durch die Wälder geht das Frühlingsregen, und wenn der Hain jetzt noch finster dreinschaut, so bereitet sich auch hier neues Leben vor. Die Bäume schütteln das fahle Laub, das dürr an den Zweigen herabhängt und harren der linden Lüfte und des Sonnenscheins, die es hinwegnehmen und durch lichtgrüne Blätter ersetzen sollen, Birken und Linden beeilen sich, recht bald im Frühlingßkleide zu prangen, ja selbst die unbeachteten Gräser und Moose haben bereits ein frisches Grün angenommen, um nicht zurückzustehen beim Einzug des holden Frühlings. Um den alten Waidmannsspruch: Oculi — da kommen sie! zu schänden zu machen, finb auch die ersten Schnepfen eingetroffen, doch statt in Frühlingswonne schwelgen zu können, mußten sie ihren Fürwitz mit dem Tode durch des Jägers Blei büßen. Die täglich höher steigende Sonne weckt alles in der Natur zu neuem Leben, zu neuer Lust. Im Sonnenglanze tanzen die Mücken und Schnaken den fröhlichen Rmgel- reihen, Würmer und Käfer kriechen hervor, und streben zum Sonnenlichte, das kleinste Wesen Hot feinen Anteil an der Auferstehung der Natur. Und wie groß erst ist die Lebensfreude der Menschen beim Erwachen des Frühlings. Singt und klingt es nicht allerorten, sobald die ersten Zeichen des lieblichen Lenzes nahen? Mit welchem Jubel begrüßt man den ankommenden Storch als Frühlingsboten; auf Straßen und Plätzen, wo muntere Kinderscharen sich tummeln, schallt es uns entgegen: Storch, Storch, Steiner, Mit den langen Seiner, Mit den kurzen Knie! Jungfrau Marie Hat ein Kind gefunden, War in Gold gebunden. Flieg' über's Bäckerhaus, Hol' drei Weck heraus, Mir ein’n, dir ein’n Und dem andern auch ein; und weiter: Storch, Storch, guter, Bring' uns einen Bruder, Storch, Storch, bester. Bring' uns eine Schwester! Wenn wir solche Aeußerungen der Freude vernehmen über die Wiederkunft des Frühlings nach traurigen Wintertagen, dann ist die Zeit nicht allzufern, von der der Dichter sagt: Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun, armes Herze, sei nicht bang, Nun muß sich alles, alles wenden! Humoristisches. * Galant. Herr: „Gnädige werden von Tag zu Tag jünger, sollte mich nicht wundern, Ihren Namen nächstens unter Geburtsanzeigen zu finden. * Gedankensplitter. Wer da glaubt, zum Vergnügen auf der Welt zu sein, meint immer nur das eigene Vergnügen. * Aus einem Schulaufsatz.....Se. Hoheit nahm auch unser Rathaus in Augenschein. Am Eingänge wurde er von dem Bürgermeister begrüßt, und darnach besichtigte er das Innere desselben. * In der Klinik. Professor der Chirurgie: Sie sehen, das das rechte Bein des Patienten kürzer ist als das linke, und daß er infolge davon hinkt. Nun, was würden Sie in einem solchen Falle thun? — Student: Ich würde auch hinken! * H e i r a t s - I n d u st r i e. A.: Wie kommt es eigentlich, daß die Hosrätin Lämmermeier mit ihren sieben Töchtern nicht mehr in diesem Hause erscheint? — B.: Jedenfalls, weil sie hier absolut keinen Schwiegersohn finden konnte. Sie wird sich ein anderes Absatzgebiet gesucht haben. * Malitiöser Schluß. A.: Ist das nicht komisch, daß die berühmte Frauenrechtlerin und Männerfeindin Widerhuber geheiratet hat? — B.: Nun ja, da kann sie ihren Männerhaß in Thaten umsetzen! * Aha! Herr: Finden Sie nicht auch, mein Fräulein, daß ein >tuß ohne Bart ebenso fade schmeckt wie Fleischbrühe ohne Salz? — Fräulein: Bedaure, ich habe noch nie . . . —' Herr: Na, na . . . — Fräulein: . . .Fleischbrühe ohne Salz, gegessen. * Z e r st r e u t. Frau: Da ist eine Todesanzeige von Deinem früheren Schüler Alex Murmel gekommen! — Professor: So, denkt der auch mal wieder an mich? * Störend. Dichter (zu seiner Gattin): Eulalia, nimm doch diesen Käse weg, ich möchte gern mein Gedicht „Wiesenduft — Waldesluft" vollenden! * Ein Mäce n. Parvenü: ... Ja, Herr Professor, für Krinsh lund Wissenschaft scheu ich kein Opfer! Bei mir kann sich der berühmteste Mensch satt essen! Sick: Wcrni. “weifen, ^Damenrädern!:•' sicher «„«• * werden ji , 1 W besichtigen. It Reparatur^ ümegend zeige jkri. pKM ivrt- Marx. NallthorßE 4i: !k- Sonntag den 11. März Viertes Blatt. 1900 R». 5» Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt fut den Ttveis Gieszen. •ttbro htm Anzeiger wn Wechsel mit „Hess. Soudwirt" u. .Blätter Mt hey. Lolk-kunde" 4 etl bfigelegt. OrfchetiN ttgNch ■it TuSnahmc de» Die Gießener Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,96 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. 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Gerade in dieser Beziehung dürften die nachfolgenden „Kriegseindrücke" so manches aufklären und von hohem Interesse sein; sie geben eine klare Darstellung von den Vorzügen und Fehlern der Buren im Felde und entstammen der Feder des Redakteurs der Transvaalschen „Volksstem", Dr. Eugelenburg's: „Nichts ist dem europäischen Neuling überraschender, tilg die Beobachtung eines Umstandes, der in einem Buren- 'ommando jeden Augenblick zu konstatieren ist, nämlich, daß verschiedene Reiter sich mit einem Sonnen- oder Regenschirm qeyen Sonnenhitze oder Regen schützen. Andere wieder leisten sich einen achterryder“, einen berittenen Kaffer, der das Gewehr, die Patronen u. s. w. seines Herrn trägt, tvrnn dieser sie nicht benutzt. Von einem Antreten zum Appell und dergleichen ist bei den Buren keine Rede; wenn sie Truppen ,'ausziehen sollen, erschallt der Befehl: „op sa^el! burgers, op sa’el! “ (in den Sattel! Bürger, in den Zattel!), und es steht jedem frei, ob, und wann er dieser Otdre Folge leisten will. Die einzige existierende, aber sehr wirksame Disziplin wird durch das Bewußtsein geschaffen, daß man von den Kameraden beobachtet, und ilö-tigenfalls ausgelacht wird. Mancher Feldkornet kennt nicht mal die genaue Anzahl seiner Mannschaften. Noch nie während des jetzigen Krieges hat jemand den Generalissimus „Oom Piet Joubert" etwas tragen sehen, üüs von einem besonderen Militäranzuge auch nur eine chwache Ahnung hatte; wiederholt habe ich diesen eigenartigen Feldherrn auf Rekognoscierungen begleitet, und noch sche ich ihn vor mir: sitzend in einem kleinen Wägelchen, einen harten braunen Hut auf dem Kopfe und den Hals in dem umgestülpten Kragen eines höchst prosaischen Ueber- zichers verborgen. Nur der im ledernen Etui hängende Feuilleton. Feldstecher und ein Patronengürtel gaben bet friedlichen Erscheinung des Herrn Joubert einen Beigeschmack. Die Abneigung der Buren gegen schneidig militärisches Auftreten geht auch daraus hervor, daß die wenigen Chargen, die es überhaupt giebt, ebenso unbedeutend, wie äußerlich schwer zu erkennen sind; ihr Kriegrat ist höchst gemütlich, und die Befehle haben mehr das Ansehen von höflichen Bitten. Großthuerei und sich seiner Thaten zu rühmen, wird als recht verwerflich betrachtet; dagegen wird ein Bur mit der größten Offenheit und ohne Scheu bekennen, daß er das Kämpfen lange nicht für das „Höchste der Gefühle" hält; derselbe Mann wird aber, wenn er muß, unter den Bomben hindurchgehen. Oeffentlich beraten die Buren, wie im Notfälle am besten davonzukommen, aber nicht ein Kommando wird seine Stellungen aufgeben, bevor es dringend notwendig ist, und wenn längeres Verweilen lediglich Opfer kosten würde. Ueberhaupt ist Kapitulation den Buren furchtbar, und das allerletzte, was sie thun. „Schneidigkeit" auf dem Schlachtfelde ist verpönt, kein Bur denkt daran, lediglich aus lieber: sluß an Mut sein Leben zu wagen. Derartiger Uebermut wird gegebenen Falles auch anstatt mit dem Ehrenmetall, durch einen gehörigen „Anschnauzer" des Feldkomets gewürdigt, denn jeder Mann, der fällt, raubt nicht allein einer Familie ihren Ernährer, sondern schwächt zudem sein Kommando und verringert die Aussichten auf den Sieg. Der Bur soll sich selbst schützen und so viel wie möglich die Feinde kampfunfähig machen. Bedingungsloser Gehorsam im Kriege ist bei den Buren eine Unmöglichkeit; denn erstens ist die Machtbefugnis der Befehlshaber viel zu beschränkt, und zweitens haben die Untergebenen ein großes Maß von Selbständigkeit und ein sehr kritisches Urteil aufzuweisen. Jeder Befehlshaber der Buren — er möge Generalissimus, „Vechtgeneral", Kommandant, oder „Veldcornet" fein — verdankt feine Autorität lediglich dem Willen des „souveränen" Volkes, es sei mittels Abstimmung oder auf andere Weise. Seine Truppe besteht aus Leuten, die ihm materiell durchaus gleichstehen und ganz freiwillig feinen Anordnungen Folge leisten. Wer nicht mitkämpfen will, kann ohne viel Federlesens daheim bleiben, und wem der Feldkornet seines Viertels nicht paßt, stellt sich ohne weiteres unter einen anderen. Das Verhältnis zwischen beiden Parteien ist also nicht das von einem Hauptmann zu seinen Soldaten, sondern dasjenige von einem Anführer zu feinen Kameraden. In einer Burenarmee diktiert der Kommandierende seinen Willen nicht kurz in einer TageSordre, sondern hält fortwährend Fühlung mit feinen Offizieren, um von deren Hilfe versichert zu bleiben. Je weniger folgsam ein Offizier ist, um so höher steigt er oft in der Achtung feiner Leute. Das ist der widerspruchsvolle Geist der Buren! Es kostet einem General oft manchen Schweißtropfen, um den Kriegsrat zur Annahme seiner Pläne zu bringen. Und es sind mir Fälle bekannt, daß ein Feldkornet wiederholt sich weigerte, seine Instruktion zu befolgen, weil diese nach seiner Meinung nicht stichhaltig waren. Ueberhaupt ist der „kritische Blick" der Buren viel größer als derjenige seiner Gegner. In jedem Afrikaner schlummert ein Feldherr; sofort und ohne jede Mühe durchschaut er die Situation und ist sofort darin zu Hause. Er ist in fortwährender Berührung mit feinen Offizieren, so daß er weiß, was in den höheren Regionen umgeht; auch ist er ein eifriger Leser der Zeitungen, deren er habhaft wird, und der sofort in den Lagern verbreiteten Bulletins. Jeder Bur-Soldat weiß folglich, was von seinem Kommando verlangt wird. Kommt ihm die Aufgabe zu schwer oder problematisch vor, so spricht er mit feinen Kameraden, und man geht zum Feldkornet. Sich willenlo- hinschlachten zu lassen, fällt ihm nicht im Traume ein, und während eine Menge englischer Gefangener in Prätoria tatsächlich nicht weiß, weshalb überhaupt gekämpft wird, will der Bur jeden Befehl nicht nur vollständig verstehen, sondern auch gutheißen, sonst führt er ihn einfach nicht aus. Soweit die Beobachtungen des transvaalschen Regierungsblattes. Das gerade dies einer der Hauptschäden des tapferen Burenheeres ist, bedarf wohl keiner Erörterung. Irüßlingsöolen. Von C. Geißler. lll* z angenehmen Gen Noch fesselt uns eisiger Wind und Schneegestöber ans Zimmer, und verdrießlich harren wir im warmen Stübchen hinter den Fensterscheiben der Ankunft des Lenzes. Einige schöne Februartage mit hellem Sonnenschein und lauen Lüften haben uns vorgegauckelt, der Frühling sei gekommen, unb nun kommt der März und fegt mit wilden Stürmen unsere Hoffnung auf einen baldigen Frühling hinweg? Und trotzdem es draußen stürmt und schneit, und wir griesgrämig mit dem Frühling hadern, daß er gar so lange auf sich warten läßt, hat doch die Natur längst ihr geheimnisvolles Weben begonnen; sichtbar freilich nur für diejenigen, denen es vergönnt ist, sie in ihrer Werkftätte läglich zu belauschen. Da sind Wunder zu schauen, wie mächtig es sich regt in Au und Hain; wie es unter der scheinbar grauen Decke 'des Wiesengrundeö grünt und sprießt, und die Knospen an Zäumen und Sträuchern hervorbrechen. Im Garten kündigt sich der Frühling an, der Hollunder und andere Sträucher treiben Blätter, die Schneeglöckchen strecken ihre nieißen Köpfchen aus der kalten Erde hervor, und Gänseblümchen und Märzveilchen blicken neugierig in die vom Frühling träumende Welt. Haselsträucher und Sahlweiden haben sich zum Lenzempfang mit ihren Kätzchen geschmückt, die nun der Märzwind arg zerzaust, aber auch die Amsel auf der Tanne im Garten läßt schon seit Wochen ihr vunderbares Lied erschallen, Meisen und Finken schmettern im Chor, und gar der Storch, die Lerche, der Staar und die Bachstelze haben sich zeitig eingefunden, um an dem allgemeinen Frühlingskonzert teilzunehmen. Gar mancher dieser lieblichen Sänger läßt in der Kälte der Morgenstunden das Köpfchen hängen, denn — Rauh wühlt der Windhauch im Gefieder Der kleinen Brust voll süßer Lieder, dc)ch wenn die Sonne ihre wärmespendenden Strahlen her- nteberfenbet, bann ist alles Leid vergessen — Und es schallt innig, ungestört, Ihr Lied, das schon dem Lenz gehört. Der Vögel Lieder sind nicht ungehört verhallt; auch MW Markus Bauer Kirchenplatz II. — Herrenkonfektion. _ Anfertigung n. Mass In eigener Workstätte. @in Heer, und mag es so stark und todesmutig sein, wie es will, ohne Disziplin, ohne unbedingten Gehorsam, ist ein Unding. So lange alles gut geht, wird es Wunder verrichten können, dveht sich der Wind aber, so ist seine Kraft nur gar zu oft erschüttert. An den Buren ist es jetzt, zu beweisen, daß Wankelmut und Verzagen ihnen unbekannte Worte sind. Und sie werden es beweisen, der ganzen britischen Nation zum Trotz! Majuba liefert den Beweis. Was nach obigen Ausführungen bei jedem feststehen muß: Wo dem persönlichen Ermessen des einzelnen ein derartig weites Feld gelassen war, müssen der wahr- haft klassische Heldenmut und die todverachtende Ausdauer und Unverzagtheit, womit Cronje und die Seinen ihren Höllenschlund acht Tage lang verteidigten, uns zur höchsten Bewunderung fortreißen. Ehre diesen Helden! Das deutsche Volk drückt ihnen im Geiste die Hand. △ Frankeuberg (Hessen), 9. März. Die im Laufe dieses Frühjahres zu eröffnende neue Bahnstrecke Cor- bach—Frankenberg hat folgende Zwischenstationen: Itter, Herzhausen, Schmidtlotheim, Ederbringhausen, Viermünden und Schreufa. Es werden in jeder Richtung vier Züge verkehren, die die Strecke in etwa einer Stunde zurücklegen. Dieselben fahren in Corbach (im Anschluß an die von Warburg—Arolsen kommenden Züge) ab 62o, 935 30°, 648, in Frankenberg (im Anschluß an die von Marburg—Sarnau kommenden Züge) ab 748, 1(M, 505, §25. Die Strecke Warburg—Marburg wird durch die Vollendung der neuen Teilstrecke dieser Linie gegen die bisherige Ver- biudung über Kassel um ca. 60 Kilometer abgekürzt. I ~ Die Zregenzüchter in der Provinz, deren Vorsitzende I m c iln versammelt waren, haben sich zu einem I Verband zusammengethan, und beantragen beim Pro- I vmzialverein, Anerkennung dieses Verbandes als Organ I oes Provinzialvereins und Aufnahme des Vorsitzenden dieses I Verbundes in den Ausschuß des Provinzialvereins als I ^bferent für Ziegenzucht. Diesem Ersuchen wird entsprochen I damit Herr Bürgermeister Wörner zu Bad-Nauheim in I den Ausschuß kooptiert. I L ** Schon im vorigen Jahre sowie vor einiger Zeit hatten wir Gelegenheit, bei H. Hochstätter, Schloßgaffe, verschiedene Serien von Tapetenmuftern zu besichtigen, welche nach Entwürfen von Prof. Eckmann ange- I fertigt sind. Wir machen an dieser Stelle gerne darauf I aufmerksam, daß sich jetzt auch deutsche Tapetenfabriken I m,t tüchtigen Künstlern in Verbindung setzen, um Tapeten- I Muster von schönen Formen und Farbenzusammenstellungen I ltciern M können, wie es ja in England seit Jahrzehnten I geschieht. I k Aus dem Hortzfsthale, 9. März. Zwar ist schon von I I anderer Seite d. h. aus anderen Gegenden berichtet worden, I tn welch unangenehmer Weise die heimtückische Influenza sich geltend machte; doch so, wie sie seit Anfang März bei uns auftritt, das erinnert an die übelsten Zeiten der Epidemie vom Winter 1889/90. In manchen Dörfern geht der Arzt I von Haus zu Haus, die meisten Familienmitglieder liegen I ' darnieder, ja in manchen Häusern ist die ganze Familie krank, so daß die Nachbarn hilfreicher Weise das Vieh füttern, melken und auch sonst zum Rechten sehen. Als neue Er- I kAbmung zeigt sich Nasenbluten bei den Patienten — oder I E. oAeA Symptom auch schon anderwärts beobachtet worden? I *?,lc Influenza soll mit Mangel an Sonnenschein zusammen- I l)dttgen. Nach den Erfahrungen in dem zu Ende gehenden trüben, nebeligen, sonnenlosen Winter erscheint die Sache ganz wahrscheinlich. — Die Kibitze, welche in den drei I sruhlingsartigen letzten Februartagen scharenweise bei uns I erschienen waren, sind fast alle wieder verschwunden. __ I Der Kohlenstreik macht sich auch jetzt bei uns dadurch fühlbar, daß man keme Braunkohlen und keine Briketts mehr erhalten kann, indem die ganze Produktion der großen Fabrik in Trais-Horloff von einer Frankfurter Gesellschaft erworben worden ist. ' ' | Lokales und Provinzielles. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 10. März 1900. 11* (Nachdruck verboten.) Vor 356 Jahren, wurde ,u Sorrent der italienische Dichter ii^r^ Eo.Tasso geboren, der alle anderen Lyriker seiner Zitt fir.rfiT,"tuen Aufschwung in die bukolische Dichtung h»t ein unglückseliges Leben geführt und ein tragisches «öfter® Ukrarm und lebensmüde tmHteronymiten- kloster San Onofrio bei Florenz am 15. April 1595. ~ Vor 293 Jahren, am 12. MSr, 1607, wurde zu GrSfen- «ebmTinm ®‘$ler1 P°ul Gerhardt geboLn. ? "^.G/auben und einem unerschütterlichen Gott- g® durch seine Lieder eine hohe Freudigkeit. Dabei » den rechten oolkStüml'chm Ton. Eines der schönsten 5LJ“ b?ne Wege". Der Dichter starb am 7. Juni 1676 als ArchtdiakonuS zu Lübben a. d. Spree. Eingesandt. I (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Gießen, 10. März 1900. Wieder einmal der Gießener Bahnhof. I w , ef m diesen Tagen von Gießen nach Rödgen fährt, wird 6e. I merken, daß m unmittelbarer Nähe der dortigen Haltestelle die Bahn I ES’ beschäftigt ist, daS Terrain einer neuen Bahnlinie Rödgen- I w den Gedanke, den oberhessischen Bahnhos I den Norden der Stadt zu verlegen, um so den Uebergang über die I Frankfurterfkaße zu meiden, scheint also endlich greifbare Gestalt »u gewinnen. Be. dieser Gelegenheit möchte Einsender dieses auf dm I k DOr* IanSer -8"^ gemachten Vorschlag Hinweisen. Wäre es nicht I Är' oon Station Großen: Buseck aus das neue Geleise nach I Wxeseck legen? Das Gelände würde nicht mehr Schwierigkeiten als I ouf der Strecke Rödgen—Wieseck bieten. Auch das dann in Wegfall kommende Stationsgebäude in Rödgen ließe sich als unmittelbar bei /bgend, sicherlich leicht ohne Verlust als Wohnhaus verkaufen. Welche Vorteile aber wurde diese vorgeschlagene Strecke bieten? Nun wrTlsl?.!!? ?llem würde der neue Bahnhof oberhalb Trohe nach N!,Ä »Ä 3 ^rgen, und so em gemeinsamer Bahnhof für Alten- Buseck, Rödgen und Trohe geschaffen werden, der etwa in der Mitte zwischen den beiden erstgenannten Dörfern zu liegen käme. Eine Station an solcher Stelle würde naturgemäß bei weitem einen größeren Personen- o/rkehr als die setzige Haltestelle Rödgen aufzuweisen haben; auch würde sicherlich be, Errichtung einer Güterabfertigungsstelle sich ein reger Güter- mC,a ^"rzeit benutzt nur etwa die Hälfte aller Arbeiter auä Alten-Buseck, welche m Gießen beschäftigt sind, die Streck- Rodgen—Gießen. Das wird anders werden, wenn der Bahnhof nicht mehr eine halb- Stunde, sondern nur etwa 15 Minuten von dem Dorfe entfernt ist. Wohl werden die Bewohner von Rödgen die Station nicht mehr b bequem haben, wie jetzt, doch möchten wir bemerken, daß es zurzeit bei nur einigermaßen schlechtem Wetter fast unmöglich ist, von Trohe und Alten-Buseck aus ohne zeitraubende Umwege an die Haltestelle »u ae- langen. Bel Anlegung des neuen Bahnhofs würde dieser Uebelstand fast ganz beseitigt werden. Alle Gründe sprechen für diesen Plan, kein uns bewußter dagegen wohl auch der nicht, daß die Ausführung des selben zu erhebliche Kosten verursachen werde. So bedeutend kann das •? tb U bas bald durch sicher zu erwartende Mehr emnahmen ausglerchen. Die Vorteile der neuen Strecke für Wieseck hier ÄS 3»/^^"EN,/st^NNötig, zumal ja die Bahnverwaltung allem Ä.0eSat ^.Wieseck mit einer Station zu beglücken, ^b-r liegen die Dmge mit Alten-Buseck. Dieses, bei weitem das größte der Dörfer, für welche die vorgeschlagene neue Haltestelle von zweimal bei Festlegung von Bahnstrecken bex der Strecke Gießen-Fulda, dann erst vor kurzem der Strecke Grünberg-Londorf-Lollar. Soll das jetzt noch einmal geschehen? Mögen diese Zeilen bewirken, daß die verehrliche Bahw t“n9k-Dr°rf9enren ^an reiflich erwägt, ehe sie definitive Ent. dieser Angelegenheit faßt. Vielleicht wird uns von orientierter Seite über den Stand derselben Aufklärung in diesem Blatte zu teiL Z. . o ^tlershaus-Konzert. Der von uns angekündigte Opern- und Lleder-Abend des berühmten Tenoristen Kgl. Hofopern- sangers Alfred Rittershaus aus Berlin (Gast der Berliner Zl- OPcr, des D r e s d e n e r Hoftheaters, des H a m b u r g e r Stadttheatersder Kgl. Oper in Budapest, des Kgl. i-tcttv-8 in ?1Ua b 0 n 2C) ßudet statt am Samstag, dem 17. Marz abends 8 Uhr im Klub-Saale. Das Pro- ?,CS ÄLn^Crld ^nbcH unsere Leser im Inseratenteile des Blattes. Aus dem Leben des Künstlers dürfte folgende Episode von Interesse sein: In Nizza wäre Alfred Ritters- haus fast das Opfer eines chauvinistischen Komplotts qe- Em dortiges Blatt „L’Eclaireur de Nico“ zeigte das Gastspiel des Herrn Rittershaus mit folgenden Worten Än-b fin0t bw Preußischer Offizier an der Oper . Etwa dreißig mit Trillerpfeifen versehene „Patrioten" waren im Hause verteilt. Die Polizei hatte von diesen Veranstaltungen erfahren und dem Künstler den Rat gegeben, nicht aufzutreten. Aber Rittershaus, der wie Jung-Sieg- fried das „Fürchten nicht gelernt hat", bestand nun erst r „B. L.-A." eine Unterredung gewährt, und sich darin in bemerkenswerter Weise über seine nächsten P l ä n e m Grebenhain, 7. März. Heute fand im Saale des Gastwirts Pfannstiel im Bermuthshain die erste diesjährige I brsteigerung statt. Die Preise waren verhältnis- hoch. Es kostete der Festmeter Eichenholz 45 bis % FZtenftammholz 25 bis 28 Mk., Buchen 30 bis I 40 Mk., Eschenholz 80 bis 90 Mk. I O Ortenberg, März. Heute wurde eine zweitägige Verhandlung am Amtsgericht dahier zu Ende geführt, in welcher mehr als 15 Zeugen wegen einer Beleidigunqssache verhört wurden Bevor sich der Gerichtshof zur Beratung »rrU^5O8' ^urbe blner der Zeugen, Julius Räe von I Bielchenbach, wegen dringenden Verdachts, einen Meineid I geschworen zu haben, ins Gefängnis abgeführt. m. Gudensberg, 9. März. Vor dem hiesigen Schöffen- I gericht wurde gestern ein allgemein interessierender Fall ver- handelt, der verdient, der Oeffentlichkeit übergeben zu werden. Der Vorsitzende des Vereins, „Frohe Zukunft" zu Besse war gegen den Bürgermeister klagbar geworden, weil dieser in einem Gespräch mit einem Wirt B. ihren Verein als einen sozialdemokratischen bezeichnet habe, was dieser , auch zugestand mit dem Hinzufügen, daß Mitglieder des be- trefftnden Vereins Hochs auf die Sozialdemokratie ausge- bracht hätten. Das Gericht nahm an, daß Sozialdemokrat keine Beleidigung sei, und erkannte auf Freisprechung und Tragung der Kosten durch den Privatkläger. Mainz, 8. März. Anläßlich des vor wenigen Tagen I erfolgten Absturzes des Türmers von St. Stephan hier werden vielfach Vergleiche über die Höhenverhältnisse verschiedener Kirchtürme angestellt, wobei von manchem unser hoch über Mainz hervorragender Stephansturm als I "ut von den höchsten Türmen gezählt wird. Dem ist aber durchaus nicht so und werde den Stephansturm mit seinen I 78 Metern noch der eine Höhe von 101,29 Meter aufweisende Turm des Mainzer Domes rangieren, der überhaupt zu den eigentlich hohen Kirchtürmen gehört, wie aus nachstehenden An- I gaben ersichtlich: In erster Linie von den hohen Türmen kommt I das Münster in Ulm (161 Meter), dann folgen der Kölner Dom (156 Meter), die Kathedrale in Rom (149 Meter) I fmo. Ware dies der Fall, so hätte unbedingt eine Nach I rid)t von ihm uns erreichen müssen. Wenn überhaupt, fu firb man nur ihre Leichen auffinden". „Halten Sie den von Andree gewiesenen Weg überhaupt für gangbar?" „Gangbar durchaus, aber nicht lohnend genug. Die Auch b^te eines derartigen Unternehmeiis kann doch immer geringe fein Nach dem Nordpol zu fliegen, st doch etwas wesentlich anderes, als zum Pol sich durch- n‘rr ^enx unserer Erfahrungen hat auf allen sJtmrfr ber gezeitigt, und auf dem Gebiete ^^??^vforschung ist es ganz gewiß der Kampf gewesen" „Scheint es aber nicht ein Widerspruch, wenn Sie überzeugt 1 tnb, daß Andree von einer Katastrophe ereilt wurde, und Jemen Plan dennoch für durchführbar erachten?" „Aber durchaus nicht. Sein Projekt war gut, doch er muß bei ^^.i^urchs-ührung einen Fehler gemacht haben. Welchen Fehler — ia wer vermag das zu sagen? Das ist das Geheimnis des Mannes geblieben, der daran zu Grunde gegangen ist". 0 b Ks •SS* 4 HUM ii MnlaS bttt StfllpB ooimltto SilrittWV * 2 . RI - v.vd 1 6 SMgm 1. K jjoh; Slabt: 13 4. RI. = 40,81 (Sioh-Rchm 1868 "W iniminhfi gamötag l Zusammenkul an der Rheinf ffiüb beginnt Eichen: 6 ( 9,7ö fm, 59 31,46 fm, 49 9,74 fm unb W: 64 Ä - 26,53 fin uni M'Nltnbai 1861 M B w Die Gemeinde! abstchttgt, ihr N- unb b^tnb Im 8 KchenstmM 122 NadMnnne 008 WMft M Angebote bis 3 6ei unter reichen. Geneh Tage Vorbehalte aas Verlangen r ä£y vorgezeigt ^Übungen, ( Xonnetatag Äi! ä*“ «I» 62 26o' Sm 50 " Nw i 80 ' 11 w.,,. 0 Stetig -LtzD: ÄS i Schiss >< , ch in bW#f ^ J; aeftajfa Sii '. &B*. halt' ,'zW- Der arm’ 1 Mfai a\i\ Sein. 5lr^.M^'Qten lei erste Hos e ich wA geschl^sel "och am Lebt ""bedingt eine M Ä’enn überhaupt 1" »Halten Cie^ aiW für gangbar Wfc Die L nMann doch im Nordpol zu stieg v zum Pol sichd^ hrungen hat aiM und aus dem KM. i der KaMM/'en^ t mennAei/öerzeuK phe ereilt ivurde, uit ar erachten?" „Ade sut, doch er muß bt acht haben. Belcher en? Das ist das S» Harare 311 &runbe gt- er tri tuM stehenden AM Verantwortung.) ey, 10. März 1900. t Bahnhof. Rödgen führt, trä.-o ,en Haltestelle die W euen Bahnlinie Röde- n oöerheMen Bah^ dm llebergang uöer te lid) greifbare ßfflalt u Sender dieses auf einen «wchiN. Mre es nichll L das neue S-leise nach, mehr Sehroterrgtetten als ud) das bann m Dezsoll ; sich ali unmittelbar te i i als Wohnhaus verlaufen. .ene Strecke bieten? »« inhof oberhalb Trohe ne| iamer Bahnhof für m, der etwa in der M liegen tönte. it einen uweifen haben; N M-sich «in reger S^' . bie Me Ollers »äftigt sind, .(.* ist, von Trohe L-ltestelle »-gp W«i«* e.to*‘S .n Station zu «9 *«**mss SEAL »6 * rt'fe in diese-n »«» 1 z. j llrillcigcruuiu’u. Arbeitsversteigerung. Kommenden Mittwoch, deu 14. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, werden auf dem Rathause tu Leihgestern nachstehende Arbeiten und Lieferungen versteigert und -war. veranschlagt zu 1. Maurerarbeiten und Legen von Röhren 338,70 /, Mk. Preisliste grat. Nicktp. zahle Betrag retour. A Kirschberg, Leipzig, Blücherstr. 12. 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