Erstes Blatt. Mittwoch den 10. Oktober 150. Jahrgang 1900 unb Airzergeblertt für beit Äveis Wreszerr. Aezugsprsi» vierteljähil. Mk. 2,20 Alle Anzeigen-Bermittlung-stellen beS In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auSwartS 20 Pfg. durch die Abhoicstellrn vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Erscheint tägtltk mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamiklenvrätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchukstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener FamittonbliMer, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische UMsIrunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. von Dr. Gust. Wustmann: DaS Völkerschlacht-National- Heitere Pläne zu einem Grenzboten" 1888, und an die vergeblichen Anläufe, die im Laufe deS Jahrhunderts zur Schaffung eines würdigen Dankeszeichens der gewaltigen BesreiungSschlacht unternommen worden sind. Darüber belehren uns die beiden interessanten Arbeiten Bekanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Ausschlags von Fünf vom Hundert pro Monat September 1900 für den Lieferungsverband Gießen pro - 00 Kg. betragen: Hafer Mk. 16,50, Heu Mk. 6,60, Stroh Mk. 4,00. Gießen, den 8. Oktober 1900. Großh erzo gttches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. | Denkmal, das Denkmal der Befreiung und der nationalen I Wiedergeburt Deutschlands", Denkschrift des Deutschen Patriotenbundes vom Jahre 1897. Im zweiten Teil dieser I Schrift ist die Geschichte des Denkmals eingehend behandelt, I und in einem Anhang sind die hervorragendsten Pläne I älterer und neuerer Zeit im Bild wiedergegeben. Den ersten praktischen Vorschlag machte im Jahre 1814 Ernst Moritz Arndt in den „Deutschen Blättern". In seinem Aufruf hieß eS: „Ein kleines, unscheinbares Denkmal, das sich gegen die Natur umher in nichts I gleichen kann, thut es nicht. ES muß draußen stehen, wo so viel Blut floß, es muß so stehen, daß es ringsum von allen Seiten gesehen werden kann, von welchen die verbündeten Heere zur blutigen Schlacht der Entscheidung hwanzogen. Soll das Denkmal gesehen werden, so muß es groß und herrlich sein, wie ein Koloß, eine Pyramide, ein. I Dom in Köln. Aber solches in großer Kraft und in großem Sinn zu bauen, fehlt uns das Geld und das Geschick, und I ich fürchte, wenn man bei kleinen Mitteln etwas AehnlicheS I machen will, kommt etwas Erbärmliches heraus. Ich schlage I daher etwas ganz Einfaches und Ausführbares vor, ein I Denkmal, wobei die Kunst keine Aeffereien anbringen und wogegen unser nordischer, allen Denkmälern so feindseliger Himmel nichts auSrichten kann. Ich befehlige einige Tausend | Soldaten oder Bauern in die Ebene von Leipzig hin und lasse sie I in der Mitte des meilenlangen Schlachtfeldes einen Erdhügel von I 200 Fuß Höhe aufthürmen. Auf den Erdhügel werden Feldsteine gewälzt, und über diesen wird ein kolossales, aus I Eisen gegossenes und mit mancherlei Anspielungen und Zeichen geziertes Kreuz errichtet, das Zeichen des Heils und der Herrscher des neuen Erdballs. Das Kr-.uz trägt I eine große vergoldete Kugel, die weit in die Ferne leuchtet. Das Land rings um den Hügel, etwa 10—15 Morgen weit, wird für ein geheiligtes Land erklärt, mit Wall und Graben eingefaßt und mit Eichen bepflanzt. Dieser Hügel, dieses Kreuz und diese Bäume wären zugleich ein echt germanisches und ein echt christliches Denkmal, wohin unsere Urenkel noch wallfahren würden. Der Eichenhain würde zum Kirchhof großer deutscher Männer geweiht, wo berühmter Feldherren und für das Vaterland gebliebener Helden Leichen begraben würden." — „Leipzig wäre der I Ort", sagte er später im „Geist der Zeit", „auf dessen Ge- | filden die Jrminsul des 19. Jahrhunderts errichtet werden sollte, wohin die Urenkel noch wallfahrteten und einander die ungeheuren Schrecken und Freuden der ersten beiden Jahrhunderte desselben erzählten." Ebenfalls im Jahre 1814 erließ Freiherr Adolf von Seckendor-ff auf Zingst bei Querfurt einen begeisterten Aufruf zur Errichtung eines Völkerschlachtdenkmals. Es ging ihm eine große Zahl der wunderlichsten Entwürfe zum Denkmal und Vorschläge zur Erlangung der Mittel zu. Durch SeckendorffS 1814 mit 4 Kupfern erschienene Schrift: „Die Resultate meines Planes, der Völkerschlacht bei Leipzig ein Denkmal zu setzen", sind diese aus uns über kommen. Arndt sollte mit seinen Befürchtungen Recht be< halten: sämtliche Entwürfe waren klein und unscheinbar gedacht. Nicht nur Patrioten, wie Arndt und Seckendorfs, auch bedeutende Künstler traten in jener Zeit mit zum Teil großartigen Plänen an die Oeffentlichkeit: so vor allem der Bildhauer Dannecker und der Architekt Friedrich Weinbrenner, großherzoglich badischer Oberbaudirektor. Auch von dem Lustspieldichter Kotzebue ging ein ganz eigenartiger Vorschlag für ein Denkmal aus. Kotzel ue wollte die seit den Römerzeiten unweit Reichenbachs im Odenwalde liegende 31 Fuß hohe und 4 Fuß ftarfe Granitsäule auf dem Schlachtselde bei Leipzig als Denkmal ausgerichtet sehen: „als ein Denkmal, verfertigt von den ersten Unterjochern der Deutschen, aufgestellt zur Erinnerung an den herrlichen Sieg über die letzten Unter Ivcher der Deutschen". Dannecker übergab im Juli 1814 dem Fürsten Metternich eine Zeichnung zu einem Denkmal. Auf einer Säule von Granit steht eine männliche Figur, mit einer Löwenhaut bekleidet, links stützt sie sich auf zusammengebundene Stäbe und in der Rechten hält sie ein Schwert und den Oelzweig. Weinbrenner plant auf einem quadratischen Unterbau Denkmal der Völkerschlacht" Dr. Alfred Spitzner: „ Neunter Weltfriedenskongreß. In der letzten Sitzung des Pariser Friedenskongresses wurden die Beziehungen der Europäer zu den halb- oder nicht zivilisierten Völkern einer eingehenden Besprechung unterzogen und viele Bürgschaftsmaßregeln für die gute und gerechte Behandlung der den Europäern unterworfenen Farbigen ent wickelt. Von besonderem Interesse in dieser Hinsicht ist die Forderung, daß alle Kolonialmächte periodisch ihre außereuropäischen Besitzungen durch Generaliuspektionen besuchen lassen, die im Range mindestens den Gouverneuren gleich stehen und die Ausgabe haben sollen, nicht mir die verschiedenen Verwaltungen bis in ihre kleinsten Einzelheiten zu prüfen, sondern auch die Klagen der Beamten und Privatleute entgegenzunehmen und über sie an die Regierung des Mutterlandes zu berichten. Der Antrag zur Bildung eines neuen den Weltfrieden fördernden großen körperschaftlichen Organs unter der Bezeichnung „Union internationale" fand allgemeinen Beifall. Dieser neue Verband bezweckt die Verteidigung des Rechts bei den internationalen Fragen, wozu er die Durchführung der von den Mächten auf der Friedenskonferenz im Haag angenommenen Prinzipien und ihre ungehemmte Entwicklung betreiben und die internationalen Schwierigkeiten aller Art eingehend studieren und klarlegen will. Er soll aus nationalen Gruppen und I einem tnternationalen Rate sich zusammensetzen. ... Der Kongreß nahm folgenoe Beschlüsse des Ausschusses für das internationale Recht an: "?b^on9reß erkennt und proklamiert die hervorragende Lichtigkeit der auf der internationalen Konferenz un Haag getroffenen Beschlüsse und der aus ihnen hervorgegangenen Abkommen. Der Kongreß stellt fest, daß, diese Abkommen unleugbare und wesentliche Elemente des positiven internationalen Rechtes bilden die in thunlichst kurzer Zeit ausgearbeitet und vervollkommnet werden müssen. Der Kongreß nimmt zur Kenntnis, daß die Regierungen die Solidarität anerkannt und bekräftigt haben die die Mitglieder der Gemeinschaft der christlichen' I Rationen aneinander fesfelt. Er ersucht die Regierungen I und die Völker anständigst, keine Gelegenheit zu ver I säumen, um auf das internationale Leben die wohl- I thuende, und fruchtbare Formel anzuwenden, die sich I aus der Versicherung: Autonomie in der Solidarität I ergiebt. Der Kongreß hat mit Befriedigung die Ratifizierung I der Haager Abmachungen durch die Mehrzahl der Sig- I natarmächte zur Kenntnis genommen. Er hofft, bald I alle Ratifizierungen ausgetauscht zu sehen, und ver- | langt von den Friedensfreunden der Länder, die mit I denselben noch im Rückstände sind, eine energische Pro- I paganda auf diese Ratifizierungen hin. Der Kongreß drückt den Wunsch aus, daß die j I auf der internationalen Konferenz im Haag vertreten I gewesenen Mächte aufgefordert werden, sich ohne besondere Bedingungen den Abmachungen bezüglich der I friedlichen Lösung internationaler ' Konflikte anzu- I schließen. Der Kongreß giebt sein lebhaftes Bedauern darüber zu erkennen, daß es die Haager Konferenz nicht durch-- I zufetzen wußte, das Regime des obligatorischen inter- I nationalen Schiedsgerichts einzurichten. Er erinnert in- I dessen mit Befriedigung daran, daß die Delegierten der I der sOrganisierung ches!Schiedsgerichts feindlichen Mächte I auf dem Wege einer allgemeinen Abmachung erklärt haben, diese Machte seien keineswegs dem Abschlüsse I von PrivatabmaclMigen bezüglich des obligatorischen | Schiedsgerichts feindlich. Der Kongreß hofft, daß in der nahen Zukunft, da I der ständige Schiedsgerichtshof im Haag eingerichtet sein I wird, die Mächte untereinander möglichst viele ständige I Schiedsgerichtsverträge abgeschlossen haben werden und I daß durch die Verallgemeinerung solcher Verträge das Schiedsgericht der normale juridische und obligatorische I Lösungsmodus internationaler Konflikte werden wird." Sodann verlas der Berner Delegierte Dueommun den I üblichen Aufruf an b ie Rationen, in dem die auf I dem Kongresse vorgebrachten Anklagen gegen Eng - I land wegen Vergewaltigung der Buren und I gegen den Sultan wegen der a r in e n i s ch e n Metzeleien, I sowie die Beschwerden gegen alle europäischen Mächte I wegen ihres teilweise zu brutalen, teilweise zu schwäch- | l ich en Vorgehens in China mit den dazu gehörigen | Wünschen auf friedliche und gerechte Lösung zusammeuge- I faßt sind. I Im Verlauf 'der Sitzung wurden zwei Deputationen 1 eingeführt, eine von der internationalen Stuben- I t e n -F ö deratiwn, die ihre Zustimmung zu dem Frie- I denswerke des Kongresses aussprach, und die andere vom I F r e im a u r e r b u n b , der durch seinen Sprecher R i c o l I dem Kongreß folgenden Beschluß mitteilte, der in dem | Allgemeinen Freimaurer-Kongreß, au dem über 800 Mit I glieder teil nahmen, gefaßt worden ist: I Die feierliche Vollversammlung der Freimaurer von I Paris, aus der Provinz und aus dem Auslande, zu I diesem Zwecke am 28. September 1900 in Paris zusammengetreten, erklärt, daß der Krieg die schlimmste Geißel der Menschheit ist, daß er die Zivilisation schändet und daß es die erste Pflicht eines jeden Bürgers ist, ihn entschlossen und rückhaltlos zu bekämpfen. Sie billigt die Lösung internationaler Konflikte auf juristischem Wege, insbesondere durch Schiedsgerichte, eine Institution, die, weit entfernt davon, eine Chimäre zu sein, schon bedeutsame Resultate ergeben hat. Der Kongreß nahm die Mitteilung dieser Resolution mit Beifall entgegen. In der Schlußsitzung berichtete Arnaud im Auftrag I der Kommission für internationales Recht und beantragte I I folgende Resolution: Der Kongreß stellt mit Genugthuung fest, daß die Verfügungen der Haager Konvention über die Gesetze und Gewohnheiten des Krieges endgiltig in das positive internationale Recht Übergegangen sind und insbesondere untersagen: D einen Feind zu töten oder I zu verwunden, der die Waffen abgelegt oder ohne I weitere Verteidignngsnnttel sich auf' Gnade ober Un- I gnade ergeben hat; 2) feindliches Eigentum zu zerstören I oder zu beschlagnahmen, außer in den Fällen, wo dies I der Krieg selbst unbedingt nötig macht: 3) eine er- I stürmte oder sonstwie besetzte Stadt der Plünderung I preiszugeben. Der Kongreß drückt sein Bedauern aus, daß gewisse I unter diesen Verfügungen den verbündeten Armeen, die I jetzt in China kämpfen, oder den Befehlshabern dieser I Armeen, nicht genügend bekannt gewesen zu sein scheinen, I um ihre Beachtung und Anwendung zu sichern. Der I Kongreß wäre den Regierungen dankbar, wenn sie dafür I sorgen würden, daß die Beschränkung der Kriegsführ- I ungsmittel, die auf dem .Haager Kongreß beschlossen I wurde, an den betreffenden Stellen bekannt und beob | achtet werde. Diese Resolution wurde mit lebhaftem Beifall äuge I nommen. Der Vorsitzende Gaston Moch teilte dann dem I Kongreß den Beschluß mit, den der kürzlich versanimelte I Internationale Handels- u n d I n d n st r i e k o n g r e ß I zu Gunsten!des Friedens und des Schiedsgerichts gefaßt | hat- Der Kongreß nahm mit Befriedigung Kenntnis von I diesem Beschlüsse. Als Ort der nächsten Versamiulung wurde Glasgow gewählt. Ein Bankett in „Alt-Paris" beschloß den Kongreß. I Die Geschicke des Völkerschlachtdenkmals. Die nahe bevorstehende Feier der Grundsteinlegung des Völkerschlacht-Denkmals bei Leipzig weckt die Erinnerung | Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Betr.: Maul- und Klauenseuche. In All en darf a. d. Lda. ist in zwei Gehöften die Maul- und Klauenseuche festgestellt und Gehöftfperre verfügt worden. Gießen, den 8. Oktober 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. _________________________v. Bechtol d.__________________________ Bekanntmachung^ Betr.: Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung der Maul- und Klauenseuche. Mit Rücksicht auf die erhöhte Maul- und Klauenseuche- gefahr ist der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen für den Kreis Friedberg bis zum 15. Dezember l. I. unter» tagt worden. Gießen, den 3. Oktober 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. In Gestalt einer gothischen Festung einen quadratischen Tempel. Von der Mitte der Seiten führen durch den Unterbau zwei sich kreuzende Straßen. Ihre Eingänge sind als Triumphbogen behandelt und von Siegesgöttinnen umgeben. Aus dem Kreuzungspunkte steht die Germania. Angestrahlt von dem unerwarteten Lichte, das durch die vier Oeffnungen eindringt, ist sie im Begriff, aufzustehen. Mit der Linken hebt sie schüchtern den Trauerschleier, der über ihrem Antlitze hing, und läßt mit der Rechten den unter dem Schleier verborgenen Reichsapfel, das Zeichen der Selbständigkeit, erschrocken hervorblicken. Aus Leipzig selbst kamen auch Anregungen. Der russische Generalkonsul Staatsrat von Frey gang, der Ratsherr Dr. Stieglitz und der bekannte Geschichtsschreiber der Leipziger Schlacht, Major Aster, gaben gemeinsam den „Entwurf eines zum Andenken der Schlacht von Leipzig zu errichtenden (nicht Sieges-, sondern) TotenmonumentS" mit zwei lithographierten Zeichnungen heraus. Sie wünschten aus dem Monarchenhügel eine gotische Kapelle zu errichten. Von allen diesen Entwürfen kam keiner zur Ausführung. Jeder Funke der Begeisterung für diese Sache erlosch im Groll über die bittere Enttäuschung, die das deutsche Volk nach 1813 erfuhr. In Leipzigs Bürgerkreisen hielt in der damaligen schweren Zeit der noch heute bestehende „Verein zur Feier des 18. Oktober" das ehrende Gedächtnis der deutschen Be- freiungStage wach. Ihm gebührt auch das Verdienst, später dann zuerst die Notwendigkeit einer jährlichen Erinnerungsfeier der Völkerschlacht — wenn auch formell nur in ihrer Bedeutung für Leipzig — wieder betont zu haben und für eine äußere Schmückung und Kennzeichnung der Schlachtfelder besorgt gewesen zu sein. Eine Reihe von Jahren hindurch ehrte die patriotisch sühlende akademische Jugend, voran die deutsche Burschenschaft, die Erinnerung an die große Befreiungsschlacht, bis die deutschen „Untersuchungsgerichte zur Unterdrückung demagogischer Umtriebe" ihr den Mund verschloffen und die Hände banden. Eine Zeit lang zog noch eine kleine Schar begeisterter Burschenschafter alljährlich am 18. Oktober in aller Stille nachts auf das Leipziger Schlachtfeld, um im Fackelscheine einer ernsten Rede zu lauschen. Dann verblaßte auch die letzte Spur der Erinnerung. Die Idee eines Völkerschlacht-National-Denk- malS ging schlafen. Erst im Jahre 1863 lebte sie wieder aus. Man raffte sich zu schöner That empor, als es galt, die fünfzigjährige ErinnerungSseier der Schlacht bei Leipzig zu veranstalten. 540 Vertreter von 214 deutschen Städten legten am 49. Oktober 1863 angesichts 1400 ergrauter Veteranen und hunderttausend begeisterter Patrioten den Grundstein zu einem großartigen Nationaldenkmale, denselben, der am 18. Oktober d. I. zum zweiten Male geweiht werden soll. Der damalige Oberbürgermeister der Stadt Leipzig" Dr. Koch, sprach damals: „Der erste Schlag gilt dem Erwachen des deutschen Volkes in seinem nationalen Bewußtsein, gilt allen denen, welche dafür gekämpft, gelitten und geblutet haben! Der zweite Schlag gilt dem treuen Ausharren in der begonnenen Arbeit für die großen Endziele der deutschen Nation! Der dritte Schlag gilt dem endlichen Siege des deutschen Volkes im Ringen nach nationaler Macht und Größe, Einheit und Freiheit des heißgeliebten Vaterlandes!" Da lohte die Begeisterung mächtig empor, aber die That blieb aus. Auf dem feierlich eingesenkten Stein erhob sich kein Denkmal! Aus Stadt und Land. Gießen, den 9. Oktober 1900. ** Jubiläum. Aus eine 25jährige Dozenten- thätigkeit an unserer Universität kann der Professor der Theologie Geh. Kirchenrat D. Stade zurückblicken. Aus diesem Anlasse soll ihm eine besondere Ehrung zu Teil werden. Hierzu versammeln sich im ersten Kolleg des Jubilars bei Beginn des neuen Wintersemesters am Dienstag, den 23. Oktober, nachmittags 5 Uhr, im Auditorium Nr. 7 die jetzigen und früheren Schüler zur Veranstaltung einer kleinen Feier. Abends 8^ Uhr findet ein Festkommers im „Hotel Einhorn" statt, bei dem auf eine starke Beteiligung gerechnet wird. Anfragen und Anmeldungen sind bis zum 15. Oktober an Herrn Repetenten Herrmann, zurzeit in Friedburg (Burg) zu richten. ** Probealarmieruug der Landfeuerwehren. Dem Vernehmen nach wird demnächst, ähnlich wie kürzlich in der Stadt Gießen, in einigen Orten des Landkreises eine Probealarmierung der Feuerwehr stattfinden. •* Perssualnachrichteu. Der Ministerialkanzlei-Jnspektor bei dem Großherzoglichen Ministerium des Innern und der Justiz, Kanzleirat Philipp Dauber, wurde aus sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. November 1900 an unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste in den Ruhe- stand versetzt und ihm die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen; der Ministerialkanzlist Friedrich Krast wurde zum Ministerialkanzlei-Jnspektor bei den Ministerien des Innern und der Justiz mit Wirkung vom 1. November 1900 an er* Bannt♦ der Oberlehrer an dem Gymnasium zu Gießen Dr. Konrad Neßling wurde zum Oberlehrer an dem Ludwig-GeorgS'Gymnafium zn Darmstadt und der Oberlehrer an der Realschule zu Butzbach Otto Alteudorf zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Gießen ernannt. Vermißt. Seit Sonntagabend wird ein junger Mann namens Georg Völlmar vermißt. Da er schon feit längerer Zeit leidend ist, so vermutet man, daß ihm ein Unfall zugestoßen sei. Der Vermißte ist 22 Jahre alt und von schlanker Statur; er war bekleidet mit dunkel* grünem Anzug und Schnürstiefeln und trug einen hellgrünen, weichen Filzhut mit Hellem Band. Alle, die über seinen Verbleib irgendwelche Auskunft geben können, werden gebeten, solche im Interesse der besorgten Eltern an das Polizeiamt gelangen zu lassen. ** Plahgebiihr in D-Zügen. In der letzten Zeit sind durch die Blätter Beschwerden darüber gegangen, daß in D-ZÜgen auch dann von Reisenden die Bezahlung der Platzgebühr gefordert wurde, wenn sie infolge der Ueberfüllung des Zuges keinen Platz fanden. Für das reisende Publikum wird daher die Information von großem Interesse sein, die der Präsident der Eisenbahndirektion Berlin, Wirkt. Geh. OberregierungSrat Kranold bekannt giebt: Es findet für die v Züge ein Vorverkauf von Platzkarten statt, wobei jedem Reisenden auf Grund einer Laufkarte ein bestimmter nummerierter Platz im Zuge überwiesen wird. Nach Schluß des Vorverkaufs werden zwar von den Fahrkartenausgabestellen noch Platzkarten verkauft, sie sind aber unnummeriert, da die Ausgabestelle nicht mehr im Besitz der Laufkarte ist und deshalb nicht wissen kann, ob und welche Plätze im Zuge noch frei sind. Infolgedessen hat der betreffende Reisende einen Anspruch auf Ueberweisung eines nummerierten Platzes nur dann, sofern im Zuge noch Plätze frei sind. Ist dies nicht der Fall, und unterläßt der Reisende die Fahrt oder kann ihm auch während der Fahrt ein Platz nicht angewiesen werden, so steht es ihm frei, sich die Nichtbenutzung der Platzkarte durch den Zugführer bescheinigen zu lassen und die gezahlte Platzgebühr zurückzufordern. Keines, falls ist der Reisende, dem ein Platz im v-Zuge nicht überwiesen werden kann, verpflichtet, eine Platzkarte zu lösen. ? Lang-Göns, 8. Oktober. Gestern Nachmittag beging unser Turnverein, dessen gedeihliches Aufblühen allseitig mit Genugthuung begrüßt wird, im „Gasthaus zum Schwaneu" aus Anlaß des Abturnens eine kleine, in allen Teilen wohlgelungene Festlichkeit, an der auch der Turnverein Großen- Linden teilnahm. § Butzbach, 8. Oktober. Die am Samstag von der Ortsgruppe Butzbach eröffnete Obstausstellung ist reich- M beschickt und sehr gut geordnet, auch zahlreich von hier und aus der Umgegend besucht gewesen. Der seitens des Obstbautechnikers WieSner von Friedberg über die ausgestellten Obstsorten und über Zwergobstzucht gehaltene Vortrag war recht interessant. Heute abend wurde die Ausstellung geschlossen. Grünberg, 7. Oktober. Heute fand hier ein Kreisfeuerwehrtag des Bezirks II. Kreises Gießen statt. An demselben nahmen die Kommandanten von 37 Wehren teil. Kreisamtmann Böckmann erteilte nach Begrüßung der Erschienenen dem Kreisfeuerwehrinspektor LooS das Wort zur Berichterstattung über den Stand des Löschwesens im Kreise Gießen. Redner gab zunächst eine Uebersicht über die Zahl der im Großherzogtum Hessen bestehenden freiwilligen Feuerwehren, woraus hervorgeht, daß in den letzten zwei Jahren sechs neue freiwillige Wehren entstanden sind; von den in ganz Hessen bestehenden 264 freiwilligen Wehren kommen 52 aus Oberhessen. In einigen Kreisen stellten sich bezüglich des Kostenpunktes Hindernisse entgegen, trotzdem bekannt ist, daß die Großh. Landesbrandkammer die Gründung freiwilliger Feuerwehren unterstützt. Im Kreise Gießen sind vorhanden 51 zweistrahlige Saug- und Druckspritzen, 5 einstrahlige Saug- und Druckspritzen, 70 Druckspritzen; 10 kleine zweirädrige Druckspritzen, 4 kleine zweirädrige Saug- und Druckspritzen, sowie 4 Wasserzubringer, insgesamt 149 Spritzen. DaS Schlauchmaterial hat eine Länge von ca. 11000 Meter. Au Mannschaft zählte der Bericht 7000 Feuerwehrleute. Die im Kreise Gießen bestehenden freiwilligen Feuerwehren haben 950 Mitglieder. Im Jahre 1899 kamen in den Landgemeinden des Kreises 35, in der Stadt Gießen 13 Brände vor. — Ein zweiter Vortrag des Kreisfeuerwehrinspektors betraf Scheuerbrände. Der Vortragende erteilte wertvolle Winke über die Bekämpfung des Feuers, die bei Ausräumung brennender Scheuern zu beobachtenden Vorsichtsmaßregeln, über den Schutz benachbarter Gebäude, Verhalten der Löschmannschaft bei heftigem Flugfeuer u. s. w. Die aus der Mitte der Versammlung gestellten Anfragen über technische Angelegenheiten wurden eingehend beraten. — Nach den Verhandlungen fand eine gut ausgesührte Hebung der freiwilligen und der Pflichtfeuerwehr statt, über deren Verlauf sowohl Herr KreiS- amtmann Böckmann wie Herr Kreisseuerwehrinspektor Loos ihre Zufriedenheit aussprachen. (Darmst. Ztg.) Rudingshain, 8. Oktober. Bei der am Samstag statt- gehabten Bürgermeisterwahl erhielt der seitherige Bürgermeister Fischer 65 Stimmen, auf den Gegenkandidaten Karl Ludwig Deubel fielen ebenfalls 65 Stimmen; es wird deshalb eine Stichwahl stattfinden. Darmstadt, 8. Oktober. Am Dienstag dem 16. Oktober, vormittags IN/, Uhr, findet in der Aula der Technischen Hochschule die feierliche Uebergabe des Rektorats seitens des Prorektors Geh. BauratS Prof. Koch an den neu ernannten Rektor Pros. Dr. Schering statt. Bei diesem Anlaß wird auch das Resultat der für die Studienjahre 1898/99 und 1899/1900 eiugelieferten Preisausgaben bekannt gegeben. Mainz, 8.Oktober. Die Süddeutsche Eisenbahn- Gesellschast hat der Stadt Mainz einen neuen Vertragsentwurf in Sachen der Umwandlung des Straßen- bahnbetriebeS in einen elektrischen Betrieb unterbreitet. Nach diesem Entwürfe hat die Stadt Mainz das Recht, nach 20 Jahren, von der Einführung des elektrischen Betriebes ab gerechnet, nach vorheriger einjähriger Aufkündigung das auszubauende Mainzer Straßenbahnnetz zu erwerben. Der Kaufpreis dafür wird bemessen nach dem Reinertrag des Bahnnetzes, mindestens ist jedoch das Anlagekapital zu bezahlen. Beträgt der durchschnittliche Reinertrag der letzten drei vollen Betriebsjahre mehr als 4 Prozent, so hat die Stadt Mainz über das jeweilige Anlagekapital hinaus zu bezahlen: a) 20 bis 30 Jahre nach der Betriebseröffnung des elektrischen Betriebes den 25sachen Betrag, b) 30 bis 35 Jahre den 20fachen Betrag, c) 35 bis 40 Jahre den 15fachen Betrag, d) 40 bis 50 Jahre den lOfachen Betrag des obigen Mehrertrages. Von 50 Jahren ab ist überhaupt nur das Anlagekapital zu bezahlen. Die Bürgermeisterei vertritt übrigens den | Standpunkt, daß diese Vorschläge der Gesellschaft vorerst von ber Stadtverordneten- Versammlung nicht besprochen werden sollen, ehe Baurat Riese in Frankfurt, ber als Sachverständiger eingesetzt ist, sich darüber ausgesprochen hat, was der Stadt Mainz die Uebernahme der Straßenbahn in eigenen Betrieb koste und wie es mit der Rentabilität der Bahn stehe. Nach den von sachverständiger Seite der Bürgermeisterei gegebenen Zahlen soll die Umwandlung des Pferdebahn- in elektrischen Betrieb etwa 2 Millionen Mk. kosten. Mainz, 7. Oktober. Die Jahresversammlung der Anwaltskammer erledigte die bereits mitgeteilte Tagesordnung und wählte zum Nachrechner den Rechtsanwalt Dr. Spohr-Gießen, zum Mitgliede des Vorstandes den Rechtsanwalt (Saufe in Mainz. In der lebhaften Debatte befürwortete Rechtsanwalt Dr. Spohr die Zulassung der forensischen Vertretung durch die dem Anwalt im Vorbereitungsdienste überwiesenen Gerichts- accessisten und erörterte die Notwendigkeit einer tiefgehenden Umgestaltung des Staatsexamens, wobei er namentlich hervorhob, daß den Prüflingen bei Ausarbeitung der schriftlichen Arbeiten der Gesetzestext belassen werden möge. Auch die Frage der Freizügigkeit der Anwaltschaft und die Zulassung der GießenerAnwälte beim Oberlandesgericht wurde vom Redner berührt. Rechtsanwalt Lindt- Darmstadt regte Maßnahmen der Landesjustizverwaltung hinsichtlich der Rechtskonsulenten und der über sie zu übenden Dienstaussicht gemäß § 157, Absatz 4 der Civilprozeß- orbnung an. Hersfeld, 7. Oktober. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich gestern früh gegen 3/48 Uhr kurz vor der Ankunft des von Bebra kommenden Personenzuges auf dem hiesigen Bahnhof. Ein Reisender der 4. Klasse, der sich schon unterwegs durch ein auffälliges Benehmen bemerkbar gemacht hatte, sprang kurz vor ber Börnerschen Dachpappenfabrik aus bem noch in voller Fahrt befinblichen Zuge und geriet hierbei unter die Räder desselben, wobei ihm beide Beine unterhalb des Kniees abgefahren wurden. Außerdem erlitt er eine schwere Verletzung am Kops. Der Verunglückte, der etwa 30 Jahre alt ist, heißt Jtzig Herrmann und ist aus Nakel in Posen. Im Landkrankenhause, wohin er gebracht wurde, wurden ihm beide Beine sofort amputiert. Vermischtes. * Köln, 8, Oktober. Der Zuchthäusler Ernst Dinger aus Solingen, der am Sonntag aus dem Zuchthause zu Werden entsprungen ist, wurde gestern, als er sich zur Flucht nach Holland anschickte, aus dem Kölner Bahnhofe mit Komplizen verhaftet. Im Besitze ber Verbrecher wurden zahlreiche Diebeswerkzeuge vorgefunden. * Görlitz, 7. Oktober. Gestern und heute fanden hier drei öffentliche Versammlungen des 5.D eu tschen Fortbit d u n g s s ch u l t a g e s unter Oskar Paches, v. Schenkendorffs und Sombarts Leitung statt, die durch zahlreiche städtische Delegierte aus allen Teilen Deutschlands und die namhaftesten Vertreter der Bestrebungen besucht waren. Anwesend waren u. a. der Liegnitzer Regierungspräsident v. Heyer, als Vertreter des preufi. Handelsministeriums, und Geh. Oberregierungsrat Simon. Man erkannte die allgemeine Einführung der Fortbildungs- schule als eine der wichtigsten und nötigsten Ausgaben der Zeit aN. * Könitz, 7. Oktober. In seinem Plaiboyer führte der Erste Staatsanwalt Sette gast aus, Speifinger habe in drei Fällen wissentlich einen Meineid geleistet. Erstens hat er beschworen, daß Fleischerlehrlinge den Winter bedroht hätten, ein Beweis hierfür sei nicht erbracht. Zweitens hat Angeklagter beschworen, Landrichter Dr. Zimmermann habe ihn hart angelassen und später zu ihm gesagt, er wolle nur gegen Hoffmann etwas wissen, und nicht über die jüdischen Mädchen. Auch diese Behauptungen sind nicht erwiesen. Drittens hat Angeklagter beschworen, Moritz Lewy im Verkehr mit Winter gesehen zu haben. Lewy ist heute allerdings in Haft genommen, weil mehrere Zeugen seinen Verkehr mit Winter bekundeten. Es ist aber nicht erwiesen, daß der Angeklagte von einem solchen Verkehr aus eigener Anschauung etwas wußte. Auch hier ist deshalb anzunehmen, daß er einen Meineid geschworen hat. Auch die Geschichte mit dem alten Juden in Jastrow ist erfunden; sie ist geradezu undenkbar. Angeklagter hat zu jener Zeit selbst noch einen Christen, einen Verehrer der Anna Hoffmann für den Mörder gehalten, erst als er mit Berichterstattern und freiwilligen Untersuchungsrichtern in Verkehr getreten, sagte er gegen Lewy aus. Der Angeklagte ist ein Wichtig- thuer und nicht ein klassischer Zeuge; selbst den Verkehr mit Ernst Winter hat er erschwindelt. Für ihn ist nur mildernd, daß er von allen Seiten gedrängt worden, Zeugnis abzulegen. Erschwerend ist für ihn, daß er einmal Hoffmanns Lehrlinge zu verdächtigen gesucht hat und bann wider die Juden im allgemeinen. Die Verhandlung hat ergeben, daß Winter sehr viel mit Angehörigen des schönen Geschlechts intim verkehrt und hieraus seinen Freunden gegenüber kein Hehl gemacht hat; keinem von letzteren habe er aber jemals etwas erzählt von einem intimeren Verkehr mit jüdischen Mädchen. Also auch hier muß der Angeklagte gelogen haben. Redner beantragt zum Schluß eine Ge- fängnißftrafe von 2>/8 Jahren. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Gebauer- Könitz, plaidiert für Freisprechung. Nach kurzer Duplik und Replik, wobei der Staatsanwalt das Treiben gewisser Preßorgane scharf verurteilt, die wochenlang in tendenziöser Weise berichtet, jeden Zeugen, der gegen Christen etwas aussagen wollte, angriffen und schlecht behandelten, zog sich der Gerichtshof zur Beratung zurück, die nähezu drei Stunden dauerte. Der Präsident verkündete sodann, der Angeklagte sei freizusprechen, obgleich mancherlei schwerwiegende Verdachisgründe gegen ihn vorliegen, und er mehrfach objektiv die Unwahrheit gesagt x^at; ihm habe jedoch das Bewußtsein der Schuld gefehlt. Bekanntmachung. Der Bedarf an Koruftroh für das städtische Schlachthaus — zirka 100 Zentner, Maschinendrusch oder Preßstroh — soll im Wege der Sub- «ission zur Lieferung vergeben werden. Angebote hierauf sind verschloffen mit entsprechender Aufschrift bis zum 15. l. Mts. bei uns einzureichen. Gießen, den 6. Oktober 1900. Großheczogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 6659 6526 Mein bautrchuifches Büreau befindet sich jetzt Wilhelmftratze 5. H. JKockerbeck, Architekt =7 Mer seine Zähne lieb hat, "V träufele morgens nach dem Aufstehen und abends 1 ~ vor dem Schlafengehen einige Tropfen Kosmin in ein Glas Wasser, behalte einen Schluck von der Mischung eine Zeit lang im Munde und bewege die Flüssigkeit zwischen den Zähnen hin und her, damit dieselbe überall gut eindringen kann. Mit dem Rest spüle man wiederholt den Mund und gurgele. Wer dies täglich thut, wird bald die wohlthuende Wirkung des Kosmin auf Zähne und Zahnfleisch verspüren. Der ungewöhnlich erfrischende Wohlgeschmack des Kosmin macht übrigens dies Verfahren so angenehm, daß der tägliche Gebrauch schon nach kurzer Zeit zum Bedürfniß wird. Flacon Mk. 1,50, lange Zeit ausreichend, ist in Drogerien, Parfümerien sowie in den Apotheken käuflich. 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