Nr. 235 Zweites Blatt. Sonntag de» 7. Oktober 15». Jahraana i»o^ Henerat-^n^eiger Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen deS In« und Auslandenehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis norm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Erscheint täglich ▲»-/ — äj u.___ mit Ausnahme des ä M Kreßener Auzerger Aints- und Anzeigeblntt fuv den Kreis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schnlstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Gouverneur von Liebert. In der „Deutschen Kolonialzeitung" nimmt der Gouverneur von Deutsch^)stafrika, Generalmajor v. Liebert, das Wort zu einer längeren Darlegung über die Ziele und die Erfolge seiner vierjährigen Amtsführung in der Kolonie: Als Herr v. Liebert im Dezember 1896 zum Gouverneur ernannt wurde, stellte er sich, wie er schreibt, für seine Amtsführung das folgende Programm auf: 1. Herstellung absoluten Friedens im ganzen Gebiete der Kolonie. 2. Ausbreitung der deutschen Verwaltung über das ganze Land. 3. Einführung der von seinem Vorgänger v. Widmann angeregten und vorbereiteten Hütten- und Gewerbesteuer. 4. Aufschließung des Landes durch Wege und Eisenbahnen. 5. Förderung jeder wirtschaftlichen Unternehmung seitens des Gouvernements. Die Durchführung des ersten Punktes, die H e r - stellung b e £ Friedens in der ganzen Kolonie ist, wie Herr v. Liebert im einzelnen schildert, vollkommen gelungen; er läßt hierbei der Thätigkeit seiner Osfiziere, wie Prince, v. Prittwitz, Ramsay, Bethe, Langheld, Puder, Gaußer, gerechte Anerkennung widerfahren. Besonders kennzeichnend für die jetzt in der Kolonie herrschende Sicherheit ist die Thatsachss) daß die Wanyamwezi im Bezirke Tabora, von denen seit längerer Zeit „alte Afrikaner einen Aufstand befürchteten, sich vollkommen ruhig verhielten, trotzdem im verflossenen Jahre der Bezirk Tabora von der Besatzung fast ganz entblößt und nur mit wenigen Askaris besetzt war. Auch die Höhe der in diesem Bezirke ohne allen Zwang aufgebrachten Steuer habe in Dar-es-Salaam allgemeines Erstaunen hervor- gerusen. Herr v. Liebert versichert, wenn nur eine .An- oeutung von einem Ausstande gewesen wäre, so hätte er wahrlich die Kolonie nicht verlassen, sondern erst diese Gefahr persönlich beseitigt. Was die Ausbreitung der deutschen Verwaltung bis an die großen Seen anlangt, so betont Herr v. Liebert, daß er zur Verwaltung der bedrohten Grenzen und zur Einrichtung staatlicher Verrval- tung veranlaßt worden sei einerseits durch die Uebergriffe der Engländer, diie sie sich von Centralafrika her im Gebiete zwischen Nyassa und Tanganyika erlaubten, wo der Kautschuk von Händlern auf dem Wege des schlimmsten Raubbaues aus dent Lande geholt, Träger nach Belieben weggeführt wurden usw., und andererseits durch die großen Militärrebellionen in Britisch-Uganda und im Kongostaat Diese Maßregel habe sich insofern gut bewährt, als an keinem Punkte unsere Grenze irgendwie gefährdet, sondern mit heiliger Scheu von den Rebellen gemieden wurde. So ward überall der Friede in jenen weltenfernen Gebieten gewahrt. Ferner ging das Bestreben dahin, die Schutztruppe überall zu kulturellen Aufgaben heranzuziehen, und da diese Aufgabe im fernen Westen lagen, so wurden alle an der Küste stehenden Kompagnien ins Innere gesandt; auch die beiden einzigen gegenwärtig an der Küste, in Dar-es-Salaam und in Lindi, befindlichen Kompagnien sind zumeist mit Wegebauten und ähnlichen Kulturarbeiten beschäftigt. Infolge dieser Ausdehnung einer geordneten Verwaltung sind die großen Seen thatsächlich an die Küste angeschlossen, und ist aus dem losen Begriff der deutschen „Interessensphäre" eine wirkliche Kolonie entwickelt. Gouverneur v. Liebert legt Wert darauf, daß das an die Stelle des Wortes „Schutzgebiet", das sich im Grunde nur üuf die Gebiete der Ostafrikanischen Gesellschaft bezog, das Wort „K o l o n i e" tritt, weil die Verwaltung eine ganz andere, viel intensivere ist, als sie einem Schutzgebiet zukommt. Gerade den Engländern gegenüber ist es von Wichtigkeit, nur von der deutschen Kolonie und von deutschen Unterthanen — nicht Schutz befohlen en — zu sprechen. Da. letztere ordnungsmäßig besteuert werden, so gehören sie auch in die Kategorie der Unterthanen. Bei der Durchführung der dritten Aufgabe, der Hütten - und Gew erbe st euer, war für die ersten Jahre große Schonung und Nachsicht empfohlen ; die Steuer sollte nur erhoben werden, soweit der friedliche Machtbereich der Station reicht. Es haben sich hierbei keine Schwierigkeiten ergeben, sondern die lokalen Verwaltungsbehörden kamen vielmehr in intime Berührung auch mit den entferntest wohnenden Eingeborenen, und schon im Jahre 1899 zeigte sich die bedeutende Zu- nabme des in Kultur genommenen Landes und der in die Städte strömenden Produkte. Im Bezirke Tabora mußte die Steuererhebung eingestellt werden, weil die Massen des eingelieferten Korns pus Mangel an Verkehrsmitteln keine Verwendung finden konnten und verdarben. Das finanzielle Ergebnis war in runden Zahlen folgendes: 1898 1899 1900 1901 Eta'sansatz 100 000 Mk. 350 000 Mk. 560 000 Mk. 1000 000 Mk. Wirklicher Ertrag 300 000 „ 850 000 „ vorauss. IM'll. ? Von vornherein war bestimmt, daß in den Küsten- bezirken 50 Prozent, in den inneren Bezirken 10 Prozent des Steuerertrags den Bezirken selbst für die Kosten der Erhebung und für lokale Zwecke (Wege, Brücken, Schulen, Krankenhäuser) verbleiben solle. Als die Ergebnisse auch im Innern so überraschend günstig sich gestalteten, verfügte der Gouverneur, daß alle Bezirke 5 0 Prozent für ihre Lokalverwaltung zurückbehalten sollten, um dadurch das Interesse der letzteren zu heben. Diese Verfügung erregte etatsmäßige Bedenken und mußte zurückgenommen werden; Herr v. Liebert hofft, daß sie mit dem Etat für 1901 in Kraft treten wird. Er bemerkt ferner, jeder, der Land und Leute kennt, werde bezeugen, daß die Kolonie dem Gouverneur v. Wiß- mann und dem damaligen Finanz-Direktor v. Bennigsen für die Einführung der Steuern sehr dankbar sein muß, und daß hier ein hochwichtiger.Kulturfaktor für die Entwickelung der Kolonie gegeben ist. Die Einnahmen der Kvlonie haben sich trotz Herabminderung der Zollerträge von 1,6 Millionen 18'9 6 auf 3,5 Millionen im Etat für 19 01 gesteigert. In allererster Linie war das Augenmerk des Herrn v. Liebert aufdieHerstellungguterWegverbind- ungen gerichtet, und die Schutztruppe wurde überall bereitwillig für Wegearbeiten zur Verfügung gestellt. Es wurden folgende großeStraßenzügeherge stellt: 1. Tanga—Kilimandjaro; 2. Pangani—Jrangi—Vkuanza; 3. Dar-es-Salaam — Kilossa — Mpapua — Tabora — Ujiji; 4. Tabora—Muanza; 5. Kilwa—Songea—Wiedhafen; 6. Lindi—Songea (noch in Arbeit). Die Schnelligkeit des Reisens dürfte fast die doppelte gegen frühersein. lieber die vom Gouverneur seit jeher mit besonderer Energie vertretene Centraleisenbahnfrage schreibt er: „Aber alte diese Mühewaltung kann nur ein Tropfen auf einen heißen Stein bedeuten, solange der Kolonie das! große moderne Verkehrsmittel, die Eisenbahn, und zwar eine Hauptader quer durch das Land, fehlt. Ich kann mich hier nicht über die weitschichtige Angelegenheit verbreiten, sondern habe nur zu erklären, o a ß m i t d e m B a h n b a u die Kolonie steht und fällt, sie ohne ihn wirtschaftlich nicht bestehen kann. Der Handel muß immer tiefer sinken, foiie moralische Depression der Kaufleute ist draußen schon schlimm genug. Das Uebersiedeln deutscher Firmen nach Mombassa und Nairobi sowie nach Chinde, die Wendung des Verkehrs von Tabora nach Nairobi statt nach Dar-es-Salaam sind verhängnisvolle Anzeichen für die Zukunft. Sollte der Reichstag die jetzt bis ins kleinste ausgearbeitete Bahnvorlage wiederum ablehnen, so ist aller Krinnerungen an den verstorbenen Minzen Keinrich von Kesten ______ veröffentlicht in der „Darmstädter Zeitung" Hauptmann Geb hur b Zernin. Es ist barm auch von ben Beziehungen ,des Prinzen. zum «General August v>. Gäben die Rebe. Eine schriftliche Mitteilung bes Prinzen aus dem Jahre 1881, seinerzeit in der Darmstäbter „Allgemeinen Militärzeitung" erschienen, handelt von dem Sieger von St. Quentin, ben ber Prinz für „einen ber genialsten und kühnsten, wenn nicht für ben genialst - sten Heerführer in ben beiben letzten Campagnen hielt, und verdient der Vergessenheit entzogen zu werden. Sie lautet: „Ich glaube Ihnen bereits mündlich eine Episode t)on seinem (Göben's) beschwerlichen Rückmarsch aus e 11 (Gäben focht, wie man weiß, von 1838 bis 1840 Parteigänger des Don Carlos in Spanien) mit- geteut zu haben, wollte es aber doch nicht unterlassen, darauf zurückzukommen, weil mir das Erlebnis von ihm selbst w seiner anspruchslosen Weise mitgeteilt wurde, wenn ich auch im Zweifel bin, ob sich diese schlichte Erzählung zu einer Veröffentlichung eignet. Ganz ohne Mittel, hatte von Göben die letzten Wochen nur von unreifem Obst gelebt und die Nächte auf freiem Felde zugebracht. In der sogenannten Eberstädter Tanne schloß er sich einem wandernden Bäckerburschen an und sagte ihm, er habe nun das ewige Schlafen unter freiem Himmel herzlich satt und wollte sich in Darmstadt arretieren lassen, unt endlich einmal wieder unter Dach und Fach zu kommen. In der Stabt angekommen, melbet er sich auch wirklich beim Bürgermeister als Bagabonb unb hofft, nun hinter Schloß unb Riegel gebracht zu werden uno ein Stück Brot zu bekommen. Er wirb jeboch nach seinen Papieren gefragt, unb ba stellt sich heraus, baß sie vollkommen in Orbnung, man ihn also, auch mit beut besten Willen nicht festhalten kann. Ganz trostlos, ausgehungert unb totmübe, muß er nun weiterziehen. Da hörte er, noch in ber Stadt, im Vorübergehen an ein Fenster pochen, unb „siehe ba, es war mein Bäckergeselle!" 12 Kreuzer, die dieser ihm in die Hand drückte, ermöglichten ihm ein Unterkommen in der Handwerkerherberge. „Dies war mein erster Besuch in Darmstadt", so schloß er seine Erzählung. „Das zweite Mal, im Jahre 49, mürbe ich, in Begleitung S. K. H. bes Prinzen von Preußen, mit Hofequipage vom Bahnhof abgeholt, unb bas brüte Mal, im Jahre 66, rückte ich als General an ber Spitze meiner Truppen in bieselbe Stabt ein. So wechselvoll kann unser Schicksal sein! Dies bie schlichte Erzählung. Ihr ergebener H., Prinz von Hessen". Ktteratur. — Illustrierte Geschichte der deutschen Litteratur mit ausgewahtten Proben aus den Hauptwerken hervorragender Dichter. Herausgegeben vonJ.G.Vogt. 2 Bände. In Lieferungen L 10Pfg. Verlag von Ernst Wiest N achf., Leipzig. Ltefg. 66 bis 60. „Wie eine Springflut war der Sturm und Drang über ganz Deutschland dahingebraust, alle Gemüter bis in die üessten Tiefen erregend, alle Herzm erschütternd. Allmählich aber glätteten sich die Wogen der ungestümen Bewegung und wie die Sonne glänzend und strahlend über dem beruhigten Meer aufgeht, die letzten Schimmer ungewissen Dunkels verscheuchend, so stieg als leuchtendes Gestirn der junge Goethe aus der Gärungsepoche am Firmament der gebildeten Welt empor...Mit diesen Worten eröffnet Vogt den 2. Band seiner Litteraturgeschtchte und die Biographie Goethes. Der Verfasier weilt länger und ausführlicher bei der Beschreibung des Lebens Goethes und entrollt ein treues und packendes Bild vor unS. Wir sehen der Fortsetzung mit Interesse entgegen. Der Zusammenbruch" (Der Krieg von 1870/71). Roman von Emile Zola. Illustrierte Ausgabe. Von dieser in 25 Lieferungen in der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart erscheinenden Ausgabe des packend geschriebenen Romans liegen uns nunmehr die Lieferungen 6 bis 12 (Preis jeder Lieferung 40 Pfg.) vor. Wer die glänzende Darstellungsgabe Zolas kennt, der weiß, daß die Schlachtenbilder, die er entwirft, von urwüchsiger Kraft und plastischer Anschaulichkeit sind. Die Schilderung der Schlacht von Sedan bildet den Glanzpunkt. Die Greuelszenen in Bazeilles, die entsetzliche Thätigkeit in den improvisierten Spitälern, sie fesseln trotz des schauerlichen Objekts der Darstellung. Die Streiflichter, welche auf die besiere französische Gesellschaft, auf die Verweichlichung der Kommandeure, auf das furchtbare Treiben der Freischärler fallen, vervollständigen das keineswegs beneidenswerte Bild. Die Uebersetzung des Romans ist eine vortreffliche und die zahlreichen Illustrationen von Adolf Wald, Fritz Bergen und Ehr. Speyer veran- schaultchem dem Leser die dichterische Schilderung in lebendigster Weise. — Die Welt im Bild zeigt in ihrer neuesten jetzt erschienenen Nummer die »Berliner Illustrierte Zeitung", Bilder zum Krieg in China, zu den großen M-nöoern in Frankreich und Italien, zum Gartenbaufest in der Weltausstellung, Porträts vom Tage aus aller Welt, Auöwandererbtlder und anderes mehr. Den großen sozialistischen Parteitag in Mainz zeigt uns eine Aufnahme im Moment der Rede Bebels über die Teilnahme an den Landtags- wablen. Der w ssenschaftlichen Ballonfahrt, die »rotz ihres äugen» blicklichen Mißlingens das Jnterisse aller Fachkreise hervorgerufen hat, ist eine Reihe von außerordentlich anschaulichen Momentbildern gewidmet. E'ne Serie über „Berühmte Männer in Nebenbeschäftigungen" eröffnet in gleicher Numm-r der Maler Profeffor Hubert von Heikomer, der uns in zahlreichen Bildern in seiner ganzen Genialität als Schauspieler, Dichter und Komponist entgegentritt. Der Unterhaltungsteil bringt die Fortsetzung des Romans Inga Heine von Blicher Clausen, eine Novelle, Rätsel und Humoristisches. Alle Buchhandlungen nehmen Bestellungen en'gegen. — Roman- Nachlieferung sendet auf Wunsch die Hauptexpedition Berlin SW., Charlottenstraße 9. — Das „Neunzehnte Jahrhundert in Bildnissen" (Berlin, Photographische Gesellschaft), diese „allgemeine internationale Biographie unseres Jahrhunderts", herausgegeben von Karl Werckmeister, bietet dieses Mal in Lieferung 54 und 55 mit den Tafeln 425 bis 440 die Bildnisse von Antonio Rosmini, jenem Manne, in dem sich Genie, Wißen, Hoheit der Gesinnung, Selbstlosigkeit und Heiligkeit des-Wandels in höherem Grade als in irgend einer anderen Erscheinung des modernen Katholizismus vereinigt fanden, wie Franz Xaver Kraus in der begleitenden Biographie sagt, vom Padre Angelo Secchi, Jesuiten und gleichzeitig einem der bedeutendsten Astronomen des Jahrhunderts, von Stendhal (Henry Beyle), jenem geistvollen ffanzösischen Sonderling, John Lothrop Motley, dem amerikanischen Historiker (gemalt von Watts), William Booth, Stifter und Seele der Heilsarmee (nach dem Bilde von Herkomer), Lord Armstrong, dem englischen „Krupp", von David Edward Hughes, einem der feinsten Neuerer der Elektrotechnik (Mikrophon) und von dem großen Ingenieur John Ericson (Heißluftmaschine, Schraubendampfer). Weiter finden wir die Bildnisie der Politiker D. O'Connell und Franz Deäk und von Deutschen Dr. Eduard Schnitzer aus Oppeln, bekannt unter dem Namen Emin Pascha, nach einer ausgezeichneten in Kairo gefertigten Naturaufnahme, Johann Heinrich Mädler, den Meister der „Populären Astronomie" (nach einer vorzüglichen Lithographie), Hermann Gruson, den Fabrikanten des Hartgußeisens und der Panzertürme (gemalt von Max Koner) und den, der dem Gesamtbild des neunzehnten Jahrhunderts als Humorist nicht fehlen darf, Wilhelm Busch, nach dem trefflichen Bildnis von Lenbach. Die reichhaltigen Themen, die diese Männer bieten, sind von den bekannten Mitarbeitern in den begleitenden Biographien wie immer erschöpfend behandelt worden. Deutscher Fleiß und das ganze bisher dort angelegte Kapital verloren." Ueber seinen Verkehr mit den deutschen Unternehmern in der Kolonie beruft sich Gouverneur v. Liebert auf das Zeugnis der zahlreichen Kaufleute, Pflanzungsleiter, Ansiedler usw., die ihn in Tar-es-Salaam aus geschäftlicher Veranlassung ausgesucht haben; dieselben werden zugeben, daß dort kein bureaukratischer Zopf herrschte, sondern ihre Wünsche stets schnell und prompt von Mund zu Mund unter sofortiger Heranziehung der betreffenden Referenten erledigt wurden. Derart wurde die Landangelegenheit zwischen den großen Plantagen in Westusambara geregelt, die Rufidschi-Jndustrie-Gesellschaft gegründet, der Verkauf der Plantage Kurassine abgeschlossen, mit einer Siedelnngsgesellschaft für Westusambara verhandelt. Bezüglich feiner Stellung zu dem vielgenannten Deutsch en Transportunternehmen, wobei ihm Zweideutigkeit vorgeworfen wurde, stellt Herr v. Liebert fest, daß d rei Herren von jener Firma ihn in liebenswürdiger Weise aufgesucht, ihm ihr Bedauern über die Veröffentlichung seiner P r i v a t b r i e f e ausgedrückt und bestimmt erklärt haben, daß sie und ihre Firma den taktlosen Angriffen lauf Herrn v. Liebert gänzlich fern ständen. Herr v. Liebert schließt seine Ausführungen folgendermaßen: „Vier Jahre hindurch habe ich dem Reichsfiskus einen Vizegouverneur und einen Kommandeur der Schutz- Gruppe erspart. Diel Arbeit dreier Aemter ruhte auf weinen Schultern. Ich habe alle Konzepte durchgesehen und gezeichnet und alle Reinschriften unterschreiben müssen. Meine Reisen habe ich mit höchstem Rekord ausgeführt, nm möglichst viel vom Lande selbst zu sehen und andererseits nicht lange meine schriftlichen Arbeiten zu unterbrechen. Nur wenige Tage bin ich krank gewesen. Wenn mir jetzt bei der Rückkehr in die Heimat von einigen Seiten Undank entgegentritt, so muß ich mich mit Gleichmut darüber trösten. Mir genügen ein gutes Gewissen treuer Pflichterfüllung und die volle Zustimmung meiner afrikanischen Mitarbeiter." Politische Tagesschau. Die Kolonial - Abteilung des Auswärtigen Amtes hat der Deutschen Kolonialgesellschaft auf ihre Eingabe betreffs der Da m p f e r v e r b i n d u n g mit den deutschen Schutzgebieten in der Südsee unter dem 14. v. Mts. eine vom Kolonialdirektor Dr. S t ü b e l unterzeichnete Antwort zugehen lassen, nach der die angestrengten Bemühungen der Kolonialverwaltung in der gewünschten Richtung erfolgreich gewesen sind. Das Schreiben teilt mit, daß Dank dem Entgegenkommen der betei- ligten Reichsbehörden und Gesellschaften nachstehende Ergebnisse erzielt worden sind: Der Norddeutsche Lloyd hat sich entschlossen, seine bisherige Zweiglinie Singapore— Neuguinea zunächst probeweise und ohne Erhöhung der Subvention durch zwei neue Linien zu ersetzen. Die - eine verbindet Singapore—Neuguinea—Australien. Tie zweite wird von Hongkong über Marianen, Karolinen und Neuguinea nach Australien betrieben. Von den Erfolgen des Probejahres werden die weiteren Maßnahmen betreffs dauernder Einrichtung dieser Verbindungen abhängen. 2. Seitens der R e i ch s p o st v e r w a l t u n g ist mit der Jaluitgesellschaft ein Vertrag zu stände gebracht worden, wonatch die letztere sich verpflichtet hat, eine zwölfwöchentliche Postdampferverbindung von Sydney über Jalnit, Kusaie, Ponape, Ruk, Dap und zurück über Ponape, Jalnit, Sydney vom Januar nächsten Jahres ab einzurichten. Der Görlitzer Parteitag der Freisinnigen Volks Partei wird sich mit einer ganzen Reihe von Anträgen zu befassen haben, von denen wir zwei hervorheben. Ter Vorstand des Wahlvereins der Freisinnigen Volkspartei im zweiten Berliner Wahlkreise beantragt zu erklären: „Tie Theater-Zensur, insbesondere in ihrer neuesten Handhabung, läuft in ihrer Wirkung auf einen Sonderschutz ohnehin begünstigter Klassen hinaus und stellt sich als eine schwere Beeinträchtigung der Freiheit der Litteratur und der Kunst dar. Es ist daher seitens der Parteigenossen im Landtage auf eine Beseitigung dieses Ueberbleibsels aus der vormärzlichen Zeit hinzuwirken und dabei auch zum Ausdruck zu bringen, haß die in der Theater-Zensur jetzt herrschende Praxis auch als ein Ausfluß des in gewissen Kreisen verbreiteten Pietismus anzusehen ist." Ferner beantragen die Telegierten der drei Hamburgischen Wahlkreise folgende Resolution: „Tie von Interessenten der Landwirtschaft und der Industrie erstrebte weitere AusbildungdesSchutz- z o l l s y st e m s muß unausbleiblich zu einer Verteuerung der gesamten Lebenshaltung der Arbeiter, zu Unzufriedenheit, Streiks und Steigerung der Arbeitslöhne führen. Sie belastet daher nicht nur die minder Leistungsfähigen ganz außerordentlich, sondern muß auch die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands auf dem Weltmärkte und damit die Entwickelung unserer Handels- marine hemmen. Ter erhoffte Gewinn für die Landwirtschaft wird auch nur vorübergehend und imigrär sein, denn dre notwendig eintretende Steigerung der Arbeitslöhne würde die L e u t e n o t auf dem Lande noch weiter vermehren und so die Landwirtschaft schädigen. Die Frersrnnrge Volkspartei verwirft eine solche Wirtschafts- polrtrr, dre nicht national, sondern antinational sein wurde, auf das entschiedenste und erwartet von ihren werden " e^, Dieselbe energisch bekämpfen Die mehrfachen Angaben, in denen neuerdings von der Moglrchkert gesprochen wurde, daß an Stelle des Generals v. Lrebert der bisherige Konsul Frhr. v Rechen- berg in Zanzibar zum Gouverneur von Ostafrika ernannt werden würde, erscheinen nun ganz gegenstandslos, da Herr v. Rechenburg, wie offiziös mitgeteilt wird, auf d->n Konsulatsposten in Moskau versetzt ist. Er löst dort den Frhrn. v. Humboldt-Tachroeden ab, der das durch den Tod von Richard Lindau erledigte Generalkonsulat in Barcelona erhält. Nachfolger des Frhrn. v. Rechenberg in Zanzibar wird der Vicekonsul Graf Hardenberg. Ferner ist das Konsulat in Söul dem bereits mit der Verwaltung des Postens betrauten metscher Weipert verliehen worden._________________ Ein Gründungs-Prozeß. n. Im Wendland-Prozesse nahm Landgerichls- direktor Müller am Donnerstag die Verhandlungen wieder aus. Diese ersteckten sich wiederum aus die Vorgänge bei der Gründung der Genossenschaft und der späteren Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft aus Aktien, sowie auf die Prüfung des Prospekts und seiner thatsächlichen Angaben. Hervorzuheben ist u. a. eine Bemerkung des Vorsitzenden, daß der Angekl. Wendland die „Allgemeine Börsenzeitung^ für etwa 13 000 Mk. gekauft und etwa IV2 Jahr später das mit dem Bankgeschäft verbundene Verlagsgeschäst an den deutschen Bankverein E. G. für 110 000 Mk. verkauft hat. Was die Streitfrage der „Veröffentlichung" betrifft, so behauptete Wendland nach wie vor, daß der Prospekt lediglich an eine Anzahl von Kunden in geschloffenem Couvert geschickt worden sei; er bestritt entschieden, daß der Prospekt auch der „Allgem. Börsenztg." beigelegen habe. Die Vernehmung einiger früheren Angestellten der Genossenschaft brachten in dieser Beziehung keine belastende Aufklärung. Lehrreich waren die Bekundungen des früheren Vorsitzenden des Aussichtsrats, Privatiers Hilmar v. Wilke. Er hat sich, wie er auf Befragen des Vorsitzenden angab, um die Geschäftsführung nicht bekümmert, sondern vorwiegend die Kasse revidiert. Dabei hat ihm nicht immer ein beglaubigter Abschluß eines Bücherrevisors vorgelegen, er hat, wie er sagte, immer vollstes Vertrauen zu den Angaben Wendlands gehabt. Er har auch die Prüfung des Prospekts nicht vorgenommen, avch in dieser Beziehung der besseren Einsicht des Herrn Wendland vertraut und seinerseits die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien aus dem Grunde für empfehlenswert gehalten, „weil er immer gehört hatte, daß bei Aktiengesellschaften viel Geld verdient werde." (Heiterk.) Auch die übrigen Aussichtsratsmitglieder haben sich nach den Bekundungen dieses Zeugen auf eine besondere Prüfung der Kassenabschlüsse nicht eingelassen, sondern volles Vertrauen zu Wendland gehabt und das, was dieser ihnen vorlegte, unterschrieben. Zeuge v. Wilcke konnte auch nichts darüber bekunden, waS die einzelnen in die Genossenschaft eingebracht haben, sondern hat davon nur par distance gehört. Für seine Stellung als Aussichtsrat hat der Zeuge Gehalt nicht bekommen, sondern nur für die Sitzungen des Aufsichtsrates an Versäumniskosten je 3 bis 5 Mk. erstattet erhalten. Der Vorsitzende wies daraus hin, daß Wendland in wunderbarer Weise Aufsichts- ratSmitglieder beschafft zu haben scheine; das gehe aus einem Briefe eines Hauptmanns v. Schulz hervor, in welchem es heiße: „Lieber W.! Ich hatte keine Ahnung, daß ich Aussichtsrat bin; da ich Standesbeamter bin, kann ich einen sochen Posten unmöglich annehmen rc." — Der Zeuge Rechtsanwalt Dr. Max Hofsmann ist Syndikus der Genossenschaft gewesen. Nach seiner Kenntnis der Dinge war Wendland die Seele des ganzen Unternehmens; in den Aufsichtsratssitzungen hat W. gewöhnlich über den Stand der Dinge referiert; er genoß bei den Aufsichtsratsmitgliedern volles Vertrauen. Der Zeuge ist mit einer Einzahlung von 500 Mk. Genossenschafter geworden und der Sache überhaupt dadurch näher getreten, daß Wendland, dessen außerordentliche Arbeitskraft er kennen gelernt, sein Klient war. Einige Zeit vor der Liquidation ist Zeuge aus der Genossenschaft ausgetreten. Er hat die Lage der Genossenschaft, soweit er sie aus den Berichten kannte, nicht für ungünstig gehalten und ein Ausgeben der genossenschaftlichen Form der Gc- schästshandhabung gutheißen können. Bezüglich der Umwandlung habe zwischen ihm und Wendland Meinungsverschiedenheit bestanden. Während er die Form einer einfachen Aktiengesellschaft anriet, habe Wendland die Form der Kommanditgesellschaft aus Aktien vorgezogen, um durch das Eintreten der persönlich hastenden Gesellschafter mit ihrem ganzen Vermögen das volle Vertrauen der Geschäftsleiter zu dem Unternehmen zum Ausdruck zu bringen. Demgegenüber hob der Vorsitzende hervor, daß die gute Absicht, selbst in die Bresche zu springen, vou Wendland nicht ausgesührt worden sei. Derselbe habe vielmehr seine eigenen Aktiva schleunigst ab- geschoben und beispielsweise das Kassa-Konsortium mit 159 Stück dieser noch garnicht börsenfähigen Aktien beglückt. Rechtsanwalt Dr. Hoffmann, der Mitglied dieses Kassa-KonsortiumS war, hat letzteres als „stille Gesellschaft" aufgesaßt, die mit ihren eigenen Mitteln in einer Gruppe spekulierte und dazu sich der Vermittelung des Deutschen Bankvereins bediente, dem sie eine Provision für seine Mühewaltung zahle. Diese Thatsache widerspreche also nicht der vom Staatsanwalt monierten Behauptung des Prospekts, daß „die Genoffenschaft sich nie an Spekulationen beteiligt habe." — Als Belastungszeuge wurde auch ein Landwirt aus Braunschweig vernommen. Nach seiner Bekundung hat er aus Grund der sehr günstigen Angaben des Prospekts Aktien übernommen. Insbesondere will er dazu auch durch die Angabe des Prospekts bewogen sein, daß der Effektenbestand 285,000 Mk. betrage. Der Zeuge ist später Aufsichtsratsmitglied der Kommandit-Gesell- schaft geworden und hat eine größere Summe verloren. — An die Zeugenvernehmungen schlossen sich eingehende Gutachten der Sachverständigen über alle bei der Prüfung der Angaben des Prospekts in Betracht kommenden Fragen. Der Vorsitzende hofft, mit den Verhandlungen am Freitag zu Ende zu kommen.___________ Aus Stadt und Land. Gieße«, 6. Oktober 1900. * • Personalnachrichten. Der Gerichtsaffessor H 0 fmeyer in Nidda wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen Ees^^Amtsrichters bei dem Amtsgericht Grünberg * * Zitherverein. Der in Nr. 211 des „Gieß. Anz.^ angekundlgte 2-Bundes-Kongreß des Main-Lahnthal-Zitherbundes in „Steins Saalbau" nebst dem damit verbundenen Konzert wird am 27., 28. und 29. Oktober abgehalten. * * Bauernregeln für den Monat Oktober. Kälte im Oktober soll einen milden Winter Vorhersagen. (Bringt der O. viel Frost und Wind, So find Jänner und Hornung geund.) — Wenns im O. friert und schneit, Bringt der ^anuar milde Zeit; Wenns aber donnert und wetterleuchtet. Der Winter dem April an Launen gleichet. — Ist der O. naß und kühl, Milder Winter werden will. — Ist der O. kalt und rauh, Ist der März dann mild und lau. — O. rauh, Januar flau. — Ist der O. freundlich und mild, Ist der März dann rauh und wild. — Warmer O., kalter Februar. — Im O. schon Frost und Wind, Macht den Januar und Februar gelind. — Andere Prophezeiungen für den O. sind: Hat der O. viel Regen gebracht, hat er die Gottesäcker gedacht. — Ist der O. kalt, macht er fürs nächste Jahr dem Raupenfraß Halt. — Viel Regen im O., viele Winde im Dezember. - Nordlichter im O. künden^ Daß du wirst harten Winter finden. — Oktober- nordlicht, glaube mir, Verkündet harten Winter dir. — Oktoberhimmel voller Sterne, Hat warme Oefen gerne. — Wenn im Moor viel Irrlichter steh'n, Bleibt das Wetter lange schön — Halten die Krähen Convivium, Sieh nach Feuerholz dich um! — Fällt der erste Schnee in Dreck, Ist der ganze Winter ein Geck. — Bringt der O. noch Gewitter, Ist der Winter nur ein Zwitter. — Oktobergewitter, Sind Leichenbitter. — Gewitter, die im O. kommen. Werden sicher Niemand frommen. — Ist im O. das Wetter hell, So bringt er Wind im Winter schnell. — Fette Vögel und Dachse, Pfeift im Winter die Axe. — Der Dachse und Vögel Fettigkeit, Deutet auf gar kalte Zeit. — Sitzt das Laub noch fest am Baum, Fehlt ein strenger Winter kaum. — Wenn Bohnenfrüchte geraten wohl, Nuß- und Eichbäume hängen voll, So folgt ein harter Winter drauf und fällt der Schnee mit großem Häuf'. — Herbstnebel deutet auf einen schneereichen Winter hin. — O. und März Gleichen sich allerwärts. — Kriechen die Eichhörnchen bald zu Nest, Wird der Winter hart und fest. — Baut die Ameise sehr in die Höh', Deutet's aus viel Eis und Schnee. — Wie es im O. wittert, so wittert es auch im nächsten März. — Die kritischen Tage sind nach den Bauernregeln der 2. Oktober (Füllt das Laub vor Leodegar, So ist das nächste ein fruchtbar Jahr), der 16. (Au Sankt Gall Bleibt die Kuh im Stall. — An Sankt-Gallus-Tag Den Nachsommer man erwarten mag. — Am heiligen Gallus Der Apfel vom Baum muß. — Am Sankt-GalluS-Tag Muß jeder Apfel in feinen Sack. — Regnets am Sankt-GalluS- Tag nicht, ES dann im nächsten Frühjahr an Regen gebricht. — Sankt-Gallen Läßt den Schnee fallen. — Ist Sankt- Gallus naß, Jft's für den Wein kein Spaß. — Sankk- Gallus-Wein Ist Bauernwein), der 21. (An Ursula muß das Kraut herein, Sonst schauen Simon-Juda d'rein), der 28. (Sankt-Simon, der Jüd', Bringt den Schnee unter die Lüt'. — Simon und Juda bringen den ersten Schnee. — Wenn Simon-Judä vorbei. Rückt der Winter herbei. — Von Simon-Judä an Den Winter man erwarten kann. — Wenn Simon-Judä zuschaut, Pflanze Bäume, schneide Kraut!) und der 31. (Wolfgang Regen, Verspricht ein Jahr voll Segen). Laubach, 4. Oktober. Unter den aus der Tagesordnung der vorgestrigen Sitzung des hiesigen GemeinderatS zur Beratung stehenden Punkten war der wichtigste die Unterzeichnung des Vertrags mit dem Elektrizitätswerk in Melbach bezüglich Einführung des elektrischen Lichts in hiesiger Stadt. Zur Erläuterung einzelner Vertragsbestimmungen war Ingenieur Hahn aus Melbach erschienen, der etwa folgendes ausführte: „Das Großh. Ministerium hat in Gemeinschaft mit den Vorstehern der oberhessischen Kreisämter, sowie mit Vertretern der technischen Hochschule in Darmstadt die Grundlinien des Vertrags geprüft und empfohlen, sobald von den Großh. KreiS- ämtern die Tarifsätze erschienen und die Anschlüsse gekennzeichnet sind, wird der Bau begonnen. Derselbe erscheint gesichert, da bereits 80 Gemeinden den Anschluß zugesagt haben. Bedingung für die Gemeinde ist, daß 250 Lampen ä 16 fertig gezeichnet werden. Für die hiesige Stadt ist diese Zahl bereits von Privaten (ohne die Beleuchtung der Stadt) gezeichnet. Mit dem Bau wird bei nächstliegenden größeren Gemeinden begonnen, dann das Netz weiter ausgedehnt, sodaß voraussichtlich in Laubach nach 1V2 Jahren die Einführung vollendet ist. Vorher werden hier noch Vorträge mit Demonstrationen stattfinden, ebenso werden sich die aussührenden Beamten in die einzelnen Häuser zwecks bestmöglicher Einführung begeben. Der Gemeinderat erklärte sich bereit, für die erste Einrichtung elektrischer Straßenlampen die Summe von etwa 600 Mark auszuwerfen; die Gesellschaft verpflichtet sich, in allen Straßen, in die auf Anordnung des Gemeinderats die Beleuchtung für jetzt und später eingerichtet wird, das elektrische Licht zu liefern. Nachdem der Vertrag in seinen einzelnen Teilen noch einmal durchgegangen war unterzeichnete der hiesige Gemeinderat denselben einstimmig. — Die Einführung der elektrischen Beleuchtung ist demnach für das Jahr 1902 gesichert. § Pohl-Göns, 5. Oktober. Beim Zwetschenabmachen stürzte gestern der Gastwirt Jung dadurch von beträchtlicher Höhe ab, daß die Leiter an dem nebelbeseuchteten Baume rutschte und ihn wegschleuderte. Jung zog sich eine nicht unerhebliche Beschädigung an der linken Schulter zu. 8Ki^Ln^oiis,8smmte,VsIvetsKKder Blusen, Besatz liefern wir direkt an private. Man Verl. Muster unserer großen Auswahl, von Elfen & Keussen, Krefeld. UM «alte i# Bnngt bet vornuiq W der buchtet, 9 der O. w der O. t^-rauh, bei Aruar. Mn und *50. h: ®öttt6altx W Jahr v-, viele künden, Üftobet’ ' brr. - -m __ W Mtr ' Sieh « in Dreck, dn O. noch ~ Oktober- 0. kollMv, • dar Wenn Kette Löge! Der Dachse t. — Sitzt -n Wit W Md ßintcr draus Hnbstuebei ). undMz örnchendald ■ Laut die und Schnee. M nächsten öaumWln , So ist dar tGall Bleibt I Den Mach' W Der '■Zag Miß tck-Sallu-' rrnMt- R Tack- - Sack« Icfula mu& der tt Mnck Schnee. - t herbei. - rten kann. - jntibt Rraul!) in W cofl lnbtt8 be. '=6. 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