353 ung nebft ZubehSk, ntrum belegen, jur nisangabe unter 3« dieses BlatteS. W? • »lÄt -^L®Wion_b^[ "fir? ^Mieten. -S2Sl5!*il »«mieten. jnlad) möbliert obet u«de tu vermieten. __?£«Me_25^ möbliertes Rimmer m _ Xeueutoeg 60. Wents haus David int - Damstadt, -S und berühmtes refsandhaue, \id) befteüte fafltttion ber •n SanbtSlotttrit. trete it tbebvww werden überall ju m gesucht. 821 Et Pudel, mit weißer Brust, auf .Oskar' Abzugeben bei Gießen, Mihlgafse o. MÄÄ lt die Ezved. d. Bl- a> M. 8 Kwettes Blatt Donnerstag den 11. Januar Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen des In- und Auslände- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. ZSezuqspreis Vierteljahr!. Mk. 2,20 nioncitlid) 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholtstellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. 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Frankreich, die natürliche Vormacht der romanischen Staaten ist heute nur ein Schatten jenes Riesenreiches vor hundert Jahren. Es gab damals keine große europäische Frage, die anders als nach dem Willen des großen Korsen entschieden werden konnte. Heute ist Frankreich zwar, dank der Opferwilligkeit seiner Bevölkerung, immer noch ein großer Militärstaat, aber die Zwistigkeiten im Innern lassen es als dringend geboten erscheinen, von der militärischen Macht keinen Gebrauch zu machen. Wohl hat Frankreich noch kurz vor dem Abschlüsse des Jahrhunderts die lästige Dreyfus-Angelegeuheit, die zwei Jahre hindurch den Staat in seinen Grundfesten erschütterte, aus der Welt geschafft, aber die innere Ruhe ist damit noch nicht dem Lande wiedergegeben. Es ist vielleicht charakteristisch, daß am Sylvestertage, wo die Mitglieder deutscher Parlamente unbeschadet ihrer Würde und ruhigen Gemüts den bewährten Punsch vorbereiten konnten, der französische Senat als Staatsgerichtshof tagen mußte, um über Männer zu judizieren, denen Hochverrat und Verschwörung gegen den bestehenden Staat vorgeworfen wird. Die französische Republik ist also in jedem Augenblicke in ihrer Existenz bedroht, und so muß sie vielmehr darauf bedacht sein, sich selbst zu schützen, als sie daran denken kann, die Rolle als romanische Vormacht in Europa wirksam durchzuführen. Nicht viel günstiger steht es mit Italien. Gewiß ist es im Gegensätze zu Frankreich äußerlich heute viel besser daran als am Beginne des 19. Jahrhunderts, wo von einem Italien überhaupt noch nicht die Rede sein konnte. Denn damals war der Boden der Apenninen-Halbinsel den Einflüssen und der Herrschaft fremder Mächte unterworfen und Oesterreich und Frankreich schlugen ihre Schlachten in der lombardischen Tiefebene. Heute ist Italien geeint, aber diese Einigung ist mehr eine äußerliche als eine innerliche. Denn die Mächte des Umsturzes sind eifrig am Werke, um den Einheitsbau zu zerstören. Im äußersten Norden des Landes und im äußersten Süden hat der Sozialismus eine gewaltige Macht errungen, und ihm zur Seite steht ein unklarer Republikanismus, der zwar nicht die bestehende Gesellschaftsordnung aufheben will, aber die Dynastie des Hauses Savoyen beseitigen und an ihre Stelle eine italienische Republik setzen möchte, die noch nicht vier Wochen Feuilleton. D Die Bezüge auf die englische Nation treten D nun auch wieder ein, und die guten Deutschen 'S M bemerken nicht, mit welcher Klemme sie von A H dieser Seite bedroht sind. Dem französischen I U Stolz kann man beikommen, weil er mit Eitel- D » keit verbrüdert ist, dem englischen Hoch- -Z |e mut aber nicht, weil er kaufmännisch auf £ f der Würde des Goldes ruht. Goethe an Knebel, 19. März 1814. I * Mephisto vor Gericht. Aus Berlin berichtet die Mrsenztg.": Wegen Beleidigung eines Gerichtsassessors im Amtsgericht in Bernau hatte sich der dortige praktische Arzt Dr. Christian Münstermann vor der ersten Strafkammer am Landgericht II zu verantworten. Dr. MUnster- mann war im Sommer v. I. in einer Sache als „sachverständiger Zeuge" vernommen worden und da ihm nur Zeugengebühren angewiesen wurden, während er Sachverständigen-Gebühren beanspruchen zu dürfen glaubte, so remonstrierte er. Er erhielt, nachdem die Gerichtsferien bereits begonnen halten, von dem Amtsrichter Schröder, der auch in der Verhandlung den Vorsitz geführt hatte, r.urn ablehnenden Bescheid, bei dem er sich beruhigte. Nach Ablauf der Gerichtsferien erhielt er einen neuen Bescheid dkS Inhalts, daß der zwei Monate früher ergangene Belang als einheitlicher Staat bestehen könnte, denn das stärkste, ja man kann sagen das einzige einigende Band ist in Italien das Haus Savoyen. Im Süden des Staates herrscht neben der gesetzmäßigen Regierung, ja mächtiger als diese, die gesetzlose Maffia, deren schändliches Treiben zur würdigen Einleitung des neuen Jahrhunderts in dem Prozeffe Notarbartolo enthüllt wird. Für Spanien bedeutet der Anbruch jedes neuen Jahrhunderts nur einen Fortgang des Verfalls. Am Beginne des vorigen Jahrhunderts glich der tapfere Widerstand gegen die französischen Unterdrücker wenigstens einem letzten großen Aufflackern alten Ruhmes. Heute würde die Bevölkerung einem äußeren Feinde kaum noch einen so zähen Widerstand entgegensetzen können. Heut schlägt man sich lieber im Innern wegen der Steuern herum, als daß man auf die Wahrung der nationalen Güter bedacht ist. Seinen wertvollen Kolonialbesitz hat die einst größte Kolonialmacht der Welt in den letzten Jahren des zu Ende gegangenen Jahrhunderts verloren, wenn es seine Selbständigkeit als europäischer Staat bewahrt, so dankt es dies nur dem Umstande, daß keine europäische Macht daran denken kann, es einzustecken. Man braucht kein großer Prophet zu sein, um vorherzusagen, daß die spanische Geschichte ves 20. Jahrhunderts lediglich aus einer Kette von PronunciamentoS größeren oder kleineren Stils bestehen wird. So erscheinen die romanischen Poeten nicht berufen, im 20. Jahrhundert eine führende Rolle zu spielen. Wohl aber ist zu besorgen, daß manche, und zwar ganz besonders Frankreich, wegen ihrer inneren Konflikte, den europäischen Frieden gefährden werden.________________________________ Ackatrs uaL MomnMrs. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, den 10. Januar 1900. ** GeschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 71 Jahren, am 11. Januar 1829, starb zu Dresden der Philosoph Friedrich v. Schlegel. Er war Mitbegründer der neueren romantischen Schule und bahnbrechender LUieraturforscher für die orientalische Richtung. Als sich 1809 in Oesterreich die patriotische Erhebung vollzog, nahm er lebhaften Anteil daran; die Proklamationen gegen Napoleon entstammen seiner Feder. Bewunderung erregten seinerzeit seine reflektierenden Vorlesungen über Philosophie der Geschichte. Er wurde am 10. März 1772 zu Hannover geboren. ** Dieustnachrichten. Am 25. Oktober wurden dem provisorischen Zeichenlehrer an der Knabenmittelschule zu Darmstadt, Schulamtsaspirant Josef Müller aus Lampertheim, die Rechte eines definitiv angestellten Volksschullehrers verliehen; an demselben Tage wurde der auf die 5. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdingen präsentierte Schulamtsaspirant Karl Bert aus Wembach für diese Stelle bestätigt; an demselben Tage wurde dem Geometergehilfen scheid, weil während der Ferien von einem nichtzuständigen Richter erlassen, rechtsungiltig sei. Er möge daher seine Beschwerde noch einmal einreichen. Dr. Münstermann reichte eine neue Eingabe ein, in der er zur Vereinfachung der Sache ersuchte, man möge seine frühere Beschwerde einfach dem Landgericht weiter reichen. Dieser Eingabe stellte er die Worte Mephistos als Motto voran: „Es erben sich Gesetz und Rechte Wie eine ew'ge Krankheit fort. Sie schleppen von Geschlecht sich zu Geschlechte Und rücken sacht von Ort zu Ort!" Das Wort „sacht" hatte der Schreiber unterstrichen. Durch dieses Motto fühlte sich der Assessor Wendtlandt, zu dessen Resiort die Erteilung des Bescheides eigentlich gehörte, beleidigt, und zwar besonders durch die Worte: „ew'ge Krankheit" und das unterstrichene „sacht". Der Verteidiger des Angeklagten führte aus, daß seinem Klienten jede Absicht einer Beleidigung fern gelegen sei. Es gäbe doch wohl kaum einen Nicht-Juristen, dem bekannt sei, daß ein während der Gerichtsferien erlassener Bescheid rechts- ungiltig sei und zwei Monate später durch einen neuen Bescheid ersetzt werden könne. Durch das Goethesche Zitat sollte kein Richter beleidigt, sondern sollte die für den Laien unverständliche Langsamkeit der Gerichte kritisiert werden. Der Gerichtshof schließt sich der Ansicht des Verteidigers an. Der Angeklagte habe nicht Personen, sondern Zustände treffen wollen, und thatsächlich auch nur solche getroffen. Es sei daher auf Freisprechung zu erkennen. * Wo ist die Hölle? Der „Franks. Ztg." wird ge- Gustav Feurer zu Egelsbach das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Offenbach, — an demselben Tage wurde dem Geometergehilfen Karl Schmidt zu Alsfeld das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Alsfeld — erteilt; am 28. Oktober wurde der auf die 3. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sprendlingen präsentierte Schullehrer Georg Wilhelm Bangel zu Bellersheim für diese Stelle bestätigt; an demselben Tage wurde dem Schullehrer Bernhard Poth zu Volkartshain eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Helpershain, an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Wilhelm Gerold zu Alsbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst, an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Adam Scior aus Hassenroth eine Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Babenhausen übertragen; an demselben Tage wurde der Schulamtsaspirant Jakob Müller aus Hahnheim zum Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Mainz ernannt; am 4. November wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Schmidt aus Lich eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Albig übertragen; an demselben Tage wurde der auf die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Finkenbach präsentierte Schulamtsaspirant Georg Trink- aus aus Nieder-Klingenfür diese Stelle bestätigt; an demselben Tage wurde dem Schullehrer Johannes Bayer er zu Knoden-Schannenbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schlierbach, am 8. November wurde dem Schulamtsaspiranten Christoph Hofmann aus Bodenrod eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Leeheim, am 10. November wurde dem Schullehrer Matthias Lamberth zu Dexheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Herrns- heim, am 12. November wurde dem Schullehrer Johann Heinrich Eifert zu Dirlammen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Breungeshain, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Philipp Schmidt zu Breungeshain eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Engelrod, am 13. November wurden den Schullehrern August Antweiler zu Weiher und Peter Gölz zu Erbach i. O. Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Mühlheim, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Heinrich Peter zu Wenings die 2. Lehrerstelle zu Stockheim, — an demselben Tage wurde dem Schulamts- aspirauten Georg Kemmer aus Alsfeld die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zeilbach, im Kreise Alsfeld, am 15. November wurde dem Schullehrer an der höheren Bürgerschule zu Schotten Wilhelm Trink aus eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule daselbst übertragen; am 16. November wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Keller aus Reichelsheim i. d. W. die 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Utphe, im Kreise Gießen übertragen; am 18. November wurde dem Schullehrer Johannes Maser zu Schaafheim eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule zu Groß Umstadt, — an demselben Tage wurde dem schrieben: In dem neuesten, kürzlich erschienenen Werke des Jesuiten Coloma: „Der arme Johannes", einem, als Kunstwerk betrachtet, ziemlich wertlosen Buche, das den Aberglauben und die Unwissenheit des spanischen Volkes wohl unbeabsichtigt grell beleuchtet, bekommt ein alter Eseltreiber in Sevilla beim Viehtreiben eine Protestantische Kirche zu Gesicht und er unterhält sich darüber mit einem unerhört bornierten alten Weib: „Ich blickte nach allen Seiten um mich", erzählte er, „aber so weit ich auch die Augen aufriß, ich bemerkte weder Heilige, noch Altäre, noch auch einen Weihwasserkessel. . . Ich glaubte wahrhaftig, ich hätte mich geirrt und wäre aus Versehen anstatt in eine Kirche in einen Klub geraten. Da bemerkte ich eine Frau, die an der Eingangstüre fegte, und fragte sie: „Sagen Sie doch, liebe Frau, ist das hier die protestantische Kirche?" „Gewiß Herr", antwortete sie. „Ja, giebt cs denn hier keine Heiligen, keine Altäre und keine Weihwasserkessel?" Und die Frau antwortete: „Glauben Sie denn wirklich, daß diese Dinge in der Hölle zu finden sind?" „Gott steh mir bei, Frau! Wie kommen Sie denn hierher, wenn das hier die Hölle ist?" „Das will ich Ihnen sagen. Man zahlt mir für das Fegen zwei Realen und ich nehme das Geld und kümmere mich um weiter gar nichts".....— Der schlaue Jesuit erzählt eine so dumme Geschichte natürlich nur einem so unwissenden Volke wie dem spanischen, aber bei dem macht sie Eindruck, darauf kann er rechnen. • Unfreiwillige Komik. In „Höhenluft", Roman von Marie Stahl („Berliner Tageblatt" vom 15. Dezember) Schulamtsaspiranten Konrad Dormer auS Lich die Lchrer- flelle an der G-meind-schule zu Kestrich, IM Kreise Alsfeld, .übertragen: am 29. November wurde der auf die Z.jLtrym« stelle an der Gemeindeschule zu Geinsheim präsentierte Schulamtsaspirant Georg Heinrich Guyot aus W“ sür diese Stelle beftäiigt; am 9. Dezember wurde der aus die 3. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hoch,t i. O. präsentierte Schullehrer Adam Kadel zu Wersau sur diese Stelle bestätigt; am 16. Dezember wurde dem Schullehrer Philipp Ferbert zu Ober-Saulheim die 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Winterkasten, nn Kreise Bensheim, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Gustav Kraft zu Kirch-Beerfurth eine Lehrerftelle an der Gemeindeschule zu Ober-Saulheim, im Kreide Oppenheim, an demselben Tage wurde dem Schulverwalter Ludwig Berg zu Wimpfen a. B. eine Lehrerstelle an der evangelischen Schule daselbst, am 19. Dezember wurde dem Schulamtsaspiranten Johann Thomas aus Schornsheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ernsthofen, Kreis Dieburg übertragen; am 23. Dezember wurde der auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Höllerbach präsentierte Schulamtsaspirant Heinrich Saal aus Lengfeld, Kreis Dieburg, für diese Stelle bestätigt. — Am 30. August wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Romrod, Kreis Alsfeld, Ludwig Presser auf fein Nachsuchen aus dem Schuldienste entlassen. — Am 8. Dezember wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Langen, Kreis Offenbach, August Keller mit Wirkung vom 27. November an, seines Dienstes entsetzt. — *«- Erledigte Lehrerstellen. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Griesheim, Kreis Darmstadt, eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gambach, Kreis Friedberg, eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sauer-Schwabenheim, Kreis Singen, mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden, die mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weiher, Kreis Heppenheim; sämtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dienst- alter sich bemessenden Gehalt. ** Prüfung der Fahrkarten. Nach Blättermeldungen hat sich die dringende Notwendigkeit ergeben, eine Prüfung der Fahrkarten der Reisenden auf der Eisenbahn, so lange letztere sich unterwegs befinden, häufiger als das bisher geschehen ist, vorzunehmen. Das Zugbegleitpersonal ist daher streng angewiesen worden, auf allen Stationen, auf denen der Aufenthalt des Zuges es irgend gestattet, mindestens stichweise die Fahrkarten der im Zuge befindlichen und der neu einsteigenden Reisenden zu prüfen. Die Stationsbeamten sollen das Zugbegleitpersonal hierin unterstützen, und acht darauf geben, daß die Kontrolle durch die Schaffner wirklich ausgeübt wird. Die Verkehrsinspektionen haben die bei den Fahrkartenprüfungen entdeckten Unregelmäßigkeiten zu verfolgen, auch unter Umständen gegen die schuldigen Reisenden strafrechtlich vorzugehen. *• In Amerika verstorbene Heffen. Belleville, Jll., Frau Dorothea Friedrich, geb. Peters, 83 Jahre alt, aus Trubenhanfen. New-York, Frau Henriette Stransky, 77 Jahre alt, aus Frankfurt a. M. Ebenda. John Henry Wagner, 48 Jahre alt, aus Homburg v. d. H. New-Athens, Jll., Georg Fischer, 42 Jahre alt, aus Egelsbach. Evansville, Jnd., August Buhmeier, 80 Jahre alt, aus Rinteln. New-Haven, Conn., Jakob Philipp Berger, 67 Jahre alt, aus Gießen. Chilli cothe, O., Frau Elise Gärtner, geb. Schmidt, 74Jahre alt, aus Mengelbach. Allegheny, Pa., ChristianMöller, 58 Jahre alt, aus Rotenburg, Kurhessen. New-Dundee, Can., Frau Catharina Koch, Wwe., geb. ©offner, 81 Jahre alt, aus Hessen. m Borken Kreis Homberg, 9. Januar. Auf einem nahe von hier gelegenen größeren Rittergute hat ein Kuh- schweizer vergangene Nacht sich in einem günstigen Augenblicke in die Schlafstube eines anderen auf dem Gute in Stellung befindlichen Mannes eingeschlichen, dessen Koffer gewaltsam erbrochen und daraus die gesamten Ersparnisse im Betrage von 150 Mark gestohlen. Noch ehe )er Diebstahl bemerkt wurde, ist der Kuhschweizer, ein noch junger Bursche, mit dem gestohlenen Gelde und anderen Sachen flüchtig geworden und soll einen Personenzug in der Richtung nach Kassel benutzt haben. m Darmstadt, 8. Januar. (Feuersgefahr und Wassermangel.) Heute abend kurz vor 5 Uhr brach in dem Stallgebäude der Hosraite Neckarstraße 4, Herrn I. Mohr gehörig, ein Schadenfeuer aus, welches den Oberstock mit Heu und Strohvorräten vollständig einäscherte, während die in den Ställen untergebrachten fünf teilweise sehr wertvollen Offizierspferde rechtzeitig gerettet werden konnten. Hierbei ist die außerordentlich wichtige und kaum glaubliche Thatsache zu verzeichnen, daß die herbeigeeilte Tagesseuerwache eine geschlagene halbe Stunde müßig zusehen mußte, da die mitgebrachten Schläuche von den Hydranten nach der allerdings weit zurückgelegenen Brandstelle nicht ausreichten, bis endlich ein weiter beorderter Zug mit den nötigen Schläuchen eintraf, worauf der Brand alsbald gelöscht war. — Nur der gänzlichen Windstille und dem außerordentlich günstigen Umstande, daß der Feuerherd vollständig isoliert, rings umgeben von Gärten lag, ist es zu verdanken, wenn weiteres Unglück verhütet wurde. Ta die herbeigeeilte Tagesfeuerwache die übliche Anzahl von Schläuchen bei sich führte, kann der maßgebenden Behörde der Vorwurf nicht erspart bleiben, bei der Anlage der Hydranten nicht in hinreichender Weise für derartige Eventualitäten gesorgt zu haben, denn die Anzahl der von der Tages- feuerwache, welche bekanntlich ihren Wagen selbst drückt, mitgeführten Schläuche, kann selbstverständlich nur eine beschränkte fein. Es ist kaum anzunehmen, daß derartige Mängel noch mehr vorherrschen sollten, doch läßt gerade dieser Fall die Mahnung angebracht erscheinen, unsere sonst als mustergültig angesehene Wasserversorgung auch nach dieser Seite einer gründlichen Prüfung zu unterziehen. — Man bedenke nur, daß gegenüber das neu erbaute Gewerbe- Museum, das Amtsgericht II, das Kreisamt mit teilweise unersetzlichen Kunstwerken, Archiven 2C. liegen und daß in der Neckarstraße von der Wald st raße bis zur Nh einstraße kein Hydrant liegt, und man wird sich über die eventuelle Tragweite des heutigen Falles klar werden. — Die Entstehungsursache konnte noch nicht festgestellt werden, doch ist Untersuchung im Gange. — Ein Offiziersbursche war im Stalle bei den Pferden, als der Brand auf dem Heuboden ausbrach, doch merkte er davon tzichtS und wurde erst von dritten Personen auf den Rauch aufmerksam gemacht. △ Mainz, 9. Januar. Die von den „Mainzer Nachrichten" gebrachte und von einer ganzen Reihe Zeitungen ohne jegliche Reserve reproduzierte Meldung, daß zwischen den Mainzer Lederwerken, vormals Meyer, Michel und Denninger und der Firma Cornelius Heyl in Worms gegenwärtig Verhandlungen schwebten, die auf den Erwerb der Lederwerke durch genannte Wormser Firma abzielten, wird in einer Blättermeldung von dem Aufsichtsrat der hiesigen Gesellschaft als unzutreffend bezeichnet. Wir haben Veranlassung genommen, an direkter Quelle Erkundigung einzuziehen und wurde uns gleichfalls der Bescheid, daß die Mitteilung der „Mainzer Nachrichten" unwahr, wogegen wir aus privater, den Lederwerken nahe stehender Quelle weiter erfahren haben, daß allerdings wegen der Veräußerung des hiesigen Geschäftes Besprechungen stattgefunden, die aber „leider" zu keinem Erfolg geführt. Mainz, 9. Januar. An einem Neubau am Kaiser Wilhelm-Ring, der soeben von der Baufirma Strebel fertiggestellt wird, stürzte heute abend 5 Uhr der an der Hinterfront des Hauses gelegene Treppenbau in sich zusammen. Zwei Arbeiter, Kaibel von Bretzenheim und Stofft von Nieder-Saulheim, stürzten mit in die Tiefe. Jrn Fallen hatte sich Kaibel an einem Brett festgehalten. Dieses brach aber ebenfalls durch, und der Mann stürzte infolgedessen gleichsalls in die Tiefe. Seine Verletzungen waren derart, daß er alsbald starb. Der andere Arbeiter, der ebenfalls schwer verletzt ist, befindet sich im Hospital. Der Vertreter der Staalsanwaltschast, Herr Polizeikommissär Kindhauser sowie die Herrn Oberbürgermeister Dr. Gaßner ist zu lesen: „Nach dem schwerwiegenden, schwer errungenen Siege im lärmenden Waffengang der politischen Arena wurde ihm (Herrn Pranken) dies Zusammensein mit schönen Frauen und Freunden beim Mahle in der lauchigen Behaglichkeit des kleinen Kabinetts ein paradiesisches Ausruhen." (Das Mahl scheint aus Schnittlauch bestanden zu haben, den Herr Pranken wohl sehr liebte.) — Hübsch heißt es in der „Pommerschen Reichspost" vom 20. Dezember: „Unter dem graublonden Schnurrbart quoll eine anderthalb Ellen lange Perlenschnur von Worten hervor, die zusammen ■einen grimmigen Fluch darstellen sollten. — Im „Rügenschen Kreis- und Anzeigenblatt" macht der Kuhfütterer August Freihold in Götewitz bekannt: „10 Mk. Belohnung. Der mir wegen Krankheit mir meinen Hund aus dem Kuhstall entwendet hat ober Tot geschlagen hat oder ersäuft hat der mir den Thätcr nach weisen kann das ich ihm gerichtlich belangen kann. Wer mir aus Rache meinen Hund Tot geschlagen hat der ist ein Spion leidig in den Augen das ist ein Vilister falschs hinter dem Rücken das ist ein Bandgude." — Nach der „Metzer Zeitung" (Nr. 285) sind am 4. Dezember zum Biehmarkt im städtischen Schlacht- Hause angetrieben worden: „Ochsen 26, Stiere —, Kühe 9, Kälber 28, Schafe 10, Schweine 126, Knaben 19, Mädchen 15, zusammen 34. — In der Erzählung „Belohnte Treue" (s. „Westfälisches Volksblatt" vom 6. Dez.) wird gesagt: „15 Thränen des Schmerzes flössen bei diesen Worten über die welken, runzeligen Wangen der alten Frau, als sie den Gast in das Sterbezimmer führte." (In solchen Fällen zählt man sonst die Thronen nicht, übrigens aber fättt die Zahl 15 auf, 14 oder 16 wäre natürlicher; offenbar aber weint die alte Frau nicht mit beiden Augen gleichmäßig." — Im „Bochumer Anzeiger" vom 7. Dezember ist zu lesen: „Eine berühmte Zwergin der Gegenwart ist Mary, die lebende Puppe; sie ist heute vier Jahre alt und war bei der Geburt sieben Zoll lang. Heute ist Mary 17 Zoll hoch und wiegt 475 Pfund." (Bei der geringen Höhe muß die Zwergin geradezu erschreckend breit sein.) — Heber das Belegen von Plätzen im Frankfurter Palmen- garten b>.klagt sich ein Vertreter des „Frankfurter General- Anzeigers" in Nr. 294 dieses Blattes: „Ueberall," schreibt er, „wo man Platz nehmen will, schallt es „Reserviert" entgegen. Diejen reservierten Plätzen habe ich nun mehrmals schärfer auf die Finger geschaut und gesunden, daß sie manchmal garnicht besetzt werden." „Kladderadatsch." * Was hat das 19. Jahrhundert gebracht? Was wir sah'n in hundert Jahren, sollt prägnant ihr hier erfahren: Neue Reiche, Neue Staaten, Gasbeleuchtung, Automaten, Emanzipation der Neger, Wollregime von Dr. Jäger' Seuchen, Revolutionen, Kaffee ohne Kaffeebohnen, Ansichtskartensammelwut, Weine ohne Traubenblut, Biere ohne Malz und Hopfen, Magenpumpe, Hoffmannstropfcn, Dichtungen von Schiller, Goethe, Kriege, Krisen, Hungersnöte, Deutsche Zollvereinigung, Dampflatrinenreinigung, Impfzwang, Repetiergewehre, Amateure und Masseure' Vielerlei Affekuranzler, Deutschen Kaiser, Deutschen Kanzler' Deutsches Heer und Deutsche Flotte, Anarchistische Komplotte, Pulver ohne Knall und Rauch, Deutsche Kolonieen auch, Nihilistenattentate, Rotes Kreuz, Brutapparate Brot- - & -SÄ chmÄ daß auch bieic -mzuMz-n drohen; d-r Bau 9ClC9£nl 0naU ÄTÄ'r°n, dahier in =™em İn wohnL ^besuch »° kurzem« Mitte der Bretter glitt dos Mädchen aus, stürzte• m den Mein und verschwand sofort m den Wellen Am nächsten Tage wurde die Leiche der Unglücklichen gelandet. -Die von Seiten des Großh. Ministeriums, Abteilung für Schulangelegenheiten, zur Wende des Jahrhunderts angeordnete Schulfeier wird nunmehr kommenden Montag, 15. Januar, in allen hiesigen Schulen abgehalten. Wegen der Weihnachtsferien, konnte die Feier nicht früher abgehalten werden. — Set dem karnevalistischen Konzert in der Stadthalle entstand gestern abend große Ausregung, weil ein Herr behauptete, es ser ihm in dem Bedürfnisraume feine Börse mit 120 Mark gestohlen worden. Nachher stellte sich heraus, daß die Frau des Betreffenden, die ihren Mann als einen leichten Vogel kennt, aus Vorsicht das Portemonnaie unbemerkt in Verwahrung genommen hatte. Marburg, 8. Januar. Die Allgemeine Betriebs-Aktien- Gesellschaft für Motorfahrzeuge in Köln steht zur Zett mit der hiesigen städtischen Verwaltung in Unterhandlung wegen Einführung von Verkehrslinien um und durch Die Stadt. Es ist dabei besonders eine Verbindung der nördlichen und südlichen Stadtteile durch die Stadt und unter» halb derselben, also am Pilgrimstein her, ins Ange gefaßt. Die Gesellschaft beabsichtigt auch, Fahrzeuge zur Abgabe für Einzelpersonen, Gesellschaften und Vereine zum Privat- gebrauche zur Verfügung zu stellen. Cassel, 8. Januar. Gestern nachmittag wurde der königl. Polizeidirektion ein Telegramm der Polizeibehörde zu C., unweit Düsseldorf, zugestellt, welches das Ersuchen enthielt, ein 16jäh riges Mädchen, welches seinen dort lebenden Eltern entflohen und im Begriffe sei, sich nach Niederösterreich zu begeben, bei Ankunft des betreffenden Eisenbahnzuges in Cassel festzuhalten. Dem Ersuchen wurde so prompt entsprochen, daß die junge Ausreißerin bereits zwei Stunden später im Gewahrsam sich befand und heute in Begleitung eines hierher beorderten Verwandten die Rückreise nach C. antreten konnte. Wolfhagen, 8. Januar. Ein Verbot der Automaten hat der Landrat unseres Kreises erlassen. Der Landrat wies die Ortspolizeibehörden an, den Wirten, die Verkaufsautomaten aufgestellt, aufzugeben, diese Apparate binnen 24 Stunden aus den öffentlichen, dem Publikum frei zugänglichen Räumen zu entfernen, oder sie derart außer Gebrauch zu setzen, daß sie in keiner Weije mehr benutzt werden können. Für jeden Tag der Nichtbefolgung der Verfügung ist eine Strafe von 20 Mark festgesetzt worden. Das Verbot wird mit dem Hinweis darauf begründet, daß durch die Automaten die Naschhaftigkeit der Kinder geweckt und der S p a r s i n n untergraben werde. Hünfeld, 8. Januar. Kürzlich hielt das Komitee zur Vorbereitung einer Tierschau im Kreise Hünfeld unter Vorsitz des Herrn Landrat v. Steinmann und im Beisein des Herrn General-Sekretär Gerland Kassel und weiterer 14 Herren aus dem Kreise Hünfeld seine erste Sitzung ab. Es wurde beschlossen, am 16. Juni ds. Js. eine Tierschau und Prämiierung zu veranstalten, welche sich auf Rindvieh, Schweine und Ziegen erstrecken soll; Prämien im Betrage von etwa 2000 Mk., Medaillen und Ehrendiplome stehen zur Verfügung. Jeder Kreisein- und Wurst- und Weinfabriken, Oertel-Kuren für die Dicken, Streichhölzer und Eisenbahnen, Heines Lieder, Freitags „Ahnen", Telegraphen mit und ohne Leitungsdrähte, Telephone, auch Torpedos, rasch versenkbar, Flugmaschine, beinah lenkbar, Reblaus-, Schildlausinvasion, Rotationsdruck, Sezession, Bahnhofsperre (lästige Fessel!), „Fuhrmann Henschel", „Weißes Rössel", Chloroform, Antipyrin, Morphium, Phenacetin, Vegetarierkost — o jerum! Diphterie-, Pest-, Hundswutserum, Erbswurst, Marlitt, Sanatorien, Panzerzüge, Krematorien, Phonographen, Mauserflinten, Rontgen-Strahlen, Schnurrbartbinden, Fahrrad-, Ski- und Kraxelsport, Tennis, Fußball und so fort, Sonnenbäder, Waffer-Kuren, Hygieine-Professuren, Auerlicht, Acetylen, Ltratzenbahnen, ©analogen, Klapphornverse, Streichholz- idjerje, Kaviar aus Druckerschwärze, Feuerwehren, stets bereit, Europäische Einheitszeit, Motor-Droschken, Jnter- views, Bestdressierte Känguruhs, Warenhäuser und Bazare, Färbemittel für die Hoare, Zähne-, Waden Surrogate^ Maggi, Soxleth-Apporate, Lyddit-Bomben, Gasmotoren, ckanga .weibliche Doktoren. Influenza, Heilsarmee, Ethisch- Kulturidee, Bogenlampen, Glühlichtstrllmpse, Börsenkrachs, Parteigeschmipfe, „Hurrah"-Rus statt „Hoch"-Geschrei. Ur. Schenks Austüstelei, Robert Magers Theorie, Falb- ön0JeJ,lin,mt W nie!), Dreysus Sache, Zola-Briese, Richard Wagners Leitmotive, Nordpolsahrten, Schweizer- pmen, Reinkulturen von Bazillen, WaSmuthS Hühneraugen- nnge und noch tausend andere Dinge. Dies des SäkuluniS Bedeutung, nach der „Magdeburger Zeitung". l. 3lim' »?«*» fes F°!>° ÄM 3 welcher .l der Ob jr giin!®a,n «le, ggä&i SS- beutjdje eWUJ Mim dn W tonnen H um( Deutschland »n ( fen Firm harü Cceanic", i>i’r e,nc besitzt. Doch-" trifft, den Rekord -ooiiaelragen, denn ongeblid) 22 Knoten boty nut 20 aller Vv tzamdutg-Amet' iin bet stunde bt' Lin Passagietdam Lon allgeme Vergleichende 3' existierenden §ch mb der „Tciitfd Mit 190,8 Meter „Teutschland" ist Aus diesen Zahle uechnik, welche m lord vor allen 5c getragen M bej cdiiife ju bauen. t'nd aber die Mch i '^trennt, so daß jj ! •ra,,m überflutet is ! Ue Fahrt fochtz cprtx9 angelegte L ; SLlue. besondere £j Cchifses t .,?ben Tests Wentel* >co. M^ere e bch ete Slftd)etc- teBÄ' s'itz nü 'Wru, , ■-“« iit "na"i>er)' J’oi bt» »".M 1| "SS>«te *8> Ste m.e I "rfSVi 5f* Mfaiei ttag wurde du • Mizeibehöck 9 baS Ersuchen hes seinen boit fe sei, sich nach Des betreffenden Ersuchen wurde reißerin bereits ’anb und heute ndten die Mä- der Auto« Der tn Wirten, die diese Apparate dem ^ublitum )der sie derart : Weise mehr be- r Nichtbesolgmc Mart seftgesetz! rweis daraus aschhastigkeit mn untergrabe e BernebS'Nlm teht zur Zeit mr rhandlung weg« tnd durch die inbung drruörd- stadt und untw ns Auge gefaßt, ige zur Abgabe ?inc zum Privat- gesessene, ausgenommen Händler, ist zur Ausstellung seines Viehes berechtigt. Auch soll eine Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte, sowie ein Volksfest damit verbunden werden. . Kirchhain, 8. Januar. In der ersten Hälfte des Junr findet auch hier das Verbands-Turnerfest des Gaues Hessen, welcher 50 Turnvereine umfaßt, statt. Im hiesigen Turnvereine werden die Vorbereitungen zu diesem Feste schon getroffen, die bereits gebildeten Ausschüsse werden bald in Thätigkeit treten. — Postillon Bubenharn, welcher seit 15 Jahren die Post von hier nach Wohra führt und sich im ^Dienste noch kein Vergehen hat zu Schulden kommen lassen, erhielt in Anerkennung treuer Dienste von der Oberpostdirektion zu Kassel ein silbernes Posthorn zum Geschenk. * Wiesbaden, 9. Januar. Der Geheime Sanitätsrat Dr. Brinkmann ist, 63 Jahre alt, gestorben. Z. Zum Stapellauf des schnellsten Schiffes der Erde. freute, Mittwochmittag findet unter Beisein Sr. Majestät des Kaisers der Stapellauf des Doppelschrauben- Schnelldampfers „Deutschland" statt, des schnellsten zur Zeit existierenden Dampfers, und zugleich des zweitgrößten der Erde. Die „Deutschland" ist von der bekannten Stettiner Schiffswerft „Vulkan" im^'.Auftrage der Hamburg- Amerika-Liuie gebaut worden. Das Schiff hat eine Raumverdrängung von 23 000 Tonnen, übertrifft also das größte deutsche Schiff, welches bis jetzt existiert hat, „Kaiser Wilhelm der Große", der ein Deplazement von 20 880 Tonnen hat, um mehr als viertausend Tonnen. Der „Deutschland" an Größe überlegen ist nur der der engli- lischen Firma Harland und Wolfs gehörige Schnelldampfer „Oceanic", der eine Raumverdrängung von 28 500 Tonnen besitzt. Doch hat der „Vulkan", was die Schnelligkeit betrifft, den Rekord gegenüber dem englischen „Oeeanie" dvongetragen, denn während dieser bei der Probefahrt cmgeblich 22 Knoten zurückgelegt hat, in Wirklichkeit aber wohl nur 20 allerhöchstens 21 Knoten zurücklegt, darf die Hamburg-Amerika-Linie sich jetzt rühmen, das schnellste Schiff der Erde zu befitzen, dessen Geschwindigkeit 23 Knoten in der Stunde beträgt, die höchste Geschwindigkeit, welche ein Passagierdampfer bisher erreicht hat. Von allgemeinem Interesse sind vielleicht noch einige vergleichende Zahlen, zwischen dem größten bisher existierenden Schiffe, dem „Kaiser Wilhelm den Großen" und der „Deutschland". Ersteres Schiff hat eine Länge von 190,8 Metern, eine Breite von 20,1 Metern. Die „Deutschland" ist 209,3 Meter lang und 20,4 Meter breit. Aus diesen Zahlen ergiebt sich, daß die deutsche Schiffbau- technik, welche mit der „Deutschland" zweifellos den Rekord vor allen Schiffe bauenden Ländern der Erde davongetragen hat, bestrebt ist, möglichst lange und schlanke Schiffe zu bauen. Von s ch i f f b a u t e ch n l s ch e r Serie gehen uns über das Schiff folgende weitere interessante Einzelheiten zu: . Der Dampfer wird mit senkrechtem Vor- und Hinter- steven und elliptisch geformten Heck nach den höchsten Vorschriften des Germ. Lloyd mit Eisverstärkung unter dessen Spezial-Aufsicht erbaut. Schotten-Einteilung und Verstärkungen entsprechen den neuesten Vorschriften der See- berufsgenossenfchaften, deren Vorschriften auch hinsichtlich der sonst dafür in Frage kommenden Einrichtungen ebenso berücksichtigt sind, wie die der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Das Schiff erhält zwei Pfahlmasten und 4 Schornsteine. lieber die ganze Länge des Schiffsbodens erstreckt sich der zur Aufnahme von Wasserballast dienende Doppelboden, der in eine große Anzahl Unterabteilungen geteilt ist. 17 wasserdichte Raumschotte teilen das Schiff in 18 von einander geschiedene Abteilungen. Diese Schotte sind so gefetzt und jo verstärkt, daß zwei Abteilungen überflutet werde» können, ohne das Schiff zu gefährden. Außerdem sind aber die Maschinen durch ein wasserdichtes Längsschott getrennt, so daß im Notfälle, selbst wenn ein Mafchinen- raum überflutet ist, das Schiff mit der anderen Maschine seine Fahrt fortsetzen kann. Ueberdies ist noch durch eigenartig angelegte Längsabdichtungen an den Schiffsseiten eine besondere Sicherheit gegen Gefährdung der vitalen Teile des Schiffes geschaffen'. Sieben Decks, von unten angefangen: Raumdeck, Zwischendeck, Hauptdeck, Oberdeck, Promenadendeck (und ein Backdeck in gleicher Höhe), Bootdeck, Sonnendeck benannt, gliedern das Schiff der Höhe nach. Drei dieser Decks sind von vorn bis hinten durchgehend. Das Raumdeck kommt für Passagierzwecke nicht mehr in Frage, während alle andern Decks in mehr oder minder großer Ausdehnung hierfür vorgesehen sind, und zwar sind Einrichtungen für ca. 700 Passagiere erster, ca. 300 Passagiere zweiter und ca. 300 dritter Klasse vorhanden. .Große, besonders künstlerisch ausgestattete Gesellschaftsräumlichkeiten, wie ein Speisesaal für ca. 365 Personen und zwei kleine Speisejäle für ca. 30 Personen, Rauchzimmer, Gesellschafts-Salon, ein Grillraum, sowie ei» Kinderspielzimmer, sind für die Passagiere erster Klasse, einfachere, aber außerordentlich behaglich eingerichtete Räume, umfassend Speisesaal, Rauch- und Gesell schaftssalon für diejenigen zweiter Klasse zuni gemeinsamen Aufenthalt bestimmt, während für die Passagiere dritter Klasse in der Nähe der Wohnräume Eßräume eingerichtet sind. Verschiedenartige Kamnrern, die sich in Luxuskammern, bestehend aus Wohn-, Schlaf- und Badezimmer, sog. Pullmankammern, große Kammern mit nebeneinander laicht übereinander) stehende» Betten, gewöhnliche Kammern für zwei und Kammern für nur eine Person teilen, bieten den Passagieren erster Klasse Unterkunft, während für Passagiere zweiter Klasse im allgemeinen Kammern für zwei und vier Personen vorhanden sein werden. Die Wohnräume für die Besatzung verteilen sick) über m*5 ganze Schiff derart, daß die einzelnen Kategorien möglichst in der Nähe ihres eigentlichen Thätigkeitsfeldes untergebracht sind: so befindet sich z. B. auf dem Bootdeck das sogenannte Offiziershaus mit den Kammern und Meßraum für Offiziere: die Kammern für Maschinisten das Komitee jin reise Hünseli Keinmann unb in Irland Kassel uni )ün|elb seine erst' 16. Juni dS. Q zu veranstalten ib Riegen ° >00 M, Medaille' , Jeder Kreiseln S-8 J'ä; btt » W »fei Urr 6ine 'Schiff. J M & der ; <» . Stilen, « ^ich«i gtlänbet Muiium d" Iah' wnuefr MW SW, btt jein ei dm tarne b EGand gestern EMPtete, es sei E, nur 120 heraus, daß bi? als einen leicht ^naie unbemerkt „rtn für di-Dick» Fuhrman' c«. ” i wmi o Sanatorien phen, \ A uni o sort, Acetyle" '"^Äden Surro^', wmben, ßchis« '“'.’S ■Die« de« u Zeit«"9". und das Heizerpersonal nahe bei den Maschinen. Die Besatzung wird, alles in allein genommen, ca. 550 Man» betragen. Den Rettungs-Einrichtungen des Schiffes ist besondere Aufmerksamkeit zugewendet worden. Außer einer großen Anzahl von Rettungsbooterr, die zu beiden Seiten auf dem Bootdeck plaziert sind, sind über das ganze Schisj verteilte Feuerlöschleitungen, wie auch eine Tampffeuer- löschvorrichtung vorgesehen. Zur Bedienung der Boote werden vier Bootsheißmaschine» ausgestellt. In sanitärer Hinsicht wird ein weitverzweigtes Ventilations- und Wasserleitungs-System dafür sorgen, selbst verwöhntesten Ansprüchen zu genügen. Maschinnen-Anlage: 2 aufrechtstehende 4 fach Expansions-Maschinen nach dem Schlick'schen System aus- balanziert, sollen 33 000 Pferdestärken indizieren und dem Schiffe eine Geschwindigkeit von 22 23 Knoten pro stunde gebeii. 16 Kessel (12 Doppel- und 4 Einzelender) dienen zur Dampferzeugung, 5 Dtmamos zur Speisung von ca. 1900 elektrischen Lampen. Außerdem werden große Pumpen- Anlagen rc. rc. für die verschiedenartigen Zwecke vorgesehen. Universität und Hochschule. — Die preußischen Universitäisstudenten. Von den 33 465 Studierenden, die gegenwärtig an den deutschen Universitäten immatrikuliert sind, sind 30 951 als Angehörige des deutschen Reiches und unter diesen wieder 17 686 als Preußen bezeichnet. Die letztere Zahl bleibt hinter der des Sommers, wo es 18 312 waren, erheblich zurück, was übrigens von jeher von dem Sommer auf den Winter der Fall zu sein pflegt, der Bestand des vorigen Winters aber mit 16 926 ist wieder um 760 Mann überstiegen worden. Vor zehn Jahren zählte mau 16 105 int Sommer 1889 und 15 280 im Winter 1889/90; dann machte sich zunächst ein Rückgang geltend, bis auf 14 643 im Sommer 1892 und 13 962 im Winter 1892/93; seit dieser Zeit ist ein erst langsames und seit einigen Jahren immer rascheres Anwachsen festzustellen. An dieser Entwicklung sind die einzelnen Studienfächer sehr ungleich beteiligt. Bei den evangelischen Theologen beträgt der gegenwärtige Bestand 1255 gegen 2590 im Winter 1889/90, bei den katholischen Theologen 902 gegen 588, bei den Jnriftcu 5197 gegen 2960, bei den Medizinern 4049 gegen 4948, bei den p h i l o s o P h i s ch - p hl i l o l o g i s ch - h i st o r i s ch e n» Studienfächern 2296 gegen, 1686, bei den Studierenden der M a t h m a t i k und Naturwissenschaft 2232 gegen 1196, bei den Phamaceutcn 704 gegen 636, bei den Studierenden der Landwirtschaft 561 gegen 339 (darunter ist die beträchtliche Zahl der in Bonn immatrikulierten Studierenden der Geodäsie und K u l kurte ch n i V einbegriffen), bei den Studierenden der S t a a t s - und. F o r st Wissenschaft 188 gegen 339, bei den Studierenden. der Z a h u h e i l k u n d e 270 gegen 247, endlich noch bei den in Gießen immatrikulierten Studierenden der Tierheilkunde 32 gegen 12. Eine sehr starke Zunahme zeigt« sich also bei den Juristen, hier namentlich von etwa 1892 ab, ebensv bei den Philologen und Historikern, die zuerst einige Jahre lang stark zurückgingen, bis auf 1256 im Winter 1892/93, um dann um so stärker, und zwar ununterbrochen anzuwachscn: auch bei den Matematikern und Naturwissenschaftler» machte sich) zuerst ein kleiner Rückgang und dann erst die starke Zunahme geltend, die auf den gegenwärtigen hohen Bestand geführt hat. Eine Abnahme ist dagegen bei den Medizinern und in noch höherem Grade bei den evangelischen Theologen wahrzunehmen. Die katholischen Theologen weisen eine sehr beträchtliche Zunahme auf, es handelt sich hier bekanntlich nicht um die Gesamtzahl der katholische Theologie Studierenden, sondern nur um den Bruchteil davon, der einen größern oder kleinern Teil der Studienzeit statt im Priesterseminar an einer Universität zubringt. Es lohnt sich, bei dieser Studentenzahl und ihrer Verteilung auf die einzelnen Disziplinen wenigstens einigermaßen den Vergleich mit den übrigen größern Bundesstaaten zu ziehen, was in der Weise sich ermöglichen läßt, daß man berechnet, wie viele Studenten auf 100 000 Einwohner treffen. Aus dieser Grundlage berechnet sich für die Gesamtheit der Universitäts- studcnten in Preußen als Verhältniszahl 55,5, für das deutsche Reich überhaupt — also nach Ausscheidung der Ausländer 59,2, für Sachsen 58,5, für Württemberg 65,9 und für Baiern 66,4. Bei den preußischen Juristen ist die entsprechende Verhältniszahl 16,3 gegen 15,3 in Württemberg, 18,1 und 19,9 in Baiern und Sachsen: der Durchschnitt für das ganze Reich ist 17,4. Bei den preußischen Medizinern haben wir 12,7 gegen 12,3 in Sachsen, 13,3 in Württemberg und 15,8 in Baiern, bei einem Durchschnitt für das ganze Reich von 13,4. Bei den Philologen und Historikern stehen 7,2 in Preußen gegenüber 4,9 in Württemberg, 8,3 in Sachsen und 11,1 in Baiern? 8,2 ist der Durchschnitt für das deutsche Reich überhaupt. Bei den Mathematikern und Naturwissenschaftlern haben wir 7,1 in Preußen, 6,3 in Württemberg, je 7,7 in Baiern und Sachsen, 7,3 im ganzen Reich. Für die evangelischen Theologen berechnen sich in Preußen 3,9, in Baiern 2,5, in Sachsen 6,2 und in Württemberg 10,7, im ganzen Reich 4,4, bei den katholischen Theologen in Preußen 2,8, in Baiern 3,1 und in Württemberg 8,3, int ganzen Reich 2,9, endlich bei den Pharmaceuten in Preußen 2,2, in Sachsen 1,6 und in Baiern 2,4, im ganzen Reich 2,1. Daraus ergibt sich also, daß bei dcu Hauptfächern die preußische Stu- dentenzahl im Verhältnis zur gesamten Bevölkerung saft überall immerhin noch hinter dem Durchschnitt für das ganze Reich und im einzelnen vielfach recht erheblich hinter,den entsprechenden Prozentzahlen der andern größern Bundesstaaten zurückbleibt. Von Interesse, auch in politischer Hinsicht, ist endlich die ziffer- mäßige Beantwortung bre Frage, in welchem Umfange die preußischen Studenten von der a ka d e m i s ch en Freizügig- k e i t, die ja allerdings vielfach durch die verschiedenen Prüfungs- Vorschriften erheblich eingeschränkt ist, Gebrauch machen. Von der Gesamtzahl studieren gegenwärtig 13 448 an den zehn preußischen Landesuniversitäten selbst und 4238 gleich 23,9 Prozent an den übrigen deutschen Hochschulen. Der^ entsprechende Prozentsatz der außerhalb der engeren Heimat Studierenden beträgt in Württemberg, das in dieser Hinsicht von jeher an der Spitze steht, 30, in Sachsen dagegen nur 21,1, und gar in Baiern, dessen Studenten von jeher die weitaus geringste Wanderlust ausweiseu, nur 11,6 Prozent. Nicht weniger als 1575 Preußen, gleich 8,9 Prozent, studieren an den drei bairischen Universitäten (Erlangen, München und Würzburg), 759 in Baden (Freiburg und Heidelberg) und 223 in Tübingen, also zusammen 2557, gleich 14,5 Prozent, an den eigentlichen süddeutschen Universitäten. Umgekehrt befinden sich dagegen nur 160 Baieru vou 3851 oder 4,1 Prozent an den preußischen Universitäten, während von den 1372 Württembergern 140, also 10,2 Prozent, an preußischen Universitäten immatrikuliert sind. Unter den Juristen sind 6,2 Prozent der Preußen (325) in Baiern und nur 3,8 Prozent der Baiern (40) in Preußen immatrikuliert, unter den Medizinern aber sogar 16,5 Prozent der preußischen Studenten (669) in Baiern und umgekehrt nur 4,4 Prozent der Baiern (41) in Preuße». Dabei ist die Zahl der in Baiern immatrikulierten preußischen Mediziner dieses Mal erheblich zurückgegangen, wohl infolge der Bestimmungen über die preußische Kreisarztprüfung; vor zwei Jahren war das Verhältnis derart, daß tbatsächlich mehr Preußen als Baiern, 864 > gegen 815, an den bairischen Universitäten immatrikuliert wären: namentlich in Würzburg waren damals 325 preußische und nur 186 bairische Mediziner, in diesem Winter sind cs nur 246 Preußen gegen 176 Baiern, immerhin also erstere noch bedeutend in der Ueberzahl. Im einzelnen ist unter den preußischen Studenten die Wanderlust am größteu bei den Pharmaceuten, von denen nicht weniger als 41 Prozent an nichtpreußischen Universitäten eingeschrieben sind: bei den Mathematikern und Naturwissenschaftlern sind es 32,8, bei den Medizinern 34,6, bei den Juristen 19,1, bei den Philologen und Historikern 18,7, bei den evangelischen Theologen 9,7 und bei den katholischen 7,5 Prozent. Daß diese Verschiedenheit auf die mannigfaltigsten Ursachen zurückgeht, daß insbesondere die Frage, aus welchen Kreisen sich die einzelnen Fakultäten überwiegend rekrutieren, dabei wesentlich maßgebend ist, liegt auf der Hand. In politischer Hinsicht wird man unbedingt aiinehmen dürfen, daß die größere oder geringere Bethätigung der akademischen Freizügigkeit recht erheblich mit in Frage kommt, wenn es sich darum handelt, durch persönliches K'ennenlerncn der Verhältnisse außerhalb der cngern Heimat die von Stamm zu Stamm, namentlich zwischen Nord und Süd, nun einmal bestehenden Vorurteile abzuschwächen. — Marburg, 9. Januar. In der Aula der Universität fand heute vormittag die Feier der Jahrhundertwende unter großer Beteiligung der Studierenden wie des Publikums statt. Nachdem unter den Klängen der Orgel die Chargierten der studentischen Korporationen in Wichs und mit ihren Fahnen in den Saal marschiert waren und der akademische Lehrkörper Platz genommen hatte, leitete der akademische Gesangverein mit einem Chorgesang aus Haydns »Schöpfung" die Feier ein. Dann nahm Herr Professor Brit das Wort, um zunächst in hier und da von feinsinnigem Humor belebten Vortrag in großen markanten Zügen die allgemeine Entwickelung des Jahrhunderts zu schildern. Dann gab er einen Ueberblick über die Großthaten der Wiffenschaft in diesem Jahrhundert und wies auf den Nutzen hin, den die Blüte der Wissen- schaft für unser Vaterland im Gefolge gehabt hat. Für das neue Jahrhundert drückte er dm Wunsch aus, daß den Universitäten volle Freiheit gewahrt bleiben möge. Ein zweiter Chorgesang aus der „Schöpfung" schloß die Feier. (Oberh. Ztg) — München, 9. Januar. Prof. Dr. v. Hertling rst wieder nach Rom zurückgekehrt. Die „Neue Bayerische Zeitung" schreibt: Offen- bar hat die Rssise den Zweck, über die Errichtung einer theologischen Fakultät in Straßburg zu verhandeln. Die Absicht der Errichtung besteht in Berlin und findet in Rom guten Boden. Es scheint eine der Hauptaufgabe der Verhandlungen, die Dr. Freiherr v. Hertling in Rom führt, und die nun wohl in kürzerer Frist zum Abschluß gebracht werden düsten, zu sein, die näheren Umstände der Ausführung des Planes festzustellen. Davon hängt wohl das Gelingen ab. — Greifswald, 9. Januar. An der hiesigen Universität wird für die zweite Hälfte des Juli auch dieses Jahr ein Aerztkursus geplant. Der Kursus soll von den Profefforen der Universität in Verbindung mit den Privatdozenten und Assistenten abgehalten werden. Die Dauer des Kurjus ist entsprechend den bei früheren Gelegenheiten geäußerten Wünschen der Teilnehmer auf 14 Tage festgesetzt. Nicht ohne Einfluß ist unzweifelhaft auf diesen Wunsch der Teilnehmer der Gesichtspunkt, daß die Aerzte, nachdem sie einen Teil ihrer Ferien dieser wissenschaftlichen Arbeit gewidmet haben, dann Greifswald als Ausgangspunkt zu den Seebädern in Wieck-Eldena, teils zu Ausflügen nach Rügen und der pommerschen Küste benutzen. — Die Veröffentlichung des näheren Programms wird zu Beginn des Sommersemesters erfolgen. — Verschiedenes: Die juristische Fakultät der Universität Moskau hat bei dem Universitätsrat beantragt, den Professor des römischen und Privatrechts an der Berliner Universität, Dr. jar. Heinrich Dernburg, anläßlich seines am 4. April 1900 stattfindenden Doktorjubiläums zum Ehrenmitglieds der Moskauer Universität zu erwählen. — Der Professor der Chemie an der Universität Freiburg i. Br. Dr. A. Klaus tritt aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand. — Gutem Vernehmen nach ist das Gerücht von der Errichtung einer Technischen Hochschule in Jena daraufzurückzuführen, daß die Karl Zeiß-Stiftung (Firma Karl Zeiß) daselbst sich bereit erklärt hat, ein Laboratorium für technische Chemie und Physik zu begründen, das der Universität angegliedert werden soll. Jagd nnd Spork. M ü n d) e n , 9. Januar. Zum Fall K o l k o w s k i. Jeder nur einigermaßen mit unserer Bergwelt vertrante Tourist mußte das leider erst zu spät bekannt gewordene Unternehmen des Monteurs Walter K o l k o w S k i als ein wahnsinniges bezeichnen. Nur mit Gimasche», gewöhnlichen schuhen und einem Spazierstock in der Hand, unternimmt es der 22 jährige Brehlauer Herr mutterseelenallein, mitten im Winter, eine auch im Sommer beschwerliche Hochtour zu machen: er glaubte, einen Weihnachts-- spaziergang über ein Joch unternehmen zu müssen. Von der Brenner-Eisenbahnhaltestelle St. Jodok, der direkten Einbruchsstelle ins Schm irn t Hal, sind es, auf J»as Tuxer Joch sechs Stunden, von dort aus noch fünf Stunde» »ach Mayrhofen im hinterste» Zillerthal. Also insgesamt elf Stunden. Und diese Zeiten können nur im Sommer eingehalten werden. Im Winter ist das Tuxer Joch tief verschneit und keinem Ein- hvimischen wie Fremden fällt es sonst ein, die Tour, wenn auch die Richtung des Weges mit hohen Stangen markiert ist, zu dieser Jahreszeit zu machen. Es ist bekannt, dach der junge Mann am ersten Weihnachtsfeiertage bei einem Bauern im kleinen Ocrtchen Kasern zu Mittag gegessen hatte und sich dann von dort, trotz der Warnung der Bauersleute, auf den gefährlichen Weg machte. In unmittelbarer Nähe des Wegweisers, also noch zwei Stunden vom Jochübcrgang entfernt, wurde Kolkowski als Leiche aufgefunden. An der linken Schläfe zeigte sich eine Wunde, und die eine Strecke weit gefundenen Blutspuren lassen vermuten, daß Kolkowski sich mit dieser Verwundung noch 200 Schritte aufwärts bewegt hat. Wodurch diese Verwundung und infolge dieser die spätere Ermattung und Verblutung entstanden ist, läßt sich bis jetzt noch nicht feststellen. Sicher ist aber, daß der junge Mann in vollständiger M iß achtung der Gefahren ohne jedwede Aus - r ü st u n g für eine s o b e s ch w e r l i ch e H o ch t o u r z u r Winterszeit geradezu in den Tod hineinge- gange»i st. Zahlungseinstellungen. Konkurseröffnungen : Ernet Geist und Rich. Hasenclever (Geist & Hasenclever), Barmen; Kaufmann Georg Löwisobn, Berlin; Korbmacher Peter Schade, Schöneberg (Berlin); Kaufmann Max Gens, Südende (Berlin); Herrn. Heim (Goldstein & Heim), Breslau; Mehlhändler Rob Albrecht, Charlottenburg; Korbmacher Franz Weininger, Charloltenburg; Chokoladenwarenhändlerin Bertha Marie Gertrude Gäde (Hedwig Barfuss), Chemnitz; Jalousiefabrikant Georg Alfred Hartmann, Chemnitz; Installateur Rob. Giess, Duisburg; Gastwirt Jos. Hellstem, Freiburg i. Br.; Händler Karl Cramer, Altenhagen (H^bgen); Müller Wilh. Peters, Heide; Bauer Alois Rogg, Oberegg (Kempten); Händler Heinr. Junker, Wörth a. M. (Klingenberg a. MJ; Kaufmann Franz Becker (F. Becker-Borzö), Köln; Papierwarenhändler Alex Frank, Köln; Produktenhändlerin Lina Bertha Hofmann, Zscheila (Meissen); Kaufmann Bruno Wiechert, Locken (Osterode, Ostpr); Schankwirt Eduard Weise, Rochsburg (Penig); Kaufmann Paul Richard Geissler, Mügeln (Pirna); Handelsfrau Apollonia Bielinski, Hooh-Stüblau (Pr.-Stargard); Schnittwarenhändler Rob. Giern. Grabner, Mylau (Reichenbach i. V.); Ackerer Viktor Gerard, Belle-Fauchelle (Schnierlach, Els.-Lothr.); Landwirt Heinrich Ouerstelehn, Rottenberg (Schwelm): Frau Minna Dollase, Stargard i Pomm.; Kaufmann Louis Feldmann, Thorn; Bäcker Franz Fechner, Gross-Teuplitz (Triebel); Nachlass des Schneiders Aug. Theodor Kirchner, Wasungen: Zigarrenhändler Fritz Drygas, Wollstein; Weinwirtschaft zur Klause, Phil. König, Würzburg. GentnerS SchiiMett * Roßland c er Göppingeh, 342 cr< Ende 10l/2 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ein Hausdarsche 326 Gnautb. gesucht 321 Markus Bauer, Kircherplatz 11. Preis 204 Vach und O. Schaaf. 114 Krofdorf, 8. Januar 1900. Man nrvsoorf, ö. Januar i»uv. । « ■* ■> EZ» ÄÄ W Der Bürgermeister. 343 M M M n H Hchmrstrizerüng. I. verlange q( I .V7y t» y o1-y )) Ge° bei Gebrüder Hanstein, Bismarckstr. 14. Literflasche Mk. 2.—. 43 331 Bopp. ^ursberiolit 63. Haasenstein & Vogler, A.-G, Hamburg.!^ 1885 84.40 4 «tfenb. R-nt-nb. DM. staatSgar. «isenb. 67.80 4 Buderus Obl. s gern direkte Zusendung. 7174 Ludwigstraste 12, III. Darvck. 2329J Verantwortlicher Redakteur: H. ttoegler. flekniintniniljiiiiopii -llrrlkißcrnuiicn OlmpfeliliiiiiU'ii ,rl Ttlri Offen e Stollen ■ 250 350 640 128 97.90 88.40 96.60 101.00 C 00.00 »Ttlf 16.23 20.47 4.20 98.05 98.(0 23.10 41.16 472k 99.06 27 72 47 5060 100.6t 100.8« 100.Ä 98.81 900 Die 1313 rm Reifer. Das Holz im Distrikt Reitzensteinerwald, meindewald Wißmar. zum 286 Grünbergerstraße an der 4. Schneise. Gießen, 8. Januar 1900. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Holzversteigerung im Gießener ZtaLtmld. Montag den 15. Januar 1900, vormittags 97a Uhr beginnend, sollen im Gießener Stadt« wald, Distrikt Sandberg, versteigert werden: macht > erhall das Led.-r weich, dich!’ □auerfiafr. Belbf ottem enb । (Thränfeli) in roten Dosen mit dem liegt Ge- Flasche Mk. 1.80, 2.50, 3,—, 3.50, 4,—, 5,— Cognac zuckerfrei Flasche Mk. 3.— Vorzüglich für Genesende und Zuckerkranke. 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Jetzt t>e Dinge Haben si däeFmstaatensolei falben Burenrebubl fareits schwere Lpsei mit der herstellunc Liege geben ihnen höhere Forderungei mit einem Schlage listig gehen roill, n auf nne Sijmaiunt laufen müßten, eins, b'.'n Sedufi bet Steh befer Steifung tarne t sch im blutigen Aussta M die gxo^en ei dbrden txmuligl werd Adon jetzt sieht si «s m'eges ^nötigt. M einen Teil der ft Mimmer würde es na ii: Sübafiiti die Ein iffli gegen bai verhch 1 ll Wmohaischer? ~ ju erheben. , Jann wäre sür \ pffn, denn bann ro ?S9egenübex ziem gmubex die Uebex’ ’Hufeen sei, i®nn es bei einem P indischen C, Billets bei Herrn Ernst Challier, Neuen weg, und an der Kasse. 126 |es ißlfif ' Empfehle wieder meinen beliebten, | weit und breit bekannten Lahusens Zod-Eiseu- Leberthran. Der beste und wirksamste Leberthran. I । Geschmack besonders fein. Leicht und ohne Widerwillen zu nehmen. Diesjährige Füllung besonders schön. Viele ärztliche Atteste und Danksagungen. Dauer der I Kur vom September bis Mai. 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Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf Ztmmer Nr. 7 bei uns offen. Angebote auf Vor^ druck sind bis zum genannten Termin bei uns einzuretchen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 6. Januar 1900. Das Stadtbauamt. I. V.: Kerbel. 270 095] 17jährige Modistin sucht Stellung. I Gebalt wird mit beansprucht, nur freieI Station im Hause. Näheres Grünberger-I straße 15 oder Diez, Wdhelmstraße 32. •MF* Kaufmann, 32 Jahre alt, in ungekünbigter Stellung, Prokurist eines größeren industrieellen I Werkes, vorher im In- und Ausland in verschiedenen Branchen aus verantwortlichen Posten lhätig gewesen, sucht geeignete | Vertrauensstellung, am liebsten in groß. Geschäft des Baufachs oder Kassiererposten gegen Stellung von Kaution. Ang. erb. I u. L. T. 258 an die Expedition d. Bl. | Kaufmann, 24 Jahre alt, mit Buck- I führung u. Korrespondenz vollst, vertraut, I an selbständiges Arbeiten gewöhnt, s. per I sof. oder später Stellung. Off. u. W. Z. 1067 an die Expedition dieses Blattes. 069] Bursche zu zwei Pferden gesucht. Wilh. Loeber, Bäcker, Brandgaffe. ! Ein Handbuch von Hermann Schiller, 076] Lehrling für sofort ober bis I Geh. Oberschulrat und Univ.-Professor a. v. Ostern gesucht. Karl Post, I Das Werk umfasst vier gleichmässige Bände und erscheint: ___Bäckermeister, Wieseck. I i) jn Bandausgabe, vollständig in 4 Bänden, mit 90 Portraits und Kartei. Lehrling gesucht per sofort oder I des Bandes broch. Mk. 8,—, geb. Mk. 10,—. später von auswärts für ein hiesiges I 2) in Abteilungsausgabe, vollständig in 16 Abteilungen ä Mk. 2.—. Kolonialwarengefchäft. I 3) in Lieferungsausgabe, 80 Lieferungen ä 40 Pfg. Offerten unter A. L. 279 an die Ex-1 Zu beziehen durch pebxtton dieses Blaties^------------I Univ.-Buchhandlung August Frees, Giessen. KK »itbtr tortit? aui ÄK- &Änl fe« ; T un ih ,®ett dk/«, Wi '««»en glattes der »Platte A Seiten . Ä endlj ■LS % ac o. C°‘ Spalier geeignet. 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Knüppel und 92 rm Reiser. Das Brennholz wird zuerst versteigert. Der Verkauf de« Nutz- Holzes beginnt um 12 Uhr. 344 Versteigerung. Donnerstag den 1L Januar l. Js., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Auftrag des Moses Keßler von hier in deffen Hof, Neuenweg 33, gcmäß handelsgesetzlicher Bestimmung: ein Zugpferd (brauner Wallach) gegen Barzahlung. 324 Born, Gerichtsvollzieher. Kleidermachen Dollar« in SMb in und außer dem Hause. Verkauf: Fichtenstämme bis zu 24 m Länge, 33 cm Durchmesser und 1,81 fm Inhalt, mit zusammen 100 fm, Fichtenstangen 1. Kl.»Vorzug!.zu ° 3 9 [Sparren u. » q f'Jiüflflg. für ft o. ) Bauhdwrk. rm Fichten«Reiser 2. Kl., zu mJ. Kui-v & chichen, Kah«h-fftr-ßk 200 mark pro monai Frankfurter Börse vom 9. Januar 1900 la. Hamb. Haus sucht an allen Orten 1, respekt. Herren für den Verkauf von!." ^E>.^^.^etch^nl. Cigarren an Händler, Wirte, Private | Lonsols u. s w. Offerten unter J. G. 513 an I® /• A'.hessische Obl. ßaafenftein & Voaler. A.-G. Äambura. 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