Nr 23« Zweites Blatt Telegramme des Gietzeuer Anzeigers. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar. 7. Annahme von Anzeigen zu der nachmittag- für den 'folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Durch die Nachrichten aus Hongkong ist neuerdings die Aufmerksamkeit wieder aus Südchina gerichtet worden. Im Jahre 1898 hatte China auf dem der Insel Hongkong gegenüberliegenden Festlande und den dazu gehörigen Inseln an England ein Gebiet in der Größe von 975 Quadratkilometern abgetreten, das im Norden eine von der Mirsbai zur Deepbai gezogene Linie begrenzt, und diese neue Erwerbung war als Kanlungebiet dem britischen Reiche emverleibt worden. Schon im vorigen Jahre waren auf diesem Gebiete Unruhen ausgebrochen, die die Garnison Oon Hongkong zu einem förmlichen Feldzuge nötigte. Da- Gratisbeilagen: Gießener FmirMeiUWer, Der hessische Landwirt. _________________Blätter für hessische Dotksknnde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hietz«. Fernsprecher Nr. 51. Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen de- In- und Ausland«« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Erscheint täglich mit Ausnahme de- Montags. Die Gießener Mamltienvlätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Der Krieg in Südafrika. I Mit der Zersprengung desBotha'schen I Heeres hat auch die letzte reguläre Armee der Buren zu I existieren aufgehört. Der größte Teil derselben hat sich I nordwärts gewendet, um über Pilgrimsrest den sogenann- | ten Zoutpansberg zu gewinnen. Es ist dies nicht I etwa ein Berg wie der Name vermuten läßt, sondern ein | ganzer Distrikt, welcher sehr tief liegt und schon ziemlich I tropisches Klima mit all seinen Gefahren bat. Diese Ge- I biete gehören wegen ihres mörderischen Klimas und der I Wildheit des Landes im allgemeinen zu den gefürchtetsten I Strichen von Transvaal und wurden stets nur mit großer I Vorsicht von Weißen bereist. Es liegt auf der .Hand, daß I sich die Buren hier nicht lange werden halten können. Nach, I englischen Angaben sollen es nicht weniger als 4000 Mann | sein, welche mit nur schwachen Vorräten diesen Nordmarsch I in die Einöden Jnnerafrikas angetreten haben. Vermut- I lich werden sie sich zunächst auf Portugiesisches Gebiet schlagen und Portugal wird die Aufgabe zufallen, mit ihnen fertig zu werden. Aller Voraussicht nach gehen diese Buren einem sicheren Untergange entgegen, denn sie gelangen in das Gebiet der Tsetsefliege, deren Stich bekanntlich kein Rind widersteht. Ohne Zugtiere verfallen die Treker aber einfach dem Tode, wenn sie nicht noch rechtzeitig umkehren. Welche Ironie des Schicksals, wenn diese Buren, welche die gewaltige Uebermacht der Engländer nicht ßit zwingen vermochte, den Stichen eines winzigen Insekts erliegen müssen. Mit Bezug auf die Rückkehr der Flüchtlinge n ach Transvaal teilt der Oberkommissar Sir Alfred M i l n e r unterm 4. Oktober mit, daß Vorbereitungen getroffen worden seien, um vom 15. Oktober an etwa 1000 Personen per Woche zu befördern, doch kann die Zahl nach einigen Wochen vielleicht vergrößert werden. Um nur diejenigen, weiche bereits in Südafrika warten, heimzubefördern, würden mindestens drei Monate nötig sein. Nie- mand sollte in weiteren drei Monaten aus England nach Südafrika kommen in der Hoffnung, Beschäftigung zu finden, denn Idas Geschäft könne nur allmählich seinen alten Umfang wieder gewinnen. Leute, die Eigentum in den „neuen Kolonien" besitzen oder sicher sind, sofort Beschäftigung zu erhalten oder sich ohne eine solche zu erhalten vermögen, können sofort zurückkehren, aber es sei unmög lich, ihnen zu versprechen, daß ihnen erlaubt werde, sofort nach ihrer Ankunft in Südafrika hinaufzureisen. Dem „Daily Telegraph" wird aus Lorenzo Marques vom 8. ds. abends gemeldet, daß 200 Buren daselbst eingetroffen seien, nachdem sie die Grenze in der Nähe von Sabi überschritten und ihre Waffen ausgcliefert hätten. I»»« Bezugspreis viertcljährl. Dtt. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn: durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. mals wurde die dicht an der englischen Grenze auf chinesischem Boden liegende Stadt Samtschun sowohl wie die ummauerte Stadt Kaulun zeitweise besetzt. Die jetzt aus demselben Gelände ausgebrochenen Ruhestörungen schemen nicht so Hallos zu sein wie damals, denn sie sollen nach übereinstimmenden Meldungen von der Drei- saltigkeitsbruderschaft (Samhopwui) ausgehen, dem am weitesten verbreiteten aller Geheimbünde Chinas, der auch den furchtbaren Taiping-Aufftand ins Leben rief. Ein heute über diese Bewegung eingegangenes Telegramm des „Daily Telegraph" aus Kanton vom 7. Oktober meldet: 5000 Aufständische von der Dreifaltigkeitsgesellschaft haben die kaiser- Men Truppen geschlagen, verschiedene Plätze zwischen der Mirs-Bai und der Deep-Bai eingenommen und rücken jetzt südwärts vor. Der Vizekönig Taku in Kanton hat heute den Admiral Ho und den General Tong abaesandt, um sie zu bekämpfen. Gießener Anzeig er General-Anzeiger Zlints- und Anzeigeblatt für -en Urei« Gietzen Donnerstag -en 11 October 150. Jahrgang Die Wirren in China. Zu den neuesten Meldungen sind einige Erläuterungen angebracht. Was zunächst die erste größere militärische Unternehmung seit der Einnahme von Peking, die zum größten Teil aus deutschen Truppen zusammengesetzte Expe- vltlon nach dem etwa 140 Kilometer südwestlich von Peking gelegenen Paotingfu, dem ehemaligen Sitz des Generalgouverneurs der Provinz Tschili, angeht, deren Aufbruch vlSher durch die Schwierigkeit, die notwendigen Transportmittel zu beschaffen, verzögert worden sein soll, die aber in Diesen Tagen von Peking abzumarschieren gedachte, so ist daran zu erinnern, daß im Frühjahr in Paoting, bis wohin die Luhanbahn (Peking-Hankau) ausgebaut war, die Boxerunruhen zuerst größeren Umfang gewannen und daß Die Bewegung von hier aus, nachdem an den dort thätigen Ingenieuren und Missionaren allerlei Schandthaten verübt worden waren, gegen Peking vorflutete. Noch jetzt werden ru der Nähe der Stadt fünf belgische Ingenieure und 15 Missionare belagert; sie haben, wie schon mitgeteilt wurde, den chnen von Li-Hung Tschang angebotenen freien Abzug unter chinesischer Bedeckung, weil sie Verrat fürchten, abgelehnt. Jene Expedition bezweckt also, Paoting, das Hauptquartier der Boxer, auszuheben und die belagerten Ausländer zu vefreien. Auch nach der Richtung dürfte diese Unter- v sein, daß sie den Chinesen aufs neue me Rührigkeit der fremden Truppen vor Augen führt und chnen den Beweis liefert, daß sie nicht an die Straße Tientsin-Peking gebunden, sondern auch in der Lage sind Uebelthätern weiter im Innern an den Kragen zu gehen. Auch die englische Meldung, daß die Sendung eines vrttischen Kanonenbootes auf den Hanfluß mit der Mög- lichkeit m Verbindung gebracht werde, den kaiserlichen Hof, Der sich bekanntlich von Taiyueusu nach Singanfu in Schenfi m Bewegung gesetzt haben soll, abzufangen, bedarf der kritischen Sichtung. Wie der jetzt viel genannte Dolmetscher Dei der deutschen Gesandtschaft iu Peking H. Cordes in seiner vortrefflichen Abhandlung über die „Handelsstraßen und Wafferverbindungen von Hankau nach dem Innern von China" (Berlin 1899, bei Ernst Siegfr. Mittler & Sohn) aussührt, kann der Hanfluß, der, in nordwestlicher Richtung chtsschr«b-r. Go«, vernemcnt Mainz: Voetsch, Militürgerichtsaktuar auf Probe, Markow, Feldwebel. »' Da« Herbst-Pr-iSschieß-n 1900 des Gießener Scdübenvereins hatte folgendes Ergebnis: I. Stand- Meister-Scheibe (175 Mir.): 1. Pr. A. Kilbinger, 2 Pr. Fr. Seibel, 3. Pr. Carl Berger, 4. Pr. Wilh. ggeäer, 5. Pr. Val. Gonder, 6. Pr. Carl Brück, 7. Pr. Carl Tcxtor, 8. Pr. A. Sleffenhagen, 9. Pr. H. Nicolaus. Tabellen Prämie: 1. Carl Wigand,' 2. Aug. Kilbinger, 3 Carl Berger.— II. Feld-Meisterfcheibe (300 Mir.): 1. Pr. Carl Wigand, 2. Pr. F. Dickorb, 3. Pr. Gg. Appel, 4. Pr. Aug. Dickorö, 5. Pr. Adolf Möhl. Tabellen Präme: 1. Carl Wigand. 2. Gg. Appel. 3. Fr. S-ib-l. III. Laufendes Wild: 1. Pr. Aug. Kilbinger, 2. Pr. A. Sleffenhagen, 3. Pr. Carl Brück, 4. Pr. 4>trr«an"- Tabellen Prämie: A. Sleffenhagen. — IV. Stand-Fest- fcheibe (175 Mir.): 1. Pr. Aug. Kilbinger. 2 Pr. Gg. Appel, 3. Pr. Frz. Brück, 4. Pr. 3- ®!^or6' Ar- C Textor, 6 Pr Carl Brück, 7. Pt. ^rl Wigand, 8. Pr. Wilh. Becker, 9. Pr. Fr. Seibel, 10. Ut. Carl Berger, 11. Pr. H. Nicolaus, 12. Pr. St-fs°nh°g°n, 13 Pr. Bal Gonder 14 Pr. A. Dickorö, 15. Pr. H. Hunmelrelch, kö Pr Adol Geifst, 17. Pr. »dolf Mohl. - V ©tan - Ebrcnfcheibe (gestiftet von C. Wigand und A. Kilbinger): I Pr Wilh B-ck-r, 2. Pc. Carl Wigand, 3. Pr. Aug. Kilbinaer 4 Pr. Carl Textor. - VI. Feld-Ehren- fcheibe (g-stift-t von W. Becker): 1. Pr. Carl Wigand. ** Stenographisches In Usingen sand kürzlich eine reckt aut besuchte Vertreterversammlung der nach dem Einiaungssystem „ S t o l z e - S ch r e y “ stenographierenden Schülervereine Oberhessens und Hessen-Nassaus statt. Vertreten waren die Schülervcreine Wiesbaden (Gym- in Im. % R das uttb errei, ^ige ,8, D,t±r-. H°u'° morgen wurde der Babn- meifter Weitzel aus Allcnborf M.-W,-Bahn auf der Babu- hD'fd6en™Ctr besinnungslos auf- ÄS*»**" - *Ä? -k- Friedberg, 9. Oktober. Die Anmeldungen ru der vom 12.—14. Oktober hier im Saalbcm stattfindenden 1. P r o v i n z i a l - G e f l ü g e l - A u s st e l l u n g des Verbandes der ob er hessisch en Geflügelzüchtervereine sind überaus zahlreich aus allen Teilen der Provinz eingelaufen, so daß die Konkurrenz, wenn auch vur unter den oberhessischeu Züchtern, doch eine starke Es sind fast alle Arten Geflügel vertreten; doch nrJLt? der Mehrheit Nutzgeflügelrassen. Bei einiger- B n günstigem Wetter findet am Sonntag, den 14. ds. Darmstadt, 9. Oktober. Der hessische Handels- *** ”* “ 14- sknd-ru'am M°iu,. 9. Oktober. Auf der Bahnstation Gaubickel- h-im bei Alzey wurde der Weichenwärter Zahn von einem auf ber"St°ll7t°t^ "erfahren. Der Mann blieb Kunst und Wissenschaft. Kopenhagen, 8. Oktober. Der Herzog der Abruzzen will nicht wieder zum Nordpol. Wahrend alle bisherigen aus Norwegen und Italien kommenden Mitteilungen betreffs der künftigen Pläne des Herzogs zu berichten wußten, daß letzterer eine neue Reise zum Franz-Josef-Land antreten wolle, wird heute aus der norwegischen Hafenstadt Sandefjord, wo sich der Herzog augenblicklich befindet und wo auch die „Stella Polare" liegt, durch „Ritz. Bur." gemeldet, der Herzog habe bestimmt erklärt, persönlich nicht wieder an einer Nordpolfahrt teilzunehmen. Inwieweit diese Nachricht begründet ist, dürfte sich bald ergeben. Die „Stella Polare" ist gestern ins Dock genommen worden, wobei sich zeigte daß das Schiff ernste Beschädigungen erlitten hat.' Sofern dem Herzog nicht gelingt, das Fahrzeug zu angemessenem Preise tn Norwegen zu verkaufen, wird es nach Italien gebracht. «asium, Realgymnasium und Oberrealschule), Friedberg, ®ut,en' Marburg, Laubach, Dillenburg und Usingen. bc"e" bet Bundesvorsitzende des Mittelwestdeutschen StenograhenbundeS,HauptlehrerFermer- Marburg, präsidierte, gaben ein deutliches Bild von der großen Verbreitung, die das Einigungssystem in den höheren Schulen, auch des hessischen Bezirks, gefunden hat. Auch die Leistungsfähigkeit des Einigungssystems trat bei dem nachher stattfindenden Wettschreiben klar zu Tage, bei dem bei Vertreter des Gymnasial-Stenographenvereins Gießen bei Anwendung von einfacher Schulschrift den Z. Preis erhielt. ** Turn erisches. Die am nächsten Sonntag in der Turnhalle des Turnvereins abzuhaltende Vorturnerstunde des Mittelrheinkreises verspricht eine gut besuchte zu werden, da zahlreiche Anmeldungen aus allen Teilen des Kreises eingelaufen sind. Um den bereits früher ein- treffenden Turnern einige genußreiche Stunden zu bereiten soll itn Anschluß an das .Kürturnen, das am Samstag abend stattfindet, eine gemütliche Zusammenkunft im Ver- eiNslokal stattfinden. , . Wollfte n, 8. Oktober. ...... y ut)r fanden Vorübergehende tn einem Garten an der Bahn einen augenscheinlich Schlafenden, bei näherer Untersuchung stellte i Ä K v --—================== sich jedoch heraus, daß man es mit einer Leiche zu thun MN0el UN- NerKellk. NslKSMirfsckaft hatte. Die Blutspuren an Kleider und Körper, sowie FrAB&rtnotan »X—«.— —__«x ... . I J F | dre nebenanliegende Blutlache ließen sofort auf nichts gutes schlteßen. Bei näherer Besichtigung stellte sich heraus, daß der Tote der aus Siefersheim gebürtige Jakob Becker ist. Derselbe soll vorher in der Wirtschaft zum Schwanen mit mehreren jungen Lenten in Streit geraten sein Ob die rötliche Verletzung in dem betreffenden Lokale 'vorgekommen tst und der Verletzte trotz der schweren Verwundung die ungefähr 400 Meter lange Strecke noch zurück- qelegt hat, oder ob er nach seiner Verletzung dorthin gebracht worden ist, wird die bereits eingeleitete Untersuchung ergeben. Er war das einzige Kind seiner noch lebenden Eltern. N. H V " Maibach, 8. Oktober. Mit einer großen Schlägerei wober Messer, Prügel, Flaschen rc. die Hauptrolle pielten' eitdigte gestern abend das Kirchweihfest in Maibach An Verletzungen verschiedener Art fehlte es nicht Dem 26 fahrigen Franz Friedrich von Wernborn wurde eine i nicht unbedeutende Stichwunde in d en Unterleib I toerben'^t1?06 in «"spruch genommen I nachmittags ein Auflassen der vom Gießener Brief- t a u b e n k l u b in großer Anzahl ausgestellten Brieftauben tn der Ausstellung statt. Mit der Ausstellung ist eine große $erlolung von Geflügel verbunden und der » H^ptgewrnn besteht in einer mit einem Stamme prima Atzten Voliere mit Schlafhaus int Werte von 160 Mk Gm Besuch der Ausstellung dürste jeder- mann zufriedenstellen, und jedem, zumal auch die Ein- I trittspreise niedrige sind, ermöglicht sein. Nidda, 9 Oktober. Einem langgefühlten Bedürfnis wird nnn Rechnung getragen. Die Orte Dauern heim und Geiß-Nidda erhalten in der Kürze direkte Chaussee-Verbindung mitNidda. Diese neue Straße wird von hier das Niddathal entlang über Dauernheimer Hof nach Dauernheim geführt. In der Hälfte dieses Weges erhalt sie eine Abzweigung nach dem von da etwa 10 Min. entfernten Geiß Nidda. Der große Vorteil der zu errich- I Eenden Straße besteht nicht allein in der direkten Verbindung zweier Dörfer mit Nidda, sondern auch ganz beson ders m der ganz minimalen Steigung, da sie fast durchweg I Laufe der Nidda folgt. Für das nahe gelegene Ranstadt, das wie Geiß-Nidda in einem Seitenthale der Nidda liegt, bleibt nun noch der Anschluß an diese neue Straße zu wünschen übrig, umsomehr, als hier ein Stück Straße (Ranstadt-Bahnhof-Ranstadt, etwa 3 Kilometer) der neuen Straße entgegen schon lange gebaut ist. Der Ranstädter Bahnhof tst nun noch von Hof Dauernheim 2 Kilometer entfernt. Würde nun diese Wegstrecke von 2 Kilometer noch Zastlsiert, so würde das einen ganz erheblichen Vorteil für Fuhrleute und Radfahrer, deren Stimmlein jetzt seit der Stempelsteuer wohl auch beachtet werden dürfte, bedeuten. Tgl- Anz." meldet: „Ein in der Gemarkung Getß-Ntdda ltegendes, bisher unbenutztes Braunkohlenbergwerk soll nun wieder in Betrieb gesetzt werden. An I Außerbetriebsetzung war u. a. seiner Zeit der weite "ach der Bahn Schuld. Jetzt steht der Bahnhof (Ltme Nidda—Friedberg) kaum 100 Meter vom Bergwerk I entfernt. Eine kapitalkräftige Gesellschaft hat die Ausbeu- I tung übernommen. @... st^drbstein 8. Oktober. Heute fand hier in der Kubelschen Wirtschaft bie ordentliche General-Ver- b^ Spar- und Leih kaffe I Nachdem der Direktor, Oberamtsrichter Weiffen - ccl^o'^^a^mlung eröffnet hatte, wurde der Rechen- !?Ä^brrcht des Vorjahres verlesen. Darnach fand Neu- unb der ausscheidenden Mitglieder s f statt. Der Direktor und die Mitglieder I bey Ausschusses wurden durch Akklamation wiederqewäblt "ur^mr das verstorbene Ausschuß-Mitglied Bürgermeister Riasch-Freiensteinau wurde der jetzige Bürgermeister | 11 f b gewählt. Dann wurden wieder, wie alljährlich M^rnnützigen Zwecken mehrere Summen bewilligt' nämlich stir den landwirtschaftlichen Verein 250 Mk., für mne Schwester hier 50 Mk., für das Krankenhaus in Lauterbach 100 Mk., dann zum ersten Mal für die neu errichtete Gewerbeschule in Crainfeld 100 Mk. Verschiedene andere Gesuche um Bewilligung von Beiträgen wurden abgelehnt Unsere schon viehr als 60 Jahre bestehende e.rfreut f^, dank deren guter Verwaltung, alhahrlich eines schönen Zuwachses an Rein- vermogen, das jetzt 93 075.31 Mk. beträgt L § ?om oberen Vogelsberg, 9. Oktober Von ! d? Trefbauamts Frankfurt a. M. werden noch jeden Q?eSn!r’? M’9er Gegend zum Messen des ausgesucht, sodaß bis seht zusammen 140 Quellen täglich gemeßen werden: und zwar in den Gemarkungen QbrarnÄb" N ^tmannshain. Bermuthshain und brat Oberwald. Von fetten des Staates ist kürzlich die Ge- nehmtgtmg zum Vermessen der Quellen im Oberwald worden. Dem Vernehmen nach soll mit dem Ankauf £nemSrr -Ä& « rrtögridE)', sowie mit dem Bau der 'toe£ r t18 f*n "-Mtes Frühjahr begonnen . c-14 2S/aUhr: Krediiaktien 200.10-40-199 90 bz Die- l“=“ OOtoTV69'10 bZ- G- 0004)0 to. scha« OOT 00 b, m °00-00’ Berliner Handelsgesell- 00 00-00 bz Ottomnnh 1 00.00 bz, Bproz. Portugiesen Bank 182 70 8 n b7 n ^00.00 bz , Bochumer 000.60 bz, Deutsche nanK bz., Harpener 176 173.80 bz. ** Stadttheater. Vor ausverkauftem Hause wurde gestern „Uriel Acosta" gegeben. Das Drama ist nach femer Erstaufführung am vorigen Dienstag von uns eingehend besprochen worden. Da die Rollenbesetzung mit Ausnahme von Ben Akiba, den Herr Heuser mit viel Würde zu geben wußte, dieselbe war, erübrigt uns nur hervorzuheben, daß Herr Ramsey er als Acosta und Frl. Schoelermann als Judith, die ihre Rollen schon bei der ersten Vorstellung gut verkörperten, gestern ganz in ihnen aufgingen. Vor allem aber fiel angenehm auf, wie lercht sich Herr Balthyni gestern den Stellen seiner Rolle als Ben Jochai anpaßte, an denen er seine Empfindungen und seelischen Erregungen nicht durch Worte, sondern durch Mienen- und Geberdenspiel zum Ausdruck bringen muß. Das Publikum kargte denn auch nicht mit seinem Beifall. T7 Heute findet die erste Aufführung des mit großer Spannung erwarteten indischen Dramas „Vasantäsena" statt. Unseren lieben Kleinen wird es angenehm sein, zu vernehmen, daß auf nächsten Sonntagnachmittaq 4 Uhr eine Kindervorstellung angesetzt ist. ** Em zweiter Kreisfeuerwehrtag findet am Sonntag den 14. Oktober, nachmittags 3 Uhr im Gasthaus zur „Traube" in Hungen mit folgender Tagesordnung statt: . Bericht über den Stand des Löschwesens im Kreise Gießen. 2. Ueber Scheunenbrände. 3. Besprechung der Lln^laufenen Anträge und in Anregung gebrachter Fragen. 4. Referat des Provmzialvertreters Feller über: a) Wasserversorgung zu Feuerlöschzwecken in Landgemeinden, b) Be- 1XU"-9 der Schläuche Nach Schluß der Verhandlungen Lr I kT llcdung der freiwilligen Feuerwehr Hungen sowie der Hilfsmannschaft statt. ""seSteuerkommissariate befinden sich eben in einer hochft angestrengten und keineswegs durchaus beneidenswerten Thätigkeit. Auf der einen Seite die Ver- anlagung der Staatssteuern auf Grund der vom 1 Avril E an in Kraft tretenden Steuerreform (Einkom- und Vermögenssteuer), auf der anderen Seite P8unt ^laß eines neuen Kommunalfteuer- Gesetzes die Aufrechterhaltung des ganzen seitherigen Steuersystems als Grundlage für die Erhebung der Kom- munalsteuern Wie man sieht, eine recht vielgestaltige Auf- gabe. Auf die Resultate der Steuerreform ist man in etilen interessierten Kreisen natürlich sehr gespannt, bie- selben durften mannigfache und nicht immer erwartete Ueberraschungen bringen. Das Gelingen unserer Steuer- reform ist znm guten Teil davon abhängig, daß es die Steuerpflichtigen mit der Deklaration von Einkommen und Vermögen recht gewissenhaft nehmen, bezw. genommen haben. Das Steuerzahlen gehört zwar nun einmal nicht AU den besonders beliebten Pflichten des Staatsbürgers und das Kritisiererr der Steuerschraube ist bekanntlich sehr I populär. Nach den vor einiger Zeit von uns veröffent- -;sgj;g3Wvu uAchjitzns.'lä 23g Kjnjjuuüjsq uuolswnsi© 31(5, noj udqidcu tchvrg36 13na;^ dßiqjn(pj am um t,jstaznstz ^tou ttnltil™^ H 000118 603 sl° wBiuam wt tptn )aquD)juoag i^ijuuol TSS “V5 ^68 031 LIV raßtuam Mit uaSunamtäa s2>£S8f 6681 »hvL tut ;raq qutj uagnaij; uti buttbojtitijjg^n^ujmm atq regn uaSuniUM« ua;lvtj hiesiaeTurn^?' 9' °ft»6er «« Sonntag hielt Ter bunbra mit W e 111 y btesjahttges Abturnen, oer» Halle ab Sowobl b°ie ber städtischen Turn- unb Stabübungen aU- nud) bie Freivorgeführt. 3-reünbe ttnh rä'4 tter' mustergtttiger Weise waren in gtlfäbeJ eb'cn Turnerei erkennung für bie tümtiaen^Mh, Unb 9a?en ihrer An- Turner lebhaften Ausbruck Ä.9“ unserer wackeren getnütliches^Z^ammrasetn i,n Saawau^§n5L ““ zur Verteilung der Preise: alsdann man Lieder und Gesänge vorgetragen deren in der zunehmenden heiteren Stimmung der"^?? ba b tung zeigte. Nach bem Schauturnen einer auk/'L"'^ Musterriege, trat eine Künstlergruppe auf bä iJT großartigen Leistungen lauter Beifall zuteil wurde Dur^ das Auftreten zweier Musikkllnstler wurde bie Harmraw und fröhliche Feststimmung noch mehr gesteigert und fio erreichte ihren Höhepunkt, als nach 11 Uhr zum Tanre aufgespielt wurde. d Landwirtschaft. Berlin, 8. Oktober. Die Herbstwoche der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft begann gestern mit den Sitzungen des Direktoriums, des ^n^rausschusses für Ziegenzucht und des Unterausschusses für die Beratung der Rinderrichter-Anweisunq Tem vorliegenden Geschäftsbericht des Direktoriums für die Zeit vom 1. Februar bis 30. September d. I. ent- Mendes: Die Mitgliederzahl stieg von 12474 m Posen abgehaltene vierzehnte 85 0 0n k"9 binen Zuschuß von ^OOO Mark erfordert. Die nächste Ausstellung wird in Halle, die für 1902 m Mannheim und die für 1903 in Hannover abgehalten. Auf der Pariser Weltausstellung I ^'DeuMe Landwirtschafts-Gesellschaft nicht nur I ^bse^tliche Teile der deutschen landwirtschaftlic§n Ab- I erngerichtet, sondern auch ein Bild ihrer eigenen I affr Jarft^Iun.9 ber Wirksamkeit des deutschen I Vereinswesens gegeben. Sie erhielt I den „großen Preis", zwei ihrer Beamten Heicke vormittag gegen 9 Uhr I schaftlich« Ausstellung erhwlt zahweühe "höhe Anstich- -m Garten an der Bahn einen I unngen. ‘ J 9 lu* Fraikfirter Böree vem 9. Oktober Wechsel auf New-York zu 0.00-00. w u o auf Kredit per ult Okt. 1.700/n. do. ner ult Novbr. 3.10 %, Diskonto-Kornmandit per ult Ok+ i 700/ nlt. Novbr. 3.00 o/o, Lombarden per ult öS 0 70 0/ d^ ± Novbr. 1.00%. Deutsche Bank 0^0°/«, ’ ' P L KommSÄÄ Booher'hsäTbz4'0!0’ 8pa^nr 7L20-00- Meritor ^ 80, 176 10475 50 80 bz ’ ?0.20-l91-000-00-00 bz. G., Harpener kont 4%0/i G bZ-’ Gelsenkirchen 185.50-186.10 bz., Privat-Dis- Neueste Meldungen. «n» ;nT nrt!?’ ,t0' Stto6er- (Tel.-Meld. b. „Gieß. bteS®rteiIun^ ‘ ® r0 8 c r i °9 genehmigte «nnS . 3 b 4 Kommis,or,ums als steNverlretcnden Be- nifterShT, ®unbe«rQt an den Präsidenten des Mi- mstenums der Finanzen Gnauth. F r a n k f n r t a. M., 10. Oktober. (Tel.-Meld d. „Gieß. Unz." 2 Uhr Nachm.) Infolge einer Explosion, deren Ursache noch unbekannt ist, brach heute mittag kurz vor 12 Uhr in den Adlerfahrradwerken (vorm. Heinr. Klcyer) Groß feuer aus. Die 800 in der Fabrik beschäftigten Vermischtes. * Heidelberg 9. Oktober. Von den bei dem Ersenbahnungluck schwerverletzten Personen, deren noch mehr als 30 int akademischen Krankenhaus sich be- Nstden, ist gestern eine weitere, der Maler und Tüncher Wilhelm Mayer von hier, gestorben, sodaß die Zahl'der ^.oten jetzt 7 beträgt. Weitere Todesfälle werden befurchtet. Der Großherzog erkundigte sich bei Geheimrat Czerny hier telegraphisch nach dem Befinden der Verunglückten. Ter hiesige Stadtrat trat gestern zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, in welcher beschlossen iuurbe, für die beklagenswerten Opfer des Unglücks auf bindere Begräbnisstätten zur Verfügung sollen und zum Zeichen der Anteilnahme der städti- n<> .eJtDa