Der Krieg in China. Der Berliner amerikanische Botschafter White erklärte in einer Unterredung bezüglich der Bemerkung des „Standard" „daß der Beitritt der Union zur Stärkung des Einvernehmens unter den Mächten nicht beigetragen habe und daß er nur als Fessel auf die europäische Diplomatie gewirkt habe", daß der „Standard" wohl nicht so ganz unrecht habe. Man müsse aber immer im Auge behalten, daß die Union keinerlei Gebietserwerbungen in China suche, sondern nur und ausschließlich kommerzielle Vorteile zu gewinnen hoffe. Es sei aber auch nicht wahr, daß die Bereinigten Staaten sich der Bestrafung der Schuldigen in China widersetzen. Im Gegenteil verlangten die Bereinigten Staaten ebenfalls die Bestrafung der chinesischen Missethäter, nur seien die Bereinigten Staaten der Meinung, daß man diese zuerst; haben müsse, bevor man sie verurteile, daß es ferner sehr schwer sein dürfte, die wahren Schuldigen zu fangen oder ausgeliefert zu erhalten, und daß die als „irre- vocable" bezeichneten Bedingungen der Gesandten in Peking nicht den Charakter eines Ultimatums haben dürfen, also nicht „irrevocable" sein sollten. Denn, wenn es den Mächten nicht gelingen sollte, die als „irrevocable" bezeichneten Bedingungen durchzusetzen, so würde das für die Mächte doch demütigend sein, besonders in den Augen der Chinesen. Es ist gerade auf die klugen Vorstellungen des chinesischen Gesandten in Washington zurückzuführen, wenn die Vereinigten Staaten ihre gegenwärtige Haltung einnehmen; denn derselbe erklärte wiederholt, daß'nur solche Forderungen der Mächte auf den chinesischen Hof und das Wnesische Volk Eindruck machen könnten, welche die Mächte auch zu erzwingen im stände seien. Botschafter White hatte idieserhalb eine Llnter- redung mit dem Staatssekretär Frhrn. v. Richtbofen, worin dieser erklärte, daß sich Deutschland d e'r A n s i ch.t der Vereinigten Staaten jetzt an geschlossen habe. — Graf Waldersee meldet aus Peking, 4. Dezember: In der Provinz Schansi sollen stärkere reguläre Truppen unter dem General Ma stehen und die Pässe im Gebirge an der Grenze von Tschili besetzt halten. — In P a o t i n g f u fand beim Räumen eines Pulvermagazins eine E x p l o - s i o n statt. Ein Pionier i st tot; verwundet sind Leutnant W o l f g r a m m und vier Pioniere. Der „Reichsanz." teilt mit, daß das Kommando des ostasiatischen Expeditionskorps angewiesen ist, jeden Todesfall und jede Verwundung telegraphisch dem Kriegsministerium m i t z u t e i l e n. Sobald die Identität des als tot oder verwrrtkdet Gemeldeten feststeht, werden die Angehörigen sofort benachrichtigt. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In einem Telegramm des Vizekönigs Li-Hung-Tschang an die Berliner chinesische Gesandtschaft, das von dieser dem Auswärtigen Amt unterbreitet worden ist, wird mitgeteilt, daß der neue Gouverneur Sih-liang der Provinz Schansi, im Gegensatz zu seinem fremdenfeindlichen Vorgänger Huh- fien, seit der vor zwei Monaten erfolgten Uebernahme seines Postens mit aller Strenge gegen die Boxer vorgehe, über 80 Anführer der Aufständischen habe öffentlich hinrichten lassen und die Missionare mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln schütze. Die Gerüchte, daß der f beabsichtige, nach Peking zurückzukehren, treten mit immer größerer Bestimmtheit auf. Angeblich erhielten die Behörden die Weisung, den Frühjahrs-Tributreis wie üblich nach Peking zu senden. Chinesische Blätter melden, der Hof beschloß, ein Edikt zu erlassen, der die Hinrichtung T u a n,s und T u n g- fuhsiangs verfügt. — Die Kaiserin-Witwe feierte am 30. November ihren Geburtstag. Diese Feier gab früher immer Anlaß zu großen Demonstrationen, die jedoch dieses- Jahr unterblieben. Wie man erfährt, begaben sich Li- Hung-Tschang und Prinz Tsching ins Tsunglipamen, um für die Kaiserin-Witwe Gratulationen zu überbringen. Den dortigen Zeremonien wohnten auch mehrere andere Würdenträger bei. Am Hoflager in Singanfu fanden große Festlichkeiten statt. Die Kaiserin-Witwe erhielt viele Geschenke aus den Provinzen und die Vizekönige schickten ihr viel Geld und Silber. Aus Shanghai wird gemeldet, daß ein kaiserliches Edikt den General Tungfuhsiang aller Würden entkleide und ihm „nur" noch das! Kommando über die Truppen lasse, die er in der Provinz Kansu zu führen hat. Man betrachtet dies? rooo 150. Jahrgang Dezember Freita§den runa Qualitäten. Amts- unb Aiizeigeblrrtt für den Hveis Giefzen MAS. t )2 Äczugsprcis Vierteljahr!. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abhol, stellen vierteljahrl. Mk. 1,90 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljahrl. mit Bestellgeld. tersweg $ ?en toattton, Expedition und Druckerei: Schukstraße Ar. 7. Almohme von Anzeigen zu 4er nachmittags für den fedgmbnt Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. «elegrarume des Gießener Anzeigers. Bn, 6. Dezember. Die Menschenansammlungen DOtitwn Domhotel hatten gestern nachmittag an Ausdeh- vuinz arbgenommen, und verliefen sich gestern abend ganz w.'-Wibes heftigen Regenwetters. In der Nacht erhob sich hiM rim orkanartiger Sturm, der bis zum Morgen wütete, unDiWh anhält. London, 6. Dezember. Gestern fand hier eine Ber- ammlung statt, die von der liberalen Liga einberufen war und der mehrere Parlamentarier beiwohnten. Robert- on, der aus Südafrika zurückgekehrt ist, teilte in der Versammlung mit, man mache sich in England keinen Begriff von den in Südafrika herrschenden Zuständen. Redner versicherte, er habe mit eigenen Augen einen Befehl Lord Robert- gesehen, in dem dieser die Einäscherung von 40 Farmen auordnet. be-nt Krüger." D je Universitätsjugend von Budapest hat be>a Beschluß gefaßt, an Krüger eine Begrüßungsabresse Wien, 6. Dezember. Die von den Wiener Bürgern veranstaltete Buren-Feier hat;gestern abenb im Sophien- Saale unter zahlreicher Beteiligung stattgefunben. Der Saal war mit Fahnen in bett Farben Transvaals unb Oesterreich-UngarnS geschmückt. Mehrere Rebner bestiegen bie Tribüne unb gaben ihrer Sympathie für bas um seine Freiheit unb Unabhängigkeit kämpfenbe Burenvolk Ausbruck. Der ehemalige Kriegsgefangene Dr. Lenz erzählte sodann einige von den Engländern an ihm verübte Grausamkeiten. Sodann wurde eine Sympathie-Adresse an den Präsidenten Krüger abgesandt. Ein Ehrengeschenk von zahlreichen Sympathie-Bezeugungen begleitet, soll in den nächsten Tagen an den Präsidenten Krüger abgehen. Budapest, 6. Dezember. Kaiser Franz Josef soll auf Grund des Berichts des Grafen Goluchowsky über den Nichtempfang Krügers durch den deutschen Kaiser der Ansicht Ausdruck gegeben haben, daß die Angelegenheit der südafrikanischen Republiken nicht den Gegenstand der Einmischung der Großmächte bilden könne. Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietze«. Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter füf hessische Volkskunde.______________ Ohm Krüger. Köln, 5. Dezember. Krüger empfing zahlreiche schriftliche und telegraphische Äegritßilngen. Namens der dentschen Centrale für Seen« bfigung des Burenkriegs (Sitz München) sandten im An- fctjlliiß in den bereits früher dem Präsidenten übermittelten Alisdmick der Gefühle von weit über eine Million T^ulsicher die Herren Max von Pettenkofer, Pros. Grüber, PS-of. Günther, Prof. v. Defregger, Prof. Lipps, sowie Margaretha Selenka folgendes Telegramm: „Sn dem Augenblicke, in welchem Giro. Exzellenz den Boden des ftar»merrvandten deutschen Landes Betreten, bringen wir aus tiefstem mssere heißen Wünsche für einen glücklichen Erfolg Ihrer Reise hier. Mchte es Ihnen, dem erlauchten Führer seines Volkes in dem heLigm Kampfe für Haus und Hof, für Weib und Kind, für Freiheit umd Vaterland, beschieden sein, für Ihr Volk bald einen dauernden, die vü Tize Unabhängigkeit Ihres Landes sichernden Frieden zu erreichen. tiefer ruchlose alles Gefühl für Recht und Menschlichkeit aufs verletzende Krieg ein schleuniges Ende finden, und zum Heile noinenlos leidenden Volkes, zur Freude und Genugthuung der 3®m|tn tr. Meidenden gesitteten Welt." Krüger nahm mehrere Oberlehrer bes königlichen Friedrich Wilhelm-Gymnasiums zu Köln unter Wchimg bes Geh. Regierungsrates Prof. Dr. Jäger an. G?uas Metternich begrüßte ihn im Namen mehrerer AHuligm. Kriüger zeigte sich einige Male auf bem Balkon bem umh beim Hotel angesammelten Publikum. Gegen 4 Uhr nauchniilitags besichtigte ber Präsident den Dom, wohin er süitzzu Fuß begeben hatte. Die Menge brachte ihm auf dem Mge begeisterte Ovationen dar. Im Dome wurde K ügcr vom Dompropst Dr. Berlagi begrüßt und herum- geMt. Zwei junge Engländer, die Ansichtspoft- 7ei tltiu mit dem Bildnis Krügers in der Hand hip.Ileki, spuckten auf dieselben und warfen sie zu Boden, wi« sie dann darauf herumtrampelten. Mehrere Herren ftfilöieii sie zur Rede und züchtigten sie. In der Nacht ripM Mittwoch versuchte eine Anzahl mit Steinen bewaff- neun öeute, die Fenster des englischen Konsulats ei rvzu werfen; sie wurden jedoch daran verhindert. Im PMss-Hotel fand heute abend ein großer Festkommers 5iu tijren Krügers statt, an dem auch Dr. Leyds teilnahm. DiÄ- Menschenansammlungen dayern trotz des schlechten W-MrS fort. Krüger verläßt bekanntlich morgen früh KM llhr Köln. Umfassende Absperrungsmaßregeln sind an- gkMdaer. Im Haag wird Krüger von der Königin Wil- empfangen werden. Einem Berichterstatter sagte Dr. Leyds, Krüger habe ei m Entschluß, von Paris aus nach Deutschland zu ceichtii, ganz selbständig und unbeeinflußt gefaßt; er habe gct^in, was ihm der Situation entsprechend nützlich unb da s Nächstliegende zu sein schien; insbesondere hätten die Frim;c»sen in dieser Richtung ihn nicht beeinflußt. Ein Be- schÄch darüber, ob Krüger später nach Berlin komme, sei noch nicht gefaßt. Die Entwickelung der Dinge bleibe ab- WM orten. Krüger sei weit davon entfernt, seine Sache aM lerloren zu betrachten. Eine aus Wien vorliegende Meldung, im Einvernehmen miit bec deutschen Regierung seien von Seiten Oesterreich- UriMins und Italien diplomatische Schritte erfolgt, damit KrdBgir die Reise nach Wien und Nom unterlasse, wird von' umiimichteter Seite als unzutreffend bezeichnet. Ebenso- roennij entspreche eine andere Meldung, wonach zwischen de:n deutschen Auswärtigen Amt und dem Präsidenten Kritchr ein lebhafter Depeschenwechsel stattfinden soll, den TAcckcheu. Vtr Legationssekretär der südafrikanischen Republik 3clm btr Hoeven hat im Auftrage Krügers einen KuaiiZj am Sarge Kaiser Wilhelms I. im Mauso- ^ii;ibi jiii Charlottenburg niedergelegt. Die Schleife de^ krarnzeS, die in den Farben der südafrikanischen Republik rnrgejccligt war, trägt die Widmung: „Dem unvergeßlichen Kaiser in dankbarer Erinnerung, Präsi- pifvieinl täglich mi. Insnahinc des NontagS. Die Gießener MMwitteubtätter Wizfrltr Dem Anzeiger inrvVrchskl mit „Hess. La-ativirt" u. „Blätter füü h'ff. Volkskunde" tt iijtl. 4 mal beigelegt. Sto. 287 Zweites Blatt Telegramme des Gießener Anzeiger-. London, 6. Dezember. In Worcester wurde der Eigentümer der Zeitung „Advertiser" gestern verhaftet. Die Verhaftung erfolgte wegen eines Artikels des Blattes vom 24. November, in dem über verschiedene Greuel- thaten der Engländer in Südafrika berichtet wurde. Der Artikel wurde als aufrührerisch betrachtet. London, 6. Dezember. Wie aus Pietermaritzburg gemeldet wird, besuchte Lord Roberts gestern dort die Kadettenschule. In einer Ansprache an die Kadetten hob er die Notwendigkeit einer guten Ausbildung in diesen Schulen hervor. London, 6. Dezember. Lord Balfour wird, wie berichtet wird, in der ersten Parlamentssitzung im Namen der Regierung erklären, daß dieselbe befohlen habe, die Ausplünderungen bet Farmen in Sübafriko einzustellen. London, 6. Dezember. Lord Kitchener berichtet aur Bloemfontein: General Knox hatte gestern ein neues Gefecht mit Dewet auf dem Wege zwischen Bethulie und Smithfield. Der Feind wurde zurückgeschlagen Während der Nacht zogen sich die Buren vollständig zurück Die Kolonne Pilcher führte eine Umgehung aus, die der Rückzug der Buren zur Folge hatte. Die Garnison vor Utrecht hatte gestern ein Gefecht mit 200 Buren, du zurückgeworfen wurden. In der Nähe von Edinburx wurden ebenfalls Buren-Kommandos bemerkt. Es wurder englische Truppen dorthin gesandt, die bereits gestern eit Gefecht mit 150 Buren hatten, bie in die Flucht geschlager wurden. Die Engländer erbeuteten in diesem Gefech 9 Wagen. GelW für sichere ficute ju pU 'TOGO M von einem fluj W4 Buren und Engländer. Ein Kommando von 50 gut bewaffneten unb berittenen Buren erschien plötzlich in einem Ort in der Nähe von Ladysmith und plünderte ihn. Eine der von der Plünderung betroffenen Personen traf in Ladysmith ein und berichtete, daß noch ein zweites, etwa gleich starkes Buren- Kommando in der Nachbarschaft aufgetaucht sei. Londoner Blätter melden aus Pretoria vom 3. d. M.: Es verlautet, daß die Kommandanten Erasmus und Viljoen bei Bronkhorst Spruit eingeschlossen seien. In Grahamstown entdeckte man, daß die Telegraphenlinie dicht bei der Stadt durchschnitten war. Es herrscht dort infolgedessen große Erregung. Grahamstown liegt nordöstlich von Port Elizabeth, etwa 90 Kilometer mit der Eisenbahn von letzterm Ort entfernt. Es ist ein wichtiger Handelsort mit gegen 8000 Einwohnern. In Kapstadt ist am 5. Dezember der Dampfer „Viktoria" mit 200 gefangenen Buren nach der Insel St. Helena abgefahren. Eine zweite Resolution zu Gunsten der Buren wurde der Kammer in Washington unterbreitet. Dieselbe hat folgenden Wortlaut: Da durch den südafrikanischen Krieg ein tapferes und braves Volk sicherlich ausgerottet werden würde, ein Volk, das für seine Heimat und Freiheit kämpft, beschließt der Kongreß der Vereinigten Staaten, im Namen der Humanität und Civi5isation Protest gegen diesen Krieg einzulegen, der alle freiheitsliebenden Leute beleidigt. Der Kongreß empfiehlt der Königin Victoria, daß es weise und klug wäre, ein Schiedsgericht anzunehmen, um den Grausamkeiten in Südafrika ein Ende zu setzen. llrr Arbeit. W- '872 JBjMkl -----Hirmhatnss MtUfj MungW föt Heuchelheim ai iil>^ .76*2) Hrdeutlichtr 9ui(> 3unfngen Ledmgungkn bie 2. wnen. Brod- unb Fei^ Ern« Ruth, Ä!-' 77iß] Ein braves, W ms fofort gesucht. 05090] Ein junges Hi:; ober to leichte Hauiaib-i; ch Wo? sagt bie Exvedi!^:.; Junges, williges riecht sott gesucht. 7883 RlNli.^ 7875] FürWeihnachl-^!^ Gießener Anzeiger //**>> /V S w /t'V* Alle Anzeigen-Bermittkungsstellen des In- *nb Auslände» I |T gT 8 jor 1 || 7 L7 | |]Lz| nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. V I-V V- -V Zeilenpreis: lokal 12 Psg., auswärts 20 Pfg. fottor CigarreiM iitfä AMes. "05MJ FrauNw emfi; IcthNdLyu» w unb mir Grabevski^ Dxt LrMng in W* '-*■ Meres in ber ZrD SIiiiW in Shanghai als den ersten Schritt, um Tuugfuhsiang nach dem Friedensschluß mit den schwersten Strafen zu belegen. Aus Peking wird vom 5. Dezember gemeldet: Die Expedition nach Kalgan ist zurückgekehrt, ohne .ernstlichen Widerstand gefunden zu haben. Den Dörfern und Städten, die passiert wurden, wurden Kontributionen auferlegt. * * * Telegramme des Gießener Anzeigers. London, 6. Dezember. Aus Washington wird depeschiert: Zwischen dem Kabinet und den Vertretern der Mächte schwebt ein Meinungsaustausch hinsichtlich, der Zweckmäßigkeit, demnächst in Washington eine internationale Konferenz über die chinesischen Wirren abzuhülten. I Petersburg, 6. Dezember. Nach hier eingetroffeneu Nachrichten aus Peking läßt Graf Waldesee an der Stelle, wo Freiherr v. Kettel er ermordet wurde, eine Kirche errichten. Washin g t-o n, 6. Dezember. Das Staatsdepartement berichtet aus Peking, daß die Vertreter der Mächte sich über das Programm der Note an CH in a verständigt haben. Der Wortlaut dieser Note ist sofort an die verschiedenen Regierungen zur Gutheißung telegraphiert worden. Der Staatssekretär ermächtigte sofort den amerikanischen Vertreter Conger, die Note im Auftrage der Vereinigten Staaten zu unterzeichnen. Diese Verständigung bedeutet die Billigung der amerikanischen Vorschläge "über die Bestrafung der Schuldigen und die Entschädigungsfrage. Bezüglich der ersten Frage muß die chinesische Regierung die strengsten Strafen verhängen, bezüglich der Entschädigungsfrage erklärt China seine Verantwortlichkeit. Die Vertreter der Mächte werden in einer späteren Konferenz diesen Punkt genauer regeln. Deutsches Reich. Berlin, 5. Dezember. Der Kaiser empfing heute im Neuen Palais den Professor Döpler den Jüngeren und börte darauf den Vortrag des Chefs des Civilkabinetts Lucanus. — Dem Reichstage sind die vom Bundesrat angenommenen Ausführungsbestimmungen, betr. den Neun- Uhr-Ladenschluß, zugegangen. — Als Folge der Weiterentwickel un gdes Militärsanitätswesens und besonders der Kaiser-Wilhelms- Akademie, der Vereinigung des medizinischen Friedrich- Wilhelm Instituts und der militärärztlichen Bildungsanstalt für Chirurgie, soll ein wissenschaftlicher Senat bei dieser Akademie geschaffen werden. Dieser Senat soll aus 1 Vorsitzenden, dem Generalstabsarzt der Armee, 1 stellvertretenden Vorsitzenden und 15 Mitgliedern bestehen und in medizin-wissenschaftlichen Fragen als begutachtende Behörde dem Generalstabsarzt der Armee zur Seite stehen. Die Aufgaben des Senats sind: Mitwirkung bei Aufstellung des Studienplanes für die Studierenden der Kaiser-Wilhelms-Akademie, Unterstützung bei der Fortführung der Sammlungen der Akademie, wissenschaftliche Ausgestaltung der militärärztlichen Fortbildungskurse, Abgabe von Gutachten in schwierigen JnvaliditätS- und militärgerichtlichen Fragen, sowie über Fragen der Militär Ge- sundheitspflrge zum Besten des Heeres Sanitätsdienstes, Mitwirkung bei Erforschung und Bekämpfung der Militärkrankheiten. — Zur Schulreform auf Grund des Kaiserlichen Erlasses schreibt die „Tg. Rundschau": Was die Berechtigung zum Universitäts-Studium anbelangt, so glaubt man, daß die philosophische Fakultät keine besonderen Vorbildungskurse verlangen wird. Die theo- logische Fakultät will nur die Gymnasialbildung als berechtigt anerkennen. Bezüglich der Mediziner sind Verhandlungen beim Bundesrat im Gang. Bezüglich der Juristen wird beraten, ob die Reifeprüfung eines Realgymnasiums und einer Oberrealschule besser durch eine Umgestaltung der bisherigen Ergänzungsprüfung oder durch Einrichtung akademischer Vorkurse zulassungsfähig gemacht werden könnte. — Aus Maratetsch wird unterm 28. November gemeldet, daß es dem am Hofe des Sultans von Marokko eingetroffenen deutschen Gesandten Frhr. Mentz- 9ern gelungen ist, die drei hauptsächlichsten deutschen Reklamationen in befriedigender Weise zu erledigen. Es handelt sich dabei um die Bestrafung der Mörder des deutschen SemsarS (Handelsagenten) El Mekki, um Genug- thuung wegen Beraubung und Gefangenhaltung eines Schutzgenossen des Kaufmanns Dannenberg und um Sühne und Schadenersatz für die Gewaltthaten des Kaid und Nlad Haris gegen einen Semsar des Kaufmanns H. Ficke. Paderborn, 5. Dezember. Bei der heutigen Reichs- "^de v- Savigny (Centrum) gewählt. ^ublbeteiltgung war gering. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt. Eisenach, 5. Dezember. Die Fabriken des Geh. Bau- rar Ehrhardt in Eisenach und Düsseldorf (Gießereien) lreferu gegenwärtig 18 Batterien der neuen Schnell- feuergeschütze, System Ehrhardt, nach England für ^dortige Kriegsverwaltung ab. Ferner werden geliefert 900 Mumtionswagen und 54 000 Schuß. Der Kontrakt wurde nicht direkt von der englischen Kriegsverwaltuna, sondern durch Vermittelung der Chartered Company (Cecil Rhodes und Genossen) im April abgeschlossen. Stuttgart, 6. Dezember. Soweit sich bis jetzt ein Landtagswahlbild ergibt, zeigt sich, daß die von allen Seiten angegriffene Deutsche Volkspartei trotz einiger Verluste in stattlicher Anzahl im nächsten Landtag einziehen wird. Charakteristisch ist das riesige Anwachsen der Stimmenzahl der Sozialisten, das auf Kosten aller Parteien erfolgt sein dürfte. Das Zentrum scheint durchweg seinen Besitz gewahrt zu haben. München, 5. Dezember. DaS Kultusministerium beabsichtigt, an einer zentral gelegenen Anstalt in München für Gymnasialschüler Unterricht in der russischen Sprache erteilen zu lassen. Bei dieser Neuerung kommt namentlich in Betracht, daß in Rußland eine sehr starke Nachfrage nach deutschen Technikern besteht. Ausland. Paris, 5. Dezember. Vor dem Appellgericht leistete heute auf Grund des Gesetzes über die Zulaffung von Frauen zur Advokatur die erste Dame den Eid als Advokat. Es ist eine Frau Petit, die Gattin eines hiesigen Advokaten. Budapest, 5. Dezember. Wie offiziös gemeldet wird, wird die Geschützfrage der österreichisch-ungar. Armee erst nach den nächstjährigen Manövern entschieden. Die Versuche mit Schmiedbronce-Kanonen haben einen ausgezeichneten Erfolg ergeben. Die Versuche mit Nickel stahl werden derzeit fortgesetzt. Die erste Rate für die neuen Kanonen ist bereits in das nächste Budget eingestellt. Sofia, 5. Dezember. Das Kabinet Jwantschoff hat seine Entlassung eingereicht. Radoslawo oder Jwantschoff werden beauftragt werden, aus der Mitte der Mehrheit der Sobranje ein neues Kabinet zu bilden. Petersburg, 5. Dezember. Die Nachrichten über das Befinden des Zaren sind fortdauernd sehr günstig; die Aerzte hoffen, daß der Zar in zirka 14 Tagen die erste Ausfahrt unternehmen kann. Washington, 5. Dezember. Das Kriegsministerium hat ein Telegramm des Generals Mac Arthur erhalten, der sich zur Zeit in Manila befindet, in dem er meldet, daß nach dem Bekanntwerden der Wiederwahl Mac Kinleys 3180 Mitglieder derEingeborenen-GesellschaftvonCatapuman sich den amerikanischen Behörden in Vigan unterworfen haben. Die Eidesablegung erfolgte unter großen Zeremonien. Die Eingeborenen, die sich unterworfen haben, wurden als unversöhnlich angesehen, und man betrachtet diese Unterwerfung als ein Zeichen, daß in der Gesinnung der Philippinos eine Aenderung eingetreten sei. (?) New-York, 5. Dezember. Das für Admiral Dewey, den Sieger von Cavite, errichtete Denkmal in der Form eines Triumphbogens am Madison Square wird niedergelegt, da das für den Bau und den Unterhalt desselben gegründete Komitee durch seine Geldsammlungen nicht genügende Mittel zu dem Zweck auftreiben konnte. — Georg v. Leiningen-Meyer, ein Großkaufmann aus Boston, wurde zum Gesandten in Italien ernannt. Prozeß Sternberg. Berlin, 5. Dezember. Das wichtigste Ergebnis der Verhandlung war am Mitt- woch die Bekundung des Staatsanwalts, daß der verhaftete Kriminalkommifiar Thiel ein volles Geständnis abgelegt und sämtliche Angaben des Schutzmanns Stier- städter als wahr bezeichnet hat. Kriminalkommifiar Thiel iat darüber hinaus gestanden, bestochen worden zu sein und Abschriften von amtlichen Berichten au Luppa geliefert zu haben. (Wir haben hiervon bereits gestern abend der Einwohnerschaft Gießens Kenntnis gegeben.) Es wird die Vernehmung der Zeugin P l a t h o fortgesetzt. Sie bekundet bezüglich der Frau v. Gräfe, daß ie nicht wisse, wie Arndt, den sie im Gegensatz zu einigen Berufsgenossen Arndts, bis dahin für einen anständigen und zuverlässigen Mann gehalten habe, zu her Behauptung gekommen sei, daß Frau v. Gräfe ihr eine empfehlende Visitenkarte für Dr. Romen gegeben habe. Sie wisse absolut nichts von einer solchen Karte. Landgerichtsdirektor Müller fragt die Zeugin, pb ihr Erinnerungsvermögen etwa durch häufigen Morphiumgenuß gelitten habe. Zeugin P lat ho entgegnet, sie nehme allerdings wegen Nervenschmerzen hin und wieder eine kleine Dosis Morphium, ihr Erinnerungsvermögen sei aber nicht geschwächt. Rechtsanwalt Fuchs I sucht auf Befragen der Zeugin festzustellen, daß Arndt keinen Pfennig Vermögen, wohl aber Schulden besitze. Bezüglich des in der „Staatsb. Ztg." abgedruckten Briefes erklärt auch heute die Zeugin, daß, soweit sie sich erinnere, der Brief von Arndt diktiert gewesen sei und den Zweck gehabt habe, Behrens vorgelegt zu werden. Die Namen der Reichsgerichtsräte habe ihr Luppa gegeben, sie habe sie auf einem besonderen Zettel gehabt und in den Brief hineingefetzt. Arndt wird hierauf vom Vorsitzenden nochmals nach der Visitenkarte der Frau v. Gräfe für den Staatsanwalt Dr. Romen befragt. Er bleibt dabei, daß er eine solche Visitenkarte gesehen habe, Frl. Platho bestreitet dies. Zeuge Arndt erläutert diesen Punkt in längerer Ausführung, bei deren Schluffe die Zeugin Platho in die Worte: „Das ist doch Blödsinn!" ausbricht. Die Zeugin zieht sich wegen dieser Bemerkung eine Zurechtweisung seitens des Vorsitzenden zu. Zeuge Arndt wird vom Vorsitzenden befragt, ob er unter seinem Eide bei seiner Aussage bezüglich der Visitenkarte bleibe. Der Zeuge antwortet: Das ist durchaus richtig! Gerichtsarzt Dr. Puppe äußert sich bezüglich, des Morphiumgenusses der Platho dahin, daß allerdings bei habituellem Morphiumgenuß eine Gedächtnisschwäche die Folge sein könne und daß die Zeugin auf ihn einen etwas sonderbaren schläfrigen Eindruck gemacht habe. Arndt läßt sich alsdann über die Entstehung des Briefes aus und behauptet weiter, daß auch Behrens gleich bei der ersten Unterredung dem Frl. Platho gesagt habe, deutsche Richter zu bestechen, sei ganz unmöglich und Wahnsinn. Frl. Platho habe aber gesagt, als Sternberg vor 20 Jahren einmal angeklagt gewesen sei, habe es nur eines Winkes des Justizministers v. Friedberg bedurft, um die Sache in Leipzig für Sternberg günstig zu gestalten. Frl. Platho habe dann auch aesaat i habe sich doch überzeugt, daß Frau v. Gräfe beim rr.? staatsanwalt Dr. Jsenbiel etwas.würde ausrichten föhn? Die Zeugin Platho bestreitet auch diese besttmm^ Behauptungen des Zeugen. Zeuge Arndt erzählt weiter, Frl. Platho habe erzählt, daß sie mit Dr. Jsenbiel und Dr. Romen Hotel Bristol diniert habe. n l* Auf die Frage des V o r s i tz e n d e n, ob die Z eua > > renommiert habe, antwortet dieselbe, sie wisse nickt ft etwas gesagt zu haben. Herr Arndt erzähle vielleicht etw,! unter dem Einflüsse seiner Phantasie. Sie sei nicht frnJ Arndt aber sei krank. Arndt erklärt, daß er nur Blutspeien gehabt habr Geisteskrank sei er nie gewesen. Nach einer kurzen Pause fragt Staatsanwalt Brau' den Angeklagten Sternberg, ob er den Rechtsanwalt Tr Werthauer von der Pflicht der Amtsverschwiegenheit ent binde. Sternberg entgegnet, daß er nicht wisse, ivelcke Konsequenzen dies haben könne. Er entbinde den Werthauer nicht von der Amtsverschwiegenheit. Staatsanwalt Braut fragt den Rechtsanwalts Werthauer, ob in seinen Akten etwa Abschriften ber richte seien, die Kriminalkommissar Thiel rüge standen hat, als bestochener Beamter Luppa ermattet zu haben. Thiel habe ein boll ständiges Geständnis abgelegt, daß er voi. Luppa durch Summen, deren Höhe noch nicht festsleh. bestochen sei. Er habe zu g e st a n d e n, d a ß al les, Ma > Stierstädter von ihm behauptet, die Geschich-- von der Villa am Genfer See u. dgl., wahr sei, und, habe die Ansicht ausgesprochen, daß eine Abschri' der Berichte, die er an Luppa erstattet habe, auch in bit Akten des Dr. Werthauer gekommen sei. Rechtsanwalt Dr. Werthauer entgegnet, das sä ganz ausgeschlossen. Er habe Thiel nicht gesprochen, wedcr direkt noch indirekt mit ihm zu thun gehabt und ihn nicht gekannt. Er stelle seine Akten gern zur $erfügum]. Ueber alles, was mit der Sache in Verbindung stch wolle er sofort Auskunft geben, und er bitte, ihn in die Lage zu versetzen. Der Gerichtshof beschließt, eine Durchsuchung bei' Werthauerschen Akten nicht vorzunehmen, da sie gefetM nicht zulässig sei. Hierauf wird die Zeugin Ehlert vorgerufen. Sie stellt entschieden in Abrede, daß am Sonntag in dee Anstalt zu Plötzensee ihr Bruder auf sie eürgennrft fyabt Ihr Bruder habe ihr nur geraten, Stier st-röt er tvegei seiner Frechheit und seiner Lügen anzuzeihen. Ans die Bemerkung des Vorsitzenden, daß sie eben beleidigt habe, bemerkt die Zeugin, daß sie die Belci digung aufrecht erhalte. Zeuge Gemeindediener Nisser aus Plotzensee, der die Ehlert am Montag nach Moabit transportiert Hai, bestreitet, die Zeugin irgendwie beeinflußt zu haben. Zeuge Transporteur Strebel, der Begleiter der Ehlert am Samstag, räumt ein, daß er erlaubt habe, daß die Mutter der Ehlert kurze Zeit auf dem Korridor des Gerichtsgebäudes mit ihrer Tochter sprechen konnte. Die Mutter habe gesagt: „Entlaste Dein Gewissen und sage die Wahrheit!" Die Zeugin Ehlert wird nunmehr borgerufen. Staatsanwalt Braut fordert sie auf, ihm in die Augen zu sehen und ihm ins Gesicht zu sagen, daß sie ilm unter Thränen belogen habe, als sie erklärt habe: „Ja, er ist es." Die Zeugin sagt mit leiser Stimme: „Ja, ich habe Sie belogen." Es folgt die Vernehmung des Zeugen Niebieck, Büreauvorsteher des Rechtsanwalts Dr. Werthauer irr erklärt, daß er niemals an Hofmeier Gelder bezahlt N,H"- Des weiteren bestreitet er die Behauptung eines am.'iNMn Briefes, wonach er fast täglich etwa 200 Marl M Sternbergsche Sache ausgebe. Er habe vor einiger Jcit einmal 200 Mark aus der Sternbergschen Kasse holen lassen, die für Ueberstunden und dergleichen aufgebrauckit worden seien. Zeuge erklärt unter seinem Eide, daß er Berichte, die die Unterschrift des Thiel getragen oder aus Verwendung amtlichen Materials hingedeutet hätten, niemals gesehen habe, dagegen wohl Berichte des Direktorc- Schulze und des Wolf. Das Gnadengesuch habe er nicht angefertigt; den Entwurf zu einem solchen habe'er eines Tages in dem Decernat vorgefunden, es abschreiben und dem Frl. Platho zustellen lassen. Was Arndt und die Pfeffer von Dr. Werthauer wollten, wisse et nicht, letztere habe er nur einmal im Büreau gesehen. Zeuge bemerkt nochmals, daß es ganz ausgeschlossen sei, daß er dem Zeugen Wohl die von diesem behaupteten zweimaligen Zahlungen geleistet habe. Zeuge Wohl erklärt, er wisse nicht, wer ihm 1V? Geld für Hofmeier gegeben habe, woher dasselbe ge nommen worden sei und wie es überhaupt im Weckhauet- schen Büreau aussehe. M I Staatsanwalt Braut beantragt, das Kassabuch | Dr. Werthauer einzusehen. . , I Rechtsanwalt Heinemann schließt sich diesem M trage an. <. fl Rechtsanwalt Dr. Mendel giebt anheim, bic zinischen Sachverständigen über den Geisteszustand p" Zeugen Wohl zu befragen. Der Gerichtshof hält eine »o_ legung des Kassabuches nicht für notwendig und mmi dem Zeugen Wohl den Eid ab. Tr Zeuge Niebick bekundet noch, daß Rechtsanwalt r Werthauer keine Kenntnis davon gehabt habe, daß rupp- in seinem Bureau eigene geschäftliche Angelegenheit^ erledigt habe; so habe Luppa im Bureau Werthauerv ix dem Detektiv Schulz und dem Agenten Wolf ausgeM Auf eine Anfrage des Vorsitzenden, ob und we / neue Beweisanträge die Verteidigung etwa noch 3^1“ gedenke, trägt Rechtsanwalt Fuchs I. uwfangreiche Mw - anträge vor: 1. Gegenüberstellung der Zeugin W' mit dem Zeugen Arndt; 2. Vernehmung mehrerer: + sonen darüber, daß Frau Blümcke eine durchaus zrw lässige und anständige Person ist; 3. Vernehmung Klara Fischer über die Modellannoncen; 4. Vernehm» von Zeugen darüber, daß die Woyda schon seit $ jungen Leuten nachgelaufen sei; 5. Ermittelung Briefschreibers, der noch am 26. November eine Pressungsversuch gegen Sternberg unternommen ) Oberjtaaüsanmlt' Daß biet im Gerichtssac i .einem Toten ÄleWs i dings kläglich mUuck - Verstorbenen die Leiche ■ tMndete, seimußlgev- ans Msachen, es vert liefen Liebe, daß der C in biefer Saft als M um einen bestimmt geget ... es ganz gleMch sei, ■ . bänbelln/tig gerne, en fei i ber .^geklagte die Balg : Mensch ums Leben gel sei. es zu teiltet Rauser t lidi bemerkt, daß eine : ■gegeben sei. • Von NoÜ . OejdMorenen könnten : . ützung mittelst eines 5 i sahen. Es sei in letzte: . gekommen, daß aus Ai ' Mgesunden, bei denen M beklagen seien. Es1 die die Llaatsanwaltsä mau dies in der Prc von ihm, dies dem A: siche aber nicht an, zu schuldig sei, aber mild Ter Verteidiger Ri c- ihm fern liege■ ben habe es aber für feine M hier in ber Verhüt Urteilsfindung das gesa teriat vvrzusühren. Ti itt der glücklichen Lam der Vnhandlung die habe hin in der Pi wenn er versucht habe Aufklärung zu schaffen Harrer üoh Wirbera . inurbe, zurück/ ' Ke- bje beffen Äech r le'^er. W bie einzeln " «Mtwnw „or i ™ Mefc «et S-iÄ‘Ä IST“ M t Y'v .... ".ach dem Sn d« ci"£ ..“Ilsen ben Ät., 'bt\T5"’"n 9£ test "iS -*&-• äTs Zeugen u M^e 10. V»rla. lMicr-oasch - ine von f'ÄS Hegen ermv W°ut?as Justtzrat .ßfy i befürwortet n"M je «erthauer^ chen Morgen wird V n fit*, --- ,u"s «öbinqen r°Ieur ,Dl10 M ««i i i-.t. Soifäjjr, «fiunt s 1 Hol? W ' i>i n A u ./‘•oba *•*« h?' 9 0 < '‘«"bieto'",'066«.; to®*mnh * j 47^,^ r9- ob°n ben”wN'' "etönn“S ft Z»«' ff &Ä! M. $ ^en ^echtsarc ffl,* Wften ‘"äitomin, .■ j. b7°ch°°°rL«' ,l- abgelegt, te "sdl * m fa ?en3”6all, m behauptet, diitz /““■ dLiuahiju iprocf)en, daß eine Adi' Ma erstattet habe l bau er gekommen jei oShaner entg.? °be Thiel nicht gesp lhm zu thun geliiib- eine Akten gern zur A ier -ache in Lerbindiw zeben, und er bitte, ijn ^ießt, eine Turch'iiL. cb t vorzunehmen, te. eugin Ehlert borge ede, daß am w:. Bruder auf sie cir" - geraten, Stier' " seiner Lügen tzenden, daß sie An - die Zeugin, N ■ alte. . >r kiffet au§ Uvtzrit \atff Koabit ttWspock /Pinie beem\W zu W drredeb, der N- mt m daß er eite, i tose Zeit auf beute vdrer Tochter spkch * „Entlaste Dein GmW r t wird nunnichi W derl sie auf, ihm m W i Gesicht zu fegen, or habe, als sie erklärt^ iagt mit leiser Stimme, hmmg des j 'Kt^anwalts M. Wru an Hosier Selber^ die^auptungeme täglich etwa 200 K Je Er habe vor der SternberM A en und dergl^K S “Ä^'TÄ ri F Ä» 'N lallen. ... er nif. SS"- t ei will- •Jftö*’ -u Äsung SM jW ffrt ifb ■ «f,ol > -«>" t^.^rnehmung der Schutzleute Karge und Jordan über iM/.sogen Stierstädters den beiden gegenüber; 7. Vor- teiiig von Zeugen über die Glaubwürdigkeit der Zeugin Hlert; 8. Vernehmung weiterer Zeugen über die nomlische Qualität der Zeugin Schnörwange; 9. Ver- uchnmng von Zeugen über die von Sternberg besessene Qierwäsche; 10. Vorladung eines Mannes aus Sanger- Zouseil über eine von Stierstädter gethane Aeußerung; lt. Vernehmung mehrerer Zeugen darüber, daß Arndt .kiii unglaubwürdiger Mann sei. ; Gegen einige dieser Anträge nimmt Staatsanwalt 'Staut das Wort. Justizrat Dr. Sello begründet die Anträge und befürwortet namentlich die völlige Aufklärung des Falles Leu Hauer-Arndt. Es sei höchst wichtig, festzustellen, wer . iwe Wahrheit gesprochen habe. Ter Gerichtshof behält sich die Beschlußfassung vor. Morgen wird die Verhandlung fortgesetzt. Berlin, 6. Dezember. Das Geständnis des Kriminalkommissars Thiel ist nicht auf erneutes Beweismaterial >Mä-zuführen, vielmehr hat der Beschuldigte aus sich selbst heraus erklärt, daß er ein umfassendes Geständnis Mgrn wolle, um sein Herz zu erleichtern, nachdem ..M Der Untersuchungsrichter ernstlich ins Gewissen ge- ctbet hatte. Schwurgericht. (FoNiry^ng aus btut Ersten Blatt.) 5berstaatsanwalt Dr. Güngerich geißelt es scharf, M 1 ier im Gerichtssaal der Versuch unternommen wurde, einens Toten Schlechtes nachzusagen, ein Versuch, der aller- idinge kläglich mißglückt sei. Was der Pfarrer, der dem Erstorbenen die Leichenrede gehalten, nach der Richtung Mm bete, sei müßiges Leutegeschwätz und gründe sich nickst siui Thatsachen, es vertrage sich auch nicht mit der christ- Mr Liebe, daß der Geistliche sich, wie es ihm scheine, in bi efer Sache als Zeuge hinstelle. Es handele sich hier M einen bestimmt gegebenen Fall, zu dessen Beurteilung re^rnz gleichgiltig sei, ob der Verletzte streitsüchtig und Hntellustig gewesen sei oder nicht. Es sei erwiesen, daß Ar Angeklagte die Balgerei provoziert habe, bei der ein ^cnsch ums Leben gekommen sei, der bestrebt gewesen Pä, e? zu keiner Rauferei kommen zu lassen. Dr. Günge- cidi bemerkt, daß eine fahrlässige Körperverletzung nicht gtgebtn sei. Von Notwehr könne keine Rede sein. Die Jeidjrvoreucu könnten nur die Frage wegen Körperver- Lchini.g mittelst eines Messers mit tötlichem Erfolg be- Lil)en_ Es sei in letzter Zeit in Oberhessen häufig vor- . gelonimen, daß aus Anlaß von Kirchweihen Raufereien ülaltgsefunden, bei denen bedauerlicherweise Menschenopfer äii biftlagen seien. Es seien dies in 14 Tagen drei Fälle, öbk die Staatsanwaltschaft beschäftigt haben. Früher habe man dies in der Provinz nicht gekannt. Es sei ferne ton iihm, dies dem Angeklagten entgelten zu lassen. Er Mhe aber nicht an, zu erklären, daß der Angeklagte zwar Puldig sei, aber mildernde Umstände vorliegen. Der Verteidiger Rechtsanwalt R ö m h e l d erklärt, daß «; ibont fern liege, dem Toten Schlechtes nachzusagen, er tzibe es ober für seine Pflicht gehalten, alles zu thun, em biicr in der Verhandlung den Geschworenen für die Lilttllsfiudung das gesamte die Sachlage beleuchtende Ma- äiiial vorzuführen. Die Verteidigung befinde sich nicht in bu‘r glücklichen Lage, wie die Staatsanwaltschaft, vor dir Verhandlung die Zeugen vernehmen zu lassen. Er $ibi' hier in der Verhandlung pflichtgemäß gehandelt, riiim er versucht habe, nach einer Richtung Klarheit und Aufklärung zu schaffen. Er müsse den Vorwurf, der dem Wrrer von Wirberg seitens des Oberstaatsanwalts hier Wacht wurde, zurückweisen. Dieser sei nicht die Be- . mörbc, die dessen Verhalten zu beurteilen habe. Der Ver- UMger führt die einzelnen Momente der.Beweisaufnahme : b ri Geschworenen vor, die dafür sprechen, daß der An- . d rflagte in Notwehr gehandelt habe. Es sei keinesfalls untpie'ien, daß Römer dem Schmitt den Messerstich ver jfeit, als dieser wehrlos unter ihm gelegen habe, und >)Mim könne der Angeklagte nicht verurteilt werden. Die 'Wlworenen müßten die an sie gerichtete Frage ver- : n rinen. Nach sehr eingehender Rede des Ober-Staatsau- iMs und nach dem Schlußwort des Verteidigers sind " H über dreistündigen Plaidoyers ^u Ende. Nach der : Mhtsbelehrung durch den Vorsitzenden und nachdem die «Nchworenen kaum eine Viertelstunde beraten habe, i iteünbet deren Obmann Kaufmann Josef Thüring-Bü- i öligen den Wahrsvruch, wonach der Angeklagte schuldig iimt Sinne der Anklage unter Bejahung von mildern- ß-b In Umständen. Oberstaatsanwalt Dr. Güngerich beantragt, den i b iizellagten zu drei Jahren Gefängnis zu verurteilen. Rechtsanwalt R ö m h e l d weift darauf hin, daß der ‘ ^zeülagte kein gewohnheitsmäßiger Messerheld und un- - luäaft sei: er bitte, seinen Klienten möglichst milde zu t-iftunfen und die Untersuchungshaft anzurechnen. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis. * Eie Höhe des Strafmaßes wurde mit den vom Oberstaats- umalt angeführten Gründen vom Gerichtshof gerecht* 1 foigit. Aus Stadt und Zand. Gießen, 6. Dezember. *** Ernennungen. Der Großherzog hat am 5. Dezember tisn Steuerkontroleur RegierungSaffessor Dr. Karl Becker c uns Bübingen zum Ministerialsekretär bei bem Ministerium S fet Kinanzen unb am 1. Dezember den Bizefelbwebel a. D. Ä Heßler aus Roßla zum Pedellen an der Realschule i mb doem Progymnasium in Alzey ernannt. •• Bolkszählung. Man teilt uns mit: Soweit sich bis • ermitteln läßt, beträgt Gießens Einwohnerzahl .'2*5,4100. ** Volkszählnngsresnltate aus Oberheffen: Klein-Linden - 525 (mehr 228), Schwickartshausen 290, Blitzenrod 187, : Eakummen 383, Bermuthshain 433, Nieder-Moos 293, ' ZiüUlwmbach 241, Nidda 1984, Bad-Nauheim 4322 (Zu- " in den letzten 10 Jahren 1444 Personen). Das erste Verzeichnis der bei dem Reichstage einge- < iRoen Petitionen, das uns soeben auf den Redaktions- tisch gelegt worden ist, macht u. a. folgende Bittschriften namhaft: Die freie Vereinigung der Schmiedemeister zu Darmstadt bittet, den Militärschmieden das Beschlagen von Privatpferben zu verbieten; Der Verband der Militär- Invaliden und Anwärter Deutschlands zu Darmstadt bittet um Umwandlung der Verwaltungsschreiberstellen an den Kömgl. Instituten der Artillerie ?c. in etatmäßige Stellen; derselbe bittet auch um Anrechnung der Militärdienstzeit bei Festsetzung des Besoldungsdienstalters der im CivilstaatSdienst angestellten Militäranwärter; Friedrich Bester, Eisenbahn Stationsdiätar in Hungen und Genossen bitten um Verbesserung der Anstellungsverhältnisse der nichtvorzugsberechtigten Militäranwärter; der Verband der Militärinvaliden unb Anwärter in Darmstadt bittet ferner um Abänderung des Militärpensionsgesetzes (Gewährung der Militärpension neben dem Civildiensteinkommen, Erhöhung der Jnvalidenpenfionen und Verstümmelungszulagen, Festsitzung der Entschädigung für Nichtbenutzung des Civilver- sorgungsscheins durchweg auf 12 Mk. unter Beseitigung der für die Erhebung bezüglicher Ansprüche geltenden Präklusivfristen). ** Aus dem Theaterbureau. Morgen, Freitag, wird Hermann Sudermanns „Johannisfeuer" zum dritten und letzten male gegeben. Das Gastspiel der „Schliersee 'r" beginnt bekanntlich am 8. d. Mts. mit dem Volksstück „d'Lieserl von Schliersee." Die Vorstellungen finden außer Abonnement statt. Die Eintrittspreise stellen sich im Vorverkauf auf Mk. 3.50 für Loge, Mk. 3 für Sperrsitz, Mk. 2.25 für 1. Parquet, Mk. 1.25 für 2. Par- quet (an der Abendkasse entsprechend teurer), Gallerie 75 Pfg. Sonntag geben die „Schlierseer" zwei Vorstellungen, nachmittags 4 Uhr, den „Amerikaseppl", abends 8 Uhr den „Herrgottsschnitzer von Ammergau." - r. Lang Göns, 5. Dezember. Bei der Volkszählung in unserer Gemeinde beläuft sich die Einwohnerzahl auf 1 585 Personen. Bei der Zählung 1895 betrug dieselbe 1475 - o- Mendorf a. d. Lahn, 5. Dezember. Die Bevölkerung der Gemeinde betrug nach der Zählung von 1895 646, nach der jetzigen beträgt dieselbe 705, also ein Mehr von 59 Seelen. - e- Ettingshausen, 4. Dezember. Der durch seine ausgezeichneten Pflastersteine berühmte Basaltsteinbruch am sogen. Steinköppel wurde vor einigen Tagen meistbietend verpachtet, wobei Pflastermeister Kaspar Sann mit Mk. 4.06 für den Kubikmeter Pflastersteine den Zuschlag erhielt. Der Kubikmeter Pflastersteine wird im Durchschnitt für 9 Mk. verkauft. + Harbach, 4. Dezember. Am Sonntag spielten mehrere Kinder in dem Hofe des Landwirtes Schäfer, wobei das 2jährige Kind desselben an die Dickwurzmaschine geriet, und sein rechtes Händchen zwischen die Kammräder steckte. Die Hand ist schwer verletzt, an zwei Fingern liegen die Sehnen frei, auch sollen mehrere Finger gebrochen sein. Offenbach, 5. Dezember, lieber die Fortführung der Mainkanalisation bis nach Hanau wurde in der letzten Sitzung der Stadtverordneten-Dersammlung beraten. In der Presse war jüngst gemeldet worden, daß die preußische Regierung mit der Fortführung der Mainkanalisation biß Hanau einverstanden, daß aber Bedingung für den Bau des Kanals der Bau eines Handelshafens in Hanau auf städtische Kosten sei. In Hanau aber wolle man den Hafen nur dann bauen, wenn der Umschlageverkehr ebenso wie in Frankfurt abgabenfrei bleibe. Da nun aber Offenbach diese Vergünstigung trotz aller Bemühungen bisher nicht erlangen konnte, da ferner die neue Kanalstrecke nicht ohne Zustimmung der hessischen Regierung gebaut werden kann, so hofft man, daß sich jetzt doch für Offenbach erreichen lasse, was bis dahin unerreichbar gewesen. Nachdem bereits die Handelskammer in ähnlicher Weise vorstellig geworden ist, beantragt Stadtv. Feistmann, daß auch die Stadtverord- neten-Bersammlung beschließen möge, bei dem Ministerium dahin vorstellig zu werden, daß mit Rücksicht auf die Verhandlungen mit Hanau dem StaatSvertrag mit Preußen wegen Fortführung der Mainkanalisation bis Hanau nur dann zugestimmt werden möchte, wenn auch der Umschlagsverkehr in Offenbach frei von Abgabe fei, und daß alle die Vorteile, die man zukünftig allen preußischen und bayerischen Mainhäfen zuwendet, ohne weiteres auch der Stadt Offenbach zugestanden werden. — Die Versammlung erhob den Antrag zum Beschluß. Mainz, 5. Dezember. Der Diözesan-Kirchenvorstand von Mainz beschloß in seiner heutigen Sitzung auf Antrag des Reichstagsabgeordneten Dr. Schmitt, das Gehalt des Bischofs von 12 000 Mk. auf 20 000 Mk. zu erhöhen. — Ferner besprach Dr. Schmitt das merkwürdige System, nach dem in einem Orte 10 Pfennige katholischer Kirchensteuer einzutreiben und hierfür 1,60 Mk. Erhebungskosten zu zahlen waren. Der Redner kündigte eine Interpellation im Landtage über diesen unhaltbaren Zustand an. FC. Frankfurt a. M., 5. Dezember. Gegen baß System des Maximal- unb Minimaltarifs wenbet sich bie hiesige Hanbelskammer mit einer Eingabe an den Reichskanzler, in der sie zum Schluß die dringende Bitte ausspricht: „für das Festhalten an der bisherigen bewährten Handelspolitik des deutschen Reichs, an langfristigen Tarifverträgen auf Grundlage eines Generalzoll- tarifes eintreten und bei Herstellung eines neuen Zolltarifs von bem einem Zustandekommen günstiger Handelsverträge höchst nachteiligen System eines Maximal- und Minimal- tarifes absehen zu wollen." Wiesbaden, 5. Dezember. Mit der Schulreformfrage hat sich, tote nachträglich bekannt wird, eine zu Anfang voriger Woche hier abgehaltene Geheimkonferenz von Miuisterialbeamten der verschiedenen Bundesstaaten befaßt. Es waren u. a. zugegen: Althoff - Berlin, Kerr- Stuttgart, Hamm-Straßburg, von Bumm-München, Arn- sperger-Karlßruhe, Vollert-Weimar und Waentig-DreSden. ** Kleine Mitteilungei, an8 Hessen und den Rachbarstaate^ In Frankfurt a. M. fand ein Milchmann in einem Hausflur ein Kouvert mit 4000 Mk. Inhalt und lieferte es an den Verlierer ehrlich ab. Dabei ließ ihn dieser warten, zählte das Geld in seiner Gegenwart nach unb schenkte ihm bann großmütig eine Cigarre. Der Milchmann hat ben Verlierer nunmehr auf den gesetzlichen Finderlohn verklagt. — In Griesheim erreichte ein zweijähriges Kind von seinem Bettchen aus Feuerzeug, das es im Spielen in Brand setzte. Daß Bettchen fing Feuer und das arme Kind sand in den Flammen seinen Tod. — In dem Dampfsägewerk und Holzhandlung der Herren Sondermann u. Bücking in Alsfeld brach am Abend des 4. d. M. Feuer aus, welches das Maschinenhaus unb anstoßenbe Schuppen in Asche legte. Größere Holzbestänbe verbrannten. Die Maschinen sind ebenfalls burchglüht unb somit vernichtet. Der Schaben ist zum Teil durch Versicherung gedeckt. Die Feuerwehren waren bis zum frühen Morgen in Thätigkeit. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbatbfeier am 8. Dezember 1900. Freitag abend 4 Uhr, Samstag vormittag 8« Uhr, nachmittag Ubx, Sabbachausgang Ms Ubr. Nachmittag 2« Uhr Schrifterklärung. Wvckengottesdienft: morgens 7 Uhr, abends 4 Uhr. Neueste Meldungen. (Telephon-Meldungen des „Gießener Anzeigers".) Darmstadt, 6. Dezember. Die Zweite Kammer der Landstände wurde heute vormittag 10Uhr20Min. durch den Präsidenten Haas eröffnet. Derselbe verlas eine Botschaft des Großherzogs, in der dem hohen Hause der Tod des Prinzen Heinrich von Hessen mitgeteilt wird. Der Präsident gedachte in warmen Worten der großen Verdienste des Dahingeschiedenen. Die Abgeordneten erhoben sich von den Sitzen. Hierauf wurde beschloffen, dem Großherzog eine Adresse zu senden, deren Tenor morgen festgestellt wird. Hierauf wirb bet als Ersatz bes auSgeschiebenen Abg. Dr. Schroeber neu- gewählte Bürgermeister Koch-Oppenheim eingeführt und vereibigt. Vor Eintritt in bie Tageßorbnung stellt ber Staatsminister Rothe bem Hause ben neuen Präsidenten des Finanzministeriums, Gnauth, vor. Alsdann tritt baß Haus in bie Beratung über ben Gesetzentwurf, betr. bie Dienstbezüge bet staatlichen Forstwar te, ein. Die Regierung verlangte 211,000 Mk., während die Mehr- heit des Ausschusses nur 70 Prozent verlangt. Die Debatte wird wohl den heutigen Tag ix Anspruch nehmen. Darmstadt, 6. Dezember. Der Regierungsbauführer Heinrich Koch aus Alsfeld wurde zum RegierungS- baumeifter ernannt. Frankfurt a. M., 6. Dezember. Heute wütete am ganzen Niederrhein ein gewaltiger Orkan, ber beträchtliche Verherungen anrichtete. Rom, 6. Dezember. Der Tiber ist stark gefallen. Die antjke Kirche San Eli g io droht vollständig zn- sammenzubrechen, ebenso mehrere in der Nähe befindliche Häuser. Mehr als 300 Familien mußten ihre Wohnungen verlassen. Der an das eingestürzte Quai angrenzende Teil bis zur Palatino-Brücke neigt sich immer mehr. Tas Erdreich senkte sich um über zwei Meter. Eine Katastrophe ist unaufhaltsam. Dabei herrscht seit gestern früh wieder Regenwetter. Die Tiber-Insel San Bartolomeo ist schwer beschädigt, namentlich die Klosterkirche. Unweit des V a t i t a n s senkte sich das Erdreich in beunruhigender Weise. Mehrere Häuser wurden schleunigst geräumt. Der Sck)aden, den das Wasser allein am Quai angerichtet hat, wird auf 12 Mill. Lire geschätzt. New-York, 6. Dezember. Auf dem Atlantischen Ozean wütet ein . Januar Z - MMlWhlMg. Angebote unter A W cm Haaseusteiu u. Vogler, A. G., Gießen. Kellner gesucht. Bei der am Samstag dem 8. d. Mts. stattfindenden großen Einweihungs- sestlichkett werden 20 bis 25 kautionS- FWpeksmtikmiNeu gesucht. 7918 Alexander Mayer. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hin- fcheiden unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Katharine Pansch insbesondere sür die trostreiche Grabredr des Herrn Pfarrer Schloffer, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagt innigen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Kramer, Briefträger. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Großen Liubeu für das Jrhr 1901/1902 liegt vom 8. Dezember l. I. einschließlich an während acht Tagen zur Einsicht und Entgegennahme etwaiger Einwendungen in dem Geschäftszimmer des Großh. Beigeordneten Luh dahier offen. Großen-Linden, den 5. Dezember 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Llnden. 7920] Möbl. Zimmer per 1. Januar zu vermieten. Ostanlage 31, part. , finiofl8' KL ■gt-jli: fflit U Llättcr Var evang. 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Lucie Kugler Arno di Wnl H. SckoelnM^ Wilhelmine F Willy Reinhard Lorenz Kirchner. Frieda Kruse. Marie Eichenwall Mr lesen in her „Äi Mai W» Staatsanwalt bit ü. d.L. ist geeignet, n , steht es ja selbstverstan ^Tctoaitung, die Beamten mnft des Dienstes zu ve: ke inem Zweifel unterliegen, b::e W ^iffyn Simburg ®c Arie. 86er hier hat 6er Zc-rsetzk, der öon her anti(em iMeftiobtt wurde, bem w Dur^rf, alle Spuren nicht - tzuld der Juden hindeute Iiihtdbar nach Beendigung Liesten versetzt wird, so fön >w: Justizverwaltung bem pceste nachgegeben habe, b’ «chebt. Es ist selbstverstä! »t:it davon entfernt ist, VMfche der antifemitifche 1 lWfo M \\i wußte «ob dies Mhe, und zwo ams Anregung des Beau koenn auch bann mußte f gewartet werden. W,e fn Anlassen zu »erfalten j geleg ; entnommen werden; auch Jb« antisemitischen PiZ 'VfaatSmEichaft, vor c mnwalt der Odrrtandrsa »'Genien dieses Gerichtshof ^reßauslossungen, die s< Damalige Justiwerwaltuni mm-d and) tas^in, 2 lun die autf( ^rfügt werben fann. g E* f«r » Neto ® war fu Qu^t Amt SSSSSSSvooSSSooooooSM Giessener Stadttheater. Freitag den 7. Dezember 1900: Zum dritten und letzten Malt! Johannisfeuer. Schauspiel-Novität in 4 Akten von - ‘ • (Offene li teil en lleöÄarW llsW;.’JO Steril Li Smie Ä fojldampftr roa Sraves Mädchen gegen guten Lohn für einen kleinen Haushalt gesucht. Näheres Neuen-Bäue 43, Part. Kran. Ditugluiidmn 2. Tticht. Kaufm., 26 I. alt, evgl., mit all. Kontsrarb. verlr., sucht, gest. auf pa. Zeuan. u. Ref., per 1. Jan. 1901 dauernde Stell, in hies. Gesch. Gefl. Offerten u. K W 05186 an die Exped. d. Bl. erb. Mädchen aus guter Familie sucht Stelle als Verkäuferin in einem «olonialwarengeschäst. 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Ende lO’/i üür- Eintrittspreise im »otvetta* ■ Loge 3.50 Mk., Sperrsitz 1. Parkett 2.25 Mk., 2. Parkett I.Lo Ai Estrade 1.50 Mk. o . M, An der Abendkasse: Loge 4.-^ Sperrsitz 3.50 Mk., 1. Parkett 2.50 2. Parkett 1.50 Mk, Gallerte 75 W Preisangeborsformulare sind daselbst gegen Erstattung der Kopial geoühren erhältlich. . . Angebote find bis zum 18 Dezember d. IS , abends « Uhr. auf dem Bureau der Spar- und Leihkaffe in verschlossenem Couvert, mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichrn. Gießen, den 5. Dezember 1900. 7028 Direktion der Spar- und Leihkasse Giesten. Wiener. ” ftinfl.^liilnimebl,6pe5rTi28* ftinUeü Koihmkhl, n : «: empfiehlt 7924 Carl Petri. Marktplatz. Heringe per St. 6 Fig., Rollmöpse „ „ 6 „ enS“ Carl Petri. *•