Donnerstag bett 7. Juni M. 130 Zweites Blatt 1900 lens. > « Ulmte» unb Anzeigeblatt für den Kwb Gieren. ils Nacht) haft ihr B «öS MM inh*elr0 btt. Bezugspreis Vierteljährl. Mk. 2,29 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abbolcstrlle» vierteljährl Mk. 1,91 monatlich 65 Pfg. Bri Postbezug Mk. 2,40 vierteljihrt. mit Bestellgeld. INäiMtn mit Znda L 42, II. Alle Anzeigen-BerrnittlungSstellen de- In» und Au-laud«- uehrnm Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. RMtio*. Expedition und Druckerei: Stwtfhrefte Ar. 7. ;.BrakU6rei Giesub ! E1schocolade, I »»nähme »•« Lnzeigem zu der nachmittag- für den fOtßevden Tee erscheinenden Nummer bi- »orm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abend- vorher. Und heute ist wieder „das liebliche Fest" erschienen. Wieder lachen Flur und Hain, der Lenz hat wieder die Erde mit duftenden Blüten und grünen Blättern geschmückt. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Seit jenem Abend habe ich sie nicht wieder gesehen. Vor kurzem erfuhr ich, daß sie einen reichen dicken Wurstsabrikanten geheiratet hat und Mutter von sieben Kindern ist. Er treibt mich aus meiner Junggesellenklause, die ich soeben erst neu bezogen habe. Nicht weit bin ich gegangen, kaum aus der Stadt heraus, und ich stehe vor blühenden Bäumen. Mein Blick durchdringt das frische Grün — und alle Lenzluft ist dahin. Es ist der Friedhof, vor dem ich stehe. Sonderbar, sonst fiel es mir niemals ein, um Gräber mich zu kümmern. Die Thränenweiden, die prächtigen Cypressen hatten mich noch nie gefesselt. Höchstens freute ich mich manchmal über ihr allmähliches Auferstehen aus dem Winterschlafe. Aber an die zu ihren Füßen, unter der Erde dachte ich nie. Ein Schauer überläuft mich. Sie, die da ruhen, stehen nimmermehr auf. Sie kennen kein Erwachen mehr. Sie kennen keinen blauen Himmel und keine Sonne, keine Blätter und Blüten mehr. Und doch haben sie sich ebenso an allem diesem erfreut, wie ich; sie haben ebenso gelacht, wie ich, und manchmal auch wohl geweint, wie ich! Sie haben sich geärgert, wenn die Schuhe sie drückten, sie haben ihren Schatz geküßt und haben irgend jemand gar nicht leiden können. Sie haben eine liebe Mutter gehabt und einen guten Freund, dem sie gern die Hand drückten. Sie haben sich ihres Lebens gefreut und — find gestorben! Du lieber Toter dort auf dem einsamen Kirchhofe in jenem ostpreußischen Dörfchen! Auch dir blühte einst die schöne, die goldene Zeit, auch Du warst einst frohsinnig und lebenslustig. Du hast ein glückliches und segensreiches Menschendasein geführt und manchen rosenumkränzten Becher geleert. Du hast Dich als Seelsorger durch wahre Menschen- und freie Gottesliebe hervorgethan und hast wacker gewirkt für das Wohl Deiner Gemeinde. • Doch das ist alles längst vorbei! Du liegst jetzt im Schoße der Mutter Erde, und neues Leben erblüht aus ttM iw’-* r Utburrg. ra- «omar-. Lied in den Wald hinaus: Nun wirst du scheiden, du böser Knab', Ob auch das Herz mir bricht. Was kann ich geben, was ich nicht gab! Du Lieber, vergiß mein nicht! Und kehrst du nimmer wieder zurück, Ich bleibe auf ewig dein Und denke der Stunden, da Liebesglück Mir lachte ins Herz hinein. Und wenn mich fortan das Glück auch scheut, Süß bleibt die Erinnerung, Doch süßer, schauerlich süß ist das Heut', Heut' sind wir beide noch jung. Heut' sind wir noch jung, heut' liebst du mich, So sei uns das Heute Genuß! Mußt du mich zerbrechen, nun, so zerbrich! Der Lohn ist ein seliger Kuß. Und wenn du geschieden, du lieber Knab', Dann mag es aus mit mir sein! Was ich geben konnte, ich liebend dir gab. Vergiß, o, vergiß nicht mein! Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieß«, Fernsprecher Nr. 51. Preise- ,tjg und frsnko. Leihenitil* 1KI- mit wohlwollender Wärme lächelte der nun still zufrieden ausschauende Himmelspastor inmitten seiner frommen Sternengemeinde zu mir herab. Wieder war ich mit Käthchen allein. Leise klang i in btt tWurlnhuwa 1 iAWMr bisfoM ybtnb pischkn V|4 M n Mr hMemMib Wn. Qnmbetyiftt. Gießener Anzeiger Heneral-MnMer /M 14.1‘*|B Frfcheiul täglich MN Ausnahme des Montag-. Die Gießener A«mtkie«v kälter •erben dem Anzeiger ta Wechsel mit „Hess, üenbrokt* m. „Blätter fftr Hess, volk-kunde" •Schtt. 4 mal beigelegt. MH. . ri 338 Politische Tagesschau. Unter den Gesetzentwürfen, die der deutsche Reichstag vor den Psingstferien definitiv erledigt hat, befindet sich auch die Novelle zur Gewerbeordnung, durch welche eine in das Gewerbsleben tief einschneidende Bestimmung eingeführt wird; wir meinen den Neunuhrschluß für Ladengeschäfte bezw. überhaupt um neue Verordnungen über die Arbeitszeit der Handelsangestellten. Die Novelle bestimmt nämlich, daß von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens Verkaufsstellen für den geschäftlichen Verkehr geschlofien sein müssen; nur in wenigen Fällen und zwar nur vorübergehend sind Ausnahmen von dieser Regel zulässig. Auch die Arbeitszeit der Angestellten in Kontoren und Lagerräumen, die zu offenen Verkaufsstellen gehören, wird durch das Gesetz entsprechend geregelt. Bekanntlich sind die Bestrebungen der Handelsangestellten nach einer gesetzlichen Normierung der Maximalarbeitszeit schon alt, aber es ist erklärlich, daß diese Forderungen, die einen Bruch mit alten Ueberlieferungen zur Voraussetzung hatten, auf großen Widerstand stießen, der nicht nur bei den Arbeitgebern, sondern auch bei den Angestellten zu finden war. Aber die Reichsregierung konnte sich dem Gegenstände nicht mehr entziehen, seitdem sie die Verhältnisse der Fabrikarbeiter durch die soziale Gesetzgebung geregelt hatte; denn die Fürsorge des Reichs wird sich nach und nach auf alle Arbeitskräfte zu erstrecken haben, mögen sie einem Stande angehören, welchem sie wollen. Die neuen Bestimmungen treten am 1. Oktober in K aft; diese längere Karrenzfrist ist nur zn billigen, damit b.■ w In he«» Men. rnen,tztsty, Lu«-« mj Mbtrnahm^ Rothenberger Wve, Ein stilles Grab. Eine Pfingsterinnerung von P. W. (Gießen). Schluß. Der Mond hat mich immer verstanden, mich freundlich umstreichelt und eine Traulichkeit über mich ergossen daß ich stet- beruhigter und zusnedener vor. ihm fort unb ju Bette gegangen als ich zu >hm getreten bin. Ich habeben Mond weit lieber als die Sonne, die nur hasten und mühen siebt Der Mond aber sieht nur träumen. Was er von uns' in sich ausgenommen hat, das giebt er uns wieder zurück, alle unsere Hoffnungen, Wünsche und Traume, nur um vieles verklärter. Er scheint unsere Sehnsucht immer schon Halbwegs zu erfüllen, ob man sich allem mit ihm unterhält, oder, was mir lieber ist, zu dreien, wenn er kosendem Zwiegespräche lauscht. Trauliche Wonnen und bebende Seligkeiten hat er ganz besonders gern, er hegt lind behütet sie liebevoll. Liebe, sauste, milde, zarte, menschensreundliche Liebe entquillt seinem Llchte, das uns l.jse prickelnd umrieselt. Gerade und frei sehen wir ihm imS Angesicht. Die Sonne aber zwinkern wir an und meiben ihr Antlitz. Ihr gegenüber sinb wir nicht aufrichtig. Dem Monb aber vertrauen wir alles, unser bestes an, ihm offenbaren wir uns. Er kennt unsere Heimlichkeiten, unb d.§rum kennt er uns ganz, barum weiß er, was er von uns in halten hat. Ich bilbe mir em, mich hat er ganz be- sinbers gern, - vielleicht weil ich besonbers viele Schwachen ^"an jenem Abend kam mir der sonderbare Gedanke, c G -:n ferner Großvater aus dem Monde auf mich Lie^ ch uw Em leises Wölkchen, das sein Gesicht Vin roenta verhüllt und ihn etwas mürrisch hatte luussehen lassen, verschwand, und fteundlich und gemütlich daß es den Kamps nach all den schweren Niederlagen der ersten Zeit mit entschlossenem Mute durchgeführt und ber Welt den Beweis erbracht hat, daß trotzf allem noch ein Rest altgermanischer Kriegstüchtigkeit in dem angelsächsischen Blute übrig blieb. Eine Viertelmillion Soldaten, zusammengerafft aus allen Winkeln der Welt, narbenreiche Veteranen, ungeübte Rekruten, hergelaufenes Gesindel, wurden hinübergesandt auf den fremden Kriegsschauplatz und einheitlicher organisiert. Wollte es am Anfang scheinen, als sei das militärische Prestige des britischen Reiches für immer verloren, so wird jetzt der Krieg vielleicht einer stärkenden Eisenkur gleichen. Es will Abend werden. Nicht lange mehr und die Burenstaaten gehören der Vergangenheit an. Aber ihr Name und der Name ihrer Helden wird fortleben durch alle Zeiten, und wenn man einst den' lauschenden Kindern von Tapferen erzählt, die zu kämpfen und zu sterben verstanden, dann wird man auch! von denk armen. Bauernvolk da unten berichten, das zu Grunde gina, weil die Tiefe seines Bodens schimmerndes Gold und Edelgestein barg^ I^Getränk,,' BenuS. ,„s; T, Zilblnen" HoldMke airstH $ 1-II1 ;;I:S«-«1887 erkämpfen und im Ringen mit wilden Tieren und wilden Menschen sich zu stählen, alle Eigenschaften besitzt, um ein ausgezeichneter Krieger zu sein, und der Fortgang der Geschicke hat des anderen gelehrt, daß ihm zur Vollendung nur das Eine fehlt: die fachgemäße Durchbildung des Soldaten, wie sie die Praxis des stehenden Heeres allein gewähren kann. Die Disziplin, die Unterordnung unter den Willen des Vorgesetzten, der schweigende Gehorsam — sie sind Korrelate der Tapferkeit, ja sie sind die Urbedingungen jedes dauernden Erfolges. Die Fremden waren es, vor allem die Deutschen, die in alter, harter Schule, in der Kaserne und auf dem Exerzierplatz „gedrillten" Männer, die den eigentlichen Kern des Burenheeres bildeten, wenn es einmal aalt, den Schutz der sorglich gewählten Verteidigungsstellung aufzugeben und in mutigem Angriff die Früchte erfochtener Siege zu sichern. Auch Johannesburg ist in britischem Besitz. Atemlos hatte man gelauscht auf den Donner der Explosion, von der die Goldminen bedroht waren. Es hätte ein gigantischer Zug, eine Art von der Heldengröße der Vorzeit darin gelegen, wenn jene Minen, um deren Besitz englische Habgier den Kampf begonnen hat, vernichtet worden wären. So stürzte einst Hagen den Hort der Nibelungen in die Fluten des Rheines, auf daß nicht neue Schuld und neuer Mord an seinen Besitz sich knüpfe, daß FafnerH Fluch von der Erde sich löse. Völkerrechtliche Erwägungen haben keine Berechtigung mehr, wenn die Verzweiflung des Endes ein Volk erfaßt, im Angesicht des Ungeheuren verstummt die kleinliche Rücksicht des Tages. Aber die Buren haben den Mut des Aeußersten, jenen Mut, der nicht mehr scheidet zwischen Heldentum und Verbrechen, nicht gehabt, und vielleicht nur Einer von ihnen hat mit knirschendem Trotz sich gefügt, und dieser Eine heißt Paul Krüger. Denn wenn Einem von ihnen allen die Geschichte den Ehrenkranz erteilen wird, bcn sie so oft nicht für den Sieger, sondern für den Besiegten bereit halt, so ist es' der Mann, der den Freiheitskamps gegen einen hunde^- fach überlegenen Feind vorbereitet und durchgesuhrt hat, der bis zur Netzten Stunde nicht verzagte und der nur einen Feind nicht zu bezwingen vermochte: den Femd, der ihm in der Brust der eigenen Volksgenossen erwuchs.. Wird der greise Krüger, der so ost schon die Buren Transvaals mit frommem Wort befeuerte und mit markigem Ruf zu großen Thaten fortgerissen hat, jetzt der Führer sein in der letzten Phase, in der nicht mehr um den Lorbeer, sondern nur noch um die Ehre gerungen wird, deren Lohn, bei allem Heldentum doch nur die Vernichtung sein kann? Dem, der nüchtern denkt und kein Gesühl besitzt sür dasj Heldentum des Leidens, wird solcher Kampf als unnütze Frucht unnützen Eigensinns erscheinen; der aber, dessen Gedanken höher fliegen, dorthin, wo die Heimstätte des Heldentums liegt, der wird auch dieses Opfer noch fordern. England genießt in Deutschland keine besonderen Sympathien. Dennoch mutz auch der Feindseligste anerkennen. Das Ende. Es will Abend werden. Schon sind die Engländer in Pretoria eingezogen und es scheint in der That^ als solle der ungeheure Heldenkampf, als solle jenes grandiose Schauspiel menschlicher Größe, dem wir alle atemlos lauschten, rühmlos, klanglos zu- Ende gehen. Eine Welt von Ereignissen, von wechselnden Empfindungen liegt zwischen dem Tag von Elandslaagte und der Gegenwart, zwischen den wunderbaren Siegen, die das Burenheer nach jener ersten Niederlage erfocht, und der Zertrümmerung der beiden Republiken. Sie begannen als Helden Unb sie enbeten — Ja, wie haben sie geendet? Sind sie noch dieselben, die sie einstmals waren, am Majubaberge, die sie waren, als der Einfall Jamesons sie nach Krügersdorp rief, als Methuen, Gatacre und Buller ihren Kriegsruhm Preisgaben? Oder sind die wetterfesten und stahlharten Männer, die in römischem Heldensinn die Pflugschaar und die Egge verließen, um das Vaterland zu schützen, plötzlich Feiglinge geworben, die nur Eines kennen und nur Eines fühlen: die Sorge um ihr Eigentum, um ihre Farmen unb Herben, um ihr Gelb und Gut? Die letzte Entscheidung wird erst die Geschichte bringen, und ungerecht ist es, ihrem. Urteil vorzugreifen. Aber Wehmut erfüllt uns alle, wie wir noch heute mit schmerzlichem Empfinden dem Kampfe folgen, in dem die Gothen unter Totilas und Teja um ihre Freiheit rangen, bis der letzte an den glühenden Hängen des Vesuvs sein Leben aufgab. Völker vergehen und Staaten verschwinden, in buntem Wechsel tauchen neue Gebilde empor — wird auch das Burenland dem Schicksal verfallen, wird der freie Bauer zum Knechte des Briten werden? Seit dem Tage, da Cronje, der einst der Wolf von Transvaal hieß, dem siegreichen Roberts seinen DegeN nlbergab, ist das Glück von den Buren gewichen. Sie hatten aüänzende Erfolge erzielt, die Welt begann sich daran zu gewöhnen, sie für unüberwindlich zu halten und der Moment schien gekommen, da das ganze Capland sich erhob und den letzten englischen Soldaten und die letzte englische Fahne in die Finthen des Ozeans drängte Nur nach einer Richtung schien ein seltsames Mißgeschick das kleine Volk zu verfolgen: Ihre tüchtigsten Führer wurden ihnen geraubt, Schiel, Anrecht, Cronje, Joubert, Villebois, fte alle schieden aus ihren Reihen, und Neulinge, vielleicht begabte, sicherlich aber nicht voll erprobte Manner, traten a n ihre Stelle. Und b och konnten bereits die Anhänger des Milizsystems ihre Hymnen anstimmen zum Preise eines Volkes, das keine Kasernen und kein stehendes Heer, keme Kriegsübung und keine Unterordnung kennt und das -dennoch Armeen einer mit ungeheuren Mitteln versehenen europäischen Macht von Niederlage zu Niederlage treiben konnte. Aber jene erste Zeit hat nur eins erwiefen: daß der Bur, gewohnt in harter Arbeit sich das Leben zu zientcnb- L>bl- ü! Obl $&etel M n, front 18» SA* der Handelsstand Zeit genug hat, sich mit der Neugestaltung der Verhältnisse abzufinden. Zugegeben muß werden, daß die Gewerbeordnungsnovelle noch manche Unvollkommen- heiteu zurückläßt, da die Arbeitszeit auch künftig noch reichlich bemessen bleibt, und die Engrosgeschäfte überhaupt nicht durch die Novelle berührt werden. Aber einen großen Fortschritt bedeutet die letztern darum doch, insbesondere wenn man bedenkt, daß augenblicklich überhaupt nicht mehr zu erreichen war. Wenn eS auch schon bisher eine Anzahl von Geschäften gab, die freiwillig eine Verkürzung der Arbeitszeit ihres Personals eingesührt hatten, so waren das doch nur Ausnahmefälle; die gesetzliche Festlegung des 9 Uhr-Ladenschlusses schützt nunmehr diese human denkenden Prinzipale vor geschäftlichen Verlusten, wie sie der frühere Schluß bisher vielfach mit sich gebracht hatte. Einige Opposition wird daS neue Gesetz freilich auch bei unseren Hausfrauen finden, die nun eine Stunde früher ihre Einkäufe beendet haben müssen. Aber man darf wohl annehmen, daß sie sich bald mit dieser anscheinenden Unbequemlichkeit auSgesöhnt haben werden, und nach kurzer Zeit wird die Neuordnung Bürgerrecht erlangt haben, umsomehr, da sie ja dem Wohle so vieler Tausender zu gute kommt. Der Tod des Assessors v. Gagern. Hinsichtlich des beklagenswerten frühzeitigen Todes des Assessors Freiherrn v. Gagern sind wir jetzt durch folgenden Bericht des Polizei-Inspektors Biernatzky, der di» Mannschaften der v. Gagernschen Expedition vernommen, hat, tznnd durch einen Bericht des Missionars Müller zu Nyamtan, der den so früh Abgerufenen auf seinen letzten Wegen begleitet hat, in der Lage, die näheren Umstände des traurigen Falles klarzustellen. Assessor v. Gagern, der am 13. März d. I. die Station Jabassi verlassen, erreichte noch an diesem Tage gegen 7 Uhr abends die Mission außerordentlich angestrengt. Die Soldaten sagen aus, daß sie Gagern viel in der Hängematte haben tragen müssen, auch hätte der Boy stets beim Passieren eines Flusses oder Baches das Taschentuch eintauchen müssen, womit sich Herr v. Gagern den Kopf und die Brust anfeuchtete. Missionar Müller behauptet, daß Herr v. Gagern ihm gegenüber über starken Blutandrang zum Kopfe geklagt hätte. Die Expedition verblieb den 14. auf der Missions^- station. Am 15. früh 6 einhalb Uhr brach Herr v. Gagern in Begleitung des Missionars Müller auf, und erreichte die Expedition um 3 Uhr nachmittags das Dorf Mang- walle. Die Soldaten schilderten den Tag als besonders/ heiß, sie seien sehr ermüdet gewesen. Gagern soll abends über Fieberanfälle geklagt haben. Am 16. bach die Expedrition gegen 6 Uhr auf und gelangte zunächst um 8 einhalb Uhr in das Dorf Mataue, wo ein sehr einflußreicher Häuptling Namens Disake seinen Sitz hat. Der Häuptling wurde durch Herrn v. Gagern beschenkt, stellte Führer und Leute und versprach, die Expedition in jeder Hinsicht zu unterstützen. Er hat auch redlich sein Wort gehalten. Disake hat mit seinem Bruder Lombi schon seit 19 Jahren Streit. Einige Händler von Nyamtan hatten dem Lombi große Geschenke gemacht mit der Bedingung, daß Lombi dafür seinem Bruder Disake den einzigen Handelsweg versperre, so daß der ganze Stamm der Ndogo- bamyaleute vom Handel ausgeschlossen wurde. Alle diese Händler stehen mit dem Häuptling von Bodiman, dem sogenannten King Mfomum, mit dem Beinamen Ngale, in Handelsverbindung, was den Handel, der besonders Dielt Elfenbein ergiebt, so nachteilig beeinflußt, daß unsere- deutschen Kaufleute kaum nennenswerte Erfolge erzielen. Diesem wollte Regierungsassessor Freiherr v. Gagern abhelfen und versprach dem Disake, er wolle ihm den Weg, wieder öffnen und ihm die ihm gewaltsam weggenommenen Dörfer, die an diesem Wege gelegen sind, zurückgeben. Der Weitermarsch erfolgte nach einer Stunde Rast, und dann wurde das gleichfalls dem Disake gehörige Dorf Ndol gegen 2 Uhr 15 Min. erreicht. Zwischendurch sind noch Marschpausen gewesen. Hier erklärte Herr v. Gagern dem Missionar Müller,, er solle in diesem Dorfe mit fünf Soldaten und dem Gepäck bleiben. Herr v. Gagern marschierte darauf jn* furchtbarster Sonnenhitze mit 15 Soldaten weiter, passierte noch zwei Ortschaften, und da in der Front die Kriegstrommel und Schießen zu hören, so entschloß er sich, das, letzte vor einem großen Hügel liegende Dorf, das er feindlicherseits besetzt glaubte, zu nehmen. t Deinen Gebeinen. Ob Dein Grab heute auch mit frischen Blumen geschmückt sein mag? Wohl kaum! Das ganze Jahr hindurch kommt niemand zu Dir. Du bist verlassen! auf ewig! Du bist nicht mehr! Doch Deine Seele ist unsterblich, in den Werken, die Du vollbrachtest, in den Gedanken derer, die Dich liebten, die Du liebtest, und die Dich lieben, so lange sie leben. Von Deinen Vätern hattest Du Deine geistige Kraft ererbt, durch ihre Arbeit — und dieses Erbe macht die Väter unsterblich, indem Du es Dir durch eigene Arbeit von ihnen erwarbst. Doch Du hast zu Deinem Erbe gar vieles durch wackeres Wirken hinzuerworben um den Menschenwert in Deiner Gemeinde nach bestem Können. Du hast Dir, wie jeder, der sich und allem gegenüber seine Pflicht thut, Unsterblichkeit errungen, indem Du Deinen geistigen Besitz an Deine Angehörigen abtratest, die selbst die Unsterblichkeit erlangen werden durch den Erwerb der Grundlage, die Du ihnen schufst, und durch deren weiteren wackeren Ausbau. Doch Dein Leib ist hin..... Wie lange noch dauert'«, und von dem Hügel über Dir ist kaum eine Spur mehr. Der Friedhof ist vielleicht eine grüne Wildnis ohne Weg und Steg. Ueber Dir wuchert hohes GraS, aus dem gelber Löwenzahn grell hervorleuchtet. DaS Kreuz ist halb eingesunken, schief, verwittert. Die Inschrift ist verlöscht, mit Moos überzogen. — Dumme Pfingstgedanken! Ich werde zu S. gehen und eine halbe Flasche Chablis aus mein Wohl leeren. Auf dem Hügel wollte, wie gerüchtweise verlautete, der Häuptling Lombi die Expedition aufhalten. Dev Führer wurde von Herrn v. Gagern später sofort zurückgesandt, weil sich herausstellte, daß das Dorf nicht feindlich besetzt war, sondern noch zu Disake gehörte und außer diesem kein Dorf, sondern nur ein Platz, bestehend aus» zerfallenen Palmhütten, vorhanden war. Genommen wurde dieser Platz durch- großen Anlauf mit Gagern an der Spitze. Als Herr v. Gagern als Erster am jenseitigen Dorfausgange erschien, rief er, auf die Nachricht hin, der große Hügel sei nahebei, und nachdem er noch eine kurze Strecke weiter gegangen war, den Missionsdolmetscher Ngomdo, den schwarzen Lazarettgehilfen Boy- man und den Polizeisoldaten Mulei zu sich, und gab ihnen Befehl, bei ihm zu bleiben. Hierauf erteilte er dem farbigen Sergeanten Henne den Befehl, weiter vorzugehen und den Hügel zu nehmen, er käme sofort nach-, er könne jedoch jetzt nicht mehr. Hierauf stürmten die Soldaten unter Führung des Sergeanten Henne und schlugen die Buschleute! vollständig in die Flucht, wobei einige bet Feinde fielen. Das Dorf des Lombi auf dem Hügel nahmen die Soldaten in Besitz. i Inzwischen war Herr v. Gagern mit Unterstützung, der drei genannten Leute langsam bis zur halben Hügelhöhe nachgefolgt, legte sich dann aber plötzlich lang auf die Erde und schiien sehr ermüdet. Die Leute hoben ihn auf, und der Polizeisoldat Mullei bettete den Kops des Herrn v. Gagern in seinen Schoß. Gagern soll hierbei über furchtbare Kopfschmerzen geklagt haben, hatte aber noch die Kraft, aus dem Karabiner zwei Schüsse abzugeben, dann reichte er die Waffe dem Boyman weiter mit dem Befehl, er s olle schießen, desgleichen mußte Mullei schießen. Dieses Handeln scheint schon im umnachteten Geiste geschehen zu sein, da die Buschleute vou den Soldaten bereits in die Fluchit geschlagen waren. Kurz darauf gab Herr v. Gagern auf Fragen keine Antwort mehr. Boyman lief zu Henne und teilte ihm mit, daß Herr v. Gagern sehr schwer erkrankt sei und nicht weiter könne. Henne kam sofort mit fünf Soldaten zurück, fand Herrn v. Gagern bereits in der geschilderten Verfassung und trug nunmehv mit den Soldaten Herrn v. Gagern nachs dem Dorfe auf den Hügel. Hier legten sie den Sterbenden an einem kühlen Orte nieder und versuchten, ihm alle Erleichterungen) zu Teil werden zu lassen. Der Missionsdolmetscher Ngando ging in Begleitung einiger Soldaten zu dem Missionär Müller, um ihn zu holen. Müller traf nach ungefähr 70 Minuten ein und fand Gagern bereits verstorben vor. Der Tod trat gegen viereinhalb Uhr ein. Die Wiederbelebungsversuche des Herrn Müller waren erfolglos. Vorher hatten Soldaten versucht, Wasser zu finden, jedoch war in weiter Runde keines vorhanden. Herr v. Gagern und der Lazarettgehilse sollen auch keine Flüssigkeiten mitgenommen haben. Die Soldaten beschlossen, den Leichnam mitzunehmen, und traten alsbald ihren Marsch an. Dev Rückmarsch machte den Eindruck eines Leichenzuges. Am 18. März wurde die Station Nyamtan. erreicht. Desselben Tages im Laufe des Vormittags wurden die irdischen Reste des Verstorbenen am schönsten Platze auf der Mission unter drei Palmen begraben. Hierauf erklärte der Polizei-Inspektor Biernatzky der vollzählig angetretenen Truppe, daß Gagern im Gefecht gefallen und ließ, nachdem er am Grabe ein kurzes Gebet.gesprochen, drei Salven ab- geben. Aus Stadt und Kand. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 6. Juni 1900. •• Persoualuachrichlen. Der Gerichtsassessor Gill er in Darmstadt wurde mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Darmstadt I und der Gerichtsassessor Maser in Darmstadt mit Wahrnehmung solcher bei dem Amtsgericht Gießen beauftragt. Zum Rentamtsgehilsen wurde ernannt am 29. Mai Georg Jakob Schneicker aus Dornheim mit Wirkung vom 6. Juni l. I. ♦* Landeslotterie. Jetzt nahe vor dem 11. Juni, dem Ziehungstage der 3. Klaffe unserer Hess. Landeslotterie, ist gewiß ein Hinweis darauf nicht ohne Interesse, daß von den 11 000 Gewinnen im Gesamtbetrag von 4 446 000 Mk. bisher nur 1800 Gewinne mit zusammen 316 164 Mk. zur Ausspielung gelangt sind, daß also in den noch stattfindenden 3 Ziehungen 9200 Gewinne mit 4 129 836 Mk., somit noch fast 93 Prozent der Summe aller Gewinne, zur Verlosung gelangen. Da an der letzteren in der 3. Klasse nur noch 31 200, in der 4. Klasse 30 300 und in der 5. Klaffe 29 400 Lose teilnehmen, so kann von einer Verminderung der Gewinnaussichten noch keine Rede sein und wird dies allen denjenigen zum Tröste gereichen, die erst jetzt zu dem Entschlüsse kommen, einmal durch Kauf eines Loses der hessischen Landeslotterie dem Glücke die Hand zu bieten. Nach dem Erwähnten erscheint es zugleich ganz selbstverständlich, daß jeder, der die beiden ersten Klassen mitgespielt hat, sich auch in den weiteren Klaffen an der Lotterie beteiligt, denn die beiden ersten bereits abgespielten Klaffen haben dem Lotterieteilnehmer vermöge ihrer verhältnismäßig sehr geringen Gewinnausstattung eine dem Einsätze entsprechende Gewinnaussicht überhaupt noch nicht bieten können. Dies geschieht erst bei vollkommener Durchspielung einer Lotterie und zwar im wesentlichen erst in 5. Klaffe. Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß die Erneuerung der Lose zur 3. Klaffe nunmehr schleunigst stattfinden muß. Ober Rosbach, 6. Juni. Als Kuriosität berichtet der „Oberheff. Anz.", daß Friedberger Bäcker Brot und Wecke, die sie doch erst hierherfahren müssen, die also Transportkosten verursachen, hier billiger verkaufen, als in Friedberg selbst. So kostet z. B. Brot, das in Friedberg zu 47 Pfg. verkauft wird, hier nur 43 Pfg.; ebenso bekommt man hier 9 Wecke für 20 Pfg., während die Friedberger nur 7 Wecke dafür bekommen. Darmstadt, 5. Juni. Die Prinzessin Heinrich von Preußen besuchte heute vormittag mit der Schlüffel- dame Freiin v. SenarclenS-Grancy das Mausoleum auf der Rosenhöhe und kehrte sodann wieder nach Wolfsgarten zurück. — Die Prinzessin Heinrich von Preußen nebst den Prinzen Sigismund und Heinrich sind heut- abend von Jagdschloß Wolfsgarten wieder nach Kiel zurückgereist. In deren Gefolge befindet sich die Hofdame Fräulein v. Plänkner. Darmstadt, 5. Juni. Die Veranstaltungen der in diesen Tagen hier stattfindenden Hauptversammlung des allgemeinen deutschen Schulvereins zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande wurden gestern abend mit einer Vorfeier eröffnet. Es galt, die Vertreter auswärtiger Verbände und Ortsgruppen zu begrüßen. Der Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe, Direktor SchweiSgut, vollzog diese Begrüßung. Die Präsenzliste ergab, daß sich unter den etwa 50—60 Damen und Herren Vertreter aus allen deutschen Gauen befanden. Die Begrüßung der Gäste wurde durch den Vorsitzenden des Hauptvorstandes, Brandt von Berlin, erwidert, der Herrn SchweiSgut, den „Hans, wirf der Versammlung hochleben ließ. Profeffor Herr, mann von Baden Baden und Professor Dahn von Braun« schweig sprachen, ersterer auf den Verein und seine Be« strebungen, letzterer auf die Einigkeit in Verfolgung der Ziele, warme Worte und widmeten diesen ihr Hoch, worauf Herr Droll von Berlin der Deutschen im Auslande, und Herr Harnischfeger von Frankfurt a. M. der Damen in einem Hoch gedachte. Mit frischer Begeisterung, die seine 82 Jahre vergessen ließ, sprach Herr DiederichS von Bonn, berührte die schwere Aufgabe des Vereins, und ließ feine Worte in einem Hoch auf das deutsche Vaterland aus« klingen. Bingen, 5. Juni. Auf dem Rheine ereignete sich heute früh bei Salzig ein Schiffsunglück. Der Schleppdampfer Haniel II ist mit einem Paffagierdampf- boot zufammengestoßen. Haniel II ist vollständig untergegangen, die Mannschaften konnten sich retten, nur der Kapitän trug eine leichte Verwundung davon. Der Passagierdampfer blieb ohne wesentliche Beschädigung (?) Odenhauseu (Kreis Wetzlar), 4. Juni. Der hiesige Ort prangte heute im Festschmuck. Der hiesige, noch junge Gesangverein feierte nämlich feine Fahnenweihe, zu der sich noch sieben auswärtige Gesangvereine aus dem Kreise Wetzlar und der beiden angrenzenden Hessen ein. gefunden hatten. Zur Erhöhung der Feststimmung trug nicht allein die treffliche Witterung und die gute und billige Bedienung seitens des Festwirts bei, sondern auch die prachtvolle Lage des zudem noch reich geschmückten Fest- Platzes. Alles verlief in bester Ordnung, und die zahlreichen Festteilnehmer trennten sich mit dem Bewußtsein, einen schönen Tag verlebt zu haben. Homburg v.d.Höhe,5. Juni. Zum mittelrheinischen Aerztetag sind heute insgesamt 120 Mitglieder hier ein» getroffen, darunter die Professoren Freund sen. und jun. aus Straßburg, Küster aus Marburg, Heidenhain aus Worms, Heffa aus Würzburg, Riegel aus Gießen, Rehn aus Frankfurt und v. BÜngner aus Hanau. Nach Besichtigung der Quellen und Bade-Einrichtungen fowie des Saalburgmuseums und nach einem auf der KurhanSterraffe eingenommenen Frühstück begannen um 1 Uhr die Vorträge in oen oberen Sälen des Kurhauses. Um 5 Uhr fand das gemeinschaftliche Diner in dem Speisesaale des Kurhause« statt. Die Firma B. B. Kassel-Frankfurt hat eine Anzahl Neuheiten chirurgischer Instrumente im Vorsaale des Audi« toriurns ausgestellt. Die höheren Bürgerschulen. Die rechtliche Stellung der höheren Bürgerschulen war bisher nicht in einheitlicher Weise geregelt. Die bestehenden Verschiedenheiten in der Organisation und der Ver waltung dieser Schulen und der Mangel einer festen Rechtsgrundlage einerseits, sowie einer scharfen Abgrenz der Befugnisse und Organe dieser Anstalten andererseits, haben sich in mannigfacher Hinsicht als der gedeihlichen Entwickelung der höheren Bürgerschulen hinderlich er wiesen. Die hieraus sich ergebenden Unzuträglichkeiten sind in vermehrter Weise hervorgetreten, seitdem die höheren Bürgerschulen im Jahre 1898 unter Beseitigung der frü Heren Ausfichtsbesugnisse der diesen Anstalten örtlich näher stehenden Kreisschulkommissionen der Ministerial-Abteilung für Schul-Angelegenheiten direkt unterstellt sind. Es erscheint deshalb, sowie auch im Hinblick auf die beträchtlichen Mittel, die der Staat für diese Schulen auf wendet, geboten, eine einheitliche Rechtsgrundlage für die Verhältnisse der höheren Bürgerschulen zu schaffen. Diesem Bedürfnis sucht ein der Kammer zugegangener Gesetzentwurf Rechnung zu tragen. In diesem Entwurf wird als Aufgabe der höheren Bürgerschulen die Gewährung einer über die Ziele der Volksschule hinausgeheuden Schulbildung bezeichnet, sowie gegebenen Falls die Vorbereitung der Schüler zum späteren Uebertritt in höhere Lehranstalten; Die unter dem Namen „höhere Lehranstalten" zusammengefaßten Lehranstalten weisen im einzelnen eine verschiedene Entwickelung auf. Sie stellen sich der Regel nach als sogenannte verkürzte Anstalten dar. Ihrer recht' lichen Stellung nach gehören jedoch auch vollktassige Anstalten, wie beispielsweise die zehnstufige höhere Mädchenschule zu Alzey, die je zwei Jahreskurse in einer Anstalt vereinigt, in die Kategorie der höheren Bürgerschulen, ebenso die mit einem Progymnasium vereinigte höhere Bürgerschule zu Dieburg. Der Lehrplan ist deshalb für die einzelnen höheren Bürgerschulen unter Berücksichtigung der verschiedenen örtlichen Bedürfnisse und Verhältnisse Durch die oberste Schulbehörde festzustellen. In pkr Regel soll er sich an Die Lehrpläne der Realschulen, bezw. an die der höheren Töchterschulen anschließen. Bedingung für die Ausnayme der Schüler und Schülerinnen bildet der Regel fnach Die Zurücklegung des dritten Schuljahres. Ausnahmen sollen nur für solche Schulen, an denen Vorschulklassen fcereiu bestehen, unter besonderen Verhältnissen durch die oberste Schulbehörde gestattet werden können. Die Genehmigung zur Errichtung einer »tu Z> S"lt,‘" aujS*» W"Ä Ä5 S ääJ W. ben X hd 12* von C ?'te,n unb feinti 1. 16 Sttfolguttg k -.7? d-r Smau di- k ®wben^j ton $0£, unb li(§ (li * «-I-rlnnb ® H te Schl,,» .PassaglerdaM w H ist vollst^ 1 konnten sich rttiu ettounbung bM glicht BtfchädigU^ 4- 3unt Der jw ött hiesige, noch p Fahnenweihe y tfangbereiue ans ba Mzenden Hessen ei°. Feststimmnng frag ib bie gute nnb billigt ei, son-m N üt :ti$ geMAm Fch' ng, unb bit zahkrichrn » Sevnßlfeiv, einen oitttlrhümschri Mörder hier tm- jxeunb sen. unb jun. ng, fribtnfain aut Itl aüi Sießen, auS Hanau. Nach \W^»toF- N bie Doch Um 5 Uhr frite ififaalt bei SurhB iffurt hat eint M m Bvrfaale bt9 M lerschule«. >ren BürgerMm geregelt. * mfation unb bn w_ Mangel ein« V inet ich-N-n A^ Anstalten »*«’- ht gß bei gib# r»n(en rss», 2SK >rMimltenal-Me' rr-L !*Äm« S-St yfe v'5Äehranst°ltv in t^Xin eWe * i eluzewen Ilellen'uhde^. di auÄ "öl rsLtz -7 r,‘Ä* *a*.*W#? ilbej .»„MW bete*^ 'tfli’l1 eintr pob'yekf^^' i IDEALBRUCHBAKD J) geechuLxt •R-C-M- 112342- ^^cCttE1S //^W rxY<^_ < l?z Wenenweg 15. Telephon 92. Bettfedern Eier* 2388 unb L in 2692 Heör. Adami. Aenner & Krumm. A. & H. Wasseusets K. Arnold II. Gustav Walter. A. W. Schulhof. Aug. Soll II. Keivrich Wallach. K. I Aassauer. Gart Säiwaad. Hevr. Michel. daß des angedeuteten Vergehens wegen die Schweiz überhaupt nutzt ausliefere, habe er auch keinen Steckbrief erlassen. . Verteidiger Rechtsanwalt Jonas,Berlin: Ich beantrage dre Frer« sprechung beider Angeklagten. Fest steht jedenfalls, daß, obwohl am 18. Dezember Landrat Osterroht selbst bekannte, daß er sittlich mcht rem fei und deshalb um seine Amtsenthebung bitten müsie, daß am 19. Dezember der Selbstmordversuch geschah und am 1. Januar der Haftbefehl erlassen wurde, am 4. Januar erst das Disziplinarverfahren em- Es ist das Beste der Welt! Kein® Beschwerden beim Tragen mehr. Garantie für tadellosen Sitz. In Gieesen zu haben bei Herrn Roth, Schellenbergs Nachf., Seltersweg, und Herrn Emil Schmidt, Neuenweg. 10 Pfg. Millionenfach bewährte Rezepte gratis von 0 ) zahlen Sie für ein Pfund vorzügl. ) Kaffee v. unerreichter Qualität bei Q Markt 4. J.M. Schulhof, Tel. 119. Daunen jeder Preislage billigst bei .Röhr&Co. 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Die Anklage ist erhoben worden, weil Becker in einem ^Eingesandt" des von Stechert verantwortlich gezeichneten „Greifswalder Tageblatts" behauptet hatte: Es ver« laute nichts von Maßnahmen, die von feiten der Regierung in Stralsund bezüglich deS in seinem Privatleben kompromittierten, nach einem mißglückten Selbstmordversuch verschwundenen Landrats Osterroht unternommen worden seien. Letzterer sei sogar noch immer offiziell als Grimmer Landrat zu betrachten. Rach Verlesung des unter Anklage stehenden Artikels stellt der erste Staatsanwalt an Becker die Frage: ob er behaupte, daß schon vor Dezember 1899 Dinge bekannt gewesen seien, die den Hellen Ausbruch eines öffentlichen Skandals veranlaßt haben, insbesondere ob dem Angeklagten außer 5V, unb 5 Pfg. H. Arnold H Marktstratze 2«. 3097 ^Heinrich HoiX Kohlenhandlung Bahnhofstraße 34 empfiehlt alle Sorten Kohlen, Briketts, Coks und Brennholz bei prompter Lieferung. 3880 Gartensand bestes Material, stets zu haben. 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Nun macht man mir den Vorwurf, daß ich nicht schneller emgeschntten bin, um dem öffentlichen Skandal vorzubeugen. Ich weiß in der Thal nicht, was ich noch hätte machen sollen. Ich bin ^ebenfalls sofort em- geschritten, als ich von der Angelegenheit Kenntnis erhielt und hatte keinerlei Veranlassung, den Landrat Osterroht zu schonen. — Aus Antrag des Verteidigers wird ferner fefigefiellt, daß bet Selbst- morbversuch am 18. Dezember ftottgefunben habe. Der Haftbefehl fet am 1. Januar unb die Einleitung bes Disziplinarverfahrens, mit bem Antrag auf Entfernung aus bem Amt, am 4. Januar erfolgt. Gutsbesitzer Dr. Wenborff: Der Fall Osterroht habe große Erregung im ganzen Kreise hervorgerufen, unb es sei allgemein aufgefallen, baß, obwohl bas unsittliche Treiben bes Lanbrals seit langer Zeit bekannt war, nicht früher eingeschritten würbe, unb ganz besonbers, baß Osterroht noch immer Lanbrat gewesen sei. Der Erste Staatsanwalt: Er habe sich nicht für berechtigt ge. halten, ben Haftbefehl zu veröffentlichen, zumal es ihm zweifelhaft ge- höheren Bürgerschule soll nur dann erteilt werden, wenn in der betreffenden Gemeinde ein allgemeines Bedürfnis »ach einer höheren Bildungsanstalt besteht und die sonsti- flen Voraussetzungen für die Errichtung einer solchen gegeben sind. Ein Bedürfnis der vorbezeichneten Art wird nicht anzuerkennen sein, wenn in der Gemeinde ^bereits eine entsprechende höhere Lehranstalt vorhanden oder eine bestehende höhere Lehranstalt von dem betreffenden Ort aus bequem zu erreichen ist. Die Bestimmungen über die Aufbringung der Mittel für die höheren Bürgerschulen entsprechen im wesentlichen den zur Zeit bestehenden Grundsätzen. Die Vorschrift, das; die politischen Gemeinden die Haftung für die nicht durch Einnahmen an Schulgeld und etwaige Zuschüsse des Staates gedeckten Kosten der höheren Bürgerschulen zu übernehmen haben, wird dazu beitragen, die Lebensfähigkeit dieser Anstalten zu sichern. Wenn auch die Mehrzahl der beteiligten Gemeinden diese Kosten auf die Gemeindekasse übernommen hat, so gewähren doch manche dieser Gemeinden zur Zeit nur einen Zuschuß zu den Kosten der höheren Bürgerschulen, während die Eltern, der Schüler für einen etwaigen Fehlbetrag aufzukommem haben. Auch diese Gemeinden erscheinen künftig in erster Linie zur Bestreitung der fraglichen Kosten verpflichtet; es soll ihnen jedoch unbenommen bleiben, sich die im Interesse der Schule gemachten Aufwendungen von den, Eltern der Schuler zurückerstatten zu lassen. Macht die Gemeinde von diesem Recht Gebrauch, so hat die Schulsatzung das Nähere hierüber zu bestimmen. Der Staat l e i st e t Zuschüsse zu den höheren Bürgerschulen 1) in Form von einmaligen Bewilligungen an besonders bedürftige Gemeinden, 2) durch die Bestreitung der Vergütungen und der Gehälter bet auf Anordnung der Ministerialabteilung für Szchulangelegenheiten verwendeten akademisch gebildeten Lehrer, soweit diese den Betrag von 2000 Mark jährlich» nicht übersteigen, 3) durch die Bestreitung der gesetzlichen Dienstzulagen für die- definitiv angestellten seminaristisch gebildeten Lehrer und die Lehrerinnen. Nachdem durch die Beschlußfassung der Stände zum Nachtragsbudget pro 1900/1901 eine wesentliche Erhöhung der Vergütungen der provisorischen akademisch gebildeten L-Hrer an den höheren Lehranstalten ecngetreten und eine gleiche Erhöhung für dis Beamten derselben Kategorie an den höheren Bürgerschulen beantragt worden ist, nachdem ferner auch die Anfangsgehälter dk'r definitiv angestellten akademisch gebildeten Lehrer von 2500 Mk. auf 2800 Mk. erhöht worden sind, erscheint es der Regierung angezeigt, den von den Gemeinden zu den be- tLessenden Vergütungen bezw. Gehältern aufzubringendeu Anteil von 1700 auf 2000 Mk. jährlich zu erhöhen. Die vorgesehene Erhöhung des Höch st gehaltes dieser Lehrer von 3750Mk. auf 4200 Mk. jährlich wird in vielen .Fällen ihre längere Verwendung an den höheren Bürgerschulen ermöglichen. Von einer weiteren Erhöhung des von einem akademisch gebildeten Lehrer an einer höheren Bürgerschule zu erreichenden Höchstgehaltes sieht man schon -aus dem Grunde ab, weil im Interesse des Dienstes eine möglichst gleichmäßige Ausbildung der akademisch gebildeten Lehrkräfte erforderlich ist, die bei längerer Verwendung derselben an nicht vollklassigen Anstalten nicht erzielt werden kann. Ob und in welchem Umfang die einzelnen höheren Bürgerschulen Zuschüsfe des Staates zu den Lehrer- qehältern zu erhalten haben, bleibt der Festsetzung rm Staatsvoranschlag Vorbehalten. Die Bestimmung bezuglick) der GehäUer der definitiv angestellten seminaristisch gebildeten Lehrer funb ber Lehrerinnen an ben.höheren Bürgerschulen beckt sick; inhaltlich mit ben stanbischen Beschlüssen bes Staatsbubgets 1897/1900 unb bem Gesetzentwurf, ber am 31. Mai ber Kammer vorlag. Die Verwaltung ber höheren Bürgerschulen soll tinem Kuratorium unterstehen, bem ber Leiter ber Schule, der Bürgermeister unb eine Anzahl von der^emeinbever- 1 cetunq gewählter Mitglieber anzugehoren haben. Sofern die Ettern ber Schüler bezw. Schüfennnen ber Gemembe gjeqenüber bie Verpflichtung zur Deckung emes etwaigen Fehlbetrages übernommen haben, soll lhnen eine angemessene Vertretung im Kuratorium baburch gewahrt wer- entschieben. Die nä,chsten Artikel hanbeln von ber Aufsicht über bie höheren Bürgerschulen, ber Regelung ber Dis - ziplinarverhältnisse, ber Ernennung unb ber Festsetzung ber Vergütungen ber Lehrer. Alle biese Bestimmungen sinb burch bie Natur ber Sache bedingt unb bebürfen keines näheren Eingehens. Am Schlüsse bes Entwurfs ist nachgewiesen, baß bie Mö glichkeit bestehen muß, eine höhere Bürgerschule aufzulösen, wenn bie in Betracht kommenbe Gsmeinbe ben '-ihr burch bas Gesetz auferlegten Verpflichtungen nicht nachkommt. Die Regierung muß weiterhin bas Recht in Anspruch nehmen, auch in bem Falle zur Auflösung einer höheren Bürgerschule zu schreiten, wenn bie Schülerzahl einer solck;en Anstalt berart herabsmkt, baß ein auffallenbes Mißverhältnis -zwischen ber Zahl ber Schüler unb ber an ber Schule zu verwenbenben Lehrkräfte V6„ VU|W)C|CVl #tt ................. ,----- .. . - steht. Diese Bestimmung erscheint notwenbig, weil es nick)t I roefen m ob Osterroth sich im Sinn des § 175 des Strafgesetzbuchs Änläffiq sein bürste, aus öffentlichen Mitteln Lehrkräfte I ftrafbat gemacht habe. Aus diesem Grunde und da ihm bekannt fei. an solckien Anstalten zu verwenben, bie für bie betrefsenben • --- nufit aus» Lehrer ein ausreichenbes Maß ber Beschäftigung nicht Bieten, unb für bereu Fortbestanb ein allgemeines! zöe- bürfnis nicht mehr vorliegt.^ den unzüchtigen Handlungen des Landrats Osterroht, noch andere' Dinge bekannt seien, die einen öffentlichen Skandal veranlaßt haben. Becker: Die unzüchtigen Handlungen des Landrats Osterroht, aber auch amtliche Uebergriffe des Landrats, die amtlich feststehen, seien längst im Kreise bekannt gewesen. Erster Staatsanwalt: Amtliche Uebergriffe des Landrats Osterroht, sind amtlich nicht festgestellt. Gegen den Landrat ist das Disziplinarverfahren eingeleitet und em Haftbefehl erlassen worden. Der Landrat, der sich augenblicklich in emer Heilanstalt in der Schweiz befindet, kann vorläufig nicht vernommen werden, deshalb ist Osterroht noch biß heute Landrat des Grimmer Kreises und muß es auch noch bis auf weiteres bleiben. Regierungspräsident Scheller-Stralsund: Anfangs Dezember 1899 wurde uns nutgeteilt, daß gegen den Landrat Osterroht Gerüchte im Umlauf seien, dieser begehe Handlungen, die die Sittengesetze verletzen. Ich telegraphierte an den Landrat Osterroht, sich unverzüglich, am 10. Dezember, bei mir einzufinden. Landrat Osterroht erschien auch am 10. Dezember bei mir. Auf meine Vorhaltung stellte der Landrat alles in Abrede unb bemerkte, es sei ihm nicht bekannt, daß irgenv- welche Gerüchte gegen ihn im Umlauf seien. Ich bemerkte bem Lanbrat, baß ich mich bamit nicht beruhigen könnte. Er müsse bie umlaufenven Gerüchte in entliehener Weise roibcrlegen, anbernfalls sei ich genötigt, bem Minister Anzeige zu machen. Ich bemerke, baß Lanbrat Osterroht im Sommer 1899 mit bem Pferbe gestürzt ist unb sich habet eine Gehirnerschütterung zugezogen hat. Ich reiste gleich darauf nach Berlin unb hielt bem Minister über ben Fall Osterroht Vortrag. Der Minister äußerte: es müsse sofort in ber Angelegenheit eine genaue Untersuchung vorgenommen werben. Nach meiner Rückkehr aus Berlin forderte ich sofort ben Lanbrat auf, entroeber gegen bie umlaufenben Gerüchte selbst vorzugehen, ober seine Entlassung zu beantragen. Der Lanbrat antwortete mir: Er habe sich keiner strafbaren Hanblung schulbig gemacht, er müsse aber bekennen, baß er in sittlicher Beziehung nicht ganz ! rein bastehe, er ersuche baher, ihn von seinem Amte zu suspenbreren. ! Ich verfügte sofort bie Suspenbierung bes Lanbrats von ben den, daß an die Stelle der vom' Ortsvorstand gewählten Mitglieder zwei oder mehrere Vertreter der Eltern treten. Das Nähere hierüber hat die Schulsatzung zu beftimmen. Die Vorschriften über den Vorsitz lehnen sich inhaltlich an das Volksschulgesetz an. Die oberste Schulbehörde nimmt außer der Ernennung des Vorsitzenden in den Landgemeinden das Recht für sich in Anspruch, dem Kuratorium einen akademisch gebildeten praktischen Schulmann mit Sitz und Stimme beizuordnen, sofern sie dies nach» Lage der besonderen Verhältnisse für zweckmäßig erachtet. Die Thätigkeit des Kuratoriums erstreckt fid), i u. a. hauptsächlich auf die Fürsorge für Instandhaltung der Schulräume, deren zweckmäßige Einrichtung und Ausstattung (hoffentlich auch mit ein paar guten Bildern deut scher Meister. D. Red.), das Vorhandensein und die Ergänzung der nötigen Lehrmittel, sowie die gesamt« vermögensrechtliche Verwaltung der Schule. Die wesentlichsten der sick; hieraus ergebenden Verwattungsbefugnisse sind in dem Gesetzentwurf aufgeführt. Hinsichtlich der Festsetzung des Schulgeldes muß im Hinblick auf die erhebliche finanzielle Beteiligung des Staates an den Kosten der höheren Bürgerschulen der obersten Sck;ulbehörde das Reck)t zum Erlaß allgemeiner rechtsverbindlicher Normen Vorbehalten bleiben. Auch bedarf es keiner näheren Begründung, daß alte Beschlüsse des Kuratoriums, aus denen der Gemeinde Verpflichtungen in vermögensrechtlicher Hinsicht erwachsen, wie beispielsweise die Feststellung des Vman- schlags, zu ihrer Giltigkeit der Zustimmung der Gemeindeverwaltung bedürfen. Ein weiterer Artikel regelt die r ech t l i ch e S t e l l u n g des Leiters der Schule in Bezug auf alle den Unterrichtsbetrieb betreffenden inneren Angelegenheiten im Anschluß an die' für die höheren Lehranstalten geltenden Bestimmungen. Der Leiter der Schule soll der Ministerialabteilung für Schulangelegenheiten direkt unterstellt sein. Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem Kuratorium werden von der obersten Schulbehörde endgiltig geleitet würbe. , A , Nach etwa einhalbstünbiger Beratung bes Gerichtshofs verkünbet ber Präsident: Der Gerichtshof hat bie Angeklagten ber öffentlichen Beleibigung bes Regierungspräsibenten Scheller für schulbig erachtet unb deshalb gegen Becker auf 4 Wochen Gefängnis, gegen Stechert auf 300 Mk. Gelbstrafe erkannt. Es fei bem Regierungspräsibenten ber Vorwurf gemacht worben, baß er unoermbgenb gewesen sei, zur rechten Zeit gegen ben Lanbrat Osterroht einzuschreiten. In subjektiver Hinsicht hat ber Gerichtshof festgestellt, baß Becker aus Haß gegen den Lanbrat Osterroht unb ben Regierungspräsibenten Scheller gehanbelt hat. Daher konnte auch bem Angeklagten ber Schutz bes § 193 bes Strafgesetzbuchs nicht zugebilligt werben, ba aus ber Form unb ben Umstänken bie Absicht ber Beleibigung hervorgeht. Bei ber Strafzumessung ist erwogen worben, baß bie Beleibigung gegen ben obersten Beamten bes Regierungsbezirks gerichtet war. (Backpulver, Bauille.Zucker, Puddtug-Pulver Alle Sorten See- und ßahußsche: Walfische, Schellfische, Kavekjan, See- zunge«, Zander, -Hechte, Weißfische, Aar- Ven nsw. in stets frischer, sowie in lebender Ware. 2186 Bestellungen zu Gesellschaftsessen usw. werden vrompt ausgeführt. Martin Simon, Asterweg 1. Prima neue jVUijes-jUrittge eingetroffen. 3870 H. F. Nassauer UerdiuMg vou Gleisarbeiteu. Die Ausführung von 8000 m ®leiS» umbau auf der Strecke Hanau-Aschaffenburg soll vergeben werden. Die Verdmg- u ngsunterlagen sind im GeschaftSlokal der Unterzeichneten zum Preise von. vosPfg^ erhältlich. Die Angebote sind bisMou- teg den 11» Juni, vorur» Wh Uhr hierher einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. . 3921 ftrantfurt a. M, den 30. Mai 1800. ftgl. Gisenb. - BetriebStrrspekttorr 2. Achldems. Alle diejenigen, welche noch Forderungen an die Erben der verstorbenen Georg Brömer Eheleute in Gießen zu bilden haben, werden hiermit aufgefordert, solche bis zum 15. Juni l. IS. bei dem Nachlaß- vermalter, Ortsgerichtsmann Helfrich in Gießen, einzureichen, da sie später keine Berücksichtigung mehr findm. Ebenso werden diejenigen, welche noch mit Zahlungen an die genannten Erben im Rückstände sind, mit einer Frist von 14 Tagen aufgefordert, blefdben an ben Nach ab-erwalt-r abzusühren, da sonst gerichtliche Bee- tieibung erfolgt.___ 8951] Die am 1. Juli 1900 fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. Juui er. ab an unserer Kasse sowie an den bekannten Zahlstellen kostenlos eingelöst. Mkckleubllrg.StreUhsche zypothekevbsu^________ Hmnivus-Heseltschast Hießen. Zwei Einspänner- und ein Doppel- spänner-OmnibussollenzumLacktereu vergeben werden. Offerten werden bis zum 9. d. 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