Dienstag den 7. August Erstes Blatt. Heneral-Anzeiger Aintr- ttttb Anz«igeblatt für den "Kreis «Sieben U< LnzeigeN'Bermittluogeflellni M In- und ZuHenNtS »rhmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtfeg*. ZeUenpreiS: lokal 12 Pfg-, auBwärti 20 Pfg. •eee^et w* lejetgee ju der xxchmtttag» für d« ffjgnrtm leg «scheinenden Nummer bis eerm. M W« «b.ft.Inn-e» ^testens **M -rhrr. Nr. 1«S U*fi4 eü de» RmM0. »««Uioslütter MU b'W Anzeiger toi IM** wM „heg. takwter x. „mucc Mr haß. A»N» künde- , v X j ^rrr ^ Ä Aezngsprci, V .3^% W bkrteljütjvl Mk. SA» KreßenerAnzergerN IMMm, EgPeditiem und Druserck: >4effH. I. die Erhebungen vollendet sein mußten und das mit Beginn des nächsten Rechnungsjahres, 1. April 1901, in Kraft tritt. Wie die Steuer in ihrer Eigenart wirken wird, läßt sich erst später genau beurteilen, doch liegen bereits Erfahrungen aus Preußen vor, wo die Vermögenssteuer schon einige Jahre in Geltung ist, und wo sie sich die Zufriedenheit fast aller Bewohner schnell erworben hat. Auch für unser Land ist die Einführung dieser neuen Steuer lebhaft begrüßt worden und, wie wir jetzt schon zu übersehen vermögen, mit vollem Recht. Ein auch nur oberflächlicher Blick in den Text des Gesetzes läßt sofort neben der Einfachheit, Klarheit und größeren Gerechtigkeit einen großen Fortschritt darin erkennen, daß die umständliche, den Laien meist völlig unverständliche Berechnung der Normalsteuerkapitalien in Wegfall gekommen ist und dieHöhederSteuer direkt ausoerHöhedesVermögens ermittelt wird. Die Festsetzung der Normalsteuerkapitalien, wie sie außer der Einkommensteuer auch die mit dem 1. April 1901 in Wegfall kommenden Grund-, Gewerbe- und Kapitalrentensteuern, an deren Stelle eben die Vermögenssteuer tritt, hatten, machte den meisten Laien eine Nachrechnung völlig untnöglich. Jetzt kann jeder, auch der einfachste Mann, der ein bischen r echnen kann, die Höhe seiner Steuer selbst ermitteln. Diesen Vorteil des neuen Gesetzes können wir nicht hoch genug anschlagen. Will eine Steuer populär sein, und das muß schließlich jede Steuer, so muß sie vor allen Dingen gerecht sein. Ist dies nicht der Fall, so wirkt sie verbitternd auch bei denen, denen der Steuerzettel nicht das unangenehmste Stück Papier ist. Die neue Vermögenssteuer hat vor den anderen nun überwundenen Steuern noch den weiteren Vorzug, daß sie nicht allein gerechter wirkt, sondern daß diese Wirkung auch erkannt werden kann. Die Vermögenssteuer ist als Ergänzungssteuer zu der Einkommensteuer gedacht, und wir werden in Zukunft, wie im benachbarten Preußen, nur zwei Arten von Staats-Stenern haben, die Einkommensteuer, zu der ergänzend die Vermögen § ft euer tritt, und die vom gesamten st euerbarenVerrnögendesSteuer- p flich ti gen erhoben wird. Vermögenssteuerpf l i ch t i g ist jeder Angehörige des Großherzogtums und Angehörige anderer deutschen Staaten, wie auch Reichsausländer, wenn sie des Erwerbs wegen oder mindestens 1 Jahr int Großherzogtum wohnen, sämtlich bezügliche des im Lande sich befindenden Vermögens. Dieses st e u e r- bare Vermögen wird in drei Gattungen eingeteilt, nämlich in 1. Grundstöcke und Gebäude nebst deren Zubehör, Bergwerkseigentum, sowie selbständige Rechte, mit denen ein Grundstück oder Gebäude belastet ist, . soweit sie einen in Geld schätzbaren Wert haben; 2. das dem Betriebe der Land- und Forstwirtschaft einschließlich der Viehzucht, des Wein, Obft- und Gartenbaues, dem Betriebe des Bergbaus oder eines stehenden Gewerbes dienende Anlage - und Betriebskapital; 3. alles sonstige Vermögen. Hiernach sind von der Besteuerung nur Möbel und Hausrat ausgeschlossen, steuerpflichtig dagegen ist alles andere Vermögen, insbesondere totes und lebendiges Inventar, das zum Betrieb der Land- und Forstwirtschaft, deÄ Bergbaus und Gewerbes nötig ist, soweit es einen in »Geld schahbaren Wert hat, wozu u. a. auch benutzte Wasserkräfte gehören, (dieses bildet das Anlage- und Betriebskapital), bares Geld, werthabende Papiere und Rechte, Grundstücke und (Gebäude, sofern das gesamte Vermögen die Summe von 3000 Mark erreicht. Vermögenunter 3000 Mk. sind st e uer f r e i, ibei e l t e r n lo s e n M in d e r- jährigen und erwerbsunfähigenPersonen mit wenigerals 750 Mk. Einkommen kann dasVer- mögen bis zu 10 000 Mk. zur Besteuerung nicht herangezogen werden, wie auch Witwen unter diesem Vermögen steuerfrei bleiben, vorausgesetzt daß sie ihr Vermögen und Einkommen Nicht durch freiwillige V e r rn ö ge n s ab t r e tu n g an Kinder oder sonstige Angehörige unter die Betr äge von 10000 Ä?k. Vermögen und 750 Mk. Etn - kommen vermindert haben. Wenn auf dte Letst- ungsfähigkeit des Steuerpflichtigen ungünstige Verhältnisse einwirken, so kann ein Vermögen bis zu 30 000 Mk. eine Ermäßigung durch Herabsetzung bis zu ß Klassen gewährt werden, während Steuerpfliasttge der untersten 6 Klassen in diesem Falle von Entrichtung der Steuer völlig entbunden werden können. Außerhalb des Beweises der Besteuerung liegen auch, die Ansprüche der Witwen-, Waisen- und Pensionskassen, die Renten aller Art der reichsgesetzlichen Versicherungen wie für Dienstpersonen, denen aus dem Haushalte des Erblassers von Todes wegen solche zugewendet wurden, Nnd Pensionen, die. aus einem ^früheren Arbeits- oder Dienstverhältnis gezahlt werden. Au dem steuerbaren Vermögen dürfen die Kapitalschulden jeder Art, mit Ausnahme der Haushaltungsschuldeu (das sind solche, die zur Bestreitung der lausenden Haushaltungskosten eingegangen wurden» abgezogen werden. Selbstverständlich kann dies nur bezüglich! der nachweisbaren Schulden geschehen. Die vielen geheimen Schulden, wie sie nicht ganz Ungewöhnlich sind, können nicht in Abrechnung gebracht werden, denn der Staat kann sich nur auf wirklich Nachweisbares einlassen. Fortsetzung folgt. Bürgermeister Jochem wünschte den Gästen, daß ihnen das Jubiläum ein wahres Freudenfest werde, Direktor Prof. Dr. Balser hieß die ehemaligen Schüler und alle Fesiteilnehmer im Namen des Gymnasiums herzlich willkommen. Direktor Dr. Lahm- Groß-Umstadt warf einen Rückblick auf die Entwickelung und die Verhältnisse der Anstalt, der er früher lange Jahre als Lehrer angehörte. Als „alter Schulmeister" sprach er in humoristischer Weise „aus der Schule", streifte in ernsten Worten bie Schillerschen Prinzipien und ungerechten Anfeindungen und legte eine Lanze ein für die zwar kleine, aber opferwillige Gemeinde Laubach: er verkannte auch nicht die Fehler und Nachteile der Heinen Anstalten. Sein Hoch galt dem weiteren Blühen des Gymnasiums. Während man gemütlich beim Bier noch lange zusammensaß, brannte in der Nähe ein leerer, von böswilliger Hand angezündeter Eisschober eines Bierhändlers nieder, sodaß es ein zwar unbeabsichtigtes, aber darum nicht minder imposantes Feuerwerk gab. * Am 3 August fand vormittags in der Aula des Gymnasiums eine Schulfeier statt Nach dem feier- lick)en Choral „Kommt laßt uns beten" (f. gemachten Chor) von M. Hauptmann trug ein Schüler einen Prolog vor, den schuldigen Dank und die Anerkennung gegenüber Grun-- dem, Lehrern und Stadt, und den Wunsch für ferneres Glück, verfaßt von Oberlehrer Kn l l m a n n, einem früheren Schüler des Gymnasiums. Nachdem Dr. Schmidt die Beethoven'sche Sonate Op. 53, das Jauchzen über die ewig junge Frühsonne, auf dem Flügel des Gymnasiums nut großer Bravour vorgetragen hatte, hielt der Direktor Pof Dr B a l s e r die Festred e. Wie der Wanderer, der aus schattiger Niederung zu luftiger Höhe emporsteigt, mit einem Mald die ganze Landschaft, den zuruckgelegten Weg und den noch zu gehenden bis zur nächsten Biegung vor sich sieht und Umschau hält, so gedachte er der bisherigen Laufbahn der Anstalt, der vielen Faktoren, die fie schufen, als der furchtbare Entscheidungskampf von 1870 ausgetobt und noch die gewaltige Erregung nachzitterte, das Volk zu weiteren, friedlichen Großthaten anspornend. Der Redner teilte das Wichtigste aus der Entwickelung der (^Ule mit, deren Grundlage auf der schon vor über 300 Jahren im Jahr 1555 gegründeten Lateinschule beruhe und beleuchtete, wie auf den bescheidenen Anfang des Jahres 1875 rasch der Aufschwung der jungen Anstalt folgte. Er verbreitete sich weiter über die Rivalität der großen und kleinen Lehranstalten. Er führte hierbei aus, das Laübacher Gymnasium ruhe auf dem Gemeinsinn. Große Sdjuten könnten sich durch ihr eigenes Gewicht erhalten. Das Laubacher Gymnasium werde nie übermäßig groß werden. Hierin könne auch nicht der Maßstab für das Gedeihen gefunden werden. Der Hauptpunkt sei der: In Laubach fei die Möglichkeit größerer Vertiefung gegeben, einer gewissen Andacht, die dem Lehrer es leichter mache, in dem Schüler den Ewigkeitssinn zu wecken, d. h. den Gedanken zur zweiten Natur werden zu lassen, haß jeder Mensch ein Glied der großen Gesellschaft fei und sich in dieser nützlich machen müsse, jeder einzelne ein Vertreter des Gan^n. Und wo könnte man in diesem Sinn besser wirken und mit mehr Erfolg der Schüler arbeiten, als in der ländlichen Ruhe, in lieblicher Natur und fern von dem nerventötenden Hasten der größeren Städte. Zu ernster Arbeit sei hier vorzugsweise Gelegenheit gegeben und er wünsche, daß Männer erzogen wurden, die dem Leben gewachsen seien und allezeit der Anstalt Ehre machten. — Geh. Ober-Schulrat Nothnagel überbrachte den Gruß der Regierung und übermittelte das Bedauern des Ministerialrats Dr. E i s e n h u t h, daß er als ftüherer Lehrer des Gymnasiums nicht auch an der Feier habe teilnehmen können. Der Negierungsvertreter sprach über die Gegensätze zwischen humanisti^en. Schulen und Anstalten der sogenannten modernen BildungI und versicherte, daß die Regierung m unvermindertem ^ot)l- Uolitische Wochenschau. Eine Seepredigt des Kaisers (die sogenannte siebente), die derselbe an Bord der „Hohenzollern" am Sonntag, den 29. Juli, in Anwesenheit der Kaiserin über den Text: 2. Mose 1, 7V. 11: „So lange Moses seine betenden Hände emporhielt, siegte Israel; wenn er aber seine Hände niederließ, siegte Amalek" gehalten, veröffentlichen nach der „Kreuzztg." die meisten Blätter. Die)elben gehen bei der ausführlicheren oder kürzeren Wredergabe des Wortlautes der Predigt und bei der darangeknupsten Kritik derselben von der irrigen Ansicht aus, daß der Kaiser auch der Verfasser der religiösen, aus die chinesischen Wirren bezüglichen Betrachtung seu Das ist, wie die „Deutsche.Warte" schreibt, nicht der Fall. All die Predigten, welche der Kaiser an Bord eines Schiffes zur sonntäglichen Erbauung seit Jahren hält oder vielmehr verliest, sind von evangelischen Geistlichen verfaßt. Eine Reihe der Predigten stpmmt vvn Feldprobst D. Dr. Richter. Tie chinesische Sorge ist in den letzten Wochen eher gewachsen als geringer geworden, trotz der günstigeren Nachrichten, welche uns in dieser Woche aus der Hauptstadt des Reiches der Mitte tzugegangen sind. Diese Nachrichten, welche eine zeitlang mit begreiflichem Mißtrauen ausgenommen wurden, da die Meldungen nahezu jeden Kredit verloren haben, haben sich allgemach zu so unzweideutigen Beweisstücken verdichtet, daß man sich wohl oder übel dazu entschließen mußte, alle früheren Nachrichten über das Gemetzel als einen chinesischen Schwindel zu erklären, dessen eigentlicher Zweck bisher noch nicht aufgeklärt worden ist. Wir haben heute unanfechtbare Beweise dafür, daß die Ein geschlossenen zu Ende der vorigen Woche noch am Leben waren, und hie Ueberzeugung ist allgemein, daß die Gesandten, abgesehen von hem deutschen Vertreter, und die überwiegende Mehrzahl der Ausländer auch zur Zeit noch am Leben find. Denn nach allen Nachrichten haben die Angriffe der Chinesen auf die Gesandtschaften, seit der Mitte des porigen Monats nahezu ganz aufgehört. Tie Hoffnung, den Belagerten doch noch Hilfe bringen zu können, hat wnterdeß zu einer Beschleunigung des Vorstoßes auf Peking geführt, während bisher die Anschauung überwog, daß erst das Eintreffen weiterer Verstärkungen abgewartet werden müsse, ehe man an das schwierige Werk gehen könne. Wie sehr aber auch die Ereignisse in China nach, wie vor das politische Interesse beherrschen, so wurde die allgemeine Aufmerksamkeit in dieser Woche doch in erster Linie durch die Vorgänge, welche mit der blutigen Tragödie inJtalien verknüpft waren und ihr folgten, in Anspruch genommen. In verhältnismäßig kurzer Zeit war dies die dritte anarchistische Mordthat, welche die Welt in Schrecken setzte und den Beweis lieferte, daß Italien noch immer den Nährboden des Anarchismus und den Herd der „Propaganda der That" bildet. Die Trauer und die Betrübnis über diese Unthat, der ein edler, allgemein verehrter König, ein Mann ohne Falsch und von reinster Herzensgüte zum Opfer fiel, war allgemein und nicht an die Grenzen Italiens gebunden. Es war auch nur natürlich, daß überall aufs neue die Erörterung der Frage in Fluß geriet, auf welche Weise die Welt sich gegen diese anarchistische Seuche, die, im Dunkeln sich sortpflanzend, urplötzlich an die Oberfläche tritt und mit Mord und Zerstörung droht, wirksam schützen könne. Und während diese seit langen Jahren wiederholt gepflogene Erörterung noch stattfand, kam aus Paris die Kunde von einem neuen Attentat, welches dem Schah v o n P e r s i e n galt, aber erfreulicher Weise unblutig verlief. Auch hier war es ein Mitglied jener Nation, welche gewohnheitsgemäß die Rekruten zu der Armee der „That- Anarchisten" liefert. Und das eben darf bei den Erörterungen über die anarchistische Gefahr und ihre Bekämpfung nicht übersehen werden, daß es besondere, wirtschaftliche und soziale Gründe sind, die den Anarchismus in Italien großgezogen haben. Sehr stark nach anarchistischen Zuständen sehen auch die Dinge in Serbien aus, wenn man sie der offiziösen Beschönigung entkleidet, mit denen die Lage dort rosa in rosa gefärbt wird. Zwar soll die oft hinausgeschobene Vermählung des Königs Alexander jetzt endlich stattfinden, aber, wenn nicht alles trügt und wenn Herr Milan nicht wollen auch dem Laubacher Gymnasium weitere gedeihliche Entwicklung wünschen. Der Festaktus in der Schule schloß mit dem Vortrag des „Liedes von der Glocke" mit Choren von C. A. Mangold; die Tiefen des herrlichen Sckftller- schen Gedichtes kamen bei der musterhaften Aufführung so recht zur Geltung. Nach der Schulfeier überreichte Bürgermeister Jochem als sichtbares Zeichen der Dankbarkeit der Stadt eine eherne Tafel mit dem Medaillonbildnis des Gründers. Mittags nach 1 Uhr vereinigte die Festgäste im „Schützenhof" ein Festmahl. Die Reihe der Toaste eröffnete Graf Solms-Laubach mit einem Hoch auf Kaiser und Landesfürst. Direktor Dr. Balser brachte ein Hoch auf das Gräfliche Haus aus. Besonderes Interesse erregten die Ausführungen des Regierungsvertreters über die Verhandlungen und Anfeindungen, deren Gegenstand das Lauback>er Gymnasium gewesen. — Es waren zahlreiche Telegramme von Nachbar-Gymnasien und -Schulen, Schülern, früheren Lehrern rc. eingelaufen. Die Zahl der Toaste wuchs nach deutscher Art mit der vorgeschrittenen Stimmung immer mehr an, und das Festmahl fand erst gegen 5 Uhr sein Ende. Dann begab man sich zu einem Waldfeste auf den nahen Ramsberg. Hier auf dem alten, anheimelnden Platz im schattigen Waldesgrün entwickelte ftch ein fröhliches Treiben. Man fand hiernach Gelegenheit, das flotte Turnen des Gymnasiastenturnvereins zu bewundern, und mancher besorgte Vater hat die Ueberzeugung mitgenommen, daß die jungen Schüler gut aufgehoben sind. Am Abend schloß ein feuchtfröhlicher Kommers, bei dem ernste und heitere Reden im Verein mit dem vorzüglichen Stoff für die rechte Stimmung sorgten, die Jubiläumsfeier. Das Präsidium beim Kommers führte Pfarrer Bernbeck- Staden ein früherer Schüler des Fridericianums. Unter den vielen Toasten fand besonders der des Professors Wetzell, der seit 23 Jahren hier wirkt, und sich in aemütvoller und humoristischer Weise an die ftüheren Icküler wandte, allgemeinen Anklang. Allen Beteiligten aber wird die bedeutungsvolle Feier unvergeßlich bleiben. erheblich friedlicher wird, als sein Naturell es vermißen läßt, dann werden den jungen König keine politischen Flitterwochen erwarten. Auf dem südafrikanischenKriegsschauplatz wird der Guerillakrieg der Buren mit der an diesem Volke bekannten Zähigkeit fortgeführt. Und wenn man von den Uebertreibungen der englischen Kriegsberichterstattung die notwendigen Abstriche macht, so bieten die vereinzelten Kapitulationen keinen Grund zu der Annahme, daß der Kampfmut und die Widerstandskraft der von allen Seiten eingeschlossenen Kämpfer angesichts der erdrückenden englischen Uebermacht ihrem Ende entgegen gehen. Auf dem Thron von Sachsen-Koburg-Gotha ist dem nach schwerem Siechtum verstorbenen Herzog Alfred der junge Herzog von Albany gefolgt. Erst im Jahre 1905 wird derselbe mündig werden. Er hat mithin 5 Jahre Zeit, aus einem englischen Herzog ein deutscher Bundesfürst zu werden, der seine deutsche Reichswürde mit größerem Stolze trägt als seinen englischen Titel. Es wird ihm dies um so leichter gemacht, als der Deutsche seinem angestammten Fürstenhause stets eine tzroße Anhänglichkeit entgegenbringt und dadurch auch! einem in der Fremde Aufgewack)senen eine rasche Anpassung an die neue Heimat und das Entstehen einer herzlichen Zuneigung zu seinen Unterthanen ermöglicht.__________________________________________________ Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. August 1900. * • Von der Universität. Semester bericht. Wie wir bereits früher mitgeteilt haben, ist die Zahl der rite immatrikulierten Studierenden in dem nun zu Ende gehenden Sommersemester 1900 wiederum gestiegen, und zwar gegenüber der Zahl des Sommersemesters 1899 genau um 5 Prozent. Sie beträgt 855 (gegen 814). Dazu kommen noch 36 Hörer. In den Lehrkörper sind neu eingetreten und haben mit Beginn des Semesters ihre Vorlesungen begonnen: 1. der ord. Professor des Strafrechts Dr. Belinq (bis dahin ord. Prosesior in Breslau), 2. der ord. Professor der Staatswissenschaften Dr. Biermer (bis dahin ord. Profeffor in Greifswald), 3. der ord. Pro- fesior für Physik Dr. Drude (bis dahin außerord. Pro fessor in Leipzig), 4. der Privatdozent für Chemie Dr. Eidmann. Zu Ende des Semesters hat sich Herr Dr. Schwarzmann für Mineralogie habilitiert. Eine weitere Habilitation in dec philosophischen Fakultät für Nationalökonomie ist wegen Erkrankung des Habilitanden noch nicht zum Abschluß gekommen. Ausgeschieden ist infolge Pensionierung der außerordentliche Professor der Chirurgie Dr. Fuhr. • * Der Stab der 49. Infanterie Brigade und des Großh Leibgarde-Regiments wird am 11. und 12. September in Usingen einquartiert werden. In der dortigen Gegend werden sich auch die Manöver abfpielen. »* Zur Gehaltsfrage der Volksschullehrer wird von „Einem, den es nichts angeht," den „N. Hess. Volksbl." geschrieben: „Es ist höchst unnütz für die Geschädigten, darüber zu streiten, wer mehr und wer weniger Schuld am Scheitern der Gehaltsvorlage trägt. Auch die Erwartung, die man an der Bergstraße auf die Schuldigen setzt, daß sie in erster Linie einen Ausweg Vorschlägen müßten, ist recht naiv. Man fasse doch die geschaffene Thatsachen ruhig ins Auge, und der Ausweg giebt sich von selbst. Nach der präzisen Erklärung des Staatsministers ist die Wiederkehr der Vorlage aus diesem Landtag unmöglich. Die Lehrer bedürfen aber der Ausbefferung unbedingt. Man kann und darf sie nicht länger warten lasten. Das Geld zur Ausbefferung muß aber bereits in der Staatskasse sein, bczw. sicher dorthin stießen; denn es sollte ja mit Wirkung vom 1. April 1900 ausbezahlt werden. Es wird wohl niemand damit einverstanden sein, daß dasselbe anderen Zwecken zugewendet werde. Wenn es nun in der Form eines gesetzlich zustehenden Rechtes den Lehrern nicht zugewiesen werden kann, so lasse man das vielgehörte Wohlwollen in anderer Form praktisch werden: man gebe die beabsichtigten Besoldungszulagen in gleicher Höhe als Remunerationen, und zwar jedem — auch jenen, die in Pension treten — in der Höhe, wie eS nach dem Molthan'ichen Vorschlag beabsichtigt war. Einen Antrag in der Kammer, der die Regierung zu solcher außerordentlichen Remuneration ermächtigt, halten wir verfassungsmäßig für zulässig. Möge er so bald als möglich eingebracht oder doch an gekündigt werden, damit die hochgradige Erregung der Lehrer nicht zur Erbitterung wird." Butzbach, 5. August. Die „B. Ztg." erhielt folgende Zuschrift: Die 19. Tagsatzung des nordamerikanischen Turnerbundes, die am 17. Juli in der Halle der Philadelphia Turngemeinde ihren Anfang nahm, war von 231 Delegierten besucht. Der wichtigste Punkt der heutigen TageSsitzuug war die Wahl eines permanenten Vorsitzenden, die aus den Turner Weide von Newyork fiel und andeutete, daß das konservative Element in der Delegation die Majorität hat. Als Kandidaten für das Sprecheramt war neben Turner Weide von Newyork, Turner Greubel von Chicago ausgestellt. Ersterer erhielt 199, letzterer 145 Stimmen. — Herr Louis Weide ist ein geborener Ober-Mörler und war als Kausmann, bevor er nach Amerika auswanderte, in dem Geschäfte des Herrn Aug. Kraft in Butzbach thätig. Der nordamerikanische Turnerbund setzt sich aus den Turnvereinen der Vereinigten Staaten zusammen, und ist das Herrn Weide angetragene Amt des Sprechers oder Vorsitzenden gewiß ein sehr ehrenvolles, und spricht von den Verdiensten, die genannter Herr sich um die Turn- sache erworben. BadNauheim, 5. August. Wochen Programm der Unterhaltungen. Montag, 6. August, Abends 8 Uhr, Theatervorstellung: „Die Dame von Maxim". Dienstag, 7. August, nachm. 4V2—6‘/2 Uhr und abends von 8-10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Das verwunschene Schloß". Mittwoch, 8. August, nachm. von 4’/>—6t/, Uhr und abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Symphonie-Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Bocksprünge". Donnerstag, 9. August, nachm. von 41/,—61/, Uhr und abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Bei gutem Wetter spielt die Kapelle des Heff. Jägerbataillons Nr. 11 nachm. von 4—6V2 Uhr auf der Terrasse und abends von 9—10 Uhr am Teich. Eintritt frei. Gegen 10 Uhr bengalische Beleuchtung des Teiches. Abends von 8—10 Uhr im Saal Tanz. Freitag. 10. August, nachm. von 41/2—61/2 Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: Benefiz für Herrn Regisseur Jerome Lenoir: „Die Fledermaus". Samstag, 11. August, nachm. von 4y2—61/, Uhr und 3—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Saal Vorstellung des Zauberkünstlers W. Rößler- Berlin. Sonntag, 12. August, auf der Terrasse Doppel- Konzeit des Kaiser-Cornet Quartetts und der Kurkapelle. — Bis zum 2. August d. I. sind 16392 Kurgäste zur Anmeldung gekommen, wovon am genannten Tage noch 5871 Personen anwesend waren. Vom 1. April bis einschl. 2. August 1900 wurden 203781, vom 1. April bis 2. August 1899 205 370 Bäder gefertigt. Abgegeben wurden am: 27. Juli 2708, 28. Juli 2649, 29. Juli 1812, 30. Juli 2540, 31. Juli 2386, 1. August 2364, 2. August 2189 Bäder. — Wie der „B.-N. A." schreibt, beabsichtigen einige Herren, am hiesigen Platz einen Geflügel- zuchtverein mit Anschluß an den Wetterauer Geflügelzuchtverein zu gründen. Mit dem Geschäftsführer des Wetterauer Geflügelzuchtvereins, Herrn Lehrer Knaup- Heldenbergen, wurde bereits Rücksprache genommen, und hat genannter Herr sich bereit erklärt, in Kürze hier einen Vortrag über die Rentabilität, Fütterung usw. zu halten. - ö- Hartmannshain, 5. August. Als im Laufe des ver- lossenen Winters hier ein Krieg er -Verein gegründet wurde, beschloß man, auch einen Schießstand zu errichten und zwar an der Kreisstraße nach Volkartshain zu. Der Schießstand ist nun bereits fertig gestellt; jedoch wurde kürzlich der Präsident unseres Kriegervereins, Lehrer Hofmann, nach Volkartshain versetzt, sodaß die nötige Anregung zur Pflege des Schießens fehlt. Dem Vernehmen nach soll in Volkartshain nun ebenfalls ein Kriegerverein gegründet werden und dann dieser Schießstand, der sich zwischen den beiden Orten befindet, von beiden Kriegervereinen gemeinschaftlich benutzt werden. §§ Crainfeld, 4. August. Heute morgen wurde der etwa 20 Jahre alte A. E. durch die Gendarmerie verhaftet und in das Bezirksamtsgefängnis nach Herbstein abgeführt. Er soll wegen Betrugs schon seit Anfang dieses Jahres steckbrieflich verfolgt worden sein. E. war als Geschäftsreisender thätig. Die plötzliche Verhaftung erregte allgemeines Aufsehen. Er war erst gestern hier angekommen. -h- BadSalzhaufen, 6. August. Das vom Gießener Gesangverein „Liederkranz" unter Leitung seines Dirigenten Herrn Franz Bauer am gestrigen Sonntage hier veranstaltete Konzert, war von den Kurgästen sowie aus der Umgebung ungemein zahlreich besucht, sodaß der Saal die Zuhörerschaft' kaum fassen konnte. Dirigent und Sänger ernteten für ihre vorzüglichen Leistungen reichen Beifall. Darmstadt, 5. August. Der am 3. August 1872 dahier verstorbene Buchhändler Georg Wilhelm Küchler von Da'mstadt hat zugunsten der armen Waisen der Großherzoglichen Landeswaisenkaffe sein gesamtes Vermögen vermacht mit der Bestimmung, daß alljährlich an seinem Todestag die Zinsen und Erträgnisse deL Stistungssonds in Beträgen von je 100 Gulden (jetzt 171 Mk.) unter sämtliche in die Großh. Landeswaisenanstalt aufgenommene Waisen verlost werden. Die Beträge, welche durch diese Verlosungen den Waisen zufallen, sollen bis zu deren Entlassung aus der Landeswaisenanstalt verzinslich angelegt und nach den Über Verwaltung von Mündelvermögen bestehenden gesetzlichen Grundsätzen verwaltet werden. Nach Entlassung des Waisen ans der Landeswaisenanstalt soll das Kapital nebst den bis dahin ausgelaufenen Zinsen nach dem Ermessen des Bor- wundes oder Obervormundschaftsgerichts zum Besten des Mündels verwendet werden. Aus nachstehende, von 1478 zur Teilnahme an der Verlosung berechtigten Waisen entfielen diesmal Gewinnlose: Jakob Winkler zu Offenbach, Marg. Hartmann zu Sandbach, Marg. Rau zu Ortenberg, Franz Philipp Seibolo zu Vilbel, Elisabeths Kunz zu Unter-Schönmattenwag, Maria Rosa Jung zu Klein-Auheim, Heinrich Fesel zu Nieder-Kinzig, Christine HilSheimer zu Lampertheim, Friedrich Wilhelm Lind zu Westhosen, Susanne Lüft zu Seligenstadt, Katharine Eisenach zu Lauterbach, August Müller zu Lonsheim, Minna Blum zu Langd, Anna Maria Schaub zu Vilbel, Elise Anna Seib zu Münste^ Eva Katharina Freihöfer zu Groß-Steinheim, Friedrich Hofmann zu Worms, Marie Lahm zu Echzell. Darmstadt, 5. August. Der im Jahre 1897 gegründete „Verband der Kriegsfreiwilligen von 1870/71" hält am 12. und 13. August d. I. in Bingen a. Rh. feine zweite Wanderversammlung ab. An diese Versammlung soll sich ein Besuch der Schlachtfelder bei Metz anschließen. Der sich über ganz Deutschland erstreckende Verband wurde mS Leben gerufen, um die gemeinsamen Erinnerungen an die unvergeßlichen Kriegsjahre unter den Freiwilligen wachzuhalten, um die persönlichen Beziehungen, welche damals geknüpft und vielleicht im Laufe der Zett gelockert sind, wieder zu erneuern, um mit einem Worte daS Band, welches alle Kriegsfreiwilligen umschließt, zwischen den noch Lebenden zu befestigen Da die Versammlung diesmal in Amgen abgehalten wird und sich im Großherzogtum Heffen noch Kriegsfreiwillige befinden, welche dem Verbände nicht an« gehlen, so wäre eS sehr erwünscht, wenn solche durch Anmeldung bei Herrn Ernst Zeeden, Berlin W, Derff mger- ftrafie 19 a, baldigst ihren Beitritt zum Verband erklärten. Mitglied des Vereins kann jeder unbescholtene Mann werden. Inentbehrlich zur rationellen Ernährern. der Kinder. Glänzend bewährt bei: Brechdurchfall, Rachitisl Scrophuiose, Magen- und Darm-Er- Kränkungen. baten in i Apotheken, \ Droguerlen, SSMek’^^^jkj&^y’rnlonlaiwaarenhandlungefl Ori8ri*ia,do"e J,k’ 1*'* Probebeutel 30 Pfg. Alleinige Fabrikanten: ^Rademann’s Nährmittelfabrik, G. m. b. H. EPrankfurt a. M-Bockenneim. Telephon Amt U $»• 1!>i' AusMg aus -en Kircheicknchrr» Markus Bauer 516 Qu.-Meter Nr. 1 i Kaiser Friedrich Nr. 5928 Sommer. 5063 506* Gegründet 1833. I. A.: Schneider. 5305 Mulch, Psandmeiftcr. 629 238 232 218 Den 30. Juli, den 28. Juli. Den 28. Juli. Gegen Stein-, Mieren- und Blascnieiden, Gicht und Rheumatismus, sowie alle Störungen der Luft- und Verdauungswege i«t vorzüglich erprobt da» NA- Natron-Lithion-Wasser der "WL 2 3 4 5 Wegen vorgerückter Saison verkaufe ich die noch vorrätigen Wamch-Anzüge, Blauen, Hosen, Loden-Joppen und Sommer-Havelocks zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Lukasgemeinde. Georg Lampuö, Oekonom, 78 Jahre alt, start JohanneSgemeinde. Johannes Mandler, Cigarrenmacher, ledig, 40 Jahre Versteigerung. Freitag de« 10. August, «ach- Mittag- 2 Uhr, versteigere ich gegen Barzahlung im Pfandlokal Seltersweg 11: 1 Pianino, 1 Kaffaschrank, 1 Verlikow, Sofas und Kommode, 1 Regulator, 1 Oekonomiewagen u. a. m. Mädchen ermordet worden ist. Ein Sergeant und ein Unteroffizier wurden verhaftet. — Eine zweite grauenhafte Blutthat trug sich in verstossener Nacht in einem Hause der Metzerstraße zu. Ein dortselbst wohnender Vertreter einer auswärtigen Oelsabrik erschoß zunächst ein 16 Jahre alte- Mädchen, mit dem er intime Beziehungen unterhalten hatte, die nicht ohne Folgen geblieben waren und versuchte alsdann durch einen Schuß in den Kopf sich selbst da« Leben zu nehmen. Die Leiche des jungen Mädchens wurde nach dem Totenhause, der tätlich verletzte junge Mann nach dem Hospital geschafft. Berlin, 3. August. Nach einer Meldung aus Regensburg stürzte die Frau eines Gürtlergehilfen zwischen Winzer und Psaffcnstein ihre vier Kinder im Alter von 4 bis 7 Jahren und sich selbst in die Donau. Alle ertranken. * Wien, 3. August. Jnsolger falscher Weichenstellung entgleiste auf der Nordwestbahn-Station Schrecken st ein ein Personenzug. Drei Reisende wurden verwundet und drei Waggons zertrümmert. 15, einzusehen. Gießen, am 4. August 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Submission. Für die psychiatrische Klinik soll die Lieferung von SO Rmtr. Tauneu ■ Scheitholz auf »bent Wege der öffentlichen Submission vergeben werden. Die für diese Lieferung gültigen allgemeinen Bedingungen (Erlaß der Großh. Ministerien vom 16. Juni 1893) und die speziellen Beding« mrgen liegen an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen. Offerten find versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Mw Freitag dem IO. Augnft 1900, vormittags 11 Uhr, auf dem erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis 17. August 1900. Gießen, den 21. Juli 1900. Großherzogl. Verwaltungs-Direktion der psychiatrischen Klinik. Quelle ZU Offenbach a. M. Von ersten 8peclnlärzton seit Jahren empfohlen tu berogen. Mit Kohlensäure verstärkt unvergleichliches Tafelgetränk für Gichtleldende. werden, und zwar: an der Liebigstraße, Bauplatz Denselben, tlife Sogt, geb. Köhl, Witwe bei Metzger»eisterL Christian Logt, 76 Jahre alt, starb den 29. Juli. Markusgemeinde. Den 29. Juli. Luise Noll, Privatin, Tochter bei verstorbene« Bäckermeisters Konrad Noll, 68 Jahre alt, starb den 27. Juli. Miliar.Nersteigennls. Dienstag den 7. August d. Js., nachmittags L Uhr, werden in der Restauration von Jos. Stüfing (8um Lahnthal), an den Bahnhöfen 461, nachverzeichnete Mobiliar- Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 1 Sofa, 1 vollständiges Bett, 1 ov. Tisch, 1 Kommode, 1 Glasschrank, 1 Kleiderschrank, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, Bilder und Spiegel, 1 Regulator, 2 Waschtische, 1 Tafelklavier, 1 Buffet mit Zapfhahn, ein alter Bierapparat, große und kleine Lampen, Wirtstifche und -Stuhle, Flaschen und Gläser, Kleider und Weißzeug, HauS-, Küchengeräte usw. Vermischtes. * Köln, 3. August. Im Wallgraben vor dem Aachener Thor wurde gestern die Leiche eines 22jährigen Mädchens aufgesunden, die zahlreiche Stiche in Kopf und Hals aufwies. Die näheren Umstände lassen erkennen, daß das Gegenseitigkeits-Gesellschaft unter Aufsicht der K. Württ. Regierung. Lebens-, WenLen- u. Kapiiakversicherungen. Aller Gewinn kommt ausschließlich den Mitgliedern der Anstalt zu gut. DM ZrUkigst berechnete Prämien. ES Hohe Aenteuvezüge. 00 Außer den Prämien-Reserven noch bedeutende, besondere Sicherheitsfonds. Nähere Auskunft, Prospekte und Antragsformulare kostenfrei bei der General-Agentur Darmstadt: August Berdenich, Waldstraße 20, I.; m Gießen: Haupt-Agent tzberh. Metzger, Kaufmann, Aeinr. Tichy, rrrfteur, Seltersweg 43; in Grotzen-Linden r Keinr. Weiß, Bauunternehmer,^ in Grotzen-Buseck r Salomon Merlin; in Laubach r Wrly.. Aipstein, m Wiese«r Seine. Schreiner, Werkführer; in Steinberg r -stark Kwkrer, Werkmeister. welcher, wenn auch noch dienstpflichtig, als Kriegsfreiwilliger, d. h. ohne ausgehoben zu sein, nach der Kriegserklärung 1870 in einen deutschen Truppenteil, Sanitätskorps re. einqetreten und Inhaber der bronzenen KrieqSdenkmünze von 1870/71 ist. »N. H. B." bm. Mainz, 5. August. Mittwoch den 19. September findet hier in Mainz dir diesjährige Verbandsversammlung des Verbandes deutscher Gewerbe- Berichte statt. Die Tagesordnung ist eine sehr reichhaltige, und wird die Teilnahme an den Beratungen voraussichtlich eine starke werden. In Ludwigshafen ist auf Antrag des Vorsitzenden des Gewerbegerichtes von dem Stadtrat im Hinblick auf den VerbandStag beschlossen worden, nach Bestimmung durch das Los je einem Arbeitgeber- und Arbeitnehmer Beisitzer auf Kosten der Stadlkasse den Besuch As Ver- bandstageS in Mainz freizustellen. — Eine etwa 20 Jahre alte Büglerin versuchte sich gestern im hiesigen Zentralbahnhof überfahren zu lassen. Die Lebensmüde konnte im letzten Augenblick von den Schienen entfernt werden. — Der hiesige Postunterbeamtenverein beging heute das Fest seiner Fahnenweihe. Die Feier war mit einem eigenartigen Festzug verknüpft. Der Zug bestand aus etwa 1000 Postbediensteten, Briefträgern, Telegraphenboten, Packctbestellern u. s. w., welche in ihrer besten Uniform mit Festabzeichen daher schritten. Vor dem Zuge, m dem zwei Musikkorpö marschierten, ritten sechs schmucke Postillone die auf ihren Hörnern heitere Weisen bliesen. Zum Beweis, daß man die Thätigkeit dieser viel beschäftigten Beamten wohl zu würdigen versteht, trugen zahlreiche Häuser Flaggenschmuck. ' Mainz, 5. August. Die Mainzer Typographia hat eine sehenswerte typographische Ausstellung eröffnet. Dieselbe enthält die meisten derjenigen Druck' arbeiten, durch die die 500jährige Gutenbergseier in vielen Städten verherrlicht wurde. Es ist dem Vorstand der Mainzer Typographia gelungen, zirka 160 Bezirkövereine und Mitgliedschaften des deutschen Buchdruckerverbands zu bewegen, ihre reich ausgestatteten Drucksachen einzusenden resp. auszutauschen, die jetzt zu einer besonderen Ausstellung für die Fach Interessenten geordnet sind. Das Gutenbergmuseum ist in der letzten Zeit durch verschiedene Schenkungen wesentlich bereichert worden. Unter den Schenkgebern waren wieder mehrere Ausländer. Die von dem Professor Konrad Suder angefertigten herrlichen Entwürfe zu dem Gutenbergfestzug werden gleichfalls dem Gutenbergmuseum einverleibt werden. Woharangrsveränderung*. Wohne vom 28. Juli ab bei meinem Sägewerk ____ 5200 Erdkanterweg 20. Hi Bestellungen auf kurz geschnittenes Abfallholz können auch in meinem Hinterhaus Bismarckftraße 22 bei Herrn Kröll gemacht werden. Georg Schubecker. _2®:^en, den 2.Jtufluft 1800. Arbeitsvergobang. Der Turnverein beabsichtigt seine Turnhalle an der Nordanlage zu vergrößern, und sollen die hierzu erforderlichen Rohbauarbsiten im Ganzen oder getrennt vergeben werden! Reflektanten können Pläne, Voranschlag und Bedingungen während der üblichen Büreaustunden bei den Architekten Herren Stein & Weyer einsehen, und find Angebote dem Unterzeichneten biß zum Samstag den 11. d. Ms., mittags 12 Ahr, einzureichen. Gießen, den 4. August 1900. 5312 Le PiF-Fg Vorsitzender des Turnvec ins. Sport, Spiel, Jagd. Offenbach, 5. August. Dem hiesigen Ruderklub, der vor acht Tagen durch den Gewittersturm um seinen ganzen Besitzstand gebracht wurde, hat die Rudergesellschaft „Undine" in dankenswertester Weise ihr Bootshaus und einige Boote für einige Zeit leihweise zur Verfügung gestellt und dem Klub außerdem einen guten Rennvierer zum Geschenk gemacht. Der Klub ist durch dieses Entgegenkommen in die Lage versetzt, seine Fahrten von morgen ab wieder auszunehmen. zusammen 1833 Qu.-Meler. Lageplan und Bedingungen find auf unserem Sekretariat, Zimuur tiro^s^r Nebenverdienst. sich durch Ausnutzung seiner freien Zeit, ohne besondere Mühe, einen ■Äl ßr schonen Nebenverdienst verschaffen will, der sende feine Adresse unter fl vt F. 8. 1996 an Haaseistein &, Vogler, A.-G., Köln, Rhelr 5329 ff n •• am Riegelpsad n tt H ü Evangelische Gemeinde. Kelraut». Lukasgemeinde. Den 2. August. Reinhard Karl Jockel, Kaufmann zu Gießen, und Karoline Elise Marie Hahn, Tochter des verstorbenen Telegraphisten Georg Hahn zu Gießen. Johannesgemeinde. Den 31. Juli. William Georg Washington Jughardt, Witwer, Kaufmann zu Brooklyn und Auguste Friederike Felsing, Tochter des verstorbenen Kupferdruckereibesitzers Friedrich Felsing zu München. Getaufte, Mat thäusgemeinde. Den 29. Juli. Dem Kutscher Reinhard Jakob Heil ein Sohn, Reinhard Joseph Bernhard, geboren den 2. Juli. Denselben. Dem Taglöhner Ludwig Hinterlang eine Tochter, Karoline Katharine, geboren den 15. Juli Lukasgemeinde. Den 28. Juli. Dem Oberlehrer Dr. phil. August Sturmfels eine Tochter, Mathilde Margarete Emilie Frieda, geboren den 1. April. Den 29. Juli. Dem Heizer Nikolaus Meßbecher ein Sohn, Wil- Helm, geboren den 11. Juni. Denselben. Dem Monteur Martin Balser ein Sohn, Martin Ludwig, geboren den 9. Juni. Den 30. Juli. Dem Kaufmann Johann Wilhelm Fischer em Sohn Johann Wilhelm, geboren 28. Juli. Johannesgemeinde. Den 29. Juli. Dem Taglöhner Franz Stephan Wilhelm Rentmeister ein Sohn, Franz Joseph Georg Konrad, geboren den 26. Ium. Den 3. August. Dem Gastwirt Johannes Marker ein Sohn, Hermann, geboren den 30. Juli. Beerdigte. Matthäusgemeinde. Den 31. Juli. Emma Hanstein, aus Wiesbaden, Tochter des verstorbenen Reallehrers Johann Heinrich Hanstein, 52 Jahre alt, starb den 28. Juli zu Wiesbaden. Gut zur Suppen- und Saucen-Verdickung! Der feine Geschmack von Saucen und Suppen, läßt oft wegen nicht richtiger Verdickung, trotz der besten Zuthaten, viel zu wünschen üorig. Spielend leicht läßt sich eine tadellose Verdickung bereiten durch Brown und Polsons Mondamm. Es ift Gelatine und ähnlichen Bindemitteln vorzuziehen, weil Mondamin frei von jedem Nebengeschmack ist und die Farbe der ^aucen klar. lagt. Obgleich Mondamin eine kleine Ausgabe erfordert, ist.e» icoDd) so ergiebig, daß zu den Suppen und Saucen schon ein wenig genügt; daher kann sich Mondamin cm seder gestatten. Gv ist überall käuflich in Packeten ä 30 und 15 ßf. 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V»7 Uhr: „Lohengrin". Donnerstag, 9. August: „Undine*. Freitag, 10. August: „Die Geisha". Samstag, 11. August: „Troubadour*. Sonntag, 12. August. 1/t7 Uhr: „Tristan und Isolde". Montag, 13. August: „Die Geisha*.- S H a u f pic lh and. (Wiedereröffnung der Schauspielsaison). Dienstag, 7. Augusts): „Ehre*. Mittwoch, 8. August: „Fuhrmann Henschel*. Donnerstag, 9. August: „Mein Leopold*. Freitag, 10. August: „Im weißen Röhl. Samstag, 11. August: „Prometheus*, hierauf „Clavigo*. Sonntag, 12. August: „Cy* prienne", vorher „Flügellahm". Montag, 13. August: „Nora*. ____♦) Immer abends 7 Uhr._____ MarnHiiurelöseiide a. harntreibende Wirkung. Angenehmer milder Geschmack. Vom schwächsten Magen vertragen. Erhältlich in Miucralwasucrhundluogen und Apotheken — eventuell direkt ab Quelle in Kisten von 60 Flaschen. General-Depot in Giessen: Jean Weieel. 4409 Z_s_s Hemden Beinkleider für Damen u. 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