7 7/ Irl blicken in der Verkürzung der Wahlzeit eine Rechtsernannt. HtbflittoH, Txpedition und Druckerei: Kchukstraße Ar. 7. Sbreffe für Depeschen: Anzeiger Hie-e«. Fernsprecher Nr. 51. ane Anzeigen-BernüttlungSstellen deS In« und AuSlande« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. s vT®* Gratisbeilagen: Gießener ZamitienblMer, Der hessische Kan-wirt, Ktätter für hessische UalKsKunde. Drittes Blatt. Donnerstag den 10 Mai 1900 Bezugspreis Vierteljahr!. Mk. 2L0 monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,98 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. schuld-nv-rwaltung mit bem Amtstitel „Buchhalter-, bet I blicken in bet Verkürzung bet »Wie'etn: .neqjw Thomas aus Darmstadt, zum technischen Assistenten des Maschineningenieurs dieser Bahn, der Werkzeichner bei der Hentralwerkstätte der Main Neckar Eisenbahn Otto Blade! zum Ingenieur bei der Direktion dieser Bahn, der StaNons- assistent bei derMain-Neckar-Eisenbahn Karl Kühnly zum Stationsassisienten bei der Station Darmstadt ernannt; dem Hauptkasseassistenten bei der Mam-Necka^ Eisenbahn Karl Kraft wurde der Amtstrtel als „Buchhalter bei der Hanptkasse der Main-Neckar-Eisenbahn verliehen; dre Regierungsbauführer Georg Geiß aus Darmstadt und Ludwig Haag aus Darmstadt wurden zu Regierungsbaumeistern an ihrem Pflichtgefühl aufraffend, und in dem Bewußtsein, daß die Eltern ihrer bedürfen, neue Lebenskraft findend. In dem Buche ist, wie gesagt, manche schlüpfrige Stelle enthalten, jedoch keine, die nicht in dem Stoffe selbst begründet wäre. Der Verfasser will eben zeigen, welchen Anfechtungen ein derart im Lebenskämpfe stehendes Mädchen ausgesetzt und wie bedenklich der Boden ist, auf dem sie sich bewegen muß. Den zarten Hauch ihrer Jugendblüte vermag sie sich in dem ihm entsteigenden Dunste nicht zu bewahren, er erstickt ihr Feingefühl nicht nur, sondern leicht auch das Scham- und Ehrgefühl. Als vierter Band des neunten Jahrgang der Veröffentlichungen des „Vereins der Bücherfremidss (Geschäftsleitung: Verlagsbuchhandlung Alfred Schall, Kgl. Preuß. und Herzogl. Bayer. Hofbuchhandler), Berlin W. 30, erschien soeben: P a r i s! Von,Dr. K ä t h e S ch i r m a ch e r. Mit 56 Bildern von den Pariser Künstlern A. Moreaux und F. Marks. Umfang 23 Bogen. Preis geheftet M. 3.a0. Die Pariser Weltausstellung wird in diesem Jahre emen Anziehungspunkt für zahllose Reisende bilden. Vor einer Reise nach Paris wird es aber wohl kern Reisender unterlassen, sich mit der Seinestadt möglichst schon zu Hause vertraut zu machen. Fräulein Dr. Käthe Schirmacher, die bekannte Schriftstellerin und Vorkämpferin der Frauenbewegung, lebt schon mehrere Jahre m Paris, kennt Paris gründlich und hat das Buch auf Grund eingehendster Studien geschrieben. Es will denen, die enie mehr als oberflächliche Kenntnis von Paris erwerben woUen d Flüsse! zum Verständnis des de? Seinestadt geben. Von fren M Moreaux und F. Marks wird die^ ^^ft^unde" liefert Mitglieds zu bedeutet ermäßigtem | Preise. «albtleit® tum ...... .........r . Dem Bericht beS Elften Ausschusses übet bic RegieruugS- >->.»!! •“■«sstteÄ! I «.'i— gierung zu ermächtigen, an Stelle der tm Artikel 2 des^ Gesetzes vorgesehenen dreieinhalbprozentrgen Anleihe, eine solche von höchstens vier Prozent, zur Beschaffung der erforderlichen Geldmittel für die zu leistende Staatsbeihilfe für die in Betracht kommenden Bahnlinien, aufzunehmen. Wenn auch der Kurs der hessischen Staatspapiere inzwischen an- gezoqen hat, so kann doch nicht mit Sicherheit angenommen werden, daß in nächster Zeit die Emission dreieinhalb- prozentiger Schuldverschreibungen mit Vorteil erfolgen kann. Hierzu kommt weiter, daß bereits im letzten Sommer die Lage des Geldmarktes die Aufnahme emer mer- prozentigen Anleihe erforderlich machte. AuS diesem Grunde erscheint es zweckmäßig, vorsorglich die Möglichkeit offen zu halten, die fragliche Anleihe auch zu einem höheren Zinsfuß zu vergeben. Der erste Ausschuß beantragt daher: Annahme der Regierungsvorlage. - Ein Antrag des Abgeordneten Ulrich und Genossen bezweckt die Uebernahme aller Armenlasten auf den Staat unter Beseitigung aller an öffentliche Unterstützung geknüpften Beschränkungen der staatsbü^erlichen Rechte auf dem Wege der Landesgesetzgebung. Das Mi- nisterium des Jnneru hat darauf erwidert, daß bereits seit I einiger Zeit Vorarbeiten im Gange sind, oie die Vorlage eines auf die Armenpflege bezüglichen Gesetzentwurfs bezwecken, und daß sie sich vorbehalte, nach Absch uß dieser Vorarbeiten auf den Antrag der Abgeordneten Ulrich und Genossen zurückzukommen." — Endlich liegt ein Bericht des Ersten Ausschusses über die Regierungsvorlage betreffend Kapitel 48 Titel 2 des Staatsvoranschlags pro 1897/1900 „Erweiterte Volksschulen" vor. Nach den seitens der Stände erfolgten Genehmigung der Erläuterungen zu Kapitel 48 Titel 2 des Hauptvoranschlags pro 1897/1900 wurde eine Gleichstellung der in provisorischer Weise an den erweiterten I Volksschulen (höheren Bürgerschulen) verwendeten akademisch I gebildeten Lehrern mit ihren gleichalterigen Kollegen der- I selben Kategorie an den staatlichen Lehranstalten beschlossen. I Durch die zweite Kammer wurde bestimmt, daß den m staat- I lieber Verwendung befindlichen Regierungs-, Gerichts- und I Lehramtsaffefforen künftig in der Regel folgende Vergütungs- I sätze zu gewähren seien: I jm 1. Jahr der Verwendung 2100 Mk. 9 2200 „ I " 3 " " " 2300 „ I M a. H f| H » Aus Stadt und Kand. (enmimnt «ipsnrdunsen, gleichviel welche» Inhalte», I ' »»»'" "WÄ^Ä900. •• Erutumlngeu rc. Ernannt wurden: der Oberlehrer I an der Realschule zu Butzbach Dr. Johan"-Siebert zum Oberlehrer am Gymnasium und der Realschule zu Offenbach, und der Oberlehrer an der Realschule zu Michelstadt I HanS Kißner zum Oberlehrer am Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt. Dem Oberforstmeister i. P. Karl I Schnittspahn zu Bad Salzhausen wurde unter Belassung I seines Titels und Ranges die Oberförsterei Fr^dberg über- I tragen; der Oberförster der Oberförsterei Babenhausen, I Forstmeister August Supp es zu Babenhausen, m die Ober- fi'rsterei Groß-Steinheim, der Oberförster der Oberförsterei I Zellhausen, Forstmeister Karl Kullmann zu Seligenstadt, in die Oberförsterei Darmstadt, der Oberförster der Ober- I sörsterei Messel, Wilhelm Schall as zu Meffeler Forsthaus, I m die Oberförsterei Wimpfen, der Oberförster der Ober» I sörsterei Höchst, Friedrich Stork zu Höchst, in die Ober- I örsterei Groß-Umstadt, der Oberförster der Dber^rfteret Schaafheim, Peter Eikemeyer zu Richen, in die Ober- I sörsterei Bensheim, der Oberförster der Oberförsterei Linden- I fels, Hugo Schaub zu Lörzenbach, in die Oberforsterei Worms, der Oberförster der Obersörfierei Hambach, Anselm Stifel zu Burg Gemünden, in die Oberförsterei Rothen- berg mit bem Wohnsitz zu Hirschhorn bet Oberförster bet Obersörfierei Maulbach, August Müllet zu Maulbach. m die Obetsörstetei Gernsheim versetzt; bei Oberster Johannes Mann, bermalen zu Gernsheim, zum Ober- | förfter bet Obetsörsterei Lauterbach, bet F°rstnsiefsor Hugo Kirchner aus Gebern zum technischen Assistenten bei bet Babebirektion Bad Nauheim, bet Steuerkvntrolleur Regie. murbe berR°?g eineS Obersteuerinspektors verliehen un er Ernennung zum Oberzollinspektor unb unter Belassung des Titels Reaierunasasiesior"; ber Mimstertalbuchhalter 4Re<^= nünastat Geotg Neuß zum 1. Ministerialbuchhalter, der Ministerialrevisor Georg Lang zum 2. Mimstertalbuch- kalter, ber Finanzaspirant Adam Heß, bet ^e9’£r“Jl98‘ afiefior Heinrich Lo hnes unb der Finanzaspltant Wilhelm Himmler, sämtlich zu Darmstadt, würben zu M.n.stet.al- revisoten be bet Buchhaltung deS Ministeriums bet Finanzen der Finanzaspirant Wilhelm Wenchel aus Darmstadt (Bessungeu) zum staatlichen Kontrollbeamten bei bet Staats- m, Ivb Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener I«milie»v tätte r werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" m. „Blätter ffit Hess. BolkS künde" »öchtl. 4 mal beigelegt. Schema ein unentbehrliches Hilfsmittel. Es bringt auch, die sächsischen und bayerischen Truppenteile, welche die Rangliste nicht enthält. Lediae Bräute, Roman von O. Eugen Th off an lPseudonvm), Preis 2 Mk., Verlag von C. I. Tiefenbach in Leipzig Dieser Roman ist keine Lektüre für junge Mädchen odä für überhaupt unreife Leser. Von solchen könnte er leicht mißverstanden, für lediglich pikcmt oder gar unanständig gehalten werden. Der tuch^ge Kern dieses Buches offenbart sich erst dem schärferen Blick der Lebenskenntnis. Gewissermaßen ist er sogar von dem Verleger selbst mißverstanden worden, das beweist das 9anz unpassende Titelbild und bewefft die doch nur auf eme lüsterne Wirkung ausgehende Bezeichnung „Herrenbiblwthek . Es wird allerdings manche heikle Situation, momches rige Verhältnis behandelt; immerhin braucht kerne Frau davor Scheu zu tragen: die damit verbundene ethische Stellung des Autors ist unverkennbar und unverkennbar auch, daß er keineswegs der Leichtfertigkeit mn amüsantes Viertelstündchen verschaffen wolle, sondern auf emen ernsten, tiefgehenden Eindruck ausgeht. Junge Mädchen sind die Heldinnen, die im Kampfe mit widrigen Verhältnissen ihre Widerstandskraft zu bewähren haben Die eme geht daran zu Grunde, die andere erweist sich sregchaft und ungebrochen. „Ledige Bräute" spielt m emer GroßsMdt und schildert die alltäglichen Verhältnisse emer auf den Erwerb durch Vermietung und Mittagstisch angewiesenen kleinbürgerlichen Familie. Der Vater, du^h eigene.Schuld zum Bettler geworden, scheu und gedruckt wie em Verbrecher umherschleichend, die äußerlich robuste Mutter un Innern verzagt, kaum zum klaren Denken mehr fähig, und dazwischen als einziges belebendes Element die junge Tochter. Auch sie ist oft dem Unterliegen natyt einmal auch zum Selbstmorde entschlossen, aber daun doch wieder sich *• Zweite Kammer der Laudstäude. Der Bericht des I Dritten Ausschusses über die Wahl eines Abgeordntten un I V. Wahlbezirk der Provinz Oberhessen (Gleßen- I Land) besagt, daß der Ausschuß den Protest gegen die Art I der Offenlegung der Wählerlisten zu Klein-Lmden sür er- I ledigt betrachtet, jedoch bezüglich der Wahlmannerwahl zu I Heuchelheim in der Verkürzung der Wahlzeit um 7 bis I 10 Minuten eine Gesetzesverletzung erkennt: unb^beam I tragt: Obgleich es als nicht wahrscheinlich bezeichnet werden I muß, daß in der Zeit von 7 bis 10 Minuten noch so viele Wähler erschienen wären, daß das Wahlergebnis em anderes geworden wäre, aber doch immerhin die Mblllich- keit hiervon zugegeben werden muß, die Wahl des geordneten Leun für ungültig zu erklären. Nach^m dieser Bericht fertig gestellt war, wurde an den Ausschuß noch | aufklärendes Material zugefandt, welches die Überzeugung hervorrief, daß eine jede Möglichkeit für em anderes Wahl- ; erqebnis in Heuchelheim ausgeschlossen sei. Es wurden noch 3 Zeugen in dieser Angelegenheit vernommen. Hiernach glauben die Mitglieder des dritten Ausschuffes - Backes, Seelinqer, Erk und Weith den Beweis erbracht, daß bei Verlängerung der Wahlzeit um 7 Minuten em anderes Wahlergebnis nicht erzielt worden wäre. Das Ausschußmitglied Bähr erklärt: Prinzipiell stehe er auf dem Stand- I punkt, daß eine jede Wahl, bei welcher Verletzungen des I Rechts vorkämen, für ungültig zu erklären sei. Da aber I bei den seitherigen Wahlprüfungen man stets nach dem Ausgang des Wahlergebnisses geurteilt habe, so könne er nicht einsehen, daß nunmehr tm vorliegenden Falle anders gehandelt werden solle, und schließe er sich.der Majorität des Ausschusses an in dem Anträge, die Wahl des HAN Leun für gültig zu erklären. Die Minorität des Ausschusses, bestehend aus den Abgeordneten Cramer und Peynrich können sich diesen Anschauungen mcht anschließen. Sie er- Memtur. Im Verlage von Karl Siegismund, Berlin erftfiien Stecherts Armee-Einteilung um bl Qu ar ti erliste des deutschen Reichsheeres und der Km- r V-i 1 ^abr 1900, 333. Ausgabe. 41. kLnc. Lwteis 75 Pf. Diese seit 40 Iahten tegel- mMa^etschetttende Atmee-Liste enthält eine tabellattsche und seht ubetsichtliche Zusammenstellung allet Ttnppen- teile bet deutschen Ätmee mit namentltchet Angabe bet trhefs ^nbaietY Kommandeure und Standorte, sowie kurze Un orZÄschr ibun^ und Wbildungen der Regiments- ünnTpluüae ferner die Personalien der Kriegsministerien und^höhnen Militär-Behörden, die Generalstabe, Jnspek- ^onen, Gouvernements' und Kommandanturen Er. ziebungs- und Bildungswesen, Verwaltungsbehörden, ferner die Landwehr- und Territorialbezirke; em Verzeichnis^ »mtl cher Truppenteile nach Waffengattung und Rum- i^PTfnrne und den alphabetischen Quartierstand. — Die letzte Misgabe ist bedeutend erweitert und bringt folgende neue Angaben: Die Kommandeure der Bezirks-Kommandos-. die etatsmäßigen tnntpn der Kal Prmzen und deutschen Fürsten, ferner Amts"bet-Mmmanb°s und Inspektionen, die Stüften« & ttzek'Lb LeWerwaltungen, besonders für alle Be- amten militärischer Bureaus ist dieses altbewährte Armee- ?aM 13- eci|. mit Salon, Seiein »Union* >ipe, 40-50 $rt-- > tu uenniottn. Dobnuna W ®«1 'Ä»ft L, obex ott M' . M tuUUn- Kießener Anzeiger skä'cäk d)cnci(if Abbestellungen spätesten- abend- vorher. K z Q, Aints- unb Zlnzeigeblntt fflv den Urei- Gietzen im 4. Jahre der Verwendung 2400 Mk. baä geniale Londoner Kriegsamt bei dem Schild nicht frpnPM hl v _..... v ... F M sa Ba»Äs>ix. schäft i 3389 Gnauth. fällt der 3390 3848 3326 Rattentod 2665 2500 2600 I893. 1896. 1896. Ein elnm nrzuzlel Verdaulh elfldeob betreib werbe WrÄ ist und bleibt der >ste und ausgiebigste Kaffee-Zusatz. riginal-Marke in Dosen.) &e $d)foffcrei Emil Horst, chießen, Zemeutwareu- uttb Kuvftft ein-Fabrik. es wurden in Konsequenz hiervon, den provisorischen Lehrern an den staatlichen höheren Lehranstalten bei den Nachtragsforderungen des Großherzoglichen Ministeriums des Innern statt der seitherigen Sätze von 1800—2000 Mk. die oben genannten Sätze zugebilligt. Es entspricht nur den früheren Beschlüssen, wenn die oben angeführten erhöhten Sätze auch auf die in provisorischer Weise an den erweiterten Volksschulen (höheren Bürgerschulen) verwendeten akademisch gebildeten Lehrer in Anwendung gebracht werden. Die Regierung ist nicht in der Lage, einen bestimmten Betrag anzufordern, da sie nicht weiß, wie groß die Zahl der in genannter Weise zu verwendenden Lehrer sein wird. Der Ausschuß beantragt, die verlangte Zustimmung zu erteilen. ferner, daß die Zahl der Myopen von Klasse zu Klasse in I i " .. ______vcl UCII( ™uu uvun allen Schulen steigt. Prof. Cohn, der bekannte Breslauer I stehen bleibt, sondern auch den Helm mit Visier (-inführt Augenarzt, der diesen Fragen seine besondere Aufmerksam- I ^L\1' bekanntlich früher ausgezeichnete Dienste aethan haben keit geschenkt hat, fand in den Dorfschulen bei Kindern, 1 fnff " die das erste halbe Schuljahr zurückgelegt hatten, noch keine Myopie; im Durchschnitt fand er in den Dorfschulen bei 1,4 pCt., in städtischen Elementarschulen 6,7 pCt. Kurz- sichtige. Jnteresiant ist nun, daß Prof. Dr. Silex in Berlin bei der augenärztlichen Untersuchung der Zöglinge des Nummelsburger Waisenhauses im Jahre 1898 Resultate erhalten hat, die sich mit den sonst gefundenen Ergebnissen nicht vereinigen lassen. Während nämlich im Durchschnitt bei den 235 untersuchten Waisenknaben 11,9 Proz. Kurzsichtige festgestellt wurden, verteilten sich die Myopen auf die einzelnen Klassen ganz unregelmäßig und ohne jede Progression nach den Oberklassen. So waren in VI 16,2 Prozent Kurzsichtige, in V 0,0 Proz., IV b 9,5, in IV a 13,3, in III b 0,0, in III a 4,7, in II b 36,1, in II a 17,1 und in I 20 Proz. Prof. Silex giebt zu, daß sein Material winzig ist und vielen Zufälligkeiten unterworfen sein kann. Er enthält sich auch vorläufig jeder Schlußfolgerung, bis er die Resultate früherer Jahre gleichfalls zusammengestellt hat. Wenn aber in VI schon 16 Proz. der Augen myopisch waren, dagegen V und III b Kurzsichtigkeit überhaupt nicht aufwies, so kann man doch hier nicht sagen, daß die erworbene Kurzsichtigkeit zu den Schuljahren und zu den erlangten Kenntnissen sich proportional verhielt. * Es giebt Pariser, denen der Eifelturm zu klein wird, die befürchten, im Dunkeln über seine eiserne Spitze zu stolpern, und die daher energisch die Erbauung eines höheren Turmes fordern, dessen Gipfel erleuchtet ist, so daß man nicht Gefahr läuft, abends dagegen zu rennen. Um diese Gefahr noch weiter herabzumindern und auch den Kurzsichtigen gerecht zu werden, schlagen sie als Stand' platz für das neue Verkehrshindernis den Montmartre vor, auf dem sich, 100 Meter über dem Pariser Pflaster, der neue Turm 500 Meter hoch erheben soll, sodaß sein Gipfel von 600 Meter Höhe auf das Menschengewimmel des „Herzens der Welt" herabblicken würde. Dieser Gipse.'' soll ferner mit einer kleinen Nachtlampe gekrönt werden, die ein Acetylenlicht von 200 000 Kerzen spenden soll. Dieser binnenländische Leuchtturm wird nach Angabe des Architekten, der sich damit einen Namen und ein Vermögen machen Tnöchte, eine Fläche von zweieinhalb Millionen Quadratmetern erleuchten, halb Paris also des Gebrauchs von Straßenlaternen entheben. (Intern. Patentbüreau Karl Fr. Reichelt, Berlin.) Chicago Goldene Medaille: Solingen Goldene Medaille: Moulina Goldene Medaille: käuflich I die Vera Weinei 211 erwer I Fridtjof Na nsen über Jugenderziehung. I xt.n der Pädagogischen Gesellschaft in Ehristiania wurde I dieser Tage eine interessante Sitzung gehalten, in der ver- I schiebene hervorragende Männer ihre Anschauungen über die Kinder - Erziehung äußerten. Auch Fridtjof Nansen sprach sich über diese Frage aus und äußerte u. a.: „Ich sehe, daß die Jugend unserer Zeit einen gefährlichen Mangel an Charakter zeigt. Dies ist besonders der Politik zu verdanken. Die heutige Erziehung hat einen großen, Fehler. Sie geht nicht, genug darauf aus, selbständige Männer auszubilden. Es ist nicht genug, das Gemütsleben zu fördern und zu pflegen. Ich bin selbst ein schwacher Mensch, was ich aber an Stärke besitze, verdanke ich meiner strengen Erziehung. Ich meine nicht, daß körper- l i ch e Z ü ch t i g u n g i n d e r E r z i e h n n g n o t w e u d i g I sei Ernst ist jedoch nötig, hier wie sonst im Leben. Die K'udi müssen in Selbstzucht und Selbsthilfe erzogen werden. Und die Lehrer müssen durch ein. gutes Beispiel vorangehen. Dies hat eine ungeheure Bedeutung. Die Jungen sollen lernen, Knöpfe an die Hosen zu nähen und ihre Stiesel zu besohlen. Das schafft Männer. (!) Früher mußten wir wlles, was wir gebrauchen sollten, selbst verfertigen. — dadurch wird der Charakter und die Persönlichkeit ausgebildet. Die Jugend muß lernen, sich Genüsse zu versagen. Sie darf nicht wie jetzt, sich begnügen, lyrisch, sentimental und träumerisch zu sein. Hier können die Körperübungen viel ausrichten, nicht jedoch der Auswuchs der Körperübungen: der Sport, das moderne Rekordsetzen, die gewöhnliche Wettkämpferei, die gefährlich und zerstörend für Körper und Geist ist. Die Körper- übnngen dagegen wirken harmonisch für den Körper, wie für das Leben, sie bilden gesunde, selbständige Männer - und dies ist es, was wir brauchen!" * Das englische Kriegsamt soll größere Mengen kleiner S t a h l b l c d) s,ch ilde angekauft haben, die dein braven Tommy Atkins auf das Herz und die Magengrube gebunden werden sollen, um ihn vor Indigestionen zu bewahren, die die blauen Bohnen der Buren bei ihm Hervorrufen könnten. Diese Idee ist zwar nicht mehr neu, aber durchaus nicht von der Hand zu iveifen; denn der Schild wiegt nur 7 Pfund, und auf 3 bis 4 Mo mehr oder weniger kommt es dem englischen Soldaten im Felde bekanntlich nicht an — da er ja doch alles, was er nicht unbedingt für nötig erachtet, schleunigst fortwirft. Es ist nur zu wünschen, daß Kermffchtes. * Die Kurzsichtigkeit wird von den Aerzten fast all- gemem als eine Schulkrankheit bezeichnet, als ein körperlicher Fehler, zu dessen Entwickelung der Schulunter- richt ganz wesentlich beiträgt. Durch die Schule werde das kindliche Auge, das für die Ferne akkomodiert ist, zum andauernden Fixieren naher Gegenstände gezwungen, und dieser Umstand, der mit andern ungünstigen Verhältnissen m der Schule zusammentreffe, bewirke die Kurzsichtigkeit bei einem so erschreckend hohen Prozentsatz der Kinder. In der That lehrt die durch zahlreiche Untersuchungen als beinahe unumstößlich hingestellte Erfahrung, daß die Zahl der Myopen (Kurzsichtigen) in den Schulen mit höheren Ansprüchen eine größere ist al8 in denen mit geringeren, und Bekanntmachung. Aus Anlaß der Enthüllungsfeier des Kriegerdenkmal« find alle städtischen BüreauS, mit Ausnahme des Standesamts, am 10. l. Mts., geschloffen. Das städtische Schlachthaus ist an diesem Tage von 4 bis 8 Uhr morgens geöffnet, von da ab geschloffen. Gießen, den 8. Mai 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gieße». BeZarmtrrrachnng. Aus Anlaß der Enthüllungsfeier des Kriegerdenkmals Wocheumarkt am 10. l. Mts. au». Gießen, den 8. Mai 1900. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Das beste ist gerade gut genug zur Pflege der so sehr empfindlichen Haut des Menschen. Zur Erhaltung eines gesunden Körpers bedarf es einer rationellen Hautpflege und giebt es hierzu kein besseres Mittel, als die von so vielen Aerzten warm empfohlene Pat. Myrrholin-Seife, welche infolge gewissenhaftester Herstellung aus nur allerbesten Rohmaterialien und des hohen Gehaltes an „Myrrholin* einzig in ihrer Art dasteht. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich. 123 sE Uebrigens braucht sich, wenn neuere Nachrichten aus- Bonbon ihre Bestätigung finden sollten, der enalische Knegsmmister nicht auf bereits bekannte und vielleicht doch schon veraltete Schutzmittel zu beschränken er kann vielmehr die Errungenschaften des neunzehnten '^abrbuu- derts in ungeahnter Weife ausnützen, wenn die nach An Weisung des englischen Majors Thomas A. ChiUingworlb angestellten Versuche das erwartete Resultat ergeben. Danach sollen nämlich Schutzpanzer für die Truppen auf galvanoplastischem Wege erzeugt werden, die bei vollkommenster Nachgiebigkeit gegenüber den Bewegungen des Körpers doch genügend widerstandsfähig sind, um selbst einem aus großer Nähe darauf abgefeuerten Mansergeschys den Durchgang zu verwehren. Es wird also durch elektn," chemische Ablagerung ein unendlich feiner metallener Schuppenpanzer auf dem Körper selbst erzeugt, der bet damit Versehenen in seiner Bewegungsfähigkeit nicht beschränkt und ihn doch völlig kugelsicher macht. Das Ver fahren ist das in der Galvanoplastik allgemein übliche. Ter Körper wird mit Graphit eingerieben und kommt erst in ein 'Kupfer-, bann in ein Stahlbad, durch das ein schwacher elektrischer Strom hindurchgeleitet wird. Auf der zuerst erzeugten Kupferschicht schlägt sich der feinverteilte Stahl gleichmäßig nieder. Die Dicke der so erzeugten Stahlschicht hängt lediglich von der Länge der Zeit ab, während welcher der Körper in dem Bade bleibt; sie darf, um wirksamen Schutz zu verleihen, nicht unter fünf Millimeter betragen. Die Erzeugung einer Schicht von dieser Dicke ist nicht sehr langwierig; wenn man einen jungen Mann frühzeitig in das Stahlbad einlegt, kann er dasselbe noch im besten Mannesalter gepanzert verlassen. (Intern. Patentbüreau Karl Fr. Reichelt, Berlin.) Dachfalzziegel in vorzüglicher Ware, liefert billigst Btickensderfer Schreibmaschine. Weitaus bestes System Höchste Auszeichnung: Neuester vervollständigter Placat- Fahrplan enthaltend die Fahrzeiten der auf den Stationen Glessen, Frankfurt a. 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I. dar Geschäftsanteil jedes Mitaliedes auf Mk 500.- festgesetzt und weiter bestimmt hat, daß die Einzahlungen zur Ergänzung desselben rum mindesten iäbrlich Mk. 12.— betragen müssen, machen wir darauf aufmerksam, daß diejenigen Mitglieder, welche ihr Geschäftsanteil bis zum 30. Juni l. I. voll -mzahlen, ausnahmsweise vom 1. Juli d. I. ab an der Dividende des laufenden Jahres teilnehmen. Gleichzeitig bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß unsere Bank an den Werktagen täaltck von 9 bis 12 Uhr vormittags «nd von 2 bis 4 Uhr nachmittags auch von Nichtmtt- gliedern verzinsliche Darlehen annimmt und dafür, wenn solche V- Jahr und länger stehen, 8V2%, sonst aber nur 3% Zinsen vergütet. Hochachtungsvoll J. Seibel Vor den bevorstehenden Sommer reisen empfehlen wir dringend, Hausmobiliar und Wertgegenstände gegen 2983 Einbruch und Diebstahl seither Teilhaber der Firma Liebrichs Nachfolger & Giessen ® 16 Neuenweg 16 • empfiehlt O Feldstecher • für Militär, Reise und Jagd. 2