0* te »en, mkfurta.) 4069 iid zurück »Stellung, eine biete. Marter Hof, 4063 n. gwerke. I Preise, risst), igendkranz ck lvgsseß' r°s wie Speisen wird beD 6 pach Gießen. j and iv Nr->33 Aweites Blatt Sonntag den 1». Juni 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger ZLezugspreis vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Brmqcrlohn; durch die Abholestell« vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-DermittlungSstellen deS In- und AuSlaudeß nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen« ZcilrnpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Annahme Anzeigen zu der nachmittag- für de» fügenden Lng «scheinenden Nummer bis vorm. 10 Nhr. Lhhetzellungcn spätestens adendS vorher. Grscheinl UgNch eh Ausnahme deS Mittag». Die Gichener Mcketttenolälter Werden dem Anzeiger I* «MH mit „Hcff. tenbBHrt* n. „Blätter Mr hrff. Volkskunde- Wgchtl. 4 und beigelegt. Anrts- und Anzeigeblntt für den Tkveis Gieren. sfiziere der Garde- bial-Gebäude. Frau entsprießenden Entschließungen dem preußischen Schulwesen zum wahren Wohle gereichen. Bon der Berliner Schulkonferenz. lieber die Beratung der Schulkonferenz vont 7. d. M. MrdaVta», Expedition und Druckerei: -ch.kflratze Ar. 7. Gratisbeüageu: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Dlätter für hessische Volkskunde. ____ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hiehe«. Fernsprecher Nr. 51. Der Krieg in Südafrika. Ein Korrespondent des „Daily Expreß" berichtet über eine Unterredung, die er mit dem Präsidenten Krüger und dem Staatssekretär Reiß in einem Eisenbahnwaggon hatte. Krüger erklärte: „Die Besetzung von Pretoria bedeutet nicht das Ende des Krieges. Die Gurghers sind durchaus entschlossen, bis zum Aeußersten zu kämpfen, und sie werden sich nicht ergeben, so lange - ihrer noch 500 Mann in Transvaal in Waffen stehen. Die Hauptstadt der Republik ist hier. Der Feind ist in unser Land eingedrungen, hat es aber noch nicht erobert. Die Regierung ist norij, in Thätigkeit. Es ist nicht wahr, daß ich zwei 'Millionen Gold für mich mitgenommen habe. Alles Geld, über das ich hier verfüge, ist lediglich dasjenige, welches für staatliche Zwecke erforderlich ist. Die mir zugeschriebene Absicht, an Bord des auf der Höhe von Lourenzo Marques liegenden holländischen Kriegsschiffes Zuflucht zu nehmen, habe ich nicht. I ch v e r l a s s e das Land nicht. Erst jetzt hat der eigentliche Kampf begonnen, und ich fürchte, daß noch viel Blut vergossen, werden wird, aber die Schuld liegt aus Seiten der britischen Regierung." Reitz bemerkte, der Guerillakrieg werde sich über ein ungeheures Gebiet erstrecken, und die» Buren würden sich wahrscheinlich auf Lydenburg zu- rückziehen, wo sie viele Monate hindurch Widerstand leisten Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Pflasterungsarbeiten wird der Wegübergang der Frankfurterftraße über die Oberhessische Eisenbahn von Montag, den 11. l. Mts. ab bis auf Weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 8. Juni 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. könnten. _ ZUm Frieden geraten hat dem Präsidenten Kruger, wie „Reuters Bureau" aus Lourenzo Marques meldet, der amerikanische Konsul Hollis in einer längeren Unterredung, indem er ihm freundschaftliche Mitteilungen der amerikanischen Regierung überbrachte, in denen Kruger gedrängt wird, Friedensverhandlungen emzuleiten. Der Nachricht, daß Präsident Krüger nach Deutsch- Südwestafrika übersiedeln möchte, stimmt die „Post" freudig zu. Es liege wohl im Interesse Deutschlands, Teile der Burenelemente von bewährter kolonisatorischer Kraft in die afrikanischen Kolonien zu ziehen. _ Aus Camp hell (West-Griqualand) wird vom o. Juni Folgendes gemeldet: Eine Streitmacht unter Warren marschierte gestern von Faberspruit in der Richtung nach Camphell. Vier Geschütze der kanadischen Artillerie, berittene Infanterie, Kappolizei, zwei Schwadronen von Pagets Reitertruppe, zwei Schwadronen Yeorncmry, vier Kompagnien von den Duke of Edinburghs-Volunteers und Warrens Kundschafterkolonne marschierten neun Meilen nach Tweefontein, ohne auf den Feind zu stoßen, biwakierten zuri Nacht und verließen Tweefontein heute morgen um 9 Uhr. Die kanadisch Artillerie beschoß eine Stellung, die der Feind bei Knoffelfontein eingenommen hatte, erhielt aber keine Antwort. Die Kolonne marschierte sodann wider st andslosin Camphell ein und bezog ein Lager. Aus Mafeking, 29. Mai, wird gemeldet: Beim Einzug Plumers in Zeerust zogen die Bewohner die britische Flagge auf und sangen die Nationalhymne. Die Beamten in Zeerust erboten sich, der Königin den Treueid zu leisten, falls ihnen Schutz gegen ine eigenen Landsleute zuqesichert würde. Kleine Abteilungen von Buren und Aufständischen liefern täglich Waffen ein. Baden-Powell verwaltet Malwani und Zeerust. Aus Pries ka, 3. Ium, wird berichtet: Aus einer im Rebellenlager aufgefundenen Korrespondenz geht hervor daß die Aufständischen Koegaspont und Upmgton mu'ugreifen beabsichtigten, Oberst Adye aber den Plan vereitelte, indem er den Feind angriff, bevor die Koegas- und Kheis-Kommandos sich vereinigen konnten. Deutsches Reich« Berlin, 8. Juni. Der Kaiser begab sich gestern abend nach dem Diner beim 1. Garde-Feld-Artillene-Regi- ment nach dem Potsdamer Bahnhof und hörte hier den Vortrag des Staatssekretärs des. Reichsmarineamts, Vize- London, 8. Juni. Der Herzog von Wellington ist heute früh in Strathfieldsaye gestorben. Rom, 8. Juni. Der Leibarzt Lapponi besuchte heute morgen den Papst und konstatierte eine andauernde Schwäche. Er ordnete eine vier- bis fünftägige Ruhe an und empfahl, den Besuch der Peterskirche bis morgen oder übermorgen trotz des Widerspruches des Papstes aufzuschieben. Wien, 8. Juni. Der Kaiser empfing heute mittag den deutschen MilitärattachS von Bülow in besonderer Audienz, ^ter^bldungen zufolge werden der Deutsch e Kaiser und der Kronprinz in der zweiten Hälfte deS September über Wien nach Ungarn kommen, um an den Jagden des Erzherzogs Josef August teilzunehmen und dnS 34. Infanterieregiment zu besichtigen. Admiral Tirpitz. Uni) 9 Uhr 45 Mm. begab der Kaiser sich nach Station Wildpark, um sich hier mit der Kaiserin, die vorn Neuen Palais eingetroffen war, von den nach Cronberg abreisenden Kronprinzlich Griechischen Herrschaften zu verabschieden. — Die Ankunft des Kaiserpaares in Hornburg v. H. wird nächsten Dienstag abend 9 Uhr erfolgen. . „ — Die Besichtigungen der Garde-Kavallene-Re- gimenter durch den Kaiser haben heute vormittag begonnen, und es ist mit dem Regiment Gardes du Corps und dem Leib-Garde-Husaren-Regiment der Anfang gemacht worden. Beide Regimenter, das erstere unter Befehl des Obersten Graf Hohenau, das zweite unter Major Graf Dohna-Schlobitten, waren um 7 Uhr auf dem Bornstedter Felde und hatten daselbst Parade-Aufstellung genommen. Am rechten Flügel hielten die Suite, die direkten Vorgesetzten, der Kommandeur der Garde-Kavallerie-Division, Generalleutnant v. Moßner, Generalmajor Graf v. der Asseburg und Generalmajor Herzog Albrecht von Württemberg. Um 7 Uhr 30 Minuten kam der Kaiser im blauen Waffenrock der Gardes du Corps auf em em Rappen, ihm zur Seite die Kaiserin, ebenfalls zu Pferde auf einem Dunkelbraunen. Im Gefolge befanden sich die General-Adjutanten von Hahnke und v. Plessen, General a la Suite v. Scholl, die dienftthueu» den Flüqetadjutanten, eine Hofdame der Kaiserin und die Trompeter der Leibgendarmerie. An der Aufstellung an- gelangt, ritt der Kaiser mit der Kaiserin die Front der Regimenter entlang, jedes einzelne begrüßend, und nahm i bann einen Parademarsch in Zügen im Schritt ab. Wahrend das Leib-Garde-Husaren-Regiment darauf abrückte und im Wäldchen am Ruinenberg abfaß, begann das Regiment Gardes du Corps mit dem Vorexerzieren. Die Bewegungen wurden fast durchweg im Trabe und Galopp ans- qeführt. Großartige Bilder boten die Attacken in Regimentsfront und das Nehmen der Hindernisse. Mit dem Kommandeur voran gingen die Eskadrons in Fronten über den großen Wall und nahmen in eleganten Sprüngen die Steinmauer uund den Wassergraben. Nach einer Schlußattacke wurde dem obersten Kriegsherrn das übudje Hon- neurj erwiesen, der dann die Offiziere zur Kritik um sich versammelte. Die Kaiserin hatte sich zur Beobachtung des Exerzierens, nachdem sie eine Zeit lang auf dem Platze geweilt, nach dem Wagen begeben, und hielt dort unter den schattigen Bäumen. Um! 1 Uhr begann die Vorstellung des Leib-Garde-Husaren-Regiments, das in gleicher Weise I wie die Gardes du Corps vorgeführt wurde. Der Kaiser führte das Regiment Gardes du Corps selbst nach der I Kaserne und nahm bei dem Offizierskorps das Frühstück! I Cm' — Nach einer der „Post" aus Rom zugehenden Mitteilung steht es nunmehr fest, daß Pros. Dr. Freiherr von I Hertlingim Lause des Sommers wieder dort eintreffen wird, um zum dritten Male die Verhandlungen mit dem I Vatikan über die Errichtung einer katholisch -1 h e o - I logischen Fakultät an der Universität Straßburg I aufzunehmen. _ Q ~ * — Nach einer Privatmeldung aus Dar-es-Salaam vom I 3 Juni ist dort Major von Natzmer bei einem Fahr- I versuche mit Maultieren ic. verunglückt und infolge I einer Gehirnerschütterung verstorben. — Die Ausschmückungs-Kommission des I Reichstages, die heute vormittag unter dem Vorsitz deS I Präsidenten Grafen Ballestrem tagte, hat beschlossen, dem I Professor Johannes Pfahl den Auftrag zur Ausführung des Standbildes Kaiser Wilhelms I. auf Grund des I vorgeleqten und begutachteten größeren Modells zu er- I teilen. Sodann entschied sie sich dahin, eine Bismarck- I ft a tue im Vorzimmer zu den Präsidentenzimmern aus- I stellen.zu lassen. — Die von Seeliger ausgearbeiteten I Skizzen zu den Deckengemälden im Bundesratssaale wur- I den verworfen. ____ Telegramme des Gießerrer Anzeigers. L on b o n , 9. Juni. General Buller telegraphierte gestern abend, daß am 6. ds. General Ko x mit der 6. Brigade und einer Abteilung leichter Kavallerie sich,der Hohe von W c n y a r d bemächtigte. Er stellte zwei 4o Pfünder, zwei 12 Pfänder und zwei 5Pfünder auf. Die Engländer bemächtigten sich aller Höhenzüge zwischen dem Botha-Paß und Jnkwiens. London, 9. Juni. Nach einer Depesche wird aus Pretoria berichtet: Die S t a b s - O f f i z i e r e der Garde- Brigade besuchten gestern das Prasidial-Gebaude. grau Krüger, welche die Offiziere empfing, erschien sehr gefaßt und tauschte Höflichkeitsbezeugungen mtt den Offizieren aus. Vor dem Gebäude wird eme drittsche Wache auf ziehen. berichtet noch die „Kreuzztg.": „Zuerst wurde die Frage verhandelt, ob der griechische Unterricht auf den Gymnasien wie bisher in 3 b oder erst in Untersekunda beginnen sollte und in dieser Klasse mit Rücksicht auf die sie nach einjährigem Besuche verlassenden Schüler englische Nebenkurse eingerichtet werben sollten. Von dem Professor einer technischen Hochschule wurde die Verlegung des griechischen Unterrichts, befürwortet. Die Absttmmung ergab, daß keinerlei Aende- rung im Beginne des Griechischen eintreten sollte. Selbstverständlich bleibt den jungen Reformgymnasien khr Lehrplan ungestört. Eine Resolution, den schon durch die neuen Sehrpläne von 1892 an den Gymnasien eingeführten fakultativen Unterricht im Englischen weiter zu fordern, soll erst heute zur Erledigung — wohl sicher Annahme — gelangen. Was den L a tein un t e r'r i cht an Realgymnasien angeht, so wurden natürlich dem Minister keinerlei „Vorschläge über einzelne lateinische Pensa unterbreitet", sondern der Antrag eines Mitgliedes, Mr eine Verstärkung dieses Unterrichts wünschte,aber nicht auf Kosten der Naturwissenschaften, nach eingehender Diskussion abgelehnt. Es soll also bei ber im Jahre 1892 festgesetzten Wochenstundenzahl für das Lateinische an den Realgymnasien fein Bewenden behalten, doch wurde befürwortet, in der Verteilung dieser Zahl auf die em- jelnen Klassen eine gewisse Freiheit lvalt^i zu lassen. Die Frage, wie sich nach den bisherigen Beschlüssen der Kon- seceuz die Lehrpläne der einzelnen Schulgattungen gestalten müssen, wurde einer Kommission überwiesen, die Water im Ministerium zusammentreten soll." Am Freitag unterzog die Konferenz eine ganze Reihe ton Unterrichtsfächern einer eingehenden Prüfung, bei der c* sich um die Frage handelte, ob und inwieweit eine größere Ausdehnung des betreffenden Unterrichts wünschenswert erscheine. Zu den Disziplinen, die zu diesen Erörterungen die Veranlassung gaben, zählten abermals das Englische und sodann Mathematik, Geschichte und Naturwisienschaften. Verglich des Englischen macht die Meinung sich stark geltend, daß, wo es irgend möglich und erforderlich erscheine, dieser Sprache eine vermehrte Fürsorge gewidmet werden solle. Bei der Mathematik wurde die Frage astgeregt, ob nicht angesichts des Umstandes, daß die technischen Hochschulen m Ueber- einftimmung mit den Forderungen unb dem Charakter der Aeit immer zahlreicher sich bevölkern, bereits auf der Schule diese Wissenschaft mehr in Beziehung gesetzt wer- ben sollte zu ihrer späteren praktischen Anwendung. Bei den Naturwissenschaften wurde von demselben Standpunkt aus eine 9ie orm des Unterrichts als wünschenswert behacktet Bezüglich des Geschichtsunterrichts war ine Be- obackttmg zu machen, daß die mehrfach auch von hoher ^tette aus in die Öffentlichkeit getragene Forderung dem vaterländifchen Geschichtsunterricht einen hervorragenderen Platz einzuräumeii, kein sonderlich starkes Echo gefunden aalte. Dw ^eiqnisse, die auf die Geschicke der Lander und Völker Einfluß gehabt haben, sollen geschildert wer- £n. Erst aus dem Ganzen heraus könne besonders m tor Geschichte, das Einzelne richtig beurteilt werden, und sh nEde denn auch von keiner Seite die Forderung einer d»'solideren Pflege der brandenburg-preußischen bezw. deut- wurde besprochen, wie die #8 ü bun g en, Jugendspiele, Wassersport und __ , in iördern seien. Darauf wurden die Be^ b e in fccr ¥ra£i6 gegen die Abschluß- 0 Vl rlXaiene beraten. Allseitig wurde ine Not- »enbigteit Mont, auchaus den Gy",na/'^rgange d7r such) daß die den Verhandlungen Wien, 8. Juni. Heute zog wieder die tschechische Obstruktion ins Abgeordnetenhaus. Zallinger beantragt, daß die Gewerbenovelle in die Verhandlung gezogen werde. Die Tschechen Kramarz, Brzorad und Horica erheben dagegen Protest. Sie künden an, Gewalt gegen Gewalt anzuwenden. Der Präsident will zur Ab- ftimmung über den Antrag Zallinger schreiten — es ist V27 Uhr — da beginnt auf ein gegebenes Zeichen auf den Tschechenbänken ein ungeheurer, ohrenzereißender Lärm. Die Tschechen schreien und bearbeiten die Pnlte mit Pultdeckeln, Vorlagen und Schubladen. Der schreckliche Spektakel, der manchmal im Takt geschlagen wird, steigert sich immerfort. Besonders gewaltthätig geberdet sich Dolezal, der einen Pultdeckel nach dem andern zerbricht und die ganzen Bankreihen der Pultdeckel beraubt. Rattay arbeitete mit zwei Linealen. Die Bänke sind ganz zertrümmert. Um den Präsidenten stehen die Tschechen mit drohenden Mienen. Der Präsident läßt sich auf seinen Platz nieder und schaut ruhig zu, ebenso die Minister und die übrigen Parteien. Blecherne Topsdeckel erweisen sich als ausgiebige lärmende Instrumente, dazu schrille, langgezogene Pfiffe und Trompetenstöße, ferner Glockengeläute mit Ratschen geben eine ohrenbetäubende Katzenmusik, die durch eine Art Jndianergeheul übertönt wird. Schileny schlägt mit einer großen Blechtasse auf die Pultdeckel. Zeitweilig stimmt ein Teil tschechische Lieder an, die im Chor gesungen werden, wozu einer den Takt giebt. Gegen 11 Uhr entsteht mitten im Saale eine Rauferei. Der Christlich Soziale Kletzenbauer will Dolezal ein Tablet entreißen. Dolezal giebt ihm einen Hieb auf den Kopf, worauf Kletzenbauer den Dolezal bei der Gurgel packt und ihm eine Ohrfeige giebt. Die sich Raufenden werden unter großer Aufregung getrennt. Der Präsident wird bestürmt, die Sitzung zu schließen, weigert sich aber. Auch eine Abstimmung will er nicht vornehmen. Ministerpräsident v. Körber, der nach einem Ministerrat um 11 Uhr nachts beim Kaiser war, betrat nach Mitternacht den ParlamentS-Saal, wo der Sturm andauerte, und meldete sich zum Wort. Der Präsident giebt ein Glockenzeichen, woraus Ruhe eintritt. Der Ministerpräsident erklärt: „Im allerhöchsten Auftrage erkläre ich die 16. Session des Reichsrats für geschlossen." Es entsteht eine lebhafte Bewegung und langsam leert sich der Saal. Bielchlawek ruft den Tschechen zu: „Volksverräter!" Saaz, 8. Juni. Die hiesige Gemeindevertretung wurde wegen der Obstruktion der deutsch-radikalen Mitglieder aufgelöst. Ein Regierungskommissar übernahm die Stadtgeschäfte. Konstantinopel, 7. Juni. Die türkische Polizei widmete dem heute nach Marseille abgegangenen Dampfer der MessagerieS-MaritimeS besondere Aufmerksamkeit. Es hieß, daß die Prinzessin Seniha, eine Schwester des Sultans und Frau des geflohenen Schwagers des Sultans, Mahmud, die Absicht hätte, als Europäerin verkleidet, Konstantinopel zu verlassen. Der Umstand, daß es zwei mit französischen Pässen versehenen Damen gelungen war, sich einzuschiffen, gab Veranlassung zu dem Gerücht, daß die eine die Prinzessin und die andere ihre Begleiterin sei. Die Wirren in China. Ein Beweis dafür, wie klein seit einem Vierteljahr- Hundert die Welt geworden und wie nahe wir in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht selbst an den fernsten Orten herangerückt sind, besteht darin, daß die Wirren in China fortfahren, auf Handel und Politik in der alten Welt wie in Amerika eine drückende, von Sorgen und Befürchtungen erfüllte Wirkung zu üben. Dieser Einfluß der Vorgänge in China aber schreibt zugleich den Mächten gebieterisch die Pflicht vor, alles ^ufzubietcn, um diesen Druck zu heben. Beschränkten sich die Unruhen auf einen der sogenannten Jnteressenbezirke der Mächte in China, so wäre, die beteiligte Macht zweifellos längst eingeschritteu und» ein solches Vorgehen hätte ebenso ungeteilte Zustimmung erfahren, wie vor einiger Zeit das militärische Einschreitern Deutschlands in Südschantung, wodurch die fremden- und christenfeindliche Bewegung im Bezirk von Wtschou alsbald unterdrückt wurde. Die Bewegung der Boxer aber bedroht nicht nur den Einflußbereich einer Macht, sie gefährdet geradezu die Taseinsinteressen aller Mächte in' China, denn sie trifft in der Provinz Tschili und in der, Hauptstadt Peking das Herz dieser Interessen. Schon beläuft sich der Schaden, den die Boxer an den Eisenbahnen, den abendländischen Kulturmitteln, für deren Schutz die Mächte zum wenigsten moralisch verantwortlich sind, angerichtet haben, auf 20 Millionen Mark, schon werden fortwährend Zerstörungen an der Lebensader jener Interessen, der Eisenbahn und Straße Peking-Tientsin, von den fanatischen Rebellen vorgenommen, Brücken werden vernichtet, schon sind eine Anzahl Europäer, Missionare und Ingenieure, Pioniere der Kultur und des Handels, dem Fanatismus zum Opfer gefallen — und immer noch verlautet; nichts davon, daß die Mächte sich entschlossen hätten, außer dem Leben ihrer Vertreter in Peking auch sich selbst und ihre Zukunft in Ostasien zu schützen. Die „Köln. Ztg." meint, die Lage habe sich derart zugespitzt, daß eine sofortige militärische Aktion vorgenommen werden muß; die Sorge, was aus der chinesischen Regierung, sowie aus den Beziehungen hier Mächte zu ihr werden' könne, sei eine cura posterior. Wenn Handel und Wandel in China überhaupt unmöglich sei, sei es auch gleichgiltig, ob die konservative Partei oder die Reformen in Peking die Zügel führen. Die Mächte müßten sich schleunigst verständigen und gemeinsam eingreifen; je länger dies dauere, je größer werde die Wahrscheinlichkeit, daß eine Macht allein die Arbeit tbue Solche Möglichkeit, >o gefahrvoll sie auch für den Weltfrieden werden könne, wäre immer noch dem Richtsthun vorzuziehen, das schließlich zum Chaos führen müsse. Neuesten Nachrichten zufolge haben denn auch die fremden Schiffskommandeure gemeinsames Vorgehen beschlossen. Auf amerikanische Anregung wollen die Vertreter der Mächte zunächst um eine Audienz bei der allmächtigen greifen Kaiserin-Mutter nachsuchen und ernste Vorstellungen machen. Aus amtlicher chinesischer Quelle verlautet, daß 4000 Boxer zwischen Jongtsun und Lofa 1500 Mann chinesische Truppen einschlossen. Den letzten Nachrichten zufolge dauere der Kampf noch an. Wie von Beamten verlautet, sind 500 Boxer gefallen, lieber den Verlust der chinesischen Truppen verlautet nichts. Aus Petersburg wird offiziös die Version kategorisch bestritten, daß Rußland beabsichtige, die Vorgänge in China zur Aufrollung der ostasiatischen Frage und zur Durchführung besonderer Pläne in China zu benützen. Aus Stadt und Sand. (Hiumumt Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht aufgenommen.) Gießen, 9. Juni 1900. * * Perfonalnachrichten. Graf Emil von Schlitz, genannt von Görtz in Schlitz, wurde zum Ersten Präsidenten der Ersten Kammer der Stände für die Restdauer des 31. Landtags ernannt. Dem Badekommiffär zu Bad- Nauheim, Kammerherrn und Hauptmann a. D. Hermann von Grolman, wurde der Charakter als „Kurdirektor" verliehen. * * Die theologische Fakultät Gießen ernannte den Geistlichen der Gemeinde Crumstadt, Kirchenrat Dekan Heß gelegentlich seines 50jährigen Dienftjubiläums zum Doktor der Theologie honoris causa. * • Schwurgericht. Bei den Schwurgerichtssitzungen, die jedesmal vormittags 9 Uhr beginnen, werden folgende Sachen zur Verhandlung kommen: Montag, 11. Juni, gegen Johannes Kreuder I. aus Vadenrod wegen Verbrechens in Amte, (Bert.: Rechtsanwalt Grünewald und Römheld); Dienstag, 12. Juni, gegen Frau Georg Schmidt II. aus Nieder-Ohmen wegen Meineides, (Bert.: Rechtsanwalt Dr. Spohr); Mittwoch, 13. Juni, gegen Franziska Mu sott er aus Kißlegg wegen Kindestötung (Bert.: Rechtsanwalt Mendelsohn); Donnerstag, 14. Juni, gegen Konrad Wöll III. aus Brauerschwend wegen Brandstiftung (Bert.: Rechtsanwalt Weidig); Freitag, 15. Juni, gegen Julius Kübel aus Herbstein wegen betrügerischen BankerottS und Beihilfe (Bert.: Rechtsanwalt Metz); SamStag, 16. Juni, gegen Heinrich Burg er aus TraiS-Münzenberg wegen betrügerischen BankerottS und Beihilfe (Vert.: Rechtsanwalt Dr. Jung und Dr. Spohr); Montag, 18. Juni, gegen Wilhelm Löffel aus Stuttgart wegen Meineides (Vert.: Rechtsanwalt Dr. Stahl); Dienstag, 19. Juni, gegen Ferdinand Faust aus Friedrichswalde wegen Brandstiftung (Vert.: Rechtsanwalt Dr. Jung); Mittwoch, 20. Juni, gegen Wilhelm Eckert aus Chmilinko wegen Notzucht (Vert.: Rechtsanwalt Weidig); Donnerstag, 21. Juni, gegen Friedrich Dillenburger aus Offenheim und Anna Gerhard aus Steinbach wegen Urkundenfälschung (Bert.: Rechtsanwalt Engisch und Rosenberg); Freitag, 22. und SamStag, 23. Juni, gegen Johannes Sem ml er III. aus Groß-Felda wegen Verbrechens im Amte (Vert.: Rechtsanwalt Geh. Justizrat Baist); Montag, 25. Juni, gegen Heinrich Meußer aus Büdingen wegen Meineids und Urkundenfälschung (Vert.: Rechtsanwalt Grünewald); Dienstag, 26. und Mittwoch, 27. Juni, gegen Jul. Friedr. Theod. Ree aus Bleichenbach wegen Meineides (Vert.: Rechtsanwalt Katz). — Die Anklage vertritt am 11. und 12. Juni Gerichts-Assessor Pfeiffer, am 13. und 14. Ober-Staatsanwalt Dr. Güngerich, am 15. und 16. Staats- anwalt Zimmermann, am 18. Staatsanwalt Koch, am 19. und 20. Ober-StaatSanwalt Dr. Güngerich, am 21. Staatsanwalt Zimmermann, am 22. Gerichts-Assessor Pfeiffer, am 25., 26. und 27. Juni Staatsanwalt Koch. * * Rudersport. Heute, Sonntag und Montag findet in Berlin die große Ruder-Regatta statt, bei der in Anwesenheit Sr. Maj. des Kaisers das vornehmste Rennen im deutschen Rudersport: der deutsche Meisterschafts-Titel bezw. Preis (eine goldene Kette mit Brillant-Stern) ausgerudert wird. Die hiesige Rudergesellschast beteiligt sich auch hieran, indem AlbertRübsamen, der 1894 bereits die Meisterschaft errungen hat, in dem diesmaligen Rennen in Berlin starten wird; auch der Ehrenvorsitzende Jean Kirch ist als 2. Vorsitzender des deutschen Ruderverbandes zur Teilnahme eingeladen worden, »m dem Sieger den Preis zu übergeben. • • Der Rektor der LaudeSuniverfitat schreibt unS: Die gestern gebrachte Notiz, daß unsere Studentenschaft ihre Beteiligung an dem historischen Festzuge bei der Guten- bergfeier in Mainz angemeldet habe, ist unrichtig. Der studentische Ausschuß wird erst zu Beginn der nächsten Woche in dieser Frage Stellung nehmen. (Die Notiz war dem „Mainz. Anz." entnommen.) * • Lotterie. Am Montagvormittag von 8 Uhr 'ab findet in dem bis auf weiteres zum Ziehungssaale bestimmten Saale des „SchützenhofeS" zu Darmstadt die Ziehung der 3. Kl ässe der 1. Großh. Hess. Landes- lotterie statt. • • Der hessische Landwirtschaftsrat teilt uns mit, daß seitens der Stadt Darmstadt für die Zwecke der landw. Landesausstellung in Darmstadt 3000 Mk., seitens des Pferdezuchtvereins im Großherzogtum Hessen 1500 Mk., seitens des KreiSauSschusses des Kreises Darmstadt 500 Mk., seitens der Städte Heppenheim und Groß-Umstadt je 100 Mk., letztere als Ehrenpreise, bewilligt worden find. Weitere Stiftungen stehen in Aussicht. Der Umfang der Anmeldungen zur Beschickung ist jetzt schon ein sehr erheblicher. Der Anmeldetermin läuft mit dem 1. Juli (für Erzeugnisse des Pflanzenhauses, Geflügel und Bienen mit dem 1. August) ab. • * Billige Gesellschaftsreisen nach Paris. DaS Reisebureau I. Schottenfels u. Co., Frankfurt a. M., arrangiert wöchentliche Gesellschaftsreisen unter Führung von bewährten Herren, die jeden Sonntagvormittag von Frankfurt a. M. abfahren und speziell für Reisende, welche die Ausstellung mit bescheidenen Mitteln zu besuchen wünschen, von Jntereffe sein dürften. Für den Preis von 185 Mk pro Person wird freie Hin- und Rückfahrt in 2. Klasse per Schnellzug gewährt, ferner ein Aufenthalt von 7 Rächen in Paris, 8 Eintrittskarten zur Ausstellung, eine Wagen» fahrt durch Paris, ein Ausflug nach Versailles rc. Prospekte und weitere Auskunft sind bei dem genannten Bureau erhältlich. Alten Buseck, 9. Juni. Die Feier des 20jährigen Stift tungSfesteS des Gesangvereins „Jugendkranz" findet am 17. und 18. Juni statt. Zahlreiche Vereine von Nah und Fern haben ihr Erscheinen bereits zugesagt. Der Verein ist bestrebt, an diesem Feste, das in seinem musikalischen Teil fein bewährter Dirigent Kümmel aus Lollar leitet, allen erscheinenden Vereinen und Festteilnehmern einen vergnügten Sängertag zu bieten. Der Festplatz befindet sich im Rabenau'schen Garten. Lanbach, 9. Juni. Zum Besuche am hiesigen gräflichen Hose weilten am Dienstag Staatsminister Rothe aus Darmstadt und Mittwoch Graf Görtz-Schlitz. Letzterer begab sich mit dem Erbgrafen zum Johannittertag nach Nieder-Weisel bei Butzbach. Obschon in dem Befinden der Grafen eine wesentliche Besserung eingetreten ist, gestatten es ihm die Gesundheitsverhältnisse doch nicht, die Geschäfte des zweiten Präsidenten der ersten Kammer wieder zu Übernehmen und an den Kammerverhandlungen in gewohnter Weise teilzunehmen. -r. Obbornhofe«, 8. Juni. Heber den bereits gemeldete» Totschlag eines auswärtigen Arbeiters erfahren wir noch folgende Einzelheiten. Am 2. Pfingstfeiertagabend hatten drei beim Gutspächter Bornemann hier bedienstete Knechte sich in einer Wirtschaft gemeinschaftlich ein Fäßchen Bier gekauft. Einige Burschen aus hiesigem Orte kamen dazu, die mit jenen in Wortwechsel gerieten, was den Wirt veranlaßte, die hiesigen Burschen, die die Ruhestörer waren, zum Verlaffen seines Lokals aufzufordern. Als später die drei Arbeiter auf dem Heimwege waren, wurden sie verfolgt. Zweien hiervon gelang es zu entkommen, währ-nd der dritte erwischt und in schändlicher Weise zugerichtet wurde. Die Kleider waren ihm zerrissen, Wunden hatte er am ganzen Körper, namentlich am Kopfe, dem der Hirn sch ädel eingeschlagen war. Als der arme Mensch sich nicht mehr regte, mochte es den rohen Bestien doch wohl Angst geworden sein, denn sie suchten ihn durch Rütteln und durch Essig wieder zum Leben zu bringen, waS ihnen jedoch nicht mehr gelang. Vorgestern fand die Secierung der Leiche von Aerzten aus Gießen und Friedberg statt, wobei die drei Verhafteten zugegen waren. Jeder sucht die Schuld von sich abzuwälzen. Gestern fand die Beerdigung statt. Gutspächter Bornemann giebt dem Erschlagenen das beste Zeugnis. •* Zur Mordthat Kuhmichel erhält die „Wormser Ztg." eine Zuschrift des Großh. Oberförsters Hillerich in Langen, der wir folgendes entnehmen: Forstwart Sauerwein war vom November 1877 bis zum 1. Junb 1896 Forstwart in der Oberförsterei Mitteldick und wohnte zu Forsthaus Mitteldick an der Frankfurt — Mörfeldener Straße. Jetzt ist er in Burkhards in Oberheffen und untersteht der Großh. Oberfdrfierei Schotten. Nach Mitteilung seines Oberförster- ist er gesund und munter. — Der Kuhmtchel Mord geschah am 23. Oktober 1891, etwa 5 — 6 Uhr nachmittags, im Treburer Oberwald auf der Frankfurt—Mörfeldener Straße zwischen der Mitteldicker Grenze und der Aschaffenburger Straße, eine gute halbe Stunde vom Forsthaus Mitteldick entfernt. An demselben Tage fand Hofjagd im Distrikt Buchschlag der Oberförsterei Mitteldick statt, an der der Großherzog Ludwig IV. und der Prinz Heinrich von Preußen teilnahmen. Ich wohnte damals noch zu Forsthaus Mitteldick (in der jetzigen Restauration) und war morgens mit Sauerwein nach der Station Sprendlingen gefahren, wo das Rendezvous stattfand. Die Jagd, bei der Sauerwein als Treiberführer verwendet war, endigte wieder bei der Station Sprendlingen gegen 5 Uhr nachmittags. Saunwein ging etwa um V26 Uhr mit dem Holzsetzer Jakob vom Gundhos nach dem Forsthaus Mttteldick zurück. Ich fuhr mit dem Wildwagnr dahin. Wahrscheinlich war dann abends Sauerwein noch in meinem Hof mit Aufbrechen des Wildes rc. beschäftigt, wie dies gewöhnlich der Fall war. Am folgenden Tage fand Nachsuche im Buchschlag statt, an der Sauerwein wieder teilnahm. Er kann also gar nicht der Mörder des Fuhrmanns Arndt (Schulmeyer fiel den Mordbuben Schreck und Kramm am 30. August 1892 zum Opfer) gewesen fein. Dem Kuh- michel begegneten die Walldorfer Treiber auf ihrem Heimweg in der Nähe des Thatorts, als er nach dem Treburer Forsthaus zu schlenderte, wo er seine blutigen Hände und sein Messer abwusch. Wenn auch derselbe bis zu seinem Tode leugnete, so war doch das Beweismaterial so erdrückend, daß gar nicht an seiner Schuld gezweifelt werden kann. An einen Justizmord ist nicht zu denken. Darmstadt, 8. Juni. Gegen den in Untersuchungshaft genommenen Maurer Heinrich Pl ößer von Stettbach liegen die schwersten Verdachtsmomente der durch brutale Mißhandlung verursachten Tötung seines vierjährigen Kindes vor. P. ließ sich am PfingstsamStag dadurch, daß das Kind nicht rechtzeitig zur VeSper nach Hanse kam, hinreißen, ihm mit seinem Messer eine allerdings unbedeutende Verletzung beizubringen. Er ist seit anfangs vorigen Jahres mit feiner jetzigen Frau verheiratet, die jenes uneheliche Kind besaß, während aus P.'S erster Ehe vier Kinder vorhanden sind. Die That ereignete sich am zweiten Pfingst- feiertag, während die Ehefrau P. ihre Eltern in Brandau besuchte. P. stellt jede Schuld in Abrede und behauptet, das Kind gar nicht ober nur in zulässiger Weise durch einige leichte Schläge bestraft zu haben. Die durch die gerichtliche Sektion festgestellten Verletzungen sind jedoch so schwerer Natur und bestehen in einer absolut tödlichen Leberzerreißung, sowie mehreren Nippenbrüchen, daß diese Behauptung hinfällig und ein Unfall ausgeschlossen ist. P. befand sich zur kritischen Zeit mit dem fraglichen und einem siebenjährigen Töchterchen erster Ehe allein in seiner Wohnung. D.F.V. Darmstadt, 8. Juni. Unsere neuliche Mitteilung, betreffend die vom deutschen Flottenverein für die Kieler Woche (21. bis 25. Juni) geplante Rundfahrt nach der Wasserkante, können wir dahin ergänzen, daß für solche Teilnehmer, die sich erst in Hamburg der Reisegesellschaft anschließen wollen, der Preis des Billets 85 Mk. beträgt. Auch hierbei sind sämtliche Kosten der Reise (mit Ausnahme der Getränke) einbegriffen. Die Anmeldungen zur Beteiligung an der Rundfahrt — einerlei ob von Berlin ober Hamburg aus — find unter Einsenbung von 100 bezw 718 Gießen, Kirchenplatz U- Auszug MS den Standrsamtsregister« Aufgebote. Mai 31. Philipp Jakob Theodor Vaubel, Kaufmann dahier mit Adele Auguste Hermine Karoline Christine Helene Fangmann Hierselbst. Juni 2. Johannes Großhaus, Bahnschaffner in St. Goarshausen mit Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener lverkstätte. . Neueste Meldungen. Berlin, 9. Juni. Dem Vernehmen nach handeln die Mächte in der chinesischen Boxerbewegung in absolutem Einvernehmen. Die Admirale in den chinesischen Gewässern erhielten gleichlautende Weisungen von ihren Regierungen, welche die zu treffenden Maßnahmen ihrem Gutdünken überlassen. Einer Washingtoner Meldung zufolge hielten die Schiffskommandanten bereits eine Beratung ab, um zu erwägen, ob es ratsamer sei, eine internationale Blokade von Taku herzustellen oder zeitweilig einen Gebiets st reifen in China zu besetzen, wo die Ausländer eine Zuflucht unter dem Schutze der Vereinigten Flotte finden können. London, 9. Juni. Eine Shangaier Meldung bestätigt, daß den letzten Nachrichten zufolge die Eisenbahn zwischen Peking uud Paotingfu in einer Länge von 80 Kilom. zerstört wurde. Sämtliche Dienstgebäude, Brücken u. s. w. sowie 5 bis 6 Bahnhöfe sind vollständig in Trümmer gelegt worden. Wie verlautet, soll die englische Gesellschaft „Peking Syndikat", die sehr machtvoll und Besitzerin großer Konzessionen ist, die Absicht haben, von der chinesischen Regierung bedeutende Entschädigungssummen zu fordern. Wie aus Peking berichtet wird, protestierte daS Tsung liAamen gegen dieLandungweiterereuropäischer Truppen. London, 9. Juni. Die Regierung Koreas hat nach einer Meldung aus Dokohama wegen Verrats eine Anzahl Beamte unter Anklage gestellt und will die Auslieferung mehrerer Koreaner, die sich nach Japan geflüchtet haben, von der japanischen Regierung fordern. London, 9. Juni. Eine Meldung aus Accra besagt, daß die Zahl der Aschantis und ihrer Verbündeten auf 50,000 geschätzt wird. Man weiß nicht, was augenblicklich in Kumassi vorgeht, und was für Bewegungen die englische Garnison im Norden ausführt. Rom, 9. Juni. Das Befinden des Papstes ist rasch wechselnd. Nach vorübergehender Besserung tritt sofort wieder ein heftiger Rückfall ein. Der Schwächezustand ist sehr groß. Die Würdenträger des Vatikans hegen ernste Besorgnis. Rom, 9. Juni. (Telephon-Meldung des „Gieß. Anz." 1 Uhr 45 Min. mittags.) Gestern war der Papst sehr leidend; heute morgen hat sich sein Zustand noch verschlimmert. Der Leibarzt Lapponi machte drei Besuche; er verhehlte nicht seine Besorgnis. Im Vatikan wird die strengste Geheimhaltung beobachtet; draußen jedoch zirkulieren sehr beunruhigende Gerüchte. Wien, 9. Juni. Die „Wiener Ztg." veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben, durch das die S ch l i e ß u n g des Reichsrates verfügt wird. Sämtliche Blätter besprechen die so Plötzlich erfolgte Schließung des Reichsrates in vorwiegend abfälliger Weise. Die „Reue Freie Presse" spricht ihre Verwunderung darüber aus, daß die Regierung die gestrige Obstruktion der Tschechen, die doch oorauszusehen war und erwartet wurde, und zu deren Bekämpfung sich noch gestern die Arbeits-Majorität gebildet hatte, zum Anlaß für die Reichsratsschließung benutzt habe. Dadurch habe die Regierung nur ihren Feinden genützt und den Beweis geliefert, daß sie i dem ersten Versuch, das Parlament wieder lebensfähig zu machen, schon beim Beginn auswich. Von offiziöser Seite versichert die Regierung, sie habe die Schließung des Reichsrates nur als Maßregel der öffentlichen Ordnung verfügt und werde nun die Lösung der Sprachenfrage auf Grund des § 14 versuchen, im übrigen aber an ihrem bekannten Programm und ihrer Richtung Nichts andern. Rew-Aork, 9. Juni. Eine furchtbare Explosion fand in der Grube von Gloucester statt. 230 Arbeiter wurden verschüttet. Hiervon konnten 175 gerettet werden. Bis jetzt I find erst vier Leichen geborgen. Trunkenheit aus dem Dienst entlassen. Aus Rache schoß Malinke in einem Restaurant auf seinen vorgesetzten Kontroleur Stad ali, auf den er die Urheberschaft der Entlassung zurückführte. Malinke traf aber nicht Stadali, sondern einen andern Gast, den Vorarbeiter Steigemann, der schwer am Kopfe verletzt wurde. Der Thäter wurde festgenommen. * Rombach (Lothr.), 8. Juni. Gestern abend verursachte in dem hiesigen Hochofen ein herabfallender Guß- block eine Explosion, bei der drei Arbeiter getötet wurden. Ein vierter Arbeiter soll in die Ofenglut gestürzt und verbrannt sein. Christine Freihöfer Hierselbst. 2. Dr. Heinrich Wallbott, Lehramtsaffessor in Bingen mit Katharine Elisabeth Cornelia Wiederhold Hierselbst. 6. Georg Wilhelm Karl Zimmermann, Drechsler in Biedenkopf mit Amalie Möckel Hierselbst. 7. Ludwig Wilhelm Schlag, Oberförster in Messel mit Margarethe Auguste Geisel Hierselbst. «hesckrltetzrurgerz. Juni 2. Wilhelm Karl Martin Orbig, Sergeant in Butzbach mit Christine Walloth Hierselbst. 7. Hermann Vogel, Taglöhner von Vetzberg mit Margarethe Zinnkann von Ober-Ofleiden. 8. Karl Christian Friederich, Lederhändler in Alzey mit Henriette Juliane Georgine Luise Margarethe Eicke dahier. Geborene. Mai SO. Dem Kaufmann Karl Mandler eine Tochter. 30 JDem Schneider Heinrich Heinze ein Sohn. 30. Dem Kaufmann Ferdinand Krämer ein Sohn, Hans. 31. Dem Schuhmacher Karl Stumpf eine Tochter, Anna. 31. Dem Bäcker Ferdinand Hermann Kumps em Sohn. Juni 2. Dem Kutscher August Wilke ein Sohn, August. 4. Dem Amtsgerichtsdiener Substitut Ludwig Waldschmidt ein Sohn. Gestordeue. Juni 4. Frieda Hild, 1 Jahr alt, Tochter von Agent Friedrich Wilhelm Hild dahier. 5. Katharine Wenzel geb. Schäfer, 70 Jahre alt, Wittwe dahier. 5. Charlotte Johannette Westrupp, 80 Jahre alt, Pn- vatin dahier. 6. Heinrich Balser, 2 Monate alt, Sohn von Friseur Wilhelm Balser dahier. 6. Martin Hof, 27 Jahre alt, Telegraphist von Küin-Linden. 7. Wilhelmine Balzer geb. Buderus, 52 Jahre alt, Gast» hofbesitzerin dahier. 7. Wilhelm Schreiner, 72 Jahre alt, Taglöhner dahier. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeßen am 9. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr mittags: Wasser 16'/,°, Luft 16°. Rudsamen'sche Badeanstalt. llt dir «Wonnsir Ztg." rSMnch in Lang», er 1811 Mi jum 1. Amt uitb wohnte ju Forsthaue >ße. Zch ist er in Burk- Mxta mmXn. - Dn itat 5-6 W na* Mü-Mrldmn Klnj! LWenbnrzn Cir-fe, ii entfernt An t* । der Oberförstern toM und der Prinz W» noch zu Forsthaus Wt- torgenS mit Saumvm i5 Rendezvous stattfand. tet verwendet war, « i b Uhr nachmittags, v «W*f3*N । ich mit dem Nildnff eauerwein noch » JJ® ftiot, wie dies gewöhnlich - hsuche im Buchschlag M* .also gar nicht d« M den Mordbuben Echrecl - 1 gewesen feirn De« au s ihrem W doch das > gezweifelt werden knn. in Untersuchung^ ■*:ä*S* t ’gÄS» sich X* in 8ra^ b-h»«p ri- ’Jet V*' *’nL di- w« SS * ® M(ift jlllü (rt.jtilig' äßrtX* ft" ««n»6*k> W«0, ,L rn • ilitv “,n dem Befinde,! '"getreten ist IO* »ch«. Ä: »kbetml “"'."Mnn Hit K gstseiettagabend h, fe b-diiHkl! fimt «n Nichn, Öetn Otte kamen bas vaS den Wirt v, 7 Ruhestörer tuma "dttu. Als spät« b eu, wurden sie versch uen, währind der btit- ^gerichtet wurde, f n Hütte er am gaip Hirnschädel ei-, Reusch sich nicht < i doch wohl Angst ge urch Rütteln nni >vus ihnen jtboj nify e Secierung dberg flott, uoM die Zeder such/ die Schuld ) die öttldignug statt. LrWgeiien das beste 85 Mk. bis längstens 14. Juni an das Kanzleramt des I Flottenvereins Berlin NW., Schiffbauerdamm 23, zu richten. I Mainz, 8. Juni, lieber die geplante direkte Eisen- I bahn Mainz-Wiesbaden sind die Kostenanschläge und I Pläne von der Preußisch-Hessischen Eisenbahn-Direktion aus- I gearbeitet. Die Linie wird auf Staatskosten von Mainz I >lber Mombach und die PeterSau, Amöneburg nach Kurve I fcnr Einmündung in die Staatsbahn Frankfurt-Wiesbaden I «Frankfurt - Kastel - Biebrich - RüdeSheim - Koblenz) geführt I werben. Da die im Rhein liegende Insel Petersau über- I schritten werden soll, so wird der Bau zweier Eisenbahn- I brücken über die beiden Arme des Rheins erforderlich werden. I Die Vorarbeiten sind soweit vorgeschritten, daß in den nächst- | jährigen Staatshaushaltsrechnungen die Kosten eingestellt I werden. Der Brückenbau wird an den Mindestfordernden I ausgeschrieben werden. — Der im Alter von nahezu I HO Jahren in Baden-Baden gestorbene Mainzer Bankier I Rudolf Bamberger hat sich große Verdienste um das I städtische Gemeinwesen erworben. Er gehörte 24 Jahre I Lang dem Stadtverordneten-Kollegium an, und war ein I thätiges Mitglied des städtischen Finanzausschusses. In I einigen Tagen sollte er seine goldene Hochzeit feiern. Mainz, 9. Juni. DaS Nachsehen hat daS gesamte 1 Lehrerpersonal des ehemaligen Knaben-JnstitutS von I Schickert. Seit dem 1. Januar haben die Herren kein I Gehalt mehr erhalten. Um einigermaßen gedeckt zu fein, I vezw. wenigstens noch etwas von ihrem Gehalt Guthaben I zu retten, beantragte das Lehrerkollegium (zehn Herren) den I jkonk urS. DaS Amtsgericht hat nunmehr die Entscheidung I getroffen, daß ein Konkursverfahren wegen Mangels jeg- I licher Masse eingestellt werden müßte. Für die ent- I fiandenen Kosten hat daS Lehrerkollegium noch obendrein I oufzukommen. Gestern fand die Fortsetzung der Versteige- I iANg des Schickert'schen Inventars statt. Die Sachen kamen I ii heraus billig fort, so z. B. 1 kompl. Lexikon, 17 Bände I mit einem Büchergestell, für 15 Mk., 1 Klavier für | 100 Mk., u. s. w. . (M. Anz.) Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. | Der Regierungsassessor Gras Wilhelm zu Solms- I Laub ach ist dem Landrat des Kreises Hirschberg i. Schl. I zur Hilfeleistung in den landrätlichen Geschäften zugeteilt. I — Der Magistrat von Idstein genehmigte für die Vor- I arbeiten zur Erbauung einer Bahn Butzbach—Usingen— I Idstein 700 Mk. Auch benachbarte Gemeinden leisten an- I sehnliche Beiträge. Vermischtes. * Der Absturz des Malers Trapp aus Darmstadt. Wir I brachten bereits in unserm gestrigen Blatte die kurze Nach- I richt, daß der Maler Trapp auf einem Ausflug in das I Larwendelgebirge abstürzte. Die Leiche wird auf dem I städtischen Friedhöfe in Darmstadt beigesetzt werden. Trapp besuchte die Pptvatschule deS Kunstmalers Knirr. Er stand erst im 19. Lebensjahre. Er hatte mit einem Freunde, btm stuck, jur. H. aus Darmstadt, eine Tour von München über Tegernsee nach Innsbruck unternommen und wollte fich von hier über Scharnitz nach Mittenwald begeben. OienStagnachmittag ist er auf der Frau Hitt abge- stürzt und hat schwere Verletzungen am Kopf und am Stücken erlitten. Er wurde sofort nach Scharnitz geschafft, ido er nach einer Stunde verschied. Sein Freund ist un- $ erletzt geblieben. • Dortmund, 8. Juni. In Hvhenhagenerwalde bei Lennep flog das Pulverhaus in die Lust. Durch den gewaltigen Knall sind die Häuser in der Umgebung geborsten. Das Pulverhaus selbst ist zerstört. Verunglückt ist niemand. * Planen i. V., 8. Juni. Bei Geroldsgrün wurden während eines Gewitters vier Arbeiter vom Blitz getötet. • In der Konitzer Mordaffaire ist eine immerhin überraschende Wendung insofern eingetreten, als gegen den Schlächtermeister Hoffmann auf Beschluß des Landgerichts Könitz nunmehr die Voruntersuchung wegen Totschlags eingeleitet worden ist. Der Grund, ans dem trotz der Voruntersuchung auch jetzt noch von der Ver- | Hängung der Untersuchungshaft über H. Abstand genommen ! wirb, ist wohl weniger in ber Rücksicht auf bie aufgeregte Stimmung der Bevölkerung von Könitz als in juristischen Bedenken zu suchen. Denn einmal würde bei dem Mangel an direktem Uebersührungsmaterial ein sehr komplizierter Jndicienbeweis gegen H. zu erbringen sein, bann aber würbe aller Voraussicht nach ein Erkenntnis nicht auf Grund bes § 212 bes Reichs-Straf-Gesetzbuches, der dem Totschläger Zuchthausstrafe nicht unter fünf Jahren in Aussicht stellt, sondern lediglich auf Grund von § 213 zu erwarten sein. Der erwähnte § 213 lautet dahin, daß Gefängnisstrafe nicht unter sechs Monaten einzutreten hat, wenn ber Totschläger ohne eigne Schulb durch eine ihm ober einem Angehörigen zugefügte Mißhandlung oder schwere Beleidigung von dem Getöteten zum Zorn gereizt und hierdurch auf ber Stelle zur That hingerissen worben rst, ober wenn anbere milbernbe Umstänbe vorhanden find. — Heber den Brand auf dem Synagogen- Grundstück in Könitz wird weiter gemeldet: In den späten Abendstunden fanden wiederum lärmende Straßenkundgebungen - qegen die Juden statt. Um 10 Uhr ertönte Feueralarm. ES brannte ein zur Synagoge gehöriger Schuppen. Das Reuer griff auf die benachbarten Schuppen des Malers Heyn und des Kaufmanns Petzold über. In dem lefjb genannten Schuppen lagerte Benzin, das man jedoch noch rechtzeitig hinausschaffen konnte. Alle drei Schuppen S! trotzdem zLei städtische Spritzen in Tätigkeit waren, nieder. Der Landrat und der zweite Bürgermeister waren zur Stelle. Gegen 1 Uhr früh war das Feuer gelöscht und hatte der Lärm auf den Straßen aufgehört. 0 * Breslau, 8. Juni. Der bei den hiesigen städtischen Baswerken angestellte Revisor Malinke wurde wegen A ■■ amIaa (Heesen) zw. Darmstadt u. Heidelberg, AUwIMAVU Hotel u. [Pension „zur Krone“, Sommerfrische. Pensionsprospekt u. Führ. grat. Bes : G. Diefenbach. Gerichtssaal. e. vMeftett, 8. Mai 1900. Schöffengericht. Die 19jährige Lulle F. auS Gleiberg erhält I wegen Obdachioltgkelt eine Hajlstrase von 3 Tagen. Da bie F. I tnlo ge einer höchst mangelhaften Erziehung durch eine der Trunk- I sucht oerfallme Mutter jeden sittlichen Halt verloren zu haben scheint, I dabei hochgradig dumm und obendrein arbeitsscheu ist, wird ihre I spätere Neberweisung an die LandeLpolizeibehörde beschlossen. — Wegen I Diebstahls erhält eine 22jährige, noch nicht vorbestrafte Dienst- I magd eine Gefängnisstrafe von 6 Tagen, weil sie ihrer Dienstherr- I schäft eine Tischdecke, sowie Ansichtspostkarten im Werte von 1b Mk. I entwendet hat. — Ein Kaufmann auS Hruchelheim wird wegen I Beteiligung des dortigen Derei-S „Kinderfreund" in eine Geld- I strafe von 60 Mk. genommen. Er hatte am 11. Februar den ge- I nannten Verein als eine „Schwindlerbande" und „Heuchlergesellsckatt" I bezeichnet unj ferne MttgUtdcc beschuldigt, „sie nagten sich mit Lügen I in den Blättern". Der Angeklagte hat jedenfalls einen besonderen I Hatz gegen den „Kinderfreund"; denn weder hat ihm dieser in corpore I du«ch sein Thun und Treiben Veranlassung zu einem solchen Be- I nehmen gegeben, noch haben sich einzelne seiner Mitglieder durch das I Vorgehen Ihrerseits einer Handlungsweise schuldig gemacht, die nur I irgendwie als gegen die Wahrheit verstoß nd bezeichnet werden könnte. I Wegen Vergehens gegen SS 85 und 86 des St.-G.-B. wird deshalb I gegen den Angeklagten wie oben angegeben erkannt. — Frei- I gesprochen von der Anschuldigung des Betruges wird ein mehrsach I vorbestrafter Händler aus Gießen, der sich V* cbm Sand aus einer I Sandgrube in Großen-Linden unter Vorspiegelung falscher Thatsachen I angeeignet haben sollte. — Gegen den Holzmacher H. H. aus Bersrod I wird wegen Körperverletzung auf eine Geldstrafe von nur 10 Mk. I erkannt, well das Gericht auf Grund der Zeugenaussagen die Heber-- I zeugung gewann, daß der Angeklagte, der feinen Gegner mit einem I Stock gegen den Kopf geschlagen und ihm eine blutende Wunde bei- I gebracht hatte, von diesem zuvor schwer gereizt worden war. Als straf- I mildernd kam weiter in Betracht, daß der Angeklagte noch keine Bor- I strafen erlitten und er am Tage der Strafthat mit seinen Genoffen des Guten zuviel gethan hatte.I Daudet und Verkehr. Uolkswirtschast. Frankfurter Börne vom 8. Juni. Wechsel auf New-York zu 4.20'/,-21»/,. Prämien auf Kredit per ult Juni 1.40 %, do. per ult. Juli 2.60%, Diskonto-Kommandit per ult. Juni 1.30%, do. per ult. Juli 2.50 %, Lombarden per ult Juni 0.55 %, do. per ult Juli 1.05%, Deutsche Bank per ult. Juni 1.50. Kotierungen: Krcdifaktlen 221.70, Diskonto-Komman- dit 182.80-183.30-183-183.10, Staatsbahn 141.10-20, Gotthard 140.50, Lombarden 28.60-00 00, Ungar. Goldrente 96 80, Italiener 94 80, Bproz. Mexikaner 25.25. Oesterr. Coupons 84, Amerik. Coupons 4 18% Privat-Diskont 4%% B. l%-2% Uhr: Kreditaktien 221 90-00-000.00, Diskonto-Kom- mandit 183.20-183, Staatsbahn 141.20-40.00, Lombarden 28.60-00, Portugiesen 00.00, Bochumer 228.70-226.50-228. Märkte. «ietzerr, 9. Juni. Marktbericht Auf dem beuitgen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.75—1.00, Hühnerere-. ver St. 5—6 2 St. 10—11 A, Enteneier 2 St. 12—14 Sänsk« eiet per St 10-11 H, Käse 1 St. 5—7 Küsematte 2 St 5—6 Srbsen per Liter 19 Linsen per Liter 30 H, Tauben per Paar A c .88—0.90, Hühner per St. 1.20—1.60, Hahnen per Stück v* 1.40—2.20, Enten per St. X 2.00—2.50, Gänse per Pfund v* 0.00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 H, Kuh. und Rindfleisch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 50—70 Schweinefleisch, gefallen, per Pfd. 74 Ä, Kalbfleisch per Pfd. 64—66 Hammelfleisch per Pfd. 60—66 4, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 bi? 5.00 X, Weißkraut perSt 00—00, Zwiebeln per 6tr. X 8.00- 9.00, Mich per Liter 16 X Viehmärkte. Wohl beeinflußt durch die vergangenen Festtage waren die süddeutschen Viehmärkte in der Betriebswoche etwas weniger stark frequentiert. Der Handel mit Großvieh entwickelte sich allenthalben nur mittelmäßig, während dagegen das Geschäft in allen sonstigen Tiergattungen sich lebhafter gestaltete. Getreide. Während zu Anfang der Woche bie Stimmung im Getreibe- qrschäst unoeianbett ruhig war, ist gegen Schluß der Woche die Tendenz infolge der blfferen amerikanischen Märkte fest geworden. Auch die Kauflust beginnt wieder lebhafter zu werden, wenn auch die vollen Preise noch nicht durchzuholen sind. Roggen fest; Gerste ruhig. Hafer unverändert fest MaiS andauernd fest und gut aefragt. Die heutigen Dotierungen sind: Redwinter 2, neue Ernte, Juli-August-Abladung Mk. 135; Kania« 2 126; Kansas 2, neue Ernte, Juli-August-Abladung, 127V,-128; La-Plata f. a. g. 126 | bis 128; ruft. Roggen 112; Mixed MaiS 91; La-Plata Mais rye lerms 90, per Tonne ab Rotterdam. Kahlen. E« notieren: Ruhr-Fettnutz Körnung I und II. Mk. 230 biö Mk. 240, Nuhschmiedekodlen Mk. 215 bis Mk. 225 .Deutsche Antorucit-Rutzkodlen Mk. 310 biS 320, englisch: Anthracit-Nutzkohle^ Mk. 350 biS Mk. 360, Ruhr-Flammnuß Körnung I und H Mk. 230 -bis Mk. 240, Ruhr - Flammnuhkohlen Körnung III Mk. 220 bi« Mk. 230, Fettschrot Mk. 200 bis Mk. 210, Ruhr-BruchcokS Mk. 330 bis Mk. 340, Autzsiebgries Mk. 155 biS Mk. 165. Alles per 10 To. ah Mannheim. Durch die Arbeiter-Beurlaubungen anläßlich ber Psiagstfeiertage sind bie Zechenzufuhren so mangelhaft, daß lange nicht bie vertragsmätzigen Mengen zur Ablieferung kommen können, und die Spannung deshalb um so größer wird. Tabak. Während der Berichtswoche wurden von einem auswärtigen Spe- I kulanten an Mannheimer Fabrikanten 200 Zentner 1897er Gebirgstabake I zu Anfang Mk. 30 verpackt, ferner 100 Zentner gereinigter Abfall von I Händler zu Händler zum Preise von Mk. 18 verkauft. Im Laufe der I Woche verkehrten in Mannheim zwei Fabrikanten aus Oran (Algier), um I PsLlzer Tabake zu kaufen, lieber das erstandene Quantum, sowie Qua- I lttät, Jahrgang und Preis konnten wir bis jetzt Näheres noch nicht in I Erfahrung bringen. — In Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine Mk. 9 I bis 9.50, gebündelte feine Mk. 11—12, doch sind wenig Vorräte in I trockener Waare vorhanden. r 4 Dersüda^ Ast „De He fyantäty tfitbert Zun Mal die \&, mann dort Leutschen K fyurenkrieg tiven beider shuren war jedoch von die kulturell ersetzen köm „DerA delzyolitR Äfrilandm rchodes crt leicht aera pichende h vermöchten sowohl wie jugeben, be taten Presse viel mehr be1 Landsleute." Die Bu: überhaupt in dkn Angloph wollen: „hätte fi lich und polii tfTatulant \\i Orgmsiafio weiterhin 1 bandelsvei daal hätte wäre den fallen, En; «ötigt geh) Kontinent Mang in Steiftet. S viel freudig empfangen dargestellt' So abi in Deutfü täuscht üt wartet Hai wohlwvlle Klagen y burchgesüh Politik ers P^gsttrubel hm. — di ^preebabel Damals, W «uhlü! fet«9äl0( ?tte^en ber Araß fuhren, tvu wände ^er der n toöre ^.Frühe tee$ iid) Lrnn: OpLyoben t