1208 otis! 1 St massenhaft 1 Mitteln gegen % bog bereit; utotijxtnbt, von >k, sich durch Tüte "ende 657 tttn, Mucha, rlcheS üirtlitltiftei, hnftmmjHfl unb eich und fllinynb h. um 40 Pig. und 6ompr.8S. Pfg per rh. m allen , Drogerien, «rhandlgn. eto. 870 lmi e Betimpfnngs- za* Antillen , Katarrh, »wie r ÄthmuDgfr äU. Heinrich Hireoh-Apotheke. wke. 44 mibe. Jede Ver. rer. ®ge aortrüd^ totillen M-6 stillen mbe, Sal^ 1 Ver«lauD^: ösv** Jrr Wassers £"“» das aas tien gewonnene Wn - ***S Hinterhaus linB- ren ffnenheiteo. is Nachfl., hiIhm M S^l0. ileganten Aul« rügen lass® * im auf unser gi®^ Werbet ün^ M. 55 GOes Blatt. BNttwoch den 7. März 1900 Alle Anzeigen-Bermittlung-stellen deS In- und AuSlantzes nehmen Anzeigm für den Gießener Anzeiger entgegen« Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Mczugspreis vierteljährl. Ml. 2M monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle« vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 66 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrtktjährt. mit Bestellgeld. Gießener Anzeiger Heneral-'Anzeiger Grfcheinl täglich arit Ausnahme deS MantagS. Dir Gießener VamikienSkttjer werden dem Anzeiger An Wechsel mit „Heff. Landwirt" jl Matter Kr hrff. Volkskunde" »llchtl. 4 mal beigelegt. «n»ah«i Anzeigen zu der nachmittags für de« fleterabtn Lag erscheinenden Nummer bis Denn. 10 Uhr. Umstellungen spätestens abends vorher. Amts- und Anzeigeblatt fnv den Kreis Giefzen. Schwurgericht. W. Gießen, 6. März 1900. Heute vormittag 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Landgerichtsrat Seeger, die Verhandlungen des Schwurgerichts. Nach Bildung der Geschworenenbank wurde in die Verhandlung gegen die Therese Speckmann von Flöteu- stein, zuletzt in Utphe als Dienstmagd in Stellung, angeklagt wegen Meineid, eingetreten. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Zimmermann. Die Verteidigung führt Rechtsanwalt Dr. Stahl. Es sind im ganzen 10 Zeugen zu hören. Die unverehelichte Angeklagte ist am 21. März 1875 in Ostpreußen geboren und befindet sich seit 29, September v. I. in Haft. Sie ist geständig, vor dem Amtsgericht Hungen am 2. September v. I. einen falschen Eid geleistet zu haben. Der Staatsanwalt stellt hierauf den Antrag, wegen Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit die Oeffcntlichkeit bei dieser Verhandlung auszuschließen. Der Gerichtshof beschließt, da der Verteidiger erklärt, keinen Antrag stellen zu wollen, vorerst öffentlich zu verhandeln. Die Angeklagte, welche 3 Jahre bei Landwirt Rühl im Dienst war, glaubte die Beobachtung gemacht zu haben, daß ihr Dienstherr Rühl mit seiner kaum 14jährigen Stieftochter ein unerlaubtes Verhältnis unterhalte, sie hat darüber zu dritten Personen nicht nur Verdacht ausgesprochen, sondern auch Thatsachen erzählt. — Rühl behielt dieser Nachrede ungeachtet die Angeklagte im Hause; er lud dieselbe zum Sühnetermin ein und später zu einem Rechtsanwalt nach Nidda, wo er einen Vergleich mit derselben abschloß, wonach die Speckmann ihre Behauptung über ihren Dienstherrn als unwahr zurück nahm und eine Buße von 20 Mk. zu zahlen sich verpflichtete. Außerdem wurde eine diesbezügliche Ehrenerklärung in mehreren Blättern abgedruckt. Vor dem Amtsgericht Hungen in der Strafsache gegen Rühl als Zeugin vernommen, beschwor die Angeklagte — wie sie heute glatt zugibt, war dieser Eid falsch — sie habe zu niemand gesagt, daß Rühl in einem unsittlichen Verhältnis zu seiner Stieftochter stehe, weiter hat die Angeklagte beschworen, auch nichts gesehen zu haben, was den gegen ihren Dienstherrn ausgesprochenen Verdacht bestätige. Die Angeklagte erklärt aber, sie habe heute noch den Verdacht, daß es mit Rühl und dessen Stieftochter nicht richtig gewesen sei. Bei der nun folgenden Zeugenvernehmung wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Der Dienstherr der Angeklagten, Heinrich Rühl, als Zeuge vernommen, wird nicht vereidet, da er dringend verdächtig ist, die Speckmann zu dem von derselben geschworenen falschen Eid angeftiftet zu haben. Das von diesem Zeugen der Angeklagten erteilte Leumundszeugnrs Retaftto«, Expedition und Druckerei: -chnkstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Famitienblätter, Der hefststhe Landwirt, Ktätter für hessische UotKsKunde. Adresse für Depeschen. Zugiger Kietz«. Fernsprecher Nr. 51. * Vom Kriegsschauplatz. London, 5. März. Nach einer Meldung deS Times- korrespondenten aus Osfontein rückt die Armee durch das Land immer weiter vor. Pferdefutter ist auf dem Marsche fast gar nicht aufzutreiben. ES ist nicht genau bekannt, wo der Feind steht, doch tauchen sehr bewegliche Kommandos ringß um die englische Armee auf, und man erwartet, auf Widerstand zu stoßen bei Abrahams Kraal, 30 Meilen östlich von Paardeberg, wo Joubert eine Armee zusammenziehen soll, die aus allen Truppen von Ladysmith und den nordöstlichen Freiftaatern besteht. Präsident Steijn kam am 27. Februar in Abrahams Kraal an. Er hielt eine Ansprache an die Burghers, sie möchten des Majubatages gedenken und Cronje befreien. Man schätzt die Zahl der Burentruppen auf 5000. Ein weiteres Telegramm besagt, daß Major Albrecht und mehrere Burenoffiziere am Freitag beim Kommandanten von Modderriver bas Frühstück einnahmen. Major Albrecht machte einen sehr niedergeschlagenen Eindruck. Nach Meldungen aus Ladysmith vom letzten Freitag hat die berittene Infanterie, welche kürzlich auf den Bul- wanaberg ausgerückt war, gefunden, daß die Buren ihre schweren Geschütze Donnerstagnacht entfernt hatten. Man entdeckte nur noch einige Zelte mit Munition und Vorräten aller Art, ferner ein Buch mit Aufzeichnungen, daß der «Lange Tom" während der Belagerung 8000 Schüsse ab- geseuert hat. Ein anderes Buch enthielt die Einteilung der Burentruppen, sowie die Namen aller Buren, die in Natal gefochten haben. London, 5. März. Nach einer Meldung aus Mol- keew wurde General Gatacre beim Angriff auf den Rootkop zurückgeworfen und erlitt schwere Verluste. Brüssel, 5. März. Hiesige Transvaalkreise bezeichnen die Londoner Meldung über eine Zusammenkunft der Präsidenten Krüger und Steijn behufs Anrufung der Friedensvermittelung für völlig unglaubwürdig. Sollte die Zusammenkunft wirklich stattfinden, so könnte dieselbe nur der Besprechung des gemeinsamen Widerstandsplanes gewidmet sein. London, 6. März. Ein Telegramm aus O st f o n t e i n vom 3. März berichtet, daß General French eine Buren- Abteilung entdeckte, welche sich in nordwestlicher Richtung fortbewegte. General French sandte während der Nacht eine Schwadron Kavallerie und eine Abteilung Artillerie ab, um mit dem Feinde Fühlung zu nehmen. 150 Buren wurden plötzlich bemerkt, als sie einen Hügelrücken überschritten. Dieselben zogen sich aber sofort zurück, als wir anfingen, sie zu bombardieren. Darauf eröffneten die Buren, unterstützt von einem Maximgeschütz ein heftiges Gewehr-Feuer, während die Truppen des Generals French die Buren-Abteilung mit weittragenden Geschützen bombardierten. Der einzige Erfolg der Engländer war der, daß sie das Vordringen der Bureu-Abteilung verhindert hatten. — Die Kaiserin-Mutter von China hat der Königin Viktoria anläßlich der Entsetzung von Ladysmith ihre Glückwünsche übersandt. (Die „Kaiserin-Mutter von China" hat gerade noch gefehlt!) London, 6. März. Das Unterhaus beriet bis eineinhalb Uhr nachts die verschiedenen Regierungsanträge betreffend Besteuerung von Spiritus, Bier, Thee und Tabak. Sämtliche Regierungsanträge wurden mit einer großen Majorität von 200 Stimmen angenommen. London, 6. März. In diplomatischen Kreisen wird versichert, daß trotz aller Dementi die Botschafter mehrerer Großmächte im Sinne eines baldigen Friedensschlusses fortgesetzt energisch thätig sind, und daß die K ö n i g i n ihre geplante Auslandreise aufgegeben habe. Angeblich soll die Königin und Lord Salisbury den Friedensbestrebungen nicht mehr abgeneigt sein. London, 6. März. Aus Kapstadt wird von gestern gemeldet: Eine Extra-Ausgabe des Amtsblattes veröffentlicht eine Proklamation Millners, in welcher dieser erklärt, angesichts der Rebellion und teilweisen Besetzung des Distriktes von Westgriqua-Land verhänge er den Be- lagerungszustand über diesen Distrikt. London, 6. März. Aus Lorenzo Marquez wird gemeldet: Dem Vernehmen nach fand die Unterredung zwischen dem Präsidenten Krüger und Stein auf Anregung des letzteren statt, und zwar war der Hauptgrund die Niederlage Cronjes. Es sind zahlreiche Anzeichen vorhanden, die darauf schließen lassen, daß die Bürger des Freistaates des Krieges überdrüssig sind, und so ist es nicht unwahrscheinlich, daß die Unterredung einer bevorstehenden Friedens-Aktion seitens des Freistaates galt. London, 6. März. Die öffentliche Meinung ist seit der Entsetzung von Ladysmith chauvinistischer als je zuvor, und die große Masse des englijchen Volkes fordert Äie völlige Vernichtung der beide n Buren- Armeen, bedingungslose Unterwerfung der beiden Republiken und Zerstörung des Einflusses der holländischen Rasse in Südafrika. London, 6. März. Das Kriegsamt begann gestern eine Liste der Verluste Bullers in den Gefechten vom 14. bis 27. Februar herauszugeben. Darnach sind 129 Mann tot, 942 verwundet und 41 werden vermißt. Einzelne Regimenter, von denen man weiß, daß sie besonders stark gelitten haben, sind noch nicht in der Liste, sodaß das Endergebnis wahrscheinlich enorm sein wird. K a p st a d t, 6. März. Die Kommandeure Albrecht, W o l m e r a n und andere gefangene Offiziere sind in Sonderzügen nach Kapstadt unterwegs. Die Gefangenen werden auf Transportschiffen untergebracht. K a p st a d t, 6. März. Von gestern wird gemeldet, daß eine starke Kolonne Kimberley verließ und in nördlicher Richtung fortzog mit der Absicht, den Vaalfluß, die Scheidegrenze zwischen Freistaat und Transvaal zu überschreiten. Man erwartet ein h e f t i g e s Z u s a m m e n t r e f f e n mit den Buren bei Fourteeu-Stroom, wo die Buren die Eisen- bahnörücke zerstört haben. Deutsches Mich. Berlin, 5. März. Der Kaiser hat an den Papst zu dessen 90. Geburtstage ein Glückwunschtelegramm gerichtet, auf welches der Papst telegraphisch dem Kaiser seinen Dank aussprach. Die „Nordd. Allgem. Ztg." veröffentlicht den Wortlaut dieser in französischer Sprache gehaltenen Telegramme. — Der Kronprinz übersiedelte gestern nach dem Stadtschlosse in Potsdam. — Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat den deutschen Landwirtschaftsrat zu Dienstag abend 6 Uhr zu einem Bierabend eingeladen. — Dr. Leo Arons will, dem „Berl. Tagebl." zufolge, sich gänzlich der Parteithätigkeit widmen und in die Redaktion einer großen sozialdemokratischen Zeitung eintreten. In sozialdemokratischen Kreisen gelte es als zweifellos, daß Dr. Arons bei der ersten sich darbietenden Gelegenheit als Kandidat für ein Reichstagsmandat auftreten wird. — Am 9. und 10. März tritt hier eine Ko Mission des deutschen Apothekervereins zusammen, um wieder über die reichsgesetzliche Regelung des Apothekenwesens zu beraten. Von der überwiegenden Mehrheit der Apotheker wird auch jetzt noch daran feftgehalten, daß die frei erwerbliche und veräußerliche Realkonzession die geeignetste Grundlage für die reichsgesetzliche Regelung bildet. Andererseits wird von den Apothekern nicht verkannt, daß die maßgebenden und zuständigen Behörden des Reiches nach wie vor auf dem Standpunkte stehen, daß zwar eine reichsgesetzliche Regelung des Apothekenwesens notwendig sei, daß sie aber nur erfolgen dürfte unter Einführung der Personalkonzession für alte Apotheken, mit Ausnahme der privilegierten. Berlin, 5. März. Bei dem G a l a d i n e r zu Ehren der spanischen außerordentlichen Gesandtschaft brachte, wie der „Reichsanzeiger" meldet, der Kaiser einen Trinkspruch aus. In demselben dankte der Kaiser der Königin-Regentin und dem Könige von Spanien für die Verleihung des Ordens vom Goldenen Vließ an den Kronprinzen. Er erblicke in dieser Verleihung nicht nur den Ausdruck wohlwollender Sympathie, sondern auch eine neue Bekräftigung der Bande gegenseitiger Freundschaft und Hochachtung, welche das ritterliche spanische Volk und sein erlauchtes Königshaus mit dem deutschen Volke und seinem Kaiserhaus verbinden. Nicht nur er, sondern auch das ganze deutsche Volk begleiteten mit vollstem Interesse und wärmster Sympathie die Königin in ihrem pflichtenschweren Amte und wünschten, daß in dem in nicht zu ferner Zeit zum Throne berufenen Sohn der sorgenden Mutter sowohl, wie auch dem hoffenden Lande ein König beschert werden möge, der unter Gottes gnädigem Schutze sich würdig der Reihe großer spanischer Herrscher einfügen möge. Der Kaiser trank alsdann auf das Wohl der Königin Christine und des Königs Alphons XIII. Kiel, 5. März. Der bisherige Rektor, Professor Brandt, teilte heute in der UniversilätSaula mit, daß die sonst übliche festliche Feier des Rektoratswechsels au «falle, da die gesetzlich erforderliche Bestätigung des neuen Rektors durch den Kultusminister aus- geblieben sei. Der bisherige Rektor und Prorektor verbleiben im Amte. Professor Quincke wohnte der Verkündigung bei. Straßburg, 5. März. Wie der „Straßb. Bürgerzeitung" aus Mülhausen telegraphiert wird, beabsichtigt dec sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Bueb-Mülhausen, sein Mandat niederzulegen. AilrülilL. Wien, 5. März. In hiesien parlamentarischen Kreisen zirkuliert das Gerücht, die Verständigungskonferenz werde nicht zusammentreten, da die Aussichten auf irgendwelches Resultat gänzlich geschwunden sind. Die Situation fei auf das Aeußerste gespannt. Paris, 5. März. In der heutigen Kammersitzung interpellierte der Abg. Berry den Marineminister über die Ver ratsaffaire Philipp und warf demselben vor, er habe durch seine Unthätigkeit den Schuldigen entkommen lassen. Der Marineminister verteidigt sich und erklärt, die Sache werde augenblicklich untersucht, und den Schuldigen werde seine Strafe schon erreichen. Abg. Pellehan ergreift das Wort, und macht Enthüllungen über skandalöse Machenschaften, die im Marineministerium an der Tagesordnung seien. Er beschuldigt die höheren Beamten dieses Departements, die schuldigen Subalternbeamten, welche ihre Stellungen mißbrauchten, um finanzielle Spekulationen zu treiben, zu schützen. Angesichts dieser Thatsache ersucht der Redner die Kammer, das Budget des Marineministeriums um 500 Franken herabzusetzen, um dadurch dieses Departement zu tadeln. Wider Erwarten nimmt der Marineminister diesen Antrag an, was allgemeines Gelächter her- vorruft. Waldeck-Rousseau suchte den schlechten Eindruck, den das Benehmen seines Kollegen hervorrief, abzuschwächen und erklärte, die Regierung fei nicht verantwortlich für die betreffenden Vergehen. Nach einigen weiteren Tadelserklärungen seitens Pelletans wird dessen Antrag mit 480 gegen 20 Stimmen angenommen. Sofia, 5. März. Die Gerüchte von einer angeblich bevorstehenden Abberufung des russischen Gesandten Bachwotjeff sind vollständig unbegründet. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Stahl konstatiert, daß er mit den rechtlichen Ausführungen und den Anträgen des Vertreters der Staatsbehörde voll und ganz einverstanden ser. Das Mädchen habe aus Furcht vor ihrem Dienstherrn, der der eigentliche Schuldige sei, das Verbrechen be- gangen. Er bittet die Geschworenen die Frage wegen Zu- bmigung mildernder Umstände voll und ganz zu bejahen. Nach kurzer Beratung verkündet der Obmann der Geschworenen deren Wahrspruch, welcher beide an die Jury gerichteten Fragen bejaht. Der Staatsanwalt beantragt, auf 9 Monate Gefängnis zu erkennen und der Angeklagten die ganze Dauer der Untersuchungshaft anzurechnen. — Der Verteidiger plaidiert für die mildeste Strafe, welche das Gesetz zuläßt. Der Gerichtshof verurteilte die noch nicht vorbestrafte Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten, auf welche die seit dem 29. September 1899 erlittene Untersuchung in Anrechnung kommt. ist das denkbar beste. Der Bürgermeister von Utphe gibt der Angeklagten ebenfalls hinsichtlich ihrer Moralität das beste Zeugnis. Nach Schluß der Beweisaufnahme wird den Geschworenen die Schuldfrage wegen wissentlich falschen Eides vorgelegt. In einer Nebenfrage wird von Amtswegen zu Gunsten der Angeklagten den Geschworenen die Möglichkeit gegeben, die Milderungsfrage aus § 157 Abs. 1 zu bejahen. Herr Staatsanwalt Zimmermann erklärt, daß man es hier mit einem Leichtsinnseid, mit einem in der Dümmste cknadel, die in originell zierlicher Art die „Adlers- Marke darstellt, und welche die Brust des RadlermanneS in netter Weise schmückt. heit geschworenen Meineid zu thun habe. Um sich nicht schämen zu müssen vor dem Richter, der sie zu vernehmen hatte, hat sie ausgesagt, sie habe nichts gesehen, sie habe nichts erzählt; im ersteren Falle habe die Angeklagte verschwiegen, was sie von der ganzen Sache gewußt. Die Therese Speckmann habe die Wahrheit unter Eid abgeleugnet, weil sie bei Angabe der Wahrheit sich eine Verfolgung wegen eines Vergehens zuziehen konnte. Der Staatsanwalt geht die Beweisaufnahme noch einmal durch, welche außer dem eigenen Geständnis, der Angeklagten er« glebt, daß im vorliegenden Fall thatsächlich ein Meineid geschworen sei, deshalb müsse die erste Schuldfrage bejaht werden. Der Staatsanwalt tritt aber dafür ein, daß auch die Nebenfrage zugunsten der Angeklagten bejaht werden müsse. § Ruppertenrod, 5. März. Die außerordentlich hohen Brennholzpreise werden nach den verschiedenen Berichten auf den Kohlenmangel anderer Gegenden, welcher eine größere Nachfrage nach dem Brennholz verursache, zurückgeführt. Das mag wohl zum Teil zutreffen, namentlich da, wo Holzhändler bei den Versteigerungen die Nachfrage verstärken, daß aber die diesjährigen Preise ungeachtet dieser Umstände dennoch recht hoch sind, zeigen die Holzversteigerungen in den Freiherr von Riedesel'schen Waldungen in der hiesigen Gemarkung. Aehnlich war es auch früher der Fall, es gab Jahrgänge, in denen das Holz ohne die genannten Ursachen doch sehr hoch im Preise stand. Bei den angezogenen Versteigerungen kosteten vier Raummeter Buchenscheit erster Klasse bis zu 32 Mark, zweiter Klaffe 27 bis 30 Mark; vier Raummeter Buchenprügel kosteten 24 bis 28 Mark. Das ist ein Preisunterschied von ungefähr 6 bis 8 Mark für besagtes Quantum gegen das vorausgegangene Jahr. Das Eichenreisig begehrte in früheren Jahren fast niemand; man kaufte das Raummeter für 20 bis 30 Pfennig, jetzt wird es zu einer Mark versteigert. Buchenoberholzreiser kosteten per Raummeter 1,50 Mark. Daß bei solchen Brennholzpreisen auch die Preise für Bau- nnd Werkholz entsprechend höher sind, läßt sich erklärlich pnden. Für diese Holzsorteu waren indessen die Preise ** Evangelischer Arbeiterverein. Die am 4. März im Saale des Cafs Ebel stattgehabte Versammlung war sehr gut besucht. Her Professor Dr. Sommer hatte gütigst den Vortrag übernommen und sprach in äußerst interessanter und fesselnder Weise über „Bau und Einrichtung von Anstalten für Geistes- und Gemütskranke". Der geschätzte Redner, der seinerzeit den Ausbau und die innere Einrichtung der hiesigen, bekanntlich musterhaften, psychiatrischen Klinik geleitet, behandelte fein Thema geschichtlich. Er I z^lste, wie der 30jähr. Krieg auch auf dem Gebiet der I Fürsorge für Geisteskranke zerstörend gewirkt, wie unter I feinen Greueln und Nachwehen die Geisteskranken aus den I Hospitälern verschwinden, wie man in der jenem Krieg I folgenden Periode die Geisteskranken zusammen mit körper- I uch defekten und gefährlichen Menschen, mit Blinden, Taub- I stummen und Verbrechern ihr Leben verbringen läßt, und I wie erst in späterer Zeit die einzelnen Kategorien getrennt und je nach ihrem Bedürfnis versorgt werden. An der j I Hand zahlreicher Pläne zeigte ferner der geehrte Redner I ch anschaulicher Weise, wie die Säkularisation der Klöster einen eigentümlichen Einfluß auf die Fürsorge für die Geisteskranken ausübt. In ihnen werden die Kranken untergebracht, und der für solche Zwecke gewiß möglichst ungeeignete Klosterbau wird gewissermaßen der Grundtypus für die Anstalten des 19. Jahrhunderts, den zu verbessern I und den Bedürfnissen der Geisteskranken anzupassen man sich abqualt und abmüht, bis endlich die Neubauten der modernen Zeit lediglich die Fürsorge für die verschiedenen I I Kategorien der Geisteskranken bei der Anlage und Ein- I richtung des Baus maßgebend sein lassen und mit dem I Klosterbau völlig brechen. Die Diskussion, welche dem mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte, gab dem I Herrn Redner noch Gelegenheit zu interessanten Mitteilungen, I sowie zu einem warmen Apell an die Zuhörer, dazu bei- I zutragen, die mancherlei Vorurteile zu zerstreuen, unter I öenen bie Geisteskranken zu leiden haben und mitzuwirken, I daß doch die Worte „Narr" und „Irre" ganz aus dem I Sprachgebrauch schwinden möchten. Mit herzlichen Dankes- worten schloß der Vorsitzende, Herr Pfarrer Dr. Grein I die Versammlung. . ** P o l i z e i b e r i ch t. Ein hiesiger junger Tauge- I ur ts wurde gestern nachmittag in der Steinstraße ver- I hastet, weil er mit einem offenen Messer herumflanierte I um seine in einem dortigen Geschäft befindliche Geliebte I zu erstechen. Hierbei bedrohte er die Passanten, verübte durch lautes Schreien ruhestörenden Lärm und riß ver- I schiedene Spalierlatten ab. Auch drang er in den Geschäfts- I laden der Herrschaft des Mädchens ein und bedrohte die- I |elbe, weshalb er auch wegen Hausfriedensbruch zur Anzeige kommt. Der junge Mann hat schon verschiedene Strafen auf dem Kerbholz und wird auch diesmal einer ae- I rechten Strafe nicht entgehen. — Ein hiesiger, kaum aus dem Gefängnis entlassener junger Taglöhner rempelte heute nacht zwei Studenten auf dem Lindenplatz an I und verletzte einen derselben am Kopfe. Anzeige wegen I Körperverletzung wurde erhoben. — Heute vormittag gegen 9 Uhr brach in einem Hause der Wetzsteingasse ein Zimmerbrand aus, wobei beinahe zwei im Zimmer | eingeschlossene kleine Kinder erstickt wären, wenn nicht die I Nachbarschaft den Brand rechtzeitig bemerkt und die Kinder I gerettet hatte. Holz, welches auf und unter dem Ofen auf- I gestapelt war, hatte sich entzündet und so den Brand ver- I ursacht. Ein weiterer Schaden wurde nicht angerichtet. Eine schändliche Thal verübte heute nacht ein Baum- I frevler, indem er in der Nordanlage ein Bäumchen in I । scheußlicher Weise zurichtete. Er schnitt nämlich die Rinde ' rund herum ab, sodaß es eingehen wird. Nach den zurück- ' gelassenen Blutspureu scheint sich der Thäter hierbei erheb- I 1 lich verletzt zu haben. I i Kermisthtes. * Neuwied, 2. März. Mitte Februar b. Js. tagte Hierselbst im „Zentral Hotel" eine Anzahl Viehhänbler, welche einen Verein unter bem Namen „Deutscher Viehhänbler-Verein" grünbeten. Eine große Anzahl Viehhänbler traten bemselben sofort bei. Der Verein bezweckt die Förderung des Viehhandels, insbesondere soll er den Viehhändlern Schutz und Unterstützung gewähren, und soviel es möglich ist, den Viehhandel hindernde Umstände zu beseitigen suchen. Gegen einen jährlichen Beitrag von 3 Mk. kann jeder Viehhändler, welcher in Deutschland seinen Wohnsitz hat, Mitglied werden. Anmeldungen sind zu richten an den Vorsitzenden des Vereins Herrn Hermann Daniel in^ Dierdorf Bez. Coblenz. • Würzburg, 5. März. Rentamtsosfiziant Holzinger von Hammelburg wurde wegen Unterschlagungen an den Rentämtern Hammelburg und Werneck vom Schwurgericht zu 1V2 Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Frau hat sich aus Gram kürzlich in der Saale ertränkt. Ktzrchm Montag den 12. w AachndrM d kn Distrikten Stra OrZ) Maißrauch nachr Seigert werben: 2JM Fchrn-Dubst» lang, 383 20 Nen-Mfo, Staufenberg, d trifte im öaz ft » S?.'W »■ i-i bn -- ber »lebner »richt zu begründen. Dem tteferente» fiel es m »e rr ttLeE/ 5ie ^bist kleinlichen und persönlich-gehässigen ckuvsalle des Herrn Scheidemann in seinem Schlußworte zu widerlegen, ber Nationalsozialen „noble" Kampsesweise öch verteidigen und die Grundlosigkeit der von Herrn Scheioemann erhobenen Verdächtigungen gegen die Nationalsozialen zu erweisen, und es war erfreulich zu konsta- neren, d»aß, obwohl bie Sozialdemokraten offenbar die r • Tch ^€r. Versammlung hatten, ber Referent für fein_ Referat, wie für fein Schlußwort ben Beifall ber größeren Zahl der Erschienenen fand, unb so können die Veranstalter trotz des — übrigens mißlungenen — Putschversuches der Sozialdemokraten, der bem Abend einen toenig schönen Abschluß gab, mit Befriedigung auf bie Versammlung zurückblicken. Eine nationale Agitation, ausgehend von Männern, deren soziale Gesinnung unzweifelhaft ist, wird auch in ber hiesigen Sozialdemokratie nicht erfolglos bleiben. ' «‘He ««'TW AS' Ä>'“» SA: trat, Wk .■(onfanbirt^?^ -^^zechraM- :u besagen; dayeaen ♦ in UÄN - iwauttit T a.:0. $ro|tfior btt to - BttUsNU^ Ziliicher HochM Dr nach Marburg erhcken veits bem beliebten « - HabUitür Basel Dt. August 6t der Universität Götti Elektrochemie. - Soßsekm Univerfdät Sem, Dr. - Professor I. Et Alabemie Hohenheim, - vrrschiedm in Marburg wurde der für Pharmkognoste ur Brun, ist da Titel ei aus Leipzig berichtet wi gegenwärtig Siörltrung Mädchen, bie bisher nu Urnen, wie in Siefen at Jl GebirgDrschen onntagabenb ein Mftigter Bursche mg bem Miautet wuchtigen Messer- 3eit den Tod des ir 36 Safte alt i ftinbetn. Ter hrsam. j, SM VE von ms gemes- ;te ergeben, welche Stiftung recht- mstadt dürste nun- iom Stephansturin ing heule morgen r sofort tobt chank-Direttoriuln Stadtverordneten eReichsbank- m den Geschäfts- Regierungsbezirks Ida einzubeziehen, inmung der Ber- m, mit der Reichsimmen, weil nach iden sind, als nach enden gegenwäch M N« J ^dlerSwann w Alpenlandschaf^ druck einen W -btt tt f*^_ üt bttW^ »xt btt , lt6 Sablennanneä „ d IS. tagte Deutsch *««? s «9 9‘Ämf>tob‘ -ldu-g-' 8 L--?? , liant v°'« gi schlag«"^ ntd ””” Sei»' 2°lNlNtt 1 M. ttttben, ■*h‘Ä *Ää ssa J” Wh«, i»m fNiif • 8erein ein ft8 «fc* t übir ft„(, \au9 ^mhem 'chev Lr^g Me E zweiten nneu LMeraden, Messerstich in btt :6er einen gestern !rer Gemeinde bk. verheiratete Tag^ imlich durch ver. rdachtig gemacht, r nach der Geburt Detrpolizeibehördi eranlaßten die so- ei man die Leich fand. Trotz der butter den 8iiM per do. per per ult. per ult. ult. Wechsel auf New-York zu 4,21-22. Prämien auf Kredit per ult. März 1.80 %, do. April 2,30%. Diskonto Kommandit per ult. März 1.20%, ult. April 2%. Lombarden per ult. März 0.75%, do. April 1.10%, do. per ult. Mai 0.00, Deutsche Bank März 0 00. Notierungen: Kreditaktien 234.80-235.10-234.80, Diskonto- Kommandit 197.80-60-10-00, Staatsb. 139.30, Gotthard 143.60, Lombarden 29.40-00, Ungar. Goldrente 98.25, Italiener 95 00-00, Sproz. Mexikaner 26.25, Oesterr. Coupons 84.%, Amerik. Coupons 4.19%, Privat-Diskont 5 %%. G. 1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 234.80-00, Diskonto-Komman- dit 197.10-20, Staate bahn 139.30, Lombarden 29.40. macht« ibnen einigt AugestSndnisse und versprach Me Prüfung der übrigen Forderungen. Telegramme deS »«ietzener Anzeigers. Wien, 6. März. Wie in parlamentarischen Kreise« verlautet, ist die Regierung nunmehr entschlossen, die achtstündige Arbeitszeit im Bergbau-Betriebe auf gesetzlichem Wege zu dekretieren, Prag, 6. März Nach Berichten aus dem Streckgebiet werden die Arbeiter am 12. März die Arbeit wieder aufnehmen. Da« Elend unter den Streikenden ist groß. In Chodau beginnt unter den Kindern der Ausständischen der Hungertyphus auszubrechen. Earmaux, 6. März. Gestern abend fand eine große Versammlung der Grubenarbeiter statt, in welcher die Fortsetzung des Ausstandes beschlossen wurde. Universität und Hochschule. — ernanntt Der Privatdozent Dr. Friedrich Leitschuh zum a o. Professor der Kunstgeschichte an der Universität Straßburg. — Berufen r Der Professor für pathologische Anatomie an der Züricher Hochschule Dr. Hugo Ribbert hat einen Ruf als Ordinarius nach Marburg erhalten und angenommen Die Züricher Studentenschaft wird dem beliebten Lehrer zum Abschied einen Fackelzug darbringen. — Habilitiert r In der medizinischen Fakultät der Hochschule in Basel Dr. August Siegrist für das Fach der Augenheilkunde. — An der Universität Göttingen Prof. Dr. Streinz als Privatdozent für Elektrochemie. — Gestorben r Der o. Professor der juristischen Fakultät der Universität Bern, Dr. Albert Zeerleder, im Alter von 62 Jahren. — Professor I. F Stahl, Lehrer an der Baugewerkschule und an der Akademie Hohenheim, im Alter von 69 Jahren. — Verschiedenesr Dem Privatdozent Dr. Eugen Kühnemann in Marburg wurde der Titel „Professor" verliehen. — Dem Professor für Pharmakognosie und Pharmazie an der Universität Genf, Jacques Brun, ist der Titel eines Honorarprofessors verliehen worden. — Wie aus Leipzig berichtet wird, sind im akademischen Senat der Universität xegenwärtig Erörterungen darüber im Gange, ob fortab Frauen und Stäbchen, die bisher nur als „Hörer" an den Vorträgen teilnehmen können, wie in Gießen auch zu den wissenschaftlichen Prüfungen zuzu- Arbeiterbewegung. Berlin, 5. März. Die Versuche des Eintgungsamtes des Gewerbegerichts, bei dem Tischlerausstand vermittelnd einzugreifen, sind gescheitert. Nachdem in den letzten Tagen mit den Arbeitgeber- resp. Arbeitnehmerausschüssen Verhandlungen stattgefunden, haben die rsteren die Vermittelung des Einigungsamtes vorläufig abgelebnt. Breme«, 5. März. Der von Maurern und Zimmerern angedrobte AuSstand unterbleibt, weil für dieses Jahr 55 Pf. Stundenlohn und zehnstündige Arbeitszeit, für 1901 57% Pf. Stundenlohn und 9% Arbeitsstunden, für 1902 60 Pf. und 9 Stunden bewilligt wurden. Die Handlanger sind teilweise ausständisch. Brüx, 5. März. Der Bergarbeiter Bartl wurde gestern auf dem Wege zur Schicht von drei Männern mit Knütteln niedergeschlagen und schwer verletzt. Zwei der Thäter, ausständische Bergarbeiter, wurden verhasiet. Paris, 5. März. Dem „Gaulois" zufolge wollen mehrere arbeitswillige Bergleute von Earmaux von der Regierung eine Entschädigung verlangen, weil angeblich der frühere Präfekt die Schuld daran trage, daß sie die Arbeit nicht wieder aufnehmen konnten. — Der Finanzminister empfing heute Vormittag eine Abordnung der aufständischen Liller Tabakarbeiter. Der Minister Ärmste Meldungm. Devcschen des Bureau , Herold". Berlin, 6. März. Die Warenhaussteuer-Kommission des Abgeordnetenhauses tagte gestern bis spät abends. Man sah von einer Generaldebatte ab, und beschäftigte sich zunächst mit der Erörterung der Frage, wie der Kreis der Steuerpflichtigen zu begrenzen sei. Gegenüber den Bestrebungen, die Steuer auch aus die Spezialund Versandtgeschäfte auszudehnen, warnte Finanzminister Miquel davor, über den Rahmen der Vorlage hinaus- zugehen. Zum Berichterstatter für das Plenum wurde der Abgeordnete Gamp bestellt. Am nächsten Montag soll die Debatte fortgesetzt werden. Berlin, 6. März. In Wiener unterrichteten politischen Kreisen gilt eS als ausgemacht, daß das Kabinett Körber nur noch das Rekruten-Kontingent und die Verlängerung des Wehrgesetzes im Parlament durchführen, dann aber bestimmt das Haus auflösen werde. Sollten die Neuwahlen nicht so ausfallen, daß die Arbeitsfähigkeit des Parlaments gesichert erscheint, so ist die Regierung entschlossen, neuerdings solange das Parlament aufzulösen, bis eine den Bedürfniffen des Staates Rechnung tragende Volks-Vertretung beisammen ist. Man beruft sich hierbei auf das Beispiel des Fürsten Bismarck. Berlin, 6. März. In dem Prozeß gegen die Räuberbande, welche im September v. I. die Gegend an der Oberspree unsicher gemacht hat, wurden die drei Haupt- Angeklagten zu je 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust, der vierte Angeklagte zu 6 Jahren Zuchthaus und Ehrverlust verurteilt. Paris, 6. März. Nach der gestrigen Kammersitzung beriet Minister-Präsident Waldeck-Rousieau sich mit verschiedenen seiner Freunde über die augenblicklicheLage. Er unterhielt sich u. a. mit Deschanel, und empfing eine Anzahl hervorragender Parlamentarier. Diese erklärten, ihrer Ansicht nach sei das Kabinett durch das gestrige Votum der Kammer kompromittiert, worauf Waldeck-Rousseau erklärte, daß er eine partielle Umbildung des Kabinetts zurzeit nicht vornehmen werde. Heute findet ein Ministerrat statt. ♦ Eisenach, 4. März. In einer unter dem Vorsitze ZeS Prof. Dr. Flex hier abgehaltenen Versammlung wurde eine Ortsgruppe des Deutschen OstmarkenvereinS, der sich bekanntlich die Kräftigung und Sammlung des Deutschtums in den mit polnischer Bevölkerung durchsetzten Ostmarlen d-S Reiche- zum Zweck * Hannover 4. März. Die Frau des Gasarbeiters Braunschweig erjchlug in einem Anfall von plötzlicher «eifte^umnadituTig ihren Mann, einen dreijährigen Monate altes Mädchen und schnitt sich dann^elbst tue Kehle und die Pulsadern durch; alle vier lmb * °?Riefa, 4. März. Eine aufregende Szene wielte sich am Donnerstag auf dem hiesigen Bahnhofe ab. t£n in der Bahnhofs-Restauration angestelltes Büffet- inädchen, das wegen plötzlicher Geistesstörung in ärztliche Behandlung gegeben war, hatte einen unbewachten Augenblick benutzt, um durch ein Dachfenster auf das Dach zu entweichen. Das Mädchen erschien in der elften Vormittagsstunde im Nachtgewande auf dem Dache des Gebäudes und wandelte zum Entsetzen der Zuschauenden auf den» schmalen Simse entlang. Bevor eine Katastrophe ein- trat, gelang es dem entschlossenen Vorgehen zweier Büreau- beamten, die Geistesgestörte durch das Dachfenster zurück- jubringen. Am Nachmittag wurde die Bedauernswerte nach Dresden transportiert. * Berlin, 5. März. Eine gewaltige Explosion fand in der vergangenen Nacht, nach einer Meldung der „Volksztg.", in Spandau statt. Ein Trockenlager in der Königlichen Pulverfabrik flog, durch sich entzündende Schießbaumwolle zur Explosion gebracht, in die Luft. Der Knall war so gewaltig, daß noch m Westend Fensterscheiben davon zersprangen. Verluste von Menschenleben sind nicht zu beklagen; dagegen ist der Materialschaden bedeutend. * Innsbruck, 5. März. Gestern abend wurde hier und in Trient ein heftiger Erdstoß verspürt. H Ttz O M M M M in grosser Auswahl eingetroffen Bretmabor-Kader 1900 r. l* ml, c. h* Fahrradhandlung, Reparaturwerkstätte. lassen find. — Aus Rostock teilt man mit: Zum Rektor der Nniversitiit für das nächste Amtsjahr wurde der Professor Dr. O. Langendorff, Direktor des physiologischen Institutes, gewählt. — An der Universität in Wien ist Dr. Rudolph Sieghart alS Privatdozent für politische Oekonomie. Dr. Johann Zolger als Privatdozent für Verwaltungslehre und österreichisches Verwaltungsrecht und Dr. Hans v Voltelini als Privatdozent für deutsches Recht und österreichische Reichsgeschichte be> stätigt worden. Kirche und Schule. Berlin, 5. März. Gegenüber den Gerüchten, daß zu Ostern d. I. die fünf Berliner Königlichen Gymnasien in Reformschulen nach Frankfurter System umgcwandelt werden sollen, kann die „Post" feststellen, daß eine solche Absicht nicht besteht und auch schon aus dem Grunde als unwahrscheinlich gelten muß, weil die neuen Lehrpläne, die der Minister ausarbeiten läßt, noch nicht fertig sind. Es fei auch nicht wahrscheinlich, daß der Frankfurter Lehrplan allgemein dem Gymnasialunterricht zu Grunde gelegt werden soll. Vielmehr soll die Absicht bestehen, Latein nicht erst in Untertertia beginnen zu lassen, wie in Frankfurt, sondern in Quarta, wie am französischen Gymnasium in Berlin, während mit Griechisch (ober Englisch) erst in Obersekunda begonnen werden soll. Die „Post" hält es auch nicht für unwahrscheinlich, daß im Abgeordnetenhause bereits in der im Laufe dieser Woche erfolgendenBeratung des Etats der Unterrichtsverwaltung vom ^Regierung^ tische Mitteilungen Über die beabsichtigte Reform gemacht werden. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 5. März. Hohversteigerung. Montag den 12. März d. I., von vormittags 9% Uhr an, soll im Staufenberger Gemeindewald in den Distrikten Strakeloh, Elchwald ueb Maistrauch nachvrrzeichnetcs Holz versteigert werden: 78 Rade ftämme mit 18.91 ün Inh. 2405 Fichten-Derbstangen bis 18 rn lang, 383 Fichten-ReiSstangen, 20 Buchen-Derbstangen, 16 Eahrn-Derbstangen. Die Zusammenkunft ist beim Gemeinde Sandfteinbruch. Staufenberg, den 5. März 1900. Großh. Bürgermeisterei Staufenberg. Stephan. 1735 Hotzversteigerung. Dienstag den 13. März d. IS. »erben aus den Distrikten Beltershainer Wald, Steinkaute, Alter Haag, Ochsenstall und Wirberger Waldlad.e der Forstwartei Reinhardsham, sowie aus dem Distrikt Großer Seng der Forstwartei Saasen versteigert Stämme: 157 Eichen mit 87 km, 35 Buchen mit 29 km, 244 Fichten mit 73 km, 7 Werßtannen mit 2 fm, 143 Kiefern mit 106 km, 10 Lärchen mit 9 fm; Derbstangen: 29 Fichten mit 2 km. Zusammenkunft vormittags %10Uhr auf dem Kirchenpfad im Distrikt Steinkaute bei Reinhardshain bei Stamm Nr. 858. Nur das Holz im Distrikt Steinkaute wird bei der Versteigerung vorgezeigt. Die blau unterstrichenen Nummern in den Distrikten Ochsenstall (Buchen) und Alter Haag (Eichen) werden nicht verkauft. Nach Schluß der Bauholz« Versteigerung kommt das zerstreut liegende Reisig im Distrikt Steinweg, Abt. 3b, zum Ausgebot. Grünberg, den 3. März 1900. Großh. Oberförsterei Grünberg. Schober. 1729 König!. ©brrförStrti Krofdorf. ArennhotzverKauf Donnerstag den 15. März d. I., vormittags 91/» Uhr, im Freund'schen Saale zu Krofdorf kommen zum öffentlichen Verkauf: Distr. Kreuzschkäge 16: Aachen — 250 rm Scheite und Knüppel, 60 rm Stöcke, 386 rm Reiser; Distr. Auchwakd 17b: Kichea = 6 rm Scheite und Knüppel, 142 rm Reiser; Kuchen — 114 rm Scheite und Knüppel, 147 rm Reifer; Distr. Kühöett 22a, b, 23c, 24b, 25b: Kichert — 120 rm Scheite und Knüppel, 1630 rm Reiser; Aachen — 167 rm Scheite und Knüppel, 8 rm Stöcke, 400 rm Reifir; Sichten — 2 rm Knüppel; Distr. Dreispitz 27c: Achen — 18 rm Scheite und Knüppel, 284 rm Reiser; Auchen = 31 rm Scheite und Knüpvel, U7 rm Reiser.______________1731 Mobiliar-Versteigerung wegen Abreise. Donnerstag den 8. März b. I., nachmittags 2 Uhr beginnend, werden im Haufe Frankfrrrterstratze 81, zweiter Stock links, folgende Möbel gegen Bar. zahlung versteigert: Sofa mit 6 Stühlen, 3 Sessel, 1 r\ Tisch, 1 Spieltisch und Viereck. Tische, mehrere gepolsterte Stühle, 2 Kommoden, 1 Waschkommode, 1 vollst Bett, 1 Weißzeugschrankchen, Schreibsekretär, 2 Pfeilerspiegel, eine 200 I. alte Standuhr. Die Sachen können Mittwoch den 7. und Donnerstag den 8. März, von 10 bis 12 Uhr, angesehen werden. I. A : 0876 Weber, Möbeltrankporteur. Zwiebeln beute Mittwoch zu haben. 0867 Oswaldsgarten. tzolz-Berfteigeruirg im Hamöacher Hemeindewald. 1. Donnerstag den 8. d. Mts«: Bau und Nutzholz. 88 Eichen-Stämme, 17.64 Festmeter haltend. 28 „ -Stangen, 2.39 „ „ 110 Buchen-Lmkwiedcn. 73 Nadel-Stämme, 25.17 Festmeter haltend. 714 „ .Stangen, 22.89 „ „ 2. Freitag den 9. d. Mts.: Brennholz. 41 rm Buchen-Scheit und 152 rm Buchen-Knüppel, 66 „ Eichen, Birken«, Aspen- und Nadel-Knüppel, 73 ,, Buchen-, 31 Eichen- und 14 Nadel-Stöcke, 8200 Buchen-, 8500 Eichen-, 1950 Nadel- und 5200 Weichholz-Wellen, 36 Haufen Abraumholz und 1000 Bohnenstangen. Die Zusammenkunft ist an beiden Tagen vormittags 9 Uhr am Wege von Gambach nach Lang-Göns, am Waldeingang. Gambach, den 5. März 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gambach. Reshl. 1728 .ürnw Earstklassige Mark®. Vertretung frei. Goß. Anfragen unter No. 0860 an die Expedition d. Bl. iSEMELLIHE r 4fache dsr Sohlen l. Schütz j (jagsr. kalSo und nasss Füsse SEMEUIMt-COlWRIE MÜNCHEK SM. Schlachthaus. Ureibask. 1722 Heute uud morgen: Ochstssteifch 50 M. RiMM 45 Pfg. 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