Erstes Blatt. IOO® Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt füv den Ttveis Gieren * d. f. ,u vermiete M 0 ***l*it V Sonntag den^lO. Juni K!kt«gsprcls viertcljährl. Ml 2M monatlich 75 Pfg. nut Brnigerlohn; durch bie Adholcftrlle» virrteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljäh«, mit Bestellgeld. Alle Lnzeigeu-vermitttuugSftellm deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auSwärlS 20 Pfg. W*eHto*, Ggpedition und Druckerei: >4«f#renlaub und Schwertern oder gar mit dem ihm aus der blauen Erde von Gibeon zufließendcn Brillanten besitzt. „Die Damaraland-Konzession ist das Muster einer Konzession, wie sie nicht erteilt werden darf", so hat Exzellenz von Hofmann in Koblenz versichert. Dieses eine Urteil in seiner Nacktheit, ausgesprockjen von einem greisen, des allgemeinen Vertrauens versick)erten Staats-- manne, mußte hinreichen, um den Ast, auf dem Herr von Buchka saß, abzusägen. Die großen Landkonzessionen in Kamerun, die merkwürdige Anbetung des Großkapitals sind bedenkliche Symptome des Kolonialsystems. Ueber die Frage, wer der Nachfolger des Herrn von Buchka werden solle, haben sich viele Leute durch geraume Zeit den Kopf zerbrochen. In erster Linie wurde der Vertreter der Stadt Leipzig im Reichstage, Professor Dr. Hasse, genannt. Diese Kombination hat sich zerschlagen, wie es scheint, weil der nationalliberale Politiker bei dem Zentrum keineswegs als persona grata gelten darf. Herr Dr. Stuebet, der jetzt als Leiter unseres Kolonialwesens auserkoren »vorden ist, genießt insofern einen Vorzug vor seinen Erblassern, als ihm durch, lange Zeit exotische Lüfte um das Antlitz gestrichen sind. Ob er das organisatorische Talent besitzt, das nun einmal notwendig ist, um unsere Kolonien, auf den Damm zu bringen, wird die Zukunft lehren. Ein wenig von der Kunst, die einst Herkules im Dienste des Augias gebrauchte, wird freilich aud) Herr Dr. Stuebel anwenden müssen. Der Wechsel im Kolomalamt. Der neue Kurs hat einen neuen Mann begraben. Sie sind nicht spärlich gesäet, die in den letzten Jahren die Ungunst des Schicksals erfuhren, die emporstiegen zu leitenden Aemtern, um alsbald wieder in der Tiefe des Privatlebens oder in der weniger bemerkbaren Stellung eines Präsidentenpostens zu verschwinden. Nicht nach Einern, sondern nach Zehnern läßt sich ihre Zahl berechnen. Und bei gar manchem von ihnen war der Nekrolog, der fast aus sämtlichen Lagern erklang, wunderlich gleichgeartet: Er war ein wackerer Mann, ein guter, ehrenhafter Mensch, vielleicht auch ein sorgsamer Gatte und Vater, aber für das Amt, das ihm durch ein nicht immer in seinen letzten Gründen begriffenes „sic volo, sic jubeo" in den Schoß geworfen wurde, war er leider nicht geeignet. Von dem Nr. 133 triefet mit LuSaahm« txs MnntagS. Die Gießener »erden bem Anzeiger tat Wechsel mit .Hess. Srnrdwirt" m. .Blätter Mr Hess. HolkSkunde" »öchtt. 4-rnl beigelegt. Adresse für Depeschen: Anzeiger chlez«^ Fernsprecher Nr. 5L ■ ■■ ■ ii ' ■ ■> 1« itz t > °uf 1.M tu b 5 bei dn BürgmEk NMardenlvohM:,, dvmvez tl. kobnuiifl von TSfcr mt Wasserleitung, i "eru.s.lv,itzpaz sakti», Ml>M' Mage 10. mn. Nähere-tatst Mt Mnn, wt, iu vemie.'kL Usrllrch 16. llievlvohM- vmnierw. M **Mnünteihc.,v«t tHer, ju «mieten. Me 19. E neS LogiS mit Wasser» ttn frtttl 1V. ümmtltn. 02*30 laMneiftasse 9. er Neuheit eiMNM mieten. E Äantssirnvohnuilg, m SWot, per 1.MA __mwL sardenMöMmunb 5. iMuMber ,u 0, Ata, ÄeWatze 18. Stcd M, hrrkuchi ing mit tiaW* vrmietrn. net, ibt zimmer ju W- Mivttk, Neuenln.^, ÄSS , i. Nonember —W—n—m——nii «»in nächst brieflich zuzuweisen. Der Lohn steigt von anfangs 350 Mk. im 3 Jahre auf 500 Mk., nach 6 Jahren tadelloser Dienstzeit werden 1000 Mk. Prämie gewährt und außerdem erhält der Wärter neben freier Station vollständige Dienstkleidung. Heppenheim, 1. Juni 1900. Großh. Direktion der Landesirrenanstalt. Dr. Bieberbach, Medizinalrat. Gesundes: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Brosche, 1 Paar Handschuhe, 1 Haarpfeil und 1 Bauchgurt. Gießen, den 9. Juni 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Freiwilligen. Den Großherzoglichen Bürgermeistereien werden be- fondere Ladungen für die Militärpflichtigen k. H. zugehen, welche den betreffenden unverzüglich zuzustellen sind. Der Vollzug der Ladungen ist innerhalb 5 Tagen anzuzeigen. Die Militärpflichtigen find außerdem anzuweisen, ihre Losungsscheine mit zur Stelle zu bringen. . Die zur Beurteilung von Reklamationen in Betracht kommenden Personen, wie Eltern, Geschwister, haben ebenfalls iit erscheinen, ansonsten aus die betreffenden Reklamationen keine Rücksicht genommen werden kann, was die Großh. Bürgermeister den betreffenden Reklamanten noch besonders mitzuteilen ^6C%ottte eine Ladung nicht vollzogen werden können, so ist her Grund hiervon berichtlich anzuzeigen, und ist, wenn em Militärpflichtiger von seinem bisherigen Wohnorte weggezogen ist, zugleich anzugeben, wohin derselbe verzogen ist. *Die Großherzoglichen Bürgermeister haben bei dem Ober- tzrsatz-Gcschäfte bis zum Schluß des gesamten Aushebungs- Geschäftes selbst anwesend zu fein, um bei der Untersuchung von Felddienstuntauglichen, sowie Invaliden ev. Anskunft geben m können, auch haben sich dieselben darum zu bemühen daß die Militärpflichtigen, den Ladungen entsprechens eine stunde vor Beginn des Geschäfts zur Stelle find, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen, und während des Aushebungs- aeichäftes ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten, uas denselben vor Abreise nach den einzelnen Aushebungs- Bezirken noch ausdrücklich zu eröffnen ist. Gießen, am 21. Mai 1900. , Der Hivil Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Komnnffion $ des Kreises Gießen. B o e ck mann.__ An die Herren Vertrauensmänner des Silfsvereius für die Geisteskranken in v Hessen. Da zurzeit mehrere Wärterstellen in hiesiger AnMt „„befeM find, fragen wir bei Ihnen ergebenst an, ob Sie „dr Lage sind, uns geeignete Bewerber, gesunde, kräftige, ielelligenle Männer im Alter °°n 21 bis 25 Jahren, ,n- ^prozentuale Besteuerung der Zubußen müsse er sich aber ganz, besonders wenden, rveil daduvch gerade die Betriebe am. härtesten betroffen würden, die am wenigsten einträglich seien. Mer auch die Frage des Kuxstempels sei noch nicht zur Entscheidung reif. Er bitte daher dem Anträge Richter entsprechend die Position abzulehnen und in einer Resolution die Regierung zur Regelung der Angelegenheit auszufordern. Preußischer Handelsminister Brefeld macht gleich- falls erhebliche Bedenken gegen die Kommissionsbeschlüsse geltend und meint, es wäre am besten, die ganze Position fallen zu lassen. Er möge daher dem Hause anheim geben, wie er unter großer Heiterkeit sagt, hochherzigen Entschluß zur Ablehnung der Position zu fassen. Abg. v. K a r d o r s f empfiehlt, trotz der geltend gemachten Bedenken bei den Kommissionsbeschlüssen stehen zu bleiben. Ergeben sich Mißstände, so könne ja die Regierung ispäter Remedur schaffen. Abg. Müller-Fulda (Z.) tritt mit großer Entschiedenheit für die Kommissionsbeschlüsse ein. Unter lebhaftem Widerspruch links meint er, wenn der Minister den Antrag Richter wegen der Kuxe empfehle, könnte er auch gleich die Stellung des Abg. Richter zur Flottenvorlage empfehlen. Wenn er für Verwerfung des Kuxstempels eintrete, gefährde er das Zustandekommen der Vorlage. Wenn die Kommissionsbeschlüsse so sehr bedenklich seien, hätte man, da sie doch schon seit Wochen bekannt seien, längst Gegenvorschläge machen können. Reichsschatzsekretär Frhr. v. Thielmann weist den Vorwurf zurück, daß die Regierung zu viel Zeit habe verstreichen lassen, ohne Gegenvorschläge zu machen. Es seien Umfragen bei den einzelnen Regierungen notwendig gewesen. Daher sei der Bundesrat noch nicht in die Lage gekommen, einen Beschluß in der Frage zu fassen. Handelsminister Brefeld versteht nicht die Erregung des Abg. Müller-Fulda. Er habe doch dem Hause nur die Erwägung anheimgegeben, die Position abzulehnen, die Mlehnung aber nicht gefordert. Nach einigen weiteren Bemerkungen der Abgeordnetem Richter, Müller-Fulda und Graf Oriola wird die Diskussion geschlossen. Es wird getrennt über den Fix- stempelaufKuxe und die prozentuale Besteuerung der Zubußen abgestimmt. Beide werden angenommen. Letztere in namentlicher Abstimmung mit 180 gegen 103 Stimmen. Die Erhöhung des Stempels (Nr. 2 des Tarifs) für inländische Renten und Schuldverschreibungen von 4 auf 6 vom Tausend wird ohne Debatte beschlossen, ebenso die Einschaltung der Renten und Schuldverschreibungen von ausländischen Eisenbahngesellschaften in die mit 6 vom Tausend zu versteuernden ausländischen Renten und Schuldverschreibungen. Ferner soll in Nr. 2 neu eingeschaltet werden ein Stempel von 1 Prozent auf Renten und Schuldverschreibungen ausländischer Korporationen, Aktiengesellschaften oder industrieller Unternehmungen. Das Haus genehmigt diese Einschaltung gleichfalls ohne Debatte. Nach Nr. 3 des geltenden Tarifs haben inländische Renten und Schuldverschreibungen der Kommunalverbände und Kommunen 1 Pro Mille, inländische Renten und Schuldverschreibungen der Korporationen ländlicher und städtischer Grundbesitzer, der Grundkredit- und Hypothekenbanken oder der Transportgesellschaften 2 pro Mille Emissionsstempel zu tragen. Nach den Kommissionsbeschlüssen sollen beide Kategorien einem Stempel von 2 pro Mille unterworfen werden. Abg. Richter beantragt, es bei dem bisherigen Tarif zu belassen. , Abg. Dr. Heim (Ztr.): Von 30 Baiern sind zur Zeit 24 hier im Reichstage; aus der Zahl unserer Anwesenheit dürfen Sie allerdings nicht auf unsere Neigung für die Flotte schließen. (Heiterkeit links.) Wir würden bei der 3. Lesung für die Freilassung der Kommunalpapiere stimmen, wenn Sie dafür für die Erhöhung des Umsatzstempels stimmen. (Heiterkeit rechts.) Wir sind nicht sowohl für die Flotte als dafür begeistert, daß die Lasten, die daraus erwachsen, auf die richtigen Schultern kommen. Abg. Bebel: Und dazu legen Sie den Kommunen! diese Lasten auf, um auch sie ihren Beitrag für die Flottenverstärkung auf diese Weise entrichten zu lassen? Dieses' Verfahren ist einfach skandalös. Nach Ziffer 2 Ides Tarifs sind die Renten und Schuldverschreibungen der Staates befreit, die Kommunalpapiere sollen 2 vom Tausend tragen. Nun haben Hamburg, Lübeck und Bremen städtischen Charakter, sind aber Staaten und nehmen an der Befreiung teil. Diese drei Staatswesen sind also von allen Steuern auf Anleihen für Kommunalzwecke frei; merkwürdig ist es doch, daß gerade diese drei reichen Gemeinwesen befreit werden, aber die kleinsten und ärmeren Landgemeinde den Stempel tragen sollen. Vizepräsident v. Frege: Das Wort „skandalös" des Abg. Bebel war parlamentarisch unzulässig. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Abg. Richter: Der bairische Eifer für die neuem Steuern steht im umgekehrten Verhältnis zu ihrem Eifer für die Flotte. Was Herr Heim vorschlägt, ist ja das reine Wuchergeschäft; er will 300 000 Mk. erlassen, wenn wir ihm> 5 Mill. Mark bewilligen. (Stürmische Heiterkeit.) Abg. Heim: Der jetzige Kommissionsantrag ist blos ein Ausgleich der früher im Tarif bestandenen Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Für die Kommunalpapiere werden wir ja auch einzutreten bereit sein, aber warum soll nicht auch für die ländlichen und städtischen Grundbesitzer die Ermäßigung auf 1 pro Mille statthaben? Diese Korporationen haben gerade jetzt sehr schwierige Zeiten zu überwinden. Wuchergeschäfte mache ich nicht; was ich Vorschläge, ist ein gutes Geschäft. Abg. Müller- Fulda: Schon 1894 ist die Gleichstellung, die jetzt beantragt ist, vorgeschlagen, aber nicht acceptiert worden. Die Bevorzugung der drei Hansestädte, städte trifft zu; aber diese Städte sind in unserem Entwurf anderweit mit dem Lotteriestempel, mit dem Konosse mentstempel rc. sehr stark herangezogen worden. Abg. Richter: Transport-Gesellschaften, die nicht Eisenbahngesellschaften sind, giebt es nur drei (Zuruf des Abg. v. Kardorff: Pferdebahn!) Pferdebahnen sind Eisenbahnen. (Heiterkeit.) Ich habe beantragt, den Emissionsstempel auf Papiere von Transportgesellschaften, die nicht Eisenbahiwbligationen sind, auch nicht zu erhöhen. Herr Müller ist nun einmal in Schuß gekommen, er kommandiert die Finanzminister, als wenn sie seine Unterstaatssekretäre wären. (Heiterkeit.) Abg. Singer: Ausgleichende Ungerechtigkeit hat Herr Müller-Fuloa mit seinem Anträge in kolossalem Maße getrieben, dafür ist die Heranziehung der Kommunalpapiere zu einer wahrhaftigen Kultursteuer ein glänzender Beleg. Die Beratung der Steuervorschläge in der Kommission stellte ein Bild der «größten Zerfahrenheit und des unsichersten Umhertappens dar, wie es bei dem Mangel genügender Sachkenntnis der Herren, die uns mit den neuen Steuern beglückten, nicht anders sein konnte. Abg. Richter bringt einen Eventualantrag ein, aus der Nr. 3 die Renten- und Schuldverschreibungen der Kom- munal-Verbände und Kommunen auszunehmen und wie bisher mit 1 pro Mille zu versteuern. Wenn die Kommunen Schlachthöfe, Schulhäuser, Straßen und Brücken bauen wollen, dann sollen sie fortan einen höheren Emissionsstempel zahlen; ist das keine Kultursteuer? Mein modifizierter Antrag soll den -Wünschen des Dr. Heim entgegenkommen. Abg. Sieger: Gewiß giebt es auch unnütze Ausgaben, die die Kommunen machen müssen, so z. B. kann man für Berlin die Ausgaben, welche ihm auf Grund der Konsistorial- und Visitationsordnung von 1573 angesonnen werden, dazu rechnen. (Große Heiterkeit.) Die Anleihen dürfen aber doch gar nicht gemacht werden ohne Genehmigung der Regierung, und in dem Antrag auf Genehmigung müssen die Zwecke, denen die Anleihe dienen soll, spezifiziert sein. Tie Konkurrenz, in der Herr Müller-Fulda den Staat mit den Städten treten läßt, indem er den letzteren die Unterbringung ihrer Anleihen erschwert, sieht bedenklich nach unlauterem Wettbewerb aus. Der Eventualantrag Richter wird gegen die Stimmen der Linken und etwa ein halbes Dutzend bayerischer Zen- trums;.ntglieder ab gelehnt, Nummer 3 unverändert nach! den Kommissionsbeschlüssen äugen-ommen. — Nummer 4 des Tarifs betrifft die K a u f- u n d s o n st i g e n Anschaffungsgeschäfte. Nack) dem geltenden Tarife tragen: 1) ausländische Banknoten, ausländisches Papiergeld, ausländische Geldsorten, 2) Wertpapiere der unter den Nummern 1 bis 3 des Tarifs bezeichneten Art durchweg zwei Zehntel pro Mille. Die Kommission schlägt vor, für Aktien den Umsatzstempel auf drei Zehntel pro Mille, für Kuxe auf 1 pro Mille zu erhöhen. Mg. Heim tritt für einen Antrag ein, den Aktienumsatzstempel auf vier Zehntel pro Mille zu erhöhen. Herr Schädler sei nicht anwesend, weil er im bayerischen Landtage in diesen Tagen unentbehrlich sei. Auch die bayerischen Sozialdemokraten seien heute nicht hier. Blau-weiß ist bayerisch, und blau-weiß sind auch die bayerischen Sozialdemokraten, sie haben blos ein rotes Bändle darüber. (Große Heiterkeit.) Die Bayern haben übrigens gar nicht das Blut in sich, um von Natur aus Kuhhandel zu treiben. (Große Heiterkeit. )Ein Rückgang der Einnahmen aus der Erhöhung des Kaufstempels wird nicht eintreten, umsoweniger, als bisher Millionen dieses Stempels überhaupt nicht gezahlt sind. Der Verkehr ist größer geworden und wir sind alle dabei gesund geblieben. Die Deckung, wie wir sie jetzt suchen, nachdem die Annahme der Flottenfrage, als ein fait accompli zu betrachten ist, wird sich sehr bald als die vorzüglichste Herausstellen, die je gefunden werden könnte. Abg. Büsing (nl.): Ist es in der That richtig, einen so großen Teil der Mehrkosten für die Flotte auf den Börsenverkehr abzuwälzen? Vor: allen Seiten wird die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Börseneinrichtungen anerkannt; es kann also eine solche Mehrbelastung, noch dazu zum einseitigen Vorteil des Auslandes, keine praktische Maßregel sein. Gegen die darüber hinaus vorgeschlagene Erhöhung des schon wiederholt erhöhten Umsatzstempels mutz !ich aufs entschiedenste Verwahrung einlegen. Ein Rückgang des Ertrages ist unzweifelhaft, gewisse Zweige des Aktienumsatzes werden durch diese Erhöhung überhaupt unmöglich gemacht. Kein Staat des Auslandes kennt auch', nur in annähernder Höhe einen derartigen Umsatzstempel. Man ergreift hier offenbar blos eine gute Gelegenheit, seiner Antipathie gegen das mobile Kapital Ausdruck zu geben. (Sehr gut! nnks.) Abg. v. Siemens (fr. Vg.) bemüht sich abermals darzulegen, daß thatsächlich drei Viertel aller Börsenkommissionen Beträge unter 6000 Mark zum Gegenstände haben, daß also diese große Zahl kleiner Kommittenten, die inan dock) eben noch zu dem Mittelstände rechnen müsse, die Zeche bei der Erhöhung des Stempels zu bezahlen haben würden. Diese Leute, nickst die Börse oder der Handel, würden ins Herz getroffen. Fahre man so fort, so werde man in Bayern zuerst merken, was angerickstet worden sei. (Heiterkeit.) Andererseits werde eine starke Einschränkung! des Verkehrs, wie sie ja auck) 1895 ein getreten sei, sich bemerkbar machen. Mdn habe sich im Jahre 1899 unter den Ziffern von 1889 befunden. Abg. Graf Arnim (Rp.) kann weder dem Anträge Heim noch dem Standpunkte des Vorredners sich anbequemen. Ein Teil der Reichspartei stehe allerdings aus dem Standpunkte des Antrags Heim; er (Redner) selbst bleibe mit dem andern Teil bei drei Zehntel, weil sie nicht wüßten, ob nicht doch von einer weiteren Erhöhung ein Rückgang der Umsätze und eine Verminderung der Einnahmen zu befürchten sei. Vor der Erhöhung auf drei Zehntel brauche man aber nicht zurückzuschrecken. Staatssekretär v. Thielmann: Es fragt.sich, ob bei vier Zehntel mehr einkommt als bei drei Zehntel. Es ist möglich, daß, wenn man den von der Kommission wohl erwogenen Satz von drei Zehnteln überschreitet, ein Rückgang stattfindet. Wieviele Kunden sich von dem Ankauf oder Verkauf solcher Wertpapiere abhalten lassen werden, läßt sich nicht sagen, lassen wir aber dem Stempel das, Benefizium des Zweifels, so kommen wir ganz von selbst auf den Satz, den die Kommission empfohlen hat. Aus Antrag Richter wird aus der Kommission der für die Kuxe vorgeschlagene Umsatzstempel einstweilen ausgeschieden. Abg. Richter: Wir würden sofort einen Antrag' auf Einführung einer Reichsvermögensteuer stellen, wenn wir damit die Börsensteuern loswerden könnten. Unter dem Antrag auf vier Zehntel steht die Elite der Agrarier der Rechten und des Zentrums. Die Landwirtschaft will hier einfach ihr Mütchen an der Börse kühlen. In der Kommission ist die Mehrheit von den ursprünglich angenommenen vier Zehnteln zurückgekommen, weil an anderer Stelle eine erhebliche tatsächliche Mehreinnahme erzielt wurde. Dieses ein Zehntel Tausend kann, obgleich im Verhältnis zur Flottenvorlage eine Bagatelle, als Belastung des einzelnen Geschäfts unerträglich sein. Die Börse ist in Wirklichkeit angesichts der Vorgänge, die zu dieser Vorlage geführt haben, äußerst nervös geworden. Bei den Reichs-Stempelabgaben sind ganze 4000 Mark in einem Jahre hinterzogen worden, die Hinterziehungen bei den Zöllen,und der Branntweinsteuer sind ganz unverhältnismäßig viel größer. Abg. Singer: Wenn sich alle Parteien des Hauses so rein von Börsengeschäften wüßten wie wir, könnten sie sich gratulieren. Das Kundenregister der großen Banken; ergiebt, daß es gerade die edelsten der Nation sind, die zu den Hauptinteressenten gehören. Der wahre Junkersmann mag keine Börse leiden, doch an ihr spielen thutz er gern. Gerade die Herren von der Rechten haben der Börse stets ihren Schutz angedeihen lassen. (Widerspruch rechts.) Die heutige Gesellschaft kann die Börse gar nicht entbehren, sie ist eine Sumpfpflanze, die eben nur auf dem Boden der heutigen Gesellschaft gedeihen, kaum (Große Heiterkeit.) Wenn Herr Heim auf die Kontrole der Makler; rc. verweist, so stimmt das schlecht zu der Haltung, die das« Zentrum bei der analogen Frage " der Kontrole der Hausschlachtungen beobachtet hat. (Gelächter im Ztr.) Wir stimmen gegen die Anträge und gegen die Kom- misschnsvorschläge. Abg. Lucke (kons.): Die Börse kann sehr gut vier Zehntel bezahlen. 1894 wollte.man Mch die'Bude zumacheq und es ist doch weiter getanzt worden um das golden« Kalb. (Große Unruhe und Heiterkeit links.) Ich bitte den Antrag Heim anzunehmen und beantrage die namentliche Abstimmung. (Großer Lärm.) Abg. Heim: Wenn Sie das bayerische Geschäft nach Berlin ziehen, so liege das nicht an der Stempelabgabe. Hinter ihm stände eine ganze Zahl seiner Landsleute, und wenn es auch nur 10 wären, so müßte das für Herrn Richter bei seiner Anhängerschaft eine ganze Masse fein. (Große Heiterkeit rechts und im Zentrum.) Daß die bayerischen Sozialdemokraten sich noch als Bayern fühlen, rechne er ihnen.als Vorzug an. (Zustimmung.) Der Antrag auf namentliche Abstimmung wird von ungefähr 10 Mitgliedern der äußersten Rechten, im übrigen aber von den Sozialdemokraten und Freisinnigen unterstützt. Der Antrag Heim wegen Erhöhung des Aktienumsatzstempels aus vier Zehntel pro Mille wird mit 153 gegen 121 Stimmen abgelehnt. Zwei Mitglieder enthalten sich der Abstimmung. Der Kommissionsantrag (drei Zehntel pro Mille) wird mit großer Mehrheit angenommen. Um 7 einviertel Uhr vertagt das Haus die weitere Beratung auf Samstag 1 Uhr, außerdem Reichsseuchen- gesetz, Handelsproviforium mit England und kleinere Vorlagen. Alldeutscher Verbandstag. Mainz, 6. Juni. Hauptversammlung. Gegen halb 10 Uhr gestern vormittag füllte sich der große Saal der Liedertafel; er waren wohl an die 400 Mitglieder des Verbandes herbeigeeilt. In Vertretung der Hauptleitung eröffnete Dr. Reismann-Grone (Essen) den VerbaudStag. Nach einem kurzen Ueberblick über die Ziele des Alldeutschen Verbandes gab er dem Geschäftsführer des Verbandes, Geiser, das Wort zur Verlesung eines Auszuges aus dem von dem Mitgliede der Hauptleitung, Dr. Lehr, über die verflossenen drei Jahre in Gemäßheit der Statuten verfaßten Rechenschaftsbericht. Hierauf ergriff Schriftsteller Ammon das Wort zu seinem Berichte über die südafrikanische Frage. Einleitend führte der Redner auS, daß das tiefgehende Mitgefühl, mit dem das deutsche Volk den Burenkrieg begleite, sowohl eine Folge der den Deutschen bewußt gewordene« Volksgemeinschaft, als auch dem durchaus realpolitischen Empsinden entspringe, daß schwerwiegende deutsche Interessen von dem AuSgange dieses Krieges abhängen. Das deutsche Reich sei zur Neutralität gezwungen gewesen, da es keine Machtmittel in die Wagschale zu werfen hatte, trotzdem der Staatssekretär v. Marschall im Jahre 1896 erklären mußte, daß die Einverleibung der südafrikanischen Republiken in das englische Weltreich eine schwere Schädigung deutscher Interessen bedeute. Redner fragt, was wir Deutsche in dieser Lage thun könnten; er weist es als undeutsch zurück, auf England zu schmähen und einen wüsten Engländerhaß zu nähren, weil wir nicht handeln könnten. Die Losung müsse lauten: „Schweigen und arbeiten und aus dem Kriege lernen!“ Es gebe vieles im Verhalten der Engländer, was uns zum Nachdenken anregen könne. Kein Engländer habe verzagt, als die gewaltige Macht Englands unter den wuchtigen Schlägen der Gegner ächzte; die ganze Nation sei von dem einheitlichen Willen beseelt, den Krieg zum siegreichen Ende zu bringen. Bei der Bewilligung neuer Steuern durfte der Führer der Opposition sagen, daß jeder Steuerzahler mit Vergnügen die neuen Lasten auf sich nehmen werde. Die Steuervorlage wurde im englischen Parlament später eingebracht, als die Flottenvorlage im deutschen Reichstage, aber früher bewilligt! Die entscheidende Rolle, die Lord Roberts in dem Kriege spiele, zeige, was ein Mann für ein Volk bedeuten könne, und erinnere uns daran, was wir Männern wie Roon, Moltke und Bismarck, aber auch Kaiser Wilhelm I. verdankten. — Auch aus dem Verhalten der Buren könnten wir lernen. Der Mangel an Offensivkraft beruhte aus der fehlerhaften Organisation, und der Vergleich damit, tote Preußen ähnliche schwierige Lagen überstanden habe, zeige uns die Vorzüge der Monarchie. Jedoch könnten diese rückschauenden Betrachtungen heute wenig helfen. Das Unterliegen des BurenvolkS sei eine Warnung an uns, die wir verstehen wollen. Hätte Deutschland vor 20 Jahren dafür gesorgt, daß unsere Seemacht gleichen Schritt halte mit den anderen Staaten, so stünden wir nicht beschämt am Ende des Burenkriegs. Lord Salisbury habe die Sprache Bülows anläßlich der Beschlagnahme deutscher Dampfer „schroff" gefunden; hätten hinter Bülow 30 ^r*L । Achten Jjfo * *> "°Ä 'nt»nn. (Stofe!«? »wttolt d« ZL o" Altung, biet, “Vr E°«w Achter iffi h ™b g°g°n bie K SR «« um das flolhh \rn^i- biltc V' Q9e bie namentlich! ft* A .Oer Stempehbw met&tMeute” ®"fe im. (Sch iQB.oie bayerisld. rtn Wen, rchm n bftimmung wird ta 11 ^kchten, im übrig 1 Freisinnigen untr. nng des AktienumsH wird mit 153 gegni Mitglieder entballen rsanttag (drei HM it angenommE as Stnis bie Miiat zerdem ^seuchen- mb unb fieinett Vor- o-stag. laini, 6. >i. 1 -alb 10 llhr gesten btt Sitbtrtaftl; ti ’ Minbti btrbti* eröffnete ®r. Äeff* mW tyn. fyxWM gsd , dar Verl m von bem Mlgliede die verfiossnei! drei in versaßln Rchv- mmon daß Mp lischt Frage, fc- das tiefgehende rr in Burenkrieg bt^ n bewußt getvordua nrchauS rtalpoW- rndebrÄeFnterG Mngen. Dar dich /gewesen, da ti w wnfen HM, * Fahre 1896 erM t s WsT trab mit it a al« «»d- <" °°b fm” 2 i»chh°»d^ L5S- 'S**, 5*55 *JL w«rd-' prt di- s^ »Stt'5 wai ®IT,. agjlbd- * »»ÄÄ m-xA- iffi««1“"9.20 E tilaitb w* rfi b“1*1 M,« 1 gÄ*’ fowÄ»1’ 3Q 4041 für 8 2^ ''16-3- 25 jn6 ausgezeichnefe|2Porhonen |2Porhonen 2P°rh?neh e|pPr°^LSh KraFIhrtjhe. ’Hj Aäsd>ch| 'en en. 15 Zu in allen Delikatess- und Kolonialwaren - Geschäften. d. und reelle Bedienung zu. Hochachtungsvoll e. 4057 Gnauth. MAGGI DIE GUTE SPARSAME KÜCHE b. o. Mehlsuppe Reissuppe Rels-Jullenne-Suppe Reis-Crecy-Suppe Sago-Suppe Tapiocasuppe Tapioca-Creoy-Suppe Tapioca-Julienne-Suppe Bedingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht offen und sind daselbst die Offerten versiegelt bis zum 19. Juni l. IS., morgens IO Uhr, einzureichen. Panzerschiffe gestanden, so wäre sie ihm wahrscheinlich sehr l^flich vorgekommen. Deutschland werde sich nur auf seine eigene Macht verlassen dürfen und muffe sich nach dem Sprichwort richten : Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott! Reicher Beifall folgte diesen Ausführungen. Im Anschlüsse an den Vortrag beantragte namens des geschäfts- sschrenden AuSschuffeS Fabrikbesitzer SimonS-Elberfeld sc-lgende Entschließung, die begeisterte Annahme fand: Der Alldeutsche Verband spricht sein unveränderte« Mitgefühl lür die Buren in ihrem heldenhaften Kampfe für Freiheit und Recht aa« und hofft, daß, unabhängig von dem AuSgange des jetzigen >tftegls, die endgiittge EuNchrtdung über das Schicksal des nieder- d utschen Stammes in Südafrika einer späteren Zeit vorbehalten KI eiben wird. Der Verband sp.icht die Erwartung aus, dah die deutsche Retchsregierung, im Gegensatz zu ihrer schwankenden Hali- mtg innerhalb der letzten Jahre, nunmehr eine maßvolle, die Zukunft unserer südafrikanischen Interessen unausgesetzt im Auge f altende Politik befolgen werde." In der Diskussion ergriff hierauf Dr. Wirth-Frank- furt das Wort; der Redner, erst kürzlich von einer Relse im Gebiete der südafrikanischen Republik zurückgekehrt, betonte, es sei streng zu scheiden zwischen den militärischen und volklichen Aussichten, die dem Burenvolk noch blieben; er halte auch die militärische Lage nicht für verzweifelt, da die Buren die Drakensberge noch hielten, eine Stellung von hoher strategischer Wichtigkeit, und da die Engländer eigentlich bisher nur die an den Bahnlinien gelegenen Städte besetzt hätten. Es werde den Engländern ebenso- wenig gelingen, den Buren ihr niederdeutsches Volkstum z« rauben, wie den Yankees gegenüber den Mexikanern in Kalifornien und den Engländern gegenüber den Franzosen in Kanada; denn wo ein Volkstum sich in selbständiger Kulturarbeit fest eingewurzelt habe, bleibe es bestehen. Hofrat Prof. Stintzing-Jena giebt der Ueberzeugung, daß die Buren sich in einem späteren Zeitpunkt ihre Freiheit wiedererobern würden, Ausdruck und beantragt die Absendung des ersten Teils der Entschließung an den Gesandten Dr. LeydS, was einstimmig angenommen wird. Professor Theob. Fischer-Marburg erklärte, daß er als Geograph von Fach in voller Uebereinstimmung mit feinem Kollegen Professor Regel-Würzburg die unumstößliche Ueberzeugung gewonnen, daß die geographischen Gesetze, die zu ändern keine menschliche Macht im stände sei, eine Anglisierung der Buren, von den wenigen Städten abgesehen, verhindern werden. Professor Samassa hielt einen Vortrag über das Verhältnis des deutschen Reiches zu Oesterreich und die Lage der Deutschen in Oesterreich. Hierauf ergriff, mit starkem Beifall begrüßt, Reichsrats, abgeordneter Wolf-Wien das Wort, um darauf hinzuweisen, welche hohe Bedeutung die Kämpfe in Oesterreich für das ganze deutsche Volk besitzen. Er beklagte die Teilnahmslosigkeit mancher Kreise in Deutschland gegen die Kämpfe in Oesterreich und bezeichnete es als eine Schmach, daß in Böhmen an der deutsch tschechischen Sprachgrenze der wirtschaftliche Kampf der Tschechen gegen die Deutschen mit Hilfe von Geld, das von der Deutschen Bank in Berlin stamme, geführt werde. Redner streift sodann den Kampf der Radikalen in Oesterreich gegen die Klerikalen und berührt auch die „Los von Rom"-Bewegung. Nachdem noch Prof. Samaffa und Dr. ReiSmann gesprochen hatten, wurde vom Verbands- Geschäftsführer Geiser foffer zu Gießen und Bertha Höchstetter von da haben durch notariellen Vertrag vom 18. Mai 1900 Gießen, am 31. Mai 1900. GroßherzoalickieS Amtsgericht. das Vermögen des Handelsmüllers Philipp Belten auf der Luh- Sortenverzeichnis von MAGGl’s Gemüse- und Kraftsnppen ä 10 Pfg.: für ihre bevorstehende Ehe Errungen- schastsgemeinschaft im Sinne der 1519 u. ff. d. B G.Bs. vereinbart. 4054 mittags 9 »ti 1» Ufer, Mkanntm-chung Lina Pansch. Wwe Weserstratze 8* Krebssuppe Mockturtle - (Schildkröt) Suppe haben Friedberg, den 7. Juni 1900. Der Großh. Kleisbauinspektor. Schnitzel, Baurat. 4022 Aoloniakwaren-Heschäft in unveränderter Weife fort'ühren werde. Ihres freundlichen Wohlwollens gerne gewärtig, sichere ich prompte Erbsensuppe Erbsen mit Bohnensuppe Erbsen mit Reissuppe Erbsen mit Sagosuppe Erbswurstsuppe Einbrennsuppe Gemüse (Julienne)-Suppe Gerstensuppe Grünerbsensuppe Grünkernsuppe Haferschielmsappe Kartoffelsuppe Kerbelsuppe Kraftmehlsuppe Linsensuppe Pikante Sorten ä Londonderrysuppe Currysuppe Konkursverfahren. 4053] Das Konkursverfahren über Bekanntmachung. Die Verteilung der Zinsen aus der Todtenwartsstiftung findet Sonntag den 10. Juni a. c., morgens nm 5 Uhr in der Stadt- Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird — beginnend mit Mittwoch den 13. Juni d. I. - im Jmpflokale des B.G.B». vereinbart. 4055 Gießen, am 1. Juni 1900. Grobherzogliches Amtsgericht. Mks-AmWm,, Sam««». ™ jnJfAiiifttermin 1. Juli (für einige Gruppen 1. August). kirche statt. Gießen, den 8. Juni 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. folgende Entschließung vorgeschlagen und einstimmig angenommen : Der Alldeutsche Verband sieht in der Erhaltung des österreichischen Deutschtums eine Lebensfrage des deutschen Volkes und hofft, daß es den Deutschen Oesterreichs durch standhaftes Ausharren im Kampfe gelingen werde, die ihnen gebührende Stellung im Staate zu erlangen. Er wünscht unter dieser Voraussetzung einen engeren Anschluß Oesterreichs an das deutsche Reich durch die Aufnahme des deutsch- österreichischen Bündnisses in die Verfassung und durch eme nötigenfalls durch Uebergangsmaßregeln vor-uberettende Zolluneon. Hierauf ergriff Verlagsbuchhändler ^hmann- München bad Wort, um folgende vom Ausschuß beschlossene Entschließung zur Flottenvorlage zu begründen, dte em- stimmig angenommen wurde: Der Alldeutsche Verband spricht seine lebhafte Freude über die endgiltige Sicherung einer größeren deutschen Schlachtflotte aus und »st sich mit Genugthuung bewußt, seinen redlichen Anteil an der glücklichen Erreichung dieses Ziels zu haben. Er hält es für eme selbstverständliche Pflicht der Reichsregierung, die heute zuruckgestellten Auslands schiffe rechtzeitig und in dem Umfang des gesteigerten Bedarfs zu fordern, sowie Mittel und Wege zu finden, um den Ausbau der Flotte zu be. schleunigen. Er hält eine Werbethätigkeit des Verbandes mit diesem Ziele für eine der wichtigsten Aufgaben des Verbandes m den nächsten Hierauf erfolgte durch Zuruf die Wahl des Gesamt Vorstandes des Alldeutschen Verbandes für die nächsten bret Jahre. Dann verlas Direktor Wagner-Berlin em von ben Mitgliebern bei Hauptleitung Prof. Haffe, Graf Arnim, Graf Stolberg unb Dr. Lehr übersanbteS Begrüßungstelegramm, bas mit lebhaftem Beifall ausgenommen und burch ein Danktelegramm erwibert würbe. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen schloß ber Vor- sttzenbe bie britte orbentliche Verbanbstagung um 2 Uhr. Geschäfts-Empfehlung. Einer werten Nachbarschaft, sowie Freunden uno Bekannten teile Weissbohnensuppe Weizengriessuppe Wurzelsuppe 3915 Graupensuppe Melonensuppe Riebelesuppe Sternchensuppe Pfg. per Würfel: abgehalten werben. 3n unserem Güterrechtsregister Jmpspflichtig im laufenben Kalenberjahre finb bie im vorigen Jahre eingetragen: Samuel El- geborenen Kinber, sowie bie Rückstänbigen aus früheren Jahrgängen. Wir laben bie hiesigen Einwohner, welche impfpflichtige Kinder! haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken em, daß alle in denselben vorgenommenen Impfungen unentgeltlich find. Wer die Termine nicht benützen will, muß die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlüsse auf seine Kosten bewerkstelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist tat Nachholung ber Impfung unter Strafanbrohung gesetzt wirb. Außer den Pflichtigen werden auch Kinber, welche im lanfenden ftabre geboten finb, auf Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termin geimpften Kinber müssen in bem 8 Tage später abgehalttnen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen. Kinber, beten Zurückstellung von ber Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wirb, können gleichfalls bem Jmpfarzte in ben öffentlichen Ter- minen oorgefteat werben. gewaschenem! rnü'hle 'bei Großenlinben wirb nach «drv-r Ür Imp uug werden. E« wirb nur .« einem Ar«, erfolgter Abhaltung des Schlußter- I. V.: Wolff. Veröffentlicht: -- — -------------------——~ Neibhart, Gerichtsschreiber. Heugras-Verftclgerung , der Stad, (feiefeen. L.|;~.Ä wÄl l Montaa deu 18. unb DieuStag deu 19. Juni 1900, Wiesen in ben Gematk. kbefimttl vormittags 9 Uhr beginnenb, soll ba» Heugras von ben Garbenteich, Leihgestern, fläbtHdben Wiesen, von bem Fäebhof, von ben Anlagen vor bem Friedhof Schiffenberg unb Watzenborn, sowie unb von ben Wieseckböschungen meistbietend versteigert werden und zwar: @ras von ben Schneisen unb Montag den 18. Juni zerstreut liegenbe« Gehölz in ber - jyja'sa S LSÄ S ass SBy. wSC M böschungen, fowie von einem Leeaftrauch, Die Versteigerung beginnt vormittag» * ■* SW»2***’* * “SS£."*‘ s»‘“ " Schwär,lach; -Undtafl ben 19< Juni I Gießen, den 8. Juni 1900. sjrsssa ä®*’ “ w""— -■ ;$$$Dchdeckemde». Gießen, den 8. Juni 1900. 4061 Grohherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Sekanntmachuna. I Pflichtfeuer wehr. In unserem Güterrlcht.reglfte- O-mLÜrken? ° u®l3n®ntfeegäl Appell aller allen Mannschaften von Lanbenhausen haben burch no- sowie derjenigen neuen, denen besondere Ladung zugeht. tariellen Vertrag vom 5. März 1900 Gießen, 8. Jur,i 1900. r für ihre Ehe Etrungenschaftsgemein-1 Der Branddnektot. Traber, schäft im Sinne der §§ 1519 u. ff. ■!< ä Krebs-WichsegiebtdenschönstenGlanz 41 I I ö X KrebS'WichsegiebtdenschönstenGlanz MH Ikl J KtebS-WichsegirbtdenschönstenGlanz w w Krebs WichsegiebtdenschönstenGlanz Ä KrebS-WichsegiebtdenschönstenGlanz M M MMM Krebs WichsegiebtdenschönstenGlanz T Krebs-WichsegiebtdenschöustenGlanz j |f M | Krebs.WichsegiebtdenschönstenGlar.zo^ Todes-Anzeige im 65; Lebensjahre. >*• 4069 kezelkckslkreken nach pari? Abfahrt jeden Sonntag ab 955 vorm. von Frankfurt a.M. 7 Elektrische Anlagen jeder Art und Grösse. 3655 4073 3>er Jestwirt: W. Rabenau- Legend freundlichst eirgeladen. 4047 und aller Putzmittel i Auskunft ertheilen: Comkrts mit Firma 4046 Albert Rübsamen, Fahvstraße 11. in Langedorf Rote ovale Dosen, ä 10 und 20 Pfennig d6tail. von guter Erziehung und bescheidenem Wesen, nicht unter 20 Jahre, welche Lust und Liebe zur Krankenpflege in sich fühlen, können in dem Alice- Frauen-Verein zu Darmstadt jederzeit Aufnahme finden. 3771 Näheres durch die Vorsteherin de» Mce-Hospitals, Dieburgerstraße 21. Gegen N Gegübergang Ksenbahn von irres für den Gießen Red Heute verschied nach schweren Leiden in Wiesbaden unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Rechtsanwalt Louis Labroisse aus Giessen Die Beerdigung findet Montag den 11. Juni, nachmittags, 4 Uhr, vom Leichenhauae des Friedhofs in Giessen aus statt. liefert billigst KrShl'schk zluivkrßtüts-Arllckttki Neue elegante Ausstattung. Zu haben bei Heb. Arnold II., Conr. Bender, Wallthorstrasse 14, Rudolf Schlabach Nachf., Rob. Stuhl. Famos-Putz-Extrakt steht als Bestes Montag den 11. Juni d. I., nachmittags 4 Uhr: Aligern. Gastmiltk-Uersammiaag im Saale des Hotel Einhorn zu Gießen. Referent: C. Reinemer-garmflaM. Zu dieser Versammlung sind alle Gastwirte von Gießen und Um- Von 1 Mer bi öerid)tet nod „Zuerst wische Un Sb oder erst ff (affe mit ! »erlassenden »erden füllte schule wurde befürwortet, nmg ini Begi »erständlich b -lau ungefföri Lehrpläne von mtiven 11 nt fördern, so Annahme - । an Realgyi Pensa unttti der eine Be nid)t auf Kc Diskussion < 1892 festges an den Reat befürwortet, jelnen Klasse Frage, wie | jerenz die Le ten müssen, i im Minister Am ^re von Unterri cs sich un größere A' schenswerl ibrörterunc das Eng schichte i ^ugllschen cs irgend n eine vermeß ^athematii bes Umstan cuistinimunj oeit immer Schule diese den sollte u d-n Dloturto flU5 eine R buchtet. Pachtung r aus i ^terländisd ? 9 ^chzur OQHe. und Völler ben. 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Juni 1900, mittags Vai Ubr. von den neuen Kliniken aus statt. Aer Gesangverein Zugendkranz Alten-Buseck feiert am 17. «ud 18. Juni d. I. sein 20 jähriges Stiftungsfest, wozu freundlichst einladet DaS Fest-Komitee. Für ein gutes Glas Bichler-Bier, sowie Speisen wird bestem gesorgt. — Festplatz am Ausgang des Dorfes nach Gießen. Famos e.p£ giebt allen Metallen unvergleichlich schönen Glanz. Karl