Samstag den 1L August Zweites Blatt 19O@ Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts» und Anzeigeblatt für den Avers Gieren •Ot Lnzngen-BermtttlunßSfteüen bef In« und HiiMoM »ehmrn Anzeigen für den Gießener Anzeiger cntgtjm. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auSwärt» 20 Pfß. Kezugsprei» »ierleljährl. Ml. monatlich 76 w mit Vringerlohn; durch die AbbolefteLeL »ieneljLhrl. 9?!. 1,* monatlich 66 Pftz. Bei Postbezug VN. 2,40 Ptertcllälel mit vestcllgklt. tieae^ec lejetgee zu bet »Mchmittag» für bwi feigeeb» Xe| «scheinender. Nummer Hi vorm. 10 übe- Watifriiiyn spätesten- ebcaH vorher. M. 186 #rfer Verbrechen alle Mächte gegen sie einig dastehen, und erkennen, daß ihre bisherigen für Europa beschämenden Spekulationen auf die Jnteressenverschiedenheit der Mächte nutzlos sind. Sofern sie überhaupt von Deutschland eine Ahnung haben, wissen sie überdies, daß es ein Land voller Soldaten ist, daß deutsche Kanonen und Gewehre gut schießen, und daß die militärischen Kenntnisse, denen sie neuerdings einige Erfolge verdankt haben, ihnen im wesentlichen von deut schen Militärlehrern beigebracht worden sind. Die neueste Nachricht aus Peking geht bis zum 4. August, bis zum letzten Samstag zurück. Es ist eine in Wien eingetroffene chiffrierte Depesche des österreichisch- üngarischen Geschäftsträgers v. Rost Horn, die folgen dermaßen lautet: „Das österreichisch-ungarische Gesandtschaftsgebäude nebst Inventar und Archiv ist am 27. Juli verbrannt. Wir verteidigten seit dem 20. Juni gemeinsam mit dem französischen Detachement das französische Gesandtschaftsgebäude, welches unausgesetzt aus Gewehren und Kanonen beschossen wurde. Ein Teil dieses Gebäudes ist durch Minen zerstört worden. Wir beklagen folgende Verluste: Fregattenkapitän Thomann und drei Matrosen tot, Boyneburg und zwei Matrosen schwer- verwundet, jedoch bereits außer Gefahr. Seit dem 16. Juli blieben die Angriffe der Chinesen ohne intensivere Wirkung. Die chinesische Regierung sucht uns zur Abreise nach Tientsin unter sicherem Geleite zu bewegen, wir sind jedoch auf dieses Anerbieten bisher nicht eingegangen." Diese Depesche ist ein neues Zeichen der Hoffnung, daß es gelingen wird, die Belagerten zu befreien, zumal sie so wenig wie die des englischen Gesandten davon spricht, daß die Lebensmittel knapp geworden sind. Ist dies aber nicht der Fall, so werden die Gesandten es zweifellos vorziehen, sich noch länger zu verteidigen, als sich Md die 200 Frauen und Kinder, die sie zu schützen haben, auf Treu und Glauben einem „sichern Geleit" von Chinesen anzuvertrauen. Was die Beförderung der Telegramme aus Peking angeht, die in den letzten Tagen so zahlreich eingetroffen sind, so ist zu bemerken, daß die Bezeichnung der Abgangsstelle als „Tsungliyamen", die einige von ihnen trugen, offenbar nicht richtig war. Diese Bezeichnung wurde dann telegraphisch in Tsienyamen oder Tsinayamen und anderes berichtigt. Das alles bedeutet nichts, sondern ist als Tsinan Pamen wiederherzustellen, d. h. die Depeschen sind mit Regierungsboten nach Tsinan, der Hauptstadt von Schan- tung, gebracht und dort im Yamen (Regierungsgebäude) des Vizekönigs auf den Draht gegeben worden. Eine Meldung aus Tokio vom 7. ds. bringt über das Gefecht bei P eit sang keine weiteren Neuigkeiten, legt jedoch endliche den Tag des Kampfes auf des 5. ds. fest. Die Depesche lautet: Die verbündeten Streitkräfte gingen in der Nacht zum 4. August zum Angriff gegen die etwa fünf Kilometer nördlich von Tientsin stehenden chinesischen Truppen vor. Der Kampf begann am nächsten Morgen um 3 Uhr 30 Min. früh. Nach siebeneinhalbstündigem Gefecht war der Feind geschlagen ;unb Peitsang besetzt. Die Russen hatten 500 Tote, die Engländer 50. Die Deutschen und Japaner hatten ebenfalls schwere Verluste, dieselben sind aber noch nicht bekannt. Der Weg nach Peking wird nunmehr für offen gehalten. — Dom Chef des deutschen Kreuzergeschwaders, Vice-Admiral Bendemann, ist darüber nachstehendes. Telegramm, datiert Taku, den 6. August, eingegangen: Die verbündeten Streitkräfte haben am 5. früh morgens die chinesischeStellungbeiPeit sanggenommen. Von deutschen Truppen haben zwei Kompagnien unter Kapitänleutnant Philipp teilgenommen. Ein weiterer Vorstoß nach ^angtfun ist sofort beabsichtigt, um das dort beabsichtigte Zusammenziehen von chinesischen Truppen zu verhindern. — Der Plan ging dahin, daß die englischen und die japanischen Truppen, in der Stärke von 12000 Mann, vom rechten Ufer des Peihoflusses aus vorrücken sollten, die 5000 Mann zählenden Russen und Franzosen vom linken Ufer aus. Die Letzteren konnten aber nicht weiter gelangen, weil der Feind das Gelände unter Wasser gesetzt hate. Daher wurde die Besetzung von Peitsang lediglich von den Engländern und Japanern unternommen. Die Verbündeten werden also jetzt auf Pang- fun marschieren. Wie der „Times" aus Shanghai vom 8. ds. gemeldet wird, werden dort am 12. d. Mts. drei indische Regimenter zum Seyutze der Niederlassungen in Shanghai gelandet werden. Dem Taotai von Shanghai ist versichert worden, daß die Besetzung nur eine keitweinge sein werde, solange die Unruhen im Norden andauern, axt Tcwtei sprach die Hoffnung aus, daß die Anzahl der Truppen nur auf das unbedingte Erfordernis beschrankt werden möge. Aus New,York wird vom 9. August berichtet: Konsul Goodnow in Shanghai meldet, daß die Briten des Militärkabinetts v. Hahnke, des Chefs des Generalstabes der Armee Grafen von Schlieffen und des Kriegsministers von Goßler. — Der Kaiser kommt, wie gemeldet am Samstag nach Mainz und reitet nach der Truppenschau mit dem Großherzog von Hessen an der Spitze der Fahnenkompagnie durch die Stadt in den Palast, wo militärisches Frühstück stattfindet. Nachher reist der Kaiser mit der Kaiserin nach Homburg v. d. H. und übernachtet tm dortigen Schlosse. Für Sonntag 12. d. Mts., ist eine fichtigung der Saalburg durch das Kaiserpaar und em Besuch bei der Kaiserin Friedrich im Schloß Friedrichshos in Aussicht genommen. Von Friedrichshos wird dann das Karser- paar am 12. nachmittags die Rückreise nach Wilhelmshöhe antreten. t — Der Aufenthalt des Kaisers in der Stadt Erfurt aus Anlaß der am 25. d. Mts. stattfindenden Enthüllung des Denkmals für Kaiser Wilhelm I. wird nur etwa zwei Stunden währen. Nach der Denkmalsweihe ist Seitens des Kaisers eine kurze Fahrt durch die Stadt in Aussicht genommen, die nach dem Rathause geht, wo dem Monarchen ein Ehrentrunk gereicht werden wird. — Generalfeldmarschall Gras Waldersee tras mit Gemahlin gestern nachmittag 4 Uhr 14 Min. mit dem fahrplanmäßigen Schnellzuge aus Hannover in Cassel ein. Infolge der rasch bekannt gewordenen Nachricht von der Ernennung und bevorstehenden Ankunft des Grafen hatte sich schon nachmittags aus dem Bahnsteig ein zahlreiches Publikum aus allen Schichten der Gesellschaft eingesunden, das den populär gewordenen Strategen und Heerführer mit lebhaften Hochrusen begrüßte. Der Feldmarschall bestieg mit Gemahlin die am äußeren Bahnsteig bereitstehende kaiserliche Equipage und fuhr um 5.30 Uhr aus Wilhelmshöhe direkt ins Schloß zur Audienz bei dem Kaiser. Die Audienz dauerte etwa eine Stunde, woraus der Kaiser mit dem Feldmarschall aus dem Schlosse ins Freie trat, und nach Begrüßung der Kaiserin und der kaiserl. Kinder die im Schloßparke mit Lawn-tennis-Spiel sich vergnügten, einen Spaziergang im Schloßpark unternahm, der über eine Stunde dauerte, bis gegen V48 Uhr, und wobei der Kaiser eine sehr lebhafte Unterhaltung führte. Die Gräfin Waldersee, die den Kaiserlichen Wagen vor dem Grand Hotel Schombardt verlassen und daselbst Wohnung genommen hatte, war inzwischen ins Schloß geholt worden, wurde von der Kaiserin empfangen und durch eine längere Unterhaltung ausgezeichnet. — Abends 10 Uhr 52 Min. sind Graf Waldersee und Gemahlin nach Berlin abgereist. Der Kaiser brachte den Feldmarschall in offenem Zweispänner von Wilhelmshöhe nach dem Bahnhofe. Aus dem Bahnsterge hatte das gesamte Osfizierkorps Aufstellung genommen. Der Kaiser wie Graf Waldersee trugen die Uniform der Königs-Ulanen. Gras Waldersee sah ungemein rüstig, stattlich und ftisch aus. Der Kaiser, der Feldmarschall und der Korps-Kommandat v. Wittich schritten die Front des Osfizierkorps ab. Beim Abschied brachte der Kaiser aus-den „Oberfeldherrn für China" ein dreifaches Hurra aus, das brausenden Widerhall sand. Ueber die Reiseroute des Grasen Waldersee wird aus Schwerin gemeldet: General-Feldmarschall Gras Waldersee hegt die Absicht, sich über San Francisco nach China zu begeben, sodaß er dort noch früher als die zuletzt abgereisten deutschen Truppen eintrefsen würde, , . „ r, — Aus Berlin wird dagegen gemeldet: Gras Waldersee und Gemahlin trafen heute nachmittag hier ein Und gedenken bis morgen abend hier zu verweilen. Sie kehren alsdann nach Hannover zurück. Die Reise des Grafen Waldersee nach China erfolgt dem Bernehmen nach am 21. oder 22. August via Genua oder Neapel. — Der Minister des Innern Frhr. v. Rheinbaben ist nach mehrwöchentlichem Aufenthalt in England nunmehr nach Deutschland zurückgekehrt und gedenkt gegen Ende des Monats nach Beendigung seines Urlaubs in Berlin wieder einzutreffen. , „ c — Morgen nachmittag 3 Uhr findet eine Sitzung des Staatsministeriums statt, an der der Justizminister Schönstedt, Kriegsminister Goßler, Kultusminister Dr. Studt und Staatssekretär Tirpitz teilnehmen werden. Den Vorsitz sührt Justizminister Schönstedt. Die abwesenden Minister werden durch ihre Unterstaatssekretäre vertreten sein. — Laut Bekanntmachung des Kieler Bezirks-Kommandos vom 9. Armee-Korps ist die Annahme von Meldungen Angehöriger des Beurlaubtenstandes für den Ersatz des ostasiatischen Expeditions-Korps heute abgeschlossen worden. — Die aus dem Kreuzer „Bussard" verletzten beiden Heizer Müller und Fischer sind in Aden gestorben. dort Truppen zum Schutz der Fremden gelandet haben. Die Kaufleute befürchten davon Aergernis. Das Kabinett in Washington wird dagegen nicht protestieren. Rußland und die Mandschurei. General Grodekow berichtet nach Petersburg an den Kriegs minist er aus Chabarowsk vom 6. August: Die Abteilung des Generals Rennenkamps, die abgeordnet war, die geschlagenen Chinesen zu verfolgen, kehrte gestern nach Aigun zurück mit zwei den Chinesen abgenommenen Mitrailleusen und neun Fahnen. Die Chinesen flohen. Um den Erfolg des Generals Rennenkamps weiter auszunützen, wurde eine neue Verfolgungskolonne von vier Schwadronen Kosaken und zwei Geschützen nachgeschickt. — Nach Meldungen, die dem Generalstab in Petersburg zugegangen sind, nahmen die Kosaken, welche zur Säuberung des rechten Ufers des Argun kommandiert waren, 1 chinesischen General, 5 Offiziere und 58 chinesische Soldaten gefangen. Telegramme des Gießener Anzeigers. London, 10. August. „Daily Expreß" berichtet: Die Konsuln in Shantung melden, Lihung Tschang habe nach Peking telegraphiert, die chinesischen Truppen sollten sich dem Vordringen der verbündeten Truppen nicht widersetzen, da jeder Widerstand als eine Kriegserklärung seitens der Verbündeten aufgesaßt werden würde. London, 10. August. Daily Telegraph meldet aus Washington, daß nach der dortigen allgemeinen Ansicht eine Zerstörung Pekings wahrscheinlich sei. Die amerikanische Regierung habe den Großmächten den Vorschlag gemacht, die Stadt zu schonen, aber Rußland habe sich geweigert, auf ein diesbezügliches Versprechen einzugehen. Man glaubt, daß Rußland die Zerstörung Pekings gern sehen würde in der Hoffnung, daß dann die Hauptstadt mehr nach Süden verlegt werden würde und Rußland im Norden freier schallen und walten könne. London, 10. August. Nach einer Meldung aus Tientsin vom 6. August machten die Japaner morgens in der Gegend von Chiku eine Rekognoszierung, auf der sie den Feind stark befestigt fanden. Die Japaner eröffneten das Feuer, welches sofort von den Chinesen mit 7 Geschützen erwidert wurde. Da die Chinesen über eine zehnfache Uebermacht verfügten, zogen sich die Japaner nach Chiku zurück, nachdem sie 3 Tote und Verwundete hatten. Während ihres Rückzuges bemächtigten sich die Japaner 200 chinesischer Pferde. London, 10. August. „Daily Expreß" meldet aus Tschisu: Die internationalen Truppen setzten sich nach Dangtsun in Bewegung. Sie brachen bei Tagesanbruch aus. Die Chinesen, 15000 Mann stark, sind gut verschanzt und befanden sich östlich vom Flusse. Nach einem h es- tigen Kampfe mußten sich die Chinesen zurückziehen. Die verbündeten Truppen hatten 200 Tote und Verwundete. Deutsches Reich. Berlin, 9. »uguft. Der Kaiser Hörle h-ut- Vormittag im Schlosse Wilhelmshöhe die Vorträge des Chess Der Krieg in Südafrika. Der Berichterstatter der „Daily Chronicle" in Pretoria meldet, es feien energische Maßregeln zur Verproviantierung der Stadt notwendig, da alle Züge veständig angegriffen werden. — Die Blätter berichten aus Pretoria vom 8. ds.: 500 Buren mit zwei Geschützen feien acht englische Meilen nördlich von Pretoria aufgetaucht und mit den englischen Vorposten in Berührung gekommen. Man befürchtet, daß die Buren in Pretoria das Anrücken der Burenkommandos unterstützen. Reuter meldet aus AmerSsoort vom 8. August: Buller ist gestern nacht mit seinen Truppen hier eingetroffen. Er vertrieb die von Christian Botha geführten Buren, die vier Kommandos stark waren, von ihrer festen Stellung auf einem Hügel, Kopje Kraal genannt. — Die „Times" meldet aus AmerSsoort vom 8. August: Die Buren flohen aus dem Gefecht in nördlicher Richtung, die Verluste der Engländer betragen etwa 25 Mann. Lord Roberts meldet aus Pretoria vom 7. August: Ich fürchte, die Garnison von ElandSriver unter Oberstleutnant Hoare wurde nach lOtägigem Widerstande gefangen genommen. Als Delarey erfuhr, General Hamilton rücke auf Rustenburg vor und er, Delarey, habe keine Aussicht, Baden-Powell gefangen zu nehmen, wandte er sich in aller Eile nach ElandSriver. Hamilton meldet, das Feuer in der Richtung aus ElandSriver ließ gestern nach. Hoare ist offenbar gefangen genommen. Hamilton verließ früh Rustenburg, die Truppen Baden- Powells mit sich führend. De Wet begann gestern, den Vaal zu überschreiten. Kitchener befindet sich aus dem Marsche, um Methuen aus zu such en, welcher am rechten User des Vaalflusses offenbar mit De Weis Vorhut zusammenstieß, da Kitchener heute ftüh MethuenS Geschütze gehört hat. Ferner telegraphiert Lord Roberts aus Pretoria vom 8. ds.: In den Distrikten Bethlehem und Harrismith wurden 4140 (?) Buren gefangen. Die meisten werden nach Ceylon geschafft. Ferner wurden über 4000 Pferde und Ponies weggenommen und große Mengen Munition vernichtet. Die Garnison von ElandSriver bestand aus 300 Australiern und Rhodesiern. General Carrington tras zu spät ein. General Methuen, der mit Kitchener gegen Dewet operiert, hatte gestern früh ein Gefecht mit einem Teil von Dewet's Mannschaften in der Nähe von Venter- stroom. Der Feind wurde von einer Reihe Kopjes, welche er mit großer Zähigkeit gehalten hatte, vertrieben. Unsere Verluste betragen 7 Mann tot, 4 Offiziere verwundet. Ausland. Stockholm, 9. August. „Svenska Dagbladet" meldet: Der amerikanische .Generalkonsul erhielt eine Mrt- teiluna von einem in Cleveland wohnenden Amerikaner, nach welcher derselbe am 13. Suni unter bem • Grad 35 Min. Breite und 43. Grad 27 Am. Lange em in deutscher Sprache abgefaßtes Schriftstück vom 2. Juni 1900, unterzeichnet Andree, gesunden have. Schriftstück besagt, daß Andree lebe, aber wegen seiner mißlichen Lage schnellster Hilfe bedürfe. Brüssel, 9. Juli. König Leopold unternahm neuerdings eine Seefahrt an der französischen ^u)te. Der Schah von Persien wird in Ostende zunächst incognito verweilen. Paris, 9. August. Der St u b en t e n k ong reß> hatte nachmittags eine sehr lärmende Atzung. Bei der Jraae der Nationalitäten-Bertretung entstand ein Tumult zwischen Ungarn und transsylvanischen Rumänen. Auf der anderen Seite traten die Rumänen gegen die jüdische Gruppe der rümänischen Studenten auf. Die Sitzung mußte suspendiert werden. Rom, 9. August. Der Papst empfing heute nachmittag um halb 5 Uhr den Prinzen Heinrich von Preußen, der vom preußischen Gesandten Frhr. v. Roten- han begleitet war. Später besuchte der Prinz den Kardinalstaatssekretär R a m p o l l a. Aus Rom wird dem „Pester Lloyd" unterm 7. ds. gemeldet: Da ein Testament König Humberts! nicht vorgefunden wurde, erbt Viktor Emanuel daÄ ganze Privatvermögen seines Vaters. Ein Blatt meldet, daß König Humbert ein mobiles Vermögen! von 22 Millionen hinterlassen habe, das in italienischer Rente, sowie in Eisenbahn- und Industrie-Aktien! angelegt sei. Außerdem sind zahlreiche Schlösser und Liegenschaften vorhanden, die jedoch zumeist nur hohe Verwaltungskosten erfordern, aber keinen Ertrag bringen. Die Einkünfte der Krongüter im Neapolitanischen werden sämtlich für gemeinnützige Zwecke in Süditalien ausgegeben. Der Ertrag der beiden großen Landgüter in Piemont fließt dagegen in die Privatkasse des Königs. Diese Summen sind um so bedeutender, als König Humbert einer der Ersten war, der die Zukunft der Rübenzucker-Industrie für Italien erkannte und danach handelte. Konstantinopel, 9. August. Nach dem vom Marine-Minister und der Firma Krupp unterzeichneten Kontrakt hat letztere für die in Genua umzubauenden acht türkischen Kriegsschiffe 208 Schnellfeuer-, g e s ch ü tz e sowie 2 Torpedozerstörer zu liefern. Die Kosten betragen den „Temps" zufolge 17 Millionen Francs. DaH Angebot Armstrongs war um 90 000 L. St. geringer, afceic der Sultan war für Krupp. Aus Stadt und Land. Gießen, 10. August 1900. *• Ordensverleihungen. Dem Oberstleutnant v. Dewall» L la suite des Großherzogl. Train-BataillonS Nr. 25 und Direktor der 1. Train-Depot-Direktion, wurde das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Regimentssattler Kroll im 1. Großh. Dragoner-Regiment (Garde-Dragoner-Regiment) Nr. 23, die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, dem Oberstleutnant Petze! beim Stabe des 3. Ostasiatifchen Infanterie-Regiments, seither im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116, das Ehrenkreuz, dem Oberleutnant Koch im 4. Ostasiatifchen Infanterie-Regiment, seither im Infanterie-Regiment (Leib- Regiment) Nr. 117, das Ritterkreuz 2. Klaffe und dem Kanzlisten Henßner, seither Bezirksfeldwebel beim Land- Wehrbezirk II Darmstadt, das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ♦* Laudeslotterie. Bei der heute fortgesetzten Hauptziehung fiel 1 Gewinn ä 40 000 Mk. auf Nr. 638. — 1 ä 20 000 auf Nr. 18202. — 1 ä 15 000 auf Nr. 18998. - 1 L 12 000 auf Nr. 23 142. - 1 L 5000 auf Nr. 14087. — 1 ä 4000 auf Nr. 19825. - 9 ä 3000 auf Nr. 6296 7000 12122 16352 18336 23200 30942 97 32868. — 16 ä 2000 auf Nr. 24 1022 1538 300L 6645 6684 8405 9066 19043 19836 20800 22252 25295 28626 29067 31008. — 26 L 100Q ««f «7. 107 £!£!? 4808 4858 6097 7605 9937 10596 12518 15562 16213 20232 20333 21982 22802 22952 25387 26442 28462 29481 29597 30142 30299 30317 30861 31800 32145 32468. — 38 Gewinne L 500 Mk. aus Nr. 54 154 1413 1658 2023 2119 3002 3112 3412 3592 4762 6726 7565 8054 8552 9828 11865 12902 14508 14970 15166 16247 17156 17540 18457 19627 19918 20229 21049 21265 21468 22546 22750 24670 25804 30674 31386 32612. (Ohne Gewähr.) *• Erledigte Stellen im Bezirk des 18. Armeekorps. Enis',. Magistrat, Kanzlist, 1200 Mk. Anfangsgehalt. König!. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M., 15 Anwärter für den Zugbegleitungsdienst, zunächst je 900 Mk. diätarische Jahresbesoldung und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß, ferner die bestimmungsmäßigen Fahr-, Stunden- und Nachtgelder. Im Kaiserl. Ober-Postdirektionsbezirk Dortmund, Briefträger, 900 Mk. Anfangsgehalt und der gesetzliche Wohnungs- aeldzuschuß. Westerburg, Regierungs-Präsidium Wiesbaden» Gemeindeförster, 1000 bis 1500 Mk. Gehalt, 200 Mk. Nebeneinnahmen für Jagdschutz und 60 Mk. Wohnungsgeldzuschuß. — Im Bezirk der Großh. £>cff- <25'2 Division. König!. Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M., 5 Anwärter für den ZugbeglettungSdienst (hessische Staatsangehörige genießen den Vorzug), 900 Mk. AnfangSgehalt und der tarifmäßige Wohnungsgeldzuschuß, ferner die bestimmungs- mäsiiaen Fahr-, Stunden- und Nachtgelder. Lampertheim, Bürgermeisterei, Polizeidiener, 800 Mk. und freie Dienstkleidung, außerdem die gesetzlichen Gebühren. »• Die Ludwig-Alicestistuug des Großherzogtums Heften (Verein zur Unterstützung von Witwen und Waisen von Volksschullehrern) beabsichtigt, bei ihrer nächsten Generalversammlung im September die Gründung einer Privat- WitwenpensionSkasse für VolkSschullehrer in Beratung zu stellen. Durch Wegfall der staatlichen Witwenkaffenbeiträge ist den Lehrern Gelegenheit geboten, die Pensionen der Hinterbliebenen in Form von freiwilligen Beitragsleistungen zu genannter Kasse beliebig zu erhöhen. Die Kasse soll nur im Rahmen der Ludwig-Alicestlftung gebildet werden. m . ... *• Der 11. V-rbandSt-g d-S Bundes deutscher Sattlet. (Sattler- und Tapez.-rer°) Rtemer- und Täschner-Innungen w-rd vom 18. bis 20^ August in Hannover stattfinden. Bon der Tagesordnung sind so - qende Punkte besonders hervorzuh-b-n: Bericht über de beiiebendcn Fachschulen der VerbandS-Jnnungen und Bc- ratung über neu zu gründende Fachschulen Besprechung über die Verwertung der Orgamsation nach dem Gesetz vom 26 ^uli 1897, Vortrag über die heutige materielle Laae im'Sattlergewerbe, Besprechung über die unberechtigte Konkurrenz im Sattlcrgewerbe, hervorgerusen durch die großen Warenhäuser und durch die ZuchthauSarbett, Lohn- unb ArbeitSverhältniffe in den verschiedenen Branchen. — Bei Gelegenheit deS VerbandstageS findet eine Fach-AuS- stellung statt. Die Preiseverteiluug in der Pariser Weltausstellung. Wie der Pariser Korrespondent des „ö. T." erfährt, wird bei der aus Anlaß der Weltausstellung vorzunehmenden Preisverteilung Deutschland so glänzend auS- gehen, wie kein anderes Land. Auf die 3000 deutschen Aussteller entfallen 250 Grand prix und 500 goldene Medaillen. Hach Deutschland kommt Rußland, das aber schon 50 Grand prix weniger erhält. Frankreich hat 2000 Grand prix bei 36 000 Ausstellern. Die stärkste Ziffer hat Deutschland im Kunstgewerbe erlangt, nämlich 20 Grand prix und 100 goldene Medaillen. Oesterreich, dessen Kunstgewerbe in der Weltausstellung reich vertreten ist, erhält merkwürdiger Weise vier Grand prix. ** Geburtshaus Liebknechts. Wie man unS schreibt, ist Liebknecht nicht im Hause Kirchenplatz 15, sondern tn dem zur Hofraite Burggraben 12 gehörigen, gegenüber der südlichen Seite deS Stadtkirchturmes gelegenen ehemaligen Bücking'schen Hause geboren. Darmstadt, 9. August. Die jüngst erschienene Nummer der „Quartalblätter deS Historischen Vereins für das Großherzogtum Hessen" widmet dem Prinzen Wilhelm folgenden warmen Nachruf: „Am Nachmittag des Himmel- fahrtStageS verschied nach kurzem Krankenlager Se. Großh. Hoheit Prinz Wilhelm im 55. Lebensjahre. Von früher Jugend an hohes Interesse an geschichtswissenschastlichen Studien bethätigend, hat der Prinz die Ehrenmitgliedschast unseres Vereins bereits 1862 anzunehmen geruht, seitdem mehrere Jahrzehnte hindurch die Fortschritte unseres Vereins stets mit gnädigem Wohlwollen begleitet und fich jederzeit als eifriger Förderer der heimischen Geschichts- und Altertumswissenschaft und huldreicher Gönner des Historischen Vereins erwiesen. Im Gebiet der Genealogie und Heraldik war der Prinz außerordentlich bewandert; mit lebhafter Teilnahme an den Verhandlungen wohnte er schon seit Jahren vielen BereinSversammlungen an, und die Mitglieder waren beglückt, ihn fast regelmäßig an ihrer Spitze zu erblicken. Nirgends im ganzen Hessenlande kann deßhalb aufrichtigere Trauer über den allzusrühen Heimgang des im rüstigsten Mannesalter abgerufenen Fürsten herrschen, als in unserem Vereiu, und mit tiefstem Leid gedenken die Mitglieder der zu Beginn der diesjährigen Hauptversammlung zum besonderen Ausdruck gebrachten Wünsche und Hoffnungen, die nicht in Erfüllung gehen sollten." — Weiter mögen noch die warmempfundenen Worte Frhrn. v. WolzogenS an das Andenken des srühverblichenen Prinzen aus dem neuesten Heft der „Bayreuther Blätter" hier ihre Stelle finden: „Zu den in diesem Jahre von unS bereits beklagten Verlusten hat der Tod jetzt noch einen ergreifenden Fall gefügt, wodurch in die Reihen unserer besonders getreuen, geistig mit Bayreuth lebenden, und in das vertraute Bild unserer Festspielgemeinde eine von allen uns näher Zugehörigen schmerzlich empfundene Lücke gerissen wird. Ein wahrhaft edler, fürstlicher Mann, für unsere Kunst und Sache durchweg mit tiefem, stillem Ernst rein begeistert, ein Vorbild echter Vornehmheit der Gesinnung, des Denkens und des Fühlens, ein ungemein gütiger und feinsinniger hoher Freund und Gönner, wert all der innigen Verehrung und Liebe, wie wir sie ihm zollten, und die seinem Andenken erhalten bleibt, ist in unserem „Prinzen Wilhelm" uns jäh hinweggenommen worden! Wir werden nicht leicht seinesgleichen finden! D. Z. Mainz, 9. August. Da der Kaiser und der Großherzog am SamStagmittag unserer Stadt einen Besuch abstatten, hat die Bürgermeisterei für Schmückung der Straßen, die die Monarchen passieren, Sorge getragen. Die Dekoration wird nicht eine so großartige wie früher werden, sondern an die Bewohner wird die Bitte gerichtet, ihre Häuser zu beflaggen und eventuell mit frischem Grün zu schmücken. Aus städtische Kosten soll an der Binger Brücke und am Deutschhausplatz ein bescheidener Straßenschmuck angebracht werden. — Gestern nachmittag fand eine Versammlung der Hausbesitzer des AliceplatzeS und der Bingerstraße statt, in der beschlossen wurde, die Häuser wieder in derselben wundervollen Weise zu schmücken, wie dies beim letzten Kaiserbesuch der Fall war. Vermischtes. . * Ein neuer Trick. In Mainzer Kaffeehäusern, Wirtschaften und in Ladengeschäften erschien in den letzten Tagen, wie daS ,.M. I.- schreibt, ein sauber gekleideter Herr, und verlangte eine Stärkung oder Warengegenstand. Beim Bezahlen legte er stets einen Thaler aus den Tisch. In den meisten Fällen wurden dem Fremden ein oder zwei einzelne Markstücke und der Rest in Kleingeld herauSgegeben. Der Mann ließ das Geld so lange liegen, bis der Kellner oder der Wirt sich entfernen wollte, dann zählte der Gast daS Geld anscheinend nach, und rief dann dem Davongehenden zu, er möge noch einmal nachzählen, man habe ihm ein Zwanzigpsennigstück anstelle eines Markstücks herausgegeben. Da bei der Größenähnlichkeit dieser Münzsorten eine Verwechselung möglich ist, so fand er meist Glauben. In einem Cafs haben sich nun drei Tage hintereinander solche „Verwechselungen" wiederholt und der Besitzer schöpfte Verdacht. Er hörte von Kollegen, daß auch bei diesen derartige Fälle in den letzten Tagen mehrfach vorgekommen seien. Es gelang, den Fremden, als er den Trick wieder versuchte, zu verhaften. Der Schwindler ist ein Kellner, der das unsaubere Geschäft schon in anderen Städten mit Erfolg betrieben hat. * Gönczis Gnadengesuch. Der Raubmörder Gönczi geht jetzt seiner letzten Lebensstunde entgegen. Nachdem alle ihm zu Gebote gestandenen Rechtsmittel erschöpft sind, ist er nunmehr lediglich auf das Gnadengesuch an den Kaiser angewiesen. Durch seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Fränkel, ist dasselbe bereits an das Kabinett des Kaisers abgesandt worden, sodaß die Entschließung jeden Tag eintreffen kann. Da es wenig wahrscheinlich ist, daß der Kaiser Gönczi begnadigen wird, so sind bereits im Plötzen- seer Zellengefängnis die Vorbereitungen für die Hinrichtung getroffen. Von der Ablehnung des Gnadengesuches würde Gönczi erst am Tage vor der Hinrichtung Kenntnis erhalten und zwar bei seinem Transport vom Untersuchungsgefängnis nach Plötzensee. • Was kommt dort von dem Ho? Ein gereimtes „Fuchslied" hat der Chefredakteur des Graudenzer „Geselligen", Paul Fischer, unseren Chinatruppen mit aus den Weg gegeben. ES lautet: 1) Was kommt dort von dem Ho? WaS kommt dort von dem Ho? Was kommt dort von dem Pet-ho-ho, $8 Pei-Ho-Ho, was kommt vom Flusse Pkt? 2) ES ist ein Chtnamann, eS ist ein Chinamann, eS ist ein gelber Chtnamann. 3) Was will der China- manu, was will der schlaue Chtnamann? 4) Er bringt unS einen Bries, er bringt unS einen seidenen Brief. 5) WaS steht denn in dem Brief, waS steht denn in dem schlauen Brief? 6) Von Kwang-sü besten Gruh, von Kwang-sü warmen Grus. 7) WaS macht der Htmmeltzsohn, waS macht der junge Himmrlssohn? 8) Er sitzt in Wan-Tschu-wtM, er sitzt im festen Sommerschloß. 9) Was macht die Tante Tsu? Was macht die alte Tante Tsu? 10) — Hst (hierbei kann geniest werden) herrscht in Peking noch, — hsi herrscht im großen Peking noch. 11) So grüß Er sie recht schön, so grüß Er ft; recht wunderschön. 12) Und trag den Brief zurück, und trug den falschen Brief zurück, u. s. w. Gerichtssaal. Marburg, 9. August. Wegen Störung des Gottesdienstes hatte sich vor der Ferienstrafkammer der Handelsmann Emanuel Rosenbaum III. aus Rodheim zu verantworten. Im Dezember v. I. soll der Angeklagte während des Gottesdienstes in der Synagoge seinen Bruder durch hier nicht wiederzugebende Aeußerungen beleidigt und dadurch Störung verursacht haben. Aus der Zeugenvernehmung war, wie die „Oberh. Ztg." schreibt, zu ersehen, daß in Rodherm bezüglich des israelitischen Goitesoienstes absonderliche Zustände bestehen. Es fragte sich deshalb hauptsächlich, ob man die Borlesung, die dort in einer primitiven Halle gewesen, überhaupt als Gottesdienst betrachten könne. Neben den verschiedenen Zeugen vernahm man als Sachverständigen Herrn Dr. Munk von hier. Das Gericht erkannte schließlich auf Freisprechung. Humoristisches. * Auf der Studienreise. Hotelier: „Wann wünschet: Sie morgen früh geweckt zu werden?" — Student: „Sobald, wie's erste Faß angefieckt wirdl" * AuS deut Leven. Hat irgend jemand, gedankenlos, — was fürchterlich Dummes gemacht, - beginnt er seine Entschuldigung — gewiß mit: „Ich habe gedacht —I" Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 12. August. 9. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe JohanneSkirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der JohanneSkirche Vormittags 8 ubr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten auS der LukaS- gemeinde. Vormittags 9Vt Uhr: Pfarrer Abramowski auS Berlin, Prediger an der Berliner Stadtmission. Kollekte für die Berliner Stadtmisfion. Nächsten Sonntag, den 19. August, findet Beichte und teil. Abendmahl für die LukaS- und die JohanneSgemeinde im Haurl- gotteSdienst statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. ES wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, eS rechtzeitig — spätestens erne Woche tht der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Kathslifche Gemeinde. SamStag den 11. August. Nachmittags um 4V, Uhr und abend? um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 12. August. 10. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 61/« Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Mesie. „ um 9Va Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2>/, Uhr: Andacht. Dienstag den 14. August. Nachmittags um 41/« Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Mittwoch den 15. August. Mariae Himmelfahrt. Vormittags von 6'/r Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Mesie; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Mesie. Militärgottesdienst mit Predigt. „ um 9Va Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2'/, Uhr: Fest-Andacht. Gottesdienst in der Synagoge. SamStag den 11. August 1900. Vorabend 7« Uhr, morgens 8« Uhr Predigt, nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 8« Uhr. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. Sabbathfeier am 11. August 1900. Freitag abend 7« Uhr, Samstag vormittag 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr «chrifterklärung, SabbathauSgang 8" Uhr. WochengotteSdienst morgens 6»» Uhr, abends 7" Uhr. Berlin, 10. August. In der Begleitung des Generel- feldmarschalls Grafen Waldersee befinden sich Major Frhr. v. Marschall sowie der Adjutant Hauptmann Wilberg. Graf Waldersee hat sich gleich nach seiner Ankunst nach dem Offiziers-Verein und von dort nach dem Kriegsministerium begeben. — Nach einer Meldung aus Hannover sind dem Generalstabsches Grafen Waldersee die Obcrv leutnants Frhr. v. Knigge als Adjutant und Graf Königsmark als Ordonnanz-Osfizier zugeteilt. Auch Leutnant Graf Karl zu Stolberg-Wernigerode vom Garde Jäger-Bataillon, der Sohn des Oberpräsidenten von Hannover, ist zum Stab Waldersees kommandiert. Loudon, 10. August. Lord Salisbury wohnte dem Gottesdienst, welcher gestern anläßlich der Trauerfeier für. König Humbert statlsand, bei. Paris, 10. August. In der Notredame-Kirche sand gestern morgen ein Gottesdienst für die in China er» mordeten und gefallenen Franzosen statt. Präsident Lonbet und die Minister wohnten demselben bei. Brüsiel, 10. August. Die Ernennung des Grasen Waldersee zum Oberbefehlshaber der verbündeten Truppen wird von der hiesigenPreffe als erfreuliches Zeichen für die Aufrechterhaltung des Friedens aus lange Zeit angesehen. Der „Soir" glaubt, daß das Hand in Hand gehen der französischen und deutschen Truppen vielleicht mehr für den Weltfrieden bedeutet als die Friedens-Konferenz. Rom, 10. August. Prinz Heinrich von Preußen ist gestern abend 10 Uhr abgereist. Auf dem Bahnhofe hatten sich zum Abschied u. a. auch der Minister des Auswärtigen Visconti Veno st a eingefunden. Belgrad, 10. August. Nach Meldungen auS Biarritz ist die Königin Natalie über die Heirat ihres Sohnes des Königs Alexander derartig entrüstet, daß sie jeden Verkehr mit ihm abgebrochen hat. Der Minister deS Innern Po- povice ist schwer erkrankt. IklhmntmaitjtiimeH Arbeitsvergebung. Die Herstellung der äußeren Verputz arbeiten an der Kirche zu Wieseck soll im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Reflektanten wollen ihre Offerten bis zum 15. d. Mts., 10 Uhr vormittags, an Herrn Architekten L. Seuliug in Gießen gelangen loffcn, bei welchem auch die Ver» dingungsunterlagen während der G?- schäftsstunden von 8 bis 12 und 2 bis 6 Uhr zur Einsicht der Inter- eftenten offen liegen. 5421 Wieseck, den 9. August 1900. Der Kircheuvorstand. Bieberthalbahn. Aus Anlaß des am Sonntag -em W. August er. in Heuchelheim stattfindenden Ktrchweihfestes werden Sonder- zöge gefahren. Die bezüql. Fahrpläne sind auf den Stationen zum AuShang gebracht. &415 Frankfurt a. M., den 8. Aug.1900. Allgemeine Deulsche Kleinbahn-Gesellschaft Abteilung für West- und Süddeulschland. Die BetriebSinspektion. Umwandlung deS Haltepunktes Langsdorf zu einer Haltestelle und Erweiterung der Abfertigung-' defugniffe desselben. Am 1. September 1900 wird der an der Linie Gießen—Gelnhausen gelegene Haltepunkt Langsdorf, welcher bisher nur dem Personen, und befchrLnkten Eilgut- und Stückgutverkehr diente, zu einer Haltestelle erweitert und die Abfertigungs- befugnisie dieser neuen Haltestelle auch auf den WagenladungS-, Güter- und Biehverkehr, sowie auf den unbeschränkten Eil- und Stückgutverkehr ausgedehnt. Außerdem kommt der bisher bestandene Frankaturzwang in Wegfall. Die Annahme und Auslieferung von Sprengstoffen bleibt ausgeschlosien. Nähere Auskunft erteilt das diesseitige Verkehrsbureau. 5407 Frankfurt a. M., den 31. Juli 1900. Königliche Eisenbahndirektion. Mit dem 1. September d. Js. tritt ein neuer Eisenbahn-. Personen- und Gepäcktarif, Teil II, enthaltend: Besondere Bestimmungen für den Personen- und Gepäckverkehr zwischen Stationen unseres Bezirks, sowie für den Verkehr von denselben nach den Stationen der übrigen Königl. Preußischen und Großherzoglich Hessischen Staatseisenbahnen, in Kraft. Das Nähere ist jetzt schon in unserem Verkehrs-Bureau — Sachsenhausen, Hed- dexichstraße 69 — zu erfahren. 5424 Frankfurt a. M., den 2. Aug. 1900. Königliche Eisenbahndirektion. Hohversteigerung. Die Gemeinde Wißmar hat 93 Fichtenstämme 3. und 4. Kl. = 36,61 Fstm., 10 Stangen 1. und 4 Stangen 3. Kl. zu verkaufen. Dar Ho'.z, welches vom Fichtenborkenkäfer befallen war und deshalb ge- fällt werden mußte, liegt im Distrikt Affelbach, Gemeindewald Wißmar, an guter Abfahrt. Angebote sind bis zum 18. d. Mts., nachmittags 6 Uhr, an mich einzureichen. Krofdorf, den 9. August 1900. Der Bürgermeister. 6425 Lichtenthaeler. Oin pfc hl uitft oi »t. Schlachthaus. Ksreibask. 5344 Heute und morgen: Glhsrusteislh 50 M Frühkartoffeln gelbe, rote und weiße, per Centner mH. Sack L 2,50 Mk., neue Zwiebeln, per Centner 4 Mk. versendet ab Station A. Simon IL, Echzell in der Wetterau. Frühkartoffeln NKNW 03279 Karl Euler, Hammstraße 5. Feinste Berliner ollmöpse 5 Pfg. per Stück. 5418 I. M. Schulhof. ?.u v erlitt Uten DasKrummetgras von meiner Bleiche ist billig abzugeben. 5414_____________H. Treppinger. ffiin Kinderfitzwagen billig zu verkaufen. 13/ 03273________Stephanftraße 15, I- 03272] Zwei schön gewachsene, blühende Oleander billig chugebeu. Näheres in der Expedition d. Bl. 03274] Kleine gebrauchte Hobelbank, sowie Stieglitze und Kanarienvögel wegzugshalb-r billig zu verkaufen. ____________Landmannstratze 17. 03285] Gebrauchte Möbel, als etn Küchenschrank, zwei Kleiderschränke, etne Bettstelle, ein Kinderbett, 1 Kinderwagen usw. umzugsh. bill. abzug. Neuenweg 30. Todes - Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, gestern morgen 71/, Uhr unsere innigat geliebte Gattin, Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elise Schneider geb. Weidmann nach langem, schwerem Leiden im Alter von 65 Jahren zu sich zu rufen. Die trauernden Hinterbliebenen* Giessen, den 10. August 1900 5419 Die Beerdigung findet statt: Samstag den 11. August, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Steinstrasse 40, aus. Statt jeder besonderen Mitteilung. Todes - Anzeige. Freunden, Verwandten und Bekannten hierdurch die schmerzliche Nachricht, dass unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel Herr Ludwig Neuss nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 85 Jahren heute mittag 2 Uhr sanft verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen* 03278 I. d. N.: H. W< Hennings. Grossen-Linden, den 9. August 1900. Die Beerdigung findet Sonntag den 12. August, nachmittags 4 Uhr, statt. Grüningen, den 9. August 1900. 5428 Die Beerdigung findet Sonntag den 12. August, nachmittags 2 Uhr, statt. Todes - Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, gute Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Schwester Margaretha Sames geb. Hubeier heute abend nach langem, mit grosser Geduld ertragenem, schwerem Leiden im Alter von 58 Jahren durch einen sanften Tod zu erlösen, was wir hiermit allen Freunden und Bekannten mitteilen. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Job* Gg* Sames, Maurermeister. 60000 Mitglieder 81000 Stellen besetzt 5403 Heinrich Koch, Itlterswkg 30. Verantwortlich für den allgemeinen Teil: I. V.: Zl. Steffenhag en; für den Anzeigenteil: HanS Beck. — Druck und Verlag Uermietnugen Mietn ei ucht' lOftene stellen c^cheler^Mee L.Zimmertvohnurrg mit Küche sofort gesucht. Offerten mit Preisangabe unter Nr. 03275 an die Exped. d Bl. Vermögen des Vereins und seiner Kaffen 6 350000 Mark Hauptzweck: Kostenfreie Stellenvermittelung. 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