Nr. 131 Erstes Blatt. 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Portwagen Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. Freit-, den 8. Juni ZSezugvprei» vierteljährl. Mk. 2,2V monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr«, mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes Mhmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger ent gegen« ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. >»»,h»e »m Anzeigen zu der nachmittags für de« -ASgmdm Keg erscheinenden Nummer bis norm. 16 Wft. ■Hdtelimgen spätestens abe»dS »vr-her. iU^altli||gs. I, Eiltet identische etroleuin. Kochappart« ttgNch mü Ausnahme deS MontagS. Dir Gießener - amilienvtttter »erden dem Anzeiger tei Wechsel mit „Hess. Landwirt" «. ^Blätter Mr Hess. BolkSkunde" mSchtl. 4 mal beigelegt. «Ml • chitzwänie. semnäber 're ritnsgaskocbei m Söhne. UlUm. aüS l-AMÄ 1855.1 • Wüttt. Regierung, j »erÜlheMMi AtÄtt-eitze. M f ontm KÄMM I nuLire Meafm 6n bet W t ßibte 20, !.• in ■ i.M.rich» Friseur,» f, Auimmnebmers in I r M. MM? in» »kttf! Ml billlln, ■ l'kn M-DlM« W ttetswM 10. M Gleitmittel MMn, Offpedttion und Druckerei: »r. 7. f—g GrMsbeilagev: Gießener FamilienblAter, Der hessische Kandwirt, Mütter für heDsche Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietz«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Ml. Gieße», den 7. Juni 1900. Betr.: DaS Ober-Trsatzgeschäft pro 1900. Der Civilvorfitzende der Großh. Ersatz-Kommission Gießen au die Großh. Bürgermeistereien deS Kreises. ES stehen noch viele von Ihnen mit der Anzeige, daß die Ladungen den Militärpflichtigen zugestellt worden sind, zurück. Sie wollen dies sofort nachholen. Boeckmann. An die Herren Vertrauensmänner des Hilfsvereius für die Geisteskranken in Hessen. Da zurzeit mehrere Wärterstellen in hiesiger Anstalt »«besetzt sind, fragen wir bei Ihnen ergebenst an, ob Sie in der Lage find, uns geeignete Bewerber, gesunde, kräftige, intelligente Männer im Alter von 21 bis 25 Jahren, zu- »ächst brieflich zuzuweisen. Der Lohn steigt von anfangs 350 Mk. im 3. Jahre auf 500 Mk., nach 6 Jahren tadelloser Dienstzeit werden 1000 Mk. Prämie gewährt und außerdem erhält der Wärter neben freier Station vollständige Dienstkleidung. Heppenheim, 1. Juni 1900. Großh. Direktion der Landesirrenanstalt. Dr. Bieberbach, Medizinalrat. Zur Schulreform. Gießen, 7. Juni 1900. Am Mittwoch hat im preußischen Kultusministerium zu Berlin eine Schulkonferenz begonnen, die sich insbesondere mit der Berechtigungsfrage beschäftigte. Zur Teilnahme an den Konferenzen waren u. a. geladen: Die nationallib. Abgeordneten Dr. Böttinger (Direktor der Farbenfabriken Bayer u. Co. in Elberfeld), und Dr. v. d. Borght, Pro- fessor an der Technischen Hochschule in Aachen, ferner der Zentrumsabg. Dr. Dittrich, Professor am katholischen Lyceum in Braunsberg, der freikonservative Abg. Graf Douglas, der konservative Abg. Prof. Dr. Kropatscheck; sowie die Universitätsprofesioren Mommsen, Virchow, H a r n a ck, Felix Klein- Göttingen, die Gymnasialdirektoren Schwalbe und Kübler-Berlin, Jäger-Köln, Reinhardt, Direktor des Goethe- (Reform-) Gymnasiums in Frankfurt a. M., ferner Geh. Rat Hintz Peter-Bielefeld, Geh. Rat Albrecht-Straßburg, die Professoren Slaby und Jntze von den technischen Hochschulen zu Charlotten- burg und Aachen, sowie Räte aus den verschiedenen Abteilungen des Kultusministeriums. Die Konferenz „für die Reform des höheren Unterrichtswesens in Preußen" wurde durch den Minister Studt eröffnet. Nach einem Rückblicke des Geheimrates Hinzpeter auf die Verhandlungen und Ergebnisse der 1890 er Schulkonferenz wurde in die Erörterung der Berechtigungsfrage eingetreten. Die Versammlung zeigte sich in überwiegender Mehrheit geneigt, der vom Minister zur Erörterung gestellten Anerkennung der Gleichberechtigung der neunstufigen Vollen st alt en für den Nachweis der allgemeinen wissenschaftlichen Bildung grundsätzlich zuzustimmen, vorbehaltlich des Ausweises der besonderen Vorkenntnisse für diejenigen Fächer, die für ein erfolgreiches Studium den Besitz von solchen voraussetzen. Wohl mit Rücksicht auf diese Konferenz wird uns aus hiesigen Schulkreisen geschrieben: Die Frage der Schulreform ist durch die in Aussicht stehenden, bezw. erhofften Abänderungen der Berechtigungen in der letzten Zeit »lieber lebhafter erörtert worden. Seither war die einzige Mittelschule, die zu jeglichem Studium auf der Hochschule, ohne Einschränkung, berechtigte, das Gymnasium. Nun haben sich aber neben dem Gymnasium noch zwei andere 9klassige Schularten entwickelt: das Realgymnasium und die Oberrealschule, für die man dieselben uneingeschränkten B erechtigungen fordert. An diese Forderungen knüpft sich ohne weiteres bet Erörterung und der Streit über den Wert der von den drei Schul- ewten übermittelten Bildung oder Vorbereitung für einen gelehrten Berns. An diesem Streit wären unseres Erachtens in erster Linie die &iter interessiert; die machen sich aber die Sache leicht und schicken im allgemeinen, solange es nur irgend geht, ihre Söhne, soweit sie über. hlNupt geeignet sind, dahin, wo am meisten — b. h. am meisten an Berechtigungen — zu holen ist. Der befonbere Vorzug, ben bas Symnasium durch den Betrieb der klassischen Sprachen zu haben glaubt, gUt für gewöhnlich den Ausschlag nicht. Aus der Frequenz der S ymnasien also auf ein eigenartiges Bildungsbedürfnis am klassischen Altertum zu schließen, ist durchaus verfehlt. *i$t die — wirklichen oder vermeintlichen — Vorzüge der gymnasialen AL'dung locken, es locken die Berechtigungen. Daß anderwärts die Berhältniffe nicht anders liegen als bei uns, davon haben wir uns neuerdings wieder überzeugt durch die Lektüre eines Artikels von CH. B. Langlois in dem Januarheft der Revue de Paris über die Frage des Mttelschulunterrichts. Es würde uns zu weit führen, dem Berfaffer in seinen gesamten Ausführungen zu folgen, worin auch das Wesen der humanistischen BUdung scharf beleuchtet wird; wir wollen uns mit ihm nur für die Frage interessieren: Wie kommt es, daßnoch so vieleVäter ihre Söhne dem rassischen Gymnasium zuführen? Langlois antwortet darauf: „Die Beweggründe sind überall dieselben. Im allgemeinen denkt der Familienvater kaum an die klassische Schönheit, an den Geist des klassischen Altertums, an die besonderen Vorzüge des Lateins u. s. w. Bestimmen ihn vielleicht religiöse, bestimmen ihn politische Erwägungen? Kann fein. Sicher ist der Hauptgrund aber der: das humanistische Gymnasium ist einstweilen die angesehenste, vornehmste Mittelschule. Ebenso wie zwischen der Mittelschule und der Elementarschule durch die Einrichtungen und sozialen Vorurteile ein unübersteiglicher Wall gezogen ist, so ist das humanistische Gymnasium sozial der privaten, modernen oder realen Bildung überlegen." ..... „Man hält Schüler und Lehrer der Realanstalten für geringwertiger und verweigert ersteren, was Gymnasialabiturienten offen steht, z. B. das Studium der Medizin und der Rechte. Aber außerdem weiß alle Welt, daß der kleine und kleinste Bürger es mit der Realschule, der mittlere und vornehme Bürger es mit dem Gymnasium hält.......Thatsächlich wird nur das Aeußere geschätzt, auf die Sache selbst, d. h. Latein, Griechisch, die Antike -und die ganze Pädagogik des Humanismus wird wenig Wert gelegt. — Der gute Ton verlangt nur, daß man gelernt hat, was seit langer Zeit für gewöhnlich Leuten aus gewiffen Kreisen beigebracht wird. Bref le snobisme estle dernier et le plus solide rempart des etndes traditionelles.“ Wie sehr Langlois damit den Nagel auf den Kopf trifft, beweisen die in letzter Zeit bekannt gewordenen Kundgebungen aus juristischen und medizinischen Kreisen. (Vgl. die Resolution der Aerztekammer der Provinz Brandenburg in Nr. 126 des „Gießener Anzeigers“). Die Angst, die diese Resolutionen heroorbringt, wirkt allmählich komisch. Thatsächlich haben Juristen wie Mediziner Angst, daß nun auch gewöhnlicheren Sterblichen das juristische und medizinische Studium offen stehen soll, und dadurch fürchten sie, degradiert*) zu werden. An sachlichen Gründen kann man Stichhaltiges gegen die Ausdehnung der Berechtigungen nicht Vorbringen, und so sucht man sich zu retten, so gut es eben geht. Wer dächte da nicht unwillkürlich an den mit Recht so berühmten Strohhalm! Wenn demnächst, wie in ben allerletzten Tagen gemeldet wurde, die Schulreform unter dem persönlichen Vorsitz des Kaisers **) erörtert werden soll, so wird es hoffentlich gelingen, den beiden Realanstalten die ihnen gebührende Stellung neben dem Gymnasium zu sichern. Es ist wohl nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß unter der Frage der Berechtigungen unser ganzes Knaben-Mittelschulwesen augenblicklich empfindlich leidet. Halbe Neuerungen, wie sie leider geplant scheinen, werden die Sachlage nur verschlimmern. Wenn die Regierungen sich erst einmal darüber klar werden oder eingestehen wollten, welche Gründe so viele, so sehr viele veranlaffen, das humanistische Gymnasium zu absolvieren, so würden sie sich vielleicht eher zu einer gründlichen Lösung der Berechtigungsfrage entschließen. Wenn, wie es angestrebt wird, dem Realgymnasium und der Oberrealschule die Berechtigung zu jedem Hochschulstudium zuerkannt wird, so kann das Gymnasium nur dabei gewinnen. Was es an Zahl verliert, holt es durch die Qualität wieder ein; denn es wird bann nur von solchen Schülern besucht werben, benen es speziell um die Grundlage humanistischer Bildung zu thun ist. In den Pfingsttagen hat in Hamburg die 9. Hauptversammlung des Vereins zur Förderung des Unterrichts in der Mathematik und den Naturwissenschaften unter Vorsitz des Gymnasialprofessors Pietzker aus Nordhausen stattgefunden. Direktor Dr. Schotter aus Halle a. S. hielt einen bemerkenswerten Vortrag über „Wissenschaft und Schule", in dem er u. a. folgendes ausfUhrt: In der Einseitigkeit wissenschaftlicher Ausbildung liegt eine große Kraft. Aber nicht nur die Anzahl der Fächer muß eingeschränkt werden, auch innerhalb der Fächer sei Beschränkung nötig, um intensiver unterrichten, die Ausbildung vertiefen zu können. Auf die Wahl des Faches komme es weniger an; jedes Fach sei gut, wenn es nur intensiv betrieben werde. DieStärke des früheren Gymnasiums lag nicht im Latein, sondern in seinem intensiven Betrieb. Die fremden Sprachen wurden zu früh gelehrt und die Methode erstrebe zu sehr praktische Ausbildung, als wirkliche innere Bildurg. Dr. Schotter betonte ferner noch besonders die moderne Forderung der Berücksichtigung der einzelnen Schüler-Individualitäten durch den Lehrer und wies darauf hin, daß es viel richtiger sein würde, die Individualität des bedeutenden Lehrers in daS weiche Wachs deS Schülergemütes zu prägen. Ideale dürften in der Schule nur soweit aufgestellt werden, als sie sich auch realisieren ließen. Alle Ziele müßten real, also erreichbar sein; was als Ideal zu verehren sei, fei die allgemeine BUdung als Repräsentantin wahrhaftiger Menschlichkeit. Daneben werde sich die Vorbildung für den realenKamps deSLebens von selbst ergeben. Ferner sei darauf hingewiesen, was Dr. Matthias, früher Direktor des Gymnasiums in Düffeldorf, seit kurzem vortragender Rat im preuß. Unterrichtsministerium, vor drei Jahren in einem Vortrage sagte: „Ich bin immer der Meinung gewesen, daß der Staat einem jungen Menschen, der (die Elementarschule eingerechnet) 12 bis *) Ein Seitenstück dazu bildet das Verhalten hessischer Juristen bei der Einführung des Beamtengesetzes, die eine schwere Kränkung darin sehen wollten, daß man die akademischen Lehrer beinahe ebenso besoldet wie sie. Der Einsender. *•) Der Kaiser nimmt an ben Sitzungen bet Schulkonferenz nicht teil; in letzter Stunbe fanbte er bem Kultusminister Dr. Studt eine Absage. Die Redaktion. 13 Jahre unter pädagogischer Bevormundung gestanden hat und nach diesen Jahren mit einem Reifezeugnis entlaffen wird, nun auch volle Studienfreiheit gewähren und es den späteren Berufsoder Fachprüfungen überlasten sollte, festzustellen, ob der zu Prüfende dm Anforderungen des betreffendm Berufs genügt oder nicht." Die unbeschränkte Zulassung aller Abiturienten zu allen Fakultäten ist thatsächlich keine pädagogische und keine tech- nisch-wiffenschaftliche, sondern eine soziale StandeSfrage. Die Forderung der Gleichberechtigung bedeutet auch keinen Kampf gegen das Gymnasium. Hören wir darüber Direktor Dr. Hu bat sch: „Das humanistische Gymnasium muß als eigentümliche Schulart erhalten bleiben; es hat noch immer eine sehr wichtige Kulturaufgabe zu erfüllen, es soll, neben den anderen Bildungsanstalten, nicht über ihnen stehend, die Pflegstätte sein und bleiben der historisch-philologischen Bildung gegenüber der modern-naturwissenschaftlichen; es soll das dauernd Vorbildliche, das ewig Wahre und menschlich Schöne in ben Schöpfungen bet Alten immer von neuem bet Jugend erschließen, so wie die Realanstalten das Lehrreiche und Mustergiltige in ben Schriftwerken bet mobernen Kulturvölker aufsuchen unb verwerten. Damit bie Gymnasien dies aber mit redlichem Eifer thun können, befreie man sie von den Aufgaben und Anforderungen, die das Berechtigungsmonopol ihnen auferlegt hat. Und man befreie die Taufende von Schülern, bie, andere Ziele und Wünsche im Herzen, sich auf der Schulbank ohne Innern Drang mit Griechisch und Latein abmühen, um durch das Gymnasium hindurch die Universität zn erreichen, von diesem Zwange. Dann werden nur solche übrig bleiben, bie Lust unb Liebe zu ben alten Sprachen mitbringen, und diese kleinere Zahl wird eine desto tiefere und gediegenere BUdung gewinnen und segensreicher auf die Mitwelt einwirken." Der Schluß seiner Rede lautete: „Die höheren Schulen haben eine doppelte Ausgabe zu erfüllen: bie UebetHeferung der überkommenden Bildung an bie Heranwachsende Jugend unb die Anleitung dieser Jugend zu geistiger Arbeit. Bei der Uebetlieferung wird das innerlich Abgestorbene durch das lebendig gewordme Neue zu ersetzen sein, und bei der Anleitung zu geistiger Arbeit wird die Rücksicht auf die nationalen Aufgaben die Ziele und den Maßstab bestimmen. Was die Jugend braucyt, ist Freiheit, Freiheit in der Wahl der Schulart und Freiheit in der Wahl des Berufes zur Bethatigung aller vorhandenen Kräfte. Nicht eine einzelne Schulform soll die Ausgabe haben, die Männer der leitenden Kreise, das Osfizierkorps der nationalen Arbeit, vorzubilden, und nicht eine bestimmte Form der Bildung soll diesen allen gleichmäßig ausgeprägt werden. Mögen die Schranken fallen, frei fei die Bahn für den Wettbewerb aller!" Deutscher Reichstag. 204. Sitzung vom 6. Juni. 11 Uhr. Zur zweiten! Lesung steht die Novelle zum Gesetze betr. die deutsche Flotte, aus Grund des Berichts der Budgetkommission. Referent ist der Abg. Müller- Fulda. Die' Kommission hat unter gänzlicher Aufhebung des bestehenden Gesetzes einen neuen Entwurf ausgearbeitet, der an, die Stelle desselben treten soll und die Ausführung des in der Novelle enthaltenen bloßen Flottenprogramms im Laufe der nächsten 17 Jahre Vorsicht. Die Vermehrung der Auslandskreuzer ist einstweilen abgelehnt worden. Staatssekretär Tirpitz: Ein Mehrbedarf an Auslandsschiffen lag schon bei der Aufstellung des ersten Flottengesetzes im Jahre 1897 vor, und in dem genehmigten Etat für« 1900 ist auch eine stärkere Besetzung der Auslandsstationen vorgesehen. Ter Mehrbedarf an Auslandsschiffen ist begründet durch die Besetzung von Kiautschou und durch die außerordentliche Vermehruna der deutschen Schifffahrt nach Ostasien, kurz durch die starte Entwickelung der chinesischen Verhältnisse in den letzten beiden Jahren. Der Mehrbedarf an Auslandsschifsen kann für die nächsten Jahre durch die Materialreserve der Auslandsschiffe gedeckt werden. Diese Materialreserve ist seinerzeit zu hoch gegriffen gewesen, sie sollte die Auswechselung von Schiffen bei Reparaturbedürftigkeit und die einstweilige Verstärkung der Anslandsschiffe ermöglichen. Eine fernere Reserve für die Anslandsschiffe in den nächsten Jahren liegt in den Aufklärungsgruppen der heimischen Schlachtschiffe; aber aurf): diese Kreuzergruppen der heimischen Schlachtflotte können nicht .dauernd dazu verwendet werden, ohne die Wirksamkeit oder Verwendbarkeit der Schtachtflotte zu beeinträchtigen. Die .Kommission hat die Vermehrung der Auslandsschiffe gestrichen, um erst 1906 zu prüfen, ob die Vermehrung notwendig erscheint. Ich würde es aber sür unzweckmäßig halten, wenn man dauernd auf die Materialreserve zurückgreifen müßte und ich würde es auch nicht für angängig halten, daß man auf die Aufklärungsschiffe der heimischen Schlachtenflotte zurückgreift. Andererseits glaubet ich zu der Erwartung berechtigt zu sein, daß die verbündeten Regierungen einer Vertagung der Entscheidung der Frage zu- stimmenwerden. r Abg. Bebel (Soz.): Noch 1898 unb ,m zebruar 1899 ist ganz allgemein die Absicht emeS neuen Flottenplanes von den verbündeten Regierungen rn aller Form in Abrede gestellt worden. Nach dem, was das Zentrum seit 1899 an Umfall geleistet hat, brauchen die Regierungen, aar keine Besoranis zu hegen. Das Zentrum wird ihnen auch 1906 die geforderten Auslandskreuzer bewillige^ Dir f 1900/61 iw Achchi Ä M ü entb ä ** S-braHe «iti Sie Burger® । sozialdemokratischen Blättern, wie der „Leipziger Volkszeitung" wird zugegeben, daß kriegerische Gefahren vorhanden sind, denen mit der Vermehrung der Flotte entgegengewirkt werde. Niemals waren die deutschen über- I seeischen Interessen so groß wie heute, nie war Deutschland auf dem Weltmartt ein gefährlicherer Konkurrent als jetzt. 7 bis 7 einhalb Milliarden deutsches Kapital | sind im Auslande festgelegt, durch diese Anlagen hat das I deutsch-nationale Einkommen jährlich einen Zuwachs von I 420 bis 450 Millionen zu verzeichnen. Einem solchen An- I wachsen der überseeischen Interessen Deutschlands muß die Fähigkeit der deutschen Flotte entsprechen, auch äußerlich I hervorzutreten und mit der Flagge den Handel zu decken. I Nachdem heute die verbündeten Regierungen sich bereit I erklärt haben, die Entscheidung über die Vermehrung der I Auslandskreuzer zu verschieben, sind wir auf die Ver- I mehrung der Schlachflotte beschränkt. Wir stimmen für I die Beschlüsse der Kommission. Abg. Gröber (Zentr.): Im Punkte der Steuer- I frage ist eine positive Lösung gefunden, welche die Be- I lastung des Massenverbrauchs ausschließt. Es werden spe- I zialisierte Steuergesetze eingeführt. Herr Bebel hat in der 1 ersten Lesung die Vorlage abgelehnt, weil er zur Regierung I kein Vertrauen hat, aus allgemeinen politischen Erwäg- I ungen, nicht aus Gründen, die in der Vorlage selbst I lägen. Wir stimmen für die Vorlage. Wenn uns auch I der Entschluß dazu nicht leicht geworden ist, so verschließen I wir uns doch nicht der Erkenntnis, daß wir bei einem I Konflikt nicht erst auf Vorbereitungen angewiesen sind, I sondern diese Vorbereitzungszeit schon hinter uns haben», I und da die leistungsfähigen Kreise, welche die Mehr-Be- I lastung tragen können, in Deutschland vorhanden sind, so | sehen wir! keinen Grund, uns ablehnend zu verhalten. I In Frankreich sorgt sogar ein sozialistischer Minister dafür, daß möglichst viel für die Flotte geschieht. (Lachen links.) I Die Vorlage ist so abgeschwächt, daß sie vom deutschen C ♦* Tas! hat ium Ä Eümldverschr 2 ^elanntma w Kreistag Makler als ■ Mtratur-W Tarmstedt mu Ministerien er csfenbach, rn Pinkel zu G mit beH 3M ivurbe der pkdrich and v-nz Stärkend dem Oberland intTitt seines « Ter hi einfaHteß Lchreys wur Lchtnntzen x Verleihnntz zeichnet. ** Eine Süddeut Wiegen ui Verbandes i Men-Bader Schmidt-Hei Peidelber fation für dc umfaffenb bü berg, Baden Hessen, he schassen. Ties aegenwärtia i Öen abznhelfev dieder zu hebt fiattet 'rotx'w zahlreich m 11 Uhr vorn monie" stat folgende: 1 Versammlui 4) Ossizield mann-Mam Länder: 6) i das Zimmer denes. An d liches Mittal Besucher br lichen Mitte Anmeldung ^er „Siiddc einzusender schaftlicher uommen. o 0) Gr Mr am dri der mehr bi wn jeher aus den fr möglich, durch diese Vorlage; bei dem bisherigen Gesetz, hatten wir, nur eine unstete Entwickelung. Nichts dürfte für die Arbeiter förderlicher sein als die stete Beschäftigung; die plötzliche Heranziehung oder Entlassung von Arbeitern würde den Arbettern selbst zweifellos zum Nachteil gereichen. Daß die Sozialdemokratie die Arbeiter zu betören und irre zu führen sucht, beweist der Artikel im „Vorwärts" vom 15. Januar d. I., in dem es heißt: Wenn man die Vorgänge der! letzten Tage so auffassen wollte, daß von hier aus ein Telegramm nach England geschickt sei, lautend : „Bitte sofort einige deutsche Schiffe zu beschlagnahmen; zu Gegendiensten! gern bereit". (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ich' 'hoffe, daß die Vermehrung der Aus- landsschifse 1906 bewilligt wird. Für die ausländischen Interessen müssen wir den Schutz durch die Schiffe haben. Es ist thatsächlich schon ein Mangel an Auslandsschiffen vorhanden, wie sich! auf Neuguinea und auf anderen Stationen und auch: bei dem Boxeraufstand in China gezeigt hat. i Daß wir vorbeugen, daß wir nicht erst einschreiten, wenn es zu Ausschreitungen kommt, denn dann setzt es blutige Köpfe, während das Zeigen der Macht und das Ansehen dieser Machst manche Greuelthaten und manches Opfer an Menschenleben erspart hätten, wenn Schiffe zuu Verfügung gestanden hätten. Abg. Hilpert (mittelfränkischer Bauern - Verein) : Wenn wir für alle Stände und Erwerbsgruppen eintreten und nicht .für die deutsche Landwirtschaft, so kann doch dabei für das Deutsche Reich nichts gutes herauskommen. Die Landwirtschaft kommt aber in Deutschland noch immer zu kurz. Ich, und meine Freunde werden die Vorlage ablehne n. Abg. Rickert (freis. Vag.): Für meine Fraktion steht die Stellungnahme zur Vorlage seit der ersten Lesung fest. Die neuesten Vorgänge, besonders in Ostasien, können uns in snnserer Stellungnahme lediglich bestärken. Die Notwendigkeit der Verstärkung können wir nicht mehr bestreiten, noch bezweifeln. An unserer auswärtigen Politik haben wir heute ebensowenig etwas auszusetzen, als in den Tagen, wo Fürst Bismarck Kanzler war. Hat die heutige Regierung nicht in demselben Maße verstanden, Ansehen undt Würde des deutschen Namens zu wahren? Allerdings auf Abenteuer hat sich die Regierung nicht einzulassen. Da wir in diesem Sinne das Vertrauen zur auswärtigen Politik der Regierung haben, können wir ihr auch das Instrument nicht versagen, dessen sie sick) bedienen muß. Die liberalen Parteien haben auf dem Gebiete der Heeresorganisation immer eine gesetzliche Festlegung der Padres, u. s. w. verlangt; geschieht jetzt dasselbe auf dem Gebiete der Marine, so ist das nur die Erfüllung eines liberalen Gedankens. Der Marine ist nur damit gedient, daß die Organisation gesetzlich festgelegt wird, die taktischen Einheiten; ein für allemal festgestellt werden. Die Frage der Getreidezölle hat nichts mit dieser Flottenverstärkung zu thun. Wir sind allerdings in demselben Sinne Jllusionspolitiker wie vor 30 und 40 Jahren, als wir das deutsche Reich ersttebten; wir sind der Meinung, daß das deutsche Reich seine Stelle unter den hervorragenden Kulturvölkern zum Schutze des Friedens aufrechterhalten und bei dem Wettbewerb der Völker einen ehrenvolln Rang behaupten soll. Abg. Liebermann von Sonnenberg (Antis.): Ich, will nicht prüfen, ob der Abg. Richter, wenn er als Bürgermeister von Neuwied bestätigt worden wäre, sich anders in seiner Stellung zur Flottenfrage entwickelt hätte. (Heiterkeit.) (Präsident Graf Ballestrem ersucht den Redner, nächt auf private Verhältnisse anderer Redner einzugehen.) Wir werden für den § 1 stimmen. Abg. Bebel: Der Hinweis auf unseren Gesinnungsgenossen Millerand verfängt nicht. Was er in Bezug auf Militär- und Marinefragen thut, ist nur eine Folge davon, daß er überhaupt in ein bürgerliches Ministerium eingetreten ist, (Lachen im Zenttum.) Wir haben wiederholt erklärt, daß wir seinen Eintritt in das Ministerium nächt । billigen könnten, und daß wir nächt mitverantwortlich gemacht werden sollen für die Maßnahmen dieses Ministeriums. (Erneutes. Lachen im Zentrum.) Der Enthusiasmus für die Torpedoboote erinnert mich an dieBegeisterung der Berliner Schuljugend bei dem Zirkusumzug der großen Firma Barnum und Bailey; mit solchen Dingen kann man botdp nun politischen Kindern imponieren. (Sehr richtig!) Wir hätten wirklich gewünscht, der Reichstag wäre auf- gelöstt worden, weil von dieser Vorlage, als der Reichstag gewählt wurde, das Volk keine Kenntnis hatte und zu keinem Urteil berufen war. Die 700 Millionen Mark deut- sch;en Kapitals, die in Transvaal investiert sind, laufen doch, 'feine Gefahr, auch wenn Transvaal in englische Hände übergeht, sonst hätte doch Deutschland irgendwie intervenieren müssens das ist aber nicht geschehen. Abg. v. Heyl (nl.) spricht sein Bedauern darüber I ans, daß die Herren Richter und Bebel den Zug der Tor- pedobovtsdivision in einer Weise besprochen haben, die die davon berührte Bevölkerung schwer verletzen muß. I (Großer Lärm und Gelächter links.) Ich protestiere gegen I die Bezeichnungen, die man der Torpedodivision hat zu | teil werden lassen, indem man sie mit den wilden Tieren I von Barnum und Bailey verglich. (Heiterkeit.) Abg. Graf Arnim: Ich muß Exzellenz Millerand gegen Bebel in Schutz nehmen, daß er genötigt gewesen! I sei, alles das mitzumachen, was das Ministerium an an- I geblichen Thorheiten und der Vermehrung der Flotte ge- | macht habe, ich bin erstaunt, daß die Sozialdemokraten I ihrem Kollegen einen so wenig selbständigen Standpunkt I zutrauen. (Lebhafte Zustimmung.) I Abg. Richter: Ich weiß aus sicherer Quelle, daß I das Publikum, das sich an der Torpedofestfahrt begeisterte, I abgesehen von den Behörden, die sich begeistern mußten, zwar nicht den Barnumschen Zuschauern entsprach, aber I dem, welches sich bei den großen Karnevalzügen einfinoet. I (Zustimmung links.) Die Anregung dazu ist von einer I Persönlichkeit ausgegangen, die in karnevalistischen Kreisen Kölns eine große Rolle spielt. (Große Heiterkeit.) Cs I ist allerdings eine Erfindung böswilliger Nörgler, oatz die Torpedobootdivision die Weiterfahrt deswegen ausge- I geben habe, weil die gute Verpflegung der Besatzung oa. I Gewicht der Matrosen so vermehrt ljabe, das; der gesteigerte I Tiefgang der Schiffe eine Aufwärtsfahrt verhindert yave. (StÜÄ °m°n.lichen Abstimmung I Mer S 1 geschritten, wie sie von den Abgg. Singer uno I Gen. beantragt ist. § 1 lautet: „Es soll bestehen: 1) bif wenn sie sie verlangen. Heute stehen wir vor einer Flotten- i ^Lovelle, die bis auf einen ganz geringen Teil alles glatt I bewilligt, was verlangt ist. Man hat sich überzeugen I lassen, weil nian sich überzeugen lassen wollte. (Hört, hört! I links.) Mit besonderer Gerrugthuung dürste der Reichs- I kanzler der heutigen Verhandlung beiwolyxen. 1895 äußerte I er sich noch dahin, es zögen Träume von großen deutschen, I Flotten vor seinem Geiste vorüber, aber sie zerslössen so- I fort vor der Steuerfrage int deutschen Reichstage. Heute I hat der Kanzler erreicht, was der damals in seinen kühnsten I Träumen nicht gedacht hat. Wir haben seit Jahrzehnten I diese „ungenügende" Flotte, ohne daß die Angriffsgelüste I auswärtiger Seemächte uns etwas zu Leide gethau hätten. I Dieselben Argumente, die der Vermehrung des Land- I Heeres dienen müssen, werden jetzt wort- und sinngetteu I auf die Flotte angewendet. Man will England gleich. I kommen und sieht den Krieg mit England als eine keines- I wegs ausgeschlossene Eventualität an. Wie stellt man sich I denn die Situation Europas vor, wenn ein Krieg zwischen I Deutschland und England ausbricht, ohne daß eine Inter- I vention Frankreichs und Rußlands die notwendige Folge I ist? Es wird den Feinden Deutschlands doch nichts mehr I am Herzen liegen, als in einem solchen Kriege Deutschland I sich verbluten zu lassen, um daun zurückzugewinnen, was I von Deutschland auf andere Weise nicht zu erlangen ist. I Rußland würde doch die erste Gelegenheit ergreifen, sich in den Besitz von Länderstrichen zu setzen, die ihm eine I weitere Ausdehnung auf dem Meere möglich machen. Mit I einer solchen Politik lädt also die deutsche Diplomatie die I schwerste Verantwortung auf sich. Bismarck bestritt absolut die Möglichkeit, daß wir einmal mit England in; Streit kommen könnten. Ist diese Beurteilung der Lage noch heute richttg, dann fehlt jeder Grund zur Vermehrung der Flotte in dem geforderten Umfange. Die Entscheidungen in den großen Kriegen der Zukunft werden nach wie vor auf dem Lande fallen. — Die Zahlen der Handels- | bilanzen der verschiedenen Länder zeigen, daß sich der deutsche Handel und Verkehr nach dem Auslande unausgesetzt steigert. Beweis genug, daß für diesen Zweck eine starke Schlachtflotte gar nicht erforderlick) ist. Andererseits steht fest, daß England, das Land der größten Flotte, feit dem Anfang der 90er Jahre in seinen Handels-Beziehungen und in seinem Kolonialbesitz zurückgegangen ist. Was die Franzosen als ihre Motivierung zur Vermehrung ihrer Flotte im vorigen Jahre angeführt haben, nämlich die deutsche Flottenvermehrung, wiederholt sich in Amerika und in England: Die Schraube ohne Ende, wie wir sie bei der Landarmee genugsam kennen gelernt haben! Hunderte und Aberhunderte von Millionen werden für bloße Experimente auf dem Gebiete des Kriegsschiffbaues ins Wasser geworfen. In der Kommission ist ein größerer I Schutz der deutschen Landwirtschaft versprochen worden; I ein solcher größerer Schutz bedeutet Erhöhung der Getreide- I zölle, Verteuerung des Korns und des Brotes. Dev I deutschen Arbeiternasse kann man doch nicht zumuten, sich I in demselben Augenblicke für eine große Flotte tzu be- I geistern, wo das Brot verteuert werden soll. Die Handels- I Vertragspolitik soll doch nach vernünftiger Annahme dem | deutschen Handel zum Nutzen gereichen; eine folckse Po- ] litik aber, wie sie in höheren Getreidezöllen liegt, mutz I dem Handel Wunden schlagen. Die Flottenverstärkung er- I fordert insgesamt 4400 Millionen, daneben kann nicht viel I für die, sonstigen, namentlich für die ohnehin schon stief- I mütterlich behandelten Kultur- und sozialpolitischen Auf- I gaben des Reiches übrig bleiben. Die Art, .tote für die I Flottenvorlage agitiert worden ist, hat selbst 'bet den I Flotten-Enthusiasten die schärfste Verurteilung gefunden. I Das Nonplusultra ist in diesem Punkte in den letzten I Tagen am Rhein geleistet worden, wo die Torpedoflotttlle I den katholischen Wählern am Rhein die Notwendtgkett der I größeren Flottci darthun sollte. Haben doch ja auch die I Bauern, von! der Rheinbrücke bei Köln die Torpedoboote I betrachtend, erklärte Ja, wenn der Kaiser blos so kleine I Schiffchen hat, dann müssen wir ihm größere bewilligen! I (Große Heiterkeit links.) Als der Reächstag 1891 den Han- I delsvertrag mit Oesterreich beriet, meinte Graf Caprivt, I es könnte die Zeit kommen, wo die Nationen besseres zu thun hätten, als sich, gegenseitig zu zerfleischen. Bringen I Sie Vorlagen, die diesen Worten entsprechen, dann werden I wir Ihnen zustimmen; einer solchen Vorlage aber nimmer I und nie. (Beifall links.) Abg. Graf Udo Stolberg: Es ist nächt undenkbar, I daß unsere überseeischen Handelsbeziehungen einen Rück- I schlag erleiden; aber es ist auch möglich, ja wahrschetnltch, I daß der bisherige Aufschwung andauert und noch raptder I wird. Im ganzen kann man also der Entwickelung nach I dieser Seite ruhig entgegensehen. Nock)- in den 70er Jahren, I wenn eine Militärvorlage kam, da platzten die Gegensätze I aufs heftigste auseinander. Diese gegensätzliche Stimmung hat unverkennbar nachgelassen, das haben so recht die I Verhandlungen über die letzte Marinevorlage gezeigt. Die Verhandlungen sind so ruhig und sachlich wie nie zuvor geführt worden und selbst die Mitglieder der Freisinntgen Volkspartei sind bewußt oder unbewußt von der großen nationalen politischen Flutwelle ergriffen worden, unter deren Einwirkung wir die Bewilligung ausgesprochen haben. Ja, wenn die sozialdemokratischen Wähler geheim abstimmen könnten über die Vermehrung, so könnte säch vielleicht eist Resultat ergeben, über das die Führer der Partei hier im Reichstage sehr erstaunt sein würden. (Widerspruch, bei den Sozialdemokraten.) Der einheimisch^ | Markt muß der einheimischen Produktion gesichert werden, ' von dieser Basis aus sollen andere Märtte erobert werden, das ist das Prinzip Nordamerikas, und Amerika ist dabei ganz außerordentlich gut gesahren. Ob die Engländer für jedes Schiff, das wir mehr bauen, zwei bis drei Schiffe mehr bauen werden, ist mir zweifelhaft, aber nicht zweifelhaft ist mir, daß sie sie nicht würden bemannen können. Der Sieg ist heute nicht Sache des Zusalls, sondern das notwendige Resultat der Mittel und der Arbeit, die in der Friedenszeit aus die Vorbereitung und Ausbildung des Heeres und der Marine verwendet worden sind. Sollte unsere Marine auf die Probe gestellt werden, was wir alle nich«t zu erleben hoffen, so wird sie siegen oder ehrenvoll untergehen, (Beifall rechts.) Abg. B a s s e r m a n n (nl.): Dte Bewilligung der Vorlage hat für unsere Bündnisfähigkeit etnnt besonderen. Wert. Wir dokumentieren damit den festen Entschluß, uns diejenige Seegeltung zu verschaffen, die wir unter den übrigen großen Natiouett verlangen müssen. Selbst tn Volke getragen werden kann. Abg. Richter (frs. Vp.): Wenn so viel Schaum gerührt wird von der obersten Stelle bis zum Landrat und I Bürgermeister herunter, so müssen allerdings Wellen er- I zeugt werden, wie sie auf dem Rhein entstanden sein sollen, I als die Torpedoboote heraufkamen. Man kann sich in dev I That über das Gesetz kurz fassen. Das einzig Neue ist I thatsächlich nur die Torpedoflottille auf dem Rhein. Trtnk- I -fest ist man gewesen, aber nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von guten Tagen. (Heiterkeit.) Man hat I die Auslandsschiffe mit den Ereignissen in Ostasien usw. begründet; jedenfalls wird das, was man Weltpoltttk I nennt, d. h. Bestrebungen, daß man überall dabei sein I will, wo etwas los ist, daß man jgewisserrnaßen einest I Schutzmann an jede Ecke stellt, wie in Berlin, durch das I Streichen der Auslandsschiffe nicht gerade ermuntert. Es I handelt sich keineswegs um eine Vertagung, das Zentrum hat ausdrücklich betont, daß es sich um eine Ablehnung' I handelt. Die rechte Seite tröstet sich damit, daß das später I nachgeholt werden würde. Ich bin der Meinung, Paß, I wenn alles bewilligt wäre an Auslandsschiffen, formell I nicht ausgeschlossen wäre, daß bis 1917 die Regierung I noch mehr verlangt. Das ist das Charatteristische für I dieses Gesetz, daß es nicht zur Verstärkung der Wehrkraft I des -Inlandes gegenüber dem Auslande verlangt wird, I sondern zur Verstärkung der Machtbefugnisse der Regierung I gegenüber dem Reichstage. Die Vorlage soll ein Wahr- I zeichen für fremde Nationen sein, aber dadurch, daß man I erzählt, was man haben muß, alarmiert man das Ausland, I ebenfalls desto mehr Schiffe zu bauen. Wenn dieses Ge- I setz abqelehut würde, würde die Ersatzpflicht nach .derst Flottengesetz von 1898 bestehen bfeiben und hierdurch ist dem Reichstag eine gebundene Marschroute gegeben, auch I für die einzelnen Marschtage d. h. für die einzelnen Jahre; I Die Zahl der Schiffe ist genau festgestellt. Die engere I Verflechtung der wirtschaftlichen Interessen unter den Völkerii kann doch höchstens dahin führen, die Verstärkung I der Schlachtflotten einzuschränken, denxx ein Zwang der | ausländischen Konsumenten unserer Produktion durch I unsere bewaffnete Macht kann doch nur wilden .Volker- I schäften gegenüber, nicht aber Kulturnationen gegenüber Platzgreifen. Nach d er wirtschaftlichen Seite hm bietet I die geplante Vermehrung ebenfalls erhebliche Bedenken. I Wir stehen vor dem Eintritt in das Zeitalter der Elektrizität, das ungemessene Kapitalien beansprucht, und bei I der Leutenot soll diese große Flottenvermehruxig vorae- nommen werden. Und dabei sollen die Mittel -für die I Vermehrung zum Teil gerade durch I Stempeln beschafft werden, die den überseeischen Kapital- I verkehr erschweren. Sehr komisch muß es angesichts des I neuen Fleischbeschaugesetzes berühren, wenn eme der Broschüren, die für die Flottenverstärkung Propaganda macht, I die erleichterte Einfuhr des amerikanischen Fleisches als I die Wirkung dieser Vermehrung Preist (Heiterkeit links) I und mit besonderer Genugtuung beim amerikanischen I Büchsenfleisch verweilt, das jetzt infolge der Nachgiebig- I feit der Regierung gegen die Agrarier gänzlich verboten; ! ist (Erneute .Heiterkeit links.) Jii ihreii Konsequenzen I wird uns die Posadowskysche Zollpolitik zu einem Zoll- I tarif führen, der von Einfuhrverboten u. dgl. strotzen wird. Man hat uns auch fraulich gemacht mit der Blokade; die neue Zollpolitik, die sich schon jetzt schrittweise vollzieht, wird ums eine Blokade unserer Grenzen schon im Frieden und zwar nicht blos an der Küste bescheren. In feinem Lande wird so widerspruchsvoll die Politik vertreten von den verschiedenen Ressorts wie bei uns. Bei Vorlagen von solcher Tragweite muß notwendig das Vertrauen zur Regierung hinzukommen, und dieses Vertrauen haben wir jetzt am Schlüsse der Beratung noch weniger als am An- I fang derselben. Deshalb sind wir gegen die Vorlage. Abg. Graf Arnim (Rp.): Das Wenige, was der Abg. Richter gegen, die Vorlage zu sagen vermocht hat, hat er I mit dem ihm eigenen Geschick gesagt. (Heiterkeit links.) ^m I Volke existiert aber gerade die entgegengesetzte Ansuyt, I denn dev Enthusiasmus, der sich am Rhein gezeigt hat, die Hurrarufe (Lachen links) waren viel größer, als ^hr I (links) Lachen. (Heiterkeit links; Unruhe rechts; Glocke I des Präsidenten.) In einer Beziehung hat der Abg. Richter I die Vorlage unterschätzt. Allerdings stimme ich ihm dann I zu, daß, sie sich) nicht feindlich gegen das Ausland richtet, | aber es ist nicht richtig, daß diese Vorlage das Budgetrecht des Reichstags verletzt; das Budgetrecht ist vielmehr m I allen Bestimmungen der Vorlage ausdrücklich) gewahrt. | Eine gleichmäßige Entwickelung unserer Flotte war uns p("*jef8 aücder -tznnnien d'e s- Die Pole» ft MtiMlnE !iahme erfolgt mit 153 gegen 79 Stir I (lieber enthalten sich dar Abstimmung. rtiung auf Donnerstag 1 Uhr vertagt. Aus Stadt und Kand werde. 718 Gießen, Airchenplatz \V< Bekanntmachung. 3982 Gnauth. 3940 Das Heberegister über die Umlage« der Stadt Gieße« pro 1900/01 liegt acht Tage lang auf unserem Büreau, Zimmer Nr. 15, int Einsicht eines jeden Beteiligten offen. Es wird dies mit dem Be- nerfen ur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Beschwerden gegen dre im Bister enthaltenen Ansätze binnen der ersten vier Wochen nach Ablauf W Offenlegungsfrist entweder schriftlich oder mündlich zu ^rotofoH bei zcoßh. Kreisamt Gießen vorgebracht werden müffen und daß später vorgebrachte Beschwerden keine Berücksichtigung finden können. Gießen, den 6. Juni 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. dienstvollen früheren Lehrer, Konrektor Schaadt von seinen Schülern auf dem Ramsberg errichtet wird, soll am 24. Juni eingeweiht werden. § Feld kr ücken, 6. Juni. Lehrer Ohly aus Holzheim erhielt vor kurzem seine Berufung nach S t e i n h e i m (Kreis Gießen). Ueber drei Jahre hat Herr Ohly segensreich an unserer Schule gewirkt. Gardinen abgepasst und vom Stück. Vitrages und Stores von 10 Pfg. bis Mk. 2.— per Meter. Rouleauxcoeper in allen Breiten. August Montanus Nacht. (Inh.: R. & M. Imheuser) Markt 9-10. die /in verschiedenen Wirtschaften Tanzmusik stattfindet. Jetzt hat der „Pfingstmarkt" viel von seiner früheren Be- Marktes in unserem Städtchen recht lebhafter Verkehr. () Laubach, 6. Juni. Das Denkmal, das dem ver- Zur Gutenbergfeier in Mainz. Die Stadt Maiuz rüstet sich mit allen Kräften für das Fest, das fie in den Tagen vom 23.-26. Juni zu Ehren Gutenbergs glanzvoll zu feiern gedenkt. Die Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener Werkstätte. -4 ** Tas Regierungsblatt Nr. 43, vom 5. Juni, M hat zum Inhalt: 1. Bekanntmachung, die Ausgabe von' LclMldverschreibungen auf den Inhaber betreffend. 2 Bekanntmachung, die dienstliche Bezeichnung des zweiten beamten bei der Hauptstempelverwaltung betreffend. Rübsamen'sche Bade- und Schwimm-Anftalt. Hierdurch die ergebene Mitteilung, daß die Anstalt in allen Ab- teilungen eröffnet ist, und lade ich zum Abonnement höflichst ein. Die Liste liegt in der Anstatt zum Einzeichnen offen, und bitte ich, nähere Bedingungen daselbst zu erfragen. (Für Familien Preisermäßigung; Semesterkarten für die Herren Studenten ebenfalls zu ermäßigten Preisen.) Die Badestunden für die Schuljugend find vormittags von 10 bis 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr. I« diesen Stunden wird gute, gewisienhafte Aufsicht geübt, sodaß die geehrten Eltern in ieder Beziehung beruhigt sein können. Schwimmnutevricht in den gleichen Swnderu Die Anstatt ist geöffnet von morgens 6 Uhr bis 1 Uhr mittags und von 3 Uhr mittags bis 8 Uhr abends. Albert Rubsamen. Gartensand Heftes Material, stets zu haben. Anfuhr prompt und billig. 8059 C. Rübsamen, Lahrrstratze 1L die historische Abteilung in den Räumen der Stadt- owuoiycl Auch hier ist das außerordentliche Entgegenkommen der Staats-, UmversttatS- und anderer Bibliotheken und Anstalten, sowie von Antiquaren und Privaten dankbar anzuerkennen, womit sie berettwiüig zu Ehren der großen Erfindung Schätze allerersten Range« für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben, die sonst wohl noch nie abgegeben worden find. . Selbst die StaatSregieruug von Montenegro wird oen ältesten Druck auS der ersten slawisch-cyrillischen Buch- druckerei durch einen besonderen Beamten hierher zur Ausstellung bringen lassen. Infolge dieser allseitigen Unterstützung wird, im Verein mit dem in Mainz selbst vorhandttten Material, die Mainzer Gutenberg-Ausstellung die Entwicklung der Druckkunst von chren Anfängen bis zur Jceu- zeit in großartiger Weise veranschaulichen und etwas ganz Besonderes bieten. In den Parterre Räumen deS Schlöffe« wird eine Auswahl der neuesten Druck- und Setzmaschinen aufgestellt werden. — Um den nach Mainz kommenden Fremden Gelegenheit zu geben, sich sowohl den Zug selbst, wie auch die sich vor dem Gutenbergdenkmal abspielende HuldigungSfeier bequem ansehen zu können, hat der Zentralfestausschuß beschloffen, auf beiden Setten deS Gutenbergdenkmals geräumige Tribünen erbauen zu lasten, zu denen in erster Linie Karten an Fremde abgelasten werden sollen. Durch Erbauung dieser Tribünen werden 1000 bequeme Sitzplätze (L 10 Mk.) geschaffen, die einen vollständigen Ausblick auf den größten Teil der Feierlichkeiten gewähren. Außer diesen beiden offiziellen Tribünen an dem Gutenbergmonument werden an verschiedenen geeigneten Punkten der Stadt noch weitere Tribünen erbaut werden, die natürlich nur zum Beschauen des Zuges geeignet sind, für die aber jetzt schon zahlreiche Bestellungen vorliegen. — Das Bureau der Zweiten hessischen Ständekammer hat infolge einer Einladung der Bürgermeisterei die offizielle Nachricht hierher gelangen lasten, daß eine Abordnung der Zweiten Kammer zu dem Feste kommen tzt: sollte, u Jje . le Mslandj^ w LE S-nt, de»» Beigen bei ot.*. »em .Äf° >mn 'W«nb nott) immti die S0rl™" Für Landwirte! Die Stadt Gießen läßt Mittwoch de« 18. 3««i d. I-, hwckmittaas 2 Uhr, folgende Gegenstände in der Hoftatte „Zum Pfau , Narburgerstraße 66, öffenllich meistbietend versteigern: 1 großen und 2 kleinere kupferne Kessel, 40 steinerne Krippen (0,80 bis 1,69 m lang), 7 steinerne Tröge (1,86 bis 2,34 m lang). @kfeen, Ao^Junijche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. meine Fraktion fttbt Ersten Lesung KL ■-)ta)ien, können un- bestarken. Die B ton nicht mehr b«- auslvärtigen Polilü auszusehen, als in nzler mar. bat bie ® Maße verstanden. Samens zu wahren Regierung nicht ei' > Äerttauen zur au »en, kämen wir ih: dessen sie sich 6= aben aus dem Gebiete gesetzliche Festlegung eht jetzt da-M aui tr die frjüllungtvtä t nur bamu Ment, jelegt ipirb, die tat Mitt werden. Tie nt dieser Flottenver- m demselben Sinne Men, als wir das : Äeinnng, daß das heaorragenden Knl- lujräbtt^alten unb r rfrenoolln Ranz enber-CLM.fi 1 Mxr,» n als v nrvrben wäre, sich lycage entwickelt hätte leslrem ersucht M se anderer Aedner ein- ftinratn. unser» Gesinnmg-- Ms er a Bezug aus nur eine W davon, MiniMv einge- $ir haben Molt das MmislrM^ mitverantwoE 'nahmen dieses M Mm.)DerSnG°' AandieBege'stem irtoumiugi*«* k6en Anzendm» nteren. (-** r 'tieich^ag wäre m °ge °ls der ReM Äntnis h°üe uM ,WlwnenMarl^ inoeftiett pn - zvaalm wrL, hland rrgendwie ^eb^^gldemokr^ ri» ! 1'^,2 entiprofe. istvoK lunfl BiftiW.fV? (»L wfir ’SÄ- 5>*" —-------------mitBechttl'S Galmiak^allfeife Me neu wird Zeder 1483J ßenier & Krumm. :’if- «Kr ch lach tflotte: aus 2 Flottenflaggschiffe<4 Geschwa- : rit zu je 8 Linienschiffen, 8 großen Kreuzern und 24 einen Kreuzern als Aufklärungsschiffen; 2) die Aus- i n b f 1 o 11 e: aus 3 großen Kreuzern, 10 kleinen ceuzern; 3) die M a ter i a lr e ser v e : aus 4 Linien- hisfen, 3 großen Kreuzern, 4 kleinen Kreuzern. Auf diesen, oltbestand kommen bei Erlaß des Gesetzes die vorhan- ' men Schiffe gleicher Qualität in Anrechnung". Die A n'- lahnie erfolgt mit 153 gegen 79 Stimmen; 2 Mit- !lieber enthalten sich der Abstimmung. Gegen § 1 im men die Sozialdemokraten, die deutsche und die frei- innige Volkspartei, die Elsässer, Bauernbündler und ver- tinzelte baierische und oberschlesische Zentrumsmitglieder. ! Sie Polen und Welfen beteiligen sich größtenteils an der Abstimmung nicht. Gegen einhalb 7 Uhr wird die Fortsetzung der Be- ♦♦ Personal nachrichten. Am 2. Juni wurde dem Kreisrav i. P. Gustav v. Zangen in Darmstadt der 61)ü ratter als „Geheimer Regierungsrat" verliehen; die Registratur-Assistenten bei den Ministerien des Innern und der Justiz/ Karl Ball bracht und Ludwig Keppel zu Taimstadt wurden zu Ministerial-Registratoren bei diesen Ministerien ernannt; dem Gürtler Karl Heinrich- H o f zu Lffenbach, in Diensten der Messingwarenfabrik E. Ph. hinikel zu Offenbach, wurde das Allgemeine Ehrenzeichen mit dett Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen; ernannt Würbe der Kanzleigehilfe bei dem Oberlandesgericht Philipp hedr ich und der Kanzleidiener am Landgericht der Provinz Starkenburg Peter Grünewald zu Kanzlisten bei dem Oberlandesgericht, letzterer mit Wirkung vom Dienstantritt seines Dienstnachfolgers. ♦* Der hiesige Gymnasiasten-Berein für ver- eirfachteStenographie (Einigungs-System Stolze- Lckrey) wurde in Anerkennung seiner hervorragenden, Leistungen voinj deutschen Stenographenverbande durch Verleihung des goldenen Stenographenzeichens ausgezeichnet. ** Eine Versammlung der Zimmermeister Süddeutschlands wird auf Wunsch vieler süddeutschen Kollegen und im Auftrage des Vorstandes des 'Landesverbandes badischer Zimmermeister von Otto Dieterle- ^ad»en-Baden, Georg Herrmann-Mannheim und Georg Scbmiidt - Heidelberg auf Sonntag den 10. Juni nach Heidelberg einberufen, um eine einheitliche Organisation für das ganze Zimmerhandwerk Süddeutschlands, umfassend die Lander Bayern mit Rheinpfalz, Württemberg, Baden, Elsaß-Lothringen, Großherzogtum: Helsen, Hessen-Nassau und Frankfurt a. M. zu schaffen. Diese Organisation soll die Aufgabe hab^n, denl gegenwärtig im Zimmerhandwerk herrschenden Uebelstän- den abzuhelfen und das schwer darniederliegende Gewerbe Wieder zu heben. Der Besuch der Versammlung wird voraussichtlich aus allen Teilen Süddeutschlands ein äußerst starker werden. Schon jetzt sind die Anmeldungen /sehr zahlreich eingelaufen. Die Verhandlungen beginnen um 11 lühr vormittags und finden im großen Saale der „Har- momie" statt. Die Tagesordnung der Versammlung ist folgende: 1) Begrüßung; 2) Bildung des Bureaus der Versammlung; 3) Feststellung der vertretenen Länder; 4) Offizielles Referat des Zimmermeisters Georg Herr- mmnn-Mannheim; 5) Referate der Vertreter der einzelnen .Mer; 6) Schaffung einer einheitlichen Organisation-für das Zimmerhandwerk ganz Süddeutschlands; 7) Verschiedenes. An die Versammlung schließt sich ein gemeinschaftliches Mittagessen im Saale der „Harmonie". Dieienigen' Besucher der Versammlung, die an diesem gemeimschaft- licben Mittagessen teilnehmen wollen, werden ersucht, ihre Anmeldungen bis Freitag den 8. Juni an die Expedition -der „Süddeutschen Zimmermeister-Zeitung" in Mannheim einMsenden. Für Montag den 11. Juni ist ein gemein» jchaftlicher Ausflug in das Neckarchal in Aussicht ge=t (!) Grünberg, 5. Ium. Nach altem Brauche wird hier am dritten Pfingsttage ein Krammarkt abgehalten, der mehr den Charakter eines Vergnügungsmarktes tragt, tlon jeher wird er vornehmlich von den jungen Leutchis 1Ug den benachbarten Ortschaften zahlreich besucht, für Nur die Barke „Pfeilriag“ gibt Gewähr für die Echtheit unseres Lanolin-Toilette-Cream Lanolin Man verlange nur « „Pfeilring“ Lanolin-Cream Ma flinToS Pund weise Nachahmungen zurück. 1596 v Lanolin-Fabrik Martmikenielde. Ausschüsse sind in emsiger Thättgkett für die Empfangs^ —. ---- . feierlichkeiten, die Festakte, den großen historischen Festzug- beutung verloren. Trotzdem herrschte heute anläßlich des I s;e Rbeinfabrt und die sonstigen Beranstattungen. Ucberou -- —c— ---herrscht Opferwilligkeit, und so wird die alte Feststadt am Rhein die große kulturhistorische That, die aus chren Mauern hervorging, würdig und ehrenvoll feiern. Em wesentlichen, für die Jünger und Verehrer der Druckkunst, aber auch für die Allgemeinheit MonbtrS des Festes wird die große typographische Ausstellung bilden, die in den schönen Räumen des kurfürstlichen Schloff . , für etwa 3-4 Wochen geöffnet sein wird. Eine grotze (?) Volkartshain, 5. Juni. Ein bedauernswerter | j>cr ersten und angesehensten Firmen Deutschlands uno Unglücks fall ereignete sich in Lichenroth. Gestern Oetterreick-Unaarns hatte sich sofort in dankenswerter Weise nachmittag gegen 5 Uhr war eme Gesellschaft auf der Kegel- Ausstellung xu beschicken; sie werden bahn des Gastwirts Herchenröder mit Kegelschieben be- bereit ertiart, ote Aussieuung z _'^dem Ausland, aus schäftigt. Einige Kinder schauten dem Spiel'zu. Einer glänzend vermeten sein. Aber auch aus dem «usmn^ der Kegelspieler warf eine fehlgegangene Kugel dem etwa I Frankreich, Rußland, Italien, d ch »innpnnnnen Be- fünfjährigen Sohn Karl des Landwirts Heinrich Schleich I sind zahlreiche und hervorragende Werke eing 9 9 • an den Kopf, sodaß der Schädel eingedrückt wurde. Dem I sonders hervorzuheben möchte die Beteiligung oer schwer Verletzten floß das Blut aus Mund und Nase, auch | brudereien in Berlin, Wien, Paris, St. yctctfiburg u stellte sich fortwährendes Erbrechen ein. Aerztliche Hilfe I Lissabon, sowie anderer berühmter Institute sein, amt den war alsbald zur Stelle. Erzeugniffen des Typendruckes und der Buchkunst verbinde Darmstadt, 6. Juni. Wie die „N H. B." erfahren, » £ Ausstellung der graphischen Künste, die durch ist das bereits früher einmal aufgetauchte Proiekt be» hi? »eueren «erfahren des Holzschnitts, der Heliogravüre, Ankaufes der Rosenhöhe für das rn, fische ™ ^“ LnhrHrfT^her ^nfä^una Algraphie re. einen so Kaiserpaar jetzt nach dem Tode des Prinzen Wilhelm I deS Farbendrucks, der Zin tz g, g py h Qmetae wieder in den Vordergrund getreten. Thatsache ist, daß gewaltigen Aufschwung genommen hat. J Kj seit längerer Zeit die Erwerbung eines eigenen Besitz- I deS Buchgewerbes (Schriftgießerei, moderne Buch - - - ‘ -r werden vertreten sein. Dieser Teil der Ausstellung wird in dem großen Akademiesaal und dem angrenzenden weitzen chon |________y turns für den Kaiser von Rußland geplant war, und würde sich hierfür die Rosenhöhe wie kein anderes eignen. , lu ucm —>• —D—„ . Darmstadt, 6. Ium. Die Hauptversammlung I roten Saal deS Schlosses untergebracht werden, wayreno des Allgemeinen Deutschen Schulvereins JKr h;';* -- k— h?r Stadt- Erhaltung des Deutschtums im Auslande begann I bibliothek zur Auslage kommt, mit dem Vortrag des Geschäftsberichts durch den Vorsitzen- I - - - - den des Gesamtvorstandes, Professor Brandl von Berlin. Redner schildert die Lage des Deutschtums im Ausland, besonders den Kampf der Deutschen in der österreichisch- ungarischen Monarchie, in Ungarn (Siebenbürgen) gegen flstagyaren, Galizien gegen Polen, Böhmen gegen Tschechen, in Schlesien, Kürnthen, Steiermark und Krain gegen Slovenen | und in Tirol gegen Italiener. Nach diesen allgemeinen Betrachtungen wendete sich der Bericht der inneren Lage des Vereins zu und teilte mit, daß seit den 20 Jahren seines Bestehens eine stetige Erweiterung zu verzeichnen sei. Die Mitgliederzahl stieg im verflossenen Jahre auf 30000 (3000 Zunahme), die Mittel wuchsen von 103000 Mk. auf 108000 Mk.; an Unterstützungen konnten 74000 Mk., gegen 64000 Mk. im Vorjahr gewährt werden. Der Vertretertag hat Kiel für die nächstjährige Hauptversammlung bestimmt und Oeheimerat Prof. Dr. Böhm in Berlin zum Ehrenmitglied ernannt. Die Festrede des Professors Dr. Haruack über die Sage der Deutschen in den russischen Ostseeprovinzen fand reichen Beifall. Das ganze Bildungswesen: Universität Dorpat, Gymnasium, Realschulen, Volksschulen trugen deutschen Charakter, nur die Bauern find lettisch und esthisch. Seit der neueren Russifizierung sind von dem früher bestehenden nur noch Trümmer vorhanden; Verwaltung, Schule, Rechtspflege sind gänzlich russisch. Die deutsche Sprache ist als Lehrstoff zum fakultativen Nebenfach degradiert, die Beamtenschaft ist russisch, den Ständen nur die Steuerbewilligung erhalten. Das Deutschtum habe sich demgegenüber fest, auch mit Letten und Esthen, zusammengeschloffen und werde ausharren; es sei, wie jene Niederländer EgmontS, „zu drücken, nicht zu unterdrücken-. — Nach dieser Rede überbrachte Rechtsanwalt Geßner-Memel ostpreußische Grüße, Herr Bastian als Vertreter der österreichischen Alpenländer deren Grüße. — Profeffor Dahn von Braunschweig sprach sich über die Verhältnisse der Deutschen Böhmens aus und forderte die Beteiligung aller nationalgesinnten Reichsdeutschen an dem Unterstützungswerk. Der Vorsitzende verlieh dem Dank gegenüber der hiesigen Ortsgruppe und ihrem Leiter, Herrn Schweisgut, Ausdruck und schloß dann den offiziellen Teil der Versammlung. Dieser Teil der Ausstellung wird Sportwagen, Tmportap, ErantaMrÄ Elegante englische Wagen Kinderwagen Braune Wagen mit Verdeck Mk. 10.— Neu! 19 Seltersweg 19. mit Federgestell, hellem Klappverdeck, Randpolster nr junges Mädchen aus guter Aamilti unter günstigen Bedingungen ig die Lehre gesucht. ssu MädchkN Reuend ■V Wer schnell und billigst Stellum senden will, der verlange per Postkarte h« §e»1sche MaLanzenpost in Eßlingen. 02393] Zu vermieten der zweite Stock. ___________Grünbergerstratze 48. 02380] Der 3. Stock, bestehend aus 7 Zim. nebst Zub., zum 1. Juli beziehbar. Marti« LangSdorf, Ludwigstr. 57, 02404] Möbliertes Zimmer zu vermieten. ___________»ahnhosstratze 18, III. lll'ischil'dents ?»ii verhüllten Vermietungen Mttene Stellen Cupitlilien j Globus Putze nur mit Putz Extract