ML» 236 GEes Blatt Dienstag den 9. Oktober 150. Jahrgang M»o<» Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen der In- und Auslandenehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Acjugspreks vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellea vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Erscheint tägNch mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamikieubtätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hcff. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Amts- und Anzergeblntt für den "Kreis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße Nr. 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Zamilienblütter, Der hessische Landwirt, Malier für hessische UotKslmnde. ______ Ale Kksirkstugesehlkn in MchMrmgtn. Man wird es in Altdeutschland vielleicht nicht verstehen, daß die Bezirks- und Kreistaaswahlen, dievergangenen Sonntag stattfanden, in der reichsländischen Presse verhältnismäßig so viel Staub aufwirbelten. In den Kreistagen und in den in Metz, Kolmar urch Straßburg tagenden Bezirkstagen wird ja nur über rein lokale Fragen, z. B. über Wegbauteu verhandelt. Politische Bedeutung aber haben die Bezirkstagswahlen, insofern 34 von den 58 Mitgliedern des elsässischen Landtags, „Landesausschuß" genannt, von und aus den Mitgliedern des Bezirkstages gewählt werden. Im großen Ganzen spielte übrigens bei den Wahlen die Kirchturmspolitik die Hauptrolle. Die Beteiligung an der Wahl war auf dem Lande eine sehr mäßige. Nur in den Städten hatten die Wahlen ein wesentlich politisches Gepräge. Im großen Ganzen bedeutet derAussallderWahlen einenSieg derstaats- freundlichen über die staatsfeindlichen Elemente; sowohl der deutschfeindliche Klerikalismus, als auch die staatsfeindliche Sozialdemokratie haben bei den Wahlen vom letzten Sonntag erfreulicherweise sehr schlecht abgeschnitten. — In Straßburg, das einst Bebel gewählt, erlitten die Sozialdemokraten eine besonders schwere Niederlage. Die beiden Kandidaten der Ordnungsparteien, der freisinnige Justizrat Riff und der gemäßigt konservative Bürgermeister Back wurden mit 4400 Stimmen gewählt, während es ihre beiden Gegenkandidaten, ein Schriftsetzer und ein Geschäftsagent, zusammen nur auf 1706 Stimmen brachten. In Mülhausen, das früher immer als eine Hochburg der Sozialdemokratie gegolten, mußten die Genossen, obwohl sie diesmal einen Einheimischen ausstellten, aufs neue erfahren, daß ihre Sache in der elsässischen Jndustriemonopole in unaufhaltsamem Rückgang begriffen ist. Obwohl der Kandidat der Ordnungsparteien wegen seiner agrarischen Richtung von vielen nicht gewählt wurde, erhielt derselbe doch 3571 Stimmen, während es der Kandidat der Sozialdemokratie nur auf 2155 brachte. Mit größter Spannung sah man int ganzen Lande der Wahl in Kolmar entgegen. Hier hatte es das ausscheidende Mitglied, der vielgenannte Priester Wetterle nicht mehr gewagt, seine Kandidatur aufzustellen. Unter der Bevölkerung der Stadt war in den letzten Jahren eine Wandlung vor sich gegangen. Man war auch in katholischen Meisen zu der Ueberzeugung gekommen, daß die deutschfeindliche Agitation Wetterles, wie er sie besonders in seinem nur in französischer Sprache erscheinenden „Journal de Kolmar" betrieb, die Stadt auf die Länge schädigen müsse. Die klerikalen Führer waren sich bewußt, daß, wenn sie Wetterle wieder als Kandidaten auf den Schild heben, ihrer eine geradezu vernichtende Niederlage wartete. Es galt, wenn man siegen wollte, die Altdeutschen zu gewinnen, die in Kolmar das Zünglein an der Wage bilden. Es gelang ihnen auch noch int letzten Augenblick, einen altdeutschen Oberlandesgerichtsrat, einen Zentrumsmann strengster Observanz, zu einer Kandidatur zu bewegen. Hätte sich Jsemann selbst aufgestellt, so wäre er der Unterstützung der Altdeutschen sicher gewesen. Aber einen, von den Protestlern Preiß und Wetterle präsentierten Kandidaten wollte man sich nicht gefallen lassen. So entschied sich denn der altdeutsche Verein zur Unterstützung des demokratischen aber deutschfreundlichen Rechtsanwalts Blumenthal, dem Kandidaten der Volkspartei, der denn auch mit einer Majorität von 300 Stimmen über den Zentrumspolitiker Jsemann den Sieg davontrug. Man mag sich in Deutschland wohl hier und da verwundern, daß die gemäßigten deutschen Elemente Kolmars einen Demokraten unterstützen konnten. In Anbetracht der maßlosen Angriffe Wetterles auf das Deutschtum, galt es aber, diesem und seinem Anhang auf alle Fälle eine Niederlage beizubringen, selbst wenn sie einen altdeutschen Oberlandesgerichtsrat auf den Schild erhoben. Unter den übrigen Wahlen ist vor allem noch diejenige von Obexehnheirn zu erwähnen, wo ebenfalls ein protestlerisch gesinnter Abbe, der.Reichstagsabgeordnete Delsos gegen den altdeutschen Bürgermeister dieses Ortes kandidierte und eine vernichtende Niederlage erlitt. Auch sonst wurden die klerikal-Protestlerischen Kandidaturen, wo sie auftauchten, zurückgeschlagen. Die nächsten Reichstagswahlen in Elsaß-Lothringen dürften ähnliche Erfahrungen zeitigen. __________ Politische Tagesschau. Nachdem mit dem 1. Oktober die letzte Gewerbe- ordnungsnovelle und mit ihr die Bestimmungen über den Neun-Uhr-Ladenschluß in Kraft getreten sind, ist darauf aufmerksam zu machen, daß noch eine Frist im Gesetze selbst festgelegt ist, welche vier Wochen nach dem 1., also am 28. Oktober d. I., abläuft. Sie betrifft alle offenen Verkaufsstellen, in welchen in der Regel mindestens zwanzig Gehilfen und Lehrlinge beschäftigt werden und bezieht sich auf den Erlaß Dort Arbeits-Ordnungen. In der Gewerbeordnungsnovelle vom Jahre 1891 wurde für jede Fabrik mit mindestens zwanzig Arbeitern der Erlaß einer Arbeits- Ordnung vorgeschrieben. Dieser Vorschrift sind die betreffenden Bestimmungen der letzten Gewerbeordnungs-Novelle nachgebildet. Im allgemeinen werden sie denn auch in den Arbeitsordnungen für die größeren offenen Verkaufsstellen die gleichen Bestimmungen wie in den Fabriken vorfinden müssen, so über Anfang und Ende der täglichen Arbeitszeit, über die Pausen, über Zeit und Art der Abrechnung und Lohnzahlung, über eine etwaige besondere Frist der zulässigen Kündigung und gegebenenfalls über Strafeü. Dagegen wird in den Arbeitsordnungen für die größeren Verkaufsstellen eine Bestimmung über die Verwirkung rückständiger Lohnbeträge nicht enthalten fein, weil für die Handelsgeschäfte diese auf das Gewerbe im engeren Sinne beschränkte Anordnung überhaupt nicht zutrifft. Selbstverständlich entfällt für diese Arbeitsordnungen auch die für Fabriken vorgesehene Mitwirkung der etwa bestehenden Ausschüsse der Angestellten, jedoch ist ebenso wie in den Fabriken vor dem Erlaß den großjährigen Angestellten Gelegenheit zu geben, sich über den Inhalt der Arbeitsordnung zu äußern? Im klebrigen finden die in ber, Novelle vom Jahre 1891 getroffenen Anordnungen entsprechende Anwendung auf die Arbeitsordnungen der größeren offenen Verkaufsstellen. Die Arbeitsordnungen müssen, tvie1 gesagt, mit dem 28. Oktober d. I. spätestens erlassen sein. Wie aus Brüssel gemeldet wird, ist das neuvermählte Paar, Prinz und Prinzessin Albert, gestern nachmittag dort angekommen und wurde am Bahnhof vom König und den Spitzen der Behörden empfangen. Die für heute angekündigte sozialistische Kund- gebung ist infolge einer neuen Zusammenkunft des Bürgermeisters mit dem Vertreter der Arbeiterpartei auf morgen verschoben worden. Die Fahrt des Prinzen und der Prinzessin vom Nordbahnhof zum prinzlichen Palais auf der Place Royale verlief ohne Zwischenfall. Auf dem Wege bildete die Bürgergarde Spalier, hinter welcher eine große Menschenmenge Aufstellung genommen hatte, welche das prinzliche Paar stürinisch begrüßte. Einzelne Rufe: „Es lebe die Amnestie!" wurden laut. — Auf dem Bahnhofe in Verviers hatte sich ein Zwischenfall ereignet. Ein sozialistischer Gemeinderat wollte dem Prinzen eine Bittschrift überreichen, in welcher Amnestie gefordert wird; Die Ueberreichung wurde jedoch unter Protest des Bittstellers verhindert. Als darauf der Prinz eine Revue über die Bürgergarde von Verviers abnahm, demonstrierte eine Gruppe sozialistischer Gemeinderäte wiederholt für die Amnestte. Es verlautet, im Palais zu Brüssel sei die Meldung eingegangen, daß thatsächlich ein Komplott gegen den Prinzen Albert bestanden habe. Infolge der Anzeige des Komplotts wurden 5 Personen, unter denen sich einer der Mitangeklagten Sipidos befindet, verhaftet. Dort sollen von den Verhaftungen nur drei aufrecht erhalten worden sein. Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. Oktober 1900. ** Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 24, vom 4. Oktober enthält: 1) Oeffentliche Anerkennung einer edlen Thal. — 2) Desgleichen. — 3) Desgleichen. — 4) Bekanntmachung, Genehmigung einer Stiftung betreffend. — 5) Bekanntmachung, die Organisation der Lokalverwaltung der Reichssteuern, insbesondere die Errichtung einer Orts« einnehmerei zu Nierstein betreffend. — 6) Verzeichnis der Vorlesungen, Uebungen und Praktika, welche im Winter« fernerer 1900/1901 in den sechs Fachabteilungen der Großherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt abgehalten werden. — 7) Dienstnachrichten. — 8) Konkurrenzeröffnungen. ** Provinzialausschußfitzuug. Am kommenden Samstag, vormittags 9 Uhr, findet hier im Regierungsgebäude (Brandplatz Nr. 9) eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschuffes mit folgender Tagesordnung statt: 1) Wahl von Kommissionen zur Nachprüfung der Mittelwerte für die Veranlagung des Grundbesitzes zur Vermögenssteuer für die Steuerkommissariatsbezirke Büdingen und Friedberg; 2) Gesuch des Maurers Heinrich Neuß zu Friedberg um Erlaubnis zur Erbauung eines Ringofens in der Gemeinde Fauerbach; 3) Gesuch des Ludwig Gräf zu Gießen um Erlaubnis zum Ausschank von Branntwein im Hause Leihgefternerweg Nr. 7; 4) Gesuch des Wilhelm Amend zu Gießen um Konzessionierung eines weiteren Zimmers zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Bahnhofstraße 62. •* Perfonalnachrichten. Der Kreisrat des Kreises Offenbach, Geh.-Regierungsrat Wilhelm Haas, wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ersprießlichen Dienste mit Wirkung vom Sektion Hießen des Z>. u. Ke. A.-W. Die Reihe der Wintervorträge eröffnete in der letzten Monatsversammlung Herr Pros. Hedderich mit einem interessanten Reisebericht: „Von den Quellen des Inn zur Jsere." Leider müssen wir uns versagen, auf die anregenden und lehrreichen Ausführungen näher einzugehen, mit denen der erfahrene Wanderer und bewährte Redner die zahlreich erschienenen Hörer zu fesseln verstand, wir beschränken uns daraus, den Verlauf der Reise in Kürze anzuoeuten. Von Chur, dem altehrwürdigen Bischofssitz Graubündens, führt die Wanderung durch die Lenzer Heide, dann ostwärts über den herrlichen Albulapaß (2300 Meter) nach dem großartigen Hochthale des Ober-Engadin. P o n t r e s i n a, in unvergleichlich schöner Lage, mit Ausblick auf die firngekrönten Häupter der Bernina-Gruppe, ist zum Ausgangspunkt für einige Hochtouren ausersehen. Begünstigt vom denkbar besten Wetter wird der Besuch des Piz Languard (3266 Meter) ausgeführt, der mit seiner fast sämtliche Alpengruppen umfassenden Rundsicht der berühmten Aussichtswarte des Gornergrates mindestens ebenbürtig sein dürfte. Ebenso befriedigend verläuft die Besteigung des Piz Boval und des Piz M örter at sch (3754 Meter). Nach einzig schöner Wanderung im Rosegthal nötigt jedoch der eintretende Witterungsumschlag, den begonnenen Ausstteg zum Piz Eorvatsch abzubrechen, sowie überhaupt auf weitere Hochtouren zu verzichten. Reichen Genuß gewährt die Höhenwanderung von Pontresina zum oberen Innthal, dessen saftgrüne Matten überragt werden von den Schneegipfeln, die in den lieblichen Seen der Thalsohle sich spiegeln. Bald verläßt die Straße den jungen Inn, und senkt sich nach Ueber- windung des Malojapasses in steilem Abfall zum Bergellthale. In überraschendem Wechsel, fast unvermittelt, vollzieht sich der Uebergang aus der alpinen Region der Arve, Zirbelkiefer und duftender Alpenkräuter in das Land der Palmen und die üppige Pracht südlichen Pflanzenwuchses. Vorüber an der jähen Steilwand des Monte Conto, dessen eine Hälfte einst in fürchterlichem Sturze eine blühende Stadt mit dritthalbtausend Bewohnern auf ewig begrub, gelangen wir an der Mündung des Thales nach der reizend gelegenen alten Stadt Chiavenna. Eine kurze Bahnfahrt bringt uns zum Corner See, dem berühmtesten der viel gerühmten oberitalischen Seen. Während dem nördlichen Teile mehr die erhabene Felsenumrahmung ihren eigenartigen Zauber verleiht, entzückt uns im Süden die Anmut des parkähnlich bewachsenen Ufergeländes. Da bei der überwältigenden Fülle der Eindrücke eine Ueberfättigung zu befürchten ist, so verlassen wir in Bellagio, entschieden dem schönsten Punkte in der Mitte des Sees, «den Dampfer und setzen erst am folgenden Tage die Ueberfahrt bis Como fort, lieber Monza wird dann Mailand erreicht. Ein fesselndes Bild von den Sehenswürdigkeiten, dem Leben und Treiben der lombardischen Großstadt wird uns entrollt. Neue Naturschönheiten bietet wieder der Luganer See. Auf dem Lago Maggiore erleben wir das aufregende Schauspiel eines heftigen Gewittersturmes, und erst nach mehreren angestrengten Versuchen gelingt die Landung in Pallanza. Die Großartigkeit und Lieblichkeit der I s o l a B e l l a , die Pracht ihrer südlichen Pflanzenwelt, kann nur gefdjaut, nicht beschrieben werden. Auch dem Rigi Oberitaliens, dem Monte Mottarvne, wird ein Besuch abgestattet, von hier der Abstieg nach Orta am gleichnamigen See genommen. In bequemer Fahrt durch die piemontesische Ebene und das herrliche Thal der Dora Balten aufwärts wird Courmayeur erreicht, wegen seiner bevorzugten Lage (1224 Meter) unmittelbar am Fuße der gewaltigen Mont- blanegruppe gleich stark besucht als Sommerfrische wie als Hauptstandquartier für alpine Hochtouren. Die Witterung ist zu längerem Aufenthalte nicht ermutigend. Von der Paßhöhe des Kleinen St. Bernhard (2188 Meter) ein letzter Gruß dem in reinstem Glanze erstrahlenden König unter den Sergen unseres Kontingents, 'und abwärts gehts zum fruchtbaren Thal der Jsere, von wo die Eisenbahn den Wanderer der nördlichen Heimat zuführt. Sch. -s- Krofdorf, 8. Oktober. Mit dem heutigen Tage nimmt der Schulunterricht nach den dreiwöchentlichen Ferien wieder seinen Ansaug. Für unsere Schuljugend brachte der erste Tag insofern eine Neuerung, als zum ersten Male sämtliche Schüler Zeugnishefte erhielten, welche sie ihren Eltern vorzulegen hatten. Es sind dies eigens für den Regierungsbezirk Koblenz eingeführte Oktavheftchen. Durch die Eintragungen können sich die Eltern überzeugen, wie es mit ihren Kindern in der Schule steht. »i“ Rodheim, 7. Oktober. Das am gestrigen Abend gefeierte Stiftungsfest des älteren Turnvereins, der gegenwärtig 74 Mitglieder zählt, nahm einen großartigen Verlauf. Trotzdem unsere Landleute sehr mit Herbst- arbeiten überhäuft sind, hatten sich fast alle Mitglieder mit Angehörigen eingefunden. Die dargebotenen theatra- lischen Stücke: „Der schönste Mann vom Regiment", sowie „Soldatenulk" fesselten alle Zuhörer, zumal bei sämtlichen Rollen viel gesungen wurde. Die überfüllten Räumlichkeiten gestalteten erst spät nach Mitternacht, daß man ein Tänzchen abhalten konnte. eß sich der Deutsche Flottenverein angelegen sein lassen, Unterhaltungslektüre für die in China Verwundeten zu sammeln, und wird diese den einzelnen Kriegsschiffen, sowie den Feldlazaretten in Äautschou, Tientsin und Jokohama durch Vermittelung des Reichs-Marine-Amtes direkt zugestellt. ürOn Holland mit großem Gefolge zum Besuch des Erbgrafen und der Erbgräfin von Erbach Schönberg hier ein. Der Aufenthalt ist. auf zehn Tage vorgesehen. Frankfurt a. M., 6. Oktober. Die Stadtverordneten- rverfammlung wird in ihrer nächsten Sitzung den Bericht des Finanzausschusses entgegennehmen, der den Ankauf der Eschershelmer Lokalbahn und des Bockenheimer, n - 'lrlzttätSwerks befürwortet. Auf Wunsch der Lokalbahngesellschaft ist noch eine Bestimmung in den Vertrag aufgenommen worden, wonach die Stadt anerkennt daß eine Verpflichtung zum Erwerb eines zweigeleisiqen Planums auf der Strecke Heddernheim—Riederursel nur in dem Fall erntreten soll, wenn dafür Enteignungsrecht ver- I "Ehen oder das zum zweigeleisigen Ausbau erforderliche * Metz, 5. Oktober. Hier werden augenblicklich mi Einem neuen Schnellfeuer-G.eschütz Versuche gemacht- I And zwölf Stück tragbare Maschinengewehre, die I nn die einzelnen Regimenter überwiesen worden find: aus Kolmar und Schlettftadt sind einige Jägerosfiziere und I Mannschaften hier eingetroffen, um die BedienungSmann- I »Haften im kriegsmäßigen Gebrauche der neuen Waffe zu unterwerfen. DaS Geschütz ist eine Art Kugelspritze mit Magazinladung und kann in der Minute 350 Schuß ab- geben. Durch eine eigene Vorrichtung wird eine pendel- artige Horizontalbewegung des Rohres hervorgerufen, sodaß die Kugeln eine große Breitenstreuung erhalten. * Vom Telephon. „Das Telephon macht in Rußland nur sehr langsame Fortschritte, und kein Wunder dies k I ^?elle Dir vor, ein Mann geht zum Telephon und schreit: i "Hallo! Sind Sie dort, Dvisastkivchsmartvoiczkic?" „Nein! Ich bin ZollemschouskaffirnocknstiffSgrowoff!" Wer spricht?" „Sechimockockiertrujaksmxkischokesmoff! Ich möchte gerne wissen ob LliferomanSkeffiSkillmajuvchwastowSkweibierskiez und Dvisosktifchsmartovoiczki noch immer bei Ihnen bedienstet sind?" * In dem altenburgischen Städtchen Schmölln ist am 30. September ein Krankenhaus eingeweiht worden. Zu dieser feierlichen Begebenheit hatte man den regierenden Herzog Ernst von Sachsen-Altenburg eiugeladen. Der Herzog leistete dieser Einladung Folge; er traf in Schmölln vormittags nach «/all Uhr ein und fuhr fünfzig Minuten später wieder fort. Diesen Aufenthalt feiert nun ein Herr Edwin Müller mit einem schwungvollen Gedicht,, dessen erste Strophe lautet: 's ist nicht ein Traum? So dürfen wir ihn schauen, Ihn, unser'n heißgeliebten, teuren Herrn? Ihn, der seit zwei Jahrzehnten unfern Gauen Und uns'rer Vaterstadt so fern, so fern? So hat ein Ende unser schmerzlich Trauern, So ist erfüllt, was wir so heiß ersehnt? Heil unS! Heil unS, daß wir in unserer Mauern Sein Antlitz schauen dürfen, liebgekrönt! Donnert, Kanonen! Erklinget, ihr Glocken! Fallt in den festlichen Jubel mit ein! Laßt uns im jauchzenden, hellen Frohlocken Treu unf're liebenden Herzm ihm weih'n. Hell unf’reß Heimatlandes herrlichster Zier! Heil, Herzog, Dir! Zur Erläuterung der vierten Zeile mag bemerkt werden, daß Schmölln von der Residenz P/a Wegstunden entfernt ist, darum: „so fern, so fern!" — Freuen wir uns mit den guten Schmöllnern, daß ihr zwei Jahrzehnte langes Trauern nunmehr beendigt ist. Vermischtes. * Berlin, 3. Oktober. Die Wohnungsnot hat dem städtischen Familien-Obdach in ver Fröbel- straße gestern so viel neue Gäste zugesührt, daß die h öch st e Belegungsziffer seit Bestehen des Obdachs erreicht worden ist. Es wurde von 113 Familien mit 434 Köpfen aufgesucht, so daß im ganzen 327 Familien mit 1366 Köpfen, darunter 421 Kinder und 42 Säuglinge untergebracht waren. Unter den Obdachlosen befanden sich verhältnismäßig wenige Familien, die schon längere Zeit in Berlin wohnen. Die mit den hiesigen Verhältnissen vertrauten finden leichter ein passendes Unterkommen als hier noch fremde; die Berliner benutzen auch nur int höchsten Notfall das Obdach. Diese Beobachtung hat man auch^im Asyl für Obdachlose in der Wiesenstraße gemacht. Das städtische Obdach war für einen solchen Massenzuzug von Familien, die fast sämtlich erst in den Abendstunden um Aufnahme baten, vollkommen vorbereitet. Die Obdachlosen erhalten, wie schon gemeldet, nicht nur Unterkunft, sondern auch Nahrung. Heute hat der Andrang nachgelassen und man hofft mit der Unterstützung der Bürgerschaft einen großen Teil der obdachlosen Familien, von denen 173 Möbel (Wirtschaften für 1 bis 2 Stuben) mitgebracht haben, bald unterbringen zu können. Die Aufgenommenen benehmen sich recht gesittet und sind in der Mehrzahl nur durch die Wohnungsnot und Mietssteigerungen genötigt gewesen, das städtische Obdach aufzusuchen. In fast allen "Fällen haben diese Aermsten in den Straßen Berlins vergebens nach Wohnungen gesucht und sind dann erst, nachdem alles Suchen umsonst gewesen, mit Hilfe der Polizei nach dem Obdach gekommen. In den Vororten Berlins, außer in Charlottenburg auch in Friedenau, Weißensee, Rixdorf, Reinickendorf, Tegel, Fried- richsberg - Lichtenberg herrscht ebenfalls große Not um kleine Wohnungen, so daß überall Obdachlose verhanden sind. Der Amtsvorsteher von Friedenau hat eine Bekannt- machung erlassen, worin zur Unterbringung armer, obdachloser Familien schleunigst kleine Wohnungen oder sonst Kan-wirtschaftliches. H. L. Darmstadt, 7. Oktober. Wie der Hessische Landwirt- schaftsratSrat unS mitteilt, wird das finanzielle Ergebnis der Landwirtschaftlichen Landesausstellung trotz deS starken Besuches nicht derart fein, daß der durch Nichtbewilligung deS StaatS- zuschusseS entstandene große Ausfall gedeckt werden kann. ES wird fich vielmehr infolgedessen ein recht erheblicher Fehlbetrag eraeben. Darmstadt, 6. Oktober. DaS Ministerium beabsichtigt, auf Antrag des Landwirtschaftsrates zur Bekämpfung der Rinder- tuberkulöse den Viehzüchtern und Züchter-Vereinigungen, welche die Impfung ihres Zuchtoiehbestandes mit Tuberkulin beantragen, kostenfreie Impfung zu gewähren. -v- A l s f e l d, 6. Oktober. In Verhinderung des Präsidenten des Oberhessischen Obstbauvereins, Geh. Regierungsrats Dr. Braden, eröffnete der Direktor der Geschäftsstelle des Vereins und Direktor der Obstbauschule in Friedberg Dr. von Peter die gut und mit vorzüglichem Obst beschickte O b st a u s st e l l u n g der Vereinsbezirke Alv- feld und Lauterbach im „Deutschen Hause" Zu cklsseld. Er beleuchtete in seiner Begrüßungsansprache die Bestrebungen und die Organisation des Oberhessischen Obstbauveretns, sowie die Bedeutung der Arbeit einer besonderen Fach- swule gerade für die in Bezug auf den Obstbau schembar weniger günstigen Lagen. Hier heiße es durch jahrelanges Studium die Grundbedingungen fcstzustellen, die Erfahrungen an einer Stelle zu sammeln und die Ergebnisse der Untersuchungen in anderen ähnlichen Lagen auf vorliegende Verhältnisse anziiwenden. Nur so konnten Mißerfolge vermieden uud Erfolge auch unter schwierigen Umstanden erzielt iind dem in'landwirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Beziehung so wichtigen Obstbau eine gute Heimstätte bereitet werden" Diese Aufgabe könne nur1 eine Schule nut tüchtigen Fachleuten in einem weiteren Bezirke durchführen. Er dankte dem Vereinsbezirk für die thatkräftige Unterstützung der Schule in ihrer Arbeit. Der Vorsitzende des Vereinsbezirks, Mrei§ainhnann Hamann entwarf ein Bild des Obstbaues des Vereinsbezirks und gab seiner Darmstadt, 6. Oktober. Unter den vielen Gra- tulanten, die zum kürzlichen Ehrentage Marie von ? rV l? k n ' ^er Reichgeehrten, erschienen, 6e=i Jatü) sich nuch der Da r m st ädte Journalisten - und ^^^?^"br-Veretn. Die Gefeierte ließ ihm fo^ siende Antw o rt zu teil werden: „Ihr schöner und herzlicher Glückwunsch, hochverehrte Herren, ist von beschämender Liebenswürdigkeit für mich, und die Anerkennung die Sie mir spenden, übergroß. Ich weiß und fühle e§\mb muß es Ihnen .trotzdem eingestehen: die Freude über Ihre Gunst überwiegt noch die Beschämung. Es ist einmal beschlossen worden, das siebzigjährige Geburtstagskind zu verwöhnen, was würde alles Ablehnen und Äp- winken nützen? So sage ich denn nur: Dank, tief beglückt gefühlten Dank. In größter Wertschätzung . . . Ihre ergebenste Marie Ebner-Eschenbach'. König, 7. Oktober. Morgen treffen, wie bereits gemeldet, mit Sonderzug die Königin und die König in - I gesucht werden. In Lauben Ställen lätSSSSl ÄÄWZSÄSB An einem befand sich ein Plakat mit der werden Wohnungen vermietet!" Alle Wagen waten'’beFetrt sogar unter den Fuhrwerken kampierten Personen W Ursachen der Wohnungsnot liegen zum Teil hmhi btele Häuser wider Erwarten zum L Ottob« uich 'reckk «obnungn^on 1 Tt” fM M H^ser mi?kleiuen 9 k 2 Ammern nur noch wenig gebaut Ker Zu^g nach Berlin im letzten Viertel- fmnmf^U^nbK9rö^er gewesen ist, als der Wegzug. Hinzu Eommt noch, daß zwei Drittel aller Bewohner Berlins berboiUa1btaUntofnr^^Htrftsn frÜC?ie Kirchengemeinden f0 ” w au§ Safir 61 Oktober. Der Schlächteraeselle wurde wegen Verdacht des wissentlichen -tw «r! M .uuf Antrag des Staatsanwalts verhaftet- Der Verhaftete hatte bestritten, mit dem ermordeten Winter bekannt gewesen zu sein. Die Verhaftung ist im Verlauf des Meineidsprozesses gegen den Präparanden Speisiger vC | uly I. Io. Oktober an in den Ruhestand versetzt; der Kreisrat des Kreises Alzey, Fritz von Hornbergk zu Bach, wurde -um Kreisrat des Kreises Offenbach mit Wirkung vom 15. Oktober an ernannt. Der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, Dr. Karl Meisel, wurde zum Landgerichtsdirektor bei diesem Gericht ernannt. Der Architekt Paul Eber le in zu Worms wurde zum technischen Assistenten bei dem bautechnischen Bureau des Ministeriums der Finanzen, Abteilung für Bauwesen, unter Verleihung des Amtstitels „Bauasfistent" mit Wirkung vom 1. Oktober, der Rechner der Zivildiener-Witwenkasse, Rechnungsrat Karl Krebs in Darmstadt, zum Kontrollbeamten der Lokalkaffestellen für den Bezirk Darmstadt II., »'SÄ,«?!« BeSS stssfe" ä st ans ääää1® Stroh, wurde auf fein Nachsuch--, in d-n Ruhestand ver. 1899 15700 Mk. aba-sckri-b-n wurden ’Ä ’« 2. Klasse des $Rerhipnftnrh«»MS orfteUHviÄ s..« ra c .'I.' $ I ^^lngen hat sichge 1899 ^17286^ Mk. ^Reinertrag oerS b Verdienstordens Philipps des Großmütigen 5 Prozent des Aktienkapitals oder 4-/, Prozent des Buch- " Kaufmännischer Ber.iu. Der Kaufmännische Verein Vorjahr'f-trug 7?' ®ie@SZff«n "läuft L-'mgt° am Samstagabend seine zahlreich erschienenen bis 1914. Die Gesellschaft bat hie ES M-gU-d-r und Gäste zur Feier seines 27. Stistungs. Linie Franksurt-Obttursel-Sombura einaer^ckt' be en festes in „Steins Saalbau". Das reichhaltige Programm I Genehmigung sicher auzuuehmeu ist Es wird^ibr wurde zu allgemeiner Zufriedenheit durchgeführt. Ein von fallen, sich diese KomeMon auf 50 4 2 *" des Vereins flott zur Darstellung gebrachter lassen. Möglicherweis kannte der Geftll^schaft der Betrieb Ein°kt-r, sowie em prachftig ausgestattetes lebendes Bild bis ins Inner? der Stadt, vielleichl bis kum Börsenvlük wechselte» in angenehmer Weise mit den Vorträgen unserer I von RegierungSwegcn gestattet werden Eine derartige sr/ RegimentSkapelle ab. Den Glanzpunkt des Abends bildeten n u.ung unserer X§en unb ®^ die von Frau H. W,ganb meisterhaft zu GHör gebrachten I Uuzuträglichkeft führen Der Kaufpreis von 500000 ^ bTrÄ K d« Kl°vi«s°li- des Herrn J.ftius ist nach alledem m^ zu S abt ift ”? k e ^^n. aeibe Vortragende ernteten rau chenden Beifall Verfügung über dft Eschersheimer Landstraüe den ,inl n,n undtnußt-n sich ,u einigen Zugaben verstehen. Ein solenner Zugang nach Nord^,n. 1® i®' «taX Zoll beschloß d,e würdig verlaufene Feier und hielt di- schuß hat man allseitig den kür Anwesenden bis zum Tagesgrauen beisammen. Am Sonntag I Elektrizitätswerk geforderten Preis iu dock befunden Wfumdta M d,e Mitglieder mit ihren Damen nochmals Man hätte gern auf den Ankauf des Werkes Benkbtet' iU eimflCn S'Unben ^Etlichen was aber ni%t möglich war w-ll ikÄfafti ♦♦ k k m £ . . I ^Erträge anetnandergekettet hatten. Doch gab es auch Ge- Deutschen F^ottenverei?« für die den Ankauf des Werkes durch die Stadt r^ottenverems für dte in China Ver- I und daher weitere Verhandlungen rechtsertiaten Nackd m mundeten bezw. die Angehörigen der Gefallenen bisher I sich die Gesellschaft bereit erklärt bat die^in hablnivi m beim Kanzleramt bezw. bei dem Hauptschatzmeister in Berlin I gebenden 3>/?prozentigen Frankfurter Obligationen^ ru emgegangenen Spenden hatten am 12. September 1900 94y4 Prozent zu übernehmen Ernt ber -in b.e @=famtfumme von 74584 Mk. 66 Mk. erreicht; soweit stimmig diesem Vertrage zu ' L dritte V-tträa °! sich aber nach A^stlichen Anmeldungen noch nicht in Berlin I trifft die Erbauung von Vorortbahnen^ Der I eingegangener Gelder Überblicken läßt, dürfte die Gesamt- I Ausschuß erörterte zunächst die Frage ob die Stadt üb-r- I Memmmü elTh^a16 Da vielfach Haupt solche Bahnen bauen solle Hier ste en n" cht weit k. öer Organisation des Flottenverems auf- I in die Ferne schweifende Bahnen in Frage sondern solcbe I Frachten Chma-Spenden unmittelbar an das Hilfskomitee I die den Landkreis Frankfurt umfassen, ein Gebiet, das nach I «fü^amnrhPneShant beSfelb" “b= unb nach durch Vermehrung der Bevölkerung unserer Stadt geführt worden sind, so hat die Gesamtbeifteuer, die der I zuwachsen muß. Alles, was darüber hinaus liegt bleibt I iAnn u l blef? leistet jedenfalls der Gesellschaft überlassen. Die städtischerseits geplanten schon jetzt das doppelte der vorhin angegebenen Summe er- I Vorortbahnen sind weiter nichts, als eine Fortsetzung I "Kl- Die dem Deutschen Flottenverein unmittelbar zu- unserer Straßenbahnen,- eine Ueberlassung an Andere geführten Spenden sollen tn Verbindung mit dem Reichs- I wäre ein gleicher Fehler, wie er früher gemacht wurde I Marme-Amt derart verwendet werden, daß aus ihnen I der der Stadt viel Geld kostete. Mit der Wohnungs- I Renten für solche Angehörige der Kaiserlichen Marine ge- I frage steht die Frage der Vorortbahnen in engem Zu- I bildet werden, die in den Kämpfen in China dauernd dienst- I sammenhang. Aus all den angegebenen Gründen hat Der I pocr erwerbsunfähig geworden find. In ähnlicher Weise I Ausschuß die prinzipielle Frage einstimmig bejaht. Der I ift vorgesehen, den Hinterbliebenen der in China gefallenen I vorliegende Vertrag legt der Stadt lediglich die Verbind- I Angehörigen der Kaiserlichen Marine im Bedarfsfälle eine I lichkeit auf, die Strecke von Eschersheim bis Heddern- I Rentenunterstützung zuteil werden zu lassen. Abgesehen von I heim zu bauen; die Kosten stellen sich auf 100 000 Mk. I toll auf Grund des Aufrufs eingegangenen Geldspenden hat I Ebenso hoch dürfte die Reststrecke kommen. Vorteilhaft für I eÄ *..... - * * 1 die Stadt ist, daß durch die Fortführung bis nach Hom- I bürg die Frequenz eine größere werden wird; es steht I daher mäßige Verzinsung unserer Strecke in sicherer Aus- I sicht. Die Bahn wird in die Stadt geleitet werden; man I kann dann vielleicht vorn Börsenplatz aus in di- I rektem Wagen nach Hornburg fahren. I Genugtuung Ausdruck über die konstatierten Fortschritte in der Erkenntnis der Bedeutung des Obstbaues und der regen Thätigkeit auf diesem Gebiete. Ferner äußerte er seine Freude darüber, daß die heutige Obstausstellung in Alsfeld quantitativ, besonders aber qualitativ über ihrer Vorgängerin stehe. Ter Vorsitzende des Lokalkomitees, Kreisrat Dr. M e l i o r, lud sodann die Anwesenden zu einem Rundgange durch die AusstellunA sowie zur Besichtigung des hiesigen pomologischen Versuchsgartens ein, einer Aufforderung, der unter Aeußerung vollster Befriedigung über das Gesehene entsprochen wurde. Seitens des Landwirtschaftsrates war der zweite Sekretär Tr. Pfreimtner erschienen. Der landwirtschaftliche Provinzialverein war durch Oekonomierat Leithiger vertreten. Tie Ausstellung präsentiert sich im gärt* nerischen Schmucke vorzüglich.____________________________ Zpichlm der omiWten frankfurter StMhkatkr. Opernhaus. Dienstag, 9. Oktober: „Lucrecia Borgia"; hierauf „Cavalleria rastieana“. Mittwoch, 10. Oktober: 1. Abonnements- Konzert. Donnerstag, 11. Oktober: „Der Freischütz". Freitag, 12. Oktober: „Die Puppe". Samstag, 13. Oktober: „Don Juan". Sonntag, 14. Oktober, 3% Uhr: „Geisha"; abends: „Prophet". Montag, 15. Oktober: „Barbier von Sevilla", hierauf „Bajazzo". Dienstag, 16. Oktober: „Der Freischütz". Schauspielhaus. Dienstag, 9. Oktober: „Heimath". Mittwoch, 10. Oktober: „Weber". Donnerstag, 11. Oktober: „Rora". Freitag, 12. Oktober: nZaza". Samstag, 13. Oktober: „Die Neuvermählten", hierauf „Gläubiger". Sonntag, 14. Oktober, 3«/- Uhr: „Im weißen Rößl"; abends: „Der Probekandidat". Montag, 15. Oktober: „Die Neuvermählten", hierauf „Gläubiger". Dienstag, 16. Oktober: „Ueber unsere Kraft". *) Wenn nicht anders bemerkt, Anfang 7 Uhr. Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft, franktcner Börse vem 6. Oktober. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. Meilen auf Kredit per ult. Okt 1.90%, do. per ult. u xt‘ 3'10 %» Diskonto-Kommandit per ult. Okt. 1.850/y, do. per alt. Novbr. 3.00%, Lombarden per ult Okt. 0.75%, do. per ult Novbr. 1.00%. Deutsche Bank 0.00%, Notierungen : Kreditaktien 202.90-60.00.00 0, Dlskonto- 172-171.60-80-0 Staatsbahn 140.20-00.000, Lombarden 24.90-00, Italiener 93.70, Spanier 71.70-00, 3pros. Mexikaner 26 00, Bochumer 173.50-70-60.000 bz., Laura 196.50 bz., Harpener 181-180.80.00-00 bz., Gelsenkirchen 191.20-00 bz., Privat-Dis- kont 40/q bz. LV« Uhr: Kreditaktien 202.80-203.30-00 bz., Die- konto-Kommai.^c 171.80-60-172.50 bz. G., Staatsbahn 140.20 bz. Iwmbarden 00.00 00.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesell- J)Z‘’ 3proz' Mexikaner 00.00 bz , Sproz. Portugiesen uu.uo-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz , Bochumer 000.60 bz, Deutsche Bank 182.70-3.50 bz., Harpener 181 50 bz. Märkte. Grünberg, 6. Oktober. Fruchtmarkt. Weizen 16,00—17,00 Mark, Korn 16,00—17,00 Mark, Gerste 13,00—13,75 Mark, Hafer 12,74—13,00 Mark, Erbsen 00,00—00,00 Mark, Linsen 00,00—00,00 Mark, Samen 15,50—00 Mark, Kartoffeln 0,00-0,00 Mark. Getreide. Infolge etwas niedrigerer amerikanischer Forderungen bewegte fich das Getreidegeschäft in der abgelaufenen Woche in ruhigen Bahnen. Auch die russischen und rumänischen Offerten sind co. Mk. 2. — per Tonne billiger geworden, die Grundtendenz bleibt jedoch fest. Roggen ist ebenfalls etwas billiger; Hafer unverändert; Futtergerste ca 2.— Mk. per Tonne billiger erhältlich. Braugerste bleibt ruhig. Mais in gleicher Weise etwas billiger angeboten. Die heutigen Notierungen sind: Kansas 2, Mk. 139—140- Redwinter 2, 138,50; Südruss. Weizen 134—151; Rumän.' Weizen 137—150; russ. Roggen 106—113; russ. Futtergerste 103; weißer amerikan. Hafer 102; russ. Hafer 100 bis 118; Mixed Mais 97; per Tonne cif Rotterdam. Tabak. Bezugnehmend auf unseren letzten Bericht ist die darinnen ausgesprochene Ansicht, daß bis Ende dieser Woche der Einkauf der neuen Ernte beendigt sei, nicht einae- trofsen, doch sind hieran die Händler unschuldig. Ta bis jetzt die Oberländer, Neckarthäler, Brüheimer und der größte Teil der Rheinpfälzer Tabake verkauft, so sind nur noch die badischen Grundirte zu verkaufen und sind die von den Produzenten geforderten Preise für die Qualität der Tabake so exorbitante, daß selbst bei der noch nicht nachgelassenen unverantwortlichen Einkaufsweise doch die Händler ruhiger geworden sind. Einige Orte hatten ein besseres Einsehen, haben die Hitze der Händler benützt und gut abgeschnitten. Nachdem man jetzt nach und nach in die Lage wmmt, die Qua-- lität unterscheiden zu können, so findet man doch, daß viele schlecht brennende-und auch kräftigere Tabake darunter vorkommen, als man vermutete. Tie Witterung der letzten Woche war den Tabaken am Tach nicht günstig und ist viel angefault, nur die zwei letzten Tage haben durch «Abkühlung der Witterung und durch die eingetretenen stärkeren Winde den Tabaken gut gethan und wäre es zu wünschen, daß es so bliebe, sonst giebt es, bis der Tabak dachreif, noch viel faulen. Es wurden verkauft die Orte Leutershausen zu Mk. 23—26, Oftersheim zu Mk. 30, und Sandhofen angefangen Mk. 28—30. In alten Tabaken wurden ca. 100 Zentner 1898 er Neckarthäler Einlage mit Umblatttabake zu Mitte der Mk. 30 verkauft. Ferner ein kleiner Posten 1899 er Walldörfer zu Mk. 30 transit. In losen Pfälzer Rippen geschäftslos; lose feine M. 9, gebündelte M. 10—11. Hopfen. Am Markte in Nürnberg konnte sich auch während der Berichtswoche das Geschäft nicht beleben, da einesteils die Käufer sich sehr zurückhaltend zeigten, anderseits auch die Eigner etwas hartnäckig sind, sodaß Abschlüsse sehr schwer zu stände kamen. Obwohl an auswärtigen Sorten sehr schöne Auswahl vorhanden ist, kann sich das Geschäft hierin nicht beleben und werden vorherrschend nur fränkisch^ Landhopfen dem Markte entnommen. Der Export greift nicht genügend ein, sodaß auch die Marktware sehr vernachlässigt ist, für letztere wurden M. 55—70 bezahlt, Württemberger kostet M. 80—110, Badischer M. 80—115, Elsässer M. 80—100. In Baden ist die ganze Ernte aufgekauft, Württemberg wird rasch geräumt, im Elsaß entwickelt sich das Geschäft nur schleppend. ViehmLrkte. Hauptsächlich in Großvieh entwickelte sich während der Berichtswoche an allen Märkten ein sehr lebhaftes Geschäft und wurden prima Tiere dem Markte mit Vorliebe entnommen. Kühe und Jungtiere waren weniger beachtet, es blieb hierin auch ziemlich Ueberstand. Kälber waren sehr begehrt und wurden flott gehandelt. Schweine, sowohl fette Ware als auch Läufer und Milchschweine sehr lebhaft gehandelt. In Schafen und Lämmern fand nur geringer Umsatz statt, das Geschäft entwickelte sich sehr schleppend. Kohlen. ES notieren: Ruhr Fettnuß Körnung I und II Mk. 270 blS Mk. 280, Nußschmtedekohlen Mk. 250 bis Mk. 260, Deutsche Anthrscit-Nußkohlen Mk. 360 btv 370, englisch; Anthraett-Nußkohlen Mk. 430 btS Mk 440, Ruhr-Flemmnuß Körnung I und II Mk. 260 btS Mk. 270, Ruhr - Flammnußkohün III Mk. 250 bi« Mk. 260, Fettschrot Mk. 225 bis Mk. 235, Ruhr-BruchcokS Mk. 360 bi- Mk. 380, AuSfiebgries Mk. 170 bi« Mk. 180. Alle« per 10 To. ab Mannheim. Die Lage ist unverändert. Das D-cknngsbedürfniS im Hausbrandgeschäft ist nach wie vor groß, währenddem im Jn- dustrtekohlengeschäft sich eine vernünftigere Auff-ssung drLage duich- zurina-m beginnt. Familien Nachrichten. Gestorbenr Obrrlandesgertchtstat Nikolaus Edmund Schltnk in Darmstadt. Au« dem Oeschäftsleben. — Pommersche Hypotheken'Artien-Bank. Wie aus dem Inseratenteile unserer heutigen Zeitung ei sichtlich ist, werden die neuen Kouponbogen zu den 4prozentigen Hypotheken- Pfandbriefen Em. 5 der genannten Bank bet derselben direkt oder bei ihre« Bankverbindungen in ganz Deutschland kosten- und portofrei ausgegeben. Bekanntlich wurde diese Bank vor Kurzem zur Hofkbank Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin ernannt und ermächtigt, diesen Titel und das ihr auS diesem Anlaß vrr- liebene Wrppm zu führen. Schul-Anzüge in grosser Auswahl! Kirchenplatz 11. Markus Bauer. THEE-MESSMER wird in 100,000 Familien tägl. getrunken. Probepackete 60 und 80 Pfg. Niederlagen durch Plakate kenntlich.________________5819 Es weiss Jedermann, daß eine kluge Frau nie verschwenderisch ist, daß eine kluge Frau aber auch nie den Pfennig scheut, den sie für eine anerkannt gute Ware mehr zahlen muß, als für eine minderwertige, für eine schlechte. Eine kluge Frau wird z. B. nie eine andere Seife kaufen als Doerings berühmte Eulen-Seife, weil sie weiß, daß sie damit die Schönheit und Frische der Haut erhält, daß sie ferner das beste empfängt, was die Seifenbranche bietet und daß sie trotzdem billig einkauft. Doerings Eulen- Seife sei jedermanns Toiletteseisei Preis überall 40 Pfg. 1903 6620 6622 Berlin, im Oktober 1900. 858» 2500 St. VV Vom 12. bis 22. Oktober 1900. Au! dem Ausstellungsplatz an der Forsthausstrasse. Moderne und historische Kochkunst, Tafel wesen, Bäckerei und Konditorei. W,ssenschanl,ch8 Darstellung der historischen Entwickelung der Kochkunst. Kosthallen für Getränke und National - Gerichte in Originalzubereitung. Grosse Hotelküchenanlage mit den modernsten Einrichtungen im Betrieb. Armeeverpflegung und Volksernährung. Hotel- und Wirtschaftseinrichtungen. Gießen, dm 4. Oktober 1900. Die Armen-Devutation der Stadt Gießen. Kalte and warme Speisen zu jeder Tageszeit. Prima Bois-Mischungen. __________Aufmerksame Bedienung. 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