1OOO Donnerstag den 10 Mai 2584 em. Amts- und Anzeigeblatt für den Aveis Gieren 58. bet b.I, etil Refcaftbn, Expedition und Druckerei: Kchukstratze Nr. 7. Alle Anzeigen.BermittlungSstellen de- In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Uttltol "ni flrt Mßikjk- irtriiM «'* Adreffe für Depefchen: Anzeiger Hieß«. Fernsprecher Nr. 51. Erscheint täglich gut Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Kinmilieuvrätter werden dem Anzeiger Im Wechsel mit „Hess. Landwirt" e. „Blätter für heff. BolkSkunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. •Ä- ,lhe beit gesM Meßmer Anzeiger Heneral-Anzeiger Politische Tagesschau. Der badische Landtag hat den Freunden der I Schulreform eine unangenehme Ueberraschung bereitet. I c?n der Ersten Kammer ist die Petition akademisch gebildeter I Lehrer auf erweiterte Berechtigung der Oberreal- I schulen sehr kühl behandelt worden, obwohl sie nur be- I »weckte, die Oberrealschüler zu den Staatsprüfungen I in den technischen Fächern zuzulaffen, obwohl ferner die Kommissionsmehrheit für die Forderung emtrat, und obwohl auch Kultusminister Nokk dem Fortschritt I das Wort redete. Er sagte u. a.: .Unsere Künstler, von denen wenige das Gymnasium besucht I hoben, werden für voll angesehen, wenn sie in der Kunst Hervorragendes leisten. Und dann sehen wir auf unsere S-bildetm Frauem 6s wird doch niemand geben, der sagen will, daß nur d" Frauen die gebildeten seien, die ein Mädchengymnasium besucht haben. Wir müssen darauf sehen, daß für das spätere Leben die richtige düng erworben wi-rd, gleichviel welche Vorbildung zemand erhalten hat. Es ist erne bekannte Thatsache, daß ganz bedeutende Gelehrte eine mittelmäßige I Stellung an den Gymnasien eingenommen haben. Wir wollen keinerlei Zwang ausüben, sondern jeden die Vorbildung genießen /assen, die seinen Anlagen und Bedürfnissen entspricht. Angesichts so freier Ansichten des RessortsministerS vernimmt man, wie die „Frkf. Ztg." sehr richtig bemerkt, mit einigem Staunen, daß ein Regierungskommlssar nn Namen der übrigen drei Minister, Eisenlohr, Brauer und Buchenberger, sich gegen die Erweiterung äußerte, und daß sogar der Vertreter der technischen Hochschule sich auf den angreifbaren Standpunkt zurückzog, man könne nicht em- seitiq ein Fach den Oberrealschulen anschließen. Wenn das am grünen Holz geschieht, ist es am Ende begreiflich, daß die Erste Kammer den Antrag auf empfehlende Verweisung ablehnte und die Eingabe der Regierung nur „zur Kenntnisnahme" überwies. Auf deutsch: Paprerkorb! Gerade in diesem Punkte hätte ein wohlwollender Beschluß dem Gefühl weiter Kreise entsprochen, weil hier die Forderung der Schulreform mit der Volksforderung üoer- einstimmt, daß die höheren Berwaltungsämter nicht eine ausschließliche Juristendomäne bleiben, sondern auch den Technikern erschloffen werden sollen. nützlichen Zwecke gedient durch den Versuch, jedem Marsche den Anschein eines glänzenden Fortschrittes oder eines großen strategischen Triumphes zu geben. IDer Vormarsch müßte vielmehr als eine Reihe gut ausgefuhrter Bewegungen betrachtet werden, in denen der Glanz der Raschheit notgedrungen praktischen Zielen, die noch nicht vollständig enthüllt sind, untergeordnet seien. Alles deute auf eine starke Ansammlung der Buren in Kroonstad, aber es sei abzuwarten, ob diese zu kräftigem Widerstand entschlossen sein werden. Wird ein solcher nicht beabsichtigt, so könnte Lord Roberts vor der Mitte des Sommers vor den Thoren von Pretoria stehen. - Das bleibt nach wie vor mit Ruhe iRt. 10« Erstes Blatt. heim aber stieg gestern früh bereits wieder in Potsdam in den Sattel, um den praktischen Unterricht im Gelände nicht zu versäumen. Bekanntlich steht der Kronprinz unmittelbar vor dem Osjizierexamen, das er noch m Saufe des Mai ablegt, und tritt unmittelbar nachher den Frontdienst im 1. Garde-Regiment an. . , . — Prinz und Prinzessin Heinrich sind nach! einer Meldung aus Cronberg heute vormittag mit dem Herzog von York aus Schloß Friedrichshof zum Besuch der Kaiserin^Ntiedrich^rnngetroffen, Baden machte den. Reichskanzler Fürsten Hohenlohe heute vormittag einen langeren^Besuch ^^burg berichtet wird, soll der kommandierende General des 15. Armeecorps, Frhr. v. Meer s^eidt-Äüllesem, sein Abschiedsgesuch emgereicht haben Er führt dieses Kommando seit dem 24. Mai vorigen Jahres als Nachfolger des verstorbenen Generals von Gratisbeilagen: Gießener Zamilienblatter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Volkskunde.____________ ahäuwrtem . Standard" schreibt: Ein Korrespondent teilt mit, daß man offiziell die Nachricht erhalten hat von I einem Komplott, Roberts zu ermorden vordem Roberts gewarnt ist. Zwischen den Behörden am Kap, I Roberts und dewBehörden iss London werden darüber Tele- I gramme gewechselt. Im Londoner ^eg§nllm^ter^utn ift von einem Komplott, Roberts zu ermorden, nichts bekannt. Einer Meldung der „Central News aus Kapstadt zu- I folge hat man aus Pretoria die Nachricht erhalten, daß I Kommandant Prinsloo wegen Verrates zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. * * * Telegramme deS Gießener Anzeigers. London, 9. Mai. Lord Roberts telegraphierte aus S m a l d e e l: Die Eisenbahn zwischen Brandfort und | hier ist schwer beschädigt. Die Brücke über den Wetfluß ist | gänzlich zerstört, sodaß die Herbeischaffung von-Vorräten, erheblich erschwert und verzögert wird. — -ver „Manchester Guardian" meldet aus Smaldeel: General Hamiltons Kavallerie machte am Freitag auf offenem Gelände: eine Attacke auf das deutsche Corps der Buren-Armee I und brachte ihm solche Verluste bei, daß es für den rechten Flügel praktisch vernichtet ist. London, 9. Mai. Lord Roberts berichtet aus, Smaldeel vom 8. Mai 8 Uhr vormittags: Die Infanterie des Generals Hutton führte eine Rekognoszierung bis zum Z a n d f lus s e aus, wo er den Feind in gr o ßer Stärke vorfand. Eine Kavalleriebrigade sowie die I Truppe des Generals Hamilton führten ebenfalls eine Re- I kognoszierung aus. General Hunter hat Fourteen- I st re am besetzt, dank der Vorkehrungen, die General I Paget getroffen hat, indem dieser den Feind aus seiner I starken Stellung gänzlich vertrieb. I London, 9. Mai. „Daily Mail" meldet aus Kap- I stadt- General Buller wird sich innerhalb wer Tagen! I in Bewegung setzen. Seine Vorkehrungen zu einem allgemeinen Vordringen sind beendet London, 9. Mai. Oberst Baden-Powell be- I richtet in einem Telegramm aus Masekuig vom -5. April, I der Feind habe den Versuch gemacht, den südlichen Teil der Stadt anzugreifen. Die Buren seien mit großer ! Vorsicht vorgedrungen. Die Satzung habe die I Buren nahe herankommen lassen und ihr Feuer nicht er- I widert. Die Buren zogen sich indes wieder zuruck, da sie I eine Falle vermuteten. Budapests. Mai. In Süd-Ungarn sind neuer- I dinas tausend Pferde für Süd-Afrika ange- I kauft worden, welche in den nächsten Tagen von Fiume mit dem Dampfer Sussex an ihren Bestimmungsort ttcrns- I portiert werden. . feiS dieser Depesche ergiebt sich nur, daß die Buren thatsächlich die Linie Thabanchu-Ladybrand a u f g e g e b e n haben, sondern auch, daß Rundle^die Fühlung mit ihnen vollständig verloren hat. xeim es heißt ausdrücklich daß alles ruhig und vom Feinde nichts zu sehen ist. Sin Lob ist das allerdings für den Feldherrn nicht; lerne erste Aufgabe muß es sein, Fühlung mit dem Femdeju ■kalten Geht sie verloren, so tappt er beständig im Dunkel unb muß stets auf Uebeiwaschungen gefaßt sein. Das Reutersche Büreau meldet vom 28. April aus M a f e k i n g' Die Buren begannen am 25. April em starkes Bombardement, das dazu bestimmt ist erneu Sturm auf die Verteidigungswerke der Stadt zu decken. Die Lffi- ziere der Buren versuchten vergebens, die Mannschaften ^lt sich sortzureisen. Diese weigerten sich unserem Feuer staudzubalten. Seitdem haben die Buren ossenbar ihre Geschütze bis auf zwei Fünfpfünder fortgeschafst. -tte Typhusepidemie nimmt ass Gestern wurde zum ersten Male Wurst aus Pferdefleisch bertei t In einem Artikel über die Ersolge d e s R o berts- schen Vorstoßes sagt die „Times", es werde keinem Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2LS monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelleu vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Piz- Bet Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Deutsches Reich- Berlin, 8. Mai. Das K a i s e r p a a r ist, wie man aus Kürzel telegraphiert, mit den jüngsten Kaiserlichen Kindern heute dort eingetroffen und vom kommandierenden General Grafen Häseler, sssem Bezirkspräsidenten, Freiherrn von Hammerstein, dem Bürgermeister und der evangelischen und katholischen Ortsgeistlichkeit empfangen worden. Am Bahnhof hatten der Kriegerverein, die Feuerwehr, Schulkinder und eine große Volksmenge Ausstellung genommen, welche die hohen Herrschaften durch lebhafte Zurufe begrüßten. Nach einer Viertelstunde erfolgte unter strömendem Regen die Weiterfahrt nach Ur Ville. k- Zu den weiteren Jagddispositionen des Kaisers wird gemeldet, daß der Monarch im letzten Drittel dieses Monats, wie alljährlich, auf Einladung des Fürsten zu Dohna einen Jagdausflug nach Prökelwitz in Ostpreußen unternehmen wird. Ten im Anschluß hieran geplanten Besuch seiner Besitzung Cadinen hat der Kaiser jedoch aufgegeben. _ — Der Kaiser erhielt zum Tage der Großjährigkeit des Kronprinzen auch Glückwunschtelegramme vom Großfürsten Wladimir von Rußland und von der Königin- Mutter Maria von Portugal. — Für unseren Kronprinzen und seine Bruder trat bereits am Morgen nach den Festtagen der Dienst wieder in seine Rechte. Die jüngeren Prinzen reisten noch in der Nacht nach Plön zurück. Kronprinz Friedrich Wil- Der Krieg in Südafrika. llpher den Rückzug der Buren von Brandsort nach Smaldeel ist auf dem Wege über Lourenzo Ätar- ques-Vigo-Emden ein Kabeltelegramm eingegangen, aus bem sich ergiebt, daß dort doch lebhaft gefochten worden iit Danach wurde Brandfort auf drei Seiten gleichzeitig von den Engländern angegriffen und schließlich genommen. Es ist jetzt in ihren Händen. Augenblicklich, heißt es m | ber Mewung, wird beiOsspruit gekämpft, wo die Buren unter General Delarey stehen. ' Eine Depesche Roberts vom Mai aus Smaldeel meldet: Die schottische Brigade halt Win bürg besetzt. Die Bahnstrecke zwischenBrandfort undSmal- deel ist stark beschädigt. Die Brücke über den Vetfluß ist unbrauchbar gemacht worden. , Aus Smaldeel wird vom 7. Mai berichtet: General L> u t t o n ist v o r g e r ückt und abends em Lager bei Wel- aeleqen aufgefolagen. Nach Leu -inMaufeuen Berichten beabsichtigen die Buren, beim Zandflnsfe energische» Widerstand zu leisten. Doch halt es schwer, die Burger zu sammeln. Roberts be uchte heute Hamilton. Weiter wird über London aus Th ab an chu berichtet, daß die Buren sich auf Ladybrand zurückgezogen haben General B r a b a n t mit der Kolonialdivision traf am Sonntag in Thabanchu em und hat sich Streitmacht verbunden. Es ist, so wird aus ^habaiichu vom 7. d. M. gemeldet, alles ruhig, vom Feinde ist nichts 5 hjz 6n 'N-nanl-ü7b ^ieen.4 ■------ Mimmer Süteu/uf '^lUDertnietai Prju üermietin ^ Vceuenioeg 9^ 1 vermieten. L11, ^inttijaii} «mit ober % les Himmn iu ttLwtg 60,jy liwmtt zu tm. ;au3 recht-, i Jr, mcr mit Ruft aj! Ünvmplatzt, Moll, nut bi7 rflerftiüge L f bnmtitn, tn 'u 1 bit NM. I Utatibtt. neu erbauten chSner, tzkchei »nn-hm. °°° ,u ber n°chm>..°gi m d°° (.fambcn «toemmbm Wumm« d>- »orm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher. ^W8"dte inneü,„ ffü •e®MI 3351 Kapitäns zur See Stnbenranch und Frei- Herr von Lynckcr wurden unter Ernennung zu Contre- Admiralen zur Disposition gestellt. Rndaet- fom-t f3" 0 nb^e 8 Vtgen t WJ« b » £9 über die Decknngssrage derF lottenv or(«8= b£ d-m Anträge BasMrnann w Gew ?°^tges°bt, d 120 Mark mit aroßer Mehrheit angenommen, e6e i eine^om Abg Dr Paasche vorgeschlagene Resolution den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage einen .Gefttz- entwurf vorzulegen, der eine Besteuerung der lande hergestellten Schaumweine einführt, u^d ßleichzettig einen Deklaratiomszwang für die mit künstlichem Zusatz von Kohlensäure hergestellten Schaumweine schafft, -luch der weitere Teil des Antrages Bassermann, wonach die ^wllerböhung auf £ifih:e und auf alle übrigen Branntweine 35 n nb 60 Mark betragen soll, wurde unverändert angenjommen. Bei der Beratung dAenigen Teiles des Antraaes der den Zoll aus ausländisches Bier und Meth von 4^ auf 6 Mark erhöhen will, wird die Zollerhohung für Bier mit 13 gegen 9 Stimmen angenommen, und der beantragt Zoll für Schwefeläther nach kurzer Debatte ebenfalls genehmigt. Damit ist der ganze Antrag ss mann erledigt Morgen steht in der Kommission der Nachttagsetat auf der Taaesorpnung, sowie die ^sp^chung I der Besteuerung der Kompensationsgeschäfte der Banken. Die zweite Lesung der Flottenvorlage durfte m der Kommission voraussichtlich am Freitag beginnen. I _ Die heute Nachmittag zusammengetretene Sub- kommissiou macht hinsichtlich ber ®^uer^ I Kompensationsgeschäfte folgenden Vorschlag. I Kommissionsgeschäften der Kommissionär als Selbst Kon tral^nt ein, so ist, insoweit er am gleichen Tage nut I anderen Kommittenten ein Geschäft über ^/tte der nam- I liehen Gattnng in umgekehrter Richtung als Se^sssKon trahent abgeschlossen hat, für jedes der beiden Geschäfte I die Abgabe int eineinhalbfachen Betrage des tarifmäßig n Satzes zu entrichten. Jeder Kommissionär hat em Borsen- I buch zu führen, worin die ihm erteilten Kommissions-Auft trcige imb die Art ihrer Ausführung ersichtlich zu machen I sind. Die näheren Vorschriften über die Cnnrichtung und Führung der Börsenbücher trifft der Bundesrat. I - Die Aeltesten der Berliner K5ufma.nn- schaft haben heute dem Reichstage eine Emgabe überreicht, in der um Ablehnung der vom Abg.^Mutter- I Fulda beantragten Erhöhung der Dors en steuer I aebeten wird. Den Handelskammern der anderen deutschien I Börsenplätze ist die Unterstützung der Eingabeanheim- I gestellt worden, wozu sich einige schon im Bosaus bereit I erklärt haben. Der Reichskanzler, der Staatssekretär des I Reichsschatzamtes und der preußische ^anz-und Handelsminister sind um Berücksichtigimg der Eingabe bei der I Beschlußfassung der verbündeten Regierungen gebeten I worden. t «v I _ ueber die Einbringung der neuen Kanalvorlage berichtet heute die „Krenzztg.", daß nach Lage der Dinge in kurzer Frist eine Beschlumuisung des etaato» miniiteriurns über den Termin der Embringung n I ctj t zu erwarten ist. Da aber die Geschststslage des ^"dtages es wahrscheinlich mache, daß sarntllck^^ letzt noch vor liegendes Material bis Pilngsten oder kurz nach। W*' aufgearbeitet sein wird, so erscheine 'm höchsten Grave unwahrscheinlich, daß die neue Kanalvorlage d m preuß Landtage noch in dieser Tagung werde zugel^ ko,» finbet bei gutem tz bei 3355 Ml vömptt, r unb SJelorateur. Nfto 8321 Mplslbieineiei, iöeflN svil jscbcben ia wW: ff ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaateu. Der Inhaber eines Juweliergeschäftes in Hanau, Karl Craß, beging Selbstmord durch Erhängen. Mißliche Vermögensverhältnisse bilden die Ursache der That. — Eine 20jährige Dienstmagd aus Oberrodenbach wurde in Kastel als Kindesmörderin verhaftet. Am Sonntagvormittag kam ein Mvnn aus Lampertheim auf die Polizeiverwaltung in Kastel und srug nach einem Pflegekind, zu dessen Vormund er gerichtlich ernannt worden sei. Als man ihm bedeutete, daß das befragte Kind nicht dort in Pflege untergebracht sei, gab der Mann an, daß das ihn begleitende Mädchen, ein aus Oberrodenbach gebürtiges Dienstmädchen, die Mutter des Kindes sei. Angegangen, darüber Auskunft zu geben, bei wem ihr Kind in Pflege sei, erwiderte die Mutter stotternd, sie wisse nicht den Namen der Pflegeeltern. Ihr ganzes Betragen war derart aufgeregt und verdächtig, daß ihr direkt gesagt wurde, sie habe dem Kinde ein Leid angethan. In die Enge getrieben, gestand die unnatürliche Mutter endlich, daß sie das Kind am 27. Februar bei Kelsterbach in den Main geworfen habe. Sie wurde sofort verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis nach Mainz verbracht. — In Ober- Saulheim sollte gestern mittag Frau F. beerdigt werden. Viele OrtSeinwohner waren am Sterbehause erschienen, um der Verstorbenen die letzte Ehre zu geben, und eben wollte sich der Leichenzug in Bewegung setzen, als Herr Bürgermeister Weber erschien und mitteilte, daß nach einer soeben eingetroffenen Verfügung die Beerdigung zu unterbleiben habe. Morgen werde Sektion der Leiche statt- finden. Aus derselben Familie war vorgestern ein neunzehnjähriges Mädchen beerdigt worden. Die Frau stand in mittlerem Alter und war geistig nicht normal. — Ein schwerer Unglücksfall auf der Jagd hat sich vorgestern I utknt „Großherzog" am Feldzuge teilgenommen, I ?lso auf französischem Boden gekämpft haben, und somit I 101 Besitz der Kriegsdenkmünze für Kombattanten I sind, eingeladen sind, und an der Parade und dem Fest- I essen teilnehmen können. Einzige Ausnahme bilden die I geladenen Söhne Gießens. Dagegen müffen die Inhaber I der Kriegsdenkmünze für Nichtkombattanten, auf die I sich also die Einladung keineswegs erstreckt, unbedingt aus den I Kompagnien der Kombattanten ausgeschlossen werden. I Diese Maßregel muß streng innegehalten werden, für die I vor allem der Platzmangel sowohl auf dem Denkmalsplatze, I als auch auf dem Paradeplatze und in den Festlokalen I maßgebend gewesen ist. Ferner werden die Nicht-Kom- I battanten es durchaus nicht als eine Zurücksetzung empfinden, I wenn sie sich klar machen, daß die Denkmalsenthüllung I und die damit verbundenen Feierlichkeiten keineswegs ein I allgemeines Kriegerfest, sondern eine Ehrung der I sm Feldzuge 1870/71 gefallenen Kameraden seitens der I überlebenden Kameraden ist, die Seite an Seite gekämpft haben. Und wenn dann nachher bei dem gemütlichen Bei- I sammensein gemeinsame Kriegserlebnisse ausgetauscht werden, I f° können die Nichtkombattanten, die, natürlich unfreiwillig, I -bei Muttern" geblieben sind, doch nicht mitreden. Einen deutlichen Beweis, daß die Feier lediglich einen geschlossenen I Charakter trägt, giebt ja schon die stille Vorfeier, die heute I Abend an den Gräbern der gefallenen Krieger stattfinden wird. I Um V27 Uhr begeben sich die hiesigen und schon ein» I getroffenen auswärtigen Veteranen, sowie der Festausschuß I und Vertreter der Stadt zum Friedhof. Pfarrer Dr. Grein I wird die Gedächnisrede halten. Die Gräber sind einfach, I aber würdig geschmückt. An den Gräbern des Generals I Hofmann, des Obersten Kraus, des Hauptmanns Heydacker, I des Oberleutnants Kißner und des Leutnants der Reserve i I Gail werden Kränze niedergelegt, die von den Offizieren ! des vormaligen 2. Gr. Hess. Inf. Rgts. gewidmet sind. I — Nach der Gedächtnisfeier findet aus dem Felsenkeller eine zwanglose gesellige Bereinigung der bereits eingetroffenen Veteranen und der Mitglieder der „Vereinigung Gießener Militärvereine" statt. Morgen früh 88/4 Uhr erfolgt die Sammlung der Veteranen am Bahnhofe, von wo aus sie mit Musik nach den Plätzen geführt werden, die sie bei der Spalierbildung einnehmen. I Die Studentenschaft der Landes-Universität wird dem Landesherrn, ihrem Rector magnificentissimus, bei I seiner Anwesenheit in unserer Stadt an dem neuen physikalischen und physikalisch-chemischen Institute ihre Huldigungen I darbringen. Sie versammelt sich in corpore und nimmt I längs der Neubauten Stellung in der Stephan- und der Goethe st raße. Am Eingänge zum physikalischen In- I Mute stehen unter dem Universitätsbanner die Ersten Chargierten der einzelnen Korporationen. Die übrigen I Chargierten entfalten ihren Fahnenschmuck von ihren Ver- I bindungen. So sollen Seiner Königlichen Hoheit dem I Großherzog die Gefühle der Verehrung und der Dank- I darkeit entgegengebracht werden, denen der Rektor Pro- I fessor Dr. Netto in einem Hoch auf den erhabenen Pro- I tektor der Alma mater Ludoviciana Ausdruck geben wird. I ein Denkmal für die im Kriege gefallenen Söhne Gießens besitzen wir bereits seit Jahren! Es mag nicht jedem bekannt sein, daß im botanischen Garten ein | Denkmal den im Kriege gefallenen Söhnen der Landes- I Universität errichtet ist. Es trägt die Namen: Wilhelm Kullmann, Georg Friedrich Klink, Ernst Weckerling. Zur Feier der Einweihung des Krieger- I denkmals aus dem Marktplatz ist auch dieser Gedenkstein gemeinsam von der Universität und vom Veteranen Verein I mit frischem Grün geschmückt worden. abend in den Waldungen am Knüllgebirge ereignet. Der Gutsbesitzer Heußner aus Grebenhagen bei Schwarzenborn war auf den Anstand gegangen, als der- selge beim Verlassen des Platzes in der Dunkelheit über eine Wurzel stolperte und zu Boden fiel. Dabei entlud sich das Jagdgewehr, und das Geschoß drang Herrn Heußner in die Seite. Der Zustand des Verletzten ist bedenklich. — Die jüngst gebrachte Mitteilurg von der Uebersiedelung des Herrn Geh. Regierungsrat Haas von Offenbach nach Darmstadt, welche inzwischen nochmals von andrer- Seite bestätigt wurde, entbehrt, nach Mitteilung des Be teiligten, der Begründung. Anstand. Brüssel, 8. Mai. Das „Amtsblatt" veröffentlicht eine Verfügung, durch die beide Kammern aufgelöst und die Neuwahlen auf den 27. Mai festgesetzt werden. Madrid, 8. Mai. In Barzelona dauern die Unruhen fort. Der Rektor der dortigen Hochschule beschloß nach vergeblichen Bemühungen, die Studenten zu beschwichtigen die Schließung der Universität. Die kata- lonische Bewegung nimmt einen beruhigenden Wien, 8. Mai. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses brachte die Regierung das Sprachengesetz em. Ministerpräsident v. Körber hielt eine Rede, in der er die Grundzüge der Sprachengesetze, sowie die Stellung der verschiedenen Parteien des Hauses zu den einzelnen Punkten desselben skizzierte und mit warmen Worten an die Mäßigung und Friedensliebe der Parteien appellierte. Weiterhin erklärte der Ministerpräsident von Korber, daß selbst im Falle der Nichtannahme des Sprachengesetzes die Regierung das Verfassungsleben aufrecht erhalten werde. Von den ihr zu Gebote stehenden Vollmachten werde sie nur jenen Gebrauch machen, den die Erhaltung und die Verwaltung des Staates erfordert. , Nach Ansicht v. Körber ist selbst der angefochtenfte Kon- । mtutlonalismus noch immer wertvoller als die Rückkehr zn । irgend einer Form einer Gesetzgebung, welche die Völker von j mer Mitwirkung ausfchließt und alle Kräfte zersplittert. Bei der zweiten namentlichen Abstimmung entstand auf der Metten Gallerie ein großer Tumult. Auf dieser Gallerte waren 300 Mitglieder des deutsch-österreichischen Gewerbebundes, die im Hause wegen Erledigung der Gewerbenovelle vorsprachen. Der Ruf: „Heraus mit Paragraph 59 und 60 des Gewerbegesetzes?" gab das Signal I zu einem großen Skandal. Die Gallerie schrie: „Pfui, I ihr Czechen, schämt euch! Bagage! Volksbe-! trüger!" u. dgl. Man sah Fäuste ballen gegen! die Czechen. Der Präsident verfügt die Räumung der | Gallerie. Der Tumult wird immer ärger: es wird auch | gepfiffen. Man hört.Rufe: „Ihr czechischen Diebe! Ihr stehlt täglich 10 fl.! Volksverräter!« Viele! Besucher leisten bei der Räumung Widerstand und die I Diener zerren einzelne Personen mit Gewalt heraus. Unten im Saale geraten die Jungczechen mit den | Christlich - sozialen hart aneinander. Wolf ! schreit zu den Czechen: „In Prag habt ihr die Gallerten mtt dem ärgsten Gesindel gespickt; hier wird auf der | Gallene die Volksmeinung laut!" Nach acht namentlichen j Abstimmungen wurde die Sitzung geschlossen. Sechzig | Czechen besorgen die Obstruktion ohne jede Beihilfe. j Bukarest, 8. Mai. In Braila wurde der Kaufmann | SteUan Stefanovici angeblich auf Anstiften der bulgarisch-mazedonischen Revolutionäre meuchlinas er- ! mordet. I Zur Deukmalseuthüüuug. I _ . .... Gieße», 9. 3Jiai 1900. Seme Königliche Hoheit der Großherzog wird nicht, | tote ursprünglich beabsichtigt, mit dem fahrplanmäßigen Zuge 9 * hier eintreffen, sondern 10 Minuten später mit einem Sonderzuge. Bereits um 8 Uhr 25 Minute» w"d er, neuesten Meldungen zufolge, abreiseu. Von den Ehrengästen für den morgenden Festtag treffen im taufe fces heutigen Tages hier ein, und werden "Großherzog von Hessen" absteigen: Exellenz ^"dequist, Kommandeur des 18. Armee. «Utna.nt Scholz, Chef des General- 8t,moec,0t*,e- Adjutant Major Hildebrand; (SfeUenj General-Leutnant v. Perbandt ^nmmnnhpnr HeMchen Division, General-Major v/Ploetz Bri- ! gade-Kommandeur, Ad;utant Oberleutnant Graf v Schulenburg-Wolfsburg. 1 vumiui- Veteranen. Obgleich in der an die Veteranen ergangenen Einladung ausdrücklich heroorgehoben ist daß diese ungiltig sei, falls sie irrtümlich an Kameraden gekommen sei, die bei dem Ersatzbataillon gestanden haben find doch noch immer Wünsche bezw. Beschwerden ein- I gelaufen, weshalb an diesen oder jenen keine Einladung ergangen fei. Wir machen zur Vermeidung von Weiterungen »nd Unannehmlichkeiten nochmals darauf aufmerksam, daß nur Veteranen, die im mobilen Insanterie-Regi. | I Verbandes kostenlose Bergung und Uebersührunt ihrer Familien angeboten wer? I 1 ’m 2" auf ettnge Zeiten em Requiem am 17 Avril ii der Rochuskirche zu stiften; 3. ein nod) näher \u beftiir! tuendes Gedenkzeichen, wahrscheinlich auf dem Rochusber^ | U errichten; 4. für standesgemäße Erziehuna der drc'i Binder des ertrunkenen Weinhändlerpaares ^Erb^ in Winkel zu sorgen. Bon dem Erfolg der Sammlungen wird es ab. hangen ob alle diese Zwecke erreicht -werden könner I Jedenfalls wurden dazu sehr bedeutende Summen prfn-r- I derlich sein. 1 Dillenburg, 8. Mai. Der hiesige Magistrat bet | namens der Stadt zur Großjährigkeits-Erklärung des Kron- | Prinzen ein Glückwunsch-Telegramm an den Kaiser gerichtet. Darauf ist folgendes Antwort-Telegramm einar- | laufen: Se. Maj. der Kaiser und König lassen der bortiqeit I Stadt für die freundlichen Segenswünsche bestens danken Auf Allerhöchsten Befehl: v. LucanuS, Geh. Kabinettsrat. ” I Ms. Kassel, 8. Mai. (Großfeuer — Wolken, I bruch — Verkehrsstockung.) Nachdem gestern und I heute in hiesiger Gegend eine erdrückende Schwüle I herrscht, entlud sich heute nachmittag von 2 bis 5 Uhr ein | furchtbares Unwetter über Kassel und Umgegend, welches I nicht nur von ungewöhnlicher Tauer, sondern auch seltener : I Heftigkeit war. Neben ungewöhnlich vielen Blitzeinschläqen I siel ein starker Hagelschlag von TaubeneLer-Größe und ruh, I tete mit den wolkenLlruchartigen Regengüssen großen Scha- I R£?LaTl* Blitz schlug ein und zündete in mehreren I Fällen. Um 2 Uhr 15 Min. fuhr aus dem dicht ijerunte» Hängendei, düsteren Gewölk zweimal ein Blitzstrahl in bic aufgestapelten Holz- und Dielen-Vorräte der Firma Leister in der Leipziger Straße gegenüber der Siecherchof-Kapelle Das ausgetrocknete Holz brannte wie Zunder, im Moment standen die sämtlichen, mit Dachpappe bedeckten Schuppen und Hallen mitsamt den angrenzenden Vorräten und Bretterstößen in hellen Flaminen, der weite Lagerplatz ein einziges Flammenmeer, aus dem haushoch die Feuergarbcn zum Himmel emporloderten, die Bevölkerung aller Stadtteile alarmierend! Eine intensive Glut herrschte, sodaß l man sich nicht nähern konnte; man bedenke nur, daß für ca 100000 Mark Holz und Bretter brarimten. Noch ehe die städtische Feuerwehr am Platze war, standen zwei neu erbaute, massive fünfstöckige Wohnhäuser, welche mit der Hinterfront an den Lagerplatz anstoßen, ebenfalls in Brand. Die Bewohner der oberen Stockwerke hatten kaumi Zeit, das nackte Leben zu retten, da die Fenster von der I Hitze zertrümmert wurden und die Treppenhäuser brannten. Den übermenschlichen Anstrengungen der Feuerwehren gelang es schließlich, ein Weiterumsichgreifen zu hindern. Von den beiden Häusern sind die oberen Stockwerke abgebrannt, der andere Teil ist ausgebrannt. Mehrere der Abgebrannten haben leider nicht versichert. — Das Unwetter hat auch in der Provinz großen Schaden gethau. So sind durch den Wolkenbruch die Fulda, Eder und die Schwalm nebst Zuflüssen aus den Ufern getreten und haben die Niederungen überschwemmt. Der Bahnhof Grifte steht vollständig unter Wasser, ebenso der Bahtthamm der Main- Weser-Bahn eine lange Strecke; ein neu angelegtes drittes । Geleise wurde völlig weggewaschen, wie telephonisch gemeldet wird. Der Bahnverkehr von Frankfurt über Kassel nach Hannover-Hamburg bezw. Berlin-Köln und umgekehrt ist total unterbrochen. Auch auf der Bahnlinie nach Thüringen via Bebra stockt der Verkehr gänzlich, weil im . Tunnel bei Guxhagen infolge des Hochwassers ein Personenzug festfitzt. Dadurch ist nicht nur auch auf der zweiten Verbindungslinie der Bahuverkehr mit Süddeutschland, sondern auch zwischen Ost- und Westdeutschland bis auf weiteres unterbrochen. Aus Stadt und Land. ** Nach Paris. Der Staatssekretär des Reichs-Postamts, von Podbielski, hat u. a. den Postkassierer Stroh in Gießen dazu bestimmt, in dienstlichem Interesse die Weltausstellung in Paris zu besuchen. Beerfelden, 7. Mai. Heute früh verschied hier der Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher Wilhelm Friedrich Seip, Mitglied des Provinzialausschusses und des Kreistags. Es sind 14 Jahre, daß er Bürgermeister war. — Reallehrer Kahl, früher in Wimpfen und jetzt Darmstadt, ist von der Kandidatur für den Starkenburger Landtagswahlkreis zurückgetreten. Von einem „Zurücktreten" kann aber eigentlich keine Rede sein, denn Herr Wilh. Heinrich B reim er II. Brauereibesitzer in Beerfelden, hat sich bereit erklärt, die Kandidatur des durch den Tod seines Vaters erledigten Landtagsmandats anzunehmen. Bingen, 8. Mai. Dieser Tage wurden bekanntlich zu Winkel a. Rhein die beiden Eheleute Weinhändler Erb, die am 17. April im Rheine ertrunken sind, feierlich beerdigt. Es dürste wenig bekannt sein, daß diese schreckliche Stunde ihre drei Kinder zu armen Waisen machte, drei prächtige wohlerzogene Kinder, acht-, sechs- und noch nicht zweijährig, die nun ganz mittellos sind. Für das sechsjährige kleine Mädchen haben sich bereits edle Adoptiveltern gesunden, für die beiden Jungen, besonders den ältesten, steht diese Frage noch aus. Welch schöne Gelegen- 1 heit wäre dies für ein kinderloses gutgestelltes Ehepaar, 1 den armen Kleinen Heimat und Elternliebe zurückzugeben I und sie zu tüchtigen Menschen zu erziehen! Wir bemerken I bei dieser Gelegenheit, daß sieben rheinische Philisterzirkel des Verbandes der katholischen Studentenvereine Deutsche lands sich dieser Tage in einem warmen Aufruf zu Sammlungen an die sämtlichen Verbandsphilister gewendet haben. Als nächste Ehrenpflicht wird hier bezeickinet, „für die Ueberführung der Abgeschiedenen in die Heimat zu den ihrigen zu sorgen". Der Kölner Philisterzirkel hat sofort einen größeren Betrag als erste Rate überwiesen. Die hier anmeItenau§ Frankfurt, Mainz und der Umgegend haben beschlossen: 1. Ten Angehörigen sämtlicher ertrunkener Kommersteilnehmer soll als Ehren- | sich der Aus schuß der preußischen Aerztekam-- mern. Ter „Bert. Aerzte^Korr." zufolge wurde bei den einschlägigen Verhandlungen der Hauptantrag, daß das Zeugniß der Reise eines humanistischen Gymnasiums auch fernerhin alleinige Vorbedingung der Zulassung zu den ärztlichen Prüfungen bleiben solle, mit 6 gegen 5 Stimmen abgelehnt. — Die bayrische Regierung wird gegen die Erhöhung der Besteuerung der Lotterielose stimmen, und zwar mit Rücksicht auf die Kirchenbaulose und die Lotterien der Pferdezuchtvereine. Bonn, 8. Mai. Die T0 r ped 0 fl0ttille traf unter strömendem Regen gegen 11 Uhr hier ein, empfangen von jubelnden Zurufen einer vieltausendköpfigen MenscKn- menge und überaus herzlich begrüßt von den staatlichen und städtischen Vertretern. Die Boote gingen an der ersten Fährgasse vor Anker. Heute abend findet ein großes Festmahl in der Lesegesellschaft statt. Morgen früh erfolgt die Wetterfahrt nach Königswinter. Blankenburg i. Thür., 8. Mai. Tie Königin Wilhelmineder Niederlande und die K ö n t g i n - Mutter Emma sind heute nachmittag hier eingetroffen. ls.ruhe, 9. Mai. (Reichstagswähl im Wahlfreis Kehl-Offenburg.) Im Amt Offenburg erhielt Schuler (Zentr.) 5859, Reinhard (ntL) 1533, Geiß ^Soz.) 769 (Stimmen, ,im Amt Oberkirch: Schüler 1276 Reinhard 846, Geiß 44, im Amt Kehl: Schüler etwa 200, Reinhard 4000, Geiß 44. Es ist Stichwahl erforderlich, Da nach einer Meldung Schüler hinter der absoluten Ma- Iontat mit etwa 70 Stimmen zurückgeblieben ist. «tibi ... *■ 8tr W Archüolo; 1 FuhrkA # gii SE » hinterließ dortigen Gottes^ Synagog Platz,»ft W* dis of1 mit b»' ieiibi* ’«E mancher Bc $ wäre w reicht den gescßl auchden. erhalten W 'M Lestlvbah Ortschaften del GM v gewaltigen heulend bi' Einwohners um Schnß voulBesuvo! zu befürchte eingestel * lief die römisch sich beim S „bis zum Aber teinei jeder wollt' und Instrr wenitzer a' tytüW kussion sc das Tue! nidjt um< 28affe b 1 Kilograti 3) Ausge Ilnterlei des Tuells tragen. Kampfes m Sieger die die Begrab 1 'Der Man schrei AMegan Man hat X unter dem leger zu ke ieitgenomn ^abeit, lieg nur so titel bekannt gen Gesindel in daß er in d stöhnte. A klang, daß betraten AuberM« Wigen > er wußte war, also zusammer stattlich oi war iibric ihn schwer gewesen 1 Haftungen SOlit 1 u $ Ä: 's», Vermischtes. * Ein eigenartiges Vermächtnis machte ein katholischer Bürger von Kyllburg (Eifel), der dieser Tage starb. Er hinterließ sein Besitztum im Werte von 50 000 Mk. der dortigen jüdischen Gemeinde, die bisher noch kein Gotteshaus besitzt, mit der Bestimmung, daß dort eine Synagoge errichtet werde, anderenfalls die Gemeinde den Platz erst nach 50 Jahren veräußern darf. * Schutz dem Edelweiß. Anläßlich der herannahenden Touristen und Reisesaison hat das Präsidium des österreichischen Touristen klubs an den niederösterreichischen Landtag eine Eingabe gerichtet, womit der Landtag ersucht wird, im Einvernehmen mit den Landtagen von Tirol, Kärnten, Steiermark rc. ein Gesetz zum Schutze der edelsten Blume der Berge, des Edelweißes, zu schaffen lu'nd so dem Vandalismus, mit dem von seiten mancher Bauern die Pflanze ausgerottet wird, zu begegnens Es wäre wünschenswert, wenn der De u t s ch e u. O e st e r- reichische Alpenverein einen ähnlichen Schritt bei den gesetzgebenden Körperschaften machen würde, damit auch den bayerischen Bergen diese herrliche Alpenblume erhalten bkeiot. » Ausbruch des Vesuvs. Die obere Station der Desuvbahn ist schwer beschädigt. Die Bewohner der Ortschaften am Vesuv sind voller Aufregung. In Torre del Greco verließ die Bevölkerung, erschreckt von dem gewaltigen Getöse des ersten Ausbruches, schreiend und heulend die Häuser. Auf dem Marktplatz liegt die ganze Einwohnerschaft vor der Madonna auf den Knieen und fleht um Schutz vor der drohenden Gefahr. Professor Tascone vom Vesuvobservatorium erklärt, vorläufig sei nichts schlimmes zu befürchten. Der Betrieb der Drahtseilbahn ist e i n g e st e l l t. * lieber ein eigenartiges Duell berichtet die römische „Tribuna". Zwei Herren in Piorano lyatten sich beim Kartenspiel verfeindet und sich zum Zweikampf „bis zum letzten Blutstropfen" herausgefordert. Aber keiner von beiden konnte fechten oder schießen und jeder wollte sich nach seiner Art mit den seltsamsten Waffen und Instrumenten schlagen. Schließlich mischten sich nicht weniger als vier Advokaten ein, die eigens aus Camerino herübergekmnmen waren und nach langer, hitziger Diskussion folgendes festsetzten: 1) Die Ehre ist verletzt und das Duell muß stattfinden, aber nur bis zum ersteu Blutstropfen. 2) Da die Gegner mit anderen Waffen nicht umzugehen wissen, wird, nach ländlicher Art, als Waffe der Stock gewählt, der 95 Zentimeter lang und 1 Kilogramm schwer sein muß, aber nicht spitz sein darf. 3) Ausgeschlossen sind Schläge gegenKopfund Unterleib. 4) Im Falle eines tätlichen AusgasnigeH des Duells Muß der Sieger die Beg räbniskosten tragen, lieber den Ausgang des männermordenden Kampfes war nichts zu erfahren, wir hoffens jedoch, daßhem Sieger die Freude am Siege nicht durch die Rechnung über die Begräbniskosten getrübt wurde. . * Der Brand der Kirche von Aubervillers. Man schreibt aus Paris: Die Untersuchung über die Brandlegung in der Arche von Aubervillers bei Paris hat ein ganz unerwartetes Ergebnis zu Tage gefördert. Man hat den Küster der Kirche, den 35jährigen Kosck)er, unter dem dringenden Verdachte festgenommen, die Brand- leger zu kennen, und an dem Verbrechen direkt oder indirekt teilqenommen zu haben. Die Motive, die Koscher geleitet haben, liegen noch nicht ganz klar zu Tage. Man weiß nur so viel — das war bereits gleich nach dem Brande bekannt gewesen daß dieser Musterküster alles mögliche Gesindel in die Kirche während der Nacht hmemließ, und daß er in dieser Gesellschaft allen möglichen Vergnügungen fröfjnte Andererseits findet aber auch die Meinung Anklang, daß Koscher mit dieser Brandlegung ober mit ber Begünstigung derselben ein gottgefällige s W e r k zu verrichten glaubte, da der Pfarrer und die Vikare von Aubervillers sich in seiner Gegenwart oft über den baufälligen Zulland des Gotteshauses beklagt hatten, und da er wußte, daß die Kirche für 600 000 Francs versichert war also für eine Summe, die mit den frommen Spenden zusammen sicher ausgereicht haben würde, sie neu und stattlich aus pen Trümmern wieder erstehen zu lassen. Er war übrigens auf seine Verhaftung angesichts der letzten ibn schwer kkdlastenden Ermittelungen der Behörden gefaßt gewesen und ließ sich ruhig abführen. Andere Verhaftungen stehen bevor. Universität und Aschschule. — Berufe«! Der a.°o. Profeffor für Kirchengeschichte und christliche Archäologie, vr. Ficker, an die Universität Basel. - Professor Grübler, Privatdozent an der technischen Hochschule zu Charlotten- burg, als o. Profeffor für technische Mechanik an die technische Hochschule zu Dresden. — Verschiedenes! Man schreibt aus Gießen: Die bisherigen Neueinschreibungen Studierender laffen eine abermalige wesentliche Steigerung der Frequenz erwarten, etwa auf 900. Es finden noch zwei ordentliche Immatrikulationen statt. — An der Universität Rostock ist der bisherige a.-o. Profeffor der Rechte Heinrich Geffcken zum o. Profeffor befördert worden. — Dr. Wilhelm Zinn, Privat- dozent an der Universität Berlin und Assistent an der medizinischen Charitäklmik unter Profeffor Gebhardt, ist zum leitenden Arzte der inneren Abteilung des Berliner Krankenhauses Bethanien erwählt worden. — Die o. Profeffur für Ornamententwerfen an der Dresdener Hochschule wurde dem bisherigen Profeffor an der Kunstakademie und Kunst, gewerbeschule zu Leipzig, Wilhelm Weichardt übertragen. — Aus Göttingen schreibt man: Ein Angehöriger der Universität, der nicht genannt sein will, hat der Gesellschaft der Wiffenschaften 10,000 Mark zur Förderung ihrer Zwecke geschenkt. Die Summe soll für die von Profeffor Kehr geleiteten Forschungen über Papst-Urkunden verwandt werden. — Der von der Holtzendorff-Stistung ausgeschriebene Prei von 1600 Mk. für die beste Arbeit über das Thema: „Anwendungsgebiet und rationelle Gestaltung der Privatklage" ist, wie die Deutsche Juristenzeitung mitteilt, vom geschäftsführenden Ausschuß auf Grund der Gutachten der Schiedsrichter einer von dem Rechtsanwälte vr. Thierfch in Leipzig eingereichten Arbeit zuerkannt worden. Jagd un) Spsck. Sportplatz an der Hardt. Zu den am nächsten Sonntag stattfindenden großen Frühjahrs-Rad-Rennen haben den Ehrenvorsitz übernommen die Herren: Professor Dr. Netto, Rektor der Universität, Provinzialdirektor v. Bechtold, Landgerichtspräsident Kull- mann, Regimentskommandeur Oberst v. Dewitz, Oberbürgermeister Gnauth, Polizeiamtmann Hechler und der Ehrenvorsitzende des Gauverbandes 9, Herr Robert Seiffermann. Die Anmeldungen der Fahrer sind äußerst zahlreich eingelaufen. Gerichtssaal. e. Gieße«, 7. Mai 1900. Strafkammer. Die heutige Strafkammer verurteilte den wegen Betrugs vorbestraften Provisionsreisenden Adolf Richard Hühner aus Oberschöna in Sachsen, wegen einer gleichen Strafthat zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten, unter teilweiser Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft, sprach ihn dagegen von dem Delikte der Urkundenfälschung frei. Der Angeklagte hatte im Juli v. I. an den damals auf dem Hofgute in Griedel in Diensten stehenden Viehschweizer Berlinger, den er bereits früher mit einem ähnlichen Musikinstrumente beglückt hatte, eine Klavierzither abgesetzt und bei dieser Gelegenheit den vereinbarten Kaufpreis in Höhe von 24 Mk. vollständig einkassiert, obgleich er, nach den Bedingungen des Kaufvertrags, nur zur Einziehung einer Abschlagszahlung von 3 bis 5 Mk. als Provision berechtigt war. Das eine Exemplar des Kaufvertrags Formulars hatte der Angeklagte ohne vorhergehende Ausfüllung desselben von dem Käufer unterschreiben lassen und die Vollziehung desselben dahin bewerkstelligt, daß die Lieferungsfirma daraus die Ueberzeugung gewinnen mußte, daß nur eine Ratenzahlung von 6 Mk. geleistet worden fei. Dieselbe übersandte dann auch das Kaufobjekt gegen Nachnahme des Restbetrages von 18 Mk. an den Besteller und dieser löste auch, um nicht noch mehr geschädigt zu werden, die betr. Sendung ein Hierdurch wurde er um den genannten Betrag von dem ungetreuen Reisenden geschädigt, der noch mehrere ähnliche Schwindeleien auf dem Kerbholz hat. — Ferner erhält der im 16. Lebensjahre stehende, wegen Diebstahls vorbestrafte Dienstknecht Karl Planz aus Arnshain, wegen Notzuchtversuchs, worüber hinter verschlossenen Thüren verhandelt wurde, eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. — Es wird alsdann über zwei verschiedene Strafsachen, welche indes im Zusammenhänge stehen, nach Beschluß des Gerichts, gemeinschaftlich verhandelt. Im ersteren Fall wird dem Angeklagten R., der früher das Amt eines Bürgermeisters von Wallernhausen bekleidete, Nötigung zur Last gelegt. — Weiter wird ber Angeklagte der Anstiftung zum Vergehen im Amte beschuldigt, dadurch begangen, daß er den Beigeordneten, sowie den Polizeidiener von Wallernhausen zur Vornahme einer falschen Beurkundung beredete. Da indes das Gericht die Urberzeugung nicht gewinnen konnte, daß.für diese Strafthaten ein genügender Beweis erbracht sei, werden sämtliche Angeklagte — denn auch ber Beigeordnete und der Polizeidiener hatten sich wegen des ihnen zur Last gelegten Vergehens zu verantworten — freigesprochen. Schöffengericht. Wegen Körperverletzung erhält ein hiesiger, beim letzten Rekrutierungsgeschöst beteiligter Bursche, unter Zubilligung mildernder Umstände, eine Geldstrafe von 1b Mark, weil er einen seiner Genoffen, von dem er glaubte beleidigt zu sein, mit seinem Stocke einen Schlag über den Kopf und einen solchen oberhalb des Auges versetzte. Sprechstunde« der Redaktion des Gießener Anzeigers täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 6—7 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplaneigaffe aus. Familien-Nachrichten. Geburten! Dem Herrn Dr. Frenzel in Friedberg eine Tochter. Verlobter Fräulein Elsa Hänisch mit Herrn Karl Schöler, Wetzlar. Gestorben! Frau Christine Kloos Wwe geb Raupp, in Wetzlar. — Frau Henriette Barckhardt in Wetzlar. — Herr Johann Merk in Wetzlar. — Herr Alexander Boh sen. in Hanau- — Frau Wilhelmine Henkel, geb. Theiß in Hanau. — Herr Karl Andreß in Darmstadt. — Frau Rosine Creter, geb. Diehl, in Darmstadt. — Frau Mina Sommerfeld, geb. Dornberg, in Dornheim. — Frau Bertha Wundt, geb. Schweiß- guth, in Offenbach. — Herr Georg Büning in Offenbach. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 8. Mai. Wechsel auf New-York zu 4,21-22. Prämien auf Kredit per ult Mai 1.30 %, do. per ult. Juni 2.30%, Diskonto-Kommandit per ult. Mai 1.20%, do. per ult. Juni 1.95%, Lombarden per ult Mai 0.65 %, do. per ult. Juni 1.00%, Berliner Handelsges. per ult. Juni —. Notierungen: Kreditaktien 226.90-227.10, Diskonto- Kommandit 185.90-186.30-20-30, Staatsbahn 136.80, Gotthard 142.50, Lombarden 26.50-00.00, Ungar. Goldrente 97.40, Italiener 95 30, Bproz. Mexikaner 25.60, Oesterr. Coupons 84, Amerik. Coupons 4.18%, Privat-Diskont 4 %%. l%-2% Uhr: Kreditaktien 227.10-000.00-00, Diskonto-Kom- mandit 186.30-00-00.00, Staatsbahn 137.10-00-00, Lombarden 26.50 bis 00-00. Zwickau, 8. Mai. Von den Werksverwaltungen der Steinkohlen» reviere ist eine abermalige Erhöhung der Kohlenpreise in Aussicht genommen worden. Diese soll im berbst eintreten, und weitere zehn Prozent betragen Eine Erhöhung der Löhne findet nicht statt. Wöchentliche Uebersicht der Todesfälle in Gießen. 18. Woche vom 29. April bis 5. Mai 1900. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 800, inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 36,64%o, nach Abzug der Ortsfremden 23,06°/«. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.— ■15. Jahr: Altersschwäche 1 1 — — Lebensschwäche 1 (1) — 1 (1) — Lungenschwindsucht 2 (1) 2 (1) - — Lungenentzündung 3 (0) 3 (0) - — Lungenkatarrh 1 (1) 1 (1) — Influenza 1 1 — — Diphtheritis 1 — — 1 Gehirntuberkulose 1 — — — Magenkatarrh 1 — 1 — Krämpfen 1 — 1 — Krebs 1 (1) 1 (1) — Nierenkrankheit 2 (2) 2 (2) — Verunglückung___ 1 (1) 1 (1) ~ — Summa: 17 (6) 12 (5) 3 (!) 2 Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle m der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. e. 0M^ttXic^wnc^ nacA- SILaao in dienet aKitcfunpfat» 11 dm eKvt<£enpfal« 11. Neueste Meldungen. Karlsruhe, 9. Mai. Bei der gestrigen Reichstags- Ersatzwahl im Wahlkreise Offenburg-Kehl erhielten Schüler (Zentr.) 7351, Reinhardt (nl.) 6529 und Geis (Soz.) 906 Stimmen. Loudon, 9. Mai. Da man neue Revolten in Wei-hai-wei befurchtet, sind zahlreiche Marinetruppen nach den bedrohten Ortschaften gesandt worden. Antwerpen, 9. Mai. Gestern abend ist die Forcit» Dynamit-Fabrik von Herenthals in die Luft geflogen. Sämtliche umliegenden Gebände sind vom Erdboden verschwunden. Die Explosion wurde mehrere Meilen weit gehört. Die Zahl der Opfer ist noch nicht feftgestellt. Kurz nach der Explosion wurden vi'er Leichen aufgefunden. Die Ursache der Explosion ist noch unbekannt. Neapel, 9. Mai. Die Eruptionen des Vesuv dauern an. Gewaltige Explosionen im Innern des Berges begleitet von starken Detonationen schleudern Lavamassen und glühende Steine Hunderte von Metern in die Höhe. Bisher wurden vier mächtige Erdstöße verspürt. Die Bewohner bringen die Nächte auf den Straßen zu. Vier Engländer, die sich trotz aller Warnungen in die Ausbruchs Region begaben, wurden furchtbar verbrannt und sterbend nach hier transportiert. Wien, 9. Mai. Beim gestrigen Familiendiuer in Schönbrunn, das den Kaiser und seine Tochter vereinigte, fand die lang ersehnte und, wie behauptet wird, von Kaiser Wilhelm angebahnte Versöhnung statt. Baron See fried, der Gemahl der Prinzessin Elisabeth von Bayern, wurde zum ersten Male dem Familienkreise hinzugezogen. Er erschien an der Seite seiner Gemahlin. wwe) ^cxXqXcV Stoyy i. 5. 6. 2. 3. Bekanntmachung. Mittwoch den 30. Mai, nachmittags 3*/, Uhr, findet die ordentliche Geueral-Bersammluug der Gpar «ud Leihkasse Watzeudoru-Steinderg, Aktün-Gesellschaft, im Saale des Konrad Rühl zu Watzenborn statt. Tages-Ordnung: Berichterstattung, Vorlage der Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung über die Ergebnisse des Rechnungsjahres 1899 mit Bericht des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Beschluß über Festsetzung der Dividenden. Entlastung des Vo standes und des Auffichtsrates. Abänderung des Statuts. Wahl des Aufsichtsrats und Revifions-Kommlsswn. Vergebung von Aktien. Watzenborn, den 8 Mai 1900. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftrahe 3. . ««aedot der Nrbett«-Hmer! 1 gepr. Heizer, 1 tucht. MSbelfchremer, i Ctubr!necbt 1 Taglöhner, 1 Gartenarbeiter, 1 Buglerm in und außer dem Haufe. Nachfrage der «rbeltgederr 1 tüAt. Küfer, 1 Tapezierer, 1 Wagner, 1 Sckuhmacker, eine Anzahl Taglöhner, 2 LaufmSdchen, 1 Kindermädchen, 1 Dienst- inädcken, 1 Putzfrau. ---------------------------------------------------- 3428 Der Vorstand. WWWWW Die Vergebung der Lieferung van 6000 cbm Basaltlltinschlaa findet am 17. Mai d. I , vormittags 11 Vs Uhr, im Geschäftslokale der Unterzeicbneten statt. Angebotsformulare und Bedingungen sind zum Preise von 50 Pfg. daselbst er hültlich, auch können die letzteren eingesehen werden. Zuschlagsfrist 3 Wochen- Gießen, 7. Mai 1900. 3414 Großh. Eisenbahn-Betriebsinspektion 2. |i ni pich hi ml en Schellfische Kabeljau in la. feinster, blulfrischer Ware so« eben eingetroffen bei 528 A. & G. Wallenfels. Markt 21. — Fernspreck-Nr. 46. ZktzkarloMu.L^^ Näheres I. Hantel, Schloßgaffe 6. Kursbericht m J. Kurz A Co., Hießen, Kahvhosstraßk 63. Frankfurter Börse vom 8. Mai 1900. 3‘/3 Franks. Hyp.-Bk. unk. b. 1906 dto. 227.00 Darmst. Bk.-Actien Frkf. Hyp. Cred. B. unk. b. 1906 unk. b. 1907 Deutsche Grdsch.-B. unk. b. 1904 3 3 37» 4 4 Oesterr. Staatsbahn v. 1885 Jtal. staatsgar. Eisend. Dries 16.32 20.45 4.20 20 Franken-Et. Engl. Sovereign- Dollars in Gold Preuß. ConfolS Gr. Hessische Obl. Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 3 37, 4 4 Procent 31/, Deutsche ReichSanl. Abendcourset 000.00 I Oesterr. Credit-Actien 96.10 86.25 93.00 00.00 000.00 Procent 4% Oesterr. Silberrente 97.60 97.50 25.00 42.10 45.30 4 3 5 4 Ung. Gold-Rente Portugiesen Mexicaner amort. S. I-III Monopol-Griechen von 1887 83.85 4 Eisenb. Rentenb. Obl. 98.50 58.05 4 Buderus Obl. 00.00 93.90 4 Hambrgr.Hyp.Bk. unk. b. 1905 100.00 93.00 4 Preuß. Hyp. A. Bk. unk. b. 1900 99.30 100.00 4 Pomm.Hyp.A.Bk. unk. b. 1904 99.30 99.50 4 Frks. Ldw. Cred. Bk. unk. b. 1900 98.95 Neldsorte«! Geld Brief Geld 1 16.28 Franz. Banknoten 81.50 20.41 Oesterr. dto. 84.35 | 4.17 Americ. Arbeiterkleide Heuchelheim, den 8. Mai 1900. 02059 Die Beerdigung findet Donnerstag den 10. Mai, nachmittags 3 Uhr, statt. gesucht. 02057 Danksagung Heuchelheim. 3372 Im Namen der Hinterbliebenen: 3423 Der Vorstand 3427 Vereinsabzeichen anlegen. Der Vorstand. 3416 Neustadt 23. (Äcbön möbliertes Zimmer zu vermieten. 02054 Wolfstratze 14. 02021 noch angenommen. 3357 M. Levi, Schirmfabrik. 3415 I. A.: Fr. Helm Tiefenweg 17. 02026 verantwortlich für dm allgemeinen Teil: P. Wlttker für btn «nreigmteil: Hans «eck. — Druck und Berla, der «rühl'fch.n UntverfititS-Buch. und Eteindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Her eine Vermietungen hi verltnufen (Offene stellen i WMKW Arbeiterhoseu Arbeiterjackeu Arbeiterblnseu Arbeiterhemdeu Arbeiterschürzeu Arbeiterstrümpfe Arbeitersocke» Metzgerkittel Metzgerschürzeu Drelljackeu Drellhoseu Malerkittel Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres heben Vaters, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dr. Naumann sagt innigsten Dank Ein braves Dienstmädchen sucht sfrau I. Schreiber, Moltkestraße 3. Um zahlreiche Beteiligung bittet Uniform: Tuchrock. beste deutsche Marke, billig zu verkaufen. -__Gchulstratze 6. Schllinttgkhilfe Ä baue^ H. Sack, Sckreinermstr., Gr. Mühlgaffe 5. W Wer schnell und billigst Stellung finden will, der verlange per Postkarte die Deutsche Vakanzenpost in Eßlingen. 3422 Der Borstaud. 02058] Frdl., möbl. Zimmer, in nächster Nähe der Aula, zu verm. Ludwigstr. 42. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Hörr HI. Gießener Volksbad. Die Anstatt ist am Donnerstag dem 10. War von 10 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags geschlossen. 000000000000000000000080 Donnerstag den 10. Wat 1900, vormittags 8‘/2 Mr: Zusammenkunft im Vereinslokal Muss Teilnahme an der Spalieröildung beim Hinzuge Sr. Kgl. Koheit des Kroßherzogs. 341K Georg Schäfer. Giessen, den 9. Mai 1900. 01936] Eine Frau empfiehlt sich im Bügeln.______Näheres Bergstraße 22. Gießener Hurnerschaft. Wir bitten unsere Mitglieder, an der morgigen SpalierbildurrK zahlreichst teilnehmen zu wollen. (Laut Programm haben wir am Selters- weg in der Nähe der Lesehalle Aufstellung zu nehmen.) Die Teilnehmer wollen stch in der Turnhalle ihres Vereins punkt 9 Uhr versammeln, daselbst mit Fahne versehen und geschloffen an den Aufstellungsplatz marschieren. Der Ausschuß der Gießener Turuerschast. Tüchtiger Pserdekakcht für sofort gesucht. Wilhelm Riuu VIII., Maurermeister, Todes-Anzeige Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe, einzige Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante ^Gesangverein«»« Heiterkeit. Die Mitglieder versammeln sich zur Spalierbtldnug um 8*|2 Uhr im Bereinslokal. Bereinsabzeicheu find am zulegeu. 3426 Der Borftaud. IreiwA. Gait'sche Feuerwehr Donnerstag den IO. Mai, vormittags S’/2 Uhr: Zusammenkunft Sei Kamerad Arnold. Für Metzger. Ein fast neuer Eisschrank, sowie ein vierräderiger Handwagen zu verkaufen. Näheres Hrünöergerstraße 15. 3102 3237] Ein wenig gefahrenes G. R. V. 1885. Donnerstag den 10. Mai: Zusammenkunft zur Spalierbildung im Hotel Schütz, morgens 81/» Uhr. 3420 Der Aahrwart. G. F. F. 3417 Zum Empfang Sr. König!. Hoheit des Großherzogs versammeln sich die Kameraden Donnerstag früh 9 Uhr im Hessischen Hof. Anzug: Tuchrock und Helm. Das Kommando. 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