-Trz- bischöfe von Salzburg. Graz, 10. Mai. Dr. Sirchar, klinischer Arzt in Graz, früher in Innsbruck, ist durch ehrenrätliche Erkenntnis des Waffenrats in Innsbruck seiner Offiziers- charge verlustig erklärt worden, weil er am deutschnationalen Parteitag zu Gossensaß in Tirol am 23. April 1899 die Absendung eines DrahtgrußeS an den Abg. Wolf beantragte, und dadurch angeblich auf eine das Offiziersdekorum verletzenden Weise in einer öffentlichen Versammlung seiner politischen Gesinnung Ausdruck gab. ________________ Aus Stadt und Land. ** Personalnachrichte». Der Groß Herzog hat dem Rechnungsrat Scharmann in Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Kaiser verliehenen Kronen Orbens 4. Klasse erteilt. Den Oberlehrern Eck zu Wimpfen, Schüler zu Darmstadt, Dr. Pitz zu Gießen, Bronner, zu Mainz, Dr. Karl Müller zu Darmstadt, Peth zu Mainz, Hamann zu Offenbach, Dieckmann zu Worms, Dr. Fischer zu Darmstadt, Lade zu Darmstadt, Eger zu Darmstadt, Dr. Ledroit zu Mainz, Sfrrig zu Alzey, Dr. Lucius zu Gießen, Dr. Karg zu Worms ist der Charakter als „Profeffor" erteilt worden. Beerfelden, 10. Mai. Die Wahlagitation im 1. Hessischen Landtagswahlkreise ist bereits im Gange. Da der bei der vorigen Landtagswahl gegen Breimer um drei Stimmen unterlegene Kandidat, Reallehrer Kahl, der inzwischen an das Realgymnasium nach Darmstadt versetzt worden ist, die ihm aufs neue angetragene die Neukonfir- der Johannes- Lukasgemeinde. zur Hof bräii Würzburger 3458 Leun, den 10. Mai 1900. Wertin 8465 empfehlen Jean Bern & Comp 3286 abgegeben. Die KoukursverwaltunK. 3466 Der Einberufer. Verfügung. 3456 Martin Löffler & Co sind billig tu Kabcn. 0739 Asterweg 9, Hinterhaus links. Bestellungen und Anfragen betr. Be- rechnungen sind zu rickten an In dem W. Ullrich'schen Laden, Schloßgosie 5, find Gemüse« Konserve« zu ermäßigten Preisen zu haben Auch wird das ganze Lager en bloc Lebende Krebse Die Geburt einer Tochter beehren sich O o anzuzeigen JSZ als naitati?» Kandidatur wegen Ausscheidens aus dem Wahlkreise ab« gelehnt hat, so werden bereits drei bis vier andere Bewerber genannt, von denen wohl Herr L. Schub art hier, den auch die nationalliberale Partei unterstützen dürfte, die meiste Aussicht hat. Derselbe hat sich auch zur Ueber- nahme des Mandats bereit erklärt. Es ist umsomehr an- zuNehmen, daß desien Wahl mit Einstimmigkeit erfolgen wird, als die Wahlmänner der zum hiesigen Wahlbezirke gehörigen Städtchen Wimpfen, Hirschhorn und Neckarsteinach ihre Zustimmung zur Kandidatur Schubart bekundet haben. Der Sohn unseres bisherigen Landtagsabgeordneten Breimer, Brauereibesitzer Breimer hier, der inzwischen als Kandidat aufgetreten war, ist zu Gunsten Schubarts wieder zurück getreten. In der JohanneSkirchr. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Christenlehre für die Neukonfirmierten aus gemeinde. Bormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Iür Steinmehmeister und Aaugeschäfte. Aus unseren Steinbrüchen in Bayern (Mittelfranken) liefern wir: la. grüne Sandsteine in rauhen Blöcken, auch in fertiger Tteipmetzarbeit. — Die Versendung kann per Waggon oder per Schiff geschehen zu äußerst gesetzten Preisen. — Kleinere Bezüge ab Lager Bayern oder Frankfurt a. M Probesteine gratis zur Laaes-Hrdrmrrg: Lohnverhältniffe. — Verschiedenes. Referent: C. Pagel. kommen hatte, we't über seine Verhältnisse gelebt habe. — Pastor Steinbrück wurde wegen amtlicher und ci>,facher Unterschlagung und falscher Buchführung unter Zubilligung mildernder Umstände zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. allv seine Forderung (die uns ^unbekannt ist) nicht bewilligt wird, in eine Lohnbewegung einzutreten beabsichtigt. 2Lir halten die Mitteilung ür einen leeren Schreckschuß, der den Prinzipalen wohl wenig imponieren wird. selb, bRGii| t wird, [rott seines HM ' natjMi Katholische Gemeinde. Samstag den 12. Mai. Nachmittags um 4«/» Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit heil. Beichte. Sonntag den 13. Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Vormittags von 6*/B Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe; Accra (Wes im, Sumafj: ^oratogj leimen gemeb M ist Miß. "scheit Bure:, i°e Bestätig eben mü //HntküvL I ond mußte ger brachte r Parteien mtrag ein, gar leinet .tautSpLpien lyn. — Die beschloß die it Eiustellnnc k Lesung dei »sortigen Ein- zur Beratung mb bieser Lickzustellen, mit je eine ernst- nicht erblick» :euz bei vtr- etzentwürfe btr SegDlajw H jeule die und Utii- mehrere Ler- vuWbeutsch- von der Sichre ;lte heüte de» ■cno Ulttamon- m Deutsch' ber Fürst-Ti» °SL"°FadkNkiurichtung (für Kolonialwarengeschäft paffend) billig zu verkaufen. Eberh. Metzger, Neustadt 8. Steingruöcnvesther, Frankfurt a. M. Teleph. 1428. ■fe; der sielte und duntye Exportbiere. Export nach allen Ländern Gerichtssaal. Gießen, ll. Mat. Die Verhandlungen des Schwurgerichts der Provinz Oberheffen für das zweite Quartal beginnen, unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Holzapfel, am 11. Juni, vormittags 9Vi Uhr. Stettin, 10. Mai. Bor dem htestgen Schwurgericht ba'te fich der 61 Jahre alte Pastor Rudolf Steinbrück aus Eggesin wegen Unterschlagung von 16 000 Mk. Kilchengeldern und Fälschung der Kirchenbücher zu verantworten. Dec Angeklagte, der seit 1882 die Pfarre in Eggesin inne hatte, ist beschuldigt, als Rendant der Kirchenkaffe seit 1895 Gelder, die er in amtlicher Eigenschaft empfangen und in Gewahrsam hatte, zum Mindest betrage von 17,000 Mk. unterschlagen, und die zur Eintragung und Kontrolle dienenden Bücher unrichtig geführt, unrichtige Abschlüsse gemacht und unrichtige Belege vorgelegi zu haben, ferner ihm von einem Mädchen anoertraute 200 Mk. für sich verbraucht zu haben. Der Angeklagte gestand ein, mindestens 17,000 Mk. der Kasse entnommen zu haben, gab auch zu. Rasuren in den Büchern vorgenommen und Eintragungen unterlassen zu haben. Die Erziehung imt) Ausbildung seiner sechs Kinder habe ihm viel Geld gekostet. Der Schadm sei von seinem Bruder und Schwager gedeckt. Der Prästdent stellt fest, daß der Angeklagte, der etwa 7000 Mk. Ein. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 13. Mai. Kantate. Gottesdienst. In der Stadttirche. Vormittags 8 Uhr: Frühgottesdienst, verbunden mit Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. m Pfarrer Schlosser. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst, sowie Beichte und heil. Abendmahl für die Militärgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Nachmittags 2*/, Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. BSiaL' SSfcte* Pfarrer Dr. Grein. Donnerstag den 17. Mai, abends 8 Uhr, findet im Kon- firmandensaal in der Kirchstraße die Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Matthäusgemeinde statt. Mit W * fr i flfW«**' au IHM’ i« N°l • 'Ä SIS- Oberheifiicher Geschichtsverein. Mltgkirderversammkung Freitag den 18. Mai, abends 8V- Uhr, im CafS Ebel. Tagesordnung: 1) Neuwahl des Vorstandes auf Grund der 16 und 23 der neuen Satzungen. 2) Bericht über die Ausgrabungen, erstattet von Herrn Profeffor Dr. Gundermann. Zu dem letzten Teil der Tagesordnung (Beginn 9 Uhr) haben auch Nichtmitglieder, wie immer, Zutritt. 3462 gJ.M.Sctiulhof. Brauhaus Würzburg älteste und grösste Brauerei in Würzburg Vermischtes. * Frankfurt a. M., 10. Mai. In der heutigen Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Frankfurter Börse wurde mitgeteilt, daß die an die Regierung und an den Reichstag abgesandte Petition zahlreiche Unterschriften von zum Teil der ersten hiesigen Bankfirmen gefunden habe. Ueber die Thätigkeit der nach Berlin entsendeten Delegierten wurde berichtet, daß dieselben bei mehreren Parlamentariern verständnisvolle Aufnahme gefunden haben. Die Delegierten wurden heute von Staatsminister Dr. von Miquel und vom Staatssekretär von Thielmann in Audienz empfangen. * Wien, 10. Mai. Den Blättern zufolge hat das ZeitungsauSträger-Ehepaar Ott sein fünfjähriges Kind zu Tode gemartert, die Leiche zerstückelt und dann im Ofen verbrannt. Das Ehepaar wurde verhaftet. • Die Pest soll nach Smyrna durch einen Lumpenhändler eingeschleppt worden sein. Nächsten Sonntag, den 20. Mai, findet vormittags 8 Uhr Frühgottesdienst, verbunden mit Christenlehre für ~ " mierten der Markusgemeinde statt. Dr. Schäffer und Frau, o Lisel, geb. Stuhl. O 3453 O Arbeiterbewegung. Gießen, 11. Mai. Der Vorstand der Barbier-, Friseur«, und Perrückenmachergehilfen zu Gießen teilt uns mit, daß er, bat be» ''ffcla*'* ft”.’ 2til0 Montag den 14. Mai er., abends 9'/, Mr, im Arankfnrter Hof: Oeffentliche Versammlung sämtlicher Arbeitgeber Nb Arbeitnehmer im Karbier-, Friseur- und Perückenmacher-Gemerbe zu Gießen. Neueste Meldungen. Berlin, 11. Mai. Die dritte Beratung der Lex Heinze wird, wie ein parlamentarischer Berichterstatter meldet, nach Beendigung der zweiten Lesung der Unfall- Versicherungsgesetze über acht Tage vor der zweiten Beratung der F l o t t e n - V o r l a g e im Plenum des Reichstages fortgesetzt werden. Prag ,11. Mai. Tas Exekutivkomitee der tschechisch radikalen st aatsrechtlich en Partei veröffentlicht einen Aufruf an das tschechische Bolt, in dem erklärt wird, daß die Körber'sck)en S p r a ch e n g e s e tz e nicht nur die Auslieferung der tschechischen Minorität, sondern auch die Vereitelung der tschechischen staatsrechtlichen Bestrebungen für alle Zeiten bedeutet. Wien, 11. Mai. Wie die „Reue Freie Presse" erfährt, wird über die Demission des Ministers Dr. v. Rez e k im Laufe dieser Woche entschieden werden. Der Minister wird in den nächsten Tagen vom Kaiser empfangen werden. Ministerpräsident v. Körber wird heute dem Kaiser ausführlichen Bericht über die parlamentarische Situation erstatten. Budapest, 11. Mai. Der Magyar Lrszag meldet angeblich aus diplomatischer Quelle, daß bei der Berliner Kaiser-Zusammenkunft die Balkanfrage, insbesondere der türkisch-armenische Konflikt zur Sprache gebracht worden sei. Es seien sehr wichtige Abmachungen getroffen worden, mit denen auch Rußland einverstanden sei. Bei der demnächst erfolgenden Zusammenkunft des Zaren mit dem deutschen Kaiser würden die Berliner Abmachungen perfektioniert werden. (Die Nachricht scheint von A bis Z leeres Geschwätz. D. Red.) London, 11. Mai. „Morning Leader" meldet aus New-York: Die letzte Rede Salisburys habe in den Bereinigten Staaten einen sehr schlechten Eindruck hervorgerufen wegen des arroganten Tones, der darin gegenüber den Großmächten angeschlagen wird. London, 11. Mai. Aus New-York wird gemeldet: Die Populisten, welche .gestern einen Kongreß abhielten, bezeichneten einstimmig den Demokraten Bryan zum Präsidentschafts-Kandidaten. Neapel, 11. Mai. Die Ausbrüche des Vesuv haben ebenso unerwartet schnell wieder aufgehört, wie sie begonnen haben. Jetzt werden nur noch leichte Aschenmassen emporgeschleudert. Die Explosionen erfolgen in langen Zwischenräumen. IffAMTACnn u. chron. Kranken z. Notiz, dass m. Kuren gegen IlviVUbüll Herzerreg., Magenverstimmung, Angst, Zwangs- gedenken, SchwBcbezust. etc. auch d. Saison in Auerbach, Hessen stattfinden. Spezifisch wirksam bei veralteter Darmträgheit. Prospekte über Eigenart und Erfolge frei. 1929 Dr. Borcherdt. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten.__ jÜF* Londorf. 'M Pfarrer Euler. Kollekte für die kirchliche Versorgung der evangelischen Glaubensgenoffen im Auslande. ifi ° ,-g-' ntut -W Sonntag den 13. Mai, nachmittags 3 Ayr: KONZERT der fiaptllt des Heß. Itz-r KsI. Ar. 11, Msrdmg °>°,u höflichst einladet Robert Ziegler, Hasthof zur Stadt Hießen. vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe. „ um 9Va Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21/« Uhr: Andacht. Dienstag und Freitag abend 6»/, Uhr ist Maiandacht. Gottri-irnst in der Synagogr. Samstag den 12 Mai 1900. Vorabend Uhr, morgens 88u Uhr, nachmittags 4 Ubr Tchrifterklärung, Sabbathausgang 8« Uhr. Gottrr-irasi der israelitischen Krligilmrgr^Hchnft. Sabbathfeier am 12. Mai 1900. Freitag abend Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, Sabbathausgang 8*’ Uhr. Nachmittag 8" Uhr Tchrifterklärung. WochengotteSdienst morgens 6»“ Uhr, abends 8« Uhr. Näheres I Hanke», Echloßgaffe 6. 3 schwere, doppekspännige Kastenwagen zu verkaufen. 2988 Näheres Hessischer Hof. 020621 Eine frischmelkende Ziege zu verkaufen._____________Weserstraße 13. «t* sage I ot[e miK ?svNlich 1 Souver^ europäisch^, 'oot.DiA^ I^Nen hur. ^DidisM Stöbt. Slhtchthllils. Fr-idaak. 3370 Wufldfdj 50 W Rmdsteisch 45 Ug. S-weiükAkisch 40 W.. NiMätzen für Stare, Meisen, Rotschwänzchen o □ □ 0 o o XXXX2DDOOaiDiQ!CaaQOQODOQaOCXX o Danksagung o 6 -um Ausdruck zu bringen. 02076 a OOP OOOOOOOOOODOOOOOOOOQOOP MckMerik Die Weteranen der 7. Kompagnie der die und 02084 OOOOOOOOOOOOOQOOOOOOOOOOOO 0 3449 Gastfreundschaft. 02081 0OO€>O€>€3>OOOC»OODQO€»OOOOC>OOO0 iiSEMELUNE (Yeine Stube, Küche, Bodenteil, Keller zu vermieten Große Mühlgaffe 21. 8 Der Borstand 8457 Hilfe wird Schwerhörigen! verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witiko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfität-.Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. MWW Stellen w Ännt-Gelnche Veeloven Ueveine Uermietnnnen Wretgeluche o 6 0 0 0 0 8 S ö a □ o □ □ a G ö 2. GroA Kess. Inf.-Hiegts. sagen Stadt Hießen herzlichen Dank für üöeraus freundliche Aufnahme Hastfreundschaft a 0 □ o 0 Q □ 0 □ 0 Die Veteranen der 6. Kompagnie deS ehemaligen 8. Großh. Heff. Infanterie-Regiments Nr. 116 können es sich nicht versagen, der Stadt Gießen, und besonders ihrem Kameraden, dem Stadtverordneten Herrn L. Gmmeliu- für den ihnen bereiteten Herr« lichen Empfang ihren tiefgefühlten Dank auch auf diesem Wege Die Hauptagentur einer alten, deutschen Lebeusver- sicheruugS-Gesellsch. 1. Ranges (ohne Volksversicherung) ist für hier und Umgegend neu zu besetzen. Gefl Offerten unter Nr. 346 l an die Expedition dieses Blottes erbeten. (Eingetr. Verein.) Beginn des FortbildungS-Unter« richtsr Donnerstag den 17. ds. Mts., abends 9 Uhr, im Cafs Ebel. DebattenkurS r Montag den 14. ds., abends 9 Uhr, im Cafl Ebel. Dillenburg Donnerstag ben 17. Mair Vieh- und Krammarkt, Die Armin-Deputation der Stadt Gießen. Wolff. durch den im Ohr fast unsichtbaren, immerwährend und unauffällig zu tragenden, kaum 2 Zentimeter großen »SchallfLnger AuriS^. Für jedes schwerhörige Ohr ist ein Apparat erforderlich. 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