1900 Sonntag den 8. April weites Blatt 2lmte* und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren 15 w 6ii2; j j 20 eanxt* Redaktion, Lxprdition und Druckerei: Schulßr-ße Ar. 7. ötncti Per Lurwahi wKse 20 Pfg. an. englischer Seite find dabei 9 Tote, 88 Verwundete und 351 Vermißte zu verzeichnen. Von der Batterie Ullrichs fehlen 118 Manu. Das Kavallerie Regiment Roberts hatte 2 Tote und 14 Verwundete sowie 51 Vermißte, die das Regiment verlor, als es den Rückzug zu decken versuchte. Die Gesamt- Verluste aus englischer Seite betragen 450 Mann. Ein Telegramm der „Times" vom 5. April bestättgt das Ge- fecht. Ferner fand bei Bushmanskop ein Scharmützel Gruppe des Feindes mit vier oder fünf Kanonen umzingelt. Oie Abteilung hielt von Vormittags den 3. April bis 9 Uhr Lbends des 4. April aus, und scheint sich dann ergeben zu haben, da um diese Zeit das Feuern aufhörte. Sofort, als ich am 3. April nachmittags die Nachricht erhielt, ließ ich Gatacre möglichst schnell von Springfontein nach R eddersburg marschieren, und sandte die Cameron-Hochländer von hier nach Bethany. Er kam gestern vormittag 1® Uhr 30 Min. in RedderSburg an ohne Widerstand, kannte aber von der fehlenden Abteilung keine Nachricht crchalten. Ohne Zweifel ist die ganze Abteilung gefangen. Heute vormittag erhielten wir dann folgende tcle- graphische Nachricht, die eine Ergänzung der vorstehenden Meldung bildet: Loudon, 7. April. (Org.-Telegr. des „Gieß. Auz. ) 61'ttt amtliches Telegramm Lord Roberts meldet folgendes: biinzelheiten über das Gefecht bei RedderSburg: Auf A8e Anzeigen-BermittlungSßellen deS In- und AuSlandeS nrhmkn Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg-, auswärts 20 Pfg. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Bezugspreis Vierteljahr!. Mk. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die AbholestcLen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. xibtta m. bi» 18 Mk. Lrandfort wird telegraphiert: Bei dem Kampf bei I SentaS Post wurden 389 Engländer gefangen! grnvmmen. Die Hauptbedeutung des Sieges liegt jedoch I in dem Fang aller britischen geheimen Papiere, darunter find I sorgfältig ausgeführte Karten und Pläne von 1897, 1898 I und 1899 zur Invasion des Freistaates und Transvaals. I DK für die Buren wertvollsten darunter sind die Pläne I zum Marsch auf Johannesburg von Mafeking aus auf I der Jameson-Route mit Verbefferungen, um Fehler zu I vermeiden; ferner ein Plan für den Marsch von Bloem- I (ontein nach Kroonstad über Brandfort, Winberg und I LeaterSburg. — Der Sieg wurde durch ein Kommando I Freistaatler auf offenem Gelände ohne Deckung errungen. I Kommandant de Wet sandte die eroberten Geschütze und I Gegangenen nach Winburg. Alle Kommandos im Süden I haben sich jetzt vereinigt und bilden eine große Armee von I Veteranen. Die Prieska- und Kenhardt-Distrikte der Kap- I folonte sind in voller Rebellion, die Kenhardter Rebellen I marschieren auf Talvinia und andere auf Fourteen I StreamS. Wir ergänzen diese Depesche noch durch folgende I Einzelheiten des Reuter'schen Bureaus: Den im Hinter- I .halt liegenden Buren näherte sich zunächst ein Wagen mit I Mi englischen Offizieren. Die Buren riefen ihnen zu, sie sollten die Arme in die Höhe heben und sich ergeben. Der eine der Offiziere kam der Aufforderung nach, wor- au| der zweite den ersten sofort tötete. Da er sich weigerte, I die Waffen niederzulegen, wurde er von den Buren erschossen. Die Buren, denen die Lebensmittel fehlten, haben jetz.t ausreichende Vorräte, nachdem sie den englischen Somvoi genommen haben. Sie fanden ferner einen Kasten, in denen die Dokumente über die Eidesleistung der Burg- heirs ausbewahrt wurden, welche sich verpflichtet hatten, | nicht mehr gegen die Engländer zu kämpfen. Man hat diese BurgherS aufgefordert, sich im Hauptquartier in Sroonstad einzufinden, wo ihnen der kommandiereude General auseinandersetzen wird, daß ihre Eide null und nichtig find, da sie unter Zwang geleistet wurden. Dazu kommt nun folgende Meldung des Generals KobertS aus Bloemfontein vom 5. April, 9 Uhr abends: Ein anderer unglücklicher Vorfall fand statt, der, wie ich fürchte, die Gefangennahme einer Ab- teilung Infanterie, bestehend aus drei Kom«. pagnien kgl. irischer Schützen und zwei Kom- pagnien des neunten Regiments berittener In» santerie, bei RedderSburg, etwas östlich von der Sühnstation Bethany, zur Folge hatte. Wenige Meilen von diesem Orte entfernt wurden sie von einer stärkeren Heiken ro bi» Mk. 28. Der Nachricht von dem Scharmützel bei Bushmanskop I geht folgende Meldung vor: London, 6. April. Die „Times" meldet aus Bloem- I fontein vom 4. ds. Mts.: Gestern zeigte sich der Feind in I einer Stärke mit drei Geschützen in der Richtung auf den I Bushmanskop, der noch von einer Kompagnie berittener I Infanterie aus Queensland als Beobachtungsposten besetzt ist. Vereinzelte Gruppen Buren ließen sich mit unseren Vorposten in ein Geplänkel ein, doch stellte sich heute früh heraus, daß die Buren einen weiten Bogen rechts um Bloemfontein zu machen vorhaben. Heute früh wurde am Bushmanskop ein aus Süden kommendes I Geschützfeuer vernommen. Der „Vofs. Ztg." wird aus London telegraphiert: Die Buren haben Thabantschu wieder besetzt, sind biS zu den Vorposten des Generals Brabant vorge- drungeu und haben selbst eine drohende Bewegung I gegen die Eisenbahn bei Springfontein entwickelt. Man darf jetzt mit Spannung den Nachrichten darüber entgegensetzen, ob es den Buren gelingt, die Eisenbahn im Rücken der britischen Hauptmacht auf die Dauer so zu zerstören, daß Marschall Roberts die Verbindung mit Bethalie und Norwalspont über Springfontein nicht aufrechterhalten kann. Tritt dieser Fall ein, so wird Roberts Bloemfontein ohne einen Schwertstreich räumen und sich nach dem Norden I der Kapkolonie zurückziehen müssen. Die Thatsache, daß die Division Colville und die Reiterei des Generals French I außer Stande waren, die erste Scharte von Bushmanskop I auszuwetzen und die Buren aus ihrer Stellung bei den I Bloemfonteiner Wasserwerken zu vertreiben, deutet an, daß I diese Truppen in keiner günstigen Verfassung, speziell wohl I die Pferde nicht mehr leistungsfähig waren; und doch muß I man annehmen, daß Roberts zu einer so wichtigen Aktion I nur sein bestes Material ausgesendet hatte. Man müßte I darnach fast zur Annahme gelangen, daß die britische Haupt- I macht nicht mehr recht operationsfähig ist. Es kommt also I für die Buren unter diesen Umständen alles darauf an, dem I Marschall Roberts die Zufuhr abzuschneiden. Um dies zu I verhindern, sind, wie es scheint, die Truppen der Generale I Clements, Gatacre und Brabant an der Eisenbahnlinie Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Volkskunde. (<)icßcncr Anzeiger Heneral-Anzeiger Deutsches Keich. Berlin, 6. April. Der Kaiser machte heute vormittag mit dem P r i n z e n H e i n r i ch eine Sp^ierfakfi:t. — An den Vorstand des Karlsvererns zü Aachen hat der Kaiser nachstehendes Telegramm ged schickt: „Professor Schaper hat Mir heute sein Modell und die Kartons gezeigt, welche für die Ausschmuckun,z der alten Krönungskirche Karls besttmmt smd. Selbst ein unermüdlicher Forscher aus dem Gebiete der romanischen und byzantinischen Mosaikkunst, bin ^zch aus! das Freudigste überrascht gewesen von der großartigem und stilgerechten Auffassung, sowie von der Korrektheit der Linienführung und harmonischen Gesamtwirkung, welche das Modell so vortrefflich veranschaulicht. Die Wiederherstellung nach dem vorgelegten Entwürfe ist wahrlich im Geiste Karls des Großen aufgefaßt und seiner würdig. Jc^ beglückwünsche den Karlsverein dazu. Wi lch e beabsichtigt die Königin Viktoria von England, unserem Kronprinzen zu seinem. 18. Geburtstage am 18. Mai den Hosenbandorden zu verleihen. Die Insignien des Ordens sollen vom Herzog von Connaught oder vom Herzog von York nach Berlin $ — Der württembergische Militärbevollmächtigte, General-Leutnant Freiherr v. Matter, giebt semeStellung und den aktiven Dienst auf. — In der heute hier eröffneten Plenarversammlung, des deutschen Handelstages hielt der Staats- sekretär Graf Pofadowsky eine Anjprache in der er ausführte: Bei der öffentlichen Erörterung wirtschaft icher Fragen begegne die Regierung häufig der 2kf>auptung, daß dem Handel in unserem Wirtschajts eben Bedeutung zukomme, als denjenigen Ey"bskrns-n. di- auf die unmittelbare Herstellung der vder Ganz-Fabrikate gerichtet finb. ^wieweit der I «... !lr. «3 Erscheint täglich Bnt Ausnahme des Montags. Die Gießener rsmiltenvlätler r-iöcn dem Anzeiger h Wechsel mit „Hess, laibroirt" u. „Blätter pr Hess. Volkskunde- t.chtl. 4 mal beigelegt. itltgramm meldet: 2oOon, 6. April. Aus dem Burenlager in Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für bm senden Tag erscheinenden Nummer M wnn. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Der Krieg in Südafrika. Die Engländer erleiden eine schwere Schlappe nach fa anderen. Der von den Buren bei den Wasserwerken Don Bloemfontein errungene Erfolg gewinnt jetzt eine ungeahnte Bedeutung durch die Nachricht, daß ihnen hierbei «eben anderen wichtigen Papieren auch der größte Teil der britischen KriegSpläne in die Hände gefallen ist. Ein verteilt. ., .. Leicht ist die Aufgabe der Buren nicht. Aber die Wächter können nicht überall sein, und die Buren sind ihnen an Schnelligkeit und Kenntnis des Geländes weit überlegen. Dazu kommt, daß die Buren den östlichen und besonders den südöstlichen Teil des Freistaats, der am fruchtbarsten ist, im Besitz haben. Hier werden sie auch für ihre Pferde im nun beginnenden südafrikanischen Winter stets genügend Futter haben, während die Beschaffung der Tiernahrung in den nächsten Monaten den Engländern die größten Schwierigkeiten bereiten dürfte. Haben doch die Engländer in Ungarn auch Heu in großen Mengen auf« qekanft und nach Südafrika verschifft. Die Buren haben bei der Belagerung von Kimberley den folgenden schweren Fehler begangen, daß sie nichts alsbald nach der vernichtenden Niederlage Lord Me- thuens bei Magersfontein die Eisenbahn zwischen Kimberley und de Aar so zerstört haben, daß die Truppen Methuens von der Verbindung mit Kapstadt abgeschnitten waren. Sie würden dadurch einmal Methuen zu einem Rückzüge gezwungen haben, der leicht zu einer Katastrophe hätte werden können. Sodann würde Roberts nicht im I stände gewesen sein, seinen erfolgreichen Zug zum Entsatz Kimberleys mit der Schnelligkeit, die allein diesen Erfolg verbürgte, auszuführen. Methuen aber hat sich inzwischen selbst aufaerappelt und, wie es scheint, den Buren arg mitaespielt. Vorläufig liegt hierüber nur folgende lakonische Meldung vor: London, 6. April. Lord Roberts telegraphiert unterm 5. April: Lord Methuen meldet aus Boshof von heute, daß er den General Villebois-Mareuil mit einer Abteilung Buren ein aeschlossen habe. Keiner sei entkommen. Generäl Villebois-Mareuil und 7 Buren seien getötet, 8 verwundet und 54 gefangen I genommen worden. Dem schönen Erfolge der Buren bei Reddersburg steht I also ein erneuter Mißerfolg gegenüber. Der Tod Ville- I bois-Mareuils ist ein Schlag, der freilich nicht so schwer ist, wie die Gefangennahme Cronjes und der Heimgang Jouberts, der sie aber zweifellos wieder eines ihrer bewährtesten Führer beraubt. Was die Buren an ihm verlieren, geht aus einer Charakteristik hervor, die vor einiger Zeit die „Neue Freie Presse" über ihn veröffent- ^an nennt ihn, hieß es da, in Transvaal den Moltke der Buren", in Frankreich den „südafrikanischen Lafayette". General Villebois-Mareuil ist em starker Fünfziger, ist keine „minderwertige Kraft". Semem strategischen Talente ist die Taktik der Buren zuzuschreiben, welche bisher siegreich gewesen. Sem Einfluß ist in allen Waffenthaten der Bilren zil erkemien, die moderne Strategie zeigen und auf wissenschaftlichen Grundlagen aufgebaut sind. Denn Villebois-Mareuil ist nicht allein ein Praktiker, kein bloßer Haudegen, sondern and) hervorragender militärischer Schriftsteller. Er hat mehrere strategisch-wissenschaftliche Werke geschrieben, in denen er seine Erfahrungen, sowie seine theoretischen Studien in anschaulicher und interessanter Weise verwertet. Sein Thatendrang hat ibn aus der französischen Armee getrieben. Als die Expedition von Madagaskar i vorbereitet wurde, bewarb er sich um ein Kommando. Es wurde ihm verweigert, da alle Obersten-Stellen bereits besetzt waren. Nun ging er nach Afrika und nahm das Kommando der Fremdenlegion an, weil er: I^ffte, die Legion werde zu der Kampagne in Madagaskar her an- gezogen werden. Als diese Hoffnung sich nicht Erfüllte nahm Villebois-Mareuil feinen Jahren. Er konnte sich gut auf seine physische.Schwache berufen, denn er ist ein kleiner, schmächtiger unansehn- sicher Mann, früh ergraut und seder Elastizität entbehren d. Nun hat er gezeigt, welche Kraft in diesem schwachen Körper wohnt. Die Aufgabe, welche er uber- I nommen, scheint ihn zu starken. Er ist tegeifterte Soldatennatur und hat aus militärischer Thatenlust das I Kommando übernommen." * * London,^ April. Der ,*Times" wird aus W ebener I telegraphiert: Eine mit verbundenen Augen herbeigefuhite I Buren - Patrouille brachte folgende Botschaft von dem I Buren-General Banks: „Ich bin hier nut mehreren I tausend Burghern und fordere im Namen der Mensch- I ljchkeit und um größere Opfer an Menschenleben zu ver- I meiden wie bei der letzten Schlacht, fofortige I uebergab e". Die Patrouille wurde nut dem Bescheide I zurückgeschickt, es gebe teine Antwort. Telegramme des Gießener Auzeigers. London, 7. April. Gerüchtweise verlautet, der Premierminister der Kapkolonie, Schreiner, habe in olge Differenzen mit der Afrikander-Partei seine Demission I eingereicht. ------ ' aparte neue Mch 85,48,65 bi, 80 Psg. tierei «Stück r Pfg. bi» M!. 2.7! «w on 20 Pfg. an s Decken > Mk. bis 25 Mk. toc(ta Mk. bis 8.50 $ fpiMti Inehrung des Wertes der Güter und zur Erhöhung des 'Preises beiträgt, auf der öffentlichen Erörterung die Be- hauptung ausscheiden, daß der Handel, dem nur die Ver-, Teilung der Güter zufalle, eine minderwertige Thätigkeit gegenüber dem auf die unmittelbare Erzeugung von Gü-- lern gerichtete Thätigkeit darstellt. Der Urquell unseres gesamten wirtschaftlichen Wohlstandes sei aber deutsche Arbeitskraft und deutsche Arbeitslust. Diese zu erhalten und ihr fortgesetzt neue Gebiete der Thätigkeit zu erschließen, müsse unser aller Aufgabe sein. Nur in diesem Zeichen können wir im friedlichen Wettbewerb der Völker siegen^ — Der Handelstag beschloß hierauf eine Resolution zu gunsten der Flotten-Vorlage sowie eine weitere gegen die bekannten Reichstagsbeschlüsse zum Fleische b e s ch a u - G e s e tz. — Der deutsche Handelstag hielt heute abend im großen Saale des Kaiserhofes ein Festmahl, zu dem die hervorragendsten Vertreter des Handelstages, Handelsminister Brefeld und einige Vertreter anderer Ressorts erschienen waren. Der Vorsitzende, Geh. Kommerzienrat Frentzel, brachte das Hoch auf den Kaiser aus. Adolf Woer m an-Hamburg begrüßte den Handelsminister und die übrigen Vertreter der Regierung. Minister Brefeld bemerkte, daß er dem Handelstage fern geblieben und sich nur durch Kommissarien habe vertreten lassen, weil er, der Chef des Ressorts, als Staatsminister zugleich die Interessen aller Stände gleichzeitig wachreu und den Blick auf die Gesamtpolitik gerichtet halten müsse, während der Handelstag begreiflicherweise eine Spezials Vertretung der Interessen des Handels und Gewerbes sei.. Er freue sich der gegenwärtigen Blütezeit des Verkehrs, freue sich, lauter vergnügte Gesichter um sich zu sehen. Er verkenne aber auch die Gefahren der Zukunft nicht, die Vorsicht erheischen. Als solche Gefahren bezeichnete er die Möglichkeit handelspolitischer Verwickeln n g e n. Die Weisbeit der Regierung werde bestrebt sein, sie zu vermeiden, aoer man müsse mit Volksströmungeu rechnen, wie Panslavismus, Chauvinismus und dem neuerdings hervortretenden Imperialismus, die eine gewisse Gefahr für den Frieden in sich bergen. Das bot dem Minister die Ueberleitung zu dem sehr beifällig aufge-r nommenen Schluß, in dem er. die Notwendigkeit einer großen Flotte für Deutschland hervorhob. Geh. Kommer-, zienrat M ich el-Mainz gedachte der anwesenden Vertretet der Presse. — In einem Leitartikel über die Aussichten der Flottenvorlage sagt die „Germania": Die Regierung könne nunmehr nicht einen Augenblick zweifelhaft darüber sein, daß sie selbst die Lösung der Deckungsfrage alsbald in Angriff nehmen muß und eine befriedigende Lösung der Deckungsfrage der Budget-Kommission nach Wiederaufnahme ihrer Verhandlungen vorzulegen hat. Die Regierung würde sich andernfalls durch Beiseiteschiebung der Deckungssrage in eine Position versetzen, die im Falle einer Reichstagsauflösung ihre gründlick)e Niederlage von vornherein besiegeln würde. Mit einer befriedigenden Lösung der Deckungssrage seien aber keineswegs alle Schwierigkeiten überwunden, bezw. die unveränderte Annahme der ganzen Flottenvorlage gesichert. Tie Budget-Kommission dürfe mit ihrem Entgegenkommen auch auf ein Entgegenkommen seitens der Regierung rechnen, und ohne ein solches sei eine Verständigung nicht möglich. — Wie die „Berliner Neuesten Nachrichten" hören, befindet sich die Frage, ob die M e d i z i n a l - V e r w a l - tung vom Kultusministerium abgetrennt und auf das Ministerium des Innern zu übertragen sei, noch im Stadium der Erwägungen. Für die Abtrennung spreche in erster Linie die Ueberlastung des Kultus-Ministeriums, gegen die Lostrennung der Medizinal-Vertvaltung aus ihrem jetzigen Verband sei anzuführen, daß ein lebhafter Zusammenhang zwischen dem Kultusministerium und den Medizinalwissenschaften dringend erwünscht ist. — Die „Deutschsozialen Blätter" berichten: Ueber den Abg. Ahlwardt schreibt die Chicagoer „Abend-Presse"; Ahlwardt soll jetzt wohlhabend sein, fleißig Schulden bezahlen und den Versuch machen, Teilhaber des Berliner Antisemiten-Organs, der „Staatsbürger-Zeitung" zu werden. Es heißt, Ahlwardt habe eine Bergwerks-Gesellschaft zu stände gebracht, die sich den Betrieb eines verfallen gewesenen ungarischen Bergwerks angelegen sein lasse. Als Gründergewinn seien ihm fünfzehn oder sechzehn Anteilscheine zuteil geworden, wovon er einen für 20000 Mark verkauft habe. — Dazu sagt die „Staatsb.-Ztg.": WcK hier über die pekuniären Verhältnisse des Abg. Ahlwardt erzählt wird, ist uns zu unserer Freude vor einiger Zeit schon als verbürgt mitgeteilt worden. Daß Herr Ahlwardt aber den Versuch gemacht habe, Inhaber der „Staatsbürger- Zeitung" zu werden, wissen wir nicht. Wohl aber wissen wir, daß die zu solchen Versuchen erforderliche Voraussetzung auf feiten der „Staatsb.-Ztg." nach jeder Richtung fehlen würde. — Der Landeseisenbahnrat hat sich int Einverständnis mit der preußischen Eisenbahnverwaltungr gegen die Aufhebung der Exporttarife für Kohlen ausgesprochen. Ausland. Kopenhagen, 6. April. Das Zarenpaar wird im Juli hier eintreffen und im Schloß Fredensborg vier Wochen wohnen. London, 6. April. Dem Bureau Laffau wird aus Viktoria (Britisch Kolumbia) gemeldet: Die Oriental Steamship Company hat die Mitteilung erhalten, daß man in Japan einen Krieg für unvermeidlich halte. Die Ausländer verließen zu Dutzenden die Verlragöhäfen. Japan mobilisiere eine Torpedoslotte und beschleunige die Heranschaffung von Vorräten für die Armee und die Marine. Inzwischen beeile sich Rußland „fieberhaft" mit dem Bau der sibirischen Eisen, bahn, an der Tag und Nacht gearbeitet werde. Rußland unterhandle auch in Peking wegen Ankaufes der inneren chinesischen Eisenbahn. — DaS „Reuter'sche Bureau" meldet aus Accro (Goldküste) 5. April: In Aschanti find unter den verschiedenen Stämmen Feindseligkeiten ausgebrochen. Die Telegraphendrähte find zerschnitten, die Verbindung ist unterbrochen. Vor hier begaben fich starke Abteilungen Haussas nach dem Inneren. Die Lage erscheint ernst. Der Gouverneur befindet fich mit seiner Frau in Kumassi. — Cecil RhodeS ist heute früh, von Kapstadt kommend, in Southampton eingetroffen. Paris, 6. April. Der „Moniteur Universel" behauptet, Oberst Marchand habe sich bei seinen Vorgesetzten über die polizeiliche Ueberwachung beschwert, die über ihn verhängt sei. Die Antwort sei der Befehl gewesen, unverzüglich zum Regiment zurückzukehren, obwohl der Urlaub des Obersten noch nicht abgelausen war. Marchand habe daraufhin seinen Abschied verlangt. — Dem „Eclair" zufolge hat Minister Millerand an. geordnet, daß die Kolossal st atue, welche die Haupt- pforte der Weltausstellung am Konkordienplatze krönt, abgetragen werde, da fie die Stadt Paris nicht in der traditionellen Gestalt, sondern in einem modernen Kostüm darstellt. Es heißt, daß in der Kammer deswegen eine Interpellation eingebracht würde. — Die Kammer setzte heute die Verhandlungen über die Kolonialarmee fort. General Gallifet widerlegte in drastischen Ausführungen die Befürchtung eines Staatsstreiches. Die Kammer stimmte schließlich für die Unterstellung der Kolonialarmee unter das Kriegsministerium. Madrid, 6. April. In Tanger sind das Panzerschiff „Carlos Quinto" und ein Kanonenboot eingetroffen. An Bord deS Panzerschiffes wird die außerordentliche spanische Gesandtschaft nach Mazagan abfahren. Dort wird die Gesandtschaft von einem zahlreichen Gefolge erwartet, das sie nach Marrakesch zum Sultan begleitet. Rom, 6/ April. Der Kampf der italienischen Opposition ist nicht umsonst gewesen. Wenige Tage nach Vertagung der Kammer ist durch königliches Dekret das sogenannte „deoreto legge" aufgehoben worden. Damit fallen die verfassungswidrig seinerzeit durch königliche Verordnung verfügten Beschränkungen der politischen Rechte. Wien, 5. April. Heute sprach der Vorstand der österreichischen israelitischen Union beim Ministerpräsidenten v. Koerber vor, um Beschwerden der jüdischen Bevölkerung, insbesondere bezüglich des Antrages Schneider zu unterbreiten. Der Sprecher meinte, in Wien sei die Brutalität der Worte, die so empöre, auf dem Lande folge dann die Brutalität der That. Der Ministerpräsident bedauerte die Brutalität des Tones, die in den BertretungS- körpern eingeriffen sei, versicherte die Deputation seines Wohlwollens, und versprach, die vorgebrachten Wünsche nach Thunlichkeit zu berücksichtigen. Wien, 6. April. Im niederösterreichischen Landtage interpellierte Abg. Ofner, ob die Regierung endlich geneigt sei, gegenüber den durch die Blutbeschuldigungen gegen die Juden hervorgerufenen gemeinschädlichen Ver- Hetzungen die nötige Energie aufzubieten und insbesondere die Urheber derselben aufs schärfste zu beaufsichtigen. Die gemeinsame Ministerkonferenz erledigte in ihrer heutigen Nachmittagssitzung das gemeinsame Budget. Dasselbe weist nur eine unbedeutende Erhöhung auf, da die Frage betreffend Erhöhung des Truppenkontingents und die Frage betreffend die Schnellfeuergeschütze für die parlamentarische Erledigung Vorbehalten bleiben. Nach dem „Neuen W. Tagbl." verlangte der Kriegsminister die Einführung von Schnellfeuergeschützen sowie die Erhöhung des Präsenzstandes und drohte mit seiner Demission. Die beiderseitigen Regierungen traten entschieden diesen großen Mehrforderungen entgegen und gestanden nur ein Plus von 3 Millionen für Marinezwecke zu. Budapest, 6. April. Der im Vorjahr gegründete radikale Studentenverein wurde durch den UniverfitätS- fenat aufgelöst und gegen sämtliche Vorstandsmitglieder das Disziplinarverfahren eingeleitet. Konstantinopel, 6. April. Kaiser Wilhelm dankte dem Sultan für die ihm und der Kaiserin durch den Flügeladjutanten Grafen Löwenthal übersandten Gemälde und den freundlichen Empfang der durch Konstantinopel durchreisenden deutschen Offiziere und Beamten. — Marschall Ghazi-Osman Pascha ist gestern Nachmittag mit großen Ehren bestattet worden. Zum Nachfolger als Oberstmarschall ist Ed em Pascha, der Oberkommandierende im thessalischen Feldzuge und Schwager des türkischen Botschafters in Berlin, ausersehen. Washington, 6. April. Das Repräsentantenhaus beriet über die Flottenvorlage, über die der Bericht des Ausschuffes entgegengenommen wurde. Die Vorlage umfaßt eine Ausgabe von 61219916 Dollars, die größte Summe, die jemals im Hause für eine Forderung zur Beratung stand. Der Entwurf empfiehlt den Bau von zwei Hochsee- und Küstenlinienschlachtschiffen zu je 13500 Tonnen, vvn drei gepanzerten Kreuzern zu 13 000 Tonnen und drei geschützten Kreuzern zu 8000 Tonnen. Ueber die Panzersrage spricht sich die Mehrheit des Ausschuffes dahin aus, daß nach der Meinung aller Marine- Autoritäten gegenwärtig der beste Panzer der sogenannte Krupp-Panzer sei, den alle Nationen verwenden, und daß es nahezu Verrat wäre, einen anderen als den besten Panzer zu empfehlen. Der Bericht der Minderheit wendet sich gegen die übermäßigen Ausgaben für Panzerung. Ackates und VroomzieUrs. ** Vo n der Universität. Sem esterchron ik. Die Zahl der im vergangenen Wintersemester immatrikulierten Studierenden (802) ist hinter der des Sommersemesters (814) nur um ein geringes zurückgeblieben, während sie die des vorhergegangenen Wintersemesters (733) stark übertroffen hat. Wenn sich, wie ja zu erwarten, die Frequenz unserer Hochschule in dem Maßstab der letzten Jphre weiter hebt, werden wir bald die Studentenzahl 1000 anschreiben können. Die Veränderungen inerhalb des Lehrkörpers sind verhältnismäßig sehr erheblich. Die ordentlichen Profefforen der Chirurgie Dr. Bose, der Natwnalokonomte Dr. Laspeyres und der Veterinär- '?bbmn Dr Pflug find aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand getreten, der ordentliche Profef or des Strafrechts Dr. Frank hat einen Ruf nach Halle a S der ordentliche Professor der Physik Dr. W i e n einen solchen nach Würzbura angenommen, aus geschieden ist endlich der Lektor der französischen und englischen Sprache Professor Pichler. Dagegen sind ernannt worden- zum ord. Professor der Chirurgie und Direktor der chirurgischen Klinik der bisherige außerordentliche Professor Ober-Arzt an der chirurgischen Klinik, dahier Dr* P. Poppert, zum ordentl. Professor der Nationalökonomie der bisherige ord. Professor in Greifswald Dr' M. B i e r m e r, zum ord. Professor der Veterinärmedizin und Direktor des Tierhospitals der bisherige Kreistierarrt in Ortelsburg in Ostpreußen Dr. W. Pfeiffer, ord. Professor des Strafrechts der bisherige ord. Profejfvr in Breslau Dr. W. Beling, zum ord. Professor der Physik der bisherige außerord. Professor in Leipzig Dr. W. Drude, ferner zum ord. Honorarprofessor und Direktor der Veterinäränstalt der bisherige außerord. Professor dahier Dr. Fr. E i ch b a u m. Die Herren Pfeiffer und Eichbaum haben ihr neues Amt bereits angetreten, die anderen Herren übernehmen es zu Beginn des Sommersemesters. Habilitiert haben sich: für Anatomie Dr. Br. Henneberg, der seine Vorlesungen bereits begonnen hat, ferner für Augenheilkunde Dr. Fr. B e st, für Chemie Dr. W. Eidman n. An die Stelle des Lektors für französische und englische Sprache, Professors Pichler werden zu Beginn des Sommersemesters zwei Lektoren treten, je einer für die beiden Sprachen. ** Die Erneuuung des ProfefforS Dr. Biermer in Greifswald zum Nachfolger des hier in den Ruhestand getretenen Geheimrat Prof. Dr. Laspeyres ist vom Großherzog vollzogen worden. Ferner hat der Großherzog dem Pfarrstassistent Dr. Heußel zu Gießen die evangrl. Pfarrstelle zu Flonheim, Dekanat Alzey, übertragen. ** Zulassungen zur Rechtsanwaltschaft. Arn 2. Januar wurde der Rechtsanwalt und Notar Arthur S t ah l in Friedberg zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim, am 3. Januar wurde der Rechtsanwalt Ludwig Bender in Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg, am demselben Tage wurde der Gerichtsaccessist Dr. Siegfried Guggenheim in Offenbach zur Rechtsanwaltschaft bei der Kammer für Handelssachen und bei dem Amtsgericht daselbst, am 14. Februar wurde der Notar August Scheuermann in Osthofen zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht daselbst, am 24. Februar wurde der Gerichtsassessor Jakob Ernst Mann aus Wonsheim zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Oppenheim, an demselben Tage wurde der Gerichtsassessor Karl Nikolaus Franz aus Mainz zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Osthofen, am 23. März wurde der Rechtsanwalt Hermann Kampf in Osthofen zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht der Provinz Rheinhessen, Kammer für Handelssachen, in Worms und bei dem Amtsgericht Worms — zugelafsen. * * Aufgabe der Zulassung zur Rechts- an walt schäft. Am 7. Januar hat der Rechtsanwalt Ludwig Labroisse zu Gießen die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Ober- hesfen aufgegeben. * * Schuldien st nachrichten. Am 22. Januav wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Okarben, Kreis Friedberg, Johannes Höck auf sein Nachsuchen, mit Wirkung von Ende März an, am 26. Februar wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Fleschenbach, Kreiss Lauterbach, Philipp Stein, mit Wirkung vom 20. Fe-» bruar an — aus dein Schuldienste entlassen. * * Erledigte Lehrer stellen. Erledigt sind i di« mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an den Gemeindeschule zu M a i b a ch, Kreis Friedberg. Mit deu Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden; eins mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Bieber, Kreis Offenbach — beide mit dem gesetzlichen, nach dem Dienstalter sich bemessenden Gehalt. * * Aus dem Gerichtsdieust. Ernannt wurde am 30. März der Registrator bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Karl Pfeiffer zum HilfsgerichtSschreiber bei dem Amtsgericht Mainz mit Wirkung vom Tage des Dienstantrittes seines Nachfolgers. • * Ernannt wurden am 30. März der Amtsgerichts diener bei dem Amtsgericht Ulrichstein Georg Lohnes zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Höchst mit Wirkung vom Tage deS Dienstantritts seines Nachfolgers, und der Fußgendarm Jakob Delp in Schotten zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Ulrichstk'm mit Wirkung vom Tage feines Dienstantritts an. * ♦ Wasserleitung betr. Wir machen auch an dieser Stelle auf die heutige Bekanntmachung des Wasserwerkes aufmerksam, wonach am nächsten Montag auf dem Marktplatz und Umgebung die Wasserleitung teilweise ab- gesperrt wird. □ Darmstadt, 7. April. (Teleph. Meldung.) Dem Beigeordneten Luh zu Gr. Linden ist das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „für langjährige treue Dienste" am Bande des PhilippSordenS verliehen worden. m. Treysa, 6. April. Der hiesige Verschönerungsverein hielt gestern im Gasthaus „Zur Burg" seine Generalversammlung ab. Nachdem der Vorsitzende, Rektor Roese, den Jahresbericht erstattet und dem Kaffenführer, Straßenmeister Born, Entlastung erteilt worden war, wurde der seitherige Vorstand wieder gewählt. Obschon der Verein nur etwa 80 Mitglieder zählt und nur eine Mark Jahresbeitrag erhebt, hat er dank dem Entgegenkommen der städtischen Behörden doch schon viel zur Verschönerung der hiesigen Stadt und ihrer Umgebung beigetragen, und es wäre eine regere Beteiligung an den Bestrebungen deS Ver- schönerungSvereinS zu wünschen. — Einen empfindlichen Verlust erlitt ein Fuhrmann aus Niederaula, der eine- MO 2669 Nu N 1 betreff Wegen Nur' tob roh genW Eazr-Uhr auf bem Mm Plitz, m der 3J M Bit bringen. Men unb 1 Arbeiten, von [ Snmtfbn Der • 1900/1901 Jnterchntm Bell« autlet 1 lehrling, 1 flinbtti MfW 1 M lapejier u schmm, 1 fribrfni 2 WaHtn, 1£ai Lthrlikrgrr 1 ftipfnfömitb, 1 f mhn, Mme 6pe Weill • 8tWL K'fe , tfiwir. Erin M -be-MWY : vH « ÖtttttbtM n«o, voidaeW ■ mli einem lifitaj IxMlud W mlnbimg tln TrN «L W to Ob1 tm vtfMtn D6Ü Mttm OttN' Mü btm prtlWtMt. schlägt gks-lleri, i 2) d- wc 6 5# 7» » i w S .in, : 1 ** * --JE! jiftitrun .F1 302 Krfatz vez«. Ansatz! auszetchnen. 3. Gruppe 2. 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Die englische Polizei ersuchte die hiesige Polizei, eine genaue Untersuchung über das Attentat auf den Prinzen v on Wales vorzunehmen, insbesondere den englischen KönigS-Waggon zu untersuchen, um die Revolverkugel zu finden. Letzteres ist bisher nicht 9ClUnSoebo», 7. April. Ein Dubliner Telegramm berichtet, daß zwei Polizisten gestern eine Haussuchung m den Räumen des nationalistischen Blattes „Ubiter Sprechstunde« der Redaktion des Gießener Anzeigers täglich, (mit Ausnahme von Samstag unv . mltleijreae unotumui maS Sonntag) von 6—7 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplanergasse aus. I M ’ Mch, namentlich teder Fam«lienmutter, alles Neue, was __ _ ■— I sA.tTl ,ri*,tnt. und Beacktuna verdient, zu prüfen, — ->risbmans" abhiellen und sämtliche Exemplare der letzten Nummer dieses Blattes beschlagnahmten. In dieser Nummer befindet sich -in «rlikel bc8 Gönne betitelt: Die Königin der Hungersnot. Dieser'Artikel wird amtlicherseitö als lügenhaft, tendenz'vS und «erffch bezeichn^ B-rhd- in der At.en- tatS>Affaire ergab,^daß Sipida dem S°z'alIfi-n^mub Avantgarde angehörte, der ursprüng ch lärischer Natur war. In dem Klub^okal desselben si wichtige Briefschaften gefunden worden, vor allem ein V f des Sekretärs des Klubs des Inhaltes, daß eme Anarchiste Gruppe in dem Verein existiere. W ,,„T —, , W Wn-rslheUt Zuchtstute m. Fohlen 1. Preis Mk. 80 2. „ „20 3. „ „ 15 Fohlen 1-2 I. alt 1. Preis Mk. 25 betreffend. Absperrung der Wafferleituug. I Wegen Ausführung von WafferleitungSarbeiten auf dem Marktplatz 'M .‘«£5 auf der Vtausburg, aus dem Kreuz MaEstrah-«°d in der Rittergafse abznsperr-n, ^*'°ir hs-E M g-fl Kenntnisnahme der betreffenden Anwahner aus diesem Gebiet« erscheint, und Beachtung verdient, zu wüstn, das Beste aber zu bebalten. Auf diesem Wege wird sie ganz sich.r dmu kommm, die Produkte der Maggi-Gesellschaft dauernd in ihrem Haushalte zu verwenden, zu ihrem eigenen und ihrer Sin- flSmö Maggis lösliche FrühstücksSuppen, Gemüse- nnd Kraitsovven Bouillonkapseln und — nicht zum wenigsten ^e .llbekannte Supp°nwürze bQ)U berufen, auf dem Ge bitte der DolkSernährung eine große Rolle zu lpielen umsomehr, a S dieselben fich neben ihrem großen Nutzen auch durch billigen 4> G^ßen, den 7. April 1900. Städtisches Gas« und Wafferwerk Gießen. 26Q9 Otto Berqen. a) schwere für das beste Paar: 1. Preis Mk. 60 zwei 2. Preise ä „ 40 „ 3. „ & „ 20 b) leichte für das beste Paar: 1. Dreis Mk.60 zwei 2. Preise L „ 40 „ 3. „ ä „ 20 empfehle Eier, leer uud gefüllt, Merspiele etttt Ar«, Gummibäüe, Keif- nub toettmlh Spiele, Lawn - T ennis-Spiele, beste zswn.Teiluis.Sch!ager uvd 'Kölle, Turnapparate, Ringschaukeln, Croquets. Sportwagen Kinder uud Puppe», starke Letter- u. Kastenwagen, Schubkarren, Kinderstühke, KuDmischkl Ikmii. UriMl-MKMl Samstag, »1. April, abends 9 Uhr, im Vereinshaus: | XI VII Ww W H V Ordentliche Generalversammlumg. Tagesordunng: 2646 1. ) Bericht über bas Geschäftsjahr 1899/1900 SBotlage des geprüften Rechnuvarabschluffes und Entlastung des Vorstandes. 2) Neuwah? des Vorstandes, der Revisoren zur PEung der laufenden Jahresrechnung, des Aufnahme- und Schulausschuffes Beratuna und Feststellung des Voranschlages für 1900/1901. 4) Etwaige Anträge der Mitglieder in Gemäßheit § 51 der Satzungen. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Prämiierungs-Plan. Mit dem am 11. April d. I. in Siefteu stattfiudeuden 48kerde- uud Äkobteumarkt wird eine Prämiierung verbunden. Zur Prämiierung können vorgesührt werden: Zum Markte gebrachte Pferde, 4 bis 9 Jahre alt, und zwar: Reitpferde, Wagenpferde, em- schließlich Jucker und Ponny, schwere und leichte Zugpferde und Fohlen. ^-breitsaesellschaft hierher fuhr, indem ihm kurz vor der 1 rtmirtkfaaft Rur Aue- ein vierjähriges, wertvolles ^^d Wich wahrscheinlich infolge eines Herzschlages, 0"‘mb8rWat, 6. April. Beim Ankauf van G°- f|üflel sollte man f-hr vorsichtig >°'v, um sich vor Schaden k.wnkrfln Tipt Knstwirt M. zu Obermöllrich netz | f e« waren 6 und 8 Wochen a te Kücken, zum Aiercgen, es »ui, Stück, gingen einige em. Brauch" »°n dem alten Geflügelbeftande, -'nschli-silich eft non dieser Zeit an viele unter KrankheitS- Lunaen ein Jetzt ist nun s-stg°st-lli. daß der ganze ,!flügelbestand mit Geflügelcholera behaftet ffü M. hat ... ouck den Ausfall der Eier von 70—80 Tieren für We^ju beklagen. — Der Landwirt JustuS Jäger seine^Frau Anna geb. Wittich in Uttershau en feierten gestern in seltener Körperfnsche die goldene H o ch z e i t. 1. Grupps Kkitpferde 1. Preis Mk. 70.- Städtischer Arbeitsnachweis Gießen ®arteuftro6e 2 «aaedol der Elrbettrrehmerr i Schneider, 1 Taglöhner, 1 Mechaniker« lehriingTi Kindermädchen, 1 Privatköchin, 1 Büglerin, 1 Näherin, 1 Stickerin. «udifrade der Ardettgeberr 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Weißbinder, 1 tild)tÄ^!?k?eunb Polsterer, 1 Wagner, r Nockarbeiter 1 Schuhmacher 1 Bau- fjreiner, 1 Fubrkneckt, 1 Kutscher, 1 Fahr bursche, 1 Hausbursche, 2 Kindermädchen, 2 Liiuffrauen, 1 Laufmädchen, 1 Dienstmädchen. Sehrlinaer 1 Friseur, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Mechaniker, 1 Sattler, 1 Kupferschmied! 1 Kellner, 1 Schirmmacker, 3 Schneider r Schreiner, Schuh- mafcet, mehrere Spengler gegen tägliche Vergütung, 1 Wagner. Bekanntmachung, • °et ®tt Ä»-^ten hi« Jitannt ’tntto, (»tot, b>. btt 31aZ.ii. °-d L !ne" wß .""Setrele, j. '?d°s Anatomie T: i ter» Gnoien tteitn, Biervei ’n bin Rllhffc htks ist vom g: at btt GrG Gießen die tücr ^Y, übertrogtr. -sanivaltsihi tunb Notars !chaft bei bemir wurde der $efe t Mr Reiht-VÄ- uz Starkes cessist DrAM chtsannvM^ >ei dem hi#, der flotir ängnt itiantwltfM be'v mr mürbe Ser Ge- 5 Mnshcim zur Oppenheim, an ir Karl ^ikolaO jt bei dem Amie- >er 9ted)tsanrooli smüvaÜschast bei sen, Kammer für MisgerickVom- z zur der istMam'/ die Fassung« t bet Provinz Lia«. , Am 22. Za« beschule zu Ctatbir, sein Nnchsuchen, rt Februar rourb?:.- i Fleschenbach 'M irkung vm 20. 5' assen. i. Erledigt sind, die LehrerM m ec Friedberg. iW nst Verb*; de LehierimmW Kreis LssenM' ■ DienM Mbl 'mast * am g W« W ,, bet WW*. (eines W". in Si* "* M W *' tts ®' , „ Ji»t «iS*. leiiwj *i» W «*' ->* ,j[t tvord^^'z^ |er®* N1* tbtt«111' Ssai- n. Zpeiselrartoffel« verkautt Chr. Haubach I 40—50 Ktr. Hrummet ,u petfaufen- Nah-r-r Nsuhlfsfftt, rA»."" Für die Prämiierung sind nachstehende Bestimmungen maßgebend: 1. Sämtliche zur Schau aufgestellte Tiere in Gruppe 1—4 Em ordnungsmäßig für die einzelnen Gruppen angemeldet sein. Nicht ange- meldete oder falsch angemeldete Pferde und Fohlen find vom Mit- 2. B^Är ^Vorführung von Zuchtstuten und Fohlen find Deck-, Geburts- bezw. Körscheine vorzuzeigen. . 3. Pferdezüchter, welche Mitglied des Landespferdezuchtvereins oder Mitglied des Landwirtschaftlichen Provinzialvereins find, erhalten bei gleicher Güte des Materials den Vorzug vor den übrigen Mitbewerbern. 4. Nach Beendigung der Prämiierung sind sämtliche prämiierte Tiere vor- 26681 zuführen und erhalten die Besttzer derselben die ihnen zuerkannten E ■■ 5 Der Ankauf der Ticre zur Verlosung geschieht von 10 Uhr vormittag» ab. AllCCeSCllUl©e 6* Die Tiere müssen vormittags um SV, Uhr zur Prämiierung auf. Sui” -Ä»24' WT; Ä“*Äa“.2»Ä- Unterricht in Hand- und Maschineunähen, ®cif ‘ ”"b ^“““änmetoimgcn ,ur Prämiierung können vorher bei Herrn O-konomierat Men und Stopfen, Kkeidermachen, Büge n »nd sonstigen Schlenke, Hardthof bei Gießen, oder am Markttage bis spätestens 9 Uhr Arbeiten, Brennen u. s. w. Auch findet w.eder ein Kursus zur «"•'PJ’" obengenannten Bureau erfolgen. Anmeldungen^tm^Pr^spette"beider Oberlehrerin 2684 Gießen, 7. Wril 1900 2660 ”nmd 3 * L. Möser, Kartenffraße 30. Di- Pr-rd-«ark.-kr°«miffi°^ Kermiffhtes. • Budapest, 6. April. Wegen Unterschleifen, bie im M i l i t ä r - M a g a zi n betrieben wurden, sind mehrere ünterofiziere verhaftet worden. Auch eine große I ,nz«hl Zivilisten ist in die Angelegenheit verwickelt. ♦ Ein Opfer der Berge. Franz Morgan, Gehilfe der melk oroloaischen Beobachtungsstation des Rainer-Schutzhauses Qm Obir, wird seit dem 29. März vermißt. Am genannten Jane stieg er von der Bogantschhube zum SchutzhauS empor. Sein Biktualienkorb wurde 10 Minuten unter dem Schutzhaus gefunden. Es besteht kein Zweifel mehr, baß er abgestürzt ist oder vom Schnee begraben wurde. Wetterbericht. Ein Depresstons - Zentrum liegt -uf dem 0jem, nordwestlich von Irland. Von »hm auS ragt niederer Druck mit einem fackiörmtgen Ausläufer nach Nordwest- und Mittel- bcuffchlimd herein, in welchem fich zwischen der Rhein- und Elbe- mürdung ein Tetlmintmum befindet. Niederer Druck behauptet sich ßerner im Süden Europas und weist ein sekundäres Zentrum im coestttchen Mittelmeerbecken auf. Ein schmaler Rücken relativ niedren Barometerstandes, der sich vom Südwesten über daS AlpeN' atfcltt nach dem Nordosten Europas erstreckt, trennt beide De- mVionSgebiet«. DaS Wetter ist veränderlich. NacktS find Nieder- Ichläge gefallen, im Flachlande als Regen, im Hochlande alS Schnee. D^rautsichiliLe Witterung: Unbeständiges, meist trübes Weiter mit zrttweijcn Niederschlägen. _ Handel und Verkehr. Uolkswirtschast »tetze«, 7. April. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnartt kosteten: Butter per Pfd. 1.60—1.15, Hühnneier per St. 0—0 H, 2 St. 11—13 Enteneier 1 St. 6—7 X Gänse« eier per St. 9-11 Käse 1 St. 5-7 H, Käsematte 2 St. 5-6 Erbsen per Liter 20 Linsen per Liter 30 Tauben per Paar X 1.06-1.20, Hühner per St. X 1.30-2.20, Hahnen per Stück X 1.30—2.20, Enten per St. X 2.00—2.50, Gänse per Pfund X 0.00—0.00, Ochsenflersch per Pfd. 68—74 H, Kuh. und Rrndfirifch per Pfd. 62—64 H, Schweinefleisch per Pfd. 60—72^, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 76 zÄ, Kalbfleisch per Pfd- «4—«« A, Hammelfleisch per Pfd 50-66 ^xrtoffeln per 100 ffo MO Ml 4.50 X, Weißkraut perSt. 00—00, Zwiebeln per «tr. X 8 00—8.50, Milch per Liter 16 4. Bilanz pro 1899 1790864 Sa. 192 774.66 2667 Ein gutgehendes Z-errreigeW m. AkaschenLlerausschanÜ u. ausaedehvln Ataschenvierhandtung ist per sofort in vermieten. Näheres in der Exped. d U Hochachtungsvoll 2653 Karl Beiz, Tapezier n. Dekorateur 01451 I. 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