LBOÄ Hreitag den 1t Mai Ätz Amts- uttb Anzeigeblertt für den Ttreis Gieren Npirfo wände, ct= 2M Rad WM. an der Hoffnung auf der Schichau- des russischen Als voraussicht- die zweite Woche Bezugspreis viertcljährl. Mi. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Bringcrlohn; durch die Abholestell« viertcljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljahrl. mit Bestellgeld. HrfcheUtt täglich mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener JiLmitieuvkätler werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" n. „Blätter für Hess. Volkskunde" wöchtt. 4 mal beigelegt. ngs. schirKi ehe Retehton, Expedition und Druckerei: Kchnlstraße Ar. 7. in techtische M Mer, l'Pulvn bewaßm n Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Volkskunde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. Alle Anzeigen-VermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Psg. ‘reisen, harn, 1886 S, «*e» öd. tls. it. M« \\. lüdi. «r. il. Politische Tagesschau. Noch in dieser Woche soll die Anfrage des Herrn v. Hertzberg-Lottin wegen des „RitnalmordeS" auf die Tagesordnung des preußischen Herrenhauses gesetzt werden. Wohl mit Rücksicht darauf veröffentlicht der Berliner Profeffor der Theologie Dr. Strack in einem Berliner Blatte eine Artikelreihe, an deren Spitze er den auch von anderen evangelischen und katholischen Theologen und Kennern der hebräischen Sprache bereits bestätigten Satz stellt, daß es keine jüdischen Geheimschriften gebe, und daß auch innerhalb des gesamten Judentums keine Schrift oder mündliche Tradition vorhanden sei, die kundigen Christen unzugänglich wäre. Wer also das Gegenteil behaupte, der befinde sich im Irrtum, oder er stelle wider besseres Wissen Behauptungen auf. Die letzte Möglichkeit will allerdings Professor Strack nicht zugeben, da sie, wenn ein Mitglied einer parlamentarischen Körperschaft in Frage komme, nicht ohne zwingenden Beweis angenommen werden könne. Wir erinnern daran, daß erst kürzlich von einem in Westpreußen erscheinenden Blatte ein Brief eines Professors unserer Landesuniversität, des Geh. Kirchenrats Dr. Stade in Gießen, veröffentlicht wurde, in dem unter Hinweis auf die Kirchengeschichte als boshafte Nachrede bezeichnet wird, daß die Juden Blut zu rituellem Zweck vergössen. swahl sie; In Danzig hält man immer noch fest, daß der Zar dem im nächsten Monat scheu Werft stattfindenden S tappel lauf Kreuzers „Nowik- beiwohnen werde, licher Termin für diesen Besuch gilt jetzt des Juni, und zwar die Zeit zwischen dem 7. und 10. des nächsten MonatS. Wenn diese Nachricht bei ihrer ersten Ankündigung einigen Zweifeln begegnete, so beruht dies wahrscheinlich darauf, daß eine offizielle Benachrichtigung; den interessierten Kreisen und Behörden erst m etwa 14 Tagen zugehen kann, und daß insbesondere die genauere Festsetzung des Termins für die Reise des russischen Kaisers erst wenige Tage vorher offiziell bekannt werden dürfte. Was nun die gleichzeitige Anwesenheit Kaiser Wilhelms in Danzig anbelangt, so liegen hierzu neuere positive Mitteilungen nicht vor; nach wie vor wird aber auf das bestimmteste angenommen, daß der Besuch unseres Kaisers auch zu dieser Zeit erfolgen werde. Wenn übrigens früher mitgeteilt wurde, daß die Reise des russischen Kaisers über See angetreten werden dürste, so ist das nicht zutreffend. Kaiser Nikolaus wird wahrscheinlich kurz nach einem in Wien beabsichtigten Besuche über Breslau nach Danzig kommen. Alle diese Reisedispositionen sind aber, wie erwähnt, noch durchaus nicht endgiltiger Natur und dürften erst in etwa acht Tagen eine nähere Fixierung erfahren. An dem Bau des russischen Kreuzers Nowik- auf der Schichauwerft wird übrigens mit allen Kräften gearbeitet, desgleichen an der Fertigstellung des deutschen Kreuzers „0" auf der Kaiserlichen Werft. — So weit die in Danzig umlaufenden Gerüchte. An Berliner unterrichteten Stellen wird allerdings versichert, daß weder von einem Zarenbesuch in Wien noch von einem solchen in Danzig bisher etwas Zuverlässiges bekannt Kichener Anzeiger Heneral-Anzeiger Nr. 109 Erstes Blatt. ,69 77 [400 832 M '* K 98 vN 6ol fio9 64M 9011169 3161 MN 583262 MV' 504 622 31 4b 178 89 *] 600] 73 65 91 N 98 o94 VVV r) qö 226 57 W > 89 96 ot3 w -4 9032 78 96 537 54 91 e [loowl* ifljS 95 Ä SS ff 44 91Ä o9 täte RchfzÄ I f40°]J% 35 4 138 4V^ Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis »orm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher. des wiedereröffneten Reichsrats die Frage nach den I Plänen, mit denen sich die Regierung für den Fall trägt, I daß auch dieser Versuch scheitert, wieder brennend ge- I worden. Herr v. Körber schloß seine Rede mit der Ver- I Sicherung, die Regierung werde alle Kräfte daransetzen, I um das bestehende Versassungsleben aufrecht zu erhalten, I und von den ihr zustehenden Vollmachten nur den Gebrauch I machen, den die Erhaltung und die Verwaltung des Staates I gebieterisch erheischen. Selbst der angefochtenste Konsti- I tutionalismus sei wertvoller als die Rückkehr zu einer I Form der Gesetzgebung, die die Völker von der Mitwirkung I ausschließe. Was der Ministerpräsident damit hat sagen I wvllen, ist nicht ohne weiteres klar, nur soviel scheint I aus seinen Worten hervorzugehen, daß der Gedanke einer I Auflösung des gegenwärtigen Reichsrates von der Re- I gierung nicht ernstlich in Erwägung gezogen wird. Wenn I also das in den letzten Tagen vielfach gehörte Wort, das I Ministerium wolle die „Arbeitsdisposition des Hauses nicht I bis zum äußersten prüfen und nicht bis zur Erschöpfung I belasten", einen thatsächlichen Hintergrund hat, so muß I die Regierung wohl andere Schritte vorbereiten. Welcher I Art diese sind, und ob sie nicht am letzten Ende auf den I § 14 als unter den „angefochtenen Konstitutionalismus" fallend hiMuslaufen werden, muß die Zukunft lehren. Sanguinische Politiker tragen sich mit der Erwartung, daß mit Hilfe dieses Notparagraphen ein neues, gerechteres Wahlgesetz geschaffen werden solle, daß das Zustandekommen eines arbeitsfähigen Parlaments verbürge. Man muß abwarten, ob diese Hoffnung irgendwie begründet ist, pnd ob Körber oder ein anderer zu dieser Ehrenrettung desi § 14 die Hand bieten wird. Auf den Inhalt des Sprachen-Gesetz-Ent- wurfs näher einzugehen, verlohnt sich unter den obwal- ; tenden Umständen kaum. Folgende AndeuUmgen mögen i zur Ergänzung des bereits Gemeldeten genügen: Als gemischtsprachige Gerichtsbezirke sind in Böhmen diejenigen anzusehen, in denen die Minderheit 20 Prozent der Bezirksbevölkerung erreicht. Die Abgrenzungsrevifion erfolgt nach jeder zweiten Volkszählung. In gemischtsprachigen Bezirken ist die Dienstverkehrssprache grundsätzlich die Sprache der Parteien, wobei die Geltung beider Landessprachen vollkommen paritätisch durchgeführt wird. In Betreff der Amtssprache für den inneren Dienstverkehr und die Amtskorrespondenz bedienen sich die einsprachigen Behörden ihrer Amtssprache. Gemischt- I sprachige wenden in Parteisachen die Sprache des Parteieinschreiters an, I was analog von den Eintragungen in öffentliche Bücher und Register gilt. In Sachen der bewaffneten Macht, in Angelegenheiten der Staats- I polizei, bei Qualifikation von Staatsbeamten verbleibt es bei den ve- I stehenden Vorschriften. Die Geltung der militärischen Dienstsprache und I die Vorschriften für den Verkehr mit Behörden außerhalb Böhmens, ms- I besondere mit den Zentralstellen, bleiben unberührt. Im Verkehr zwei- I sprachiger Behörden mit einsprachigen ist die Amtssprache letzterer an- I zuwenden. . Der Gesetzentwurf, betreffend die Kreisregterungen in Böhmen, I verfügt die Errichtung von drei einsprachig deutschen, fünf emsprachig I tschechischen und zwei gemischtsprachigen Kreisen (Budweis und Pilsen), I deren Kompetenz dasjenige umfaßt, was bisher in Angelegenheiten erster I und zweiter Instanz zum Wirkungskreis der Statthalterei gehört- Das Gesetz, betreffend Mähren, verfügt unter völliger Gleichstel- | lung beider Landessprachen, daß die Sprache des schriftlichen und münd- I lichen Verkehrs mit den Parteien sich grundsätzlich nach der Sprache der I Partei zu richten hat, analog auch die Eintragungen in öffentliche Bücher I und Register. Jeder Beamte muß an Sprachkenntniffen besitzen, waS der I Dienst bei seiner Behörde erfordert. Der Krieg in Südafrika. Meldungen aus dem englischen Haupt-Quartier in Smaldeel besagen, daß die Buren aus der ganzen Gefechtslinie im Rückzug begriffen sind. General Botha habe es, da sein rechter Flügel zurückwich, offenbar für nötig I befunden, den linken Flügel von Thabanchu zurückzuzrehen. Andererseits scheine die Proklamation Lord Roberts wenig gewirkt zu Huben, denn alle Farmen seien von den Männern verlassen. Vieh und Pferde seien beschlagnahmt worden. Die Geschicklichkeit, mit der die Buren nut Wagenzügen entschlüpften, wirke niederdrückend auf ine Stimmung der Truppen. Als die Engländer in Smaldeel ankamen, seien die Buren mit ihren Ochfenwagen nur fünf Meilen von den Engländern entfernt gewesen. Nach einer Drahtung des „Standard" war der Vormarsch der britischen Armee auf Smaldeel durch eine Reihe kleiner Zusammenstöße längs ver ganzen Linie von Thabanchu und Karee Siding gekennzeichnet. Dem weiteren Vorstoße nach Kroonstad dürfte nur schwacher Widerstand wahrscheinlich am Zandfluß, geleistet werden. Nach einem Telegramm aus Lourenco Marques soll Heilbronn zur Hauptstadt des Freistaates ausersehen sein für den Fall, daß Knoonstad fällt, Botha und Lukas Meyer waren in Pretoria, um der Eröffnung des VolksraadH beizuwohnen. Die Freistaat-Armee operiert jetzt angeblich unabhängig von der Transvaal-Armee; die Engländer hoffen, sie werde jeden Augenblick kapitulieren. Aus Ladysmith liegt folgende Depesche vor: Gestern verbreitete sich hier das Gerücht, die Bu r e n beabsichtigten, Elandslaagteanzugreifen. Dies veranlaßte eine allgemeine Bewegung der englischen Truppen, um den Buren zuvorzukommen. Trotzdem gelangte eine Burengeworden sei. _____ Die österreichische Regierung hätte kaum eine eindringlichere Mahnung an die Tschechen richten können, als es durch den Mund des Ministerpräsidenten v. Körber geschehen ist, der in der nachdrücklichsten Weise auf die Gefahren aufmerksam machte, die sich aus der Fortdauer der gegenwärtigen Zustände für das Land und für ferne parlamentarischen Einrichtungen ergeben würden. Was war der Erfolg? Gleich am ersten Tage beginnen dre T s ch e ch e n mit der O b st r u k t i o n, gleich am ersten Tage kommt es zu Lärmszen en, die denen aus der schlimmsten Zeit des österreichischen Parlaments kaum nachstehen. Auch wenn die übrigen Parteien der Rechten der Obsttuk- tion keinen Vorschub leisten, sind die Tschechen doch rn der Lage, durch Herbeiführung namentlicher Abstimmungen für die eine Unterstützung durch 50 Stimmen genügt und schließlich auck) auf dem Wege der „gewaltsamen" Obstru^ tion die Tätigkeit des Reichsrates zu lahmen und das gesetzliche Zustandekommen der „Staatsnotwendigkeiten" vor dem 1 Juni zu verhindern Bis letzt haben sie bereits die hübsche Sumine von 27o8 Petitionen eingebracht, zu denen 48 Redner vorgemerkt sind. Es wäre ein gefährlicher Optimismus, nach alledem noch an die Wahrscheinlichkeit einer Einigung zu glauben, und so ist es denn gleich nach dem ersten Verhandlungstag abteilung nach Elandslaagte; sie wurde jedoch von einer englischen Kolonne überrascht, die einen Mann tötete; die anderen flohen. Der Getötete war ein Spanier. Aus Mafeking liegt heute ein weiterer, vom 24. April datierter Bericht vor. Danach ist die Garnison zwar im stände, sich über den 18. Mai hinaus zu halten, die Lage ist aber äußerst ernst. Die Beschaffenheit der Nahrungsmittel reicht nicht aus, um die Körperhafte der schon durch Krankheit geschwächten Mannschaften aufrecht zu halten. Infolge starker Regengüsse haben sich die E^ krankungen an Fieber und Dysenterie vermehrt, und auch Typhus- und Malariafälle treten zahlreich auf. - Leutnant Murchison, der im November in Mafeüng den; burenfreund- lichen „Daily Chronicle"-Korrespondenten Parslow erschoß, wurde vom Kriegsgericht wegen Mordes zum Tode verurteilt und von Roberts zu lebenslänglicher Zuchthaus- ^$^0^0*29^( wird aus Buluwayo gemeldet, daß Oberst Plumer noch immer sein altes Lager innehabe. Von Salisbury seien 100 Mann Verstärkungen zu ihm gestoßen; jedoch habe er bei der geringen Stärke der Truppen von denen zudem ein großer Teil krank sei, kerne Aussicht mehr, Mafeking zu entsetzen. General Carrmgton we.de demnächst in Buluwayo erwartet; es werde an einem Lager für die Truppen gearbeitet. . nnh Am 8. ds. Mts. ist in Pretoria der Bolksraad eröffnet worden. Präsident Krüger hielt eine längere Ansprache, in der er besonders darauf bestanden hat, daß, selbst wenn er nach St. Helena verbannt wurde dürfe dies die Sache der Republik keineswegs beeinflussen. * Telegramme "deS Gieheuer Anzeigers. L o n d o n, 10. Mai. „Daily Mail" meldet aus Lou- renzo Marques, daß der neue portugiesische Gouverneur dieser Stadt die schärfsten Maßregeln getroffen hat, um die E i n f ü h r u n g von Krtegsrontrebande zu Gunsten der Buren zu verhindern Die Kaufleute- der Stadt vernahmen mit großer Bestürzung, daß Konservenfleisch, Decken und Kleidungsstücke fortan als Kriegs-Kontrebande betrachtet werden. Wenn nicht alle I Lebensmittel als Kriegs-Kontrebande bezeichnet werden, I so ist dies einzig und allein den gefangenen Engländern zuzuschreiben. (?) Aus Kapstadt wird berichtet, daß der Vormarsch des Generals Buller gegen die Big- garsberge begonnen hat. Die Buren ziehen sich Bonbon, 10. Mai. Eine 'halbamtlich Depesche auZ Pretoria über Lourenzo Marques besagt, Präsident Krüger erhielt eine Kollektivnote der europäischen Machte die sich auf dessen angebliche Absicht, die Minen von Jo- hannesberg in die Luft zu sprengen, bezieht und ihn in offizieller Weise für eine solche Handlung v e r an t w o r t - lich macht. Die Mächte würden England unterstützen^ wenn er Maßnahmen treffen sollte, um durch die Zer- I störung eine Schadloshaltung zu erzwingen. I Kroonstad, 10. Mai. Die Buren halten aml Zandflusse und in der Umgebung tapfer Stand. Pra- I sjdent Stein hielt eine erhebende Ansprache, worin er die I Burghers ermahnte, auch in dieser Zeit des Unglücks un- I verzagt auszuhalten. Das Land sei nicht verloren, I weil die Sympathien der ganzen Welt auf Seiten der ver- I Kündeten Republiken stünden, und viele Ausländer für den Wahlspruch: Recht, Freiheit, Eintracht und Macht gekämpft, ja sogar in den Tod gegangen seien. Nur Kranke I aus der männlichen Bevölkerung dürften zu Hause bleiben, I alle anderen müßten sich bereit halten, sofort gegen den I Feind zu marschieren. — Präsident Stein ist heute abgereist, nachdem er vier Tage bei den Burghers in der Front geweilt hat. ~ Deutsches Reich. Berlin, 9. Mai. Der Kaiser hat gestern von Ur Ville aus ein Telegramm an den Vorstand des Vereins Berliner Kaufleute und Industriellen gerichtet, worin er seinen Dank für die Glückwunschadresse des Vereins am Tage der Großjährigkeitserklärung des Kronprinzen ausspricht. — Der Kaiser hörte gestern auf Schloß Urville die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts von Lukanus und des Vertreters des Auswärtigen Amtes, Gesandten von Tschirschky. Heute vormittag nahm der Kaiser den Vortrag des Chefs des- Militär-Kabinetts von Hahnke entgegen. — Der Großherzog von Baden machte hier gestern vormittag dem Staatssekretär Grafen Bülow einen längeren Besuch t äA p — In der Budget-Kommrssron des Rerchs- tages stand heute zunächst der Nachlragsetat zum Kolonial-Etat zur Beratung. Es werden nachträglich ge fordert für Kamerun 865 360 Mark und für Samoa 252 000 Mark Direktor von Buchka erklärte, daß er nut K°.°ni°-°mtes beschäftigt fei. Der «Gouverneur von Kamerun, von Puttkamer, gab eine eingehende Schilderung der Zustände in Kamerun und kam zu dem Schluß, die Schutztruppe sei für das weitere Gedeihen der Schutzgebiete von hoher wirtschaftlicher Bedeutung. Bei der Abstimmung wurde die Forderung für Vermehrung der Schutztruppe in Kamerun mit 9 gegen 11 Stimmen angenommen und die Forderung für Samoa ohne Debatte genehmigt. Sodann wurden auch die übrigen Nachtrags-Etats im Betrage von 5 881 057 Mark ohne erhebliche Diskussion bewilligt, nachdem über die 4 500 000 Mark zur Vervollständigung des deutschen Eisenbahnnetzes im Interesse der Landesverteidigung eingehende Mitteilungen seitens der Regierung gegeben worden waren. — Abg. Gröber hat nunmehr den Antrag eingebracht, den § 6 des Flottengesetzes folgendermaßen zu fassen: Der infolge dieses Gesetzes sich ergebende Mehrbedarf an Reichseinnähmen wird aufgebracht 1. durch Erhöhung der Reichsstempelabgaben auf Wertpapiere, Kaufgeschäfte und Lotterielose, sowie durch Einführung einer Reichsstempelabgabe nur Knxe, Schiffsfrachturkunden und Seefahrkarten; 2. durch Erhöhung der Zollsätze auf Schaumweine, Liqueure und andere Luxusgegenstände; 3. durch Einführung einer Verbrauchsabgabe auf inländische Schaumweine und Saccharin. Ein etwaiger Fehlbetrag darf nicht durch Erhöhung oder Vermehrung der indirekten, den Massenverbrauch belastenden Reichsabgaben gedeckt iverden. § 7 soll dann lauten: Dieses Gesetz tritt gleichzeitig mit dem in § 6 Absatz 1 Ziffer 1 und 2 bezeichneten noch in dieser Sitzungsperiode zu erledigenden Gesetze in Kraft. — Müller-Fulda beantragt, der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler zu ersuchen, dafür Sorge zu tragen, 1. daß vom Rechnungsjahre 1901 im Etat für die Verwaltung der kaiserlichen Marine die vollen Kosten für Armierung (statt bisher zwei Drittel Prozent) und von den Schiffsbau- kosten 6 Prozent (statt bisher 5 Prozent) des Wertes der Flotte, auf den ordentlichen Etat übernommen werden. 2. daß von demselben Zeitpunkt ab auf den außerordentlichen Marineetat nur noch die Ausgaben für Landbe- festigungen, Docks und ähnlichen, auf die Dauer bestimmten Anlagen genommen und die gesamten hieraus sich ergebenden Mehrerfordernisse des ordentlichen Marineetats aus den Mehrerträgen, welche die Reichsstempelabgaben über das Etatssoll für das Rechnungsjahr 1900 ergeben, gedeckt werden und 3. daß der dann von diesen Mehrerträgen noch verbleibende Rest zur Verminderung der Reichsschuld oder Lur Verstärkung der Betriebsmittel der Reichskasse nach Maßgabe der hierüber im Etat zu treffenden Bestimmungen Verwendung finde. — Der Antrag der Unterkommission betreffend die Besteuerung der Kompensationsgeschäfte hat definitiv folgende Fassung erhalten: Führt der Kommissionär an demselben Tage eine Einkaufskommission und eine Verkaufskommission über Wertpapiere derselben Gattung durch Eintritt als Selbstkontrahent aus, so ist für jedes her beiden Geschäfte, insoweit sie sich ausgleichet?, neben der tarifmäßigen Abgabe in Höhe der Hälfte des Tarifsatzes zu entrichten, es sei denn, daß der Kommissionär zur Deckung eines der beiden Aufträge ein abgabepflichtiges Geschäft mit einem Dritten abgeschlossen- hat. Die Bestimmungen über die Erhebung der weiteren Abgaben und über die zur Sicherung dieser Erhebung erforderlichen Maßregeln, insbesondere über die Art der Buchführung, werden vom Bundesrat getroffen. — Die ursprüngliche Absicht, die laufende Session des Reichstages noch vor Pfingsten zu schließen, kann voraussichtlich nicht aufrecht erhalten werden. Es wird vielmehr beabsichtigt, zum Himmelfahrtsfeste eine Vertagung eintreten zu lassen, um den Reichstag nach Pfingsten zu einer Sitzung von etwa acht bis zehn Tagen wieder zu versammeln. Es sollen alle großen Vorlagen nach Möglichkeit erledigt werden. Köln, 9. Mai. Tie „Köln. Volksztg." verlangt heute von der Regierung, daß sie gleichzeitig mit dem Flotten- gesetz auch die übrigen drei Vorlagen, die Uufall- gesetzNovelle, das Fleischbeschangesetz und namentlich die lex Heinze verabschiede, ehe der Reichstag in die Ferien gehe. Alles dies müsse von der zweiten Lesung der Flottenvorlage erfolgen. Das fei auch die Ansicht der Mehrheit des Reichstages, der es als seine Aufgabe betrachten müsse, das große Ganze int Auge zu behalten und Anspruch darauf habe, daß, wenn er die Flottenvorlage bewillige, die anderen wichtigen Gesetze nicht in den Brunnen fallen. „Erst diese", so schließt das Blatt, „dann die Flotte". Äi ü n ch e n, 9. Mai. Prinz Rupprecht richtete aus Anlaß der Hebern,ahme des Protektorats des bairischen Landesverbandes des Deutschen Flottenvereins an den Kaiser folgendes Telegramm: „Genehmigen Eure kaiserliche Majestät die Meldung, daß ich das Protektorat über den bairischen Landesverband des Deutschen Flottenvereins übernommen habe, dessen Bestreben sein soll, in gemeinsamer Arbeit darauf hinzuwirken, daß das Ver- stäudnis für die großen nationalen Aufgaben der Gegenwart und die Seeintereffen des deutschen Volkes gefördert Oiupprecht". Der Kaiser antwortete: „Zch bin sehr erfreut, daß Eure königliche Hoheit das tzrotettorat^ über den bairischen Landesverband des Deutschen Flottenvereins übernommen haben, und danke herzlich für die Mitteilung. Mit großer Befriedigung hat erfüllt, daß die Aufgaben des Flottenvereins'auch un Baiernlande einen so begeisterten Widerhall gefunden hPrh^hUHb tbU\clrf) überzeugt, daß der bairische Landes- ?ondpr^ itnpnr königlichen Hoheit Protektorat in be- Ä J ? nV€ldler ^e für Erreichung des patrio- tifchen Zieles beitragen wird. Wilhelm." ' P Ausland. London 9 Mai. Aus dem heutigen Jahresbankett der Primrose-Liga sagte Salisbury, die Haltung der europäischen Regierungen gegenüber England sei, soviel er wisse, friedlich. Es könne nicht genug gesprochen werden von der sorgsamen ruhigen Neutralität aller Regierungen bei dem Kampfe in Südafrika, wozu sie von der Erwägung der Gerechtigkeit und des Friedens geleitet würden. Daraus folge aber nicht, daß England nicht Vorsichtsmaßregeln treffen solle. England könne nur seiner eigenen Kraft vertrauen. Salisbury fügte hinzu, daß diese seine Auslassungen nicht durch irgend etwas veranlaßt worden seien, was dem auswärtigen Amte Grund zu Besorgnissen gäbe. Es dürfe aber auch nicht übersehen werden, daß in zu vielen Ländern ein gewisser Teil der Bevölkerung in der Oeffentlichkeit nicht sehr be> deutend, aber sehr lärmend sei und sich von keinerlei Rück« sichten abhalten lasse, Großbritannien in Mißkredit zu bringen. Diese teilweise hervortretende Verbitterung gegen England, die völlig unerklärlich sei (?), könnte ein Anzeichen für eine tiefer gehende Stimmung sein, mit der England vielleicht eines Tages zu rechnen haben werde. Salisbury sprach dann über die Wehrverhältnisse Englands. Die allgemeine Dienstpflicht würde von den Engländern nicht angenommen werden, sie müßten Mittel und Wege finden, die sie befähigte.!, zu lernen, die Waffen zur eigenen Selbstverteidigung zu gebrauchen. Die Verteidigung des Landes sollte Sache des Volkes sein und nicht lediglich der Regierung überlassen werden. Dies müsse erreicht werden durch das allgemeine Bestreben und den allgemeinen Wunsch, das englische Volk zu einer bewaffneten Nation zu machen. Brüssel, 9. Mai. Mehreren Blättern zufolge soll König Leopold im Laufe des Juni sich nach London begeben, wo er Gast des Prinzen von Wales sein werde. Der Zweck der Reise sei noch unbekannt, doch vermutet man, daß sie auf Finanz- und Kolonialprojekte zurückzuführen sei. Paris, 9. Mai. Gegen die Verfügung des Handelsministers Millerand, wonach die Instandsetzungs-Arbeiten in der Weltausstellung am 12. Mai beendet sein müssen, haben die Interessenten Protest erhoben. Dieselben erklären, daß die Verspätung auf den General- Kommissar zurückzuführen sei, der das Ausstellungs-Terrain nicht zur rechten Zeit zur Verfügung gestellt habe. Die Unterzeichner dieses Protestes verlangen eine materielle Unterstützung der Ausstellungsbeamten seitens des Staates oder nur eine solche seitens der einzelnen Gruppen. — Heute begann vor der 10. Kassationskammer die Verhandlung im Spionageprozeß Philipp. Wie erinnerlich, hat Philipp dem englischen Botschafter angeboten, gegen 25000 Francs diesem wichtige Enthüllungen über die Kriegsoperationen Transvaals und viele wichtige Dokumente aus der Transvaalgesandtschaft und von Dr. LeydS zu liefern. Die verhörten Zeugen versicherten, Philipp sei ein Schwindler, der bereits mehrere Unterschlagungen begangen habe. Seine Opfer seien zahlreich. Einer der Direktoren des Marineministeriums versicherte, Philipp sei nicht in der Lage gewesen, die versprochenen Schriftstücke zu kennen und herauszugeben. Er sei deshalb nicht wegen Spionage, sondern wegen versuchter Unterschlagung ab> zuurteilen. Der Staatsanwalt verlangte in seiner Anklagerede eine besonders strenge Strafe für den Angeklagten. Philipp wurde in contumaciam zu 4 Jahren Gefängnis und 100 Mk. Geldstrafe verurteilt. — Das Amtsblatt veröffentlicht heute das Gesetz, durch das die zwischen Deutschland und Frankreich abgeschlossene Uebereinkunft, betr. den telephonischen Verkehr, genehmigt wird. Madrid, 9. Mai. Mit größter Einmütigkeit wurde von den Handelskreisen die Schließung der Geschäfte für morgen von 1 bis 8 Uhr abends beschlossen. Die Fabriken werden still stehen, ebenso die Schlachthäuser, Stadtbahnen u. s. w. geschlossen werden. Die Regierung traf große polizeiliche und militärische Maßnahmen. Katalonien "findet sich in bedenklichster Aufregung. Die Krisengerüchte dauern fort. Barceloua, 9. Mai. Der Minister des Innern, Dato, der nach Tarrasa (Provinz Barcelona) gekommen war, um die dortigen Fabriken zu besichtigen, mußte in* olge lärmender Kundgebungen schleunigst wieder abreisen. Man warf mit Steinen nach dem Minister und seinen Begleitern. Ersterer und der Marquis Portago erlitten Verletzungen. Wien, 9. Mai. Abgeordnetenhaus. Zu Beginn der Sitzung kam es zu einer längeren Diskussion über die gestrigen Lärmszenen. Herold verlangt Schutz für >as herabgekommene Haus, da gestern mit Gewalt gedroht wurde. StranSky protestiert gegen das rohe Vorgehen, indem er gestern von Bielonlawek und Gregorig mit „jüdischem Lump" und „schäbiger Jud" beschimpft wurde. Kaiser verweist auf die Vorgänge im böhmischen Landtage, und beschwert sich über die Brutalität bei der gestrigen Räumung der Galerie. Die Reden wurden mit türmischen Zwischenrufen begleitet. Der Präsident er- lärt, er habe keine Exekutivgewalt und sei ohnmächtig gegenüber den Beschimpfungen. Er empfiehlt im Interesse >es wahren Parlamentarismus, den vorliegenden Antrag auf Abänderung der Geschäftsordnung sofort zu ver- -andeln. — Seit gestern sind an der hiesigen Universität ernste Konflikte zwischen den deutsch-nationalen und klerikalen Studenten ausgebrochen, die heute mittag zu einer Schlägerei führten. Die Polizei mußte einschreiten und mehrere Verhaftungen vornehmen. Line zeitweilige Schließung der Universität ist wahr- cheinlich. Konstantinopel, 9. Mai. Der amerikanische Ge- chäftsträger Kapitän Lloyd Griskom überreichte leute der Pforte eine zweite energische Note, um )ie baldige Erfüllung der Forderungen Amerikas in betreff der Entschädigung der bei den Metzeleien in Armenien ge- chädigten Missionare durchzusetzen. Erst wenn die Pforte mch diese Note gleich der ersten dilatorisch behandelt, wird )ie Washingtoner Regierung zuverlässigen Informationen zufolge ein Ultimatum stellen. an »T *??ische Oberkommissar in Egypten, Ghazi- JJiuttat Pascha hat das aus fünf Sekretären bestehende Personal des Oberkommissariats in Kairo nach Konstantinopel gesandt, und zugleich seine Bureaux in Kairo geschlossen, weil von seinem Gehalt 20,000 Pfund rückständig sind, und sein Personal seit einem Jahre keine Gage erhalten hat. Muktar droht seinen Posten verlassen, und sich nach Europa begeben zu wollen. Seinem Personal wurde bei der Ankunft in Kon stantinopel die halbjährige Gage ausgezahlt und dasselbe dann auf Befehl des Sultans auf dem heute nach Egypten abgehenden Dampfer wieder nach Kairo eingeschifft. New-York, 9. Mai. Aus Washington wird berichtet daß in einer geheimen Sitzung des Senats die Einführung eines neuen Projektils für die Marine beschlossen worden ist. Zum Ausbruch des Vesuvs v $ $ D^lvlVAO Nach Meldungen aus Neapel zeigen sich seit einigen Tagen auf dem Vesuv, dem einzigen Vulkan des Festlandes von Europa, vulkanische Eruptionen, die an Stärke weit den letzten Ausbruch des Vesuv im Jahre 1872 übertreffen sollen. Der Anblick von Neapel soll großartig sein. Zur Orientierung für unsere Leser veröffentlichen wir eine Skizze von den Ortschaften in der Nähe des Vesuvs, eine Abbildung von Neapel und dem Vesuv werden wir in der nächsten Nummer bringen. Von Neapel führen schöne Straßen und Eisenbahnen nach Portici am Fuße des Vesuv. Bei Resina zweigt eine Straße ab, die zum Observatorium führt, das in ungefähr halber Kraterhöhe liegt (610 m). Von hier aus führt eine Drahtseilbahn auf den 1282 m hohen Kegel. Gegenwärtig ist die Drahtseilbahn durch ausströmende Lava sehr gefährdet. In der Nähe von Resina am Fuße des Berges und am Golf liegt Torre del Greco mit den Ruinen des alten Herkulanum, das 79 v. Ehr. der Lava zum Opfer fiel. Die Bewohner von Torre del Greco sind in großer Sorge, daß ihnen das gleiche Schicksal bevorsteht und verlassen bereits die Stadt. Am Südabhange liegt das alte Pompeji, gleichfalls 79 v. Ehr. verschüttet und in der Nähe Annunciata. Noch weiter südlich liegt das reizende Castellamare (Stabiae), von wo aus man einen reizenden Blick auf Neapel und den Vesuv genießt. Aus Stadt und Land. *♦ Auszeichnungen. Wie wir hören, hat Seine König! Hoheit der Groß Herzog heute früh dem Bildhauer Ludwig Habich das Philippskreuz 1. Klasse, dem Stadtverordneten Kirch das Philippskreuz 2. Klaffe verliehen. *• Selbstmordversuch. Als vorgestern Mittag der P e r- sonenzug Kassel-Frankfurt in der Nähe von Vilbel sich befand, sprang plötzlich ein anständig gekleideter Passagier vom Zuge aus direkt in die Nidda. Bahnbeamte fanden ihn mit schweren Verletzungen, aber lebend vor, und sorgten für Aufnahme in das Vilbeler Krankenhaus. Ob der Mann plötzlich irrsinnig geworden oder lebensmüde war, ist noch nicht festqestellt. Den angestellten Ermittelungen zufolge heißt er Wilhelm Franke, ist Wasserbauwart aus Barby, Kreis Magdeburg, 56 Jahre, und verheiratet. Darmstadt, 9. Mai. Der Handelsverein hielt am Dienstag im Kaisersaal feine 36. Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Fröhlich teilte zum Geschäftsbericht mit, daß Handel und Industrie im letzten Jahre einen weiteren erfreulichen Aufschwung genommen habe. Deshalb müsse man aber stets gegen die Feinde auf der Hut sein. Insbesondere gelte dies, wie es im „D. T." heißt, gegenüber den Agrariern, welche die Gesetzgebung sehr in Anspruch nähmen und es fertig gebracht hätten, daß über Nacht aus dem Fleischbeschaugesetz ein Fleischeinfuhrverbot geworden sei. ES sei dringend zu hoffen, daß die Regierung solchen Bestrebungen gegenüber fest bleibe. Der mißliche Anschluß nach Oberhessen habe Gelegenheit zu Schritten bei der Frankfurter Eisenbahndirektion gegeben, leider aber ohne Erfolg — denn diese habe erklärt, die Main - Neckar - Bahn müsse mit Maßregeln beginnen. Dies sei aber bekanntlich unmöglich, da diese Bahn von dem Anschluß aus dem Süden abhängig sei. In Betreff der hiesigen Bahnhofsfrage hat der Vorsitzende gehört, daß bereits die Pläne für einen neuen Bahnhof Darmstadt an der alten Stelle ausgearbeitet würden. Die neue Anlage dürfte 6 Millionen Mark kosten. Nach Süden hin wird ein Damm aufgeführt und vom Hotel Köhler ab die Rheinstraße etwas tiefer gelegt, hierdurch sei es möglich, eine Unterführung zu schaffen. Durch die Neuerung werde die Zentralwerkstätte und diejenige der Main-Neckar-Bahn nach Mainz verlegt werden. Letzteres würde eine schwere Schädigung unserer Stadt -l- Ä S-°' I,iig!"d «« «M * Ä M in 9 Tä ft. 115' Winandeur u S Minent Nr. ObiWant i der * ii. Edler v.-> MginM oer 2. Großh. ^l Geppert, so Gebhardt r Hioßh. HW Silian, die. wirtschaft, Ha Oberregierunc Landeskulturr RevisionsLror den Direktor MchmS D TchMing minifter Rc empfing be russischen L Audienz. — gestern nachm Hierher, und i ihrer Begleite sowie Herr Bc Sonigl. Hoheit Mainz. £ netenversar das Gütende sonders von tt \tv worden. Men der Stand der $ daß sich an i entwickelt ha! meinden der empfindlicher dies die söge einigen Jahrei Weise hervvrt dn O !• WIM die Fvrtsetz Münden, in den Bo Verlängern! Sirchhain-H Hain und F vrterung de- in dem dH baS Landech Holzreichtum nehmen alle1 Ä Rückst »ersrode Wa »egen 'oI? auf ber Rttit Prgj Terrain unt würde dieses somit eine d Ad°n unfei Mssen, l.i 01 Lan Manern Reiber ’Iä er bas n S dem btit Xte »0*^9« ds. tu ist und bleibt der > und ausgiebigste Kaffee-Zusatz. inal-Marke in Dosen.) ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In SanderShausen schlug der Blitz in die Kirche ein. Ein Teil des Daches wurde zerstört. Mehrere Balken sind stark angebrannt und die Thür zertrümmert. — In Melsungen hat ein Wolkenbruch großen Schaden angerichtet. Durch die Fritzlarer Straße über den Markt ergossen sich die Wassermassen, viele Gegenstände mit sich sortreißend. Der Blitz hat an 3 Stellen, jedoch ohne zu zünden oder Menschen zu gefährden, eingeschlagen. — In der Nacht zum Montag ereignete sich in Mannheim im Saale des Gasthauses zum „Schwarzen Lamm", wo ein Ball der Meß-Handelsleute stattfand, ein tragischer Zwischenfall. Eine Frau fiel, nachdem sie zweimal herumgetanzt hatte, um und war sofort tot. Es wurde ärztlicherseits festgestellt, daß der Tod infolge des starken Schnürens eingetreten war. — In Fränkisch-Krumbach wiegt das bekannte „Dicke Schorgche" von dort bereits 425 Pfund. — In Fulda hat man am Tage der Volljährigkeitserklärung des deutschen Kronprinzen den ersten Schritt zur Errichtung eines Denkmals für Kaiser Friedrich gethan. Die Kosten des Denk- mals werden 50 000 Mk. überschreiten. 5> Vermischtes. • Der Mord an der Gastwirtin WitweFielitz 1 in Alt-Buchhorst, der im August vorigen Jahres großes Aufsehen erregte, bleibt ungesühnt. Das Dienstmädchen Bertha Schröter, das bei der alten Mutter Fielitz in Stellung war, und nach geraumer Zeit als die Mörderin von einem Gendarmen ermittelt wurde, machte den Nnter- suchungsbehörden ungemein viel zu schaffen. Bald legte sie ein unumwundenes Geständnis ab, bald widerrief sie es es wieder, und wollte von dem Morde überhaupt nichts wissen, bald gab sie nur zu, ihre Dienstherrin im Streite erschlagen zu haben. Schließlich tauchen Zweifel an ihrer Zurechnungsfähigkeit auf, und die Mörderin wurde zur Beobachtung auf ihren Geisteszustand einer Anstalt überwiesen. Nach Beendigung der Untersuchung brachte man sie vor kurzem in das Untersuchnngsgefängnis zurück. Auf Grund des ärztlichen Gutachtens ist nunmehr das Verfahren gegen sie eingestellt worden. Das Mädchen ist unheilbar geisteskrank, und kann für die That nicht verantwortlich gemacht werden. Es wird jetzt als gemeingefährlich einer JrrenanfNlt überwiesen. * Rostock, 9. Mai. Der hiesige hochangesehene Rechtsanwalt Kortüm vergiftete sich in Lugano. Seine bisher festgestellten Passiva betragen nahezu 500,000 Mk. Aktiva sind kaum vorhanden. * Stolp i. P., 9. Mai. Vor dem Lebaer Hafen sind heute früh bei Nordsturm vier Kutter gekentert. Sämtliche Mannschaften sind ertrunken. ES fehlen noch mehrere Kutter. » Melbourne, 9. Mai. Das Segelschiff „Sierra Nevada," welches sich auf der Fahrt von Liverpool nach Melbourne befand, ist vor den Heads gescheitert. Nur fünf Personen der Mannschaft wurden gerettet, zweiundzwanzig, darunter der Kapitän, dürften umgekommen sein. Ardrüerbewrsunz. Mainz, 9. Mai. Die Lohnbewegungen scheinen in diesem Jahre kein Ende nehmen zu wollen. In zwei Branchen stehen wieder Streike bevor. Einmal bei den in der Beleuchtungsindustrie beschäftigten Arbeitern, und zum zweiten sind die hiesigen Barbier- und Friseurgehilfen mit ihrem Lohn und ihrer Behandlung auch nicht mehr zufrieden. Bei der Beleuchtungsindustrie haben es die Fabrikanten abgelehnt, mit der sogenannten Lohnkommission der Arbeiter in Unterhandlungen zu treten, vorgeblich weil in ihren Werkstätten die Arbeiter mit ihrer Löhnung vollständig zufrieden seien. Letztere Behauptung wird von der Lohnkommission als unzutreffend bezeichnet, und treten einstweilen den Montag die sämtlichen Arbeiter von drei größeren Fabriken in den Ausstand. Bei den Barbier- und Friseurgehilfen schweben einstweilen noch Verhandlungen mit den Meistern doch ist man auf dieser Seite auch fest entschlossen, zu streiken, wenn man die Forderungen nicht bewilligt erhält. Gerichtssaal. Frankfurt a. M., 8. Mai. Ein Flohprozeß. Ein Wiesbadener Hausbesitzer klagt gegen eine Mieterin auf Schadenersatz, iirdem er behauptet, die Beklagte habe durch ihren Neufundländer Hund die Wo h n u n g derart mit Flöhen verseucht, daß der Zimmer- boden aufgerissen werden mußte, und die Wohnung lange Zeit leer gestanden hatte. Tie Beklagte dagegen behauptet, sie habe die Wohnung verseucht angctroffcn, vermutlich durch den als Füllmaterial verwenpeten Bauschutt. Das Oberlandesgericht, dem die Klage zur Entscheidung letzt vorliegt, erhob eingehenden Beweis und ein Gutachten durch den Professor von der Universität zu Halle, Dr. Taschenberg. Ter Gutachter kommt zu dem Schluffe, es sei mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß die Flöhe sich in einer Zeit ungestörter Entwickelung vor dem Einzug der Beklagten in dem vorhandenen Uebermaß vermehrt hätten. Tas Urteil ergeht in acht Tagen. Nordhausen, 9. Mai Der bisherige Rektor Scheer hier wurde heute von der hiesigen Strafkammer wegen Unterschlagung beträchtlicher Summen von Schulsparkassengeldern zu 4 Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Fürth, 7. Mai. Vor der Straf k a m m e r standen jüngst angeklagt eines Vergehens w i der die Religion der Rechtspraktikant Gg. Bergmüller, Stnd. phar. Karl Arnold, Kand. chem. Leo van Gemper und Kand. Phil. Frz. Murrach. 9cad) der Anklageschrift sind sie verdächtig, mit mehreren anderen bisher nicht ermittelten Personen i öffentliche Einrichtungen und Gebräuche der katholischen K-irche beschimpft zu haben, indem fie am 1. Juni 1899, dem Fronleichnamstage, nachts gegen 10 Uhr, in der Absicht, die Fronleichnamsprozession nad)zuahmen und lächerlich zu machen, in Erlangen einen Umzug von der Ohmstraße durchhieMarquardsen-'stind Luitpoldstraßezur Ohmstraße zurück veranstalteten. Tem Zuge voraus gingen drei dem Namen nad) nicht bekannt gewordene Studenten, die offenbar den Pfarrer und die Ministranten darstellten, während die übrigen Teilnehmer, darunter die vier Angeklagten, sich paarweise anschlossen. Der den Pfarrer darstellende Student hatte sein Haupt mit einer weißen Mutze bedeckt und über seine Schultern ein weißes Betttuch ge- I breitet: außerdem trug er einen Besen in der Hand, den er zuweilen in einen mit Bier oder Wasser gefüllten Eimer, I den einer der darstellenden Ministranten trug, eintauchte I und wie mit einem Weihwedel die Umstehenden anspritzte. I Der Begleiter des dqn Pfarrer darstellenden Studenten I trug den Zipfel des von diesem umgeworfenen LeintpcheS. I Während des ganzen Umzuges sprach der den Priester dar- I stellende Student lateinische, dem katholischen Gottesdienste entnommene Worte vor sich hin. Die Studenten, die als I Ministranten verkleidet den Pfarrer begleiteten, respon- I dierten. Soweit die Anklage, deren Richtigkeit durch eine I Reihe von Zeugen bestätigt wird, während andere Zeugen I den Vorgang in milderem Lichte darstellen. Die Ange- I klagten bestreiten nicht, an dem Umzüge teilgenommen I zu 'haben, wollen sich aber nicht bewußt gewesen sein, daß I es sich um die Verspottung der katholischen Kirche handle. I Nach ihrer Darstellung sind lateinische Worte nicht gefallen, I gesungen wurden lediglich Studentenlieder. Die Staats- I anwaltschaft hielt die Anklage im vollen Umfange aufrecht I und beantragte gegen jeden der Angeschuldigten acht Tage I Gefängnis. Das Urteil lautete auf Freisprechung. Die I Urteilsgründe besagen: es sei nicht erwiesen, daß die An- I geschuldeten es waren, die eine symbolische Handlung vor- I nahmen, z. B. das Umhängen des Leintuches, das Be- I sprengen mit dem eingetauchten Besen nsw.; ferner erscheine deren Darlegung nicht unglaubwürdig, daß sie als I akademische Bürger auf einen so rohen Scherz nicht ein- I gegangen wären. bedeuten, auch ohne Zweifel bei dem Charakter von Mainz | als Festung unzweckmäßig sein, daher werde man sich so I viel als möglich gegen das Projekt wehren. Mit Be- I dauern hat der Verein vernommen, daß der Finanz- I Minister einer Vollbahn Darmstadt—Oppenheim I abhold ist und den Bau einer Verbindungsbahn der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft Überlassen will. Eine I solche „kleine Ludwigsbahn" kann aber unmöglich als genügend erachtet werden, den Jntereffen, welche obwalten, genügt allein eine normalspurige staatliche Voübahn. ^n I Diefer Ueberzeugung gi-bl sich der V-r-in der Erwartung hin daß die Landtagsabgeordneten der beteiligten Gegenden zeitig dem Landtag einen Initiativantrag wegen Erbauung einer Vollbahn vorlegen. Darmstadt, 9. Mai. Der Groß Herzog empfing am 8 Mai in Jagdschloß Wolfsgarten den Oberbürgermeister Morneweg und den Forstmeister Klump von Langen, am 9. Mai den Generalmajor v. Daum, Kommandant I der Stadt Darmstadt, den Oberst v. Hartmann, Kommandeur des 1. Großh. Infanterie- (Leibgarde-) Regiments Nr. 115, den Oberstleutnant v. Krosigk, Bataillons- 1 kommandeur und den Hauptmann Frhrn. v. Graß, Kom- pagniechef von demselben Regiment, den Major Kl ein - schmit, Abteilungskommandeur im 1. Großh. Feldartillerie- Regiment Nr. 25 (Großherzogliches Artillerie-Corps), den Oberleutnant Frhrn. v. Hirsch berg, sowie die Leutnants der Reserve Krug v. Nidda, Strack, Schenck, Ritter u. Edler v. Mansch aw und Spam er von demselben Regiment, den Major Carp, Abteilungskommandeur im 2. Großh. Feld-Artillerie-Regiment Nr. 61, den Leutnant I Geppert, sowie die Leutnants der Reserve Engels, I Gebhardt und Brill von demselben Regiment, den I Großh. Hessischen Eisenbahn-Bau- und Betriebs-Inspektor I Kilian, die Herren der Ministerial-Abteilung für Land- I wirtschaft, Handel und Gewerbe: Ministerialrat Braun, I Oberregierungsrat Nover, Regierungsrat Dr. Usinger, I Landeskulturrat Dr. Klaas, Landes Oekonomierat Müller, | Revisionsgeometer Engroff und RechnungSrat Petri, den Direktor der Kunst- und historischen Sammlungen des Museums Dr. Back, den Eisenbahn-Bau-BetriebS-Jnspektor I Schilling von Simmern; zum Vortrag den Staats- | Minister Rothe und den Kabinettsrat Röm Held. Ferner empfing der Großherzog um 11% Uhr den Kaiserlich russischen Ministerresidenten v. Ozeroff in besonderer Audienz. — Ihre König!. Hoh. die Großherzogin kam gestern nachmittag von Wolfsgarten auf einige Stunden hierher, und nahm im Neuen Palais den Thee ein. In ihrer Begleitung befanden sich Frl. Paffavant, Frl. Grancy, sowie Herr Baron von Riedesel. Gegen Abend fuhr Ihre Königl. Hoheit wieder nach Wolfsgarten zurück. Mainz, 9. Mai. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung teilte der Vorsitzende mit, daß für das Gutenbergmuseum die Gaben sehr zahlreich, besonders von den im Auslande letfenben Mainzern eiu- liefen; es seien jetzt schon Mk. 80-90000 gezeichnet worden. ~ . △ Aus Rheinhessen, 9. Mar. AuS allen Weingau- gebieten der ganzen Provinz liegen über den trefflichen Stand der Weinberge Nachrichten vor und insbesondere, daß sich an den Reben bereits allerorts kräftige Gescheme entwickelt haben. — In den Spargelzucht treibenden Gemeinden der diesseitigen Provinz macht sich eben em empfindlicher Feind der Spargel sehr ^cr^r- dies die sogenannte Spargelfliege, welche sich erst vor | einigen Jahren gezeigt hat, die aber heuer m beängstigender Weise hervortritt. ,. .. _ m. Aus dem Wohrathal, 8. Mai. Nachdem die Teil- I strecke der Ohmthalbahn Kirchhain-Schweinsberg bereits seit ; 1 April d. I. dem Verkehr übergeben ist und am 1. Okt. d. I. die Fortsetzung der Ohmthalbahn, Landesgrenze-Nieder- , qemünben, dem Betrieb übergeben wird, tritt immermehr in den Vordergrund des allgemeinen Interesses die als Verlängerung der Ohmthalbahn zu betrachtende Strecke Kirchhain-Haina-Frankeuberg. In den beiden Kreisen Kirchhain und Frankenberg beschäftigt man sich lebhaft mit Erörterung des fraglichen Projektes. Vor allen Dingen soll in dem bahnarmen Kreis Frankenberg bei einem Bahnbau das Landeshospital Haina und das Hamagebirge mit seinem Holzreichtum dem Schienennetz angegliedert werden. Darauf nehmen alle Projekte, und deren giebt es eine ganze An- Ml Rücksicht. Als Ausgangspunkte werden Treysa, siimmersrode und Wildungen genannt. Diese Hrojelte haben wegen Terrainschwierigkeiten und Kosten ohne Er- sola auf der Tagesordnung gestanden. DaS ,etzt in Frage stehende Projekt Kirchhain:Haina-Frankenberg ist in Volks- wirtschaftlicher Beziehung daS zweckmäßigste, ini Bezug auf Terrain und Kosten das günstigste und billigste. ES würde dieses die Fortsetzung der Ohmthalbahn bedeuten, und somit eine direkte Verbindung zwischen Westfalen und dem Süden unserer Provinz, da seit dem 1. Mai die Strecke Warburg-Corbach. Frankenberg-Marburg eröffnet ist, ge- schaffen. m. Langenstein bei Kirchhain, 8. Mai. Von einem bedauerlichen Unglück wurde die hiesige Familie Schneider betroffen. Ihr Lljähriger Sohn, welcher in -wrlohn in Stellung war, stürzte dort am Mittwochabend, vls er das nach außen sich öffnende Fenster schließen wollte, aus dem dritten Stock so unglücklich zur Erde daß der Tod sofort eintrat. Am nächsten Morgen fand man die erstarrte Leiche am Hause liegen. Die sofort angestellten Untersuchunaen ergaben, daß weder Selbstmord noch em Racheakt die Todesursache sein konnten, sondern vielmehr ein unglücklicher Zufall dem gut beleumundeten, nüchternen und fleißigen jungen Manne das Leben raubte. Unter Be- .eiliguug fast der ganzen Gemeinde sand gestern die Beerdigung der von Westfalen nach hier gebrachten Leiche des jungen Mannes statt. naefi- i-H vvty/M/t tyVet'fiötätte. oXitcficnpfate 11 eKwkcnptaU 11, Berlin, 10. Mai. Die im Herrenhause vorbereitete Interpellation von Hertzberg wegen der angeblichen R i t u a l m o r d e ist am Widerstande der Mehrheit der Konservativen Fraktion des Herrenhauses gescheitert. Die „Deutsche Tageszeitung" dagegen hebt hervor, daß die Einbringung der Interpellation deshalb unterbleibt, weil die Regierung nicht in der Lage ist, über eine schwebende Angelegenheit Auskunft zu erteilen. London, 10. Mai. Der Marineminister hielt gestern eine Ansprache, in der er mitteilte, daß die englischen Marineaeschütze den Wert der französischen überstiegen. Er erklärte ferner, daß die englisckMi Explosivstoffe der Regierung volle Befriedigung (!) geben. Nichtsdestoweniger werde die Regierung ein Komitee, bestehend aus Ingenieuren und Gelehrten, zusammenberufen und es beauftragen, nachzuforschen, ob es notwendig sei, irgendwelche Aenderungen an den Marinegeschützen und Marinegeschossen vorzunehmen. Neapel, 10. Mai. Die Er uptionen des Vesuv nehmen an Gewalt z u. Das Observatorium ist von der telegraphischen Verbindung abgeschnitten. Die Lavastrome ergießen sich 150 Meter. Der Ausbruch der gewaltigen Massen beschränkt sich bis jetzt auf den Hauptkrater. Grotze Massen feuriger Schlacken werden auf ungeheure Entfernungen geschleudert. Die Einwohner der, ""Agenden Ortschaften befinden sich durch die fortgesetzten Erdstöße in großer Aufregung. Kandwirtschast. — In der Provinz Starkenburg waren un Jahre 1899 685,7 ha im Ertrag stehende Weinberge (und Weingärten), davon im Kreise Bensheim 352,6 ha, im Kreise Heppenheim 274 ha, im Kreise Dieburg 49,3 ha; nicht im Ertrag standen 38,5 ha, davon im Kreise Bensheim 27,6 ha, im Kreise Heppenheim 7,5 ha. Der Ertrag an Wein ergab in der Provinz im ganzen 2178,8 Hektoliter im Wert von 81,216 Mk., davon entfielen auf Kreis Bensheim 26,337 Mk., auf Kreis Heppenheim 47,360 Mk. In der Provinz Oberhessen gabs bei 13,7 ha Wein mit einem Ertrage von 40,5 Hektoliter und Wert von 1305 M!., in der Provinz Rheinhessen 11,168,9 ha im Ertrag stehende, 1247,9 ha nicht im Ertrag stehende, 200,051,4 Hektoliter im Wert von 8,134,765 Mk. LMo ""eit t® St Wen in Universität und Hochschule. Verschiedenes. Aus Freiburg i. Br. wird geschrieben: An der hiesigen Universität hat sich Dr. Wahl aus Mannheim als Privatdozent für Geschichte habilitiert. — In der medizinischen Fakultät der Universität Straßburg haben sich Dr. Landolt für Augenheilkunde und Dr. Funke für Geburtshilfe und Gynäkologie habilitiert — Gestern beging in München der Profeffor der Kinderheilkunde und Direktor des Kinderhospitals an der dortigen Universität, Dr. Heinrich Ranke, den 70. Geburtstag. Der Jubilar gehört der weitverzweigten Gelehrtenfamilie der Ranke an. Seit 1863 ist Profeffor Ranke in München thätig. Seine literarische Thätigkeit geht weit über sein Sonderfach hinaus. — Wie aus Jena gemeldet wird, hat Profeffor Schön einen Ruf an die juristische Fakultät in Göttingen erhalten, wird aber in seinem Lehramte an der Universität Jena verbleiben. Auch der Mathematiker Profeffor Gutzmer hat einen Ruf nach auswärts abgelehnt. — Man schreibt aus Zürich: Der Erbauer des LandeSmuseums, Stadtbaumeister Gustav Gull in Zürich, ist vom Bundesrate zum Profeffor der Architektur, insbesondere der Ornamentik, Stillehre und Komposition am eidgenössischen Polytechnikum dahier ernannt worden. — Wie mitgeteilt wird, ist Frl. Dr. phil. Goldmann aus Danzig, die in Leipzig Geschichte und Nationalökonomie studiert und im August v. I. in Zürich promoviert hat, seit kurzem in Wien am österreichischen Handelsmuseum angestellt, einem vom Staate unterhaltenen Institut zur Förderung des Außenhandels. Es ist das erstemal, daß eine akademisch gebildete Frau eine ihren Studien entsprechende Stellung erhalten hat. 6d»t W m Wham jt, broi W* ije verliehen, ittag der Per- ihe von Lubel kleidetet W nbeamte fanden vor, und N hauö. Ob bti lensBde war, Emittelungel. jetbauwart ati lerbeiratet. erein HM« etfammlWab> LfllD* 6t, ■ inW* *t 6®°*” ■aietuns V* „ijliie M“" sÄ-rl, .fei 3n iWiUAe ge' ■■SS- ” Mwirb!»' i „b vo« f»!.” gelt* 1«L A d>" Ecktkverde" Aad- ------ ch seit eich des Mntii . Stärke 12 übertrefftn qftin. ßur n mir eine tfuM, eine wir in btt i cen schöne 1 beft Vesuv. ' fnvtüvrim f § (610 mj. ! itn 1282 iE ’ ilbahn durch V c Nahe von l i liegt Torre L Mnm, dur Bewohner von aß ihnen das eits die Stadl, eichsalls 79 v. I Noch weiter iiae), von no nd den Besuk Seit Die Frist Mer und Autl •mtingtrt. Der bis Stempelsteuer i aus Grund H Mfytfuty fat, au( öffentlichen dir MW 'S Ito k. M gleichen Tun chumelden. Meldung vochhers, B Gießei £ PrMW hMM ■ . Ich h’ der Weidet 1- Juni d. junge Rin! Alter von lplb bis ei den und i das Herdbi können auf Men im Seibegelb t men Serben Die We « mit ' Lander per Stück 5.- M von 2( amtliche au kragt die Un , Die Tie ^Usschein i emeä chpr- Kxung der 2o. fei K» fot «■S sftS mJ 9en ^ardt- *" Mit Geübte 3444 ni abholen. 02070 3437 Alldtischks Gas- und WaffrmttK Gießen werden gesucht. 3351 Von wem? sagt die Expedition d. Bl. CJ Hvgiama Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. «ittka; für ben LnzeigrntüK Han» «t jiMMWnM Hl i et 13 e lud) p llcrnulvht^r*. w Capitalien Mn uevltiiufcii richtung von wertvoller Modelle Vorrätig in den Apotheken und Drogerien. Bitte Brief vom 3. Mai unter K, M. 36 den bewährteste« Koustrnktiorreu, Pissoirs, Waudbruuueu ia Gußeisen und Porzellan, Waschbecken, Kücheuausgüfseu, Garteuhydrauten usw. Klosetts, Wandbrunnen und Badeöfen können — durch Leitungs- anschlüsie in Tätigkeit gesetzt — bei uns gezeigt werden. Gießen, am 7. Mai 1900. 25 Wagen von ®/< cbm Inhalt und 7 Weichen werden billig sofort abgegeben. 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