MM>O Samstag den 7 April Erstes Blatt» btl N Aints- und Anzeigeblatt fu» den ICvcis «Sicfeen. «üttii;, InetfennunßStoreite Bekanntmachung. , fln gg^g^toe, t»*** und $*u jum »rttefoMl’ entlang der Ostseite, wie der Westseite Mtbeten Welt lebhaften Kmtlichrr M. Bekanntmachung. Betr.: Die Viehmärkte zu Gießen. Die für Dienstag den 10. und Mittwoch den 11. April l. Js. bestimmten Viehmärkte nehmen an beiden Tagen vormittags 7 Uhr ihren Anfang. Vor 7 Uhr darf Vieh nicht auS den Stallungen gebracht und innerhalb der Stadt auf den Straßen nicht ausgestellt werden. r . x , Der Auftrieb muß um 9 Uhr vormittags beendet sem; zu dieser Stunde beginnt dann erst der Abtrieb des Viehes Das Attentat ans den Prinzen von Wales. Aus den bisherigen Meldungen über den Mordanschlag gegen den englischen Thronerben, der am Mittwoch rn Sessel ausaeführt wurde, lassen sich^,bestimmte Schlüsse auf die Motive und somit auf die po ittsche Tragwette des verbrechens noch nicht ziehen. Möglich, daß es sich, wie die bei dem Attentäter gefundenen Schriften zu beweisen scheinen, um ein neues anarchistisches Verbrechen- handelt, möglich, daß auch- Auswüchse eines mit dem sudCfrrkamschen A-riege in Zusammenhang stehenden, .^^öeletteken Fanatismus mit im Spiele sind; möglich endlich-, daß der lugend- Thronerben. „ , , . - .. Wien, 5. April. Deute Mittag stattete der Kais er auf der englischen Botschaft einen halbstündigen Besuch ab, um aus Anlaß der glücklichen Errettung des Prinzen von Wales seine Glückwünsche auszusprechen. Brüssel, 5. April. Der Attentäter ist, da er noch nicht 16 Jahre alt ist, vor dem Gesetze-nicht verantwortlich. Er wird wahrscheinlich bis zum 21 Lebensjahre einer Besserungs-An st alt überwiesen. Der Revolver war eine alte Waffe, die er für wenig Geld gekauft hatte. — In der heutigen K a m m e r - sitzung drückte der Vicepräsident Smoy iw Namen der Kammer sein Bedauern über das gestrige Attentat aus. Der Minister des Auswärtigen schloß sich int Namen der Regieriung an und teilt mit, daß sowohl der König wie die belgische Regierung den Prinzen von Wales, der Königin von England und der englischen Regierung ihr Bedauern über den Vorfall ausgedrückt hätten. Vandervelde sagt, die Sozialisten bedauern das Verbrechen und sie tadelten mit derselben Energie dieses individuelle Verbrechen Wiedas Kollektivverbrechen, welches in diesem Augenblick in Südafrika gegen ein kleines, freies und arbeitsames Bolt verübt werde. Lorant konstatiert, daß kein Mitglied des. Hauses Feindschaft gegen England hege, aber das belogisch eVolk verurteile den Krieg, den eine englische Räuberbande in Afrika entfacht, nicht minder energisch als das Attentat. England habe seine glorreiche Vergangenheit verleugnet. Vandervelde protestiert gegen die „Daily Mail" und Woeste, die ihn und die Sozialisten für die Thal eines unreifen Burschen verantwortlich machen. — Heute nacht steht die Verhaftung eines Holländers bevor, der als eigentlicher U r h e b e r d e s Attentats gilt und der nur durch die Anzweiflung seines Mutes Sipido zur Begehung des Verbrechens getrieben hat Erst jetzt wird bekannt, daß der Prinz von Wittes« in Lüttich und Ans, wo man von dem Attentat noch nichts wußte mit- Nieder Chamberlain! .Doch die Buren! empfangen wurde. Nach der letzten heuttgen Version scheint thatsächlich ein Komplot von unreifen Burschen zur Voll- fichrung des Attentats existiert zu haben. K ö l n, 5. April. Der P r i n z und die P r i n z e s s i n von Wales trafen auf der Durchreise nach Kopenhagen mit Verspätung kurz vor Mitternacht hier ein. Ein Empfang fand nicht statt. Aus der Umgebung des Prinzen erfährt die „Köln. Ztg.": Der Prinz bewahrte dem Mordanfall gegenüber vollständige Ruhe und Fassung; auch die Prinzessin erholte sich bald von dem lähmenden Schrecken. Beide befinden sich wohl. Während des Aufenthalts auf dem Kölner Bahnhofe wurden für den Prinzen zwölf Glückwunschtelegramme, größtenteils von Fürstlichkeiten, abgegeben. Kopenhagen, 5. April. Der Prinz und die Prin- ! zessin von Wales sind soeben angekommen. Am Bahnhof I erhielt der Prinz ein Glückwunschtelegramm Kaiser Wil- I Helms. Die Prinzessin schien infolge des Attentates sehr I angegriffen zu sein. London, 5. April. Lord George Hamilton ließ ; sich in einer Rede, die er gestern in Acton hielt, über den Mordanfall auf den Prinzen von Wäles in folgender Weise aus: Wenn man nach Gründen des abscheulichen 1 Attentats suchen sollte, so würde man offenbar sich daran 1 erinnern, daß Brüssel die Hauptniederlassung jener Lügenfabrik (?) sei, deren Leitung Dr. Leyds übernommen habe. । — Der nach dem einsttmmigen Urteile aller Berichterstatter liche Verbrecher überhaupt geisttg gestört ist. Wie dem auch sein mag, — das Verbrechen selbst begegnet natürlich in der ganzen gesitteten Welt der schärfsten Verurteilung, und aud) in Deutschland hat man mit Befriedigung davon Kenntnis genommen, daß der Oheim unsers Kaisers dem Mordblei des Verbrechers glücklich entgangen ist. Es liegen heute folgende weiteren Meldungen über das Attentat und die Reise des Prinzen vor: Berlin, 5. April. Der K a i s e r erschien heute früh 8 Uhr in der englischen Botschaft, um dem Botschafter seine Glückwünsche über das Mißlingen des Attentats auszusprechen. Im Verlaufe des Nachmittags sprack-en zu deni gleichen Zwecke Staatssekretär Graf Bülow vor, ferner die Botschafter und Gesandten sowie zahlreiche Mitglieder der Berliner Gesellschaft. - Die Kaiserin ließ durch den Kammerherrn vom Dienst ihre Glückwünsche zur Vereitelung des Attentats aussprechen. — Die „Nordd. Allg. Ztg. schreibt: Diese schmachvolle That wird überall in der ge- Md* TalM, BismaM- s>. beispiellos begeisterte und herzliche, von keinem Mißtorr getrübte Empfang der Königin in Dublin erregt hier allgemeine Befriedigung. Ein gleiches gilt von dem Mißerfolg des Mordversuchs auf den Thronerben, der allgemein der syftemattsch von den Buren und Burenfreunden: betriebenen Engländerhetze zugeschrieben wird. Den von Frankreich aus immer noch erneuten Bestrebungen, den Thronerben zum Besuche der Pariser Ausstellung zu bewegen, ist der thörichte Mordversuch entschieden ungünstig. Der Krieg in Südafrika. Es kann keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die Situation bei Bloemfontein für Lord Roberts sich von Tag zu Tag verschlechtert. Der englische Oberbefehlshaber muß entweder in leichtfertiger Weise versäumt haben, seine Rückzugslinie durch genügend starke Kommandos zu decken, oder die Buren stehen nicht nur in Trupps", sondern mit einem erheblichen Teil ihrer Gesamtmacht in der rechten Flanke und im Rücken der Engländer, was auch nicht geschehen konnte, wenn Roberts! und seine Hauptstrategen — von French glaubte man ia, er könne sogar an zwei Punkten zu gleicher Zett sem । aufgepaßt Hütten. „ _ _ < Aus Bloemfontein wird gemeldet: Das Standrecht ist proklamiert. Diese Nacht wurden zahlreiche Einwohner unter der Anklage der Komplizität nut dem Feinde verhaftet. Niemand darf nach 8 Uhr abends das Haus verlassen. Die Truppen arbeiten fieberhaft an der Anlage von Verschanzungen, Schützengräben, Steinwallen und Ber-i hauen vor der Stadt. Alle Marinegeschütze sind auf die Höhen neben dem Fort, das die Straßen beherrscht, geschasst worden. Die Brigaden Knor und Clements sind I glücklich eingetroffen. Die Südkommandos des Feindes. I stehen nahe der Eisenbahn vor der Stadt. I Bestätigt sich diese Meldung, und es liegt bereits so, I etwas wie eine Bestätigung vor, so fällt ein höchst bedenkliches Licht auf Lord Roberts' Kriegskunst und aus die Lage der Bloemfonteiner „Offensivarmee". Dann ist cs I thatsächlich bereits so weit, daß Roberts, der in wsn'.gen- I Wochen in Pretoria sein wollte, in Bloemfontein festgelegt I ist und vor den Buren, die ihrerseits zum Angriff über- I gehen, feiner Haut in Verteidigungsstellung sich erwehren I muß. So kann sich Bloemfontein in ein zweites Ladysmith I verwandeln, nur mit dem Unterschied, daß letzteres von zahlreichen zur Verteidigung wie geschaffenen Höhen um- I geben ist, während die niedrigen Kopjes vor Bloemfontein | so wenig dazu geeignet sind, daß die Buren den Versuch I gar nicht erst machten, sie zu halten. Allerdings stehen I ja auch der etwaigen Belagerungsarmee keine besonders | brauchbaren Positionen zur Verfügung, aber die Buren I können doch wenigstens so viel erreichen, daß sie Roberts I mit seiner Armee in Bloemfontein in Schach halten, wäh- I rend sie seine Verbindungslinien nach dem Kap gründ- I liehst demolieren. . Höchst bedenklich ist die Meldung, daß m Bloemfontein, I das Standrecht proklamiert ist, weil man die dortigen | Einwohner, soweit es Buren und nicht Engländer sind, des | geheimen Einverständnisses mit ihren heranrückenden Volksgenossen verdächtig hält. In hellen Haufen, hieß es I anfangs, jubeln die Einwohner den englischen Befreiern I zu, zu Hunderten und Tausenden liefern die Buren die I Waffen äh. (!) Nach einer Depesche der „Central News" aus Bloem- I fontein vom Mittwoch hat die Kühnheit des Fein- ! des seit seinem letzten Erfolg sich erheblich gesteigert. Die | Buren haben beträchtliche Truppenmassen rings um Bloem- I fontein versammelt, und erklären, daß sie entschlossen seien, I mit Roberts um den Besitz von Bloemfontein zu kämpfen. | Roberts hat alle Vorbereittmgen getroffen. Der „Lokalanzeiger" läßt sich telegraphieren, daß die I Zerstörung der Wasserwerke einen ernsten Schlag für die I Pläne Lord Roberts bedeutet. Die Vorwärtsbewegung der I Truppen wird dadurch bedeutend gehemmt. Die Wasser- I zufuhr für Bloemfontein wird bedeutend verkürzt. Zu- I nächst wird für die unmittelbaren Bedürfnisse der Armee I ein genügender Vorrat reserviert, sodaß es die Einwohner I sind, die am meisten unter dem Wassermangel zu leiden I haben. Ein Telegramm der „Central News" berichtet aus I Ladysmith, daß dort am Dienstagabend ein M a s s e n - I Meeting abgehalten wurde, um die englische Regierung I in ihrem Entschlüsse zu bestärken, die Unabhängig- I feit der beiden Rapubli ken zu zer stören. Aus Mafeking wird der Londoner „Daily Mail" | vom 26. März gemeldet: „Die Stadt wurde heute be I schossen. Trotz gegenteiliger Befehle ziehen sich jetzt tag- I lich viele Buren von hier zurück. Es befinden sich jetzt I im Umkreise der Stadt kaum 2000 Buren." Ueber Lorenzo Marquez sind dem ,Meuter scheu Br- I reau" noch folgende Nachrichten bezüglich Mafeking z I gegangen. Depeschen aus Mafeking vom 23. v. meloe». Die Buren verhalten sich sehr ruhig und brechen allmählich ihr Hauptlager westlich von der ^tabt ab. Ein Eesecyr land ist die Entrüstung über den feigen Mordanschlag so groß und allgemein, wie die Genugthuung über das Mißlingen des Attentats. Wir danken der Vorsehung, daß die mit unserem Kaiserhause so eng verwandte englische Königsfamilie von schwerem Leid bewahrt tourbe. Mit ehrerbietiger Sympathie gedenken wir der Königin Viktoria, der ein großer Schmerz erspart worden ist, sowie der Prinzessin von Wales, die dem fluchwürdigen Attentat auf ihren Gemahl beiwohnte und beglückwünschen das englische Volk aufrichtig zu der glücklichen Errettung des . in Bezugspreis vierteljährl. Ml 2M monatlich 75 Pfg. mit Bring "lohn, durch dir AbholestrA« vierteljährl. Mk. 1AU monatlich 66 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr» mit Bestellgeld. ursche gesucht. rämtt, KreuM n ^barsche unF bt । Noll, Musburg er Harrsburs-t ’ Ostern er. gt/uibt. ßadt 24. «Wfr SckachL W, Stllttfog 61. n wird ete jrlttig) tzeW Wfc Kl. Volz. Wto, Mn HchrMeh >W ! etlenv- Vergüt, v. 450 S 1, Trünbngnstich t Betr. Abhaltung der Viehmärkte. Der Viehniarkt in Gießen am und li April d. ^. wird unter den bereits bekannt gemachten Beschränkungen, welche nachstehend nochmals folgen, geftattet ß 1 Alles zu den Vrehmarkten in Ließen aus- getriebene Klauenvieh (Rindvieh m.d Schweine) wird be>m Markteingang kreisveterinararztlich untersucht und nur zu- gelassen, wenn es seuchenfrei befunden worden ist. 3 g 2 Die Gaststätte und Ställe von Viehhändlern in Gießen, Heuchelheim und Wieseck werden der vetermar- ' ärztlichen Aufsicht unterstellt. 8 3 Vieh, welches an den Markttagen und an den vier vorhergehenden Tagen in den Bezirk der Gemar- . kungen Gießen, Wieseck und Heuchelheim eingebracht und daselbst eingestellt wird, muß an dem ersten Standort mindestens sieben Tage lang verbleiben und darf ihn innerhalb der nächsten 14 Tage nach Ablauf der siebentägigen Quarantäne nur verlassen, wenn es nach dem Zeugnis des Großherzoglichen Kreisveterinärarztes keme seuchen- " verdächtigen Erscheinungen gezeigt hat. Von dwstr Quc^ rantänepflicht ist das Vieh nur dann befreit wenn es auf den Markt gebracht und der tierärztlichen Untersuchung duselbst unterworfen wird. Alle Tiere, die vom Wten Tage vor dem Markt bis zum letzten Markttag eingestellt werden, sind sofort vom Eigentümer oder Begleiter der Tiere der Ortspolizeibehörde, und von dieser dem Großherzoglichen Kreisveterinäramt anzumelden; in gleicher Weise ist der Besitzer des Stalles zur Anmeldung verpflichtet und verantwortlich. .v 8 4. Das Handeln auf Straßen und Plätzen der Stadt Hießen, der Orte Wieseck und Heuchelheim ist verboten M 8 5. Vieh aus Gemarkungen, in welchen die Seuche heft herrscht, darf nicht aufgettieben werden und wird nicht 36,__„ Widerhandlungen werden auf Grund des §328 Reichsstrafgesetzbuchs und § 66 Abf. 4 des Reichs-Bieh- Ntin seuchengesetzes bestraft. . 23! Gießen, den 2. April 19(X). 23 Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Win M i Veil, Grüribergisi: !urlckking bei Kost und Logis,: Aüger, Wallthock. '■ foH zwischen Buren und Eingeborenen südlich von Mafe- king stattgefunden haben. Nach einem Telegramm aus Gaberones vom 28. März machte Oberst Plumer einen Eilmarsch nach Transvaal hinein, um die Verbindungen der Buren mit Mafeking zu bedrohen, und erreichte einen Ort 12 englische Meilen von Zeerust. Auf der Rückkehr überschritt Plumer die Eisenbahnlinie südlich von Lobatsie; dieselbe war wenig beschädigt; Buren hat Plumer nicht angetroffen. Zu dem Neutralitätsbruch Portugals, das England den Truppendurchzug nach Rhodesia erlaubt hat zu dem Zweck, von Norden her in Transvaal einzufallen, schreibt die „Franks. Ztg.": Der Vertrag stammt aus dem Jahre 1891; er regelt die Besitzverhältnisse Englands und Portugals in Ostafrika und enthält, angeblich in einer geheimen Zusatzabmachung, auch eine Bestimmung, wonach England nach seinen Besitzungen im Lande der Matabele und Maschona, das keinen Zugang zum Meere hat, ams der Eisenbahn, von Beira aus, Truppen und Kriegsmaterial versenden dürfe. Schon einmal, im Jahre 1896, hat England von seinem Rechte Gebrauch gemacht, als es sich darum handelte, einen Aufstand der Eingeborenen in Maschonaland zu unterdrücken. Wenn es sich jetzt um einen gleichen Fall handeln würde, hätte wohl niemand etwas dagegen einzuwenden. Es handelt sich a!ber nicht um einen Aufstand in unstreitig englischem Gebiet, sondern um den Krieg Englands gegen den selbständigen Staat Transvaal, und der Vertrag vom Jahre 1891 bezieht sich offenbar nur auf den ersteren, nicht auf den letzteren Fall. Der Wortlaut mag es gestatten, daß, England auch jetzt Truppen transportieren darf, aber der Sinn des Vertrages und vor allem die Pflichten der Neutralität lassen eine solche Auslegung nicht zu. Der portugiesische Minister detz Aeußern mag noch so ernsthaft versichern, daß Portugal die Pflichten der Neutralität „vollkommen korrekt erfülle; die Thatsachen stimmen mit diesen Worten nicht, und darum wird auch das Verfahren Portugals wohl nirgends, England ausgenommen, Billigung und Zustimmung finden; man wird vielmehr in der. Erlaubnis Portugals nur ein neues Zeichen seiner Abhängigkeit von England erblicken. Fraglich ist, wie sich die Mächte zu der Sache stellen und ob sich nicht für England höchst unbequeme diplomatische Verwickelungen entspinnen werden. Der „Magdeb. Ztg." wird, was die Haltung Deutschlands anlangt, folgendes aus Berlin telegraphiert: Die von Portugal der englischen Regierung zugestandene Vergünstigung, für den Transport von Truppen und Kriegsmaterial nach Rhodesia die durch portugiesisches Gebiet führende Bahn von Beira bis Umtali zu benutzen, wird hier mit großer Zurückhaltung beurteilt. Ob dieser neue Zwischenfcul zu weiteren Verwickelungen führt, wird lediglich von der Haltung der Buren abhängen. Angeblich sind die Truppen nur für Rhodesia bestimmt, wo die Lage sich in der That bedrohlich gestaltet haben soll, und die portugiesische Regierung beruft sich auf in älteren Verträgen übernommene Verpflichtungen, die durch den Krieg nicht aufgehoben worden seien. Allem Anschein nach sähe man es in England nicht ungern, wenn Transvaal das Zugeständnis Portugals für einen Neutralitätsbruch hielte und demgemäß handelte. Rhodesia selbst wird in militärischen Kreisen als eine nur wenig günstige Basis für einen Angriff auf Transvaal angesehen. Aus Frankreich wird berichtet, daß mehrere Blätter gegen die den Engländern von Portugal erteilte Ermächtigung protestieren, Truppen in Beira auszuschiffen. Dieselbe Maßregel könne die Buren veranlassen, sich als im Kriegszustand mit Portugal befindlich zu betrachten und alle Repressalien anzuwenden, die sie für nötig erachten können. Die Delagoabahn wird nach einer am Mittwoch in der portugiesischen PairSkammer abgegebenen Erklärung des portugiesischen Ministers des Auswärtigen StaatS- eisenbahn bleiben. In Pretoria erfolgte am Montag, wie ein Telegramm von dort meldet, eine Bekanntmachung der Regierung, daß alle britischen Einwohner von Johannesburg, Boksburg und KrugerSdorp binnen 48 Stunden und alle übrigen mit ihren Familien vor dem 5. d. MtS. das Land zu verlaffen haben. Die Anordnung bezieht sich nicht auf die in den staatlichen Bergwerken beschäftigten britischen Unterthanen. Dr. Leyds erklärte einem Redakteur des Pariser „Matin" gegenüber, die Buren seien entschlossen, bis zum äußersten zu kämpfen. Auf die Frage, ob die Buren diesen Kamps bis zur Zerstörung der Goldminen treiben würden, erklärte Dr. Leyds, die Buren seien keine Zerstörer. Niemand besitze ein größeres Maß von Achtung vor dem Eigentum als sie. Sie seien Hirten und Landwirte, welche den Vorschriften der Bibel gehorchten; sie würden keine unnötigen Verwüstungen begehen. Ein Beweis dafür sei, daß sie sich bisher als ausgezeichnete Verwalter der verlaffenen Bergwerke bewährt hätten. Die Buren würden niemals aus bloßer Lust am Zerstören Eigentum vernichten; diese Bedeutung habe auch die neuliche Erklärung des Präsidenten Krüger. Aber wer vermöge zu sagen, wie weit die Notwendigkeit der Verteidigung führen werde! Die Buren hätten, als sie das Gebiet von Natal verließen, die Kohlengruben von Dundee zerstören müssen, die den Engländern nützen konnten. England selbst habe Kohlen und Gold für Kriegsmaterial erklärt. Eine wüste Demonstration fand am DienStag in Kapstadt statt, wo, ebenso wie gleichzeitig in anderen größeren Städten der Kapkolonie und Natals, eine Massenversammlung arrangiert war, auf der die Einverleibung der Burenrepubliken gefordert wurde. Als die Teilnehmer der Versammlung, bei der der Bürgermeister den Vorsitz führte, im Zuge von dort znrückkehrten, begegneten sie dem Ministerpräsidenten Schreiner und empfingen ihn mit Heulen und Pfeifen. Schreiner flüchtete in ein Kaffeehaus und gelangte schließlich ins Parlamentsgebäude; hier hörte er mit entblößtem Haupte das Absingen der englischen Nationalhymne an, worauf die Menge sich beruhigte. Wie den „Berl. Neuesten Nachr." aus Kapstadt mitgeteilt wird, wird in den Kreisen der dort lebenden Reichsdeutschen die mangelhafte finanzielle Ausstattung des deutschen Generalkonsulats peinlich empfunden. Der Konsul könne bei den sehr kostspieligen Lebensbedingungen mit seinem Gehalt keinen gesellschaftlichen Aufwand machen. Auch sei das Gebäude des Generalkonsuls der Würde desselben in keiner Weise entsprechend. Eine Abhilfe sei dringend zu wünschen. Die „Schles. Ztg." veröffentlicht einige ihr zur Verfügung gestellte Privatbriefe aus East London, dem bekannten Hafenplatze an der Südostküste der Kapkolonie, in denen über Beleidigungen des deutschen Konsuls Hermann Maleomeß berichtet wird. Darnach versammelte sich, als die Nachricht von der Entsetzung Kimberleys eingetroffen war, am 17. Februar eine Menschenmenge vor dem Geschäfte des Herrn Malcomeß — derselbe ist Kaufmann — und verlangte, daß er flaggen solle, und zwei Engländer schlichen in das Haus und zogen den Union Jack auf, der aber bald wieder von Angestellten des Herrn Malcomeß entfernt wurde. Am 24. Februar zog eine betrunkene Menge unter Geschrei und Pfeifen um das Haus und versuchte dasselbe mit Steinen zu bombadieren. Am 3. März wurde zur Feier der Entsetzung von Ladysmith ein Fackelzug veranstaltet, wobei auf dem Markte auf einem Scheiterhaufen eine Strohpuppe verbrannt wurde, die Herrn Malcomeß vorstellen sollte. Dabei stand ein großes Plakat mit der englischen Inschrift: „Der deutsche Konsul zum Tode verurteilt wegen Unanständigkeit gegen unsere Flagge." DaS Auswärtige Amt hat erst aus den Zeitungen von diesen haarsträubenden Vorgängen Kenntnis erhalten und wird nun natürlich Bericht einfordern. Auffällig ist, daß weder Konsul Malcomeß selbst, noch das deutsche Generalkonsulat in Kapstadt eine Meldung über die angeblichen Vorgänge nach Berlin gelangen ließen. Man kann daher einstweilen nicht annehmen, daß die Vorgänge doch nicht so kraß gewesen sein könnten, wie es die Privatbriefe vermuten laffen. Konsul Malcomeß ist übrigens trotz seines schottisch klingenden Namens Reichsdeutscher. • * * Telegramme deS Gießener Anzeigers. “ Berlin, 6. April. Nach einer Meldung aus London wird dem Bureau Laffan aus Bloemfontein telegraphiert: Es herrscht kein Zweifel, daß die Freistaat le r in w eit em Umfange neu bewaffnet wurden. Ueber20,000Buren befinden sich im Umkreise von 20 Meilen um Bloemfontein, und die Kommandanten Lemmor und Dewet, welche die Buren am SamStag anführten, erhalten noch immer Verstärkungen. Nach einer Meldung aus Bloemfontein wurden die Buren bei East Bloemfontein an der Eisenbahn stehen gefunden. Wahrscheinlich wird binnen kurzem ein Kampf mit den Truppen Gatacres stattfinden. — Nach einem Telegramm aus Kapstadt liegt Jameson schwer krank darnieder. London, 6. April. Der Kolonialminister veröffentlicht ein Telegramm deS Gouverneurs der Natal-Kolonie, in dem er erklärt, daß die Minister dieser Kolonie die Annexion S- pläne der Regierung betreffend die beiden Buren- Republiken vollständig billigen. Chamberlain sandte sofort an den Gouverneur ein Antwort-Telegramm, worin er der Befriedigung der englischen Regierung über diese Erklärung Ausdruck verlecht. Berlin, 6. April. Nach einer Meldung aus London ist dort ein Telegramm vom 1. April aus dem Masopoo- Lager der Buren-Armee eingetroffen, das besagt: Gestern fand ein heftiger Kampf statt. Die Engländer machten einen Ausfall aus Mafeking und zugleich machte die Kavallerie des Obersten Plumer einen Angriff auf die Burenstadt Roma the Labana, beide Angriffe wurden zurückgeschlagen. Sie fanden 20 Tote von Plumers Korps auf dem Kampfplatze und machten 6 Gefangene. Unsere Verluste waren gering. Mafeking wird weiterhin belagert. AMschrs Keich. Berlin, 5. April. Der Geheime Baurat Dr. A. Meydenbauer, der Vorsteher der Königlichen Meß- bildanstalt in Berlin, hat, wie wir bereits gestern meldeten, dem Kaiser die Photographien der Aufnahmen der Saalburg bei Homburg vorgelegt. Diese Aufnahmen sind im August und September 1899 durch den Photographen der Meßbildanstalt Paul Meyer gemacht worden, um dadurch die über der Erde stehenden Baureste des alten Römer- kastells des deutschen Limes für ewige Zeiten bildlich festzulegen. Es sind bisher 87 Aufnahmen gemacht worden, von denen 30 ausgewählte Bilder nebst dem Plan der Ssal- burg im Maßstabe 1:100 dem Kaiser vorgelegt wurden. Einer der für die Meßbildaufnahmen besonders konstruierten photographischen Apparate wurde aufgebaut und vom Kaiser besichtigt. Besonderes Interesse erregten die in der Anstalt hergestellten Vergrößerungen von Meßbildaufnahmen, von denen gleichfalls 30 aus allen möglichen deutschen Orten: Marburg, Trier, Freiburg i. B., Straßburg i. E., Worms, Limburg a. L. u. s. w. vorgelegt werden. — Der künftige bayerische Thronfolger, Prinz Rupprecht, hat sich, einem hiesigen Lokalblatt zufolge, mit der Herzogin, Marie Gabriele, Tochter des Herzogs Karl Theodor, des bekannten Augenarztes, verlobt. Die Verlobung wird erst nach der am 1. Mai stattfindenden Vermählung der Prinzessin Mathilde, der Schwester des Prinzen, offiziell publiziert werden. — Bei der heutigen Wahl eines zweiten Bürger- meisters für Berlin durch die Stadtverordneten-Ver- sammlung wurde der zweite Bürgermeister von Königsberg, Brinkmann, (früher Rechtsanwalt in Tilsits mit 69 Stimmen gewählt. Der Berliner Stadt-Syndikus Meu- brink erhielt 66 Stimmen. — Die „Berliner Neuesten Nachrichten" schreiben aus Petersburg: Die dem deutschen Boffchafter Fürsten Ra- Ausland. Kopenhagen, 4. April. In Frederica beabsichtig das dänische Marineministerium einen Hafen für Torpedo« anzulegen. gintat, 4. April. Das Unterhaus beriet gestev den Antrag Hedderwick, der eine direkte Vertretung de Kolonien im Reichsparlament als wünschenswert bezeichnete. Der Staatssekretär für die Kolonien Chamber' lain entgegnete, ein solcher Wunsch müsse von den Kolonie selbst ausgehen. Die Kolonien würden nie damit ctnötr standen sein, daß sie im Austausch für die ParlamentSver^ tretung ihre Unabhängigkeit aufgebcn, sich zum Kriegsdienst für England verpflichten und sich der britischen Besteuerung unterziehen sollten. Der Redner schloß mit der Schilderung finanzieller Bedenken. Darauf wurde der Antrag zurück 9 8 — Das Bureau Dalziel meldet aus Shanghai vot heute: Die russische und japanische Militärver waltuug treffen ominöse Vorbereitungen. Dir dolrn von fernem Souveram zuteil gewordene hohe Ai>- zerchnung hat in hiesigen Hof- und amtlichen Greifen X, sehr lympathijches Echo erweckt. Graf Murawiew q"ad lierte dem Botschafter persönlich in sehr warmen Än nicht nur für sich, sondern auch namens des laren Tie- freudige Anteilnahme ist ein weiterer Beweis der rwiscl,,- beiden Ländern bestehenden fteundschaftlick)en Beriebunm- — Wie die „Elbinger Ztg." mitteilt, verlautet V der kommandierende General v. L e u tz e demnächst i»-, Inspekteur der ersten Armee-Inspektion ernannt werd.^ soll, an Stelle des Prinzen Albrecht, der zurücktreten wr Der Kaiser will, sobald ein Nachfolger gefunden ist bei Ruhebedürfnis Lentzes entsprechen, seine ausgezeichnete Fähigkeiten aber der Armee erhalten. ' — Die vom rheinisch-westfälischen und süd-westdeutsche. Detaillistenverband nach Berlin delegierten . Wahl-Barmen und Schmidt-Darmstadt wurden vom M, nister v. Miquel und vom Steuerdirektor Geh. Ober-R^ Rat Burghart empfangen. Der von ihnen vertretene Standpunkt wegen der Abwehr der Sonder-Besteuerung dc- Spezialgeschäfte fand die vollkommene Würdigung bieitr beiden Herren. Die Delegierten besuchten verschiedene noc, anwesende Kommissions-Mitglieder des Abgeordneter Hauses und es wurde auch von diesen die Berücksichtig^ ihrer Vorstellungen zugesagt. — Die Vereinigung von Handelskammern bet niederrheinisch^westfälischen Jndustriebezirks hat an bw Abgeordnetenhaus eine Eingabe gerichtet, in der sie bitte: dem Gesetzentwurf über die Besteuerung der Warenhaus seine Zustimmung versagen zu wollen. — Der preußische Kultusminister bringt zur Kenntni- daß die von der wissenschaftlichen Prüfungskommission in Jena auf Grund der Ordnung vom 17. Januar 1900 au- gestellten Prüfungszeugnisse für das Lehramt er höheren Schulen in Preußen anerkannt werden. — Die eisenbahnfachwissenschaftliche: Vorlesungen finden im Sommerhalbjahr 1900 in folgender Weise statt: In Berlin werden in Räumen bei Universität Vorlesungen, über die Nationalökonomie b< Eisenbahnen, insbesondere das Tarifwesen, und über der Betrieb der Eisenbahnen gehalten werden. Das näherc namentlich auch bezüglich der Anmeldung zu den Bor Lesungen, ist aus dem Anschlag in der Universität ersichtlich In Breslau erstrecken sich die Vorlesungen auf Eisen bahnrecht und auf geologische Technologie, in Köln ans Eisenbahnbetriebslehre. — Der Abg. Dr. Lieber ist in Begleitung seiner Gattin und einer Krankenschwester gestern abend in seim Heimat Camberg abgereist. Die „Germania" erhielt ein Telegramm, worin Dr. Lieber mitteilt, daß sein Befinden unverhofft gut ist. — Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitzung den Ausschußberichten betr. den Entwurf eine- Gesetzes zur Ergänzung der Gesetze über die Post- und Dampferverbindungen mit Afrika, betr. den Entwurf von Bestimmungen zur Herstellung einer Kriminalstatistik sm das deutsche Heer und die kaiserliche Marine zu. — Die Bestimmungen über die Vornahme einer Volkszählung am 1. Dezember 1900 sind nunmehr vom Bundesrat getroffen. Außer der ortsanwesenden völkerung werden diesmal auch Personen, die sich am 1. Dezember 1900 auf deutschen Seeschiffen in fremden Häfen oder in Fahrt befinden, gezählt. Die Ausführung dieser Zählung erfolgt durch das Kaiserliche Statistische Amt. Ferner wird diesmal eine Statistik der Blinden und Taubstummen mit der Volkszählung vereinigt werden. — Gemäß einer Uebereinfunft sämtlicher deutscher Eisenbahnverwaltungen werden Krankenkassenmitglieder, die von Kassen in eine Heilanstalt oder einen Erholungskurort geschickt werden, in dritter Wagen klasse für Militärfahrpreis befördert. — Sämtliche evangelische Arbeitervereine sind dem Flotten verein beigetreten. Der Vorsitzende. Pfarrer Weber (M.^Gladbach), ist in den Vorstand des Flottenvereins eingetreten. Chemnitz, 5. April. Der Rat dest Stadt Chemn^ verbot der deutsch-katholischen Gemeinde jede fernere Abhaltung von Gottesdiensten in den bisher diesen Zwecken dienenden städtischen Schulgebäuden, weil der Verdacht vorliege, daß die Mitglieder sozialdemokrc- tischen Tendenzen huldigten. München, 4. April. Während die Frühlingstage za; Anfang und Mitte des vorigen Monats es dem kranke, Könige Otto ermöglichten, täglich mehrere Stundei int Freien zuzubringen, mußten die Spaziergange infolge der neuerlichen Winterstürme wieder unterbleiben. Jrgen> welche Wendung zum Bessern oder Schlimmem ist m den Befinden des Königs nicht eingetreten. — Vorausftchtuo noch in dieser Session soll eine Regierungsvorlage üoc: Teuerungs- und Wohnungszulagen für du nichtpragmatischen Beamten und Bediensteten des Staate an den Landtag gebracht werden. Es war beabsichtigt Hand in Hand bamit die Civilliste zu erhöhen, da durch die Gehaltserhöhungen der Hofbeamten, Ho!- angestellten und Hofbediensteten vom Jahre 1892 und 189' sowie durch die vorerwähnten Ausgleiche die Civilliste zieir lich stark belastet sei. K.S list dk! fi, a" MrM ÄS 'SäP S-S» aa 1^**5 M litM'f b1' MB ™ - Jv heutige IöiM H tint, 'Dienstzeit M b lurR foiiS, s.M • uon Rußland Frankreich in 'Mstknd M v. > Attentäters ( fchoa einmal in einem feiten ? freigesproche/ TasEheM Mfe heute öomi ärach beim Zeuge! aus bem Saale g geringfügigen Umji seiner ungeheuren Z zunächst einige Zeu( Wti, einen bist Aussage einer Dien Messen ließ, »obt dieser, daß er h Zeugin ju dem Ru - Die Zeugin Wi der Backe tzüncziS Tdnczi behauptet M Bart gelinge & bem Anträge v sich den Backenbm erwidert, es M ton MH s, welchem die Lei kündet, baß er Kellers zwei Ri Treppenläufern W bestimmt, ün diesem Tor M er in den frbt Mt «gefertigte M gtto, " Magen« *en a? Echans c stellen' Xmft$ ® m Milben mit dem Generalstabschef, Oberstleutnant Scholz und Major abgestiegen. Dort hat auch Generalmajor v. Ploetz mit 200 Mk. bewilligt. Gardinen 2629 L heutigen Ministerrat herrschte Einstimmigkeit I mit, daß die Frau eines dortigen Bürgers, sowie Präsident darüber, daß eine Verkürzung der militärischen' - - --------" 1 Stimme Dienstzeit nur bei gleichzeitiger Vermehrung der Armee zulässig sei, sowie daß die Frage zu wichtig sei, um noch kurzweg von dieser Kammer erledigt zu werden. Parts, 5. April. Die Blätter melden, daß der Kaiser von Rußland Paris eine prachtvolle Karte von Frankreich in Relief geschenkt habe, die von m Rußland gesammelten Steinen und kostbaren Metallen Her- Paul Krüger von der Transvaal-Republik mit je 1 Stimme bedacht worden sind. — Die Errichtung einer Reichsbanknebenstelle für Marburg ist definitiv genehmigt worden. Wann sie eröffnet wird, ist noch nicht bekannt, sicher ist, daß sie nach Kaffel angegliedert wird. Port Arthur ihres Mannes herrührend an. — Voraussichtlich erfolgt »er Schluß der Verhandlung am Samstag. Gießen zu Lasten des Stadterweiterungsfonds die Margarethenhütte für 120 000 Mk. angekauft, mit Ausschluß der maschinellen Einrichtungen. Das etwa 40 000 Quadratmeter umfassende Gelände soll zum Teil zur Erweiterung der Bahnhofsanlagen verwendet werden. — Ferner wurde die Löwenfteinsche Hofraite in der Schloßgasse, deren unbebauter Teil in die künftige Markthallenanlage einbezogen wird, für 45 000 Mk. angekaust. *» Militärischer Besuch. Se. Exzellenz der kommandierende General des 18. Armeekorps v. Lindequist ist •* Kleine Mitteilungen auß Hessen nud den Nachbar- staaten. — Ein in der Geiger'schen vorm. Siepermann'schen Zündholzfabrik in Pfungstadt ausgebrochenes Feuer zerstörte den großen sogen. Abfüllbau. — Bei Gronau wurde die Leiche einer männlichen Person aus der Nidder geländet. — Bei der Bürgermeisterwahl in Vacha erhielt im ersten Wahlgang Herr Wilhelm Schimmelpfeng 295 von 530 Stimmen. Als Kuriosum teilt die „Rhonztg." steife und Spachtel-Rouleaux Viele Neuheiten in Tischdecken Sich, 5. April. Der hiesige Stadtvorstand hat dem Kurverein zur Errichtung neuer Bänke und Schutzhütten Lokales und Vrovinstettrr. ♦* Befitzwechsel. Wie wir erfahren, hat die Stadt aus Gobelin, Tuch und Plüsch. Spezial-Geschäft für Betten und Schlafzimmer-Einrichtungen Seltersweg» neben Restaurant Royal. in Englisch Tüll, Spachtel und Point-Cacet in unübertroffener Auswahl Farbige Stores, Kongressstoffe, Vitragen, Rouleaux- Lamilien Nachrichten. Gestorben. Herr Konrad Maul in Ossenheim. — Frau Margarethe Vogt, geb. Neuling, in Reichelsheim. — Frau Lina Hofmann, geb. Rühl, in Schotten. - Frl. Antonie Kaltenhäuser m Schoten. — Hen Otto Kühlwein, staä. electr., in Darmstadt — Frau Generoll Mathilde von Winterfeld, geb. von Below, m Darmstadt. — Herr, Friedrich Erbelding in Bretzenheim. — Herr Philipp Bastian, Steuermann, m '* c,rica bta# h fatA . mache» die größte Anstrengung , ffletreibc iU Men. Sie kaufen e« sogar zu Krieg-, imvortieren Weizen au- Nord China. Japan Ä D°se" Wd°°n° Auftreten Japan» h°- Ruß'-nd- Forderungen in „rea vorldustg Einhalt g-th-n. ba8 Dekret. Srafid, 5. «P«l. erfter Ärebit »on I00.0M)FrankS Zwecke, die Goldminen in Katanga auf- l'ffi 7, d-r-n «u-b-u.ung zu beginnen. z-fachen . der 9ongo zurückgekehrter Beamter des teilt bezüglich des Bundjaaufstandes dem DttÜ^Bl!»" mit, es sei bekannt, daß ein untergeordneter rnter der Plantagengesellschaft Grausamkeiten gegen did Schwarzen begangen habe, die ihm 10Jahre Zucht- --------,---------,------ , v einbrinqen müßten. Nachdem Lothaire angeordnet I Hildebrand hier eingetroffen und im „Hotel Großherzog" kitte daß die Kautschuksteuer nach Mongalla anstatt wie I abgestiegen. Dort hat auch Generalmajor v. Ploetz mi früher nach Moravia abzuliefern sei, gingen die Bundsas I ^inem Adjudant Graf v. Schulenburg Wohnung genommen, oeaen den Posten des Kongostaates vor, um sich dem^Frohn- > c ’ S xu entziehen. Hier zurückgeworfen, setzten sich die Bindia- in B-rbindu?g mit den Nb-le- und Ndekenegern. vm dem Zustand ein Ende zu machen, ließ Lotha.re d>e Aufständischen durch eine aus Soldaten der Kompagnie stehende Truppe zurückwerfen, wobei viele Akte von Grausamkeit begangen wurden. Ä , . , . _ § 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heil. Abendmahl für die fcutafc« und die Jo« hanneSgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jebet Gemeinde erbeten. Karfreitag den 13. April. Ja der StadMrche. Vormittags 9«/t Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markus- gemeinde. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer feder Gemeinde erbeten. Rom, 5. April. Die angeblichen Mitschuldigen deS I Attentäters auf König Humbert, Acciarito, die I schon einmal in Rom prozessiert waren, wu^en heute in einem zweiten Prozeß in Teramo von den Geschworenen I s r eigesprochen. __I DasEhePaarGönezi vor den Geschworenen. I (Fortsetzung auS dem zweiten Blatt.) Heute vormittag erlitt die Zeugin Frau Bautenmeister I Kcach beim Zeugenaufruf einen Ohnmachtsanfall; sie mußte I au8 dem Saale geschafft werden. Selbst diesen an sich geringfügigen Umstand benutzte der Angeklagte, um Zeichen I seiner ungeheuren Selbstbeherrschung zu geben. Es wurden I -vnächst einige Zeugen vernommen, bei denen es sich darum I bandelte, einen bestimmten Zeitpunkt zu fixieren. .Bei der Aussage eines Dienstmädchens, das sich bei Gonczi Schuhe I inmeffen ließ, wobei er zärtlich geworden war, behauptete dieser, daß er das Mädchen gar nicht kenne, was die Zeugin zu dem Rufe: „Na, das ist aber toll " veranlaßte. - Die Zeugin Witwe Lebuda will am 14. August an der Backe GöncziS eine frische Kratzwunde bemerkt haben. Gönczi behauptet, daß er ftüher die oberen Backenteile ohne Bart getragen habe, was den Rechtsanwalt Fränkel zu dem Anttage veranlaßte, dem Angeklagten aufzugeben, sich den Backenbart abnehmen zu lassen. Der Präsident erwidert, es ginge doch nicht an, zu beschließen, daß dem Angeklagten zwangsweise der Bart abgenommen werde. (Heiterkeit.) Zeuge Schlossermeister Pflugmacher hat »on Gönczi s. Zt. den Auftrag erhalten, den Keller, m welchem die Leichen gefunden wurden, zu offnen. Er bekundet, daß er nach geschehener Oeffnung in der Mitte des Kellers zwei Kisten habe stehen sehen, die zum teil mit Treppenläufern bedeckt gewesen seien. Zeuge behauptet ganz bestimmt, trotz GöncziS lebhafter Proteste, daß schon an diesem Sonntag Gönczi ihm davon gesprochen habe, daß er in den Keller Erde zum Lagern von Ungarweinen fahren laffen wolle. Er habe gefragt, wo man wohl billige Erde bekomme. Als er, Zeuge, das von ihm neu ^gefertigte Kellerschloß gebracht habe, sei bereits Erde m den Keller geschaufelt worden. Der Angeklagte sucht ine Aussagen des Zeugen zu entkräften. Nach ewigen b^ langlosen Zeugenvernehmungen tritt die Pause ein. Nach derselben folgt die Vernehmung des Gastwirtes Hmz aus dem Mordhause Königgrätzerstraße Nr. 35. Gönczi schuldigt denselben der Thäterschaft. Dieser Koup aber ist als durchaus gescheitert anzusehen; alle Behauptungen GöncziS stellen sich als Lügen heraus. Alsdann werden die mehrfach erwähnten Depeschen vorgelegt; die Unterschrift :iner derselben erkennt Frau Gönczi als von der Hand !fo°tbtnp O-' 'N, ^.Nur., ■tioi» d°-L^ , e ne Ndsüd-^. gierte Ä wurden . Geh. r ’ "der-Besteue^ 'ne WbiZ ?d!?rschie^ n bie Bertis. m der fitt N b« 4g MSes. !'• Januar öas Lehix. ytannt tpeibt; ''Isenschaft,^ lmerhalbjahr ift werden in Br AtionalökonW lfwesen, und üit; werden. Das y Meldung zu r Universitälkru wrlesungen nologie, in f/, - in 8egfeb-. gestern abenh; ,Germania" ete ‘i!t, baß [ein Wn! in (einet heutige, ben Entwurf eine ider die Pvsi- ur . den Enttvurs t. ^ciminMüW | Marine zu. e Bornahme et 1900 sind nunn ortsanwesender rsonen, die sich eschissen in frer. M Die AusM Kaiserliche W aM der SBünben: ag vereiniat weck sl sämtlicher beuh: cankenkassenv Heilanstalt oder r n dritter Baz! s befördert. Arbeitervett! teten. Der W in den Borsck ■ at dei^ Stobt Gemeinde B tz nlieft in \ n ägliederM^" Ss Nackenheim. — Wetterbericht. Bon Nordwestrn her breitet fich immer noch niederer Druck füd- und südostwärts über den Erdtell auS, und über dem Mtttelmeerbecken hat fich ein staches, sekundäres Minimum gebildet. Der hohe Druck behauptet sich im äußersten Nordosten. ^DaS Wetter ist in unferm nördlichen Gebietsteilen meist trüb, während im Süden bet leichter Föhnlage im allgemewen wechselnde Bewölkung herrscht. Die Temperaturen find um einige ®rab$ orauSttch tlicheWitterung:Jm allgemeinen bet wechselnder Bewölkung unter TagS mlldeS Wetter. >#*• Damen-Knopfstiefel 8.50 prima Kalbleder Paar Mk. Damen-Kldknopfstiefel 9.00 Paar Mk. IS.Otz Paar Mk. in allen Fayons 7 50 Paar Mk. 282» Adolf Baer Hirzenhat« (Hessen). 1850 Gießen, den 6. April 1900. 2636 ■ Spezialität: 2391 hat abzugeben 2619 2626 ■ WMMM» Elegante engtische Wagen Luxuriöse Ausstattung. Hochmoderne Ausführung. “a Kinderwagen Lcdertuchaussohlag, Mk. 17.—. Billigste Preise. Braune Wagen mit Verdeck Mk» 10. 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Die Beerdigung findet Sonntag den 8. April, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Wolkengasse 13, auS statt. 7h:hc1 7 v» A r#ioni»98' M Todes -Anzeige. Heute morgen 121/4 Uhr entschlief sanft und gottergkben nach längerem, mit Geduld ertragenem Leiden meine liebe Gattin, unsere unvergeßliche, so treu sorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fm Karolina Germann -kb. Wolf im Alter von 48 Jahren, war wir Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme mitteilen. W* Sicherheits-Gürtel -HW Neu! zu einem staunend billigen Preise verschaffen zu können und gestatte ich mir gleichzettig, auf die Auslage» in meine« Schaufenstern aufmerksam zu machen. Ein spezielles Preisverzeichnis hier fofoen „ lassen, würde zu weit führen, und nenne ich nur u. Riesendampfern des WaMm Lloyd, BREMEN. Kostenfreie Auskunft ertbeiJt in Giessen: J. M. Schulhof. „ „ Carl Loos. „ Friedberg: Isidor Schulhof, „• Grunberg: Julius Karl, „ Homberg: Carl Stern. Berfteigerung. Montag den v. April d. 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