Erstes Blatt. Nr. 110 Samstag den 12. Mai 1900 Amts- und Anzeigeblatt fiiv den Uvcis Gieszen. der und wie Bekauutmachuug. an 13. Mai, in Donnerstag, 17. M 20. 18. 19. Freitag, Samötag, Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, ZLerugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 76 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholkstellen vierteljährl. Mk. 1,99 monaürch 66 Psg. Sei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Erscheint täglich mit Ausnahme des MovtagS. Die Gießener IlamikienVlLtler werde« dem Anzeiger im Wechsel mit ,Heff. Landwirt" a. „Blätter für Hess. Volkskunde" wöchll. 4 mal beigelegt. ^wah] 1UX- Alle Anzeigen-BermittlungSstelle« deS I«- und Auslandes uehmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., anSwörtS 20 Pfg. HAehton, expedition und Druckerei: Kchalstraße Ar. 7. OraüsbeUagen: Gießener Zamitienblätter, Der hessische Kandwirt, KliMer für hessische Volkskunde. Gießen, den 10. Mai 1900. Der Vorsitzende des Vereinsbezirls Gießen. Frhr. Schenck. ________ standen hätten, unverändert fortbestehen und von beiden Seilen hochgehalten werden. Die Rede klang in einem Hoch auf Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. aus, unter dem das Erbe, welches Kaiser Wilhelm der Große hinterlassen, in cN?ei yal Rödgen, Großen Buseck, Alten Buseck, Daubringen, Staufenberg, Mainzlar, Treis a. d. Lumda. Adresse für Depesche«: Anzeiger Hie-e». Fernsprecher Nr. 5L Annahme Beu A«»«ig-« Z» der nachmittags für de« ßelgmden Tag erscheinende« Nummer btS Derrn. W «hr. Abbestellungen spätestens »beodS vorher. Kranz legten auch noch die Veteranen aus Friedberg | nieder. Bei dem Ruudgang um das Denkmal ging £)6er I lürgermeister Gnauth zur Linken des Großherzogs, Stadt- I verordneter Kirch zur Linken des Prinzen Wilhelm. Die I when Herrschaften unterhielten sich lebhaft mit beiden I Herren. Dann besichtigte Se. Kgl. Hoheit mit lebhaftem I Jnteresie die Votivtafeln im Rathausvorsaal. Der Vorbeimarsch der Veteranen, Schulen und I Vereine vollzog sich programmmäßig. Nur waren es nicht I 80 junge Mädchen in Volkstrachten, wie wir gestern meldeten, I andern 18, ein Irrtum, der uns durch einen Hörfehler 1 mterlief. Bei den Trachten waren grün, blau und schwarz | )ie dominierenden Farben. Nach Beendigung des Vorbeimarsches reichte der Groß- I Herzog Herrn Oberbürgermeister Gnauth, Herrn Ludwig Habich und Herrn Kirch die Hand. Inzwischen waren die Wagen angefahren, deren Verdeck man jetzt herunterschlagen konnte, da der Regen ganz aufgehört hatte. Auf | der Fahrt zum Provinzialdirektor Herrn v. Bechtold brachten Universität und Studentenschaft den hohen Gästen lebhafte Ovationen dar. Als der Großherzog und Prinz Wilhelm mit den Herren, die an der Frühstückstafel teilgenommen hatten, I auf dem Paradeplatz eintraf, schritt er die Front des Regiments ab. Der Parademarsch des Regiments und auch der Veteranen wurde in Kompagniefront gemacht und machte einen vorzüglichen Eindruck. Die Richtung und das Herausbringen der Beine unserer Veteranen war so tadellos, wie sie eine aktive, wochenlang auf eine Besichtigung hin gediente Truppe es kaum hätte besser machen können. Auf allen Gesichtern leuchtete froher Stolz, in dem Verbände, in dem die Wackeren vor 30 Jahren Schulter an Schulter gestanden, heute an dem geliebten Landesherrn vorbeimaschreren zu dürfen. Nach der Parade begaben sich die einzelnen Kompagnien in die bekannt gegebenen Lokale. Währenddessen fand im Gesellschaftshause das große Festmahl statt. Der Dank Sr. Sgl. Hoheit des Großherzogs auf dieRede desOberbürgermeisters beimFest- mahle im Gesellschaftshause hatte folgenden Wortlaut: Ich danke meiner getreuen Stadt Gießen für den herzlichen Empfang, der mir heute bei der Enthüllungsfeier zuteil wurde. Das erhabene Denkmal wird allen denen, welche an der ruhmreichen Zeit der Gründung des Reich- teilgenommen haben, eine erhebende Erinnerung und den zukünftigen Generationen ein Sporn fein, das aus dem Blute ihrer Borfahren Errungene zu erhalten. Ich trinke auf das Wohl der Stadt und ihrer getreuen Bürger, welche unter meinem Vater den Sieg errungen, den Frieden des Landes herbeigeführt haben. L t Man war in der gehobensten Stimmung, und das that nicht zum wenigsten der Feftwein. Dieser Festwein, der Tiergärtner namentlich und die Liebfrauenmilch, war einfach ein Gedicht, und wahrlich kein schlechtes, des seligen, trinkfrohen Mirza Schaffy würdig. Es ward ein andächtiges Zungenschnalzen und Schlürfen im Saale laut, als die kostbaren Tropfen in den Gläsern perlten. Der Wein hat jedenfalls die fürstlichen Ehren verdient, mit denen man ihn aufnahm. Herrn Kirch kam etwa um 2 Uhr die gute Idee, an Seine Majestät den Kaiser ein Huldigungstelegramm abzusenden. Er wandte sich deshalb an Seine Exzellenz den Oberhofmarschall General v. Westerweller, um die Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit einzuholen. Einen Textentwurf hatte er bereits verfaßt. Da erfuhr er, daß Seine Königliche Hoheit bereits selbst soeben ein Telegramm an den Kaiser abgefaßt und abgesandt hatte. Dieses Telegramm brachte unserm Kaiser die Mitteilung von der Enthüllungsfeier des Kriegerdenkmals für die Söhne unserer Stadt und für das Regiment „Kaiser Wilhelm", und übermittelte Sr. Majestät namens aller Festteilnehmer den Gruß ehrfurchtsvoller Huldigung. Der Oberbürgermeister wurde eingeladen, dieses Telegramm mit zu unterzeichnen. Der Empfangs-Salon im Klubgebäude war von der Firma Theodor Brück in Gießen eingerichtet worden. In Steins Garten war die größte Zahl der Veteranen zum Festesten versammelt, die.der Beigeordnete Wolff im Namen der Stadt herzlich willkommen hieß. Mit ihnen begrüßte er auch die Söhne Gießens und die Vertreter des Regiments. Der Redner betoMe, daß die Teilnehmer am schönen Feste die Ueberzeugung mit in die Heimat nehmen möchten, daß die engen Beziehungen, die zu ihrer Zeit zwischen Regiment und Bürgerschaft be- Wr.58. [33H vermieten, W derPloGch. Schneider. guter Pflege und guter Hut stehe. Darauf erhob sich Se. Excellenz Generalleutnant Rau, ... die Opferfreudigkeit und treue Anhänglichkeit der in der Heimat zurückgebliebenen Brüder der Stadt Gießen ' der Provinz Oberhesten feierte: Wie freuten wir uns, wenn die Sendungen kamen, klopfte das Herz, allein nicht des materiellen Wertes wegen, es war die Luft, der Pulsschlag der Heimat, den wir spürten, der Brief mit der Mahnung der Witwe an den einzigen Sohn, daß er treu aushalten solle, bis der Gegner zu Boden geworfen. Daß bei diesen Gaben die Provinz und vor allem die Hauptstadt nicht gefehlt hat, wissen wir alle, erinnern wir uns doch, daß Bürgermeister und Rat persönlich alles, was niet- und nagellos war, herbeigeschleppt, um dem Regiment vor Metz die Not leichter ertragen zu machen. In dieser Zeit wurden die Keime gelegt, die in der 30 jährigen Friedensperiode aufbrachen und zu starken Bäumen heranwuchsen, in deren Schatten wir das heutige Fest feiern. Aus jenen Tagen stammen die innigen Beziehungen zwischen der Stadt und dem Regiment, die Freude der Truppe an dem Blühen und Gedeihen des Gemeinwesens, und der Stolz der Bürgerschaft, wenn ihr Regiment „Kaiser Wilhelm" dem alten Lorbeer neue Ehren hinzufügt. Wie staunte ich, als ich nach 15 jähriger Abwesenheit Gießen wiedersah, überall Licht und Luft, ohne Kommentar, für jedermann erkenntlich, daß tüchtige Bürger, intelligente Stadtverordnete und ein genialer Leiter untereinander wetteifern und allezeit im Kampfe für das Gute und Schöne, für die wahre Humanität im ersten Treffen marschieren. Das zeigt auch uns das heutige Fest! Nehmen Sie unseren besten Dank dafür, daß Sie uns dazu eingeladen und weiter für die Stiftung und das Aushängen der Votivtafeln im Stadthause, wodurch Sie die Lebenden Bekanntmachung. Betr.: Die Fahrräder und Automobile. Die Frist zur Anmeldung und Versteuerung der Fahrräder und Automobile haben wir bis zum 20. Mai l. I. verlängert. $ßer bis zum genannten Tage die vorgeschriebene Stempelsteuer nicht entrichtet oder Befreiung von derselben auf Grund des § 3 der Verordnung vom 10. Oktober v. I. nachgesucht hat, verfällt, wenn er sein Rad zum Fahren auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen benutzt, in die gesetzliche Strafe. Personen, welche, ohne den Besitz aufzugeben, rhr Rad re. nicht mehr benutzen wollen, haben dasselbe bis zum gleichen Termin unter Abgabe der Nummerplatte an uns, übzumelden. Meldungen haben auf dem Zimmer unseres Bureauvorstehers, Brandplatz 9 eine Treppe hoch, zu erfolgen. Gießen, den 8. Mai 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. für B/er ß 14. 15. 16. Meßmer Anzeiger Heneral-Anzeiger - M sttüou« fei'- Nachklänge vom Denkmalsfeste. Gieße«, den 11. Mai 1900. unserer gestern Nachmittag kurz nach 3 Uhr allenthalben in der Stadt zur Verteilung gelangten Feft- «ummer haben wir bereits ein in großem Rahmen ge- halteneS Bild von den wesentlichen Vorgängen des gestrigen unvergeßlichen Festtages geboten. Für heute er- Lbrigt es sich nur noch, die verschredensten belangreicheren Einzelheiten ergänzend nachzutragen. Der bis 10 Uhr saust herniederrieselnde Staubregen zog es vor, just bei Ankunst Sr. Kgl. Hoheit unseres verehrten Großherzogs auszuhören. . 9 Unter den Ehrengästen bemerkten wir: den Oberhos- marschall General von Westerweller, dm Minister Ro he, Küchler und Dr. Dittmar, den Geh. Oberbaurat Hofmann vom Ministerium, den Oberbürgermeister von Darmstadt Morneweg u. a. m. Der Groß- b erzog trug di- Uniform des Leibregiment« Nr. 115, Nr,,,- Wilhelm die unseres Regiments „Kaiser Wilhelm". Beide hatten das große Band und die Kette zum LudwigSorden anaeleat. Der kommandierende General v. Lindeguist, dem der Großherzog nach Abschreiten der Front der Ehren, komvagnie die Hand reichte, trug das große Band des Schwarzen Adlerordens. Auf der Wests-,.-hatten d.e Ehren, lompagnie mit der Regimentskapelle, rechts davon d,e Generalität und die Offiziere des Regiments, daran anschließend an der Südseite des Denkmalsplatzes die Sanger, zu beiden Seiten des Denkmals die Reserve-, Landwehr- und Sani- ttooffWere an der Ost- und Nordseite des Marktplatzes die^ Veteranen in 6 Gliedern Stellung genommen. Als die Hülle vom Denkmal gefallen war, fah man das Wasser des Brunnen bereits lustig sprudeln. Einen prachtvollen 262? Ä Wagen Neu! et- Sonntag, — « » ----- Den Herren Großh. Bürgermeistern und Obmännern neben bezw. der praktischen Unterweisungen besondere Mit teilungen zu mit dem Ersuchen um ortsübliche Bekannt- ;he, hen kann, wird Lyncker^ n cq. 18 Jabm meine Fäibem 33W forl gesucht. utitM Mv H lunfl Wch. riragm 6* «Mm - günstigen löte: geM - u8 recht,, WbkrtttH? "Ult anbertot. Betr.: Vorträge über Obstbau. Der Obstbautechniker des Oberhessischen Obstbau- Vereins, Herr Metz aus Friedberg, beabsichtigt, an den anqeführten Tagen die nachstehend verzeichneten Orte des Kreises Gießen zu besuchen, um daselbst Borträge über Obstbau zu halten und an Obstbäumen praktische Unterweisungen zu erteilen. Au Wochentagen beginnen die Vorträge abends 8 Uhr, Sonntagen nachmittags 3 Uhr. - ™ Annerod, aesurbt. [2872 Mäusburg 12- IC A yW' in hohem Grade geehrt und die Namen der für das Vaterland Gestorbenen der Nachwelt überliefert haben. Unseren wärmsten Dank und unsere Wünsche für das Wachsen und Blühen der Provinzialhaupt- und Universitätsstadt Gießen sowie ihre innigen Beziehungen zum Regiment fassen wir in dem Rufe zusammen: die Bürgerschaft, die Stadtverordneten und der Herr Oberbürgermeister, sie leben hoch! (Fortsetzung im zweiten Blatt). Deutscher Reichstag. 190. Sitzung vom 10. Mai. 1 Uhr. Im Reichstage wurde heute der Gesetzentwurf, betr. die militärische Straf rechtspflege in Kiautsch ou, beraten, welcher bestimmt, daß die in der Mili- tärstrafgerich^tsordnung für das Verhältnis an Bord gegebenen Vorschriften auch auf die zum Kaiserlichen Gouvernement Krautschou gehörigen Militärpersonen Anwendung finden. Abg. Basserm'ann (natl.) ist mit der Vorlage im ganzen einverstanden, bittet aber, die zweite Lesung nicht gleich heute vorzunehmen, um für diese einen Paragraphen vorbereiten zu können, durch den die Geltung des Gesetzes zeitlich etwa auf fünf Jahre begrenzt wird. Es dauernd zu bewilligen, trage er Bedenken, weil darin das RechL der Beruftmg beschränkt sei. Der Staatssekretär des Reichsmarineamts ist der Meinung, daß das Gesetz dauernd Geltung haben müsse, weil das Militär im Kiautschlou- Gebiet dauernd in steter Waffenbereitschaft sein müsse. Daß sich die Verhältnisse in fünf Jahren dort wesentlich ändern würden, glaube er nicht. Die Abgg. Eickhoff (freis. Vp.) und Rickert (freis. Vgg.) stimmen dem Abg. Bassermann bei, während Abg. Kirsch (Ztr.) eine Fristbestimmung für überflüssig hält, da der Reichstag es jederzeit in der Hand habe, eine Aenderung des Gesetzes zu beantragen. Damit schließt die Diskussion, die zweite Beratung oer Vorlage wird von der Tagesordnung abgesetzt, diese aber nicht an eine Kommission verwiesen. Sodann wird die zweite Lesung der Novelle zum Gewerbe - Unfallversicherungs - Gesetz fortgesetzt. Nach dem Kommissionsbeschluß sollen die Arbeitervertreter von den Ausschüssen derjenigen VersicherUngs- anstalten gewählt werden, auf deren Bezirke sich die Berufsgenossenschaft oder Sektion erstreckt: "w/Mbrechtlgt sind jedoch nur diejenigen Mitglieder der Auvfchusfe, die als Vertreter der Versicherten berufen U"d. Wahlbar sind deutsche männliche volljährige versicherte .„Shin wählbar soll sein, wer zum Amte emes Schöffen unfähig ist. Die Wahl erfolgt auf fünf Jahre. Mw rnnbeigetM MIO inM bei M bei jjw rl Löiibtt, und Mi». •butter g gMi ’nem äc(._ tG lautern*-, 3372 Mcht. 2883 tarNplatzN- der Georg-Viktor-Quelle begonnen. In einer vom Der Großherzog hat den ersten Kammer, Fürst Bruno zu aus dessen Nachsuchen seiner •* Persoualnachrichteu. Versetzt sind: die Ober. Postassistenten Beck von Michelstadt nach Erbach (Odemv.) und ^Ralft) von Düsseldorf-Oberbilk nach Michelstadt, sowie der Postassistent Rettig von Hanau nach Oppenheim. An gestellt ist: als Postassistent: der Postanwärter Lapp in Mainz. Angenommen sind: als Posta». Wärter: die Feldwebel Hamberger in Mainz und Weber in Offenbach (Main) sowie der Hoboist Linke in Darm- stadt; als Telegraphenanwärter: der Hoboist Kersten in Mainz; als Postagenten: der Briefträger im Ruhestand Bingel in Dorheim (Wetterau), der Landbriefträger im Ruhestand Kipp in Ockstadt und der Posthilfstelleninhaber Baßmann in Okarben. antragt, lesen Sie doch die stenographischen Berichte natft Befolgten wir Ihre Taktik, so kämen die Arbeiter stets z» kurz. Was wir erreichen, erreichen wir nicht durch Ihre Liebe ,unb Güte, sondern unter dem Druck der Arbeiter gegen Sie, indem wir die Arbeiter darauf Hinweisen, daz das Zentrum sie im Stiche läßt. Abg. Dr. Hitze (Ztr.): Die Sache ist klar, mein Ge- wissen ist rein, mehr habe ich auf die Ausführungen des Abg. Hoch nicht zu antworten. (Beifall rechts und ine Zentrum.) m. Aus dem EderkretS, 10. Mai. Zu Braunau machte die unverheiratete Henriette Soß ihrem Leben durch Erhängen ein Ende. Krankheit dürfte das Motiv zu der unseligen Thal gewesen sein. Die Lebensmüde stand im Alter von 72 Jahren. — Zu Bad Wildungen hat die ^Kurkapelle unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Hagenstein am Samstag mit den öffentlichen Konzerten bei Mitteldeutschen Gastwirteverband abgehaltenen Versammlung von Wirten hat sich ein Zweig verein für den Kreis der Eder gebildet. Als Vertreter des Mitteldeutschen Gaftwirteverbandes waren in der Versammlung anwesend die Herren: Hoflieferant Ritter und Restaurateur Lahnstein aus Kassel, sowie Direktor Reinemer Darmstadt. Darmstadt, 10. Mai. seitherigen Präsidenten der Isenburg-Büdingen, Stelle enthoben. Haiustadt i. O., 10. Mai. Der Wahl deS zum Gemeinde bereits wiederholt ge- Bürgermeister hiesiger wählten Küfers Georg Volk IV. ist seitens des KreiSaus- schuffes die Bestätigung versagt worden, sodaß die Sache wohl demnächst noch den Provinzial-Ausschuß be- schuftigen wird. Während die erste Wahl Volks von dem Kreisausschuß aus formellen Gründen für ungiltig erklärt wurde, handelte es sich bei der letzten Entscheidung lediglich um die Persönlichkeit deS Gewählten. Aus Stadt und Kund. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welche« Inhalte», werde« grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 11. Mai 1900. ** Geschicht-kalendev. (Nachdruck verboten.) Vor 131 ätbren am 11 jMai 1760, wurde zu Basel Johann Prter Hebel geboren! Einfacher Dienstleute Sohn, früh verwaist, als Knabe KohlenNLgrr in der Eisenhütte bet Hausen, sodann fpäter vom Ktrchenrat Preuschen in Karlsruhe erzogen, widmete sich Hedck der Theologie, und erwerb sich durch seine ebenso naiven als lieblichen „Alemannischcn Erdichte" bleibenden Ruhm. Hebel starb am 22. S-ptember 1826 ju Schwetzingen. | gegen den fahrlässigen Betriebsunternehmer ?c. zugleich I aus eine Buße bis zu 6000 Mark zu erkennen ist, die an I den Verletzten und die Personen zu zahlen ist, zu deren I Unterhalt der Verletzte gesetzlich verpflichtet war. Abg. Stadthagen befürwortet auch diesen Antrag. I Die Regierung könne gegen den Antrag nicht sein, wenn I sie sich nicht in Widerspruch mit der Kaiserrede setzen wolle. § 96 wird mit der von dem Abg. Richthofen beantrag- I ten Ergänzung unter Ablehnung des Antrages Albrecht I angenommen. Nach § 109 Abs. 3 kann die höhere Verwaltungsbehörde I bestimmte Gemeindebehörden als untere Verwaltunas- | behörde im Sinne des § 57 Abs. 3 bezeichnen und mit der I Wahrnehmung der dort vorgesehenen Geschäfte betrauen. I Der Absatz wird auf Antrag des Abg. Richthofen ge-' I strichen und der Rest des Gesetzes angenommen. Damit ist die zweite Beratung der Novelle zum Ge- I werbe-Unfall-Versicherungsgesetz beendet. I Schluß 6 Uhr 45 Min. Nächste Sitzung: Freitag 1 Uhr. (Fortsetzung der zwei- I ten Beratung der Unsallversicher-rngsnovellen und zwar I betr. Land- und Forstwirtschaft.) Abg. H o ch (Soz.) tritt für diesen Antrag ein. Direktor v. Woedtke hält dem Vorredner entgegen, I daß speziell für die Bauarbeiter das Reichsamt des Innern I die Anregung zum Erlaß von Vorschriften zum Schutz von I Leben und Gesundheit wiederholt gegeben hat. Es würde | ein unglaublicher Zustand der Verwirrung eintreten, wenn | jeder Krankenkasse das Recht der Kontrolle der erlassenen I Vorschriften beigelegt würde; am allerwenigsten würde I damit den Arbeitern selbst genützt werden. Abg. Rösicke-Dessau: Die Meinung des Herrn von | Stumm, daß der technische Aufsichtsbeamte und der Rech- I nungsbeamte notwendig zwei verschiedene Personen sein I müssen, trifft nicht zu; in den Sachverständigenkreisen wird I darüber nur Heiterkeit entstehen. Die Vorwürfe des Abg. Hoch gegen die Berufsgenossenschaften wegen ihrer passiven Haltung bezüglich der Unfallverhütung sind in dieser Allgemeinheit nicht berechtigt, auch die Mitwirkung der Arbeiter ist in dem gegenwärtigen Gesetz erheblich erweitert. Abg. v. Stumm beantragt, an Stelle seines ursprünglichen Antrages folgenden »Zusatz zu § 82 zu beschließen : „Die Funktionen^ der technischen Aufsichts-Beamten und dep Rechnungsbeamten können in einer Person vereinigt werden". Staatssekretär Graf Posadowsky: Durch die Bestimmung, nach welcher technische Aufsichts- und Rechnungsbeamte anzustellen sind von den Berufsgenossenschaften, soll nur erreicht werden, daß die Berufsgenossen- schajten über Beamte verfügen müssen, die die volle tech^ nische Sachkenntnis besitzen, um sie zu befähigen, mit Erfolg die verschiedenen Fabriken und industriellen Anlagen zu revidieren; daß andererseits die Berufsgenossenschasten auch Beamte haben, die diejenigen Kenntnisse auf rechnerischem Gebiete besitzen, um mit Erfolg das Finanzwesen und vor allem das Kassenwesen der Berufsgenossenschaften zu revidieren. Nun ist es keineswegs ausgeschlossen, daß die Berufsgenossenschaften Beamte haben, die beide Funktionen in sich vereinigen. Dann hätte es in der That keinen rechten Sinn, wenn eine Berufsgenossenschaft zwei Beamte für einen bestimmten Bezirk anstellte, für die keine Beschäftigung vorhanden wäre. Deshalb ließen sich zwei Funktionen einem Beamten übertragen. Abg. Hitze (Ztr.): Die Anträge der Sozialdemokraten und die dazu» gehaltenen Reden können nicht den Zweck haben, eine Majorität.zu finden, nachdem alle Anträge schon in deu Kommission gegen ihre Stimmen abgelehnt worden sind. Die Wiedereinbringung der Anträge und die Reden dazu sind bestimmt, nach außen hin zu wirken. Ich habe an sich nichts dagegen, id) kann Ihnen dieses Recht natürlich auch jetzt nicht nehmen (Lachen bei den Sozialdemokraten); aber ich würde es für unverantwortlich halten, wenn wir! etwa in gleicher Weise handelten und dadurch die Gefahr ,heraufbeschwören würden, daß auch dieses Jahr aus dem Gesetze nichts wird. Nach Herrn Hoch wäre es ganz wertlos, daß es jetzt heißen soll, die Berufsgenossenschaften sind „verpflichtet" statt „befugt", für die Durchführung der Unfallverhütungsvorschriften zu sorgen! Wo bleibt da die Logik? Wenn Sie solches Mißtrauen in die Berufsgenossenschaften überhaupt setzen, so können Sie do chauch den Berichten Ihrer Beauftragten kein Vertrauen schenken. Wenn die Krankenkassenvorstände selbständig Un- sallverhütungsvorschriften zu erlassen und deren Befolgung zu überwachen berechtigt sein sollen, so würde dadurch that- sächlich ein unglaublicher Wirrwarr entstehen. Solche An- träge stellen Sie, und damit wollen Sie Staat machen vordem Lande; da! kommen Sie mit großen Deklamationen über die Unfruchtbarkeit der Kommissionsverhandlungen. Eine solche Politik liegt nicht im Interesse des deutschen Arbeiterstandes. Wir werden dafür sorgen, daß das Gesetz zu stände kommt; damit haben wir für die Arbeiter etwas geleistet, aber nicht durch endlose Reden. (Beifall im Zentrum.) Abg. Hoch: Der Abg. Hitze fühlt sich gedrungen, als führender Herr im Hause den Zensor zu spielen. Wir nehmen von ihm keine Belehrung an, wir sind nicht von ihm hierhergeschickt, sondern von den Arbeitern, und darum werden wir Anträge stellen, die den Arbeitern gefallen, nicht ihm. (Sehr richtig bei den Sozialdemokraten.) Wir verwahren uns dagegen, daß wir das Gesetz zum Scheitern bringen wollen. Als es sich gestern um die Papierchen handelte, da haben Sie lange genug gesprochen; hier, wo es sich um die Rechte der Arbeiter handelt, wollen Sie nicht mitmachen. Wenn der Herr Hitze die ganze Weisheit besitzt, so kann er ja die Arbeiter über unsere Thorheit aufklären. Es wird aber so sein, daß ihn das böse Gewissen plagt. (Murren im Zentrum.) Herr Hitze hätte lieber unfern Antrag genau lesen sollen, ehe er uns schulmeistert; dasselbe gilt auch von Herrn Rösicke. Gegen eine Aufsicht der Berufsgenossenschasten sind wir nur insofern gewesen, als sie eine Komödie war; dagegen haben wir ja einen Antrag gestellt. Mit Anträgen Komödie zu spielen, überlassen wir anderen. (Zurufe links: Flotte?) Daß die Aufsichts-Beamten zur Hälfte von Arbeitern gewählt werden, ist eine alte Forderung von uns. Sie irren oder können unsere Anträge nicht verstehen, ist das letztere der Fall, da müssen wir Sie aufklären. Alle Verbesserungs^- antrage des Zenttums haben wir schon vor Jahren be- Maiuz, 10. Mai. In der Nähe des Forts Montebello wurde eine weibliche Leiche geländet. Nach einer amtlichen Mitteilung wurde in der Leiche eine Witwe P ech ler aus Frankfurt a. M. erkannt, die im Februar Selbstmord verübt haben soll. — Heute wurde hier ein angeblicher Schriftsteller Dr. jur. Dunkel - Dorning aus Mitten« walde wegen Betrügereien verhaftet. Nach der Verhaftung wurde feftgestellt, daß dieser angebliche „Dr. jur.« ein vor einiger Zeit entlassener Zuchthaussträfling Namens Joh. Max Dunkel ist, der zuletzt 4i/2 Jahre im Zuchthaus zu Ludwigsburg zugebracht hat. bitt Mainz, 10. Mak. Die bett 20. Mai nächstHin stattfindende feierliche Konsekration des Dr. Brück zum Bischof von Mainz erfolgt durch den Erzbischof Nürber von Freiburg unter Assistenz der Bischöfe Endert von Fulda und Willi von Limburg. Bischof Brück wird der 94. Bischoß von Mainz sein. Vor!Bonifatius nennen die alten Bischofskataloge 13 Bischöfe. Von Noveinber 747 bis zur Säkularisation regierten 74 Erzbischöfe, deren letzter der Kurfürst Friedrich Karl Joseph Freiherr von Erthal war, dem dast weitausgedehnte Erzbistum bis 798, selbst Köln, unterstand. Nachdem Napoleon als Konsul, im Einvernehmen mit dem Papste Pius dem siebenten, Nftrinz als Hauptstadt deD Departements Donnersberg wieder zum Bistum erhoben hatte, ernannte er am 23. Oktober 1802 Joseph Ludwig Colmar zum ersten Bischof des wiederhergestellten Bistums, welchem 1830 Vitus Burg, 1834 Johann Jakob Hu- mann, 1835 Petrus Leopold Kaiser, 1850 Wilhelm Emanueß Freiherr von Ketteler, 1886 Paulus Leopold Haffner auf dem Mainzer Bischofsstuhle folgten. — Trotz der Aende- rung, die das anfängliche Programm durch den plötzlichen Tod des Bürgermeisters Schüller von Coblenz erlitten hat, werden die Torpedoboote erst kommenden Montag hier eintreffen. Am Freitag erfolgt die Ankunft der Boot» in Bingen, von wo am Samstag die Weiterfahrt nach Rüdesheim stattfindet, um den Offizieren und Mannschaften Gelegenheit zu geben, an einer am Sonntag an dem Niederwalddenkmal stattfindenden Festfeier teilzunehmerr. Am Dienstag erfolgt von hier die Weiterfahrt nach WormS, Ludwigshafen, Mannheim, Speier und wenn eben möglich bis Straßburg. — Zu dem hier anläßlich der Gutenberg- feier zur Errichtung kommenden Guten berg museum stehen nach einer in der gesttigen Stadtverordnetenversammlung durch den Oberbürgermeister gemachten Mitteilung bereits zwischen 80- und 90 000 Mark zur Verfügung. Unter den Spendern von Gaben für das Gutenberg- museum sind zahlreiche im Auslande lebende Mainzer. Abg. Fischer-Sachsen (Soz.) befürwortet einen Antrag Albrecht und Gen., wonach die Arbeitervertreter in geheimem, gleichem, direktem Wahlverfahren von den in den unfallversicherüngspflichtigen Bettieben der Berufsgenossenschaft beschäftigten Arbeitern gewählt werden sollen; event. soll die Wahl von den Generalversammlungen derjenigen Krankenkasse vorgenommen werden, auf deren Bezirk sich die Berufsgenossenschaft oder Sektion erstreckt. Außerdem sollen die Antragsteller auch die weiblichen Arbeiter für wählbar erklären und die Unfähigkeit zum Schöffenamt nicht als Ausschlußgrund gelten lassen, event. diejenigen für nicht wählbar erklären, die nicht als Vorstandsmitglieder der Kasse wählbar sind. Sämtliche Anträge werden abgelehnt und 8 79 a in der Kommissionsfassung angenommen. Nach § 81 sollen die von den Landesbehörden für bestimmte Erwerbszweige oder Betriebsarten zur Verhütung von Unfällen zu erlassenden Anordnungen, sofern nicht Gefahr im Verzüge ist, den beteiligten Genossen- schasts- oder Sektionsvorständen zur Begutachtung vorher mitgeteilt werden. Die Polizeibehörden sind verpflichtet, von den gemäß § 120 d der Gewerbeordnung zur Verhütung von Unfällen getroffenen Anordnungen derjenigen. Genofsenschaft Kenntnis zu geben, welcher der beteiligte Betrieb angehört. Abg. Molkenbuhr (Soz.) empfiehlt, dem § 81 folgenden Zusatz zu geben: „Außerdem hat die Polizeibehörde und der Gewerbeaufsichitsbeamte, Bergaussichtsbeamte, Baukontrollbeamte und Häfeninspektor gegen diejenigen Unternehmer, welche von den Genossenschaften erlassene Unsallverhütungsvorschriften nicht befolgt haben, Geldstrafen bis zu 150 Mark oder Hast bis zu sechs Wochen. festzusetzen. Gegen die -Festsetzung findet innerhalb einer I Woche Berufung auf schöffengerichtliche Entscheidung statt." Abg. Rösicke-Dessau (wild): Das Mißtrauen, aus welchem die Vorschläge der Sozialdemokraten hervorgegangen sind, ist durchaus ungerechtfertigt; auch kann man dort nicht davon reden, daß die Polizeibehörden ohne eine «solche Strafbefugnis gegenüber den Berufsgenossenschasten eine unwürdige Stellung angewiesen erhalten würden. Unfehlbar seien doch a'Nch die Polizeibehörden nicht, denn I weit mehr auf diese als auf die Gewerbeinspektoren komme I es hier an. Unter Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages I wird § 81 unverändert nach den Kommissionsvorschlägen I angenommen. — Nach § 82 sind die Berufs - Ge - I n o s s en sch afte n verpflichtet, für die Durchführung der I Unfallverhütungsvorschriften Sorge zu tragen, sie sind be- I fugt, durch technische Aufsichtsbeamte die Befolgung dieser I Vorschriften zu überwachen; sie sind ferner befugt, durch I Rechnungsbeamte behufs Prüfungen der Arbeiter- und I Lohnnachweisungen diejenigen Geschäftsbücher und Listen I einzusehen, aus welchen die Zahl der beschäftigten Arbeiter I und Beamten und die Beträge der verdienten Gehälter und I Löhne ersichtlich werden. Abg. v. St u m m beantragt, in diesem § 82tote,Vorlage I wiederherzustellen, welche nicht von technischen Aufsichts- I beamten und „Rechnungsbeamten" als von zwei verschiede- I nen Kategorien spricht, sondern nur „Beaufttagte" kennt, I die beide Funktionen wahrzunehmen haben. Der Antrag I Albrecht u. Gen. will die Verpflichtung statt Befugnis der I Berufsgenossenschaften zur Ueberwachung der Befolgung I der erlassenen Vorschriften durch technische Aufsichtsbeamte I aussprechen; ferner sollen die Beauftragten zur Hälfte I von den Vertretern der Arbeiter und zur Hälfte von den | Vertretern der Unternehmer gewählt werden; über ihre I Thätigkeit und die dabei gemachten Beobachtungen sollen I sie alljährlich dem Genossenschaftvorstande einen Bericht I vorlegen, der veröffentlicht werden muß; endlich soll den I Vorständen der Krankenkassen das Recht zustehen, die Be- I ßolgung der zur Verhütung von Unfällen und zum Schutz I von Leben und Gesundheit erlassenen Vorschriften zu über- | Wachen. Unter Ablehnung 6er soziald emokratischen Anträge I Wird § 82 mit dem vom Abg. v. Stumm beantragten Zusatz I angenommen. § 93b überträgt die Feststellung der Entschä - I big u n g en der in den Ausfühtrungsvoxschriften zu be- I zeichnenden Behörde. I Abg. Fischer- Sachsen (Soz.) vertritt einen Antrag, I der bei dieser Feststellung die Hinzuziehung von Arbeitern I vorsieht. Der Antrag wird abgelehnt und § 93 d unverändert I angenommen. §§ 95 ff. handeln von derHaftunaderBetriebs- I Unternehmer und Betriebsbeamten. §951 bestimmt: „Die nach Maßgabe dieses Gesetzes versicherten I Personen und d-ie in §§ 6 a bis 6 d bezeichneten Hinter- I bliebenen können, auch wenn sie einen Anspruch auf Rente | «icht haben, einen Anspruch auf Ersatz des infolge eines I Unfalls erlittenen Schadens gegen den Betriebsunterneh- | •ner, dessen Bevollmächtigte rc. nur dann geltend machen, | tt>cnn durch strasgerichtliches Urteil festgestellt worden ist, I ban der in Anspruch Genommene den Unfall vorsätzlich I Herbergeführt hat." I ^bg. Stadthagen (Soz.) beantragt, die Bezugnahme I auf tne §§ 6 a bis 6d bezüglich der Hinterbliebenen zu I ftreiajen. Selbst der Kaiser habe seinerzeit im Landes- I ykonomrekollegium die große Zahl dieser Unfälse gerügt I un$ schärfsten Maßregeln dagegen empfohlen und na- I ♦ a.uc^' von der Begnadigung in Fällen der I T,9;clt be® Unternehmers nur in den seltensten I ZEN Gebrauch gemacht werden solle. Das Gesetz würde ^r^»^^^?ofetz gegen die Arbeiter und ein Gesetz zu I S-Ä*“ ,ein' rt,enn bie Anträge nicht an. «lntLA angen°mme.k°"^^^ ^'«krEMn «^^96 sieht vor, daß diejenigen Betriebsunternehmer, I Bevollmächtigte rc., ine den Unfall herbeiaefübrt haben I für alle Aufwendungen haften sollen, die infolge des Um falls auf Grund dieses Gesetzes oder des Krankenversiche- I 1 rungsgesetzes von den Genossenschaften, Gemeinden oder I Krankenkassen gemacht worden sind. Abg. v. Rich t Hofen-Damsdorf will auch bie I Slrmenverbände und sonstigen Unterstützungskassen berück- fichtigt sehen. Die Abgg. Albrecht und Gen. beantragen, den §96 zu ersetzen durch eine Bestimmung, wonach in dem Urteil 1400 SW fitrrN &N1 übet die Einweihung. SomwerS 1 rf- priftbi«*6; Ii« ding « 8 Siel« den W fertigt fi« xirchk" trägt bie' * Der Ma® M tönen läßt । frfilbtn (en haften, unne mhängniSvo wird mit je lebendig ins geßchtS des Eruptionen 1 Italiener. ? bis der Dä stellt. Se Neapel teil 1 mpomm Scharen i ben getrüi irbiftyn @ unnennbare; duldigtn § Niegefehener renb die B bei jedem S Meter hoch beln wieder ptji, wo fie | Vertret, U. #g ii r «b.1« ® ÄT» 2 Monatliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. im vvm 1 1 3 (2) 1 1 Tötl. Körperverletzung 1 U) mit Patent-Matratzen in einfachem und feinem Genre Hffl 2755 2084 Darmstädter magnum bonum ganz rein, zum Setzen, empfiehlt zu 2 Uhr. - L0,e » * W«. - Pvrw u-u ^.^rgewöhu'.ich billigen Preisen 339t ehlt die bekannte Hauptkollekte dd£)J die Kartoffelhandlung von L. F. Ohnacker, Darmstadt. II. Weisel, SouueOO 6 3389 .onüiLin (i) (3) (1) 2 1 4 (2) 2 (1) 1 4 (8) 2 1 3 (Einwohnerzahl: Es starben an: Diphtheritis Typhus (2) (1) (2) 5 (2) 5 (B 2 (2) 4 2 Lungenschwindsucht Lungenentzündung Lungenkatarrh Influenza Schlagfluß Herzleiden Atrophie und Lebensschwäche Krebs Altersschwäche Andere Krankheiten Kunst-Ausstellung. ausstellung im Turmhaus am Braud ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Ubr ununterbrochen. Eintritt fQr Nichtmitglieder an Werktagen 50 Pfg-i an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. die beliebteste Haasselfe, im Verbrauch die billigste, schafft grössere Bequemlichkeit, einmal versucht — stets gebraucht, frei von schädlichen Bestandthellen, besitzt höchste Reinigungskraft, erspart Zeit, Mühe und Geld, unübertroffen in ihrer Art, erfordert weniger Arbeit. Preis pro Carton (ein Doppelstück) »5 Pfg. Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. 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Der Herzog von Anhalt hatte vor einigen Jahren dem Bankier Nathan Herzberg in Köthen den Kommerzienrattitel verliehen, später aber wieder entzogen, weil chm nachteiliges über den geschäftlichen Charakter des genannten Herrn zu Ohren gekommen war. Herzberg war natürlich durch dieses allgemeines Aufsehen erregende Verfahren sehr unangenehm berührt und befürchtete vor allen Dingen geschäftliche Nachteile durch das Bekanntwerden der herzoglichen Ungnade. Er setzt deshalb alle möglichen Mittel in Bewegung, um die Zurücknahme der Titelentziehung zu erlangen oder wenigstens den Gründen auf die Spur zu kommen, die sie veranlaßt hatten. Nachdem schriftliche Gesuche an den Staatsminister Dr. v. Koseritz und endlich an den Herzog selbst erfolglos geblieben waren, verfaßte er zwei Flugblätter und verbreitete sie als Beilagen des „Dessauer Tageblattes". Da die Köthener Blätter die Verbreitung abgelehnt hatten, ließ Herzberg in Köthen selbst seine Jagd und Sport. — Die große Internationale Ausstellung von Hunden aller Rassen der Berliner Gesellschaft der Hundefreunde am 8. und 10. Juni, findet im Restaurant Linder zu Pankow statt. Der Erfolg der vorjährigen Ausstellung veranlaßte die Gesellschaft, diesmal die Ausstellung 2 Tage abzuhalten. Die Leitung liegt wieder in Händen des Kynologen und Jagdhundzüchters Liebreich-Pankows Summa: 33 (12) 23 (10) 4 (2) 6 . Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, rote ottie der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. 'Stz [ durch J der ArbZ Reifen, J Rurrabi Klickse ebne Zcdmselzsme Diamant-Grafit-Wichse von Bude Starckc, melle inHann. ist die allerbeste! sie putzt am leichtesten, konserviert das Leder, ist im Gebrauch am billigsten. Käuflich in den Kolonialwaren- und Drogengeschäftcn. 1 3 4 2 3 2 1 Schrift durch Boten verbreiten. In diesen Flugblättern wurde nun gesagt das gegen den Verfaffer eingeschlagene Verfahren sei unerhört, das allgemeine Rechtsgefühl aufs Tiefste verletzend und von Beweggründen beeinflußt, welche Veranlassung hätten, die Oeffentlichkert |u scheuen. Hierin wurde -ine Beleidigung des Ministers Dr. von Koseritz erblickt, und das Landgericht Dessau verurteilte Herzberg zu 300 Mk. Geldstrafe. Es wurde angenommen, daß der Angeklag e dem Minister etwas Wrgeworsen habe, was gegen Gesetz und gute Sitte verstoße und bei EMdeckung Strafe und Verachtung zur Folge habe Der Schutz des $ 183 wurde dem Angeklagten nicht zugebrllrgt, eventuell wurde angenommen, daß dieser Schutz wegen der beleidigenden Form nicht eintreten könne. Mildernde Umstände wurden indessen dem Angeklagten zugebilligt, weil er durch das gegen ihn emgeschlagene Verfahren sehr erregt war und sich in seinem Ansehen als Geschäftsmann ge« schädigt sah. — Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Revision eingelegt, die vom Justizrat Dr. Selle aus Berlin vor dem Reichsgerichte vertreten wurde. Gemäß dem Anträge des Reichsanwalts erkannte jedoch das Reichsgericht auf Verwerfung der Revision, da die erhobenen prozeffualen Beschwerden sämtlich bedeutungslos und die materielle Rüge der Verletzung des § 193 unbegründet sei. rzsg jat iflti Fürst Arm 'Wen [mu l ahl bei jun ttitbtM gt’ bet Mmfi fr, sodaß Vit | kusschch ; Iks m btm Mtz nM . Wfilit von Westphal & Reinhold und anderer bewährter Systeme. Steiners Reforixibetten. Grösste Auswahl in Kinderbettstellen, eisernen Waschtischen für Erwachsene und Kinder. Pferde- imd fohlen-Mch am 14s, 85* Mnti 16. Mai l9OTg KtMtn mit großer Verlosung und Prämiierung. Am 14. 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Die Bewohner der Vesuvdörfer sind meist mittelst Barken auf das Meer geflüchtet. -Die Versuche, die geängstigten Leute zu beruhigen, sind vergeblich. Es regnet in Strömen heute Morgen. UmvrrsNät und Hochschule. Wien, 10. Mai. Der Rcktor der Universität empfing die Vertikter der farbrntragenden Verbindungen tmb drohte ihnen ein allgemeines Verbot des Farbentragens an namens des akademischen Senates, wofern die V'.rtreter nicht die Verantwortung für ein gutes Verhalten der Mitglieder der Verbindungen übernehmen. Der Rektor gewählte eine 24fiündige Frist zur Beantwortung. Lebensjahr: 2.-15. Jahr- Monat April 1900. angenommen zu 24 800, inkl. 1600 Mann Militär ) ö Kinder Asjslouzierl Fabrikat Bayer & Leibtried, Esslingen a. N. 3277 Mrtt imMim empfehle zu Fabrikpreisen, Ernst Bloedner. m. Alleudorf, Kreis Ziegenhain, 10. Mai. Die hiesige neuerbaute Kirche, zu welcher am 27. Januar v. I. der Grundstein gelegt worden ist, geht allmählich^ ihrer Vollendung entgegen. Die Maurerarbeiten hat Herr Bertram- Ziegenhain ausgeführt. Die Kirche ist 14 Meter lang und 8 Meter breit und ist mit schönen Bildhauerarbetten an den Eingängen verziert, welche von Kasseler Künstlern verfertigt sind. Der Kostenanschlag beträgt 30000 Mk.; der Kirchenkasten übernimmt jedoch hiervon 24000 Mk 3000Mk. trägt die Gemeinde, und der Rest ist durch freiwillige Gaben aufgebracht worden. Für Ausschmückung der Kirche und Anschaffung von Kirchenfenstern sind von hiesigen Einwohnern 1400 Mk. gezeichnet worden. Vergangene Woche weilte Herr Konsistorialpräsident v. Altenbockum Kassel hier, nahm die Kirche in Augenschein und gab seiner lebhaften Freude über die wohlgelungene Ausführung Ausdruck. Die Einweihung wird voraussichtlich noch im Laufe dieses Sommers in Gegenwart der Spitzen der Behörden von Kassel, Ziegenhain, Treysa rc. stattsinden. Herr Ober- präfident v. Zedlitz-Trützschler und der Herr Regierungspräsident v. Trott zu Solz, sollen ihr Erscheinen in Aussicht gestellt haben. Vermischtes. * Der grollende Vesuv. Je länger der unheimliche Riese am neapolitanischen Golf seine drohende Stimme ertönen läßt, desto mehr verbreitet sich in den wunderbaren Gefilden seiner Umgebung die Angst vor einem grauenhaften, unnennbaren Schicksal. Die Erinnerung an die verhängnisvolle Thätigkeit des Vulkans im Jahre 1872 wird mit jedem neuen Donner des gewaltigen Berges lebendig ins Gedächtnis zurückgerufen, und erschüttert angesichts des schaurig erhabenen Schauspiels der einzelnen Eruptionen die sonst so lebenslustigen Gemüter |ber Süd- Italiener. Allem Anscheine nach dauert es noch eine Weile, bis der Vesuv seine gefahrdrohende Thätigkeit wieder ein- stellt. Seit dem letzten Ausbruch im Jahre 1872 hat Neapel kein so imposantes Schauspiel mehr gehabt wie gestern. Die weißen Rauchsäulen, die aus dem Krater emporwirbelten, sesselten alle Blicke und setzten ungezählte Scharen in Bewegung. Während Hunderte von Wagen auf den gekrümmten, mit Lavablöcken übersäten Wegen sich hinausmühten, erzitterte die Erde von dem gewaltigen, unterirdischen Grollen des Titanen, und erfüllte alle mit einer unnennbaren Angst, aber auch mit einer seltsamen, ungeduldigen Erwartung vor etwas Großem, Schrecklichem, Niegesehenem, was demnächst hereinbrechen müßte. Während die Stöße, einer heftiger wie der andere, folgten, und bei jedem Stoße gewaltige Feuer- und Schlackenmassen 500 Meter hoch geschleudert wurden, um in glühenden Parabeln wieder herabzusallen, meist auf der Seite nach Pompeji, wo sie schnell erkalteten, ging die Masse der zahllosen Freiherr! piedesel’sche purgbrauerei Lauterbach, Hessen empfiehlt ihr Dortmund-Filsener Bräu (hochfeines Hopfen-Aroma) „4 Münchener Bräu (hochfeines Malz-Aroma) ia Gebinden end Flaschen, unter Garantie, den sogenannten echtes Biere« la Qualität mindeeteas vollständig gleich Fern« Sr Sp.zial-Bi«r ,BUl’gbräU-AUSStiCh“ borlfcinee ert von $uiba bbtr^W tt bet Wj mr, dem bd MunterN lehmen mit be« Hauptstadt M öistum ertobe» WÄ rgestellteu m Hann Jakob h» -ilhelmkmam ild HafM rotz der J* ) den Mick em erlitten^ 2en W wri1 ViN “"JS. «•gS »SS • w VLi Stbe«”*]V -«Ä 14415 S naeft QILaao in tÄc^nti iiAvsXäXU. Lavfrwö <35aAA-e/L givKkcnptat» 11 9« SiwktwplaU 11. 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