-tt. 185 Zweites Blatt. Freitag dm 10. August 190® Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Nnzeigen-BermittlungSstellen des In- nnb ttullrottiC »rhmev LnzNgen für den Gießener Anzeiger eutgexe«. ZeNenpreiS: lokal 12 Psg., an-wörl- 20 Pfg U«»»h»e >ng, Salvago Raggi, versehene gelenkt haben. In den Generalstab versetzt, machte er den I ? J ®eVcMe eingetroffen, die kein Datum trägt und durch das telegraphische Büreau des Tsungliyamen in Peking übermittelt ist. Salvago Raggi bestätigt darin die Ermordung des deutschen Gesandten und berichtet, daß die belgische, österreichisch ungarische und italienische Gesandt- E geräumt seien. Das Personal der Gesandtschaften habe sich mit den Missionaren und den sonstigen fremden Staatsangehörigen in die britische Gesandtschaft geflüchtet, wo jetzt 700 Ausländer versammelt seien. Es scheine, als ob die katholischen Missionen im Norden der Stadt noch verteidigt würden. Deren Schutz werde von 30 französischen und 10 italienischen Marinesoldaten ausgeübt. In der britischen Gesandtschaft seien noch für zwei Wochen Vorräte vorhanden. Deutsches Reich Die der nun und der nationalistische Presse hebt seine Stellungnahme in DreyfuS-Asfaire hervor. — In Havre befinden sich fast sämtliche Hafenarbeiter im Ausstand beträchtliche Truppenmaffen sind zur Aufrechterhaltung Telegramm deS Gießener Anzeigers. Loudon, 9. August. Lord Roberts berichtet aus Pretoria vom 7. August: Ich fürchte, daß die Garnison von Elands-River nach einer 10tägigen Verteidigung in die Hände der Buren gefallen ist. Kommandant Del ar et befahl, daß General Hamilton sich mit seinen Truppen nach Rustenburg begebe, und gab infolgedessen seinen Plan, Baden-Powell zu umzingeln, auf, um sich ebenfalls nach Elandslaagte zu begeben. Hamilton berichtet, daß die Beschießung von Elands River aufgehört hat, was ihn zu der Annahme veranlaßt, daß die Garnison sich ergeben hat. Hamilton hat Rustenburg heute morgen verlassen und die Truppen Baden-Pswells mit sich genommen. Kommandant De Wet hat mit der lieber’ schreitung deS Vaal-Flusses begonnen. Er wird von Kirchen er verfolgt. Lord Methuen, der sich auf dem rechten Ufer dieses Flusses befindet, muß bereits mit der Avantgarde De Weis Fühlung bekommen haben, denn man hört aus dieser Gegend Kanonendonner. Rüstungen. Nachdem der neu erbaute Z^reuzer Niobe am Sonntag zur Abhaltung von Probefahrten in Kie l eingetroffen ist, sind in Kiel sämtliche drei kleine Kreuzer vereinigt, die zur Verstärkung unserer maritimen Macht nach China bestimmt sind: Niobe, Nymphe und Sperber. Alle drei Schiffe besitzen bereits den lveißen Tropenanstrich^ Ter Sperber wird nur während der herrschenden Wiren in den chtnesischen Gewässern stationiert sein, während Niobe und Nymphe dauernd als Crsatzschifsc für die Irene und die Olef Ion in Ostasien kreuzen werden. Tie seit fünf bezw. drei Jahren dort stationierten Kreuzer Irene und Gefion kehren heim, sobald die chinesischen Wirren beigelegt sind. Besonders wichtig ist es, daß die auslaufende Kreuzerflotte eine Verstärkung unserer Seestreitkräfte an Schiffen mit geringem Tiefgang bedeutet, die zur Verwendung in den chinesischen Flußmündungen, wie die Beschießung der Taku- Forts beweist, sich vorzüglich, eignen. Nach dem Brüsseler „Soir" hat der mit den Vorarbeiten zur Rüstung eines Frei w U ligen - Bataillous für China betraute AussckM nicht allein die wohlwollende Anerkennung der Regierung gefunden, sondern auch vom Kriegsminister die Erlaubnis" erhalten. Werbe- früh energisch die chinesische Stellung bei Hsiku etwa drei Kilometer von Tientsin an. Tie Chinesen wurden ver- meben und zogen sich nordwärts zurück, verfolgt von den Verbündeten, die darauf Peitsang besetzten. Transporte folgten den Truppen zu Wasser und zu Lande. Ter Vormarsch auf Pekin g hat begonnen." — Die Bezirkskommandos haben bekanntlich einen Aufruf an die Reservisten der Jahrgänge 1893 bis 1898 erlassen, sich für China zu melden. Wie in militärischen Kreisen erzählt wird, haben sich schon in den ersten Tagen mehr als'120 000 Mann gemeldet. — Vier der größten Werkstätten haben die Forderungen der Militäresfektensattler bewilligt. Ein Strike wird vermieden werden. Es finden Ausgleichsverhandlungen vor dem Gewerbegericht statt. Yokohama: Eine russisch-japanische Armee bringt uns dem Norden gegen Peking vor. Die Bewegung dieser Armee wurde geheim gehalten, damit die Regierung in Peking nichts erfährt. London, 9. August. Aus Tschifu wird dem Expreß" gemeldet: Nach einem vierstündigem Kampfe nahmen die Russen die Eingeborenen-Stadt von Niutschwang ein. Dieses Telegramm wird von der „Daily Mail" bestätigt. Paris, 9. August. Präsident Loubet, Minister- Präsident Waldeck-Rousseau sowie die Minister des Krieges und der Marine werden sich nächsten Sonntag nach Marseille begeben, um der Abfahrt der Expedition nach China deizuwohnen. B r e st, 9. August. Nachdem das Nordgeschwader seine Dienst-Hebungen beendet hatte und die Rückfahrt nach Marseille antreten sollte, erhielt der Geschwader-Chef un- bermutet ein Telegramm des Marineministers mit dem Befehl, sich sofort mit seinem Geschwader nach Havre zu begeben, wo ihn weitere Befehle erwarteten. Ausland. Paris, 8. August. Der Präsident der Republik und der Ministerpräsident begeben sich Samstag nach Marseille, um die nach China abgehenden Truppen zu begrüßen. — Im Kutscherstreik ist eine kleine Abspannung eingetreten. Die Kompagnie Abeille hat sich mit ihren Kutschern verständigt, dagegen weist die Kompagnie Gonörale, die etwa 3500 Droschken in Betrieb hat, die Forderungen der Streikenden rundweg zurück. — Die Morgenblätter widmen Liebknecht Nachrufe, in denen sie Vermischtes. * Berlin, 8. August. Der am Titlis abgestürzte Berliner ist der Privatdozent Dr. Paul Vogt. * Wie«, 8. August. Wie die „N. Fr. Pr." meldet, wurde der bekannte Wiener SportSmann Sigmund F l e s cd in Tatrafuered, wo er zum Sommerausenthalt weilte, durch einen infolge eines unglücklichen Zufalles losgehenden Schuß in die Schläfe aus dem Gewehr des Komitatsbeamten Fuezessery, der chn auf einem Ausflug begleitete, getötet. * Sein früherer Beruf. Eine vornehme Dame in Paris bemerkte in den Champs ElysseS einen Affen, der in äußerst drolliger Weise für seinen Drehorgel spielenden Herrn Geld einzusammeln verstand. Die Marquise sand soviel Gefallen an dem neckischen Tiere, daß sie eS von seinem Besitzer erstand und mit sich in ihre Wohnung nahm, wo sie es zierlich kleiden und seine Dressur sich angelegen Der Krieg in Südafrika. Dem „Daily Telegraph" zufolge hat ein von der Front bei den Buren nach Lorenzo Marques zurückgekehrter Franzose berichtet, daß General Bothas Korn mando das ursprünglich 750 Mann zählte, jetzt nur noch 63 stark sei, und daß andere Kommandos infolge Desertierungen ähnlich zusammengeschmolzen seien. Die noch im Felde stehenden Buren seien in zwei Parteien gespalten, von denen die eine für, die andere gegen den Krieg sei Die Friedenspartei sei die stärkere und eine Revo^ lution steht bevor, die die Vertreibung des Präsidenten Krüger aus dem Staate zur Folge haben könne. Jeden- falls solle die Regierung bald nach Lydenburg verlegt werden. Krüger hoffe, daß die chinesischen Wirren Großbritannien so in Anspruch nehmen werden, daß er sich unter solchen Bedingungen unterwerfen könne, die ihm die Selbständigkeit Transvaals sichern. „Daily Telegraph" meldet aus Lorenzo Marques, 7. Juli: Die britischen Truppen rücken langsam gegen Machadodorp vor. Eine Kolonne geht von Middelburg, eine andere vom Süden her vor. Die Buren leisten den von Süden herkommenden Truppen nur geringen Widerstand. Aus Kroonstadt wird berichtet: Nach hierher gefugten Meldungen soll der Präsident des Oranje-Freistaates, Ste>ju, schwer erkrankt sein. mit lauten Hochrufen. Der Empfang auf dem Bahnsteig war ganz privat. — Der Erzbischof von Genua, welcher morgen bei der Leichenfeier für König Humbert ponti- fiziert, wurde heute von RamPolla empfangen. Bei der Leichenfeier befindet sich der König an der Spitze der italienischen Prinzen und der auswärtigen Fürstlichkeiten, welche die Leiche Humberts vom Bahnhof nach dem Pantheon begleiten. — Ein Minister erklärte nach dem „Secolo XIX“ in der Kammer, der König habe beim Empfange der Minister in Monza gesagt, die bestehenden Gesetze genügten, um gut zu regieren, vorausgesetzt, daß Strenge angewandt würde. Man brauche keine Ausnahmegesetze. — Nach einer Privatdepesche aus Mailand ist die Voruntersuchung gegen BreSci noch nicht abge- schlossen. Hinsichtlich verschiedener Mitschuldigen habe man, wie die Depesche weiter meldet, Indizien auch betreffs der letzten Vorbereitungen des Komplotts, doch sei die Organisation des Komplotts noch nicht klargelegt. Br eSei weigere sich auch, die an ihn gestellten Fragen zu beantworten. Wichtige Aufklärungen erwarte man von der französischen Polizei. Budapest, 8. August. Der frühere ungarische Minister- Präsident und Präsident deS Magnatenhauses, Kronhüter Josef Szlavy ist, 82 Jahre alt, gestorben. Athen, 8. August. Durch den Stadtkommandanten wurden mehrere im Kriegsministerium beschäftigte Hauptleute, die in Zusammenkünften mit jüngeren Offizieren sich nach Auffassung des Stadt-Kom- Mandanten in eine „Verschwörung gegen das Bestehende“ einließen, verhaftet. Petersbburg, 8. August. Der bisherige zeitweilige Verweser des Ministeriums des Aeußeren, Graf Lams- dorff, ist zum Verweser des Ministeriums ernannt worden. NewAork, 8. August. Bryan verspricht in der Rede, in der er die Nomination annimmt, im Falle feiner Er- wählung sofort den Kongreß einzuberufen, um den FilippinoS ihre Unabhängigkeit unter amerikanischem Protektorat zu gewähren. Die Silbersrage ließ er unerwähnt. Aus Stadt und Land. Gieße«, den 9. August 1900. ** Eine außerordentliche Sitzung der Stadtverordnete» I findet, wie wir hören, morgen, Freitag nachmittag statt. I Auf der Tagesordnung steht die Bürgermeisterwahl, I bezw. Vorbereitung derselben. Die gesamte Einwohnerschaft Gießens ist wohl einig in dem Wunsche, daß es unserem I Stadtvervrdneten-Kollegium gelingen möge, einen unserem scheidenden Oberbürgermeister in jeder Beziehung würdigen Nachfolger zu finden. ** Zugentgleisung. Aus der Strecke Gießen-Gelnhausen entgleiste heute vormittag ein Personenzug, mit dem auch zahlreiche Gießener gefahren waren. Mehrere Wagen gerieten aus den Schienen. Der Materialschaden ' ist gering. Personen sind nicht verletzt. Nach ein» stündiger Verspätung setzte der Zug seine Fahrt fort. ** Landeslotterie. Bei der heute fortgesetzten Hauptziehung fiel der Haupttreffer von 300 000 Mk. nach Groß- Bieberau im Odenwald auf Nr. 17 958, 1 ö 15 000 Mk. auf Nr. 8179. — 1 & 10 000 Mk. auf Nr. 17. — 1 L 5000 Mk. auf Nr. 10 193. — 1 ä 4000 Mk. auf Nr. 5101. — 12 L 3000 Mk. auf Nr. 1083, 3243, 10 769, 12 205, 14 071, 15 249, 17 223, 21 824, 22 728, 23 036, 30 272, 32 472. — 10 L 2000 Mk. auf Nr. 2228, 6803, 7096, 9501, 10 532, 15 685, 21 960, 24 899, 26 074, 31 526. — 24 L 1000 Mk. auf Nr. 1028, 2439, 5236, 7920, 8538, 9165,11 537, 11 992, 13 887, 14 159,14 307, 16 344, 18 020, 18 060, 18 344, 20 797, 21490, 22 065, 22 251, 22 356, 28 399, 28 445, 29 099, 29 974. — 48 L 500 Mk. auf Nr. 475, 1067, 2056, 2153, 2742, 3567, 4344, 5119, 5396, 6351, 6812, 7702, 7950,8253, 8699, 9308, 10 256, 10 327, 10 986, 11 283, 13 215, 13 448, 13 900, 14 818, 14 946, 15 099, 15 429, 15 715, 16 376, 16 639, 17 015, 17 136, 17 583, 19 109, 19 373, 19 943, 21 095, 21 346, 21 518, 22 135, 22 268, 24 393, 24 928, 26 556, 27 570, 27 862, 31 994. (Ohne Gewähr). Darmstadt, 8. August. Die hohen Kohlenpreise machen sich auch dadurch bemerkbar, daß von den ärmeren Einwohnern der Stadt die in den umliegenden fiskalischen und Gemeindewaldungen bestehenden Leseholzberechtigungen wieder mehr in Anspruch genommen werden. So wurden, dem hiesigen „Tageblatt" zufolge, im zuletzt abgelaufenen Monat über 100 neue Leseholzkarten im Stadthaus ausgestellt, während sonst in manchem Jahre diese Zahl erst im Spätherbst erreicht wird. besonders an seine Vorliebe für Frankreich und seine Haltung bei der Annexion Elsaß Lothringens erinnern. Ordnung aufgeboten. Rom, 8. August. Prinz Heinrich von Preußen ist heute vormittag hier eingetroffen und am Bahnhofe feierlich empfangen worden. Er begab sich dann nach dem Grand-Hotel, wo er als Gast des Königs Aufenthalt nimmt. — Das KönigSpaar kam um 10 Uhr auf dem Bahnhof an. Offiziell waren nur die Minister erschienen, denen sich privatim zahlreiche Senatoren und Abgeordnete angeschlossen hatten. Nach kurzer Begrüßung fuhr der Hof in schnellem Trabe nach dem Quirinal. Der Wagen des Königs war vollständig von Kürassieren umgeben. DaS Publikum applaudierte lebhaft. — Die Königinnen Margherita und Maria Pia, die Herzoginnen von Aosta und Genua, die Herzöge von Genua und Oporto, sowie die Prinzen Ferdinand von Genua und Viktor Napoleon find heute früh von Monza nach Rom abgereift. Eine große Menschenmenge wohnte sichtlich bewegt der Abfahrt bei. — Königin Margherita kam nm 9Uhr in Rom an. Eine enorme Menge empfing fie am Bahnhofsplatze, darunter viele schwarz gekleidete Damen mit Blumen und Fahnen. Die Menge schwieg, nur vor dem Grand-Hotel ließ fie sich nicht zurückhalten und begrüßte die Königin könnten die internationalen Truppen, die ihre Lebensmittel ausschließlich aus Shanghai beziehen, in große Schwierigkeiten geraten. — Aus Shanghai wird ferner berichtet: Aus amtlicher Quelle verlautet, Admiral Seymour habe sich mit dem Vizekönig von Nanking verständigt, die internationalen Konsulate in Shanghai durch englische Truppen besetzen zu lassen. , L o n d o n, 9. August. „Daily Expreß" berichtet aus Berlin, 8. August. Aus Wilhelmshöhe wird gemeldet: Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen gestern morgen um 7% Uhr mit den Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert nebst Gefolge einen Spazierritt listen bei den verschiedenen Regimenter in Umlauf zu I ^stnallee und zurück über den Herkules. Die setzen. Die Regimentskommandeure sollen ersucht werden, I ^i^Kftäten bestlegen den dort bereitstehenden Wagen und das Unternehmen zu unterstützen, und sämtlichen Freiwilli- I fuhren über die Löwenburg zum Schloß zurück. Die gen soll von der Regierung entsprechender Urlaub bewil- I Prinzen Eitel Friedrich und Adalbert, sowie das Gefolge ligt werden. Bei dem Ausschuß haben sich außer 400 ak- I kehrten zu Pferde zurück. Im Laufe deS weiteren Vorrnit- tiven Soldaten und Unteroffizieren über 700 frühere Ge- I tags verblieb Se. Majestät im Schlosse und nahm die Vor- drente gemeldet. Auch die Anmeldungen von Offizieren I träge des Chefs des Generalstabes der Armee Grafen von fe äs « BS Mann, 100 Pferde und «rfi L-'ri-l. ö' saia^b JÄ« feto* sur tf&axs ä’ä - - B Die österreichische Armeezeitung meldet aus Wien, I mittag von 10Vbis UV Ubr mr To^n"sUer^sür^n daß weitere zwei Schiffe nach Ostasien abgehen werden. I Körnig Humbert die großen Glocken der Kaiser Wilhelrn- 2^^?n^^^A^alUt.^Daiü!^Ervr?E^m?ldet j ^K*Sp-,1al«ission der beiden Buren- Hongkong: Mehrere Europäer wurden gestern in Kanton I au8 &en ^ren Fischer, WolmaranS von chinesischen Arbeitern verfolgt und mißhandelt Die I un*cr Leitung deS Gesandten Dr. Leyds Chinesen begaben sich alsdann nach den amerikanischen I ^ute früh aus Brüssel hier eingetroffen und im Palasthotel Missionen, wo sie aber von ander Chinesen vertrieben I abgestiegen. Ihr jetziger Besuch in Berlin soll jeden offiziellen wurden. Dasselbe Blatt meldet aus Shanghai: Infolge I Charakters entbehren. Sie wird einige Tage hierzubringen eines Befehls aus Peking hat der Taotai-Scheng einen I und sich bann aller Wahrscheinlichkeit nach Petersburg be- Auftuf erlassen, worin er die Ausfuhr von Vieh, Futter I geben. Da sie weder den Kaiser, noch den Reichskanzler, und Lebensmitteln untersagt. Das Blatt bemerkt hierzu, noch den Grafen Blllow hier vorfinden, so erweist sich ihre Zent' | »"Wesenheit schon von selbst als keine politische Mission^ — Der neue Direktor der Kolonialverwaltung, Dr. St übel, ist seit drei Tagen hier und hat die Leitung । der Geschäfte übernommen. W ließ. Einige Wochen darauf empfiUg die Dame eine größere Gesellschaft. DaS Aeffchen war das Wunder derselben und sein musterhaftes Betragen trug ihm viel Lob- spräche und Liebkosungen ein. Tine junge Dame setzte sich an den Flügel und trug ein kleines Lied vor, das sie selbst begleitete. Kaum hatte sie geendet, so ergriff der Affe, eingedenk der früher in den Straßen geübten Praxis, ein in seiner Nähe liegendes Notenblatt, knitterte es in Hutform zusammen, und machte, zum Schrecken der Marquise und zum Ergötzen ihrer Gäste, die Sammelrunde bei sämtlichen Anwesenden. Nachdem er seinen Umgang vollendet, sprang er der lachenden Sängerin auf den Schooß und schüttete den Inhalt seines papiernen Hutes vor ihr aus. Wie man sich denken kann, ergab die Sammlung eine ganz ansehnliche Geldsumme, die selbstverständlich zu einem wohl- thätigen Zwecke verwendet wurde. Mteratur. — Ein ebenso zeitgemäßes als prachtvolles Rarschlied: dir, du deutsches Flottenheer", komp. von Ernst Simon, (für Pfte. Mk. 1,50), ist im Verlag von Arno Spitzner, Leipzig, Turnerstraße 1, erschienen. Dem Preise der todesmutigen, deutschen Helden, die Gut und Blut für die Ehre des Vaterlandes opfern, um volle Sühne für empörende Greuelthaten der Chinesen zu fordern, ist die feurige, packende Marsch-Komposition mit den herrlichen Dichterworten (von E. Schmidt) gewidmet. Von dem Ertrage des Werkes ist ein beträchtlicher Teil für den „Deutschen Flottenverein" zur Pflege und Unterstützung der tapferen, deutschen Streiter in China bestimmt. Das Tierleben der Erde. Von Wilhelm Haacke und Wilhelm Kuhnert. — 120 Bogen Text mit 620 Textillustrationen und 120 chromotypographischen Tafeln. — Vollständig in 40 Lieferungen zu je 1 Mark. — Von diesem herrlichen Unternehmen, das die so oft gemißbrauchte Bezeichnung „Prachtwerk" wirklich einmal mit vollem Rechte verdient, ist uns soeben die zweite Lieferung zugegangen. Wie wir einerseits die vortreffliche Schilderungskunst des Verfassers des Textes bewundern müssen, so kehrt andererseits unser Blick immer wieder zu den prächtigen Bildern Kuhnerts zurück, von denen wir ohne Ueberhebung sagen können, daß wir ähnliches in gleich guter technischer Ausführung bis jetzt kaum gesehen haben. Wenn der Verleger (Martin Oldenbourg in Berlin) in dieser Weise hält, was er iu seiner Ankündigung versprochen hat, so wird das Ganze ein Monumentalwerk deutscher Gelehr- samkeitund deutscher Kun st werden, das in keiner Büchersammlung fehlen sollte. Sport, Spiel, Jagd. Für Radfahrer. In unserer Nachbarprovinz Hessen-Nassau soll demnächst eine neue Radfahr- ord nung eingeführt werden. Dieselbe unterscheidet sich nur unwesentlich von der im Großherzogtum giltigen Fahrordnung; im allgemeinen sollen die Vorschriften für den Fuhrwerksverkehr sinngemäße Anwendung finden. Radfahrer dürfen, mangels besonderer Wege, im allgemeinen nur Straßen und Wege für Fuhrwerke, außerhalb der geschlossenen Ortfchästen aber auch die Bänkette neben de« Fahrstraßen, unter Umständen sogar bestimmte Fußwege benutzen Es können jedoch einzelne Wege, Brücken, Plätze n. s. w. für den Fährverkehr gänzlich verboten werden, was öffentlich bekannt und an den betr. Stellen deutlich lesbar zu machen ist. In jedem solchen Falle müssen die Radfahrer den Fußgängern ausweichen. Weiter werden allen Radfahrern die meist seither schon beobachteten Vorsichtsmaßregeln zur Pflicht gemacht, so namentlich Vermeidung zu schnellen, Menschen und Tiere gefährdenden oder den Verkehr störenden Fahrens, langsames Passieren markierter Stellen, rechtzeitiges Anrufen der Passanten und richtiges Ausweichen, Anbringung hellbrennönder Laternen, sicher wirkender Bremsen und helltönender Glocken. Auf den Ruf eines Schutzmanns muß jeder Radfahrer sofort anhalten und absteigen. Dagegen soll die oft aus einer großen Zahlenreihe bestehende Fahrradnummer künftig fortfallen. Hiefür muß jeder Radler eine von seiner Wohnortsbehörde ausgestellte Radfahrerkarte oder sonstigen behördlichen Ausweis über seine Person mit sich führen und den Aufsichtsbeamten auf Verlangen vorzeigen. Hmrdel und Uerkehr. Volkswirtschaft. )( Gießen, 9. August. Der heutige Ochsenmarkt litt sehr unter der Ungunst des Wetters; außerdem waren viele Käufer und Verkäufer ausgeblieben, weil sie es vorzogen, den am gestrigen Tage gleichzeitig stattfindenden Fuldaer Markt mitzumachen. Aufgetrieben waren nur 80 Stück Jungochsen, unter denen einzelne recht schwere- Paare. Der Handel war flau. Trotzdem wurden hohe Preise für die Ware verlangt und bezahlt. Die besten Paare gingen für 8—850 Mark fort, während leichtere Tiere das Paar für 7—750 Mark gehandelt wurden. Trotz des kleinen Vorrats blieb der Markt überständig. — Der Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von ca. 700 Stück, darunter wenig Ferkel. Auch hier hemmte der Regen das Geschäft, denn aus der Umgegend waren die Käufer dem Markt fern geblieben. Die Forderungen der Verkäufer waren sehr- hohe, und diese ließen auch wenig mit sich handeln. Bezahlt wurden für funge Ferkel 20—36 Mark pro Paar; kräftigere Tiere wurden mit 40—50 Mark pro Paar gehandelt. Springer fanden mit 80—140 Mark pro Paar willig nehmer. Der Markt würde fast gänzlich geräumt. Wegen vorgerückter Saison ▼erkaufe ich die noch vorrätigen Wasch-Anzüge, Blusen, Hosen, Loden-Joppen und Sommer-Havelocks zu bedeutend herabgesetzten Preisen. i87 Markus Bauer. Familien Nachrichten. Gestorbenr Herr A. Simons, Profeffor i. P. in Darmstadt. Sriefkasten -er Redaktion. Herrn Dr. Sch. Wir bedauern, die per Postkarte von uvö verlangte Reihe von „Berichtigungen" nicht bringen zu kSnve», da dem .Gießener Anzeiger", dem verbreitetsten Blatte der Prootvtz Oberhesfen ein Festbericht überhaupt nicht zugegangm ist, obgleich rechtzeitig darum gebeten wurde. Berlin, 9. August. DaS Pferdematerial für die See-Brigade sowie die Bespannung für die zugleich mit dem ersten und zweiten Seebataillon entsandte Batterie ist in aller Stille in den Vereinigten Staaten angekauft worden. Die E i n s ch i f s u n g beginnt nächster Tage in San Franziko. Den Transport besorgen der Norddeutsche Lloyd und die Hamburg-Amerika-Linie und zwar teils mit eigenen, teils mit gecharterten Dampfern. Charleroi, 9. August. Die Zahl der a u S st ä n d i s ch en Glasarbeiter beträgt 700 0. Die Streikgelder belaufen sich auf 200 000 Frs. Antwerpen, 9. August. Das Fischerboot Nr. 16, mit vier Mann an Bord, ist in der Nordsee gekentert» Alle vier Insassen ertranken. Rom, 9. August. Kardinal Rampolla dementiert aufs energischste die Meldung von dem Zustandekommen einer Annäherung zwischen dem Quirinal und dem Vatikan. Die politische Lage sei dieselbe wie bei der Erstürmung der Porta Pia am 20. September 1870. Monza, 9. August. Die Ueberführung der sterblichen Ueberreste König Humberts hat in Gegenwart einer nach vielen Tausend zählenden Menge, die au& Nah und Fern zusammengefirömt war, stattgesunden. Der Andrang war so stark, daß das Militär die Straßen besetzen mußte; sonst war das Verhalten der Behörden weniger streng. Um 2 Uhr kam Mailänder Infanterie au. Um 3 Uhr begannen die Glocken der Stadt zu läuten. Um Uhr setzte sich der Leichenzug in Bewegung, voraus eine Schwadron Ulanen, dann ein Bataillon Infanterie mit Musik. Dann folgte der von 6 Rappen gezogene Leichenwagen, geleitet von 12 Leibgardisten und 12 Hellebardistew in mittelalterlicher Tracht. Aus dem Sarge lagen der Generalshut und der Degen sowie italienische Fahnen. Dem Leichenwagen folgten der Herzog von Aosta und der Gras von Turin sowie die Minister San Martino, Gianturco und Rudini, die Präsidenten beider Kammern und die gesamte Geistlichkeit von Monza. In dem schwarz drapierten Wartesaal bildeten die Teilnehmer am Leichenzuge und die kommandierenden Offiziere mit Kerzen in der Hand einen Kreis, während der Erzpriester Rosst die Einsegnung vornahm, woraus die Leiche in den extra gebauten Totenwagen geschoben wurde. Um 4Uhr25Min° setzte sich der Zug in Bewegung. veranschlagt zu 1. 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