v i'. ifl ' M W 1900 Sonntag den 8. April Erstes Blatt. Anrts- und Anzaigeblutt für den Ureis (ßkfeen Erzeuge *• Pfd. v.U^ W 16 M- . u . gingen, um dem Attentat beizuwohnen. Havas-Reuter veröffentlicht folgende Einzelheiten hinsichtlich der durch die Verhaftung Meerts eingetretenen Phase der Untersuchung. Meert nahm noch gestern im, Bolkshause an einer Probe zu Hauptmanns „Weber" teil, worin er eine Rolle spielen sollte. Es soll sich ursprünglich darum gehandelt haben, das Los zwischen den drei entscheiden zu lassen. Meert war ein eifriger Leser anarchistischer Zeitungen. Der Vater Meerts soll am Kommune- I Nagten gegen Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auSwärt- 20 Pfg. ‘fiw, Sdn„ -tHreife Wit tot Cin^Lehrer Sipidos schildert ihn im „Petit Bleu" alj ein Kind, das jede Ungerechtigkeit leidenschaftlich aufregte, ob sie nun ihn oder andere betraf. Dieser Eigenschaft des Jünglings hätten sich zweifellos diejenigen bedient, die zu feige waren, das Verbrechen selbst zu begehen, ^.em bisherigen Anschein nach sind die Anstifter ebenfalls unreife Burschen, die der jungen sozialistischen Garde ange- Adrrsse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher M. 51. Gratisbeilagen: Gießener Famüienblätter, Der hessische Landwirt Müller für hessische Volkskunde. Bezugspreis vierteljährl. Ml. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mi. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. fit. «3 tzrscheial täglich Dit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener AumilteuktLtter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess, s'andwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" vlchtl. 4mal beigelegt. Am 9. April vollendet Friedrich Franz, der minder« lähme Großherzog von Mecklenburg - Schwerin, fern 18. Lebensjahr, und wird großjährig. Von diesem Tage am wird er als Großherzog Friedrich Franz IV. deutscher Jundesfürst, doch wird Regent Johann Albrecht noch einige Zeit für ihn regieren. gegen eine Depesche der „Magdb. Ztg.", die ^.über den Empfang berichtet und in der es heißt: „Die Polizei entfernte eine große Zahl von Str.aßenplakaten, die Beleidigungen der Königin enthielten. Außer den öffentlichen Gebäuden sind nur wenige Häuser beflaggt. In den Straßen herrschte große Bewegung. Militär besetzte alle Straßen, welche die Königin passierte." Diese kurze Schilderung dürfte im Wesentlichen^ das Richtige treffen. Meßmer Anzeiger Hmnal-An;eiger Politische Tagesschau. Jedenfalls nicht ohne Absicht ist die Reise der Königin Bictoria nach Irland aus den 2. April verlegt worden, also aus den Tag, an dem gerade vor wo Jahren dl- Unionsakte beschlossen wurde, die am 26. Mai 1800 zur befinitioen Vereinigung von Großbritannien und Irland and zur Einrichtung eines gemeinsamen Parlamentes führte. Blickt Irland heute auf diesen Zeitraum zurück, so darf e* ihn mit Grund als ein Jahrhundert voller Unrecht bezeichnen. Das blühende Land ist unter der Herrschaft der englischen Großgrundbesitzer, die, in London ihre Rente verzehrend, den Pachtschilling der irischen Bauern ständig erhöhten, immer mehr verarmt. Die Bevölkerung hat sich fast um die Hälfte vermindert, und der Bauer hat in manchen Distrikten, wo er die Pachtsumme und die fast unerschwinglichen Steuern nicht mehr aufbringen konnte, verzweifelt einfach Haus und Hof im Stiche gelassen und bat seiner Heimat den Rücken gekehrt. Diese Bilder erschreckender sozialer Not wird die Königin in Dublin nicht tu sehen bekommen, das irische Volk aber wird sich durch den Besuch der Königin und die letzten gelegentlichen Gunsterweisungen nicht darüber täuschen lassen, daß die Irländer nach wie vor in London nur als Engländer zweiter Klaffe gelten. Der Rassengegensatz zwischen dem englischen und dem irischen Volke lebt selbst unter den irischen Elementen, die durch Generationen bereits in England ansässig sind, weiter fort und bricht, auch wenn er künstlich überbrückt ist, doch immer wieder hervor. Die Bevölkerung Irlands selbst sieht jedenfalls dem Besuche der Königin mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Zwar dürfte es nicht zu feindlichen Demonstrationen kommen, denn eine Lady wird der Irländer nicht beleibten. Aber kühl sehr kühl dürfte die Stimmung des Volkes fein, höchstens in Dublin werden außer den dort ansässigen Engländern und den bekannten schaulustigen Elementen, die jedem fremden Gast zujubeln, nur bie Kreise sich zu legend welchen Kundgebungen veranlaßt fühlen, die von dem Fest- trnbel irgend welche geschäftliche Vorteile erwarten. Hinsichtlich der über die Ankunft der Königin m Dublin vorliegenden Berichte ist man natürlich in einer gewissen Verlegenheit. Weiß man doch, daß sie aus der Feder englischer Berichterstatter stammen, die verpflichtet find, den Londoner Lesern ein möglichst farbenprächtiges Bild von dem Empfange zu geben. So sprechen denn auch die offiziellen Meldungen nur von einer einmütigen Begeisterung der irischen Volkes. Sehr verschieden davon lautet da- Ueber das gestrige Verhör Sipidos ist mitzuteilen, daß er nach eindringlichen Ermahnungen, die seine Eltern in Gegenwart des Untersuchungsrichters an ihn richteten, sich entschloß, ein Geständnis zu machen. Sipido gab an daß er am Montagabend mit drei anderen jungen Leuten im Bolkshause zusammen gewesen sei. Er nannte dabei einen Schuhmacher Meert in St. Gilles. Sipido berichtete eingehend über die Wette von 5 Frcs., die Anlaß gab, daß er auf den Prinzen schoß!! Meert, ein 17 jähriger Bursche, wurde sofort im Vorort St. Gilles verhaftet. Er hat dem Sipido für 3 Frcs. einen Revolver verkauft. Er erkannte die von Sipido gemachten Angaben an, behauptete jedoch, Sipido nicht aufgefordert zu haben, sondern dieser habe selbst gesagt, er wette um 5 Frcs., daß, er a,uf den Prinzen schießen werde. Weitere Erklärungen waren von Sipido nicht zu erreichen, jedoch ist nunmehr bekannt, daß mehrere Personen mit ihm zum Bahnhofe ft w«20 % Tabat wÄ1 rfl hü*1®]«, «t * r göl»eI °°n »nz.ig.n zu b.r „-.chminog- für »«n "gmM Zag rtlcfeinenbcn Rumm-r in- »arm. 10 U»r. Abbestellungen fpätefienS abends vorher. ft. 11 ft, > , 16 . o , 15. lanmei Pst. von 18 ft* »tpOM ßfb. von 45 Wa ir.relo.W pH ft » * 5,4*' Ariedrich Iran; IV. von Mecklenburg. et W« 62 % Der Schreibsachverständige, Sekretär Altrichter, hat zunächst die Urschriften der beiden Depeschen, die an Gönczi selbst, und an den Hausverwalter Schlecht gerichtet waren, verglichen. Er begutachtet, daß der Augenschein lehre, daß beide Depeschen von einer Hand herrührten. Er kommt zu dem Schlüsse, daß die Urschriften der beiden Depeschen von der Hand des AngeUagteu herrühren — Präs.: Was sagen Sie dazu, Gonczi? — Gönczi: Bitt' schön, Herr Präsident, ich hab' mx geschrieben. -Präs.: Ihre Fran hat aber doch auch ^hre Handschrift anerkannt. — Gönczi: Bitt schon,^Herr Präsident, so a Frau kann darüber gar mx wissen. Sehen Sie, mancher Mensch schreibt wie der andere, ich will ^hnen 15 bis 20 Mal hintereinander einen und denselben Namen schreiben und er soll jedesmal anders ansschaun. ^a, aus Handschriften darf man nix geben! . Der Möbelhändler Franz Stiller kennt Gonczi schon sehr lange, er hat ihm Sachen aus Abzahlung geliefert, Gönczi zahlte pünktlich 45 Mark monatlich ab. Zeuge hat dann Gönczi die Einrichtung für den Laden in der Kömggrätzer Straße und das Hinterzimmer geliefert, wobei Gönczi sagte, das solle nicht für ihn, sondern für einen gewissen Loewy aus Brüssel eingerichtet werden. Die Rechnungen wurden denn auch auf Herrn Loewy, Brunel, Boulevard 2, ausgestellt. Gönczi hatte den Loewy als Schnhwarenhändler bezeichnet. Gönczi ist dann eines Tages gekommen, und hat erst gesagt: „Der Briifieler sei gestorben", dann aber habe er gesagt, der Brüsseler sei gekommen und habe Geld gebracht, und er habe ihn dann I mit den Brauhaus-Aktien und mit den Saskaer Kohlen- obliqationen bezahlt. Er sei mit Gönczi zum Bankier gegangen und habe dort den Kurs der Brauhaus-Aktien festgestellt und gleichzeitig vom Bankier erfahren, daß die Skaskaer nichts wert seien. Der Zeuge hat den Loewy nie gesehen und bestreitet, daß dieser im Zimmer hinter I dem Laden gewohnt haben tönne, da es gar kein Bett enthielt. — Gönczi verwahrt sich sehr lebhaft dagegen, I daß er vom Zeugen Geld auf Wechsel geborgt habe. Er habe alles, was er Stiller schuldig sei, bezahlt, und dieser habe bei seiner Abreise nichts mehr von ihm zu fordern I gehabt. Der Zeuge erklärte, daß die Wechsel ja noch vor- I Händen sein müßten. — Herr und Frau Dr. Schlesinger I als Zeugen vernommen, glauben, den Gönczi noch am Abend des 18. August (Mittwoch) im Hause Königaratzer I Straße 35 gesehen zu haben, können aber mit Sicheret I nicht sagen, ob es der Mittwoch war. Sie waren un xte* griff ins Theater zu gehen, und begegnten dabei Gonczi. - Gönczi: Das ist ganz richtig. Ich hab> bie schäften noch gegrüßt. Es war, wie Loewy a I Hannover zurückgekehrt war, da war ich m — Staats- ’niat nach der Kömggrätzer Straße gegangen. bie I anwalt Plaschke: Tas kann nicht s^^ ■ Unge- I Herrschaften ins Theater 6ingem $ug au§ Han- cyijliicyer Teilungen. L^er -oarer '^ceerrs jvu am 5tummunt= i uuyivn bvyc;i 7 Uhr ge on 9 af)Cr per Loewy soll aufstand teilgenommen haben. Er hat in seiner Wohnung ' nover kommt aber mch i T eine Waffensammlung, der der Sohn wahrscheinlich den Revolver entnahm. _ . Wie verlautet, ergaben die letzten Feststellungen, daß Sipido infolge der Beeinflussung älterer Freunde, unter deren Einfluß er stand, handelte. Sipido wollte, als der Zeitpunkt herannahte, den Gang nach dem Bahnhofe Nicht machen. Der Vater erinnerte ihn an den Bries aus, dem Volksbause. Der Sohn wagte nicht einzugestehen, daß der Brief eine Vorspiegelung enthalte. Als sipido sich aus der Wohnung der Eltern entfernte, traf er die Genossen, die ihn nicht mehr verließen. Er weigerte sich trotz, ihres Drängens, auf den P r i n §e n |u f eu ^r n , als dieser sich aus dem Bahusteige erging. Als seine Genolsen ihn verhöhnten, stürzte er sich auf den abgehenden Zug und ^n^Si'pido nannte heute auch den Schreiber des Briefes an seine Eltern, der es ihm ermöglicht^ am Mittwoch das elterliche Haus zu verlassen Der Brief- schreiber heißt Decker und wohnt m Uccle bei Brussel. l£r wurde nachmittags verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Decker erklärte: „Ich schrieb den falschen Brief im Volkshause zu dem Zwecke, um dem I Freunde einen Ausgang zu ermöglichen, ^zch wußte nichts von der Absicht Sipidos". Decker wurde wieder frei- id. ä 96 Ps, P.W. 28! p.$|b. 26. . . 29 tbfen, ,6.14 . ..14, Das Attentat ans den Prinzen von Wales. Brüssel, 6. April. Ein Berichterstatter des „Figaro" hat die Eltern Sipidos ausgesucht. Er fand sie in einem jauberen Arbeitshäuschen. Die Frau bereitete gerade das Abendessen und der Mann, ein robuster Fünfundvierziger, war eben heimgekehrt. Der Berichterstatter teilte das Geschehene nut u,nb die Leute, die noch von nichts wußten, waren außer sich von Sckimerz und Betrübnis. Die Frau warf sich auf den Boden und weinte; der Mann wollte die Nachricht zuerst nicht glauben. „Das ist unmöglich", sagte er; „das hat mein Sohn nicht gethan; ein anderer hat seinen Namen angenommen! Wie sollte ein so stiller und ordnungslieben- «gelassen. , „ n m m der Junge, der niemals ins Wirtshaus geht, so etwas Dr. Leyds richtete ein Gluck wünschte le gramm gethan haben! Vom Prinzen von Wales haben wir nie an den Prinzen von Wales und machte in wj etwas gehört, wir nicht und er nicht! Der Prinz hat ihm gleüung seiner Sekretäre emen Besuch bei dem hiesigen nichts gethan!" Die Frau sagte bann nut vom Wernen | englischen Gesandten, Sir F. R. Plunkett, der ihn sehr unterbrochener Stimme: „Wenn er es ist, dann ist er dazu I höflich empfing, und den Schritt des Gesandten der feind^ , verleitet worden! Er, unser bester Sohn, der seinem Vater tid)en Macht höchlichst würdigte. Dr. Leyds ist dann h^lf — es kann nicht wahr sein!" Sck)ließlich mußten sie kurzem Aufenthalt nach Paris gereist. Auch der belgisch« es aber doch glauben, und der Vater rief schmerzvoll aus: Thronfolger stattete gestern dem englischen Gesandten einen. Ich wollte lieber, daß alle meine Kinder — und ich habe I langen Besuch ab. deren neun — tot wären, als eine solche Schanibe zu er- I__. — XäeÄ® um . DasEhePaav Gönczi vor den Geschworenen, unsere Kinder gut erziehen zu können! Er hat niemals I Berlin, 5. April. I einen Revolver in der Hand gehabt und hätte einen solchen I nicht handhaben können. Und wo sollte er das Geld her- qenommen haben, um sich einen zu kaufen? Er verdiente I nur zwei Franken die Woche, wenn er tüchtig gearbeitet I hatte." Der Berichterstatter bemerkte, der Junge sei ohne Zweifel verführt worden. „Gewiß", erwiderte der Vater, I man wird ihn trunken gernackft und aufgereizt haben. I Wir erwarteten ihn zum Abendessen. Nachmittags ging er I ins Volkshaus, um dort einen Freund zu treffen, der ihm I eine Stelle versprochen hatte, denn wir können nicht alle unsere Kinder zu Klempnern machen. Er zog seme Sonntagskleider an und wollte um 7 Uhr zurück sein. Und jetzt I ist er verhaftet. O Gott, habe Mitleid mit uns!" Die Frau I warf sich dann vor ein Kruzifix nieder und weinte herzzerreißend. Die Familie ist eine durchaus ehrbare Arbeiterfamilie, darüber ist im ganzen Quartier nur eine stimme. I Der Manu hta sich nie mit Politik ober mit Sozialismus bescha.t'gt Der Attentäter, Jean-Baptiste, ist oas brUe Kind; das jüngste ist erst zwei Jahre alt.. Der Vater Sipidos befand fiui früher wegen Geisteskrankheit in ärztlicher Be- gmüicher $ttL Gefunden: Geld und 1 Weste. Gießen, den 7. April 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. ja außerdem mit dem Angeklagten ein Zusammentreffen im Pschorrbräu gehabt höben. Uhrenhändler Rein icke, der folgende Zeuge, bekundet, daß Gönczi sein Kunde gewesen sei und von ihm als pünktlicher Zahler geschätzt wurde. Er habe deshalb auch kein Bedenken gehabt, ihm eine goldene Uhr nebst Kette auf Abzahlung anzuvertrauen und ebenso eine Pen- dule. Ter Gesamtpreis betrug 520 Mark. Gönczi war nicht so pünktlich mit den Abzahlungen gewesen, wie er versprochen habe. Am 11. August 1896 sei Gönczi in aufgeregtem Zustande in den Laden gekommen. Ter Zeuge habe die Gelegenheit wahrgenommen, den Angeklagten um eine Abzahlung von 100 Mark zu bitten, da er demnächst eine «größere Zahlung habe. Gönczi habe erwidert: „Warten Sie nur noch kurze Zeit, ich mache eine größere Erbschaft, dann zahle ich alles." Der Zeuge wisse genau aus seinem Geschäftsbuche, daß es am 11. August gewesen sei. — Präs.: Gönczi, warum versetzten Sie die Uhr? — Ange k l.: Bitt' schön, Herr Präsident, weil ich mich hab' geärgert über die Uhr." Handelsfrau Adeline Mohr ist durch Zufall mit Gönczi bekannt geworden als sie einmal in einer Stehbierhalle in der Potsdamer Straße ihre Waren anbot. Gönczi habe ihr von seinem Bier angeboten und ein Gespräch begonnen. Er habe gesehen, daß sie zwei Trauringe trug und gesagt, er sei auch Witwer, seine Frau sei im Kindbett gestorben, und sie könnten ja öfter miteinander ausgehen. Dies sei aucl) geschehen, und sie haben sich mehrfach getroffen und Rendezvous abgehalten. Die Zeugin erzählt eine langatmige Geschichte, aus der hervorzugehen scheint, daß der Angeklagte ihr die Ehe ver-. sprachen habe. Er habe eines Tages auch von ihr er--- fahren, daß sie wegen großer Schlaflosigkeit und Nervosität von Zeit zu Zeit zu Professor Mendel gehe und von diesem Schlafpulver erhalte. Gönczi, der ihr seinen Namen genannt, habe sich sehr lebhaft danach erkundigt, wie die Wirkung eines solchen Schlafpulvers sei, er habe ein ander Mal, als sie ihm erzählte, daß sie einmal überfallen worden sei, sich wieder genau nach den Einzelheiten erkundigt und dann, als er hörte, daß sie eine Erbschaft zu erwarten habe, ganz genau sich orientiert, wie hoch sie sei, wann sie angetreten werden könnte rc. Der Schlußeffekt der Erzählung, die der Angeklagte mit heiterem Gesicht anhört, geht dahin, daß die Zeugin schließlich den Verkehr mit Gönczi aufgegeben habe, weil sie es doch für richtiger hielt, sich nicht wieder zu verheiraten. — Gönczi erklärte unter schallender Heiterkeit des Publikums: Ich kenne die Frau überhaupt nicht! — Auf Befragen des Rechtsanwalts Dr. Fränkel giebt die Zeugin zu, daß sie einige Jahre vorher einmal in einer Irrenanstalt gewesen sei. Sie habe dies Gönczi auch gesagt. Berlin, 6. April. Nach der Eröffnung der Sitzung teilte der Verteidiger Dr. Fränkel mit, daß ein Herr an ihn herangetreten sei, der ihm gesagt habe, daß ihm ein L^einhändler Loewy bekannt sei. Dasselbe hätte ihm zwei andere Personen mitgeteilt. Er beantrage, diese Personen zu laden. Zunächst wird heute nochmals der Möbelfabrikant Stiller, sowie dessen Sohn über die Waren, die sie dem Angeklagten geliefert, vernommen. Alsdann folgt die Vernehmung der Zeugiin Frau Menge, die am 18. August abends, als Gönczi abrciste, in dem Wartesaal 2. Klasse des Bahnhofes Friedrichstraße dem Angeklagten, seiner Frau und der Rafalski längere Zeit gegenüber gesessen hat. Ein fremder Mann habe, so sagt die Zeugin aus, sich nicht in- der Begleitung Gönczis befunden. Eine ganze Reihe weiterer Zeugen, die dem Ehepaare auf seinen Fahrten begegnet sind, haben gleichfalls keinen Mann in dessen Gesellschaft gesehen. Es wird alsdann die Frau des Schankwirts Hinz vernommen. Auch sie sagt aus, sie hätte niemals einen Weinhändler Loewy gesehen. Frl. Klara Schultze, die mit Loewy ein Liebesverhältnis gehabt haben soll, habe niemals in der Hinzeschen Restauration Zusammenkünfte mit einem Herrn gehabt. Hierauf erläutert .Sanitätsrat Dr. M i t t e n z w e i g, unter Vorzeigung der Schädeldecken der Ermordeten den Geschworenen, die Artz der Verletzungen, die darauf hindeuten, daß der Thäter wahrscheinlich mit einem Handbeil mehrfach hintereinander zugeschlagen hat. Der Angeklagte sieht lächelnd zu und erwidert auf die an ihn gestellten Fragen: „Ja, was weiß denn i? Ich hab's doch nicht gethan, bitt' schön". Auf die Frage des Dr. Fr ä n ke l, ob die Verletzungen auf große Kraft hindeuteten, erwidert Dr. Mittenzweig mit: „Ja". Zugleich untersucht er die Muskulatur Gönczis und bemerkt, Gönczi habe wohl die Kraft dazu besessen. Es entspinnt sich nun eine längere Auseinandersetzung über die Frage des Leichengeruchs zwischen Staatsanwalt, Verteidiger und Sachverständigen, worauf die Vernehmung des Landgerichtsrat Herr folgt, der die Voruntersuchung geführt hat. Er erklärt unter seinem Aide, daß die Be-, Häuptling des Angeklagten, ihm sei das Wort abgeschnitten, eine dreiste Lüge sei. Gönczi sei von vornherein als vollendeter Schauspieler aufgetreten, der von nichts wisse. Er, Zeuge, habe den Ausdruck „Maul halten!" Gönczi gegenüber niemals gebraucht. Aufgefordert schildert Gönczi nun seine Verhöre beim Untersuchungsrichter, wobei er behauptet, es sei nicht alles ausgeschrieben worden, was er gesagt habe. Wenn er ein Mörder sei, dann würde er es längst eingestanden haben. Seit 5 Monaten sitze er in Eisen; wenn er esse, müsse er mit dem Mund in die Schüssel, wie ein Hund. Sei denn das nicht eine Schande! Bei dieser Schilderung bricht die Frau des Angeklagten in lautes Weinen aus. Es gelangt sodann ein am 20. Februar d. I. aus Brasilien eingetroffener Bries zur Verlesung, in dem ein Louis Schulz mitteilt, er habe dem Gönczischen Ehepaar einen Mord in Berlin verübt. Untersuchungen haben ergeben, daß diese Mitteilung völlig haltlos sei. Bei der Vernehmung der Zeugin Stiller wird Gönczi in ein scharfes Kreuzverhör genommen, weil er gestern behauptet hatte, er sei mit Loewy häufig bei Stiller gewesen; heute bestreitet er dies aufs entschiedenste. Es werden dann die Zeugen vernommen, die Loewy gesehen haben wollen. Schlosser Lucht kennt Loewy, hat ihn aber nur ein einziges Mal gesprochen. Die von dem Zeugen gegebene Beschreibung Loewys paßt aber nicht auf die von Gönczi gegebene Per- fonalbesckneibung. Ebenso ist es auch bei den anderen betreffend Loewy verhörten Zeugen. Die Verhandlung wird morgen früh 10 Uhr fortgesetzt. Biickensderfer Schreibmaschine. MWW Weitaus bestes System Höchste Auszeichnung: [Chicago 1893. Goldene Medaille: Solingen 1896. Goldene Medaille: Moulins 1896. Goldene Medaille: Rouen 1896. Goldene Medaille: Omaha 1898. Kein Farbband, direkte Färbung. Die Maschine wird u Automatische Herstellung der Wort-Zwischenräume. 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Ein geheimnisvoller Zauber durch-- webt in der gegenwärtigen Osterzeit die Natur, die aus kalter und toter Winternacht sich seit den letzten 24 Stunden sichtlich zum milden und Hellen Sonnenglanz des Lenzes verjüngt. Dieser Zauber kommt in einer großen Anzahl von symbolischen Spielen zum Ausdruck, am deutlichsten in den Eierspielen. Das Ei war von jeher das Sinnbild entstehenden und erwachenden Lebens. Nack) alten Sagen ist die Erde aus einem Ei entstanden. Die Aegypter sahen im Sonnenvogel Phönix die Verkörperung der stetig wieder- kehrenden Zeit. Sobald er das Alter von fünfhundert Jahren erreicht hatte, verbrannte er sich selbst, um aus der Asche neu belebt und verjüngt erstehen. In seinem Neste sand man ein rot und goldig gefärbtes Ei, das den Glanz der auf- und untergehcnden Sonne darstellte, Jpie brahmanischen Erzählungen über die Weltschöpsung wi))en zu berichten, daß das ewige Wesen durch einen Gedanken das Wasser geschaffen und dieses mit dem Urzeugungsstosse vermischt habe. Aus diesem Gemisch sei ein Ei entstanden, in dem sich Brahma entwickelt habe. Nach einer Vollendung sei die Schale in zwei Hälften gesprungen, aus denen' Himmel utzd Erde entstand. Von vielen Völkern wurde das Gi schon in grauer Vorzeit zur Verschönerung der Früh- lingsfeste verwendet, eben auch als Sinnbild der^erwacheu- den Natur. Wenn die Sonne von Tag zu Tag höher steigt und ihre majestätische Kraft immer mehr Leben weckt, dann wurden auch schon im alten Rom und von slawischen Völkern Eierspiele' veranstaltet. In Freidanks Gedicht Bescheidenheit, das wahrscheinlich im Jahre 1229 entstanden ist, werden bunte Eier für Kinder erwähnt- Heute bemalt man sie teils mit Scherzfiguren, teils nut einfachen Farben. Diese letzteren erinnern uns daran, daß sich die Natur nun wieder mit den mannigfaltigsten; Farben schmückt, die sich um so schöner ausnehmen, wenn der launische April den letzten Reif und die letzten Schneeflocken auf sie herniederstreut. Hoffentlich ist's aber jetzt damit vorüber! Das Verstecken der Ostereier kann doppelten Ursprungs sein. Des Frühlings liebliche Kinder wollen auch noch im Verborgenen gesucht sein, oder sie erinnern an das Suchen des Grabes Christi. Häufig werden Eier- kampfspiele veranstaltet, die dem Kampfe zwischen Lenz und Winter abgelauscht sind; heute schmückt sich die Flur mit blaueu Veilchen und buntem Krokus, morgen kann sich schon wieder ein weißer Hermelin darüber decken, und alle die Blumendüfte verwehen. Der Osterhase ist eine mythologische Figur, die namentlich in unserer Kinderwelt eine große Rolle spielt. Die Kleinen legen ihm alle Wunsche und Hoffnungen ans Herz, ähnlich wie zu Weihnachten dem Christkindlein. Der eierlegende Osterhase war als Sinnbild der Fruchtbarkeit der Ostara, der Frühüngsgottin, geweiht. D a r m st a d t, 6. April. L i e b e m a ch t b 1i n d. Das Ladenmädchen Christine Buckgesch war hier bei einem Kaufmann in Stellung und berichtete dessen Tochter, daß em junger Kaufmann sich in sie, die Tochter, leiden)chastlich verliebt habe. Die Angebetete war hierüber sehr glücklich und nahm durch Vermittelung des Ladenmadck^ns Liebesbriefe von dem jungen Manne an, deren 3nlwi® immer glühender wurde. Bald aber wechselten die Ergüsse mit dem Ersuchen um alle möglichen Gegenstände ab, für das die sonderbarsten Vorwände angegeben wurden. Eno- lich enthielten die Briefe gar unter leidenschaftlichen Klagen die Bitte um Geld. Tie Kaufmannstochter gab den Bitten willig Gehör und schickte, immer durch die Vermittelung des Ladenmädchens, nach und nach über 150 Mark Geld und außerdem Gebrauchsgegenstände, die weit über 200 Mark wert waren. Selbst eine gebratene Gans fand den Weg zu dem Geliebten, ebenso Damenwäsche, ine für die Aussteuer durch den jungen Mann aufbewahrt werden sollte. Tas Liebesglück nahm em jähes Ende, als die Kaufmannstochter ihren angeblichen Liebhaber eines Tages auf der Straße traf, und mit ihm über ihr Verhältnis Rücksprache nahm. Der ahnungslose junge Mann fiel vollständig aus den Wolken, als er hörte, um was es sich handle. Jetzt wurde ermittelt, daß jenes Ladenmädck>en! die ganze Liebesaffaire erdacht hatte, um für sich Kapitals daraus zu schlagen. Tie Briefe hatte sie, wie sie gestand. aus einem Briefsteller für Liebende entlehnt. Die Be- ttügerin wurde nun zur Anzeige'gebracht und erhielt von der Strafkammer sechs- Monate Gefängnis zudittiert. Darmstadt, 6. Aprü. Wie lesen in der „Franks. Ztg.- folgende kaum glaubliche Meldung, deren Verantwortung wir dem genannten Blatte überlassen: „'Der hiesige Musik- öer ein hatte auf nächsten Sonntag einen Herrenausflug in die Bergstraße beschlossen, um sich an dem Erwachen bet Natur zu erfreuen. Die Rechnung war aber ohne den Wirt gemacht. Das Oberkonsistorium stellte den Verein vor die Alternative, entweder den Ausflug zu unterlassen oder auf die Benutzung der Stadtkirche für das am Karfreitag von besagtem Verein in dieser Kirche abzu- haltende große Konzert (MatthäuS-Passion) zu verzichten. Wir erwähnen noch, daß der Musikverein, dessen florierte unter der Leitung des Hofkapellmeisters de Haan sich auch auswärts großer Anerkennung erfreuen, auS Musikliebhabern jeder Konfession zusammengesetzt ist. Heber die Stellungnahme des Vereins zu diesem Eingriss ist uns noch nichts bekannt." Darmstadt, 5. April. Am Mittwoch fand die General. Versammlung des Hessischen Landesvereins für Toten-Einäscherung statt. Der Vorsitzende gab einen Heberblick über den gegenwärtigen Stand der Toten-Ein- äscherung in Europa, besonders in Deutschland. Bei dem Bericht über die Thätigkeit des Vereins in den letzten Jahren hob der Vorsitzende die Verdienste des Ministeriums Rothe hervor um die endliche gesetzliche Regelung der Toten-Ein- äscherung in Hesien, die bis dahin von dem Verein in 14jähriger Arbeit vergeblich erstrebt war. Nun steht der Verein vor der neuen, schwierigen Aufgabe, den Anhängern der Toten-Einäscherung in Darmstadt ein würdiges Kre. matorium zu schassen. Die Stadt hat einen geeigneten Platz im Anschluß an die Ostseite des neuen Teiles des Friedhofes zur Verfügung gestellt und sich bereit erklärt, das Krematorium in städtischen Betrieb zu übernehmen. Weiterhin ist städtischerseits eine pekuniäre Hnterstützung in Aussicht gestellt, vorausgesetzt, daß der Verein den Hauptanteil des nötigen Baukapitals aufbringt. Da der Verein unter der Wirkung des Bürgerlichen Gesetzbuches „eingetragener Verein" werden soll, so war eine Aenderung der Satzungen notwendig. Der Entwurf wurde genehmigt. Da der Mainzer Verein sich dem allgemeinen Verbände der deutschen Feuerbestattungsvereine angeschlossen hat, so hat sich die aus dem Darmstädter, Mainzer und Ober-Jngel heimer Verein bestehende „Freie Bereinigung" deutscher Vereine aufgelöst. Der Hessische Landesoerein hat von einem Anschluß an den Verband abgesehen, um sich ganz der Erbauung eines Krematoriums widmen zu können. Nach Auflösung der „Freien Bereinigung" kann auch die bisher in Darmstadt herauSgegebene Zeitschrift „Phönix" nicht weiter erscheinen. Es wurde beschlossen, die Berliner Zeitschrist „Flamme" zum VereinSorgan zu wählen und kostenlos sämt« lichen Vereinsmitgliedern vom 1. Juli ab zuzustellen. ES wurde beschlossen, demnächst bei allen hiesigen Mitgliedern eine Liste zirkulieren zu lassen zur Zeichnung von Garanlie- scheinen, und weiterhin persönlich eifrig für die Sache zv wirken. Von mehreren Vorstands- und Vereinsmitgliedern wurden über 1000 Mk. Anteilscheine gezeichnet. Offenbach, 5. April. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde mit allen gegen 9 Stimmen und 2 Stimmenenthaltungen der sozialdemokratische Protest „gegen die wiederholte Verletzung der in der Städteordnung gewährleisteten Rechte der Stadt« verordneten durch den Oberbürgermeister" zum Beschluß erhoben, mit dem Hinzufügen, daß das Vertrauen in die Hnparteilichkeit der Geschäftsführung des Oberbürgermeisters völlig erschüttert sei. Die Versammlung beschloß ferner, daß alle städtischen Bekanntmachungen der „Offenbacher Zeitung" und dem sozialdemokratischen „Offenbacher Abendblatt" zu gleicher Zeit zum unentgelt« lichen Abdruck zu übermitteln sind. — In der jüngsten Sitzung des Kreistages erörterte man u. a. auch die schwebenden Unterhandlungen zwischen dem Frankfurter Magisttat und dem Kreis und der Stadt Offenbach über den Bau einer zweiten Straße zwischen den berben Städten. Es wurden Kundgebungen des Frankfurter Magistrats verlesen, der bereit ist, eine unwert der Preußischen Grenze von der Offenbacher Landstraße ao- schweifende Straße nach Sachsenhausen aus eigene Kosten zu bauen, falls zugleich eine Einigung über den Bau einer anderen Straße auf der rechten Mn feite erzielt umd. Diese Straße soll von einer unterhalb des Offenbarer Hafens zu erbauenden zweiten festen Brücke ausgehen, dem Mainufer folgen und hochwasserfrei gelegt werden. Der Kreistag erklärte sich bereit,; auf Grund der vorgelegten Pläne weiter mit dem Frankfurter Magistrat zu unterhandeln. m . . A Hausen bei Offenbach, 6. April. Bei der vorgestrigen Bürgermeisterwahl wurde unser bisheriges Gemeindeoberhaupt Becker mit Stimmeneinhelligkelt auf neunjährige Dauer wiedergewählt. Er steuert schon sm 18 Jahren mit kundiger Hand unser Gemeindeschlfflem. Die einstimmige Wiederwahl wurde in verschiedenen Wirt schäften festlich begangen. △ Aus d-m N°dg°u, 6. April. D-r Maurer P-'-r Hebeisen aus Jügesheim stürzte zu Offenbach wahrer- der Arbeit von einem Neubau und war augenblicklich ernt Leiche. An der zu Jügesheim erfolgten Beerdigung^ feier beteiligten sich auch die Offenbacher Arbeitgeber dtt Verunglückten und legten Kränze an der Bahre des braven Mannes nieder. Hebeisen hinterläßt eine Witwe mit 5 unmündigen Kindern. 8 3e86et(j, 6. April. Som Tode des Ertrinken» hat der hiesige Kaufmann L. Ä. einen Korbmacher g-rett.b der aus einem Orte in der Nähe TrAaS h-rstamm . Ti- Mann war mit Weidenschneiden beschastlgt, und fiel, wen ; MckM UMckME» MiMch 1« * iimro.ilM l. lihqahll n*. Sich, am 6. Af ftttV । Ej« 1 ■, M 3®" ää «eeceuiS Ju i«N 1 * Ml j geil'»» i" « n L M Oft SwMS* JT 20311. ii i Hilft Mittwoch i 1900, formst, gmnb, sollen MduM in her Md, Maloch, tz : versteigest werden 177 83 'JMßämw 453 Wn-eHao 38! 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Wyß, in Davos nach längerem Leiden. — Berschiedencsr Dem Geh. Justizrat Pros. Dernburg in Berlin, der sein goldenes Doktorjubrläum gefeiert hat, ist der Stern zum Kronenorden 2. Klaffe verliehen worden. — Wie die Deutsche Medizinische Wochenschrift mitteilt, wird die VII. Versammlung süddeutscher Laryngologen am 4. Juni in Heidelberg stattfinden. — Man schreibt uns: Vom 18.—21. April wird zu Wiesbaden unter dem Vorsitze des Profeffors Dr. R. von Jaksch der 18. Kongreß für innere Medizin tagen. Als Verhandlungsgegenstände, für bte Autoritäten ersten Ranges die Referate übernommen haben und welche bedeutendes aktuelles Interesse haben, stehen auf dem Programme: Dre Behandlung der Pneumonie (Referenten: v. Korünyi (Buda-Pest) und Pel (Amsterdam)-, die Endocarditis und ihre Beziehungen zu anderen Krankheiten (Referent: Litten (Berlin). An Einzelvorträgen nennen wir noch: Schott (Nauheim): Influenza und chronische Herzkrankheiten, und Sonnenberger (Worms): Beiträge zur Aetiologie der akuten Verdauungsstörung insbesondere der Cholera nostras des Säuglingsalters. 177 83 453- 38L 19» 136 2 8 96 167 34 1850 8495 1095 75 28 6 Bemerkt wird, daß sich vieles von lerfleigert werden: Eichenstämme mit 16,94 fm, Nadelstämme mit 11,91 fm, Kursbericht m J. Kurz & Co., Hießen, WifMt k° Backsteine, Feldbrand, prim > Qualität. Nahe und gute Abfahrt. Auch können solche an die Baustelle geliefert werden. Xonfirtnafld8ti-hziige Markus Bauer,. Kirchenplatz II. Kunst-Ausstellung. ausatellung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 UM ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitgheder an Werktagen bOPIg-j an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg. Sättel und unter dem Kinkausspreis zu verkaufe«. Friedr. 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Die Strafkammer verurteilte gestern nach zweistündiger Verhandlung den 25 Jahre alten, der That geständigen Tagelöhner Balthasar Fink II. aus Watzenborn wegen gemeinsamer Wilderei bei Nachtzeit zu einem Monat Gefängnis. Dessen 40zähnger Genosse, Wasenmeister Heinrich Koch von Watzenborn, der zugestand nur einmal mit Fink nachts auf dem Anstand gewesen zu fern — man war dabei arg betrunken und hat überhaupt kein Wild zu sehen bekommen — erhielt wegen gewerbsmäßiger Wilderei 6 Monate GAngms Koch bestritt in der Verhandlung ganz entschieden, öfter dem Wild nachgestellt {Meine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar- aJ»; (cXrhitfer des Wilhelmgymnasiums in G- «f’s u® i"l!wfyti- 'tinigung'' btulffyt min^toon einem fif ganz btt Lt- inen. Nach Ich ich W Mn in "onit“ nicht totittt Bitte MM nnb WM >v ab MMen. 5 yichtztn Mitglied- hnung von @araü : g für dir Sache id VereiMitglieder: Sßroctnt 41/, Oesterr. Silberrente Ung. Gold-Rente Qrsierr. Gtaattbahn v. 1885 82.50 Jtal. staatSgar. 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Aldorf Ersurtshausen, Haarhausen nach Ober-Ofleiden ^ Einmündung in die Bahn Kirchham-Nledergemunden IU Mren. — Der von der SchießaMre, die am Neujahrs- in Marburg sich ereignete, bekannte Kausmann s une fick dieser Tage in Hanau wegen einer dort trübten Gewaltthätigkeit vor den Schranken des Schoffen- 2 6 Au verantworten. An einem Novembertage war ®. n1 einem Safe wegen einer Geringsügigkeit mit dem Mner in Wortwechsel geraten und schlug den Kellner ms Gksicht. Der Casetier, der sich das Benehmen ^^rbat, ^hielt von H. gleichfalls einen Schlag ms Gesicht, daß hi 8lut floß. Für die Mißhandlung des Kellners erhielt ck. 20 Mk. Geldstrafe, für die des Cafetiers, die besonders Wer war, eine Woche Gefängnis. fiWT la. Tourenrad, "VIB erstklassig, wenig gefahren, preiswert zu verkaufen. mi 2Ü2° Näheres in der Expedition d. BI. 01418] Ein fast neuer Kinderwagen zu verkaufen.Weserstratze 25. rm" Buchen-Stockholz, n » Eichen- „ Nadel. 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