tau ll> Ur. Amts« und Anzeigeblatt für den lCvci= Gieren ' wo Adam C.«*> ' *en, das geradezu in unseren Familien damals zu einer regelmäßig wiederkehrenden Tages- beschästigung geworden war, werden sich wohl noch manche erinnern. Und wie wenig hat sich dieses Verbandmaterial bewährt, und wie Unsinnig verfuhr man zuweilen in B-ezug auf die Leinwandstoffe, die man zu diesem Samariterwerk auswählte. Welche Fortschritte gerade nach dieser Richtung ge- nrrcht worden sind, lehrt ein Blick auf die Verbandstoff- ko-llektionen, die Binden, Watten, Bandagen, chirurgischen GAmmiwaren. ***toe, •DKbttto mb tratet*. 3r. 1. Graüsßeilasr«: Gießexrr Familienblätter, Der heWhe Kandmirt, Kätter Mr hessische valkskunde._________________ Ke;«g,pret« vierteljährl. Mk 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohnz durch die AbholestrS« vierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr«, mk Bestellgeld. Gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Zwicker, silberner Ning, 1 Taschenmesser, 1 Rosenkranz und schwarzer Rock. Gießen, am 10. März 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. Adreff« für Depeschen: Anzeiger chttßMa Fernsprecher Nr. 61. Die Werd« bw Anzeiger ta IM** mk .Heß. ■. Möt-e Oe kf K-lkrkunbe" * Politische Wochenschau. Gießen, 10. März 1900. Das Bemerkenswerteste auf dem Gebiete unserer inneren Politik sind jedenfalls die an allen bedeutenden Orten statt- »♦* ln ** \MBmbca So« «fch«wenden Numm« M vsrm. X) Uhr. '' ' g- jpäteßrnS tmrhrr. Bekanntmachung. Betreffend: Maul- nnd Klauenseuche. Nachdem die Seuche zu Nieder-Breidenbach, Kreis Alsfeld, erloschen ist, sind die angeordneten Sperr- uiaßregeln wieder aufgehoben worden. Die Seuche in Fronhausen, Kreis Marburg, ist erloschen und die angeordneten Sperrmaßregeln aufgehoben worden. Die Seuche ist in Werd orf, Kreis Wetzlar, erloschen. In Dornholzhausen, Kreis Wetzlar, ist die Seuche amtlich festgestellt worden. Gießen, den 9. März 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. ' Me«. «rehaua) iau). d (nichtnum.) z Maaikalienhandlong «Uhr an der Kasse Gießener Anzeiger General-Anzeiger r Itll naug 11,8 Stockholm Gießen, am 8. März 1900. «etr.: Die Ausfertigung der Brandversicherungsanträge. DaS Grotzherzogliche Kreisamt Gießen ee tzte Grotzh. Bürgermeistereie« des »reifes. Es ist in der letzten Zeit wiederholt vorgekommen, daß bei den von Bürgermeistereien vorgenommenen Beglaubig- angen von Namensunterschriften auf Brandversicherungs- Anträgen und Schätzungen Stempelmarken verwendet worden sind. Wir weisen Sie demgegenüber daraufhin, daß nach Artikel 66 des Gesetzes vom 28. September 1890 in der Fassung vom 30. September 1899 (Reg.-Bl. von 1899 Seite 723) alle aus Brandversicherungsangelegenheiteu sich beziehenden Verhandlungen von Stempel und Gebühren befreit sind und auch nach Art. 7 letzter Absatz des Urtundenstempelgesetzes vom 12. August 1899 fernerhin von solchen befreit bleiben. v. Bechtold. entziehen, und deshalb erfand die gütige Fee das sogen. „Reform-Korsett". In sehr hübschen, geradezu idealen Exemplaren präsentiert sich dasselbe in der Frankfurter Ausstellungshalle. Neben der Frankfurter Firma Löhren, die mit einer Kollektion Büstenhalter, die statt der Stäbchen Kordeleinlagen enthalten, auf dem Plan erschienen ist, zieht die Firma Koch und Eichenauer in Gießen mit ihrem preisgekrönten „Turnmieder" die Aufmerksamkeit auf sich. Zweihundertachtundvierzig Aussteller nennt der Katalog. Unter diesen befinden sich natürlich verschiedene Anstalten, Vereine, Gesellschaften. Aber es ist doch erstaunlich, daß eine solche Fülle auf einen verhältnismäßig engen Raum so gut und übersichtlich gruppiert, hat untergebracht werden können! Die „Landwirtschaftliche Halle" liegt in dem uneleganten Viertel Frankfurts, und die Ostendstraße hat selten Gelegenheit im Laufe eines Tages die Auffahrt so vieler glänzender Equipagen zu beobachten: denn es scheint, als nähme gerade die obere Schicht der Gesellschaft ein besonderes Interesse an dieser Ausstellung, deren Charakter jeden sogenannten „amüsanten" Zweig äusschließt. Es läßt sich nicht vermeiden, daß es auch etwas „medizinisch" in der Halle riecht. Die aufgestapelten Verbandszeuge, die Streckbetten-, Wasch- und Operationsapparate verbreiten die eigentümliche Hospitalatmosphäre, die jeder genau wieder erkennt, der sie einmal intensiv in seine Geruchsnerven ausgenommen hat. Deshalb refüsieren wir auch nicht, wenn einer der Aussteller wie die Val. Die hl - sche Firma, Eiserne Hand, uns ein Gläschen des selbstgekelterten griechischen Rotwein (Trauben aus Korfu) zur Erfrischung kredenzt, oder die liebenswürdige Vertreterin des Kathreiner Malzkaffees uns zu einem Pröbchen einlädt, uns dabei die Vorzüge des von „Coffein befreiten Getränks ebenso gewandt als einleuchtend cm-em- andersetzend. ~ ' findenden Protestversammlungen gegen die famose lex Heintze. Nord und Süd, Ost und West reichen sich die Hände, um gemeinsam zu opponieren gegen jene Bestimmungen, die geeignet sind, der Kunst und der Wiffen- schaft ein Bein zu stellen und die Polizei als Kritikerin unseres ganzen geistigen Lebens einzusetzen. Ob freilich alle diese Proteste einen Erfolg haben werden? Man kann kaum noch hoffen, daß im Reichstage sich eine Mehrheit finden werde, welche der Reaktion das Handwerk legt, und ob vom Bundesrate erwartet werden darf, daß er etwaigen rückschrittlichen Beschlüssen deS Reichstags seine Genehmigung ] versagt; ist sehr fraglich. Neben dieser unser geistiges Leben berührenden Angelegenheit ist es hauptsächlich eine Magenfrage, welche gegenwärtig das Interesse in Anspruch nimmt: wir meinen das Fleischbeschaugesetz. Welche Wichtigkeit demselben beigemessen wird, geht daraus hervor, daß der Kaiser sich mehrfach über die Sache Vortrag halten ließ und seiner Willensmeinung dahin Ausdruck gegeben hat, daß nicht etwa einseitige Jntereffen bei der Erledigung berücksichtigt werden sollen, sondern daß nach allen Richtungen hin eine Prüfung über die Zweckmäßigkeitsfrage stattzufinden habe. Die Verhandlungen haben auch insofern ein Interesse, als sie einen Vorgeschmack geben von den in der nächsten Legislaturperiode bevorstehenden Debatten über die Verlängerung der Handelsverträge. In allernächster Zeit sollen die Beratungen der Kommission über das Flottengesetz beginnen. Noch immer zeigt sich das Zentrum sehr spröde und abweisend. Welchen Kaufpreis wird die Regierung bewilligen müffen, um die Zustimmung der ausschlaggebenden Partei zu erhalten! Vom südafrikanischen Kriegsschauplätze lagen in letzter Woche wichtige Meldungen nicht vor; die einlausenden Nachrichten lassen einen richtigen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Dinge kaum zu. Wohl haben sich die Buren weiter zurückgezogen, aber niemand weiß, ob dies einem wohldurchdachten Plane oder der Geschicklichkeit Lord Roberts, des englischen Oberkommandierenden, zuzuschreiben ist. Die Engländer sind siegesgewiß, die Buren dagegen verzagen nicht! John Bull läßt sich die Sache viel kosten, und das englische Parlament hat viele Millionen bewilligt zur Fortführung des Krieges. Aber wenn erst die neuen Steueransätze zu wirken beginnen, dann dürfte doch eine Ernüchterung eintreten. Jedenfalls fühlt man sich in St. James nicht sehr wohl, man befürchtet mit Recht allerhand Unheil, das sich für England aus dem Kriege noch ergeben wird. Bang schaut der Brite nach Osten, wo um Herat sich allerlei Gewölk zusammenzieht, das sich sehr leicht zu einem schweren Gewitter verdichten kann. In Frankreich und Italien hatten die Ministe- rien in den letzten Tagen eine Feuerprobe zu bestehen. Hart war der Ansturm in den Parlamenten, aber die Regierungen gingen doch siegreich aus dem Kampfe hervor. Die übrigen Ereigniffe auf dem Welttheater haben nicht die Bedeutung, daß wir sie hier eingehender zu beleuchten brauchten. * Vom Kriegsschauplatz. Die Strategen an den Redaktion-- und anderen Tischen sind sich noch nicht einig über die Bedeutung des Rückzuges bet Buren am Modderfluß. Die einen sagen: die Buren sind nicht imstande, den englischen Vormarsch auf Bloemfontein zu verhindern; das Terrain am Modderflusse ist ungünstig für die Fechtweise, und überdies sind ihnen die englischen Truppen an Zahl sehr überlegen. Die anderen — und ihnen möchten wir Recht geben — fragen: wie ist es nur denkbar, daß die Buren so ungünstige Stellungen wählten, wie ist es glaublich, daß sie garnicht mit der Möglichkeit einer Umgehung ihrer Flanken rechneten, und was hat Roberts' Sieg zu bedeuten, wenn er Bloemfontein nicht bereits in seine Hand geliefert hat? Aller Wahrscheinlichkeit nach war es nicht das Gros der Buren, das in vollständiger Flucht davongejagt wurde, sondern nur ein vorgeschobener Teil der bnrischen Westarmee, der die Aufgabe hatte, die Engländer nur noch weiter in« Innere zu ziehen, uud so deren Verproviantierung aufs äußerste zu erschweren. Die Hauptmacht der Buren unter General de Wet — dieser, nicht Joubert, kommandierte am Modder — steht jedenfalls weiter östlich in günstigen Positionen, unter denen der Aasvogel- Kop west nord-westlich von Bloemfontein eine große Rolle spielen dürfte. In England hatte man sich verschiedentlich von diesem nächsten Zusammenstoß zwischen der britischen Hauptarmee und den Buren einen durchgreifenden Erfolg versprochen, und wenn man auch nicht geradezu die Hoffnung aussprach, daß es gelingen würde, bei der Gelegenheit eine noch größere Zahl Buren als bei Koodoosrand gefangen zu nehmen, so meinte man doch: „Jedenfalls werden wir ihnen eine empfindliche Niederlage beibringen und eine große Zahl Gefangene machen.,, („Standard.") Diese Hoffnung ist nicht eingetroffen. Durchgreifend, so schreibt auch die „Köln. Ztg."„ ist der taktische Erfolg des Lords Roberts k eines- wegs, denn er hat den Gegner lediglich zur Aufhebung seiner Stellung veranlaßt, und ein strategischer Vorteil wäre nur dann errungen, wenn es in der That den Buren nicht möglich sein sollte, eine neue Position zur Deckung von Bloemfontein aufzunehmen, falls sie überhaupt, was noch keineswegs erwiesen ist, die Absicht haben, die Hauptstadt Welche Erleichterungen sind nunmehr für die Patienten bereit, welchen die Geduldsprobe eines längeren Krankenlagers bevorsteht. Die zerlegbare Sprungfedermatratze, die vor allem auch eine häufige Reinigung möglich macht, hält die glückliche Mitte zwischen dem zu „weich" und zu „hart" und ist viel leichter als die gewöhnliche. Wie sorglos Warman ehedem im Punkt der Bazillenübertragung! Wer entsinnt sich nicht des großen Gebrauchs, den man früher im Schlaf- und Krankenzimmer vom Bettschirm machte. Mit diesen Holz-, Pappgestellcn umschirmte und isolierte man das Bett thunlichst, sperrte womöglich jeden frischen Luftzug ab. War dann die Krankheit vorüber, so blieb der Bettschirm ruhig im Zimmer, man lieh ihn vielleicht auch noch an gute Freunde für anderweitige Bräune- und Scharlach-Vorkommnisse. An Desinfizierung dachte kaum ein Mensch! Was früher' das Fernliegende, ist jetzt das Nächstliegende geworden. In den „Zelten der Hygieia" kann mau sich eine Ansckauung davon verschaffen. Tie Desinfektions-Apparate, die für Reinigung der Waschapparate bestimmten Waschmaschinen und die Ausstellungsobjekte lehren, wie sehr der Blick des Arztes und des Krankenwärters sich im Laufe der Zeit für das Prophylaktische (Vorbeugende, Verhütende) geschärft hat. In der letzten Zeit hat das Kapitel „Frauenreform- Kleidung" die allseitigste Behandlung und das vielseitigste Interesse erfahren. Man begreift daher, daß ihm auch in dieser Ausstellung in der Ostendstraße ein Platz angewiesen wurde. Auf die große Rolle, die von jeher das Korsett, oder das „Mieder" oder der „Schnürleib" in der weiblichen Kleidung spielte, hat die Hygiene ihr besonderes Augenmerk äu richten. Alles, was in dem Wort und Begriff Schnürleib steckt, muß ihr natur- und gesundheitswidrig erscheinen. Harmloser lautet das Wort „Korsett". Eine Pariserin nannte es einmal: „Die Seele der Toilette". Die Hygieia ist nun bedacht, dieser „Seele" etwas von ihren entschieden schädlichen und giftigen Substanzen zu Feuilleton. Arünkfurter Arief. Ocigtl-.albrricht für den „Gießener Anzeiger-. (Nachdruck verboten.) In den Zelten der, Hygiene. In den Tagen, wo Bellona mit all ihren Furien aus südafrikanischer Erde ihr finsteres Regiment übt, ist man doppelt geneigt, den Blick dem Wesen der freundlichen, milden Gottheiten zuzuwenden, welche die Wunden der Menschheit heilen, ihre Schmerzen stillen, und den fieberlechzenden Lippen der Kranken den kühlen Trank der Er- quüfung reichen. Dieselbe Zeit, die rastlos geschäftig auf die Herstellung immer korrekter funktionierender Mordwaffen und Ferngeschütze sinnt, sie ist zugleich unermüdlich thütig, für Wundbehandlung, Vorbeugung ansteckender Krankheiten, Unterstützung vernünftiger Ernährung immer neue mit) probate Mittel ausfindig zu machen, die eine frühere Generation ebensowenig kannte, wie die Dum-Dum und ^ereint: ’ it gewordenen N* Ixsaog 8 Uhr> 6 B "en. Unr 5 it MM Vorßckktz, jLüKG. IlllM. mm: == Walton (2^[‘w ' auf Todenben Äuqflr ’S KM. Zauberparodisten. da tti alS Sukstreiin. i1 Rubens CaricatuttN'ZeiA- rsenbUdtt. w) Erna. g Käthchen iltiWiJW i dummen August ms lsgesülll. ikb-Orteßer. Mk, SMsch 1,11J unter wZahmdiM 8. Wallende, ür Kunst und Dießs.' aller. i»M Le. W r.r des Freistaate- zu decken. Tin erheblicher Erfolg der jüngsten Bewegung des Marschalls Roberts wäre erst dann zu verzeichnen, wenn eS ihm gelungen wäre, sich als trennenden Keil zwischen die Buren-Abteilungen an den Bahnlinien der Kapkolonie (nördlich von Colesberg und Stormberg) und das Gros der Buren einzuschieben. Diesen Sorten aber hätte Lord Roberts vielleicht sicherer, wenn auch nur unter Aufgebot größerer Opfer, dadurch erreicht, daß er in einem Frontangriff die Stellung der Buren durchstoßen und ihnen eine empfindliche Niederlage beigebracht hätte. Ob er das jetzt durch die Verfolgung bei der Erschöpfung seiner Kavallerie nachholen kann, erscheint mehr als fraglich. Jedenfalls aber steht jenem Vorteil der nicht zu unterschätzende Nachteil gegenüber, daß Lord Roberts sich immer weiter von seiner Basis entfernt, und daß die Schwierigkeiten des Munitionsnachschubs und der Verpflegung mit jedem Schritt vorwärts in dieser Richtung wachsen. Erft neuerdings erfahren wir, daß seine Truppen auch bisher unter diesen Schwierigkeiten schon beträchtlich zu leiden gehabt haben. So erwähnt der Berichterstatter Reuters gelegentlich, daß die Wegnahme des britischen Trains am Rielflusse (15. Februar) den britischen Truppen allerlei Entbehrungen auserlegte, sodaß sie sich aus der für die Pferde bestimmten Kleie einen Brei bereiten und Brod backen mußten, und die Intendantur gezwungen war, die Rationen erheblich zu verkürzen. Noch vom 5. März meldet der Berichterstatter der „Daily NewS", der Nachschub sei jetzt soweit gesichert, daß wieder Dreiviertel-Rationen aus' geteilt werden könnten. Daß bei dieser Knappheit der Nahrungsmittel die Pferde noch schlechter wegkamen als die Menschen, ist natürlich, und so unterläßt es denn kein Berichterstatter, den Vorzug eines kurzen Regengusses hervorzuheben, der frisches Gras hervortreibt und den Pferden Futter bringt. Mit schnellen Schritten naht aber die Zeit heran, wo der trockene Winter einsetzt und auf einen solchen Rückhalt an der Natur nicht mehr zu rechnen ist, und überdies betonen alle Meldungen, daß Nachschub für das mehr und mehr zusammenschrumpfende Pferdematerial das nächste und dringendste Bedürfnis sei. So schwer derartige Dinge aus der Ferne zu beurteilen sind und so leicht man sich einer Täuschung aussetzt, so kann man sich doch bei alledem des Eindrucks nicht erwehren, daß vorläufig die Taktik der Buren darauf abzielt, die britische Hauptarmee weiter und weiter von ihrer Basis abzuziehen und dadurch solche Schwierigkeiten für sie zu steigern. Um so notwendiger wird es für die Engländer sein, sich zunächst die von der Kapkolonie in denFreistaat str eb enden Bahnlinien zu sichern. Wie weit die darauf gerichteten Operationen der Generäle Clements bei Colesberg und Gatacre bei Dordrecht gediehen sind, läßt sich noch nicht klar erkennen. Die Buren sind zwar hier wie dort zurückgegangen, aber sie scheinen entschlossen, sowohl bei NorwalSpont den Engländern den Uebergang über den Oranjefluß streitig zu machen, wie auch die Linie Burghersdorp-Bethulie zu halten. Auch bei Dordrecht, östlich von Stormberg, stehen die Buren noch und haben in der letzten Zeit wieder einen Erfolg zu verzeichnen. Man berichtet: Prätoria, 6. März. („Reuter'S Bureau".) Amtlich wird berichtet, daß am letzten Sonntage ein Gefecht bei Dordrecht geliefert worden ist. Die Engländer wurden untergroßenVerlustenzurückgeschlagen, und drei Kanonen wurden von den Verbündeten erbeutet. Drei Buren wurden getötet, fünf verwundet. Die Kanonen können di; Buren, nach dem Verlust von fünf, übrigens unbrauchbar gemachten Geschützen, bei Koodoosrand sehr gut gebrauchen. Wir glauben, daß der Widerstand, welchen die Föderierten dem Vordringen der Engländer im Norden der Kapkolonie entgegensetzen, eher stärker als schwächer werden wird; denn gerade diese Punkte find im gegenwärtigen Augenblick von der größten Bedeutung. Gelingt es den Engländern, die von East London und Port Elizabeth nach den Freistaaten sich heraufziehenden Bahnlien frei zu bekommen, so hat von diesem Augenblick an die Trace De Aar-Kimberley ihre Bedeutung als Verpflegungsbasis für die RobertS'sche Armee verloren. Der Aufstand der Kap-Holländer könne den Buren dann keinen unmittelbaren Vorteil mehr einbringen, und die an der Südgrenze des Freistaates noch kämpfenden Buren-Abteilungen schwebten in der Gefahr, daß ihnen jede Rückzugs- möglichkeit verlegt würde. Gerichtssaal. 303 Str.-G.-B. - S VK' .27. Februar. Ein ganz eigenartiger Fall von ? k t? osAadigung beschäftigte heute das Reichsgericht. Es handelte sich um ein Urteil des Landgerichts Breslau vom 15. De- 3-, durch welches die Kaufleute Max Bergheimer und Frch Sternberg wegen Sachbeschädigung nach S iu ie 100 Mark Geldstrafe verurteilt worden finb. iu je 1 uv -uiart Geldstrafe verurteilt worden finb. Sie hatten ein • an den Kaufmann T. verkauft. Nach der sich rm Erdgeschoß der Schwamm. T. verklagte veranlaßten nun schnell auf eigene beä Erdgeschosses zur Räumung, ließen den Fußboten aufreißen, um das vom Schwamm infizierte Hol; zu entfernen und einen normalen Zustand herzustellen. Sie hatten alfo anscheinend die besten Absichten Dennock tnin-hen fte wegen Sachbeschädigung zur Anzeige gebrackst und, w e rben angegeben, wegen Beschädigung einer fremden Sacke verurteilt Als strafmildernd, heißt es im Urteile, kam in Betrackt"daü sie dte Absicht hatten den Schaden zu ersetzen und den Mange? an dem das Haus litt, zu beseitigen. — Auf die Revision ‘her die vom Reichsanwalte befürwortet wurde hob das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache ab das Landgericht zur,ick Das Reichsgericht ließ es dahingestellt ob der Begriff der Sachbeschädigung überhaupt ausgeschlossen erscheine, wenn remand die Integrität einer fremden Sache verletzt, um Schäden derselben zu beseitigen. Jedenfalls aber sei das angefochtene Urteil in subjektiver Hinsicht bedenklich. Man könne nicht den Vorsatz haben, zu schädigen, wenn man den Vorsatz habe, zu verbessern. Möglich sei es aber, daß die Angeklagten die Absicht hatten, die Integrität der Dielen in einer Weise zu verändere, die die Zustimmung des Eigentümers nichk finden konnte. Dies werde in der neuen Verhandlung mit untersucht werden müssen. Die Iiührer der Auren. (KV Nach der Gefangennahme Cronjes gehören neben Joubert die drei Kommandanten Lukas Meyer, General Delarey und Hans Botha zu den Männern, auf welche die Buren ihre Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang des Krieges setzen. Alle drei Führer wollten dem eingeschloffenen Cronje zu Hilfe eilen, aber sie kamen zu spät, Cronje mußte sich am 27. Februar ergeben. Inzwischen ist es der Armee der Buren gelungen, sich in der Nähe von Bloemfontein zu konzentrieren, und da die Namen der Führer in den nächsten Tagen noch oft genannt werden dürften, führen wir sie unfern Lesern im Bilde vor. Der Braud des Thäätre franfais ist erst in den Morgenstunden des Freitags gelöscht worden. Eine große Menschenmenge umringte bis spät in die Nacht hinein die Brandstätte, welche von Beamten der Sicherheitspolizei und Militär abgesperrt ist. Die Feuerwehr wurde heute vormittag zurückgezogen; nur zwei Spritzen sind zur Sicherheit vor dem Theater noch geblieben. Der Direktor des Theaters, Jules Claretie, nahm auf der Mairie des 1. Arrondissements in Gegenwart des ganzen Theater- personalS ein Verhör vor mit den beiden Maschinisten, welche sich auf der Bühne befunden und ausgesagt hatten, das Feuer fei unterhalb der Bühne ausgekommen. Die Zusammenkunft verlief ergebnislos, lieber die Entstehungsursache des Brandes laufen noch immer die verschiedensten Gerüchte um, darunter auch das, das Feuer sei angelegt worden. Letzteres Gerücht findet aber, wie amtlich telegraphiert wird, bisher keine glaubwürdige Bestätigung. Der Inspizient Godard giebt folgende Schilderung von dem Ausbruch des Brandes: Gestern mittag stand ich allein auf der Szene, um Möbel für die Aufführung von Racines „Bajazet" aufzustellen, mit der die Matinse in einer Stunde beginnen sollte. Plötzlich erfüllte dichter Rauch die Szene. Er kam von oben, wo sich die Künstlerlogen befinden. Ich wußte aber, daß Albert Lambert und die Damen Dudlay und Henriot oben waren, und gab das Alarmsignal. Leute stürzten die Stufen empor, um die Künstler zu retten. Ich wollte den Eisenvorhang herablaffen, aber konnte eS nicht, weil die Maschinisten, die allein mit der Manipulation vertraut sind, noch nicht anwesend waren. 12 Uhr 20 kamen die ersten Pompiers. Der ganze Teil deS Theaters, der nach der Rue Richelieu und Rue Montpenfier gelegen ist, war bereit« ein Raub der Flammen. — Direktor (Slaretie erschien um V21 Uhr an der Brandstätte. Dir erste Hilfe leistete der zufällig anwesende Doktor Henri, Baron Rothschild besorgte die Bergung der Kunstschätze. Einige Augenblicke lang war die Omnibushalle auf dem Platze des Thäätre fran^ais eine viertel Million wert, weil die alten Gobelins, die bibliographischen Unicabilder und die Büsten dahin gebracht waren. An guten Ratschlägen für die Zukunft wird eS nun, nachdem das Theater, auf das Frankreich stolz war, abgebrannt ist, nicht fehlen. Die heutige Sitzung des Pariser Gemeinderates ist bet Erwägung des Mißstandes gewidmet, daß der Wafferdruck, welcher nachts die erwünschte Intensität hat, tagsüber fast immer versagt. Dieselbe Erscheinung wie gestern wurde bei allen Pariser Feuersbrünsten der letzten Jahre wahr- genommen. Eine häufigere Kontrolle der Leitungsmündungen wurde wiederholt empfohlen, doch niemals mit dem nötigen Ernst durchgeführt. Die Anlegung eines neuen, den Waffer- dienst ergänzenden Reservoirs wird beantragt; jedenfalls wird beim internationalen Pariser Kongreffe für Städtewesen diese Frage eingehende Erörterung finden. Der Familie der unglücklichen Henriot wendet sich alle Teilnahme zu. In der Matineevorstellung, welcher die gestrige Probe galt, war Fräulein Henriot eine Hauptrolle zugedacht. Angesetzt war die Tragödie „Bajazet* * von Racine. Die Rollen waren verteilt unter den Herren Silvain, A. Lam« Bert jun., Billain, den Damen Dudlay, du Minil, I. Hen> riot (f) und Delvair. Dazu sollte der Biffon'sche Schwank „Der Abgeordnete von Bombignac" mit den Herren Coque lin jun., de Fernandy, Langier, Falconnier, Delaunay, den Damen Müller, du Minil, Fayolle und LynnLs gegeben werden. Die unglückliche Henriot hatte als jüngstes Mitglied des Theaters ihre Garderobe in einem Oberstock, wo sie entweder zu spät den Feuerlärm hörte, oder sich wegen ungenügender Ortskenntnis nicht mehr herausfand. Direktor Antoine übernahm es, die Mutter von dem Tode des Mädchens zu verständigen. Madame Henriot verfiel vor Schmerz in Wahnsinn. Die junge Schauspielerin war das stolze Glück der Familie. TagS zuvor hatte noch die Schwester triumphierend hinter den Kouliffen erzählt: So beliebt und verehrt, wie meine Schwester, ist doch keine von euch; ich komme vom Boulevard des Italiens; dort drängt sich vor Reutlingers Schaufenster alles, die Schönheit meiner Schwester zu uetounbern. Von den Ehrungen, welche der Toten erwiesen werden, handelt ein dem „Verl. Lokalanz." zugegangenes Telegramm: Mit den Vorstellungen der Comedie franyaise im Odeon-Theater bezw. in der Großen Oper wird bis nach dem Leichenbegängnisse des Fräulein Henriot gewartet. Die Kosten der Bestattung trägt die Comedie fran^aiee. Im Salon der Künstlerin, Rue Pergoleae, wo die Aufbahrung ftattfindet, trafen massenhafte Blumenspenden ein. Da- Gesicht ist nur wenig geschwärzt, der Ausdruck verrät heftigen Todeskampf. Fräulein Henriot wollte wegen ungenügender Beschäftigung das Th6ätre frangaise verlassen. Seitens eines Impresarios lag ihr ein lockendes Anerbieten für eine Tournee vor, welche in Berlin ihren AuSgang nehmen sollte. Sie schwärmte für deutsche Tragödien, welche sie aus Übersetzungen kannte. — Das Gebäude ist in seinen wesentlichen Teilen so zerstört, daß an eine Reparatur im Einzelnen nicht zu denken ist. Vollständig verschont blieben nur die Künftlerräume in der Höhe der zweiten Galerie, die Logen Mounet Sullys, Coquelins, WormS, LebargyS und Madame Barretta. — Der Architekt des Palais Royal« Komplexes wird unverzüglich nach vollzogener Aufräumung des Schuttes die Neuherstellung des Th66tre fran^aia nach den LouiS'schen ursprünglichen Plänen beginnen. Lokales und Provinzielles. **P. Stadttheater. Dem Benefiz des Herrn Kirchhoff ist es zu danken, daß in dieser Winterspielzeit auch einwei Lessing, der älteste unserer klassischen Dramatiker, zu Worte kam und zwar mit seinem Trauerspiel „Emilia Galotti'. Unser jugendlicher Held, der während seiner hiesigen Thätig- keil recht anerkennenswerte Fortschritte gemacht hat, spielte selbst den Prinzen von Guastalla und bewies, daß er fit diese Art von Rollen eine entschiedene Begabung besitzt. Er wußte der geistreichen Liebenswürdigkeit wie der leide«, schaftlichen Erregung in gleichem Grade Ausdruck zu vn« leihen und darf die mehrfachen Blumenspenden als wohl« verdient ansehen. Auch sein Gegenspieler, Herr Rolan, zeichnete den Charakter des glatten, gewiffenlosen Höfling! Marinelli durchaus richtig. Ganz besonders war da! Mienenspiel zu loben. Nur hätte zwischen dem Kammer- Herrn und seinem Gebieter doch ein größerer Abstand in der Würde vorhanden fein müssen; die Schuld daran lag auf beiden Seiten. Fräulein Hammer legte die Titelrolle schlicht und natürlich an, wußte aber die Gestalt der Emilia im letzten Akt auch zur erforderlichen tragischen Höhe emporzuheben. Herr Walter war als der ehrenfeste, rauhe und heftige Odoardo nicht Übel; aber man hatte bei den Ausbrüchen seiner Leidenschaft doch häufig den Eindruck des Gemachten. Frl. Zimmermann ist M die Rolle der Claudia nicht sonderlich geeignet; in noch höherem Maße läßt sich das von Herrn Hiller als Appiari sagen. Dieser neu für unsere Bühne gewonnene Darsteller hatte offenbar eine ganz richtige Auffassung von der zu lösenden Aufgabe, aber seine äußeren Mittel — namentlich Stimme, Aussprache und Haltung — ließen das nicht zur Geltung kommen. Mit einer durch redlichen Fleiß erworbenen Sicherheit spielte Frl. Haussig die Orsina, doch tN k sprech" S-5Ä« irr*'1?1? enlM ainffln? Mihm o» Sill-?* S Pferd rwaMU-l uni) He daß dre b kippte der W hnmtn au bm udgrmM ■ ® maxS. tmrm, mnn M aui bit Ackon zu iet bienfttt-enbe - anderen Ge-ch m mann selbst enlM sicheren Tode. Wa out der Seite des dem Wagen durch leit des A. MM, H. tze- rWMcheSch^ llt den Herren nniet, Dilaunay, bi U"d LynnLs gegedi tte als jüngstes Jfc einem Oberstock, n drte, ober sich n^ -nausfand. Dircklr vvn dem Tobe k Henrivr verfiel # chauspielerin war. j |uoor hatte noch bi Koulisien 6: jwtfttr, ift bod) Itin < rb bei Mens', boi fier alles, M Schor M Pranger mbtlt ein bero n8ttl unedle franjaiw t Oyn wirb bis na fyntiot Mattel it Combdie franqM&f 7oM wo die la BlMrchrnden eii , der Mdrnck vm! :iot wvltte wegen m e fran^aise verlafic in lockendes Änerbiete Serlin chren Äusger ttsche Tragödien, udd S Gebäude ist in seine an eine Reparatnr n ländig verschont blie?- der zweiten Galei 16, WomS, W nteft des PalaiS^Rtta ollzogenn ÄnstSoM Jheätre fran^aie Ul en beginnen.__. mMr. .WfiewM'L iJÄ; « w*1 M tobt Mdrua Menspeude" niPieUJ'f0 en M - war to H *b“ m r-«" «’Ä * »Wi f,«uu‘ gtä«k® Litt «s »-'ich * *Em> r Walter , °° d°» Ä -eidenM ^n istst Zivlluel |fl x»l tb?rbattete fte fick xu sehr und vermochte das Dämonische in beAatur der verstoßenen Gräfin nicht Ederzugeben Neckt ansprechend war Herr Henry als Mater Conti. Der Bandit Angelo war entschieden zu gutartig geraten Sb SWS- Zuschauer d-n nöt.gen Schrecken em- 3-flößt. ____________ ^rwftnht 9 Märr. In dem Befinden des allgemein s.^^?en ^°rrn B-urn,S Braden, welcher kürzlich von -imm Schlaganfall betroffen wurde, ist l-.d-r feine B-fferuna eing-lr-t-n und gi-bt dasselbe zu den schlimmsten Beillrchtungen «nlaß. Wie hiesige Blätter melden, empfing Herr Braden bereits die Sterbesakramente. Wetzlar, 5. März. Bor kurzem wurde gemeldet, daß zwei Jäger au» Dorlar auf der Lahn drei wilde Schwäne erlegt hätten. Nun hat sich herausgestellt, daß dies unsere drei zahmen Schwäne waren, die hier an der Brücke ihr Domizil hatten und seinerzeit vom hiesigen Berschönerungsverein in die Lahn ausgesetzt wurden. Die stattlichen Tiere waren mit vielen Kosten und großer Mühe hier auf den Fluten der Lahn heimisch gemacht worden. „Herb. Tgbl." Herborn, 9. März. Dem Schnellzug von Hagen i W. nach Frankfurt drohte gestern abend auf hiesigem Bahnhofe eine große Gefahr, der er nur durch die Geistes-gegenwart eines Beamten entging. Ein Fuhrmann aus Bicken wollte in der Dunkelheit, abends nach 8 Uhr, einen leeren Möbelwagen an der Rampe unterhalb des Bahnhofes ausladen, wobei ihm der Bahnbedienstete Buhl behilflich war. Der Wagen wurde durch ein Pferd rückwärts aus dem Waggon gezogen, kam dabei ins Rolleri und ohne daß die beiden Beteiligten wissen, wie es eigentlich .geschah, kippte der schwere Möbelwagen um und fiel von der Rampe herunter auf das Geleise, das der bereits von Dillenburg abgemeldete Schnellzug in wenigen Minuten passieren mußte. Es wäre unfehlbar zu einer schweren Katastrophe gekommen, wenn nicht B. die Geistesgegenwart gehabt hätte, sofort auf die Station zu eilen und das Vorgefallene zu melden, sodaß Der dienstthuende Beamte den Schnellzug halten und auf einem anderen Geleise den Bahnhof passieren lassen konnte. Der Fuhr-' mann selbst entging bei dem Unfall nur durch einen Zufall dem sicheren Tode. Während der Wagen umkippte, kroch er, da er sich auf der Seite befand, nach welcher derselbe kippte, noch unter dem Wagen durch, was ihm nur dadurch gelang, daß der Hintere Teil des Wagens mit dem einen Rad zufällig an der Rampe hängen blieb, andernfalls er zerdrückt worden wäre. Arbeiter .aus der Werkstätte in Betzdorf entfernten heute vormittag den Wagen, der selbst anscheinend nur wenig beschädigt war. Mngrsandt. Für Fsmn und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel . "benimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Nr. 58 des „Gießener Anzeiger" wurden die Verdienste des Chef-Redakteurs Otto Koch erwähnt und am Schlüsse darauf hingewiesen, daß derselbe das Gießener Gymnasium und in den höheren Klassen das Realgymnasium besucht habe. Der Vollständigkeit wegen sei bemerkt, daß Herr Otto Koch auch das Dr. Kübel'sche Institut dahier geraume Zeit besuchte. In mehreren Briefen juurbe der Vater, der durch ein sehr abfälliges Urteil über die Befähigung des Knaben stark beeinflußt war, darauf aufmerksam gemacht, daß der Knabe im Gegenteil sehr hoch begabt sei, besonders für Sprachen; dem jungen Manne selbst aber wurde wiederholt und besonders beim Abgang vom Institut der Rat gegeben, sein schönes Talent, selbst schwierige Themata mit ungewöhnlick)er Gewandtheit in edler Sprache zu behandeln, als Schriftsteller zu verwerten. Wenn wir nicht irren, trat der junge Mann schon ein Jahr nach dem Verlassen des Instituts in die Redaktion einer größeren Zeitung zu Frankfurt ein. K. Auszug aus de« Staudesamtsregisteru der Stadt Meße». «ufgebote. Mär». 5. Friedrich Georg Schneider, Schlofier dahier, mit Anna Haas hierfelbst. 6. Georg Christian Schmincke, Kaufmann dahier, mit Marie Htlgardt hiersilbst. 6. Wilhelm Röhrig, Dachdecker dahier, mit Susanne Wagner Hierselbst. 8. Jakob Noll, Tag- löhner zu Wiesbaden, mit Anna Katharina Friedrich daselbst, 8. Mar Franz Heinrich Weida, Schlaffer zu Bottrop, mit Katharine von Krutz daselbst. 8. Wilhelm Christian Friedrich, Stratzenwärte zu Braunfels, mit Elisabeth Luise Wilhelmine Ambrosius, Köchin daselbst. Gheschliestun-eu. März. 3. Heinrich Weber, Schmied zu Offenbach a. M., mit Johannette Weiß hierfelbst. Geborene. Februar. 26. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Schneider III. eine Tochter, Meta Wilhelmine Auguste. März. 2. Dem Platzmeister Konrad Steinbach eine Tochter, Luise Margarethe. 3. Dem Fabrikanten Fritz Egly ein Sohn. 3. Dem Drahtflechter Georg Klatyik eine Tochter, Marie Juliane Katharine. 4. Dem Schlosser meister Karl Kratltng jun. eine Tochter, Emma Marte Christiane Karoline. 4. Dem Provinzial-Rabbtner Dr. Leo Hirschfeld eine Tochter, Rosalie. 4. Dem Jnstitutsdiener Ludwig Schäfer eine Tochter, Anna Maria Katharine. 5 Dem Fuhrmann Adam Fegbeitel ein Sohn, Johannes. 7. Dem Schneider Karl Meyer ein Sohn. Gestorbene. März. 2. Karl Hermann Willy Pfeuster, 2 Jahre alt, Sohn von Schlosser Heinrich Pfeuster dabier. 3. Wilhelm Heinrich Euler, 19 Jahre alt, Kaufmann dahier. 6. Johann Thoma, 50 Jahre alt, Kiifermrister und Wirt dahier. 7. Amalie Heuser, geb. Horstmeyer, 75 Jahre alt, Witwe, Privattn dahier. 7. Heinrich Brücher, 48 Jahre alt, Lehrer an der höheren Mädchenschule hierfelbst. 8. Christine Wagner, 31 Jahre alt, Dtenstmagd dahier. 8. Marte Bender, 88 Jahre alt, Witwe, Pcivatin dahier. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 9. März. Wechsel gut Ffow-York zu 4,21-22, Prämien auf Kredit per ult. März 1.10 o/o, do. per ult. April 2.10% Diskonto Kommandit per ult. März 0.95%, do. per ult April 1,90%. Lombarden per ult. März 0.60%, do. per ult. April 0.85%, do. per ult. Mai 0.00, Deutsche Bank per ult. März 0 00. Notierungen: Kreditaktien 234.50-000-000.00, Diskonto- Kommandit 196.80-90-50, Staatsb. 189.30, Gotthard 143.10, Lombarden 29.40-00, Ungar. Goldrente 98.00, Italiener 94 80-00, Sproz. Mexikaner 26.15, Oeaterr. Coupona 84%, Amerik. Coupons 4.20%, Privat-Diskont 5%%• l%bis 1% Uhr: Kreditaktien 234.60-235.80, Diskonto-Komman- dit 196 50-80, Staatsbahn 139.50, Lombarden 29.40. Getreibe. Nach mehrfachen Schwankungen im Lause dieser Woche bat der Markt heute ein recht festes Gepräge erhalten, nachdem! die immer bestimmter auftretenden Berichte, daß die Saaten zum Teil schlecht übenvintert haben sotten ihren Einfluß auf btt leitenden Märkte nicht verfehlten. SelbstrAcnd machte Argentinien sofort von dieser besseren Stimmung Gebrauch, lerne bishco fest behaupteten Preise noch etwas zu erhöhen. Roggen bleibt fest. Gerste ruhig. Für Hafer macht sich letzt bedeutend mehr Nachfrage geltend und zogen die Preise daher etwas an. Mar» fest bei hohen Preisen. Die heutigen Notierungen sind: Rockwinter II 133 Mk., Kansas II 125.50 Ml, Laplata f. a. a 127 bis 128 Mk., russ. Roggen 9.63 112 Mk., Mixed Mars- 82.50 Mk. Tabak. Im Laufe der vergangenen Woche war der Geschäftsgang ein ruhiger, es wurden nur zirka 100 Zentner 1899er rhein bayerisches Sandblatt zu Anfangs Mk. 30, zirka 100 Zentner 1897er rheinbayerischer Tabak zu Mk. 30—31, sowie zirka 100 Zentner Derbstabsatt zu Mk. 19 am Platze gehandelt. Die vor etwa vierzehn Tagen begonnene Lebhaftigkeit im Handel mit alten Tabaken hat bedeutend nachgelassen und zwar infolge Mangel an ausgesprochen gut brennenden Zigarrentabaken und der erhöhten Forderungen der Besitzer. Bei Angebot guter alter Ware zu normalen Preisen dürften die Fabrikanten sehr gerne Abnehmer sein, während dieselben, wie schon früher berichtet, sich bezüglich der neuen Ernte, mit Ausnahme von Rebut, sehr reserviert verhalten, fast ablehnend. Nach uns zugegangenen Berichten ist dies auch seitens auswärtiger Kundschaft der Fatt. Es ist zu hoffen, daß nach beendigter zweiter Fermentation, die den neuen Tabaken die Schärfe noch sehr nehmen dürste, das Geschäft hierin sich lebhafter gestalten wird. Ob aber der Handel nach Anlage solch hoher Preise bei dem neuen Jahrgange mit Nutzen arbeiten wird, beztveiseln wir sehr. Lose Pfälzer Rippen geschäftsloS, feine lose Mk. 8—9, gebündelte Mk. 10-11. _________ Kohlen. Es notieren: Ruhr-Tettnuß Körnung 1 und 2 Mk. 225 bis Mk. 235. Nußschmiedckohlen Mk. 210 bis Mk. 220. Deutsche Anthraeit-Nußkohlen Mk. 310 bis Mk. 320, Englischer Anthraeit-Nußkohlen Mk. 350 bis Mk. 360, Ruhr-Flatnmnuß. Körnung 1 und 2 Mk. 225 bis Mk. 235, Rnhr-Flammnuß- kohlen 3 Mk. 215 bis Mk. 225, Fettschrot Mk. 200 bis Mk. 210, Ruhr-Brechkoks Mk. 320 bis Mk. 330, Aussiebgries Mk. 150 bis Mk. 160; alles per 10 Tonnen ab hier. Die Situation ist unverändert. Die Verbraucher haben große Mühe, ihre Bedürfnisse von Hand zu Mund aufzutreiben; die Möglichkeit ber Ergänzung von Reservelagern ist vorerst noch ausgeschlossen. Bei Todesfällen ........ ffrj übernimmt die Buchdruckerei des Giessener Anzeigers, Schulstrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trauerbriefen und Danksagungskarten, welche auf Wunsch couvertirt geliefert werden. £f. Tß/eimersheim llacfif. 1864 S)en Empfang sämtlicher Neuheiten in Kleiderstoffen und tarnen* Konfektion geige ergebenst an. Braubach & Fischer 4 Neuenweg 4. 186(1 TTXnhiUlA imrAinhnnnr. [Nur anerkannt schönste und tadelloseste Ausführung. Schnellste Lieferung. | BilligsteTreise. Meine Wohnung befindet sich ab 1. März Neuenbäue 43, parterre. Der Ausverkauf meines Restlagers wird daselbst unverändert fortgesetzt. 1552 Jos, Mark. Biu heute mit einem großen Transport Pferde direkt aus Dänemark augekomme». 6922 August Frensdorf, Gießen. Stallung: Rheinischer Hof. AFort mit den Hühneraugen! 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Giessen, Markt 9-10. für Frühjahr und Sommer in Pamett- und siema-Me« sind eingegangen und laden wir zu deren Besichtigung höflichst ein. Die”Abteilungen|Damerc-KKeiderstoffe und Damen-Konfektion zeigen eine Fülle entzückender ' flckimMtlWW Oefcllichsr Verkauf. Das dem minderjährigen Georg Schneider gehörende Anwesen, bestehend im Gasthof Kerlilm Kof nebst mehreren dazu gehörenden Grundstücken, letztere in der Gemarkung Ammenhausen und Sinkershausen gelegen, soll am Montag dem 26. März d. J°, vormittags 11 Uhr anfangend, unter den bei der Versteigerung bekannt gegebenen Bedingungen, wUche Kauf- liebhabrr auch vorher bei den Vormündern einsehen können, an Ort und Stelle versteigert werden. Gladenbach, den 10. März 1900. 1854 Die Vormünder. Versteigerung. Nächsten Donnerstag, als de« RS. d. Mts., von mittags l Uhr an, läßt die Unterzeichnete sterbfallshalber in ihrer Wohnung versteigern: 1 3jähr. Wallach-Fohlen, fromm, schon cingefahren, 2 Kühe, 4 Rinder, 1 Mutterschwein mit 7 Ferkeln, 6 Wochen alt, i Doppelspänner-Kastenwagen, 1 leichten Wagen mit Zubehör, 1 Breakchen, 1 Pflug und 1 Egge, 1 Heblade mit schweren Ketten, 2 Ackersillgeschirre, 2 Chaismgeschirre, 1 Trense mit Stange u. 1 Sattel, 1 Paar Kreuzriemen, 1878 2 Paar Ernteleitern und sonstige Gegenstände. Heinrich Gerhard I.Ww. zu Steinbach, im Ritter. Hohversteigerung. Im Freih. v. Rabenau'schen Revier Friedelhausen sollen Mittwoch den 14. d. Mts. in den Distrikten Burgwald und Spieß versteigert werden: 25 Eichenstämme mit 18,60 cbm, bis 54 cm Durchm. (Bau- und Schnittholz), 70 Eichenstämme mit 6,50 cbm (Wagner- und Grubenholz), 20 Kiefernstämme mit 11,27 cbm, 48 Birkenstämme mit 6,26 cbm und 24 Eichen-Derbstangen, zu Deichseln und Langwieden geeignet, sowie 100 rm Buchen-, Eichen-, Birken- und Aspen- Scheit und -Knüppel, 5000 Eichen- und Nadelholz-Wellen und 18 rm Eichen-Stöcke. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr bei der Einmündung der Kreisstraße Friedel- Hausen auf die Marburgerstraße (Tiefenbach), im Distrikt Burgwald. Friedelhausen, am 10. März 1900. Schneider. 1858 König!. Gbrrsirstkm Krofdorf verkauft öffentlich meistbietend: 1. Donnerstag den 5. April d. I., vormittags 10 Uhr, im Freund'schen Saale zu Krofdorf: Schutzbezirk Krofdorf, Wald- Hans und Salzböden. Eichen: 936 fm, teils Werk- und Schneideholz, teils Gruben- und Schwellenholz, von bester Befchaffeuheit und 363 rm 2 bi« 4 m langes Rollholz; Buchen: 273 fm fast durchweg astreine und glatte Rutzftämme und zwar: 65 fm von 32 bis 39, 136 fm von 40 bis 49, 59 fm von 50 bis 59, 13 fm von 60 und mehr cm Stärke und 95 rm 1,25 m langes Rollholz; Fichten: 50 fm Abschnitte, 950 Stück Derbholzstangen und 1600 Reiserholzstangen ; Erlen: 3 fm Abschnitte. 2. Freitag den 6. April d. Js., vormittags 10 Uhr, im „Römischen Kaiser" zu Wetzlar: Schutzbezirk Stoppelberg. Eichen: 835 fm wie vor und 26 rm 2 m langes Rollholz; Fichten: 9 fm Abschnitte. Nummerverzeichnisse durch Sekcetär Möller, Krofdorf. 100 Nummern 50 Pfennig. 1874 Hchversteigerung. Montag den 12. und Dienstag den 18. März 1900, jedesmal 'von morgens 9 Uhr an, wird im htestgen Gemeindewald folgendes Holz versteigert: 100 Eichenstämme, 22 bis 53 cm Durchmesser, 5 bis 10 m Länge — 39,63 fm, 6 Nadelstamme — 4,72 fm, 196,4 rm Buchen-Scheiter, 236,8 „ BucheN'Knüppel, 42,6 „ Eichen-Knüppel, 20 ,, Nadel-Knüppel, 116 „ Nadel Stöcke, 26 „ E-chen-Slöcke, 42,6 „ Buchen-Stöcke, 5280 Wellen, 1170 Eichen-Wellen, 48 Fichtenstämme und Derbstangen 11,45 fm, 66 rm Nadel-Knüppel, 1400 Nadel-Reisigwellen, 6 rm Nadel-Stöcke. Es wird bemerkt, daß das Eichen- Bauholz und Buchen-Brennholz im Distrikt Buchwald am ersten Tage, das Fichten-Bauholz und Derbstangen am zweiten Tage im Distrikt Walberg zur Versteigerung kommt. Reiskirchen, am 9. März 1900. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. _________Wagner.______i§76 Beste Qualität 1873 Möbel, Polßcltvatto mid fertige Alten in unerreicht großer Auswahl. Staunend billig. A. Grünebaum, ________Bahnhofstraße 35._______ Shampoonieren (Damenkopfwaschen) bestes Mittel gegen Schuppen und Haarausfall w eine Mark Georg Lotz, Friseur Bahuhofstratze 28. 1890 er 6*. Lchstt Reichhaltiges taget m Rhein- und Moselweinen, französischen, Ungarischen, Spanischen und Griechischen weinen, sowie in Portugiesischen Sebirgrweinen, unter Garantie für absolute Reinheit. Deutscher und französischer Champagner, Deutscher und französischer Rognak, sowie diverse Liqueure. Cigarren und Cigaretten. 1870 Weinhandlung Wein- und Krühstücksstube vahnhofstratzenecke — wolkengasie 21. chucide- uud Mühl-Eirrrichtungerr, Kreisfäge-Anlagen, Wasser- räder, Transmissiorren, Thouwalzeu (Erdmühlen), Draiurohr- presse« re. liefern in solidester Ausführung Eisenwerke Kirzenhain & Lollar Hirzenhai« (Hessen). 1850 Theater-Verein. Achte Vorstellung: Mittwoch den 14. März er.: Novität! Novität! Jugend von heute. Eine deutsche Komödie in 4 Akten von Otto Ernst. Gast: Willy Löhr vom Hoftheater in Darmstadt. Anfang 8 Uhr präzis. Ende 10% Uhr. Billete bei Herrn Ernst Challier, Neuen weg, und abends an der Kasse zu Mk. 4.—, 3.50, 2.25, 1.25, 1.—, 0.60 und 0.40. 1827 * ♦ < -df'* liefert billigst Camrts mit Firma BerantwsrtliLer Redakteur: H. Koehler. — Druck und Verlaz der Vrühl'schen tln'versitLtr-vuch. und Hteuedruckern (Piersch itebta) in Gießen.