Samstag dm 8 September 150. Jahrgang Nr. 210 und Anzeigrblatt für den -Kreis Gieren. J Bczngüpreir vikrkeljädrl. Mk. 2,Z> monariich 75 Pjg ' mit Brrngcclohn, durch dir Slbboleßtßr» onrtcljährl. Mk. 1,91 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrlcljätzrt. mit Bestellgeld. Llle Anzrigen-BerunttlungSsteüen de- In- und Außlanteck nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeh»« ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pf-. ÄAdBSää, und Drucker«: Mr. 7. Adresse für Depejchen: Anzeiger Fernfprechcr Nr. 51. Erscheint ttglich mü des Die Kn»Uti»ar«tter »äUä Um Anzeiger t® Wech^l «t! ,Heff. WteeMf a. JMöttw Kc H V-Mkundr- DKchL. «MSI deigelegt. Die Aufgaben des Goethebundes. Gießen, den 7. September 1900. Wir teilten gestern mit, daß im Herbst in Berlin ^ine Zusammenkunft der Vorstände der einzelnen Sektionen des Goethebundes stattstnden wird, in der über das Aktionsprogramm des Bundes Beschluß gefaßt werden soll. Wie nötig es ist, daß sich der Goethebund auch weiterhin recht rüstig regt, geht schon aus folgender Zeitungsmeldung hervor: Die neue Gemeinschaft der Brüder Hart in Berlin hatte für ihre erste Festversammlung von dem Maler Fidus ein künstlerisches Plakat entwerfen lassen, das einen nackten, palmenschwingenden Knaben darstellt. Auf eine entsprechende Anfrage beim Polizeipräsidium erfolgte dec Bescheid, daß das Plakat unter keinen Umständen von der Polizei gestattet werden würde, da es das sittliche Empfinden des Berliner Publikums auf das Empfindlichste beleidigen würde. Der Name Fidus bürgt wohl dafür, daß es sich bei dem Plakat um einen rein künstlerischen und keusch empfundenen Entwurf handelt. Jetzt sind nun vom Berliner Polizeipräsidium ein paar Mitglieder des Goethebundes zu Sachverständigen bei der polizeilichen Beurteilung künstlerischer Dinge berufen worden. Das ist ja höchst erfreulich, es sollte aber in allen größeren Städten geschehen und von allen Sektionen des Goethebundes bei den Behörden darauf gedrungen werden. Theodor Mommsen hat vor einigen Wochen wieder einen interessanten, sehr beherzigenswerten Aufsatz über den Goethe-Bund veröffentlicht. Mit Recht schreibt er diesem einen sehr wesentlichen Anteil an der Abwehr der schlimmsten Bestimmungen der Lex Heinze zu; mit gleichem Recht aber warnt er davor, nun die Hände in den Schoß zu legen. Haben doch die „Kreuz Zeitung" und ein rheinisches Blatt erst kürzlich noch darüber keinen Zweifel gelassen, daß sie die nur in einer Zwangslage preisgegebenen Forderungen bei geeigneter Gelegenheit wieder aufnehmen werden. Als das sicherste Mittel gegen diese Gefahr bezeichnet Mommsen eine starke Beteiligung aller, denen der Bestand unserer Kultur lieb ist, vor allem aber auch der zum großem Teil der Tagespolitik fernstehenden Schriftsteller und Künstler an den nächsten Wahlen. Mommsen wirft die Frage auf: Kann der Goethe- Bund etwas zur Verteidigung thun? Er empfiehlt die Gründung einer eigenen Zeitschrift des Goethe- Bundes. Darüber läßt sich reden; aber damit eine solche Zeitschrift Abonnenten und Leser findet, muß sie klare Ziele, womöglich einen oder einige praktische Zwecke aufstellen. Diese hat Mommsen nicht bezeichnet, weil sich ihm noch nicht Aufgaben gezeigt haben, die für den Goethe-Bund geeignet sind. Natürlich hat dieser nur mit Wissenschaft und Kunst, mit Politik aber gar nichts zu thun. In Preußen denkt man daran, rechtzeitig Front zu machen gegen eine neue Auflage des Zedlitz'schen Volksschulgesetzes, die man dort befürchtet. In dem Satzungen- Entwurf des hessischen Goethe-Bundes, den wir vor ein paar Wochen mitteilten, lauten die beiden ersten Paragraphen: „Der Hessische Goethebund verfolgt den Zweck, die Freiheit der Kunst, Wissenschaft und Litteratur gegen Angriffe jeder Art zu schützen und weitere Volkskreise zu ernster Würdigung wahrer Kunst und Wissenschaft und zu selbständiger Abwehr von Ausschreitungen auf diesem Gebiete zu erziehen. Die Erreichung des Vereinszweckes soll durch alle gesetzlich zulässigen Mittel angestrebt werden, insbesondere durch Organisation von Rechtsschutz, durch volkstümliche Vorträge und sonstige Veranstaltungen." Also der positive Zweck des hessischen Goethebundes ist der Schutz der Freiheit der Kunst, Wissenschaft und Litteratur gegen Angriffe jeder Art, und die bisherige Thä- rigkeit der Sektion Darmstadt hat bewiesen, daß man dort ernsthaft bestrebt ist, diesen Zweck zunächst durch Versammlungen und Vorträge zu erreichen und immer weitere Kreise für diese besten Güter unserer Nation in der rechten Weise zu interessieren und dem Bunde zuzuführen. Man hat auch darüber keinen Zweifel gelassen, wie man sich die Ausführung der Ausgaben vorstellt. Man will nicht nur in der Defensive bleiben, sondern zur Offensive vorgehen; man will die geistige Rüstung des Volkes vervollkommnen, sodaß es in Zukunft kaum noch Leute geben soll, die dreist genug wären, der Nation ein solches Knebelgesetz, wie es die Lex Heinze geworden wäre, vorzulegen. Und wenn sie er wagen, sollen sie von der Intelligenz des Volker weg- gefegt werden. Wir möchten nun die Frage aufwerfen, ob es mcht angängig wäre, daß von der leitenden Sektion des hessischen Goethebundes, der Darmstädter, in den größeren Orten des Landes Volkskunstabende veranstaltet werden, an denen auch dem „kleinen Manne" die Schätze W* »«»«tgen zu ter üschmtttsH- Mr te* «scheinenden Nummer &Ü wroi, W W- spätesten« GrstisbriiaMr: Gießener ZanüäeMütter, Der hrMche Kandmirt, MUer für hessische Erstes Blatt Kichmer Anzeiger Heneral-Anzeiger Politische Tagesschau. Ter größte Feind der Novelle zur Gewerbe- o r d n u n g, die am 1. Oktober in Kraft tritt, scheint uns die Schablone zu sein. Die Unterschiede zwischen den geschäftlichen und gewerblichen Verhältnissen in den einzelnen Teilen des Reiches sind so bedeutend, daß es unmöglich, ist, eine Regel aufstellen zu wollen, die auf alle paßt. Es geht nun einmal- nrcht an, dieselben Tage für die Ueb erarbeit für Städte wie Berlin, München, Hamburg, Dresden, Breslau, Frankfurt und Köln und einen Bezirk bestimmen zu wollen, in dem, wie in unserer Provinz Oberhessen, größere Städte überhaupt nicht vorhanden sind. Und genau so verhalt es sich, mit der generellen Einführung des Ladenschlusses um 8 Uhr abends. Hierbei ist den verschiedenen Verhältnissen und Bedürfnissen der verschiedenen Geschäftszweige unbedingt Rechnung zu tragen, wenn nicht einzelne derselben empfindlich geschädigt werden sollen. Unverkennbar besteht aber zu einer schablonisierenden' Ausführung des Gesetzes in nicht zu unterschätzendem Maße Neigung, insbesondere in Ansehung der Einführung des Achtuhrschlusses. Zum Teil hängt dies mit der deutschen Eigenart zusammen, die leicht dazu führt, das Schema F. ausnahmslos auf alle Verhältnisse anwenden zu wollen. Unter den Geschäfts- und Ladeninhabern macht sich die,er- halb eine gewisse Unruhe geltend, man befürchtet, daß die Ausführungsbehörden sich über die Eigentümlichkeiten der verschiedenen Betriebszweige im Interesse einer äußeren Einheitlichkeit Hinwegsetzen könnten. Offenbar liegt die Verhütung dieser Gefahr vor allem in der Hand der unmittelbaren Interessenten, d. h. der Geschäfts- und Laden-Inhaber selbst; dieselben müssen nur mit Darlegung ihrer Wünsche in geeigneter Weise hervortreten und die Ausführungsbehörden über die verschiedenen Geschäftszweige unterrichten. Wenn freilich, der schönen Künste in Bild und Wort, durch Skioptikon- bilder und durch Vorträge, vorgeführt werden. Vielleicht ann man auch die Leitung des Darmstädter Hoftheaters zur Veranstaltung von mehreren, nicht teueren Vorstellungen in Städten wie Gießen, Worms, Bingen, Alzey 2C. veranlassen. Unser Kunstv erein aber könnte, Hand in Hand mit dem ganzen hessischen Goethebunde gehend, sich bemühen, Gemäldeausstellungen zu arrangieren, durch die der Bevölkerung die Entwicklung der Kunst klar gemacht wird. Freilich viel Mühe und nicht geringe Mittel würde die Durchführung solcher Pläne kosten, aber wir zweifeln nicht, daß sich überall im Lande und in allen Kreisen offene Herzen und offene Hände dafür finden ließen. Sämtliche wissenschaftliche und künstlerische Vereine sollten dem Goethebunde beitreten und ihm so eine gewiße Vertretung aller geistigen Jntereffen einräumen. Wenn die Freunde unserer Kultur allenthalben zusammenstehen würden, sie würden eine Macht repräsentieren, gegen die jeder Angriff erfolglos wäre. . Dr. Georg Hirth hat über Aufgaben und Orgamsatwn des Goethebundes für das von uns schon empfohlene „Buch von der Lex Heinze" (Verlag von L. Staackmann in Leipzig), das seinen Wert durch den Fall der gräßlichen Lex keineswegs eingebüßt hat, einen programmatischen Aussatz geschrieben, dem wir die folgenden Sätze entnehmen: Wenn ich meine persönliche Ansicht über unser ferneres Zusammenleben und Vertragen im Goethe-Bund in einige kurze Sätze fassen soll, so sind es die folgenden: 1. Der Goethe-Bund sei und bleibe rm möglichst ideales Band aller Freunde der Geistes- und Gewissensfreiheit und ungefeffelter ungestrafter Forschung und Kunst. 2. Der Goethe- Bund halte sich fernvonderFörderung ober Sei ampfung besonderer politischer, sozialer,wissenschaftlich er, religiöser und künstlerischer Richtungen; wo er sich gegenüber unberechtigten Angriffen aus die geistige Freiheit m ber Lage der Ab- oder Notwehr befindet, da beschränke er sich darauf, die Fallr- bilität der Gegner aufzudecken, chre Waffen stumpf zu machen; aber er hüte sich davor, selber in den Fehler der Gegner zu verfallen und das Gesetz zu ihrer Bestrafung ober Vernichtung anzurufen. Er hüte sich bavor, die Geschäfte politischer Parteien oder irgend eines Konfessionalismus zu treiben. 2. Der Goethe- Bund vermeide eine straffe Organisation ober gar Centralisation nach politischen oder künstlerischen Rücksichten. 4. So, wenn wir uns vor Uebergriffen in das Getriebe der Glaubensrichtungen und der politischen Parteien in Acht nehmen und nicht nur die berechtigten Freiheits- interessen jedes Einzelnen unter uns, sondern auch diejenigen unserer Gegner anerkennen, — so wird es ein Leichtes sein, -wischendem Klem- getriebe des öffentlichen Lebens, das unfern Bund nicht kümmern soll, und den ernsten Gelegenheiten zu unterscheiden, wo wir mit unserer ganzen Kraft und Begeisterung, ja mit unserem ganzen teutonischen Zorn auf dem Kampfplatz erscheinen müssen, um, wenn nötig, einen an Zahl der Normalmenschen tausendmal überlegenen Gegner über den Haufen zu werfen. Aber auch hierbei seien wir menschlich: Unschädlich machen ben bösen Geist, ber Freiheit eine Gasse, nicht töten, nicht verbrennen, nicht einmal ber Freiheit berauben! 5. Unb haben wir Vertrauen zu- einanber I Glauben wir an den göttlichen Funken in unserem Herzen, und daß in der Religion der Freiheit für alle Bekenntniffe Raum ist." wie man zn beobachten Gelegenheit hatte, die Geschäftsinhaber selbst nicht darüber einig sind, was sie eigentlich wollen, wenn sie selbst sich nicht zu Gunsten der einen oder anderen bestimmten Forderung aussprechen können, so dürfen sie den Ausführungsbehörden keine Vorwürfe machen, sofern diese bei Erlaß der Ausführungsverordnung, ein an sich vorhandenes und zu beachtendes Interesse nicht zur Genüge beachten. Leider hat sich in den Versammlungen der Ladeninhaber, Wie sich mit der Angelegenheit befaßten, wiederholt ein kleinlicher Gesichtspunkt geltend gemacht und auch Geltung verschafft; Geschäftsneid ist dann hin und wieder zum Ausdruck gekommen, und man scheint mehrfach der Meinung zu sein, daß es sich bei dem ganzen Gesetze nur um einen Versuch handle, der nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder rückgängig gemacht werden könne. Das ist ein Irrtum, dessen Folgen die unmittelbaren Interessenten vor allem zu tragen haben werden. Es ist klar, daß auch bei dem besten Willen die Ausführungsbehörden es nicht jedem recht machen können; darum müssen sich' die Geschäftsinhaber der einzelnen Zweige wohl oder übel über einen gemeinsamen Vorschlag einigen; ist erst einmal durch behördliche Anordnung der Ladenschluß für einen bestimmten Geschäftszweig auf 8 Uhr festgesetzt, so wird es schwer halten, die Anordnung wieder rückgängig zu machen, das mögen die Geschäftsinhaber beachten. Der Ausfall der Sedan-Feier in Deutsch- land wird in Rußland mit Beifall ausgenommen. Es fei zwar anscheinend korrekt, bemerkt ein Petersburger Blatt, wenn die „Nordd. Allg. Ztg." sage, daß Teutsch- land am 2. September nicht den Sieg bei Sedan, sondern die Aufrichtung des deutschen Kaiserreiches feiere, aber faktisch flössen doch diese beiden Erinnerungen in eins zusammen und die Beteiligung der Veteranen von 1870 an dieser Feier habe ihren militärischen Charakter noch mehr hervorgehoben. „Man kann nicht umhin, sich zu freuen, daß Deutschland jetzt s e i n e m N a ch b a r g e g e n - überDelikatesse gezeigt hat. Von dem gegenseitigen Aufwärmen feindlicher Gefühle konnten weder. Deutschland noch Frankreich wohlthätige Resultate erwarten. Mit jedem Jahre kompliziert sich das politische Leben der Staaten. Alle möglichen Fragen erscheinen unvergleichlich häufiger als früher, unb für ihre erfolgreiche Lösung müssen die Mächte ihre Kräfte in den unerwartetsten Kombinationen gruppieren. Der in die internationale Interessensphäre eintretende ferne Osten hat schon einmal Rußland, Frankreich und Deutschland zii einem Ganzen vereinigt. Jetzt hat dieser Offen' ulke Staaten der Welt vereinigt. Es find dies nicht Bündnisse, selbst nicht Vereinbarungen, die irgendwelche Verpflichtungen auferlegen. Es sind dies einfach gemeinsame Aktionen, die im Hinblick auf den gemeinsamen Nutzen unternommen werden. Alles weist darauf hin, daß, je deutlicher der Nutzen solcher gemeinsamen Aktionen hervortreten wird, desto häufiger und lieber die Welt zu ihnen Zuflucht nehmen wird. Mer für die Möglichkeit solcher gemeinsamen Aktionen ist es natürlich unumgänglich, daß zwischen den Mächten nicht zugespltzte Feindseligkeit bestehe. Die Erinnerungen einerseits an den glänzenden Sieg, andererseits an die schweren Niederlagen erregen eine solche Feindseligkeit, aber nur in dem Falle, wenn die Erinnerungen noch allzu frisch sind. Es vergehen Jahrzehnte, und -die ehemaligen Feinde reichen einander friedlich die Dand. Der Bund. Rußlands mit Frankreich dient als überzeugender Beweis für die Möglichkeit einer solchen Metamorphose." Der Vergleich trifft allerdings nicht vollständig zu, denn die Resultate des Krimkriegs, soweit sie für das besiegte Rußland peinlich waren, sind durch die Erfolge der russischen Diplomatie im Jahre 1871 mit der Beseitigung der Meerengen-Be- ftimmung wieder wettgemacht worden. Elsaß-Lothringen, aber wird hoffentlich immer deutsch bleiben. Die „Rheinische Volkszeitung" veröffentlicht den Brief eines deutschen Soldaten aus China an seinen dortigen Freund. Wir finden in dem aus Tsingtau, 16. Juli 1900, datierten Schreiben die folgende Stelle: „Wir Deutsche und Russen waren immer die ersten. Wir haben unser Detachement aus Tientsin unfeine europäischen Matrosen, die dort von den Chinesen eingeschlossen waren, befreit, sämtliche Forts, worin chinesisches Militär und Räuber, genannt Boxer, waren, eingenommen und alles niedergemacht, ob Soldat, Räuber, Chinesen, Frauen oder Kinder, das war uns gleich, alles niedergestochen oder geschossen, bis die Stadt Tientsin ganz leer und in Feuer und Flammen gesetzt war, sogar der Palast des Vizekönigs brannte nieder. Nur die europäischen Viertel blieben verschont." Zu diesem Schreiben bemerkt der Vorwärts: „Wir gewahren mit Entsetzen, was aus unseren deutschen Soldaten geworden ist. Die Sohne unseres Volkes hat man zu reißenden Tieren gemacht die Frauen und Kinder morden. Wohin sind wir durch das chinesische Abenteuer gekommen?" Auch wir gewahren mit n lichen Körpers mit Elektrizität. (B. 26491.) Hermann I Behrend in Worms a. Rh. — Doppelkemme. (N. 4857.) ®- Fr. Nau und I. Greiner in Biebesheim. — Gradir- I werk. (Sch. 14474.) H. Schaffstaedt in Gießen. — Kammplatte für Haarschneidemaschinen. (A. 6500.) G. Fr. ! A p p^el in Mainz. ** Die Feldpostkarte, die im deutsch französischen Kriege eine so große Verbreitung sand, läuft Gefahr, jetzt von I der Ansichtskarte verdrängt zu werden. Jede nach Ostasien I abgehende Feldpost vereinigt etwa 5000 Sendungen an Angehörige des ostasiatischen Expeditionskorps. Es herrscht I aber hier die Ansichtskarte durchaus vor. Feldpostkarten I werden nur sehr wenige abgeschickt. Die Feldpost beschränkt I sich vorläufig übrigens auf Briefe und Postkarten. Es herrscht vielfach noch die falsche Meinung, als ob auch andere Gattungen von Postsendungen zugelassen seien. Dies I ist nicht der Fall. Es wird wohl beabsichtigt, später einen I Packetverkehr nach China einzurichten, zurzeit ist dies aber noch nicht angängig. Ebenso wenig findet ein Postanweisungsverkehr statt. Doch dürfte später ein Postanweisungs- I dienst vom Kriegsschauplätze nach der Heimat eingerichtet I werden. gestcinge. •* Kleine Mtteilungen aus Hessen und den Nachbarstaates- Man berichtet aus Mainz: Aus das Preisausschreiben zur Erbauung eines Krematoriums und Kolumbariums auf dem Mainzer Friedhose find 90 Entwürfe eingereicht worden. Dem Preisgericht, daS in Frankfurt zusammentritt, gehören an die Herren: Genzmer-WieSbaden, Hofmann-Darmstadt, Opsermann und Schmahl--Mainz. Gelegentlich des in Frankfurt stattfindenden 9. Verbandstages der Feuerbestattungsvereine werden die Entwürfe dort zur Ausstellung gelangen. — In Erbach i. O. ist eine Großh. Elfenbein« schnitzereischule errichtet worden, die am 1. Oktober ihre Thätigkeit beginnt und gegen ein halbjähriges Schulgeld von nur 15 Mk. jungen Leuten im Alter von 14 Jahren ab geöffnet ist. — In der Mainzer Tapezierer-Zwangs^ Innung wurde mit großer Mehrheit der Antrag gestellt, die Zwangsinnung, die den Mitgliedern gar keine Vorteile gewähre, wieder aufzulösen. — Kürzlich wurden in Alzey bei der Beerdigung eines ehemaligen Soldaten durch den Kriegerverein auf dem Friedhose die üblichen Gewehrsalven gelöst. Die Schützen erhielten nunmehr je ein Strafmandat -r Wallernhauseu, 5. September. Gestern nachmittag stürzte beim Grummetabladen der Landwirt August Schmidt I Dom Heustall auf einen unten stehenden Dreschwagen und verletzte sich am Kopfe so schwer, daß er abends 9 Uhr J’e_r“a(5 c t5c^mtbl toar verheiratet und stand in den besten Jahren. ' In einem aus Prätoria an das „Utrechter Tagblatt" gerichteten Briefe werden, wie man aus Amsterdam schreibt, die Gründe auseinandergesetzt, die zu der barbarischen Behandlung der Holländer und Deutschen seitens der englischen Gewalthaber geführt haben. ES heißt in dem Briefe: Dis vor kurzer Zeit konnte man bemerken, daß das Auftreteu gegen die geborenen Afrikander viel vorsichtiger und milder war. Man wollte so wenig wie möglich Anstoß geben, um die afrikanische Bevölkerung mit der britischen Oberherrschaft zu versöhnen, während man auf die Fremden keine Rücksicht zu nehmen hatte. Die Engländer wiffen natürlich recht gut, daß vielen Afrikandern die Ausstoßung des hollän- dlschen und deutschen Elements nicht nur gleichgiltig, sondern häufig gar nicht unangenehm ist. Ein sehr sprechendes Beispiel dieser verschiedenartigen Behandlung ist der Unterschied im Auftreten gegen afrikanische und holländische Prediger. Jene halten unentwegt zur nationalen Sache und fordern von der Kanzel herab die Männer auf, im Widerstand gegen England auszuharren und warnen sie, den Eid als englische Un- terthanen abzulegen. Ein holländischer Prediger wurde deshalb kurzweg verbannt, auf ein Schiff geladen und in die Heimat befördert; der afrikanische Prediger Bosman, der genau dasselbe gethan hatte, wurde vor Lord Roberts beschieden, der ihn ermahnte, in Zukunft keine politisch gefärbten Predigten mehr zu halten, worauf Bosman kalt erwiderte, daß er sich von niemand eine Vorschrift darüber machen lasse, was und wie er predigen wolle. Er wurde nicht weiter behelligt. anderer afrikanischer Prediger wurde wegen „politischer Wühlereien" verhaftet, aber auf Befehl von Roberts alsbald wieder in Frechen gesetzt, weil er keinen Märtyrer aus ihm machen wollte. Damit muß man die schmachvolle Behandlung der zweiten holländischen N-Ä^^/brgleichen. Ihr Führer, Dr. Coster, ein aktiver holländischer Militärarzt, hatte die Unvorsichtigkeit begangen, einige unverfängliche Prwatbnefe nach dem nördlichen Kriegsschauplatz, wohin er sich begeben wollte mltzunehmen. Man ließ ihn ruhig ziehen, aber unterwegs wurde er aufgegriffen, und obwohl er die Briefe vorlegte und ihr Inhalt durchaus unverfänglich war, keine militärischen und politischen Dinge behandelte, drohte der englische Offizier, ihn sofort erschießen zu lassen. Er wurde nut noch zwei anderen Aerzten in Haft behalten, in einem schmutzigen Viehwagen nach Kapstadt geschickt und dann nach Ceylon elngeschifft, während die ganze Ambulanz einfach beschlagnahmt wurde. Arst m Utrecht, Dr. Zadelhoff, wurde dieser Tage zu einer schwer erkrankten Frau, deren Mann Beamter in Transvaal gewesen war, ae$ Men; sie zeigte ihm ein Zeugnis ihres Arztes in Johannesburg, worin der englische Gouverneur ersucht wurde, dieser Frau den ferneren Auf- i L^L??er zu gestatten, da sie in hohem Grade lungen- lei unb Klima in Holland sie Hinwegraffen müsse. I Fe wurde in einen Kaffernwagen gebracht und mußte die Reise nach Holland machen I I ** Zn Amerika verstorbene Hessen. In New-Jork: Wilhelm Troß, 43 Jahre alt. aus Geiß Nidda. "T Grunberg, b. September. Gestern nachmittag um gesungen und brachte Stimmung in die Festversammluna. Zl/z Uhr sand hier eine Inspektion der freiwilligen ----------r r ' I und Pfichtfeuerwehr durch Kreisfeuerwehrinspektor I Loos-Gießen statt. Trotz der dringenden Feldarbeiten I waren die Mannschaften nahezu vollzählig zur Stelle. Dem Vernehmen nach sprach sich der Inspektor recht befriedigt über die Leistungen der Wehr aus. — Wie es heißt, soll der diesjährige Kreisfeuerwehrtag Mitte Oktober in unserer Stadt abgehalten werden. — Ein eigenartiger Unfall I ereignete sich gestern nachmittag hier. Ein Landwirt hatte aus dem Hof die Pferde ausgespannt; während er sich noch am Wagen zu schaffen machte, nahmen die Pferde den I Weg über die Miststätte und fielen dabei in eine dort befindliche Jauchegrube. Bis an den Hals in dem Morast steckend, mußten die armen Tiere aushalten, bis es einigen der I Zu derselben Zeit abgehaltenen Feuerwehrübung versammelten Mannschaften mit großer Mühe gelang, sie aufs Trockene I zu bringen. Glücklicherweise haben beide Pferde bei dem I Unfall keinerlei Schaden genommen. i. Laubach, 5. September. Heute nachmittag t/23 Uhr I gleich nach Ankunft des Großherzogs fand die feier- I liche Beisetzung des verewigten Grafen Friedrich I statt. In der Kirche war am Abend zuvor der Sarg vor dem Altäre ausgestellt worden, Helm und Degen des Verstorbenen lagen auf dem Sarge; ringsherum lagen prachtvolle Kränze, aus beiden Seiten des Sarges stantzen brennende Leuchter, auch der Altar war durch den Gräfl. Hofgärtner schön geschmückt. Heute im Trauergottesdienste, in I dem bis ins Kleinste ausgearbeitete Ordnung herrschte, war eine große Menge Leidtragender versammelt. Der erste Stadtpsarrer hielt die Gedächtnisrede im Anschluß an das Wort des Apostels Paulus: „Aber von Gottes Gnade bin ! ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist." Der Entschlafene hatte schon früher sich alles Lob an seinem Sarge verbeten. Das entsprach ganz seinem Charakter. Der Geistliche betonte des Verblichenen lebendige Frömmigkeit, seinen Bekennermut, seine Verdienste um die Kirche, I sodann sein bedeutendes Wirken auf weite Kreise, seine Ver I dienste um die Stadt Laubach, um unser Hessen und um I das Vaterland. Er hob aber besonders hervor, welcher I edle Mensch der Verstorbene war. Nach dem Gottesdienste I setzte sich der Zug nach dem Friedhöfe in Bewegung, Ver- I eine standen Spalier. Dem Leichenwagen voran gingen I Musikkapelle und Kirchenchor, die Lehrer und Schüler des Gymnasiums „Fridericianum", die Fahnendeputation, Schieß- I sektion, zwei Trauermarschälle, Gräfl. Pächter und Beamten; I dann wurde, wie üblich, das Kreuz vorangetragen, hinter I demselben schritten die Patronatsgeistlichen und die beiden I fungierenden Stadtgeistlichen, dann die Ordenskissen tragen- I den Herren, nämlich Obersorftmeister Thum dahier und I Forstassessor Königer in Arnsburg, dann die persönlichen I Diener des Grasen, Haushofmeister Böhm und Kammer- I diener Rehberger. Aus beiden Seiten des Leichenwagens I schritten Gemeinderat und Kirchenvorstand, außerhalb der- I selben die Kränze tragenden Forstwarte. Hinter dem Leichen- I wagen gingen die hohen Leidtragenden, die Herren in I mannigfaltigster Uniform, der Großherzog führte die Gräfin Otto, sodann diejenigen Herren, für die Plätze reserviert I waren in der Kirche, sodann alle übrigen Teilnehmer. Am I Grabe fungierten die beiden Stadtpfarrer, die Gemeinde I sang unter Musikbegleitung „Jesus meine Zuversicht" Vers 1, der Chor sang nach der Einsegnung des Grafen Lieblingslied „Ich habe nun den Grund gefunden" Vers 1, nach I dem Gebete sang noch die Gemeinde und Chor: „Jerusalem, I du hochgebaute Stadt". — So ist Graf Friedrich nicht mehr unter uns, der Edelmann im edelsten Sinne des I Wortes. Seine Werke dauern fort. Aus Stadt und Land. Gießen, 7. September 1900. •* Perfonalnachrichten. Der Direktor an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms Dr. Heinrich Blase wurde zum Direktor des neu errichteten Gymnasiums (Herbstgymnasium) zu Mainz, der Direktor der Realschule und des Progymnasiums zu Bingen Dr. Theodor Walter zum Direktor des Gymnasiums und der Realschule zu Worms und der Oberlehrer an dem Ludwig-Georgs- Gymnasium zu Darmstadt Professor Dr. Franz Helm zum Direktor der Realschule und des Progymnasiums zu Brngen, sämtlich mit Wirkung vom 1. Oktober, der Vor- stand des bautechnischeu Bureaus bei der Abteilung für beS Ministeriums der Finanzen Bauinspeklor tv,™ ^,°u? 8um ständigen technischen Hilfsarbeiter bei unter Belassung des Amtstitels Bau- der R-visinnsknnlrolleur Adam Leißler zu »™,rnRmtbt tiT H^ptsteueramtskontralleur bei dem Haupt' -bm Tnannl; ber Distriktseinnehmer der ‘1’ ®C,iu?9Cn R-ndnnt Christian Müller, Distriktseinnehmerei Laubach Rendant Heinrich Damel Rausch und der Distriktsein- n-hm-r der DistriklSeinnehmerei Nierstein N-nd^nt Joseph Dapper wurden auf ihr Nachsuchen unter Anerkennung ^langjährigen treu geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Oktober l. IS. an in den Ruhestand versetzt •* Patentliste. Verfahren zur Herstellung einer Filter- mässe aus Kteselguhr. (F. 12634.) Filter- und Brautechnische Maschinen-Fabrik Akt.-Ges. norm. L. A.Enzinqer in Worms. — Verfahren zur Darstellung von Pyrrolidon und Pyrrolidin. (M. 17884.) Firma C. Merck in Darmstadt. — Vorrichtung zur örtlichen Behandlung des mensch- Es scheint überhaupt, daß man in England die Wirksam- UP Roten Kreuzes mit mißtrauischen Augen betrachtet. Wie die letzte Nummer des „Bulletin international des SociötSs de l- Croix rouge" in Genf mttteilt, hat das internationale Komitee m Genf das Londoner Hauptkomitee eingeladen, in Lourenco Mar- qms einen besonderen Dienst einzurichten, damit für die Verwundeten und Kranken auf beiden Setten rascher und besser gesorgt werden könne, aber das Londoner Komitee hat seine Beteiligung an diesem Werk der Barmherzigkeit einfach Sertl Es war deshalb auch eine stark übertriebene Gut- müttgrett, daß daS Genfer Generalkomitee dennoch die für den ge- nannttn Zweck gesammelfen Gaben gleichmäßig zwischen Engländern k ™ I*nrDer c » ^at D^e Engländer hätten diesesma! mit Fug unb Recht leer ausgehen sollen. Wundern muß man sich nur, daß ber niederiänbische Minister des Arutzern bis jetzt noch keine Schrite oft oer engt,scheu Regierung gethan hat, um der rohen Behandlung niederländischer Unterthanen in Südafrika ein Ziel zu setzen ° Entsetzen, daß die blutrünstige Phantasie und geschmacklose Renommisterei einen Soldaten unseres Seebataillons verleitet hat, seinem Freunde eine wilde Geschichte aufzutischen, um sich interessant zu machen und im Lichte eines ganz entsetzlichen Kriegsmannes zu erscheinen. Von dem, was der Mann über Totschlägen von Frauen und Kindern durch deutsche Soldaten erzählt, glauben wir kein Wort, einmal, weil es mit allen anderen Berichten in Widerspruch steht, sodann aber, weil ein derartiges Verhalten bei unsern Soldaten in keiner Weise angenommen werden darf. Daß freilich Kriege dazu da sind, Menschen totzumachen, ist eine bedauerliche, aber unabänderliche Thatsache. Da Deutschland bekanntlich dasjenige Land ist, in dem es die wenigsten Analphabeten giebt, so können wir uns, wenn erst die 12 000 Mann der Lesselschen Expedition, angekommen sein werden, auf eine Hochflut der schönsten Soldatenbriefe gefaßt machen, in denen viele unserer braven Jungen sich weniger von dem Bestreben nach objektiver Wahrheit werden leiten lassen, als vielmehr von dem Wunsche, bei Eltern, Geschwistern, Freunden und Basen in einem sehr interessanten Lichte zu erscheinen. Dieser Zweck wird aber immer durch die unter möglichst schrecklichen Umständen erfolgende Ermordung zahlloser Chinesen am sichersten erreicht werden. I Heute morgen fchpn um 9 Uhr versammelten sich die Teil- I nehmer an der Wanderversammlung zur Hauptversamm- I lung im kleinen Saale des Saalbaues. In der Hauptver- I sammlung eröffnete Oberbergrat Tecklenburg die Verhandlungen. Der Redner warf einen Rückblick auf den I Entwickelungsaang der Gesamttechnik und gab speziell eine | für je Uebersicht über die Bohrtechnik und über die Entwickelung des Vereins seit 1885. Darauf begrüßte Ober- I burgermeister Adickes die Festversammlung. Dr. Knob- I lauch, der Direktor der Senckenbergischen Naturforschen- I den Gesellschaft, betonte die wechselwirkenden Beziehungen I zwischen den Naturforschern und den Praktikern der Bohr- I technik, denn die praktischen Erfolge kommen der wissen- I schaftlichen Ausnutzung wieder zugute. Tie Profile, die I von den Bohrtechnikern erschlossen werden, geben dem Geo- I logen Aufschluß. Auch er wünscht glücklichen Fortgang. I E. Weismüller, Ingenieur, begrüßt die Versammlung im Namen des Ingenieur- und Architektenvereins. Gäbe es auch in der Umgegend wenig Bergbau, so gäbe die Er- bohrung der Heilquellen das Vorhandensein von Braunkohle, Kupfer usw. Veranlassung zur Nutzung mib Anerkennung ihrer guten Dienste. Oberbergrat Tecklenburg dankte für die warmen Worte der Redner un,d machte sodann einige geschäftliche Mitteilungen. Die Reihe der Vorträge eröffnete Dr. Edmund Naumann, ! hier, über die größten Teufen, welche durch Bergbau oder Tiefbohrung erreicht wurden, und die dabei gewonnenes Resultate, v. Rein ach teilt hierauf in ausführlichem Vortrage mit, daß die Wasserentnahme aus dem Taunus sich aiif die Erkenntnis des Gesteinscharakters, sowie der geologischen Lagerungsfolge der größeren Schichten komplexe gründe. Bei der Aufrichtung des Gebirges haben die ältesten, hauptsächlich aus Schiefern bestehenden Schichten dem Druck ohne größeren Widerstand nachgegeben. Me etwas jüngeren, spröden, aus Sandsteinen und Quarziten bestehenden Schichtenkomplexe werden dagegen von massenhaften Sprüngen und Rissen durchzogen. Letzteres Gestein nimmt infolge dessen das Niederschlagwasser zu seiner Sättigung auf. Die betreffenden Schichten bilden hierdurch große Reservoire, welche, wenn sie durch Stollen ausgeschnitten werden, im stände sind, regelmäßig stärkere Wassermengen abzugeben. Jacques B a s z a n g e r-Paris spricht hierauf über Ursachen der Hausse im Markte für Carbon und Rohdiamanten für industrielle Zwecke. Sodann spricht Waclaw Wolski- Schodniea 1. über die Prinzipien zweier neuer Bohrsysteme und 2. über eine neue FriktioTis- kuppelung bei Bohrkrahnen. — In der Vorhalle stellen aus: C. u. S. Frank hier, eine Anzahl ingeniöse Erfindungen, z. B. das Pressen der Röhren und Hülfen aus kaltem Wege, das Verfahreri, biegsame Röhren aus Stahl, Eisen nmd Messing ohne Löten zu verbinden, Frankfurter Metallwerk I. Patrick hier, Ventile und Hähne für Wasserleitungen, wie sie in den westfälischen Kohlengruben bei Wasserleittmgen in Anwendung find zur Verhütung von Kohlenstaub, und eine Nachlaßvorrichtung für Bohr- bm. Mainz, 5. September. Für die am 12. d. MtS. stattfindende Verbandsversammlung des Verbandes deutscher Gewerbegerichte liegt jetzt die vollständige Tagesordnung vor. Den Hauptgegenstand bildet „Das Bürgerliche Gesetzbuch und das Recht deS ArbettsvertrageS" und zwar im einzelnen: Verbot der Ausrechnung und Zurückbehaltungsrecht; Prozeßfähigkeit der Minderjährigen; Vergütung bei kurzer Verhinderung; die Ansprüche der Parteien bei Lösung ohne Einhaltung der Kündigungsfrist. Ferner stehen auf der Tagesordnung: Abänderungsvorschläge zum Gewerbegerichtsgesetz (Referent: Reichstagsabg. Trimborn-Köln), die kaufmännischen Schiedsgerichte, die Gewerbenovelle vom 30. Juni 1900, die Arbeitsordnung, die Notwendigkeit schriftlicher Vertragsabschlüsse vor Beginn der Arbeit, sowie Anregungen auS der Mitte der Versammlung. „ Stanffurt a. M., 6. September. In der Zeit vom o^bis 8. September tagt hier die 1 4. I n t e r n at io na l s W a n d e r v e r s a m m l u n g der B o h r i n g e n ie u r e> ü n. Jo,0 brt e ch niker, zu gleicher Zeit hält der Verein w Avhrtecknirer seine 7. ordentliche Versammlung ab. Am Abend des 5. September begrüßte am Eingänge des oberen Saales der „Alemannia" Oberbergrat Tecklen^ r. 1. a ( Hochj Qyl A ,—o—,-r—Dr. Kart Ochsenius - Marburg erwiderte darauf, nachdem er den I Zweck der Wanderversammlungen und was von ihnen zu I hoffen und zu wünschen, hervorgehoben hatte, daß die I Bohrtechnik eine Kunst geworden sei, deren Resultate klar I vor Augen liegen. Der Nationalwohlstand wäre ein viel geringerer, wenn der Aufschwung der Bohrtechnik nicht | em so ungeheurer wäre. Ein von Oberstleutnant E. Gl ad | gedichteter humorvoller Festgruß zum „Bohrertag" wurde I nach einem voraufgegangenen und mit Begeisterung auf- i genommenen Hoch auf die Damen mit Klavierbegleitung •* Wichtig für Rekruten. Ein Rekrut, der sich in gerichtlicher Untersuchung ober im Anklagezustand befindet, kann nicht eher eingestellt werden, als bis die Strafsache einschließlich der Strafvollstreckung vollzogen ist. Rekruten, , oberen Saales der 9 welche es unterlassen, von einer gegen sie erhobenen 3n= f u r q ^arniftabt die K-eftaäfte Mit pinpm SBerbüfeunfihrer16^0^ *“ b-huss Frankfurt schloß bie BegrllßongAnsprache. Verbüßung ihrer Strafen wieder entlassen, ganz abgesehen 1 ' * davon, wie lange sie schon dienen. Im nächsten Jahre werden sie erneut ausgehoben und eingestellt, ohne daß ihnen die vorhergegangene Dienstzeit eingerechnet wird. Es liegt somit im Interesse eines jeden Rekruten, gegen den eine gerichtliche Untersuchung schwebt, sofort seiner Kontrol- stelle Anzeige zu erstatten. Schul nzuge in grosser Auswahl! Markus Bauer. Giessen, Kirchenplatz 11. in Höhe von 3 Mk. wegen unbefugten Schießens. — Am 5. September brach in dem alten Schlosse zu Löhnberg bei Weilburg Feuer aus. Das Schloß wird seit langen Jahren zur Aufbewahrung von Heu, Stroh 2c. von den dortigen Einwohnern benutzt. Gegen Abend war bereits das Dach eingestürzt und die Flammen schlugen aus den Oeffnungen heraus. — Einen qualvollen Tod hatte der 71 Jahre alte Fuhrmann Birkelbach in Erndtebrück bei Biedenkopf. Der Mann trank aus Versehen Essigsäure und erkrankte sofort. Als der Arzt eintraf, war es bereits zu spät. Kunst und Wissenschaft. . Stuttgart, ö. September. Der Apothekertsg hat mit großer Mehrheit einen Antrag abgelehnt, weibliche Hilfskräfte als ?/kergehilfinnen mit geringeren Ausbtldungsansprüchen äUjnlaffen. Die Hauptversammlung wurde heute nachmittag geschlossen. Nahezu einstimmig wurde beschlossen, eine Denkschrift an den Reichskanzler zu richten, um eine Regelung des Apotheken- wesens auf der Grundlage der Beschlüsse der Gewerbekommisston desVereins hrrbeizusühren. Ferner beauftragte die Hauptversammlung den Vorstand, Schritte zur Einführung einer besonderen Nachttaxe kV T";. Einführung einer beschränkten Sonntagsruhe für - .AHArrae erklärte die Versammlung für erstrebenswert. Der nächste Versammlungsort ist Hannover. Gerichtssaal. Frankfurt, 5. September. Die von einem Offenbacher Chemiker 00019^6^, tn Offenbach beschlagnahmte Wurst des hiesigen Metzger- meifter5 Subrolg aMüHerleile enthält außer sonstigen Zuthaten 4,77 pCt. Stärkemehl. In Hessen ist es bekanntlich verboten, der Wurst Stärke« »neljl zuzusetzen, das sehr viel Wasser aufsaugen kann. Der auch als Sachverständige vernommene Metzgermeister A. Jung von hier erklärte, em Zusatz von Stärkemehl in der Wurst sei in Frankfurt nicht üblich. Set einer wirklich guten Leberwurst dürfe kein Stärkemehl als Bind7- mtttel verwandt werden. Vor zwei Jahren habe die hiesige Staatsanwaltschaft an sämtliche Metzgermeister ein Rundschreiben erlassen, wo« VaCLtm Abbiet ein Stärkemehlzusatz in jeder Wurst bis zu 3pet. zulässig fei. Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, daß eine vorsätzliche Nahrungsmittelfälschung vorliege. Es wurde deshalb auf 100 Mk. Geldstrafe erkannt. Ans dem Geschäftsieben. R-,-^000 2». hat Dr. Oetkers Backpulverfabrik für die zehn besten r?S °WeVJterc ducken lassen und den Herren Geschäfts- Aten, welche Dr. Oetkers Backpulver führen, zum Verschenken an die ftei-ne ^ch enthält auch wichtige Mitteilungen Vder Dr. Oetkers Gufim, em vorzügliches knochenbildendes Nährmittel für Jtmber, unb feine Mutter wirb versäumen, bieses Büchlein im Interesse ihrer Kinder und ihres Haushalts zu lesen. A. Oetker, Bielefeld. „Die Wirren in China dürften, wie die bekannte Importfirma „Meßmer infolge mehrerer Anfragen mittefit, eine Erhöhung der Thee- „preqe vorerst nicht zur Folge haben, weil die Produkte der 1800er Ernte „3Utn größten Teil von China bereits verschifft und schwimmend sind, „einige Ladungen erster Pflückungen haben die europäischen Häfen bereits „erreicht. Wenn allerdings die Boxerbewegung sich über den Nangtsze- „honfl hinaus auf die südlich gelegenen Plätze Hankow, Shangai und „Kanton — eme Entfernung von Peking wie etwa Palermo von Frankfurt — ausdehnen würde, wären Störungen im Theehandel und Steigerung der Preise unausbleiblich. Hoffen wir, daß dieser Fall nicht ein- „treten wird!" or seit einiger Zeit in Hemelingen-Bremen von der Firma The American Supply Co., Meyers u. Co, fabrizierte, als vorzüglich be- lannte flüssige Putzmittel für alle Metalle Meyers American Putz- Eream hat auf der Weltausstellung in Paris, wie uns mitgeteilt wird, eme ehrenvolle Anerkennung errungen. Brown u. Polsons Mondamin ift so ergiebig, daß man aus einem „ganzen Packet" Mondamin . 12 Mondamin-Flammris für ie vier Personen anrichten kann. Ein solches Packet erhält “^furÄ Pft. Diese auf zwölf Mondamin-Flammris f“J Ibven Flammrts so geringe Mehrkosten, daß !'4^ondamln leder gestatten kann. Alle mit Mondamin ge- Mten Speisen gewinnen an Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit. Mondamin ist überall für 30 Pfennig u. 15 Pfennig käuflich. AM u. Polsons „neue" Rezepte sind als ein Buchlein' bei deutlicher Adressenangabe Berlin C. 2, kostenlos zu haben. Zusammenlegens, Mischens, Abhebens und Gebens bezw Abziehens der Karten vom Talon erkennt kurz aesaat Uo wie mit aufgedeckten Karten manipuliert. Von den Marüerungsarten ist die Pointierung mit Nadel Farbe uub Stift die Biseautierung (Beschneidnng) und Pipe besonders üblich „Gezinkte" das heißt gezeichnete Karten wird man jedoch kaum noch bet Spielern von Geschicklichkeit und Bedeutung finden Diesen stehen zu demselben Zwecke bessere und gefahrlosere Mittel zur Verfügung ^ede fabrikmäßig hergestellte Karte ist für den mit gutem und Gedächtnis begabten Falschspieler schon durch das Muster der Rückseite, die „Tarotierung", gezeichnet Der regelmäßige Verlauf des in gewissen Abständen sich uets wiederholenden Musters ermöglicht durch die Art und Weise, wie diese Muster an den Ecken abschneiden ein Wiedererkennen bestimmter Karten. Es kommt nicht leiten vor, daß einzelne Karten an diesen Stellen eine Urtümliche, in dem ganzen Spiele nicht wiederkehrende fchysiognomie zeigen und karten desselben Wertes gleiche oder doch sehr ähnliche Bilder an den Ecken zeigen. Solche „Jcaturniarfen" sind es, welche den gewerbsmäßigen Vieler auch aus einem ihm völlig unbekannten Spiele uach kurzer Zett schon bte wichtigsten Karten herausfindeu la))en ^o erklärt sich die Thatsache, daß Gewerbsspieler zuweilen tm Anfang des Spieles verlieren, durch die erst nn wetteren Spielverläufe sich einstellende Vertrautheit mit den Merkmalen der Karten dann aber um so „sicherer" gewinnen. — So viel aus der erwähnten Abhandlung, bte etnejüertüülle Bereicherung der Spielerlitteratur bilden wrrd. gur den bevorstehenden Prozeß kommt sie allerdings nur mittelbar in Betracht, da die Anklage gegen 0- Kayser, v. Kröcher, v. Schachtmeyer und Wolff lediglich auf gewerbsmäßiges Glücksspiel lautet. Der Hauptanqe- flagte, Dr. jur. v. Kayser, hat auch seinerseits soeben eine Broschüre erscheinen lassen, die er „Eine Rechtsstudie ZU § 284 des Reichsstrafgesetzbuches" nennt, und in der er nicht ohne juristischen Scharfsinn nachzuweisen sucht, daß fern und seiner Mitangeklagten Handlungen nicht als gewerbsmäßiges Glücksspiel zu gelten haben. Dieses vorweggenommene Plaidoyer enthält in sorgfältiger tabellarischer Uebersicht ein halbes hundert Urteile des Reichsgerichts und sonstiger höchste^Instanzen über das Glücksspiel. Z^h^aiich von Mexiko im Durchschnittspreis von 140 M doch betrug die letztjährige Einfuhr nur 1052 »00 außerdem kamen aus den Vereinigten Staaten noch 92.^ Mille tm Durchschnittswert von 106 M. Verhältnis uiaßig Nicht ganz unbedeutend war im letzten Jahre auch der Zigarreuimport von den Philippinen, doch han- es sich hier nur um eine geringwertige Qualität- oie Einfuhr belief sich im vorigen Jahre auf 6872 Mille ™ %nrtJ?on. 225 080 9e9en 4162 Mille im Wert von 144430 M. in 1898. Der Durchschnittspreis stellte sich nuttjiu nur auf 35 M. Eine noch geringere Qualität kam iit den letzten Jahren aus den Niederlanden; es waren tm Jcchre 5980 Mille im Durchschnittswert von mir 28 M Der übrige kleine Rest des Imports verteilte lief) auf China, Portorieo, Britisch-Ostiudien, Brasilien, kanarische ^nseln, Belgien, Großbritannien, Norwegen- ,ch U^.der Bezug aus allen diesen Ländern ohne Be- Dre ZufuKt.en Hamburgs aus dem Binnenlande belesen sich in 1899 auf 276 656 Mille im Wert von 16 Mill. M., gegen 242 750 Mille im Wert von 14 Mill. M 58 M p^Mille^" fteHtC ber Durchschnittspreis auf * München, 6. September. Heute morgen wurde in Den Jsaranlagen der neunzehnjährige Sattlergehilfe Heid- cggcr entkleidet, und mit dem Kopfe abwärts an einenJ3aum gebunden, aufgefunden. Die Kleider und Wertsachen lagen nebenan auf dem Gebüsch. Der junge Mann, der in das Krankenhaus gebracht werden mußte, gte6t an, er sei gestern abend gelegentlich eines Spazier- ganged in den Anlagen von drei aus dem Gebüsch fommenben jungen Burschen über fallen, mit den Worten: r,ßa9 ist er!" zu Boden geworfen, entkleidet und an den ^aum gebunben worden. Der junge Mann, dessen Füße h rln^$ für immer gelähmt bleiben werden, ba bte Zehen schon branbig sind, glaubt bas Opfer einer Verwechslung zu sein. — Die „M. N. N." melbeu aus Innsbruck, daß der schon seit bem 23. August vermißte Dr. Max Schäfer aus Bremen in einer Gletscherspalte bes Ortler tot aufgefunben worben fei. * Budapest, 6. September. Der hiesige Advokat Takats, bekannt durch seine Beteiligung an allen Straßendemonstrationen wurde wegen Falschmünzerei verhaftet. Es sollen noch weitere Verhaftungen angesehener Persönlichkeiten beoorstehen. * Zur Hühnerjagd bringt der Kladderadatsch gute । k. e nfürangehendeJäger „vom alten Nimrod", i ®r schreibt: Die Hühnerjagd bereitet großes Vergnügen, mdft den Hühnern sowohl, als dem Jäger, zumal wenn er wirklich etwas trifft und der erlegte Vogel sich als ein Ach^ges Rebhuhn ausweist. — Nur zu leicht wird das Rebhuhn^ mit dem gemeinen Haushuhn verwechselt, was tur den Jäger Weitläufigkeiten und Kosten zur Folge haben k !"■ $on dem Haushuhn unterscheidet sich das Reb- mnbalmr*, daß es nicht auf Bäumen sitzt, nicht immer- I ^rt Eier legt und in gebratenem Zustande ein Stückchen I iXn drust hat. - Eine Spielart des gewöhn- ift das Sumpfhuhn, das zu später Abend- man n, F getroffen wirb. - Gewöhnlich nimmt einen Hund mit, der deswegen I toai be onberf ^T Um if>" ni^ anzuschießen, rofrb n,Ln ■ " ' lt’™n cr die Nase getroffen - ®äbrenb ÄS“ .«wgtt-hst hoch in bie Luft. «rgyreno oev Abdruckens bewege man die Flinte hin I und her oder drohe sie im Kreise herum, damit die Schrote suh besser verstreuen und mehr Hühner mm Urnen ae troffen werden. - Alte Hühner lassen sich leicht von mno^n dadurch unterscheiden, daß sie zähe sind und auch durch fhtnbcnlanges Braten nicht mürbe werden Hübner schon etwas riechen, läßt man besser ungeschossen ' * Der Harmlosenprozeß, der in erneuter Aus- lage im Lause des Winters das Berliner Landqericht icteber beschäftigen wird, lenkte schon bei seiner ersten Verhandlung das allgemeine Interesse auf G l ü cks s p i e l und Falschspiel. Wie eng gewerbsmäßiges Glücksspiel I Zumeist mit Falschspiel verbunden zu sein pflegt, zeigt I uun in einer interessanten Abhandlung im „Archiv für I Kriminalanthropologie und Kriminalistik" Kriminalkom- I mofar v. Manteuffel. Schon der gewöhnliche Bauern- I fang er hat seine Schlepper, und der Glücksspieler großen I ötu§ seine Agenten an Rennbahnen, Badeorten, in Restau- I ^.uuts und Balllokalen. Eines der bekanntesten unb qe- I lurchtetsten Hilfsmittel ist beim Spiel selbst die „Maquil - I tage", d. h. die Kennzeichnung der Karten nach einer I ge Diffeu für das Auge oder das Tastgefühl des Spielers I Methode vor oder während des eigentlichen I verdeckt ist der, daß der Eingeweihte die I uf oder im Talon liegenden Karten während des | Vermischtes. * Zur Komtzer Mordaffaire. Gegen den in Haft befindlichen Präparanden Speisi ger ist Anklage wegen Leistung eines Meineids erhoben worden. — Bon der Ko- uitzer Strafkammer wurden am Montag zwei Handwerksgesellen, die am 8. August einem jüdischen Kaufmann unter Ausstoßung antisemitischer Rufe eine Schaufensterscheibe eingeschlagen hatten, zu je neun Monaten Gefängnis verurteilt. • Lebt Hediu noch? Diese bange Frage drängt sich aßen Freunden des kühnen Reisenden auf, angesichts des rosigen Umfangs, den die Boxerbewegung anscheinend auch nn Innern des Chinesischen Reiches annimmt. Bekanntlich veröffentlichte er im Juni 1899 einen spannenden Bericht über seine erste Reise nach Tibet und China, und brach bann sofort wieder zu einer Forschungsreise in dieselben Gegenden auf. Die letzten Nachrichten melden, daß er sich gu Anfang 1900 im chinesischen Lopnov Gebiet aufhielt und oon dort aus in das tibetische Hochland eingedrungen sei, um auf neuen Wegen nach Indien zu gelangen. Vermutlich wird er, wie alle seine Vorgänger, versuchen, trotz der Gefahren, die die fanatischen Einwohner, die wasserlosen Wüsten, die unbekannten Gletschergebirge bieten, das verbotene Lhassa zu erreichen. Wird er als Europäer erkannt, so drohen ihm Folterung und grausamer Tod; gelingt es shtn aber, aus chinesisches Gebiet zu entfliehen, in der Hoffnung aus Schutz durch die chinesischen Behörden, so sieht er fiel) vielleicht plötzlich in die Boxerbewegung verwickelt, und nur werden nie wieder etwas von ihm hören! Hoffen wir, bag die Kriegsfurie ben Winkel Asiens, in dem er jetzt roeuen mag, nicht erreicht, und daß wir bald von Kalkutta ! aus vernehmen, daß sein altes Glück ihn nicht verlassen bat, und er mit reicher wissenschaftlicher Ausbeute heimkehren kann. Gegen den Tod Be0en -m-n f r. 1 „ frühzeitigen Tod ist doch ein Kraut oe. warfen. Abgesehen von Unglücksfällen, die jeden Sterblichen in der I ^itTfleJ.el?nh^m-rek-re8en IönZlen< Ährt wohl keine Krankheit zu so früh- Abgem Tod wie die Lungenschwindsucht. In der goldenen Jugendzeit Krankheit am gefährlichsten, während in den reiferen ®erahe S* "ehr Widerstandskraft entgegenzusetzen vermag. e die strglose Jugend nimmt Erkrankungen der Atmunasoraane rin Husten, Heiserkeit usw. werden oft gar nicht beamtet, trotzdem führen diese ebenso wie Luftröhren- (Bronchial-) Katarrb Pl^wn?eItto t6"' 8ttemnot> Bluthusten, Brustbeklemmungen Kebl« kopfleiden, Asthma, häufig zu den bedenklichsten Lungenkrankheäen Die eZe &e'tb'-anbIUü9 ungefährlichen, Leiden sind der ge- gnete Hbrd für das Emdnngen der Schwindsuchterreaer, der Tuberkel- Knöterich. Die Wirksamkeit bp^ nnn gemachfen, der russische äntiitfim sStnrUnfpn 1 9« gewonnenen Thees wird vcn rühmen in ^ren ""festlich anerkannt, zahlreiche Geheilte Verdienst diese« J6-?» ausgezeichneten Eigenschaften. Das a/aen ^naenfrfiminbf,.*^ .3ü!ren °ls bestes Vorbeugungsmittel gebührt Lerr^Ernn m ^?^sen, m Deutschland rc. eingeführt zu haben, £ertF ^^u^Abidemann in Liebenburg a. Harz, der sich Brust-^und ^rar "Nschlägigen Schrift über Anwendung desselben bei iebetm^n» r r /'"0-hend ausläßt. Die lesenswerte Brochüre IrLltOx ",»6efonbetä auch allen, die in der Lage sind, im Volk aufversand?" roi"en' ""gelegentlich empfohlen Sie wird gratis und franko Um den Patienten den Bezug dieser Pflanzen in wirklich echter r^orm zu ermöglichen, versendet Herr Ernst Weidemann den Knöterich- l7^b Packeten ä 1 Mark. Jedes Packet trägt eine Schutzmarke mit oen Buchstaben E. W., sodaß sich jeder vor wertlosen Nachahmung'» schützen kann. 4954 1 O ist ein erprobter und ’V. vorzüglicher Kaffee-Za- )' satz. Ueberzeuge sich jedermann. k /? (Original-Marke in Dosen.) S Kandwirtschastliches. I L.R. Offenbach, 6. September. Um den Schulen den Besuch I der landwirtschaftlichen Landes-Ausstellung zu erleichtern I ist die Einrichtung getroffen worden, daß Volksfchüler bei dem I klassenweisen Besuch im Beisein ihrer Lehrer oon 7 Uhr vor- I mittags bis 12 Uhr mittags am 14., 15. und 17. September die I Ausstellung für den Eintrittspreis von 10 Pfg. besuchen können I Desgleichen sind Vergünstigungen für den Besuch durch landwirt- I schaftliche Fachschulen vorgesehen. sande! rmd Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 6. September. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. Prämie» auf Kredit per ult Sept, 1.70%, do. per ult Okt. | 2.70%, Diakonto-Kommandit per ult Sept 1.35 %, do. per ult. Okt. I 2.45 %, Lombarden per ult Sept. 0.80%, do. per ult. Okt. 1.05%. Deuteohe Bank per ult. Sept. 0.00%. ÄotienaMge®: Kreditaktion 208.90-209.70, Diskonio- Kr.mmandit 175-4.50-60.00, Staatebahn 143-144.20, Lombarden 26.90-00.00, Italiener 94.50, Spanier 73.00, öptoz. Mexikaner 25.70 Bochumer 185.20-185 bz., Laura 201-1.20-200.20 bz., Harpener 180-179.50-80 bz., Gelsenkirchen 192.80-000.00 G,, Privat-Dic- kont 48/16 % G. 1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 209.50-10.00 bz., Dir- konto-Kommandit 174.60 00 bz., Staatsbahn 144-143.80.00 bz. Lombarden 26.90-00.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesellschaft 00.00 bz., 3proz. Mexikaner 00.00 bz , 3proz. Portugiesen 00 00-00 bz., Ottomanbank 000.00 bz. Hamburgs Zigarrenhan del. Der Zigarren- rmport Hamburgs seewärts hat sich im Jahre 1899 wieder I merklich gehoben und belief sich auf 59175 Mille im Wert I von 8 961 910 M., gegen 45 593 Mille im Wert von 5 688 540 I Mark im Vorjahre. Tas ausschlaggebende Bezugsland I lst für Hamburg nach wie vor Cuba, doch hatte dieser I Import unter der Ungunst der wirtschaftlichen Verhält- I mjfe in den jüngsten Jahren empfindliche Einbußen er- I litten. Nachdem nunmehr aber wieder geordnete Zustände I auf Cuba geschaffen sind, hat auch der HamburgerZigarren- I Import alsbald von neuem einen gewaltigen Auf- I ’ctZ.^uu9 genommen. Es wurden in 1899 von Cuba ein- I 39 390 Mille im Wert von 8 081 980 M. qeaen nur I 27 ,78 Mille im Wert von 4 923 470 M. in 1898. Der I toar im ätzten Jahre 205 M. pro Mille I tote Cuba anerkannt überaus die weitaus beste Qualität I des Imports liefert. Eine gute Sorte wurde im jüngsten | M eidenstoffe, Sammle von Elten & Keussen ELLÄ Wund Velvets .S'^tiiaaÄ Es ist von den verschiedensten Seiten die Beobachtung gemacht Malz-oder Spritessig bereitete Spcksw, der enthaltenen Vweißstoffe und Kohlenhydrate wegen, besser rogfbln,n fo%eu Speisen, bei welchen man Essigessenz ver- r?rf>n rnft» 'S ®®hrunOs-E88ig eingelegte Konserven, nament- 591 Gurken) weicher und bekömmlicher, als die mit Essenz bereiteten, welche roh und hart bleiben und, weil unver- gohren, den Magen belasten. 4594 3>ie Aöweyrkommisston des Aeustche« MgfaöriLanten.Seröaiides. ab Station 5412 5902 Eatasati 5911 in 5705 024 5590 «$gass*eM Versicherungsstanv üdcr 43 Tausend Policen. ,4 Streng reell I Jddcr lesen’ mu1 **» Wl| B5 § Z Kinige Kundert leere Cigarreukiften billig zu verkaufen« 6899 Carl Retter, Gießen, Lindenplatz A. 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