M. 84 Erstes Blatt________Dienstag deu 10. ApriL 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger ZScru^sprcis vierteljährl. Ml 2,20 monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle AnzeigeN'BermittlungSstellen deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Psg. ßrschclnl töflficfl nut Ausnahme des MontagS. Die Gießener Kamilieuvkätler werden dem Anzeiger NNi Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wZchtl. 4mal beigelegt. Annahme von Anzeige« zu der nachmittags für den folgenden Lag erscheinender. Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schukftra^e Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienbtätter, Der hessische Landwirt, Ktätter für hessische Volkskunde. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Der Krieg iit Südafrika. Das Londoner Kriegsamt veröffentlichte gestern keine Depeschen vom Kriegsschauplätze. Im Laufe der nächsten Ag-che sollen 26 Offiziere und eine große Menge Geschütz- Material nach Kapstadt abgehen. Ebenso soll demnächst' Hijenbahnmaterial zur Verschiffung gelangen. General G a t a c r e hat infolge seines sinnlosen Draus- achens und seines Mangels an Vorsicht schon drei schwere Niederlagen erlitten, und nun ist dazu die vierte Schlappe gekommen, von der wir bereits am Samstag Mitteilungen brachten. Eine nicht unbeträchtliche Abteilung seiner Truppen — fünf Kompagnien nebst Train --ist von den Buren bei Reddersburg, südlich von Bloemfontein, gefangen genommen worden, und was er selbst mit dem Hauptteil seiner Truppen treibt, ist unbekannt. Da nun die Eisenbahnlinie nach Normals Pont die einzige Verbindung ist, die den Engländern von Bloemfontein nach Süden iiod) offen steht, und diese durch die Situation, in die Gatacre anscheinend gebracht worden ist, ernstlich bedroht erscheint, so sind die eventuellen Folgen für die Lage des englischen Hauptheeres in Bloemfontein natürlich sch» schwerwiegend. Daß man sich auch in Bloemfontein über den Ernst der Situation völlig klar ist, zeigt folgende Depesche: London, 7. April. Aus Bloemfontein wird gemeldet : Alle Nachrichten über General Gala c r e s Operationen bei Edenburg und Bethania an der Bahnstrecke Bloemfontein—Norwals Pont fehlen. ■ Die Beunruhigung ist sehr groß, da gleichzeitig gemeldet wird, ein g' r o ß e s B u r e n k o m m a n d o rücke im Süden Bloemfonteins vor. Der Bahnverkehr zwischen der Stadt und Springfontein ist bereits wiederholt durch kleinere Burenkommandos unterbrochen worden. Mehrere von Süden kommende Transportzüge mußten schleunigst wieder nad) Norwals Pont zurückkehren. Feldmarschall Roberts hält die sechste und neunte Division und die gesamte Kavallerie in Alarmquartieren bereit, um im Notfälle durch einen Gewaltvorstoß Gatacre den Rückzug nach Bloemfontein zu sichern. Die Freistaatler befestigen sämtliche Kopses in einem weiten Bogen um Bloemfontein. Die eingetroffenen Remonten sind vollständig unbrauchbar; der Mangel an Pferden macht sich infolge dessen in erschreckendem Maße bemerkbar. lieber die Niederlage bei Reddersburg depeschiert Lord Roberts iveiterhin aus Bloemfontein: Bei tat Kämpfen in der Nähe von Reddersburg am 3. und 4 April soll der Feind 3200 Mann stark gewesen sein, und fünf Geschütze mit fick; geführt haben. Unsere Truppenzahl betrug 167 Mann berittene Infanterie, 424 Mann Infanterie. Von den Unteroffizieren- und Mannschaften wurden vcht getötet, 33 verwundet, von den Offizieren zwei getötet, »lvei verwundet und acht gefangen. Der Rest der Unter- pffiziere und Gemeinen ist gefangen. Der Gesamt-Ver- Iii-ft der Engländer beziffert sich also auf 591. Weiter wird nock) depeschiert: London, 7. April. Das „Reutersche Bureau" meldet aus Springfontein vom 5. d. M.: Gn von Jagers- fontein nach Springfontein gehender Zug und die fünf Meilen von dem Lager bei Springfontein entfernt stehenden Vorposten wurden vom Feinde beschossen, der sich augenscheinlich von der Bahn nach Westen zu bewegt. Im übrigen setzen die Buren die Umgehung der rechten englischen Flanke mit größter Thatkraft fort und sind bereits wieder in der unmittelbaren Nähedes Oranje- slusses angelangt; die dort stehenden englischen Truppen räumen das Feld. Eine Depesche des ^euterschen Bureaus aus Aliwal North ohne Datum meldet: Tie Royal Irish Rifles ziehen sich von Rouxdille nach Beestekraal zurück. Wie es heißt, rücken Buren komm andos von Osten und Westen nach R o u x - Ville vor. Hier ist eine Stadtgarde in Bildung begriffen. Am Oranje-Fluß, 16 Meilen unterhalb von Ali- tral, sollen Abteilungen von Buren gesehen worden sein. Die englischen Meldungen über die Lage bei Bloemfontein wiederholen nur, daß die Buren eine außerordentliche Thätigkeit entfalten, um die Hauptstadt des Oranjestaates wiederzuerobern, und daß ihnen tiglich Verstärkungen zugehen. Der Berichterstatter der ttchange Telegraph Company sucht seine Landsleute über die sehr bedenkliche Lage, in der sich Roberts Armee befindet, dadurch hinwegzutrösten, daß er behauptet, die Operationen der Buren seien als ein bloßer Raubzug zu be- Kachten, da sie kein Gepäck mit sich führten. Ter Mann lnmß die Geschichte des gegenwärtigen Krieges wenig verfolgt und von der Kampfesweise der Buren keine Ahnung hoben, die bekanntlich das für sie notwendige „Gepäck" hei schleunigen Unternehmungen in der Rocktasche tragen. Der „Morning Post" wird aus Bloemfontein telegra- Mert: „Die Buren machen augenscheinlich einen Versuch, Bloemfontein zu nehmen. General Tucker bleibt in skanee Siding, nördlich von Bloemfontein am Modderfluß. Seine Isolierung ist mehr scheinbar, als wirklick>, da das offene Gelände von Bloemfontein den Buren wenig Chancen bietet, dock) wird der Feind ihn möglicherweise engagieren, um die Aufmerksamkeit von anderen Operationen abzulenken. Man meldet weiter das Auftreten von Burenabteilungen auf verschiedenen Seiten von Bloemfontein. Die englischen Truppen haben eine „etwas" (!) sorgenvolle Zeit". Nack) einer Meldung aus London haben die Engländer im Laufe der ergangenen Woche ca. 1000 Mann und 7 Geschütze verloren, ohne den Buren einen auch nur annähernden Schaden zugefügt zu haben. Hierüber herrscht natürlich große Verstimmung im englischen Volke. Man fürchtet, daß die Buren, falls Lord Roberts am Vormarsch gehindert ist, die detachierten englischen Attei- lungen angreifen und durch die Uebermacht überwältigen werden. Am meisten ist man über W e p e n e r beunruhigt, dessen Uebergabe die Buren bereits verlangen. Auch die Wirkungen des eiligen, überstürzten Vormarsches Roberts auf Bloemfontein machen sich nunmehr geltend. Die bei Koornspruit gefangenen Engländer und die eroberten Geschütze sind in Pretoria eingetroffen. * ♦ Die Gefangennahme des Burenkommandanten Villebois bei Boshop ist als eine große Heldenthat Methuens natürlich nicht anzusehen. Ganze 70 Buren wurden durch mindestens 500 Engländer umzingelt und nach tapferem Kampf zur Kapitulation gezwungen. Die Berichte englischer Blätter über das kleine Gefecht weichen beträchtlich von einander ab. Eine Times-Depesche meldet: 68 Buren wurden auf einer Kopje von einer Abteilung Reichsgeomanry unter Lord Chesham und dem berittenen Kimberley-Korps mit einer Feldbatterie umringt. Die Buren hatten acht Tote und sechs Verwundete, die übrigen ergaben sich. General Villebois ist unter den Getöteten, viele Franzosen und Deutsche sind unter den Gefangenen. Die „Central-News" meldet aus Kimberley, Villebois bedrohte die englischen Verbindungslinien. Seine Leute waren meistens Europäer. Das Gefecht ereignete sich an der Straße von Jakobsdal. Die Buren suchten Zuflucht auf einem Kopje und wurden dort umringt. Die englische Streitmacht war 500 Mann stark. Lord Methuen kommandierte persönlich. Die Buren hißten schließlich die weiße Flagge-Ujnd kapitulierten nach einem Kampfe von dreieinhalb Stunden. Aus Bloemfontein wird gemeldet: Ein Buren kom- m an d o schnitt jede, auch die telegraphische Verbindung zwischen den Streitkräften General Methuens in Boshop und hier ab. In Paris ist das Testament des Obersten Villebois am 7. d. M. eröffnet worden. Der Verstorbene wünscht darin, daß er dort begraben werde, wo er stirbt. Der Bruder des Obersten, der sich nach Südafrika begebens wollte, u.m die Leiche nach Frankreich zu schaffen, wird infolge dessen seine Absicht aufgeben, lieber 2000 Beileidstelegramme, darunter auch von Deroulede, sind bei der Familie des Obersten eingetroffen. Dr. Leyds ist persönlich erschienen, um sein Beileid ausdrücken. Der General- Konsul von Transvaal in Paris hat ebenfalls der Familie das tiefste Beileid im Namen seiner Regierung ausgesprochen. Die Pariser Zeitung „Liberte" eröffnet eine Subskription, wrm dem Obersten Villebois-Mareuil ein Denkmal zu setzen. Paul Vivien wird im Munizipalrate beantragen, einer Straße in Paris den Namen Ville- bois-Mareuils zu geben. Gerüchtweise verlautet, der französische General de Negrier werde nach Transvaal abreisen, um in die Reihen der Buren einzutreten. * * Der Aufstand im Norden der Kapkolonie lodert von neuem auf. Die Prieska- und Kenhardtdistrikte sind in voller Rebellion. Die Aufständischen marschieren von Kenhardt nach Calvinia und Forteen Streams. Während also die Aufständischen aus dem Prieskadistrikt offenbar Fühlung mit den nördlich von Kimberley bei Fourteeu Streams stehenden Burenkommandos suchen, versuchen die Holländer aus Kenhardt auf Calvinia vorzudringen, von wo aus es ihnen unter einer planmäßigen Führung möglich fein würde, sogar das Land nach Kapstadt tzu zu beunruhigen, mindestens aber die dortigen Afrikander an sich zu ziehen und die Eisenbahn zu beschädigen. Im englischen Unterhaufe hat der Parlamentssekretär des Krieges, Windham, erklärt, die Gefamtziffer der Gefangen envonTransvaal und dem Oranje-Freistaat habe sich am 23. März auf 5000 Mann beziffert. Die Gesamtsumme der gefangenen Engländer fei nicht genau festgestellt; die Zahl der Vermißten und Gefangenen habe am 3. März 3466 Mann betragen. Man halte nicht dafür, daß die Zeit gekommen sei, die Frage der Auswechselung der Gefangenen zu regeln. Diese Angaben dürften doch nicht ganz den thatfächlichen Verhältnissen entsprechen. Namentlich die Zahl der englischen Gefangenen scheint zu niedrig bemessen. Trotz der früheren Erklärung der englischen Regierung hat man sich jetzt entschlossen. von einer Ueberführung der gefangenen Buren nach St. Helena Abstand zu nehmen. Aus Simonstown wird telegraphiert, eine große Abteilung Buren-Gefangener machte einen verzweifelten Fluchtversuch. Einer wurde erschossen, ein anderer schwer verwundet. Der Kutscher eines vorbei- fahrenden Wagens wurde durch Zufall erschossen. Von 15 vermißten Gefangenen wurde einer wieder gefangen, 14 enttarnen. Auch am Vaalf luf s e bei Warrenton hat es wieder, ein kleines Gefecht gegeben. Die Buren wurden am Freitag bei Fourteeu Streems von einer englischen Batterie beschossen; sie verließen darauf ihre Stellungen und suchten im Gebüsch Deckung, wo sie gegen die Geschosse der englischen Kanonen sicher sind. Unter den Transporttieren in Ladysmith, ist die Sunge nseuche ausgebrochen. Der „Standard" veröffentlicht einen Aufruf, der alle Engländer auffordert, bei ihren Sommerreifen Belgien: zu m e i b e n. * * Telegramme des Gießener Anzeigers. London, 9. April. Ein Telegramm aus Ladysmith berichtet: Ein schottischer Farmer, der in der Nähe von OliverS-Nock-Pak wohnt, ist hier angekommen und hat berichtet, daß deutliche Zeichen dafür sprächen, daß die Buren von den Biecarsbergen in der Absicht heranschlichen, Natal wieder zu besetzen oder wenigstens wieder Streifzüge durch die Kolonie zu unternehmen. Der Farmer hat Buren-Abteilungen mit Bagage heranziehen und Zelten errichten sehen. Loudon, 9. April. Aus Bloemfontein wird vom 7. April gemeldet: Der Buren-General Sommer hatte 5000 Mann bei sich, als er die englische Kolonne unter dem Obersten Broadwood überraschte, und diesem 600 Mann abnahm. Die Zahl der ihm jetzt zur Verfügung stehenden Truppen wird insgesamt auf 6000 Mann veranschlagt. London, 9. April. Aus Bloemfontein wird vom 6. gemeldet: Der Feind hat eine neue Truppenbewegung in der Gegend von Kareo, 13 Meilen nördlich von Bloemfontein, ausgeführt. Das Gefecht am vergangenen Mittwoch bei Mesters Hök hatte schlimme Folgen für uns, da die Buren dadurch in die Lage versetzt wurden, ihre Flanken- bewegungs zu beendigen, sodaß sie augenblicklich in einer Linie südlich von Sann ahsp ost und östlich von Jagersfontein stehen. Die Eisenbahn ist zwar genügend geschützt, doch benötigt ihre Verteidigung einen scharfen Patrouillendienst. Die Frage des Schutzes der Freistaatler, die dem Aufrufe Lord Roberts nachgekommen sind, ist dadurch erledigt worden, daß sie als Flüchtlinge im englischen Lager Unterkunft finden. London, 9. April. G a t a c r e hat sich jetzt nach Bethany zurückgezogen infolge von Instruktionen aus Bloemfontein, denen zufolge er die Verbindungslinie offen zu halten hat. Die Buren sollen in beträchtlicher Stärke heranrücken. Ein starkes Kommando soll sogar die Linie vor Bethany-Station besetzt haben in der Absicht, die Eisern bahn-Linie zu zerstören. Loudon, 9. April. Der „Times" wird aus Boston vom 7. April gemeldet: Lord Methuen begab sich heute morgen nach Schwärtkopje-Fontein, 10 Meilen von Boshof. Er fand keinen Widerstand. — Auf Befehl Lord Methuens ist General Villebois mit den übrigen Offizieren, die bei jenem Kampfe gefallen sind, beerdigt worden. Loudon, 9. April. Aus Wepenor wird vom 6. gemeldet: Die Buren drohen, die Grenze des Basuto- Landes zu überschreiten. Auf Anraten des englischen Kommandanten in Lagden hat der Basutochef den Befehl gegeben, eine Demonstration an der Grenze auszuführen und sich der Ueberschreitung der Grenze seitens der Buren zu widersetzen. London, 9. April. Aus Pretoria wird vorn 6. d. gemeldet: Der Buren-General D e w e t traf in Dwet- dorn vier Meilen westlich von Bloemfontein ein. Er machte 450Gefangene und erbeute teeineMenge Munition und Waffen aller Art. Die Buren hatten mir zwei Tote und vier Verwundete. Die Verluste auf englischer Seite sind unbedeutend. London, 9. April. Ein Telegramm aus Springfontein vom Donnerstag meldet: Die Freistaatler von Reddersburg, die trotz ihres Unterthanenerdes sich wieder erheben und mit den Buren öeretnigem haben die b ritische Flagge h e r a b g e r i f f e n und- die Freistaaten-Farben gehißt. London, 9. April. Aus Kapstadt wird vom 4. April -gemeldet: Von den in Simon st own gefangenen 30 Buren, die einen Fluchtversuch machten, indem sie die Aufmerksamkeit der englischen Wachtposten ablenkten, gelang es allen bis aus neun zu entkommen, welch letztere wieder gefangen wurden. Deutsches Keich. Berlin, 8. April. Der Kaiser hatte gestern und vorgestern im Auswärtigen Amt Besprechungen mit dem Staatssekretär Grafen Bülow. Gestern hörte der Kaiser im königlichen Schlosse die Vorträge des Chefs des Generalstabes Grafen Schliessen und des Chefs des Militärkabinetts von Hahnke. Das Frühstück nahm der Kaiser mit dem Prinzen Heinrich beim Reichskanzler Fürsten Hohenlohe ein. — Zu den Jagddispositionen des Kaisers wird jetzt berichtet, daß der Monarch in einigen Wochen, also noch vor dem Besuch auf Schloß Uroille, dem Fürsten zu Fürstenberg in Donaueschingen einen mehrtägigen Besuch abstatten wird, um in dessen Waldungen an Äuerhahn- jagden teilzunehmen. Gelegentlich dieses Besuches wird der Kaiser die Trümmer der früheren Burg Fürstenberg besichtigen. — Der Kaiser hat, wie wir zuverlässig erfahren, dem kriegsgerichtlichen Erkenntnisse gegen den Leutnant in der südwestafrikanischen Schutztruppe Prinzen Prosper von Arenberg die Bestätigung versagt. Nach unwidersprochenen Angaben war das Erkenntnis im Verhältnis zu der Strafthat sehr milde ausgefallen. — Durch eine Kabinettsordre des Kaisers wird eine Stickerei zum Interimswaffenrock der Generale neu eingeführt. Die an den Kriegsminister gerichtete Ordre hat folgenden Wortlaut: „Ich will den Generalen Meines Heeres durch Verleihung einer Auszeichnung auf den Kragen und den Aufschlägen des Jnter- imswaffenrockes einen erneuten Beweis Meiner Königlichen Gnade zu teil werden lassen. Ich habe hierzu die Stickerei bestimmt, welche von dem Regimente Alt-Larisch getragen worden ist, einem Truppenteil, der sich im Siebenjährigen Kriege unvergänglichen Ruhm erkämpft und auch auf seinem letzten Waffengange des Preußischen Namens sich würdig gezeigt hat. Sie haben diese Meine Ordre der Armee bekannt zu machen". — Kolonialdirektor von Buchka hatte infolge der Nachrichten über aufrührerische Bewegungen in der Kolonie Kamerun auf den 5. d. M. eine Konferenz der Plantagenbesitzer zusammen berufen, an der auch der Gouverneur von Puttkamer teilnahm, um sich über diese Dinge zu informieren, und Maßregeln zur Beseitigung der vorhandenen Arbeiternot zu treffen. Aus den Verhandlungen ergab sich, daß jene beunruhigenden Nachrichten vielfach übertrieben seien, und daß die Gefährdung einzelner Plantagen mehr auf lokale Ursachen und vereinzelte Vorfälle zurückzuführen seien. Die Meldungen von einem allgemeinen Aufstande seien unbegründet. Dagegen wurde festgestellt, daß allerdings zur Zeit ein bedenklicher Mangel an Arbeitern vorhanden sei, dessen Be- soitigilng sich zu einer Bedingung für das Gedeihen des Plantagenbaues herausgestellt habe. — Die Anwesenheit des Reichstags - Präsiden te n in Rom wird von der National-Zeitung mit Der Flvttenvorlage in Verbindung gebracht. — Nach einer Blättermeldung sollen sich die Konzessionen betreffs einer Verständigung der Regierung und der Reichstags-Mehrheit über das Fleischbeschaugesetz auf zwei Punkte erstrecken. Erstens soll von einer Zeitbestimmung für das in Aussicht genommene Einfuhr-, verbot abgesehen werden und zweitens soll die Einführung von Pökelfleisch in Stücken von zehn Pfund gestattet werden, sofern es derart zubereitet ist, daß eine nachträgliche Entpökelung ausgeschlossen erscheint. Hierzu bemerkt die „Kreuzzeitung": Die Erwägungen, die in konservativen Kreisen über eine etwaige Verständigung stattfinden, bewegen sich allerdings in der bezeichneten Richtung, sind jedoch noch nicht so weit gediehen, daß sie sich zu bestimmt formulierten Anträgen verdichtet haben. Tie Entscheidung, ob solche einzubringen sind, wird erst nach der Osterpause beim Wiederbeginn der parlamentarischen Arbeiten getroffen werden können. — Beim deutschen Handelstage kam als dritter Gegenstand die Frage der Besteuerung der W a r e n- Häuser zur Besprechung. Die Versammlung nahm folgenden Beschluß an: „Der Entwurf eines Gesetzes betr, Waren'haussteuer unternimmt es, den Großbetrieben int Kleinhandel den Wettbewerb mit den Kleinbetrieben am gveichen Ort mittelst einer auf den Umsatz gelegten Sonder-- steuer zu erschweren. Die Bemessung der Steuer nach dem, Umsatz steht zu der gerechten Forderung, daß die Besteuerung sich nach der Leistungsfähigkeit richte, im Widerspruch. Der Grundsatz, daß der Entwickelung zum Großbetrieb durch das Mittel der Besteuerung entgegenzutreten sei, würde, ohne den Kleinbetrieben zu nützen, in allgemeiner Durchführung die wirtschaftliche Zukunft des Vaterlandes gefährden, ist auch in beschränkter Anwendung als ein Hemmnis der Entfaltung wirtschaftlicher Kräfte und eine Schädigung der Konsumenten mit Entschiedenheit zurück- zuweisen." — Die Mitteilung, daß das preußische Staatsministerium beschlossen habe, dem Anträge auf Zulassung »er Abiturienten der Realgymnasien zum uische u Studium zuzustimmen, wird den ,,-berl. Pol. Nachr." als zutreffend bezeichnet mit dem Bemerken, daß die Zulassung nur erfolgen soll, wenn diese Abiturienten rrn Lateinischen vollauf den Anforderungen genügen, welche an die Abiturienten der humanistischen Gymnasien gestellt werden, lieber die Zulassung der Real- Gymnasial-Abiturienten zu andern Studien, "namentlich zum juristischen, soll kein entscheidender Beschluß gefaßt worden sein. Leipzig, 8. April. Die feierliche Grundsteinlegung für das Völkerschlacht-Denkmal am Napoleoiistein ist auf den 18. Oktober festgesetzt. Der König von Sachsen und der Kaiser werden voraussichtlich der Feier beiwohnen; Bundesrat und Reichstag werden durch Abordnungen vertreten sein. Die Feier wird mit großem offiziellen Gepränge vor sich gehen. Ausland. Kopenhagen, 8. April. Die dänische Polizei hat die Revolverkugel im Waggon des Prinzen von Wales gefunden. Sie hatte gegen die harte Holzbekleidung der Wand, sechs Zoll über dem Kopfe des Prinzen, angeschlagen, war zurückgeprallt und auf dem dem Prinzen gegenüberstehenden Sopha niedergefallen; sie ist auf einer Seite platt eingedrückt. — Der Prinz und Prinzessin haben ihre Absicht, die Ostertage in Kopenhagen zu verbringen, infolge des Attentats aufgegeben. Sie reisen schon Mittwoch wieder ab. Brüssel, 8. April. Auch der dritte Freund Sipidos namens Meier ist verhaftet worden. Er wird auch wegen Mordversuchs unter Anklage gestellt werden. Meier hat sich die größte Mühe gegeben, Sipido zu veranlassen, sein Wort in Bezug auf das Attentat zu halten. Seitens der Eltern Sipidos wurde an die Königin Viktoria und an den Prinzen von Wales ein Gnadengesuch abgesandt. Die Mutter Sipidos erhielt die Erlaubnis, ihrem Sohne Nahrungsmittel zu bringen. Antwerpen, 8. April. Das vlämische Organ „Nieuns Gazettes" veröffentlicht einen Privatbrief aus dem Kongostaat über die Mißhandlungen, die von den BadjaS verübt worden find. Der Brief stammt von einem Mitgliede der Antwerpener Kongogesellschaft, namens Lacovir. Derselbe erklärt, daß er den Befehl erhalten habe, alle Eingeborenen einer Ortschaft umzubringen. 22 Frauen und 2 Kinder dieses Ortes wurden getötet. Konstantinopel, 7. April. Eine Offiziers-Deputation reiste nach Essen ab zur Besichtigung und Bestellung von Schnellfeuer-Kanonen neuesten Systems bei Krupp. — Der russische Botschafter bestätigte den Empfang des vom Sultan sanktionierten Vertrages, betr. die Rußland erteilten Vorrechte für den Bau von Eisenbahnen in Klein-Asien. Dschibuti, 7. April. Bei Digdiga in Ogaden hat am 19. März im Verlaufe religiöser Kämpfe eine Schlacht ftattgefunden, bei welcher der christliche Gouverneur von Harrar siegreich blieb und 2000 Mohame- daner fielen. Menelik sandte 8000 Berittene zur Ver- stärkung ab. Lokales und Vroviryielles. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 9. April 1900. * * GeschichtSkalerrder. (Nachdruck verboten.) Vor 16 Jahreri, am 9. April 1884, starb, zu Karlsruhe einer der volkstümlichsten Dichter, Viktor von Scheffel. Er ist der Verfasser des 1855 er- schienen „Ekkehard". Außerdem haben wir von ihm den „Trompeter von SLkktngen" und die Ltedersammlung „Gaudeamus". Der Dichter wurde am 16. F:bruar 1826 in Karlsruhe geboren. — Der lO.^April erinnert uns an den ersten fchlesischen Krieg. An diesem Tage errang vor 149 Jahren (1741) der Feldherr Schwerin in der blutigen Schlacht bei Molbitz nach harten Anstrengungen den Steg über die österreichischen Truppen, worauf die Preußen den größten TeU von Ober- und Niederschlesien besetzten. ________________ K. PferdemarktOmnibusverkehr. Der Vorstand der Omnibus-Gesellschaft teilt uns mit, daß er kommenden Mittwoch zu dem stattsindenden Pferdemarkt eine regelmäßige Omnibusverbindung zu allen Zügen von und nach dem Pferdemarktplatz einrichten wird. Der Fahrpreis beträgt 20 Pfg. • * Die Feuerwache im Turmhaus am Brand wird von etzt ab Sonntagnachmittags wieder von Mannschaften der reiwilligen Feuerwehr bezogen. * * Die Abgeordneten Versammluug des Oderheffischen Verbands freiwilliger Feuerwehren fand gestern nachmittag in Nidda statt. Ueber die Verhandlungen werden wir in der nächsten Nummer berichten. * • Allerhand Eifenbahnwunsche tauchen jetzt auch in unserer Nachbarstadt Wetzlar auf. Der dortige Handwerkerverein beabsichtigt, demnächst eine Eingabe an die maßgebenden Stellen zu richten, in der verschiedene Wünsche in Betreff schwebender Eisenbahnfragen der Erwägung der beteiligten Behörden empfohlen werden sollen. Der erste Wunsch geht dahin, daß eine Eisenbahnverbindung von Wetzlar nach Usingen hergeftellt werden möge. Es würde alsdann auf dem Wege Wetzlar-Usingen-Homburg-Frankfurt a. M. eine neue Verbindung Westfalens mit Frankfurt erreicht werden. Ferner wünscht man, daß Wetzlar die Endstation )er bisherigen Strecke Köln-Gießen werde und daß die von Wetzlar über Brandoberndorf nach Usingen zu erbauende Bahnlinie dazu benutzt werde, um durchgehende Züge auf stesem Wege nach Frankfurt zu führen und die Hälfte der e 18 Personenzüge von Wetzlar nach Gießen und umgeehrt von Gießen nach Wetzlar gehen, fortfallen zu lassen! Die Wetzlarer Handwerker beklagen sich auch darüber, daß, wie sie meinen, für die Vergrößerung der Gießener Bahnanlagen schon seit Jahr und Tag bedeutende Summen aus Staatsmitteln aufgewendet werden, während Wetzlar kaum ein ordentliches Stationsgebäude sein eigen nennt. Nun, wie es mit der Vergrößerung der Gießener Bahnanlagen teht, das wissen wir in Gießen bester; man sieht vorläufig noch nichts davon. Wir haben allen Grund, uns gegen diese Pläne und Wünsche der Wetzlarer entschieden aufzu- ehnen. Bad-Nauheim, 8. April. Der neue Soölst r u d e l wird Anfangs Juni für Sprudel- und Sprudelstrombäder in Gebrauch genommen lverden. Im gleichen Monat findet auch die Taufe des Sprudels, verbunden mit einer Festlichkeit, statt. Die neue Quelle springt jetzt 5 Meter hoch und wirft 9—10 Liter Soole in der Sekunde aus. Durch das Reinigen der unterirdischen Schluchten beim Bohren des neuen Sprudels Hut der „große Sprudel", Quelle VII, seit 14 Tagen an Kohlensäure zugenommen. T Nidda, 8. April. Gestern abend ereignete fich auf £>cr Nebenbahnstrecke Nidda—Schotten ein schrecklicher Unglücksfall. Am südlichen Ende von Unter-Schmitten schon im Orte schneidet die in einem Einschnitt laufende Bahn!die Ortsstraße, unmittelbar neben dem Friedhof Die Straße fällt steil nach dem Otte zu ab. Als nun de: um 9 Uhr abends hier einlaufende Zng die Stelle passierte fuhr das dem Schneidmüller Ruppel gehörige Gefährt bespannt mit zwei Pferden, über den Bahnkörper, der kein - Barriören hat. Bei dem Anprall wurde das eine Pfert sofort getötet, das andere verletzt. Der auf de« Wager sitzende Knecht wurde schwer verletzt, und ein mit fahrender Familienvater, Namens Uhl, Arbeiter in der Möbelfabrik Ningshausen hier, starb nach zwei Stunden Wo die Schuld liegt, wird die Untersuchung ergeben übrigens ist der Zug erst zu sehen, wenn man direkt an der Ueberfahrt steht, und das Geläute her Maschine kann von einem auf einem Wagen Fahrenden nur sjchwer gehört werden. Es ist nur ein glücklicher Zufall, daß an der Stelle nicht schon mehr Unglück geschehen ist. Die Maschine gewährte einen gräßlichen Anblick. Der Zug wurde weiter nicht gefährdet. Mehrere Mitfahrende waren kurz vorher abgestiegen, sonst wäre das Unglück noch größer geworden. Wie verlautet, dürfte der Knecht, ein bejahrter Mann Namens Wagner, nicht mit dem Leben davonkommen. [] Alsfeld, 8. April. Bon der Erwägung ausgehend, daß gesunde Haustiere, besonders aber wertvolle Zuchttiere, ohne freie Bewegung des Jungviehs nicht gezogen werden können, erstrebt der landwirtschaftliche Verein für die Provinz Oberheffen die Errichtung von Jungviehweideu in den verschiedenen Gebieten der Provinz. Im Vogelsberg, wo noch große Flächen Gemeinbesitzes vorhanden sind, werden diese Hutweiden mit Unterstützung des Provinzialvereins als Gemeindeunternehmungen durchgeführt, und zwar gelangen derartige Projekte zur Durchführung in den Gemeinden zu Crainfeld, Hartmannshain, Ober- Seemen, Nieder-Seemen, Steinfurt und Hörgenau. Hier werden Flächen von 50 bis über 100 Morgen zweckentsprechend in Schläge eingeteilt, eingefriedigt und rationell kultiviert, sodaß der Weidebetrieb nach vernünftigen Grund sätzen durchgeführt werden kann. Um nun aber auch ben Gebieten, die nicht im Vogelsberg liegen und daher für die Beschaffung von Weidegelegenheit für das Jungvich keine so günstige Gelegenheit haben, auch die Möglichkeit zu gewähren, das Jungvieh auf eine Weide treiben zu können, hat der landwirtschaftliche Provinzialverein voriges Jahr im sogenannten Tiergarten bei Hungen eine Jungvieh weide errichtet, die im Laufe dieses Frühjahrs beträchtlich erweitert worden ist, sodaß in diesem Sommer ca. 60 Stück Jungvieh aufgetrieben werden können. Eine gleiche Weide wird soeben auch auf Kosten des Vereins in Wernings, Kreis Büdingen, errichtet, auf der ca. 70 junge Rinder Aufnahme finden können. Der Weidebetrieb beginnt auf beiden Weiden Anfang Juni und dauert bis Anfang Oktober. Aufgenommen werden nur junge Tiere im Alter bis zu zwei Jahren, die beiderseits von Herdbuchtieren abstammen. Das Weidegeld beträgt 35 Mk. ohne den Zuschuß des Provinzialvereins. Die Ernährung der jungen Tiere ist reichlich, sodaß sie sich kräftig entwickeln können. Auf beiden Weiden wird auch eine beschränkte Anzahl Fohlen aufgenommen. A Mühlheim bei Offenbach, 8. April. Vor der Billa des Farbwerkdirektors schoß sich vorgestern um die Mittagsstunde ein Färbermeister drei Revolverkugeln in den Leib. Die Verletzungen find schwer. Als Motiv der That bezeichnet man gekrankten Ehrgeiz. A Seligenstadt, 8. April. Der OttSgewerbevercin veranstaltete Heuer die erste freiwillige Gesellen- Prüfung, der sich 16 Prüflinge von hier und aus der Umgegend unterzogen, meistens Zöglinge der hiesigen Hand- werkerschule. Die Gesellenstücke wurden heute im „Römischen Kaiser- ausgestellt und fanden wohlverdiente Anerkennung. Den jungen Gesellen wurden durch den Vorsitzenden des Gewerbevereins, Drechslermeister Franz Schmitt, künstlerisch ausgefertigte Lehrbriefe überreicht. A Mainflingen, 8. April. Beim Baue der neuen Kreisstraße zwischen Mainflingen und Zellhausen ereignete sich vorgestern der erste Unfall. Der hiesige verheiratete Arbeiter Kilian Horn geriet unter einen Rollwagen und erlitt schwere Verletzungen, insbesondere eine schauer- liche Zerquetschung des rechten Fußes. A Dieburg, 8. April. Die zur definitiven Wiederbe- etzung ausgeschriebene Schule zu Weiher bei Wald-Michel- bach wurde dem seit einigen Monaten an der 5. hiesigen Mädchenschulklasse wirkenden Schulverwalter Kaiser übertragen. Die erst vor 2 Jahren in die Schule aufgenom menen Mädchen erhalten mit dem Nachfolger Kaisers ihren fünften Lehrer. W orms, 9. April. (Tel. des „Gieß. Anz." DaS am 4. April eröffnete Warenhaus von Alsberg brannte in der vergangenen Nacht vollständig ans. Das Feuer ent- stand infolge einer illuminierten Dekoration, welche die Wormser Rheinbrücke darstellte. Der Schaden beträgt mehrere hunderttausend Mark. Es gelang, düs Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Mainz, 8. April. Von Fürstlichkeiten werden zur Gutenbergfeier, wie jetzt bestimmt verlautet, der Großherzog von Hessen, Prinz Heinrich von Preußen, als Vertreter des Kaisers, der König von Sachsen, und der Großherzog von Baden hierher kommen. «6 ist noch unbestimmt, ob der Prinzregent von Bayern nicht auch hierher kommt. Aus Rheinhessen, 9. April. Die Wein-Ver^ teigerungen, die bis jetzt in diesem Frühjahr statt gefunden haben, haben durchweg einen guten Verlauf ge» nommen. Insbesondere dürften die Spekulanten und Produzenten, die reine, flafchenreife Weine in mitteler Preislage auf den Markt gebracht haben, mit bem Verlaus der Auktionen zufrieden fein. Ob Nachfrage und Kauflust naa> besseren, feineren Sorten vorhanden ist, laßt sich vorerst. Seit ttttf äS E wurde, n d- gierE Sn dti OW 3»«« ‘"i, ittan durch 2 Mördc tbeosM • 8* 1- Mdr des tztllulvidm.e * dir Men Lehrling, der Ni rasender Webergch grifttn dir aM * butti) W D retten, wobei (frau unb eil lityeit nad) De »In Der gemeldet, daß Obertertianer L Postkarte srriwil Könitz, der dir' Mädchen- jjtfö: Ueberzengung gi in gar feiner St nur um einen ha satz zu den bisher Eiadjttu Mitteilun in Sönitz seinen 1 jungen Mm, d davon gewesen m, Massen. - Eine wach die israelii nicht ausMrtr! Hrch Situstq btu «ittqnNM, Wn BarMui 1 Bruk, 1 Blockhaus' mehrere Cel und Möbel 2704 «< »! Mmch d» versteigere ich: 'm BiekerK 2Ubr. gfi „ Mein, eine Pa 2' dem Kr Zugpferd (6- «kitzle Br. 10 *■ Mig ™iepte * *•‘6. ?• Ai .Jiii i $ krl- Metzelsuppe 3-Zimmerwoynung 01465 zu vermieten. SchiLerssraße 29, 2 Tr. rs 2692 MMtMriinM. Strlieib(i»cl‘udjr Vermiet nn gen ElWskWiDDU ?.tt nerl'.nnten (Mene Stellen Vlietgeittche Zwei töcht. Lchvkider gtfidjl 01473 Kg. 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Ärmste MribuWr- TevesS« des Bureau.Herolds Wien, 9. April. Infolge des emgetretenen Than- wetters laufen aus allen Gegenden Meldungen von H och Wasserschäden ein. In Wien und Umgegend ist ebenfalls durch das Hochwasser großer Schaden angerichtet Budapest, 9. April. Nach einer Meldung der Direktion der ungarischen Staatsbahn mußte wegen Hochwassergefahr der Verkehr auf vielen Strecken eingestellt werden. Im Oedenburger Komitat sind mehrere Ortschaften überschwemmt. ____ Zwei urmSbliertk Zimmer sofort zu mieten gesucht. Offerten mit Preisangabe unter 01469 an die Expedition d. Bl. Prima Nußkohlen empfiehlt Heorg Schäfer, Licherstraße 5. Halbdeck, ein gut erhaltenes, nebst Einspänner platt. Geschirr zu verkaufen. 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Seme Frau und ein fünfjähriges Kind sind aller Wahrscheinlichkeit nach verbrannt. ♦ In Der Konitzer Mordaffaire wird uns weiter gmceldet, daß sich der Schreiber der an den ermordeten Obertertianer Winter unterm 10. Februar d. I. gerichteten Postkarte freiwillig gemeldet hat. ES ist ein Jüngling aus Komitz, der die Postkarte angeblich im Auftrage eines jungen MdchenS geschrieben haben will. Die Behörde hat dre Überzeugung gewonnen, daß dieser Vorfall mit dem Morde in yar keiner Beziehung steht. Es scheint sich^ vielmehr nin um einen harmlosen Scherz zu handeln. — Im Gegensatz zu den bisher über den Charakter des Ermordeten ge- Mchten Mitteilungen schildert jetzt der Bäckermeister Lange in Könitz seinen früheren Pensionär als einen .harmlosen iuwn Mann, der bei aller Aufgewecktheit weit entfernt davon gewesen wäre, sich in schmutzige Liebesabenteuer em- lulaffen. — Einer weiteren Meldung zufolge haben gegew wärtig die israelitischen Kaufleute in Konrtz durch die noch nicht aufgeklärte Blutthat einen großen geschäftlichen Nach- Mt. MchthüW. Hteivarrk. 2711 Hevte und morgea: StMiueW 50 AZ- 1 leucheiheimer Mühle Morgen Dienstag: 01464 Basatoiabmh mit vorzüglichem Material, in der Nähe der Eisenbahn, preiswürdig zu verkaufen. Derselbe ist betriebsfähig hergestellt. Angebote sind unter E. 2697 an die Expedition d. Bl. zu richten. 'utbtCTltin, "’J ätoei >M Selä« ««ich« S.Nm X * w, «tauj. A der »xtit * mit btmfe y.men M herein jütbit; 3u°gviehwti! 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Dtncenz John, Professor der juristischen Fa- kullät, Mitglied zahlreicher gelehrter Gesellscheftm, ebenso vtanj Wtldner, Professor der Tierheilkunde, in Innsbruck. bei»”®1. ch-r •n an «mal« die N fol11 t Älsber I aus- .DaA di Deloratil'^ «1 ©erben fi Gerichtsschreiber i. P., in Langen. — Herr Friedrich Kuntz in Dmm- n-v. ^rau Eleonore Jordis, geb. Schiesser, in Darmstadt Iran Katba^a^mm geb H-ld, in Darmstadt. - Frau Elisabeth-Braun, fS’EV 7n Reinbeilw - Herr Joh. Peter Gerhardt m Offenbach. Schiff», in Off°nb°ch. - 3«u ®«<. RWEGMW in - H-rr J°h. in Tran». Gerichtssaal. Q Gießen, 9. April. Strafkammer- Am Samstagvormittag I beschäftigte sich unsere Strafkammer mit der That eines italienischen Erdarbeiters namens Dominika Di Francaise aus Billa San Angelo. Der Angeklagte sprach kein Wort deutsch. Als Dolmetscher war der Lokomotivführer Anton Colombo aus Herbstein thätig. Ganz m der Art der berüchtigten Bravo hat der Angeklagte sein Opfer, den Zimmermann Johannes Valentin Traud au« Herbstem, ohne jeden Grund hinter istig | übnfallen und mit dem Messer der Art zugerrchtet, daß der Verletzte nahe daran war, für immer die Augen zu schließen Der Angeklagte gibt an, er sei am 4. März d. I in der Rühlschen Wirtschaft gewesen, er sei von Burschen dort angegriffen worden und habe in der Aufregung rum Messer gegriffen, um damit die Gegner abzuwehren. Ob der Ver« letzte unter den Angreifern war, will Dominiko Nicht iviffen. Traud sowohl wie eine Anzahl anderer Zeugen bekunden, daß der Angeklagte lüge, wenn er behauptet, er sei belästigt oder angegriffen gewesen. Er habe vielmehr im Hinteren Zimmer der Wirtschaft sich kurz vor dem Vorfall eine Flasche Bier geholt, den dabei sitzenden Traud angesprochen und auf dessen Erklärung, er sei ein guter Freund, diesem aus seiner Flasche Bier eingeschenkt und zu trinken gegeben. Alb Traud mrt semen Kameraden nach Hause wollte und dabei das vordere Gastzimmer passierte, sei der Italiener ohne jede Veranlaffung, von der Seite auf ihn zugesprungen und habe ihm, ohne daß jemand dies ahnen konnte, blitzartig mit einem sttletähnlichen Messer 2 Stiche beigebracht um dann schleunigst das Weite zu suchen. Der Gastwirt Rühl erklärt, der ge- fährliche Gast habe damals einen Schoppen Kümmel getrunken gehabt, sei aber nur wenig angetrunken gewesen. Der Staatsanwalt beantragt, bei der Schwere der Verletzung, bei der gefährlichen Waffe und mit Rücksicht auf die rohe und heimtückische Art, 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, obschon F. noch nicht vorbestraft ist. Demgemäß wurde auch vom Gerichtshof erkannt. __ _____ Arbeiterbewegung. Mainz, 8. April. Der Ausstand der Tüncher dürfte nach mrhrwöchenlltcher Dauer im Laufe dieser Woche «ufhören. Man st auf beiden Seiten offenbar d-/S Kampfes müde, und stückweise ist man hüben und brübtn mit seine« Forderungen und Ansprüchen be- scheiden'r geworden. Unmittelbar nach den Osterfetertagm wird wobl allgemein die Arbeit wieder ausgenommen werden. 4.26 Mk. — Pommersche Hvpotheken'Aktien'Bank. In der am 7. ds. in Anwesenheit des staatlich bestellten Treuhänders, des Könrgl. Bankdirektors Herrn Dr. Heßberger (Preußische Zentral-GenoffenschastS- Kallet abaebaltenen ordentlichen General-Versammlung wurde der Äv- slblub vro 1899 genehmigt, dem Vorstand und Aussichtsrat Decharge «teilt und di- sofort zahlbare Dividende auf 7 o/» festgesetzt^. Di-Bilanz befindet fich im Jnseratentelle unserer heutigen Zeitung. Die nach dem Lus ausscheidenden Mitgliedes des Aussichtsratsi Herren Geheünra Linde und CH-,--d°!I°ur Ch-istean-. wurden des Herrn Wirkl. Legationsrat und General-Konsul a. D. Freiyerrn von Rordenflycht, welcher wegen anderer Unternehmungen auS der Fi^a von der L-vdt u Co. ausgetreten ist und aus diesem Grunde sein Mandat niederaellgt hat wurde der König!. Kammerherr, Herr Fr-cherr von Solemachn-Antweil«, neu in den Aussichtsrat gewählt. Der Te«nm für die Durchführung der Kapitals-Erhöhung wurde nach den Vo chlägen der Verwaltung verlängert und die von der Aufsichtsbehör vorgeschriebenen Abänderungen des Statuts genehmigt. Frankfurter Börne vem 7. April. ■Weohbul a'if Now-York zu 4.21^22'/». Prämien auf Kredit per ult Aprd l.lO ’/j, do. per ult Mai 2.100/n Diskonto Kommandit per ult. Aprd 1.10'/o, o. p ult. Mai 2.OO«/o. Lombarden per ult. April 0.60’/o, do. per Mai 0.95O/o, Spanier per ult. Mai 0.00. n.. .. Kotierungen: Kreditaktien 225.90-00.00, vioko Kommandit 191 10-00-00, Staatebahn 186.10-000, Gotthard 141. , Lombarden 28.10-00 00, Ungar. Goldrento 97.30, Italiener 94 60, Bproz. Mexikaner 25.95, Oeeterr. Coupons 84.00, Anaenk. Coupons 4.19V4. Privat-Diakont 4®/16 °/ G. ... 11/. bis 28/4Uhr: Kreditaktien 225.90-000.00, Diskonto-Kommandit 191 10, Staatebahn 136.10, Lombarden 28 10, Bochumer 278.50 bis 277'5O’, Laurahütto 281-279.90. Gründers, 7. April. Fruchtmarkt. Weizen ;b,50-00.00, Mark, Korn 15,72-OvMk., Gerste 15,50-00,00Mk. Hafer 15,50-15,80 Mark, Erbsen 00,00—00.00 Mk., Linsen 00 Mk., Kartoffeln 4 Mk. bis Sprechstunden der Redaktion des Gießener Anzeigers täglich (mit Ausnahme. Sonntag) von 6-7 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplane.gaffe aus. s Backpulver, Dr. vetterd \ Danive-Zücker, I Pudding-Pulver 10 Pfg. Millionenfach bewährte Rezepte gratis von Bitte lesen. Sie! Meiner sehr geehrten Kundschaft teile mit, daß es mir gelungen ist, einen Posten nur erstklassige, hochfeine ___ Bunt-Stickereien Baumwolle das Pfund zu 75 Pfg. 2679 Nur ein Tag zum Jahrmarkt in Oswalds Garten. _____Freu Anna Springmann. DnWMchMlkMs-->A.HMMNII ist zum Jahrmarkt- da und werden sämtliche Schuhwaren zu bekannt billigen Preisen abgegeben. 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Untreue mit Frau Hansstcngel war im Gange. — In 1 ----------- 7- A1>rUe Wien erschoß sich der Prokurist und Hauptkassirer Höbe der Teppich-Aktiengesellschaft vorm. Haas Söhne aus gekränktem Ehrgefühl. Die Kaste war bei der Revision intakt. — In Lemberg hat sich der Schriftsteller v. RogoSz nx6 nicht beurteilen, da die Aultidnen sämtlich noch aus. 'fsipn. --- Kleine Mitteilungen aus HeM rmd be« Nachbar- (Sinrtmirt Wieaand aus Rendel wiro jCii Haien. - Gastwirt »5iegano bedeutende Schulden. etrede ^and 3 Rabenau ist als Hilfsarbeiter beider m in Ostenbach ernannt worden. - Der hf« ertrilte dem Rittmeister Kraemer in Darmstadt, Maeladjutanten des Großherzogs, die ^rl^bnis |ur «n« L® be6 OsfizicrrkreuzeS bei griechischen ErlosevOrdenS. Darmstadt, 7. April. Die Erste Kammer der ri»nde wird Mittwoch, 18. ds. Mis. zu einer Sitzung , ° rieb berg wurde di- 50,ährige Äs-"r der Gro^ßh. Blindenanftal. am Freitag Borna durch -inen F-fiattus im Saale zu den „Dre. Srirrn beoanaen. - Unter den Beamten der G-m-mde Mstensachsen (900 Einw.) scheint das Wechselfieber Iisgebrochen zu sein, denn Nicht weniger als zehn Herren lQb,n im Verlaus von nicht einmal 4 Jahren den Ort mlassen. ES sind dies 1 Geistlicher 3 Lehrer, 2 «erzle, i Postverwaltcr, 1 Förster und 1 (Senbaim. Sicherem Kmehmen nach sind noch drei andere Herren bei ihrer stihiirde ebensallS um Versetzung eingekommcn. Ö- uu) Srefische Ä e. Billige Preise. 01459 Hiefenrveg 18. 2698] Gesucht wird ein tüchtiger Msihilieiifilhrki oder geprüfter Heizer bei dem Bahnbau Londorf—Lollar. Meldungen sind an das Baubüreau in Allendorf a. d. Lda. zu richten. ______E. Reuter, Bauunternehmer. Ein Nkchauikttgehilsr uud ein lehrliug gesuiht. 2681 Garl Hraf, Kirchenplatz 11. Versteigerung. Vienstaa den 10. 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M der kni lichkit beschM, 5i( von btt Pobti Md *ba6, Mkrtr Stck m Lode stmen Iw goilgenrn Doä>: i Astinch grnlM ein üotttommtflti Flottelivorlage.r werben noch mn tijchev GeslchM jener Weist en' HM mrdr durch l>ie Perl zwei fürstliche meinen bie $ Don Men u Sumberlanb mit der frone gliche Lhronsoh Welche Sonfiello treten eines wel Fürsten entstehe ®ai in dieser! regt jat, ba6 n>i ffyfter in Wien wobei der Herzog des ostiziellen Be RnigS von Preu an diejes Ereigni über die nächste daß es müßig er Jermtongen nod Ganz nrM ftottt ßtbtmann, das öffentliche g allerwenigsten b< "iilzen könnte \ ®Md!a Mi W Älrnjch ft da unten in d stch gegrulviirt der die Waffe goaraaaaaaaaaoaaao □ Statt besollderrr Anzeige. 8 8 Gin Soh« geboren. g Hauptmann Großmann n Sund Frau Anna, geb.Cullmann. Q Gießen, 8. 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