Mündet! n fttl: rg ulilN1 a ien irk75P1. ämltr. '^jtiten eB iNni, 9710 97.60 28.16 41.40 4730 99.00 d. Kirche klengaffe. de, 4 Uhr: Predigl. 'pttbiger fi. Urech- *s’ liessen.204 «Äi H 5?. । 81,96 "'S 84.^ ",4.11V. «I.OU L , t ,M5 100.M Ä s « Zss •• Haiti te. at: Karte, Pre, 00. tttntt en« lSKH m" 1 lungsanzelgeni Trauerbriefe, ingen etc. mg die Schulstrasse 7. g82j0' — alt 10 5 GMeS Blatt. 190(0 Gießener Anzeiger Heneral-Anzeiger Amts- und Anzeigeblntt für den Ureis Gieren. Sonntag den 7. Januar ZZezuflspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn; durch die Abholestelle« vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar. 7. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Matter für hesßsche Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. erscheint täglich mit Ausnahme des NontagS. Die Gießener N-mitienSlätter «erden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Amtlicher Fett. Gießen, den 3. Januar 1900. Betr.: Die Feuerstättenvisitation pro 1900. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grohh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir setzen Sie davon in Kenntnis, daß die Feuervisitatoren angewiesen worden sind, mit der Vornahme der Feuerstättenvisitationen zu beginnen, und die aufzunehmenden Protokolle spätestens bis zum 1. März l. IS. bei uns eingereicht sein müssen. v. Bechtold. Gießen, den 3. Januar 1900. Betreffend: Bekämpfung der Obstbaumschädlinge. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien de- Kreises. Einem Ersuchen des Oberhessischen Obstbauvereins und einem Beschlüsse des Kreisausschusses entsprechend empfehlen wir Ihnen, dafür Sorge zu tragen, daß bis zum 1. März I. I sämtliche Obstbäume gehörig abgekratzt und mit Kalkmilch (mit viel Wasser verrührter gelöschter Kalk) gekalkt werden, und entsprechende öffentliche Aufforderung zu erlaffen. v. Bechtold. Gießen, den 5. Januar 1900. Betr.. Die Ausführung des Gesetzes vom 10. September 1878 über den Schutz der in fremde Verpflegung gegebenen Kinder unter 6 Jahren. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Unter Bezugnahme auf unsere Ausschreiben vom 14. November 1893, Amtsbl. Nr. 10, 26. Februar 1896, Gießener Anzeiger Nr. 51 und 26. Februar 1897, Gießener Anzeiger Nr. 50, sehen wir der Einsendung der in rubr. Betreff erwachsenen Ueberwachungsbogen, bezw. der Ihnen obliegenden Berichterstattung im Falle in Ihrer Gemeinde solche Kinder nicht verpflegt worden sind, bis zum 1. Februar l. Js. entgegen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung des Gesetzes über den Urkundenstempel vom 12. August 1899; hier: die Stempelabgabe bei Erteilung der baupolizeilichen Genehmigung für Neubauten rc. Nach Nr. 35 VI des Tarifs zu dem rubr. Gesetz, welches mit dem 1. Januar 1900 in Kraft tritt, unterliegt die baupolizeiliche Genehmigung für Neubauten und wesentliche Aenderungen an Gebäuden, sowie Befristung der Baugenehmigung einer Stempelabgabe von 10 Pfennig von jedem vollen Hundert der zu veranschlagenden Kosten des Baues oder der Bauveränderung. Für eine nachträgliche Aenderung der Baugenehmigung wird der Stempel nach dem Betrage berechnet, um welchen die Baukosten sich erhöhen; tritt eine solche Erhöhung nicht ein, so ist ein Stempel von 1 Mk. anzusetzen. Die Baugenehmigung für Bauten im Kostenbeträge bis zu 1000 Mk. ist stempelfrei. Wir bringen diese Vorschriften unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß die Bau lustigen nach Art. 21 des rubr. Gesetzes verpflichtet sind, den für die Stempelberechnung maßgebenden Wert, d. h. also die Höhe der zu veranschlagenden Kosten des Baues, oder der Bauveränderung bei Borbringung des Baugesuches bei den betreffenden Großh. Bürgermeistereien der Wahrheit entsprechend anzugeben. Kommt ein Baulustiger dieser Bestimmung nicht nach, oder giebt er schuldvoll einen zu geringen Wert an, so wird der Wert durch den Großh. Kreisbauinspektor ermittelt und nach freiem Ermessen festgesetzt. Die Kosten eines etwaigen Ermittelungsverfahrens hat in diesem Falle der Baulustige zu tragen. Der nach Maßgabe dieser Bestimmungen zu entrichtende Stempelbetrag ist mit dem Baugesuch portofrei an uns einzusenden. Geschieht dieses nicht, dann erfolgt die Zusendung des Baubescheides unter Nachnahme des Stempelbetrages einschließlich etwaiger Auslagen. Ferner ist vom 1. Januar 1900 an bei Befreiungen von Bauvorschriften (Dispensationen) ajußer dem Eingabestempel noch ein Befreiungsstempel von 5 bis 50 Mk. zu entrichten (s. Nr. 16, 2 des Tarifs), worauf wir hiermit besonders Hinweisen. Gießen, den 28. Dezember 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, den 28. Dezember 1899. Betr.: Wie oben. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien der Land- gemeinden des Kreises. Wir beauftragen Sie, vorstehende Bekanntmachung wiederholt auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis zu bringen, und insbesondere die Baulustigen auf obige Bestimmungen speziell zu verweisen und dafür Sorge zu tragen, daß der nach Maßgabe des Ihnen anzugebenden Bauwertes auf Grund des rubr. Gesetzes von Ihnen zu berechnende Stempelbetrag mit dem Baugesuch portofrei an uns eingesandt wird. Sie selbst wollen sich mit den Bestimmungen des rubr. Gesetzes genau vertraut machen. _____________________v. Bechtold.____________________ Bekanntmachung. Betr.: Die Abschaffung der Pflugschleifen. Nachstehende Polizeiverordnung für den Kreis Gießen wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 30. Dezember 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Polizei-Verordnung für den Kreis Kießerr. Auf Grund des § 366 Pos. 10 des Reichsstrafgesetzes und der Artikel 103 und 109 des Polizeistrafgejetzes wird Feuilleton. Z>er Kießener Anzeiger vor 150 Jahren. Ein Stuck heimischer Kulturgeschichte von Dr. Karl Ebel. Fortsetzung. Das war die Bevölkerung, der nunmehr durch die Begründung eines Blattes eine neue Quelle geistiger Nahrung erschlossen werden sollte. Wenn auch wie Butte am Anfang unseres Jahrhunderts noch klagt, öffentliche gelehrte Leseinstitute in Gießen nicht recht gedeihen wollten, so darf man doch annehmen, daß unter der gebildeten Gesellschaft einer Universitätsstadt ein reges Lesebedürfnis vorhanden war und daß auch Zeitungen von Einzelnen gehalten wurden. Der Rat hielt im Interesse der Verwaltung auswärtige Blätter. Die Verordnung das Qekonomiewesen der St. u. V. Gießen betr. vom 19. Tezbr. 1721 sagt darüber: „Die vor Zeitung einige Zeit hero jährlich verrechnete 4 fl. sollen auch noch künftig in Rechnung passiert und die Zeitungen bey Rath Leybehalten werden, um daraus sowohl die anderwärts in guten und bösen Zufällen verordnete Anstalten zu bestmöglichster Imitation, als die öfters darin gemeldete Nachrichten von Sterbfällen, verlohrnen Maaren und andern dem Publico nöthigen Umständen daraus des mehrern zu erfahren." Es war also nicht ganz aussichtslos, wenn der Gießener Buchhändler Johann Philipp Krieger den Plan faßte, eine wöchentlich einmal erscheinende Zeitung herauszugeben. Von Haus aus Buchdrucker war Krieger seit 1724 Gießener, von 1726—1737 zugleich auch Marburger Universitäts-Buchhändler. Könnecke sagt von ihm im Hessischen Buchdruckerbuch, daß er für die Geschichte des Buchhandels durch die Herausgabe von Meß-Katalogen, die er seit 1725 besorgte, von Bedeutung geworden sei. Seine Buchhandlung betrieb er zugleich als Verlag und Sortiment. Daneben hatte er 1750' eine Leihbibliothek errichtet, die Reisebeschreibungen, Begebenheiten s!j, moralische Schriften, Lebensbeschreibungen rc." enthielt (Wochenblatt 1750 S- 128). Diese Leihbibliothek ist dieselbe, die nach und nach auf 2000 Nummern anwuchs und nach dem im Wochenblatt fortlaufend veröffentlichten Katalog eine ganze Reihe guter und wertvoller Schriften enthielt. Laukhards Urteil über diese Bibliothek ist falsch und er hat mit ihm ganz falsche Vorstellungen über die geistigen Bedürfnisse unserer Voreltern erweckt. Da sich auch Buchner in seiner Schrift „Gießen vor 100 Jahren" auf ihn stützt und seinem Urteil weitere Verbreitung gegeben hat, so halte ich es für nützlich, für die Beurteilung des Kriegerschen Geschäftsbetriebs sogar für nötig, die Sache mit einigen Worten klarzustellen. Laukhard sagt (Leben II, 282), zu seiner Zeit (1775—1778) habe es dem Buchhändler Krieger noch nicht beliebt, seine Romanliteratur binden und zirkulieren zu lassen. Im Jahre 1787, in dem er sich gelegentlich einer Urlaubsreife einige Tage in Gießen aufhielt, habe er bei Krieger, der zugleich Speisewirt und Pferdeverleiher gewesen sei, zu Mittag gegessen und dabei dessen Leihbibliothek kennen gelernt. Diese habe aus lauter „Schofelzeug" bestanden; auch führe Krieger keinen gedruckten Katalog „vielleicht weil er sich schämt, solch fatales Zeug zum Lesen aufzustellen". Auf den Gründer des Wochenblattes kann sich dies Urteil nicht beziehen, denn Joh. Phil. Krieger starb bereits 1775, als Laukhard eben nach Gießen kam.*) Kriegers Söhne aber übernahmen das Geschäft des Vaters und mit ihm auch die 1750 gegründete Leihbibliothek. Vier Jahre lang betrieben die beiden Brüder Justus Friedrich und Johann Konrad Christian die Buchhandlung gemeinsam, dann trennte sich 1779 der jüngere vom älteren um unter der Firma Johann Christian Krieger der Jüngere eine eigene Buchhandlung zu führen (Könnecke a. a. Ö. S. 277). Als Universitäts - Buchdrucker und -Händler geht Johann Christian später nach Marburg, behält aber sein Geschäft in Gießen bei. Bei ihm erschein die Fortsetzung des Wochenblattes unter ihren verschiedenen Benennungen bis zum Jahre.1799 und er ist auch als der Besitzer der Lesebibliothek anzusehen, deren Katalog in seinem Blatt abgedruckt wird. Sein Verlag, für den er selber druckte, war bedeutend, er hatte also nicht nötig, nebenbei eine Speisewirtschaft und eine Pferdeverleih-Anstalt zu betreiben. Beide Krieger, Johann *) Daß Krieger auch Häringe verkauft habe, ist gleichfalls ein Irrtum Buchners. Nicht er, sondern Johann Philipp Nic. Kracher zeigt öfters diesen nützlichen Fisch in den Spalten des Wochenblattes an. Philipp und Johann Christian, befaßten sich außer mit ihren Berufsgeschäften nur mit solchen Dingen, die sich aus dem Verlag der Zeitung ergaben und die heute noch von den Zeitungsexpeditionen erledigt werden: der ältere Krieger hatte indessen noch den Vertrieb von Lotterielosen übernommen. Von Justus Friedrich Krieger wissen wir dagegen nichts Näheres, vielleicht ist er nach der Trennung von seinem Bruder jener betriebsame Mann geworden, bei dem Laukhard eingekehrt ist. Das Kriegersche Geschäftshaus lag in der „Wallpförter Straße". Dort erschien am 2. December 1749 die erste Ankündigung von dem bevorstehenden Erscheinen eines Gießener Wochenblattes: „Vorläufige Nachricht / von einem Wochen-Blat, / welches/zu Gießen/von dem Anfang des 1750ten Jahres an /jeden Dienstag/ausgegeben werden soll/bey dem Verleger/Johann Philipp Krieger, / Universitäts-Buchhändler./" In einem „Vorbericht" entwirft der Verleger sein Programm. Danach soll das Wochenblatt wöchentlich in der Stärke eines Bogens erscheinen, dessen „mehresten Raum kurtzgesaßte Gedanken über gemeinnützige und auserlesene Vorwürffe erfüllen" werden. Es soll nicht allein auf gelehrte, sondern auch auf ungelehrte, „und mit einem Wort auf alle Menschen allerlei) Lebens-Art, Stand, Alter und Geschlecht" Rücksicht genommen werden. Die Aufsätze sollen allen Gebieten der Wissenschaft entnommen, jedoch „allzufeine und über den Begriff der meisten Menschen erhabene Dinge" ausgeschlossen werden. Es werden ferner angekündigt: Nachrichten von den in Gießen erscheinenden Schriften, Programmen und Dissertationen, sowie von anderen nützlichen Büchern, der Abdruck von Polizeiverordnungen, Veröffentlichung der Preise von Lebensmitteln und anderen Waren. Auch Anzeigen aus dem Publikum können eingerückt werden: „Sachen, die zu verkaufen, zu verpachten, zu verganten, die verlohren oder gefunden worden; Gelder, die zu leyhen oder verlevhen; Zimmer, so an Herrn Studiosos oder andere Hausleute zu vermiethen sind, u. s. w. Jngleichen soll gemeldet werden, wenn jemand zu einem Hof- oder Lehrmeister, oder auch zu einer andern Bedienung verlangt wird, oder wenn sich jemand zu dergleichen anmeldet". Für solche Anzeigen ist dem Verleger „etwas geringes" je nach der Anzahl der Zeilen zu entrichten. Der ganze Jahrgang des Wochenblattes kostet in Gießen 2 Gulden, die vorausbezahlt werden Bekauutmachuntz. Gießen, den 4. Januar 1900. Betr.: DaS Militär-Ersatz-Geschäft in 1900; hier Gesuche um Zurückstellung. Der Civiworfitzende der Grotzh. Ersatz-Kommission Gießen an die Grofih. Bürgermeiftereieu des Kreises. Unter Bezugnahme auf § 32 der deutschen Wehrordnung eröffne ich Ihnen, daß, wenn Gesuche um Zurückstellung Militärpflichtiger erhoben werden, Sie solche nach dem Reglement vom 12. Mai 1868 (Reg.-Bl. Nr. 28) genau zu protokollieren und die Protokolle mit den vorgeschriebenen Beilagen gleichzeitig mit den EtammroUeu pro 1900 hierher eiuzusendeu haben. Hinsichtlich der früher erhobenen und begründet befundenen Reklamationen auf Zurückstellung Militärpflichtiger, sollen. Auswärtige abonnieren beim Postamt und tragen die Portokosten. c , _ Tie „vorläufige Nachricht" wurde tm Lause des Dezembers noch dreimal ausgegeben, am 9., 16. und 23., jedesmal begleitet von einer „Probe", die einen Begriff von der künftigen Gestalt des Blattes geben sollte. Ter Druck war groß, deutlich und sorgfältig hergestellt; wenn der Raum nicht ausreichte wurde ab und zu ein Teil eines Artikels auch in kleinerer Schrift gedruckt. Das Format war klein Quart. . . A m D i e n st a g, d e n 6. I anua r 17d0 , erschien die er st e Nu m m c r des Gießer Woch e n-Blatts mit folgendem Inhalt: „Gedanken über verschiedene^un- nütze Gebräuche" S. 1—7, „Universitäts-Neuigkeiten S. 7, „Zu verkaufen" (Bücher Anzeigen) S. 7—8, „Zu kaufen wird verlangt" S. 8, „Dicnstsuchende Personen" S. 8. .Schließlich eine Statistik der Geburten, Sterbefälle, Ehe- filjließungcn und Communikanten im Jahre 1749. Ganz unten steht die sich stets wiederholende Bemerkung: „Dieses Wochenblatt wird alle Dienstage allhicr bei dem Verleger Johann Philipp. Krieger denen S?errn Praenumcranten ausgeliefert, auch einzeln das Stück vor 3 Kr. abgegeben. So war eine Wochenschrift ins Leben gerufen, die, wenn sie hielt, was die Ankündigung versprach, wohl geeignet war, billige Ansprüche zu befriedigen. DaS Einzige, was sie vermissen ließ, waren politische Nachrichten, ein Mangel, den man in jener Zeit nicht allzustark empfunden haben mag. Daß zur Leitung eines Blattes mit so vielseitigem Inhalt die Zeit und Arbeitskraft, wohl auch die Kenntnisse Kriegers nicht ausreichten, hat dieser selber eingesehen und sich daher für einen Schriftleiter oder, wie man leider noch immer sagt, „Redacteur" gesorgt. Schon in der Ankündigung wird gesagt: „die Aufsicht .... hat ein geübter Mann über sich genommen, aus dessen Feder nicht allein die meisten Stücke fließen, sondern von dem auch die von «ndern Gönnern eingeschickte Behträge werden durchlesen und eingerücket werden". Dieser behält sich auch vor, Anstößiges,' Gott und der Tugend Zuwiderlausendes, der Obrigkeit oder dem Nächsten Nachteiliges in den eingesandten Beiträgen zu streichen, jedoch ohne den Sinn zu ändern und mit Wahrung der „Reinigkeit der Schreib-Art". Zur Einsendung solcher Beiträge erhielten heimische und tAnonYme Einsendungen, gleichviel welchen Inhalte-, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, den 6. Januar 1900. ♦♦ «eickichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 371 Jahrm^ •m 7. Januar 1529, starb zu Nürnberg der ausgezeichnete BUd- ?7uer und E„g,eher Peter" Vischer. Nachdem er In statten feinen G-schm-ck g-lSut-rt hatte, arbeitet- er In seiner Vaterstadt mit seinen fünf kunfigeüblen Söhnen, von denen «her keiner die Größe des Vaters erreichte. Zu seinen vollendetsten Kunstwerken gehört das SebalduSgrab aus Erz in der Küche dieses Heiligen zu Nürnberg, welches zirka 100 Figuren auswctst, darunter die zwölf Aposte^tn^Bran^.I^^ Qm ganuflt 1642, starb M Pisa bet Florenz Kep'ers großer Zeitgenosse, Galilei. Er dat nch durch seine Entdeckung auf dem Gebiete der Mechanik und Physik unsterbliches Verdienst erworben. Mit Hilfe des kurz zuvor in erfundenen Fernrohres entdeckte er bu Trabanten des Jupiter^ Seine Ansicht, dsß die Erde sich bewege und die Sonn«^stilll ftehc mußte er als irrig und schristwidrig abschworen. Unwillig über den geistigen Zwang, soll er leise di, Worte gesprochen W- „E pur ai muove“ (Und sie bewegt sich doch). ** Stadttheater. Der gestrige Operettenabend brachte uns als erstes Stück den harmlosen Moserschen Schwank „Kaudels Gardinenpredigten". Der Einakter, dessen Inhalt wir als bekannt voraussetzen dürfen, täuscht uns angenehm über ein kleines Stündchen hinweg, litterarischen Wert hat er nicht. Doch von Moserschen Stücken wird ja auch nur verlangt, daß sie unterhalten, mehr nicht. Besondere Anforderungen an die Darsteller stellt das Stück auch nicht, es genügt, wenn zwei Damen und ein Herr über tüchtige Zungenfertigkeit verfügen und zwei Herren und eine Dame es verstehen, den Redestrom je nach ihrem Temperament mit Anstand über sich ergehen zu lassen. Von den Darstellern, die alle gleich gut waren, wollen wir nur das Ehepaar Helm nennen, das mit seiner drastischen Komik stets wahre Lachsalven entfesselte. Die übrigen Damen und die Herren Wilhelmi und Steinert halten in bei nachher wiederholten Suppeschen Operette „Zehn Mädchen und kein Mann" Gelegenheit, durch ihre Komik beziehungsweise ihre Grazie und Gesangskunst weiteren Beifall zu ernten. Die Operette wurde — wie das bei Wiederholungen gewöhnlich ist — gegen die erste Aufführung noch flotter heruntergespielt. ** Stadttheater. Zur morgigen Sonntagövorstellmig hat die Direktion die interessante Schönlhansche Komödie „Cirkusleute" gewählt. Das Stück ist seiner Eigenart wegen schon seit Jahren ständig auf dem Reportoir aller Bühnen und dürste auch hier großen Beifall finden. Der alte CirkuSkünstler „Lewandowsky" ist eine der besten Nollen des Direktors Helm, und die kleine Trapezkünstlerin „Lilli" spielt Frl. Kugler. Auch die übrig n Rollen sind auf daS Beste besetzt, so „Graf Robert" mit Herrn Henry, der ungarische Baron „Bultare" mit Herrn Steinert. — Montag findet als Volksvorstellung eine Wiederholung von „DerHypochonder" statt. Bekanntmachung. Gießen, den 4. Januar 1900. Betr.: Das Militär - Ersatz - Geschäft in 1900; hier Einsendung von Auszügen ans den Sterberegistern. Der Civilvorfitzende der Großh. Ersatz-Kommission Gießen an die Großh. Bürgermeiftereieu des Kreises. Unter Bezugnahme auf die Vorschrift in pos. 7 resp. 10 des 8 46 der Wehrordnung vom 22. November 188« empfehle ich Ihnen, alsbald kurzerhand einen Auszug aus den Sterberegistern des Jahres 1899 über: bie in diesen Jahre gestorbenen Personen männlichen Geschlechts, welche das 2ö. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, an mich einzusenden. k Bei sämtlichen Personen ist der Geburtsort und Tag und, wenn dieser nicht im Großherzogtum liegt, der Kreis oder Verwaltungsbezirk, wozu derselbe gehört, anzugeben. ..... m , Bemerkt wird noch, daß alle männlichen Personen, welche im Laufe des Jahres 1899 gestorben, aufzunehmen sind, das Verzeichnis also auch solche enthalten muß, die erst im Jahre 1899 geboren wurden. Sollten Todesfälle von gedachten Personen in Ihren Gemeinden nicht vorgekommen sei», so erwarte ich desfallsigen Bericht. Boeckmann. hiermit unter Zustimmung des Sreisausschusfes mit G-- uehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 22 w- zember 1899 zu 9ir. M. d. I. 37 296 verordnet wie folgt. § 1. Der Gebrauch von Schleifen zum Transport landwirtschaftlicher Geräte (Pflüge, Eggen rc.) und anderer: Geg - stände auf den chaussierten Straßen und Wegen ist verboten. § 2. iiuwiderbandlunqen gegen die vorstehende Bestimmung unt-rU-gm den in 8 366 M 10 des R-.chsstrafg°s-b°s b-zw Artikel 103 und 109 des Polize.strafgesetz-s an- gedrohten Strafen. 9 Gegenwärtig- Vorschriften treten mit d-m l. J-nuar 1902 in Kraft. Gießen, den 30. Dezember 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. auswärtige Gelehrte „nicht nur die vollkommene Erlaubnis", snderon sie wurden auch hierzu „geziemend ersucht". Ueber die Persönlichkeit des Schriftleiters ließ sich nicht das Geringste ermitteln. Sämtliche Aufsätze, die sich als üoti ihm verfaßt sehr leicht nachweisen lassen, sind dem noch heute herrschenden Brauche entsprechend nicht einmal mit einem Buchstaben unterzeichnet. Wir werden aber sicher nicht sehlgehen, wenn tvir „den Verfasser", wie er stets genannt wird, in akademischen, oder wenigstens der Universität nicht fernstehenden Kreisen suchen. Er besitzt klassische Bildung, eine für seine Zeit nicht verwunderliche ausgebreitete Kenntnis der griechischen und römischen Schriftsteller, ist in der französischen und englischen Litteratur bewandert und hat schließlich seinem philosophischen Zeitalter entsprechend auch philosophische Neigungen. Alles in allem ist der Schriftleiter wohl der Typus eines Gebildeten seiner Zeit gewesen. Von den Aufsätzen des ersten Jahr- ganges die seiner Feder entflossen sind, hat die Mehrzahl philosophisch-moralischen Inhalt. Hierher gehören beispielsweise die Artikel „von der Freiheit", „vom Glücke", 7vorn Selbstbetrug", „vom Gewissen", „von der Tapferkeit'. Mit Hübschein Humor schreibt er „vom Kuß" und mit beißender Satire eifert er in dem Aufsatz „vom Putze" gegen den tiefen Ausschnitt der Tamenkleider, gegen Schminke, Schönheitspflästerchen, Reifröcke und Schnur- ®?ne lamtlichen Beiträge zeigen Neigung zum und zu einer „geistreichelnden" Schreibweise sind aber flüssig und nett mit einer gewissen Grazie geschrieben ^ar nrcht so ungenießbar, wie z. B. Buchner^behauptet. Auch den Mfsatzen anderer Verfasser dürfen iuir unsere Ancrlennuna nicht versagen, denn sie SS E inobernein Maßstab gemessen, müssen vielmehr aus ib?er Zeit heran» beurteilt werden. Da muß uii iifhff werben, daß eine ganze Anzahl von ihn^en weit übe^r das hinausragt, was heutzutage in den meisten Leitungen be sonders aber in Lrten von der gerinaen ° 2 Hetzen des 18. Jahrhunderts, dem Leftr gebotenen Pflegt. Es lag dies daran, daß die Univ' rsttät h/" neuen Unternehmen großes Interesse nahm. Sehen wir mir r*"« al Titel einiger Abhandlungen au. Da haben Sir- ö. QUT S. 0.) einen theologischen Aufsatz ob der Re igion daran gelegen, daß man Gespenster glaube" und au, S. 361 finden wir „Gedanken über die Größe der .»rnrntris^ sübiM1"' sä? r ,:ner Bk" Bildes die nur: h;e @em Äou F,. ,„d ben getie Mt # Id *«« ittlluiig ist™ uiA ** all 50 Etete .. j« Wein in bet neueften 5htn Nist' tintn wett« |o*t« «Ml dttlck 1880 1881 522,979 525,751 D- die Sinfie Mn 14biH5 $161 bet gefteigetten Jl« Mu fit baS al M $ fühlbar *- Die Ot in ben letzten nacht, und ist i Ortsausschüssen gliederzahl ist v W 15. Dezmb, fünf Wochen u vermehrt. " tin M- gericht trfannte fdjäbigungStlage ai der Gntffyibung b iDütbt. Der W »egen Mßlichen i Nichtausstellens ein besorgt hatte. 2ßc gemacht und den geliefert, aber nich Rechnung. Das Gr des Schadenersatzes ^monatlicher hast die Selverbegerichti stlle yynubet b derWzw. Der Deachlang.) .. ** 8m gern mr von dem tzen lassenen neuen 8c Wellung 5on Ar Re'chspost. MD Annahme von Ztz gchlfe oder als, Jninbejten8 das $ "eunstustgen oder *?tt oberen öfcni ZZß KÄ WWtref/ion ä «4. C * r-l SS Sg 7 °ls tüch. ^graphx Sünden". In das Gebiet der Rechtswissenschaft gehören mehr oder minder populär gehalten, Arbeiten wie: „über die in den Reichsgrundgesetzen sogenannte gemeine und landfriedensbrüchige Entsetzungen u. s. w.", „über die Einkindschaft", „von dem Testament, das von zweyen Personen gemacht wird und darin die eine die andere zum Erben einsetzt". Aus dem Französischen übersetzt erscheint I. Barbey- racs „von der Zulassung der Gesetze". Diese alle sind mit einer Menge gelehrter Hinweise versehen und wohl auch nur für juristisch gebildete Leser berechnet gewesen. An die Anwesenheit des Augenarztes Dr. Taylor, der das Land bereiste, Augenoperationen vornahm und besonders gläserne Augen eiusetzte, knüpft ein ausdrücklich allgemein verständlich gehaltener medicinischer Aufsatz an, der eine Beschreibung des Auges und Ratschläge zur Erhaltung des Gesichtes, „so weit es ohne Hilfe des Arztes möglich ist", bringt. Naturwissenschaftlichen Aufsätzen folgen solche aus der Astronomie, aus der Philosophie, aus der Pädagogik. Die Geschichte ist im ersten Jahrgang ausfallenderweise nicht vertreten, doch wird in den späteren Bänden der Kündender heimischen Vorzeit Aufmerksamkeit zugeweudet, worauf weiter unten zurückzukommen ist. Dagegen finden wir hier eine kurze Historie der hiesigen löblichen Universität" zur Jahrhundertfeier ihrer Wiederherstellung geschrieben, die jedoch unter Hinweis auf Nebels zu haltende Festrede recht knapp gefaßt ist. Aus dieser lateinisch gehaltenen Rede wird bald darauf ein deutscher Auszug gebracht unter dem Titel: „von der Hülfe, welche der Staat und die Universität eines von dem andern zu erwarten haben". Fortsetzung folgt. Humoristisches. W eidlich. „Aber, mein Herr, wie können Sie mir solche ®01? "lewer Freundin erzählen! Schämen Sie sich!" — ,,x5u) nobe ja noch gar nichts erzählt, das Schlimmste kommt erst." „via, dann erzählen Sie!" („Lust. Welt") Epigramm. Es glaubt gar mancher ein B l i tz z n g zu sein, Unb kann es nicht begreifen, s F « hren kommt an allein. Und nicht so sehr auf's Pfeifen. („Lust. Bl.") Meldungen, daß Italien den Engländern unser dic^Arme greifen werde, sind aller Voraussicht hat der Staatsgerichtshof seine Arbeit be. endet Deroulede, Guerin u. s. w. sind ziemlich hart bestraft, doch gilt für die Verrücktheiten das alte Sprich- >oort, daß die Suppe niemals so heiß gegessen wird, wie sie ne kocht ist. Für Frankreich hat ja das Ausstellungsjahr begonnen, das der Versöhnung der Parteien die Wege o^^Otzz/ückstrahlend ist König Alexander in feine Hauptstadt Belgrad wieder eingezogen. Nun darf er sich wreoer der Huld des oesterreichisck)en Monarchen rühmen, was sur seine Dynastie immerhin sehr wertvoll ist! ?P°°r Strümpfe, kch-rn-r und 1 Stück Pumpentohr. W'77en 6. Januar 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Muhl. politische Wochenschau. G i e ß e n, den 6. Januar 1900. Aus der Neujahrsrede des Kaisers ist zu ersehen, daß ,. ojortiprima hen Flottenplan unter allen Umstanden nne wir schon mehrfach auszufuhren Gelegenheit hatten, nickit all-, i groß sein, denn Dr. Lieber läßt mit sich reden, und wenn sich heute die Zentrumspresse gegen dm Verstärkung der Marine noch so ablehnend verhalt, )o hat die Erfahrung gelehrt, daß man sich bezüglich des Zentrums mit Ueberraschungen in seinen Beschlüssen gefaßt machen muß. Die zu Neujahr vorgenommenen.Rangerhöhungen geben zil denken, insbesondere sind es zwei Persönlichkeiten, deren Auszeichnung von allgemeinem Jnterefte ist, weil die betreffenden bereits mehrfach als „kommende Manner bezeichnet worden sind. Wir meinen den Oberprasidenten von Schlesien Fürsten Hatzfeld, jetzt Herzog von Drachenberg und den Botschafter in Wien, jetzigen Fürsten Eulenburg. Inwieweit die von diesen beiden Ausgezeichneten geknüpften Kombinationen den Thatsachen entsprechen, läßt sich heute natürlich nicht kontrolieren. Noch steht ja Fürst Hohenlohe an der Spitze der Reichsregierung! In Preußen herrscht wieder ein versöhnlicher Geist, so daß man hoffen darf, alle durch ihre Abstimmung in der Kanalfrage der Allerhöchsten Huld Entzogenen werden sich bald wieder der Gnadensonne zu erfreuen haben. Im Vordergründe des allgemeinen Interesses steht übrigens zur Zeit weniger die innere Politik, als das Verhalten Englands gegenüber seinen mehr oder minder intimen Freunden. Man sollte meinen, der britische Löwe hätte gegründete Ursache, jeden Stein des Anstoßes zu vermeiden und mit aller Welt gute Freundschaft zu halten. Aber England geberdet sich wieder einmal als Herr der Meere, and es ist die höchste Zeit, daß ihm für sein Auftreten eine gehörige Lektion erteilt wird. Der einzige Trost, den wir angesichts der Beschlagnahme deutscher Schiffe haben können, ist der, daß England seinem anderen Intimus gegenüber, nänilich der nordamerikanischen Union, nicht anders handelt. An kräftigem Protest wird es unsere Regierung hoffentlich nicht fehlen lassen. Wie die Verhandlungen im portugiesischen Parlament zeigen, hat England nicht das geringste Recht in der Delagoabai den Herrn zu spielen, und vor Gewaltakten sollte man sich in London wohl hüten. Ter Krieg in Südafrika hat nichts Nennenslvertes in letzter Woche gebracht; einige angebliche Erfolge der Engländer schrumpfen bei näherer Beleutchung in Nichts zu«eiche für 1900 erneuert wnben s-"-»' S geändert di- V-rhältnifse des emz lnen Falles , q bcn dazu haben, daß Sie auf Sette des Pra otou^ 1900 vorgedruckten Stellen wörtüch qftäer erneuert und wurde di- Reklamation von dem «"'tags fid) m> wird bescheinigt, daß die Veryaiiniiic «'-baldige Rücks-°d»°g.^^ X'ur*- Januar 1900 ALS 'ÄS 2’ (?,aii ?u W brt 1 hat nch durch E Md $i,Sf [UJ> lutox In Ö£Uar b »banttn bti Sonne still ftehe '°.un-, Unwillig über Wprodjtn h,bn W Ifen inicbM Ausstellung,te ertttenabenb brachte Mostrschen Schwank Der Einakter, dessen dürfen, täuscht uns limveg, litterarischen >en Stücken wird ja . mehr nicht. Be> er stellt das Stück mtn und ein Herr r und zwei Herren ström je nach i'hrew >chen zu kaffen. Von ren, wollen wir nur it seiner drastischen Die übrigen Damen inert hatten in der eile „Zehn Mädchen re Somit bezirhungs veitertn Beifall zu bei tßieberbolun^ innig nod) flotttt vnntagrvvrMw^ nthaniche Avmd.e ist seiner Eigenart m Reportvir aller leis all finden. Dir ist eine der besten äne Trayezkünstlerin die übrig'n Rollen Robert" "mit hem > mit Herrn ©leinet:, tllung eine Wieder^ att. Wissenschaft gehören Arbeiten wie: „über ff? LLL «SS Tieft alle ftnd * ,eben und wohl Le, ««1« • rr Taylor, der oas i-yiiSE %Si« 'Ä möglich % MaiMdttwetfe LS« »SS» riAss nat und Die es. 5ieinir* jf können sich! Schän'e''Ln'ttck I Sei1' an alle'"', -l. Turnerisches. Der Turnverein Gießen unternimmt morgen, Sonntag, bei günstiger Witterung^ seinen ersten Turngang in diesem Jahre nach dem Jagdschlößchen Dudenhofen. Die Zusammenkunft ist um 1 Uhr auf der Zahnbrücke. ** Kaiser-Panorama. Das hier im besten Andenken stehende Kaiser-Panorama, welches sich vor Jahren hier eines starken Besuches zu erfreuen hatte, Wirt) Sonntag mit einer neuen großartigen Serie in der Neuenbäue eröffnet und zwar mit dem Dreyfus-Prozeß in Rennes. Die Bilderserie zeigt uns in vortrefflich gelungenen Porträts die Hauptpersonen des aufregungsvollen Dramas: Alfred Dreyfus, Madame Henry, den Verteidiger Labori, die Generale Mercier, St. Germain, Gonse, den Regierungskommissar Saniere, den Vorsitzenden des Kriegsgerichts Obersten Jouaust, die Generale Billot und Boisdeffre, Picquart, Jaures, Charette, Lauth, Gribelin, den Untersuchungsrichter Bertulus und den Verteidiger Demange. Bei dem großen Interesse der gesamten Welt für den Dreyfus-Prozeß dürfte diese Serie ihre Anziehungskraft auch hier nicht verfehlen. Des Näheren verweisen wir auf die Anzeige in diesem Blatte. »* Die zweite Verbandsausstellung der Herdbuchgesellschaften für das Vogelsberger Rind findet dieses Jahr in Marburg statt. Als Termin der Ausstellung ist Mitte Juli vorgesehen. Eine jede der zum Verband gehörigen Herdbuchgesellschasten darf nicht mehr als 50 Tiere ausstellen. Der Arbeitermangel im abgelaufenen Jahre findet in der neuesten Nummer der Halbmonatsschrift „Der Arbeitsmarkt" einen weiteren, bisher noch unbeachteten Erklärungsgrund. Der Ueberschuß der Geborenen über die Gestorbenen in Deutschland betrug nach der abnorm starken Periode 1874/79: 1880 1881 1882 1883 1884 1885 522,979 525,758 525,495 493,697 522,083 530,185. Da die Einstellung der Arbeiter in der Regel im Alter von 14 bis 15 Jahren erfolgt, so mußte sich in einer Periode der gesteigerten Nachfrage nach Arbeitskräften, wie sie der zusammenfasfende Rückblick auf „den Arbeitsmarkt im Jahre 1899“ für das abgelaufene Jahr konstatiert, der geringe Ueberschuß der Jahre 1883/84 auf dem Arbeitsmarkt scharf fühlbar machen. tt* Die Organisation des Deutschen Flottenvereins hat in den letzten vier Wochen bedeutende Fortschritte gemacht, und ist namentlich die Anregung zur Bildung von Ortsausschüssen auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Mitgliederzahl ist vom 7. November, wo sie 81,269 betrug, bis 15. Dezember auf 91,957 gestiegen, hat sich also in fünf Wochen um nicht weniger als 10,687 Mitglieder vermehrt. *• Ein Monat Haft. Das Frankfurter Gewerbe- gericht erkannte gestern zum erstenmale in einer Entschädigungsklage auf einen Monat Haft für den Fall, daß der Entscheidung des Gewerbegerichts nicht nachgekommen würde. Der Milchhändler Kleinböhl klagte gegen seinen früheren Milchburschen Weiß auf Entschädigung von 15 Mk. wegen plötzlichen Verlassens der Arbeit und 85 Mk. wegen Nichtausstellens eines Verzeichnisses der Kunden, die Weiß besorgt hatte. Weiß hatte sich am 1. Januar selbständig gemacht und den Kunden Kleinböhls wohl inzwischen Milch geliefert, aber nicht auf Kleinböhls, sondern auf eigene Rechnung. Das Gewerbegericht verurteilte ihn zur Zahlung des Schadenersatzes und für den Fall der Weigerung zu einmonatlicher Haft. — (Es ist nicht allgemein bekannt, daß die Gewerbegerichte die Befugnis haben, für Weigerungsfälle gegenüber den Urteilen des Gerichts Haftstrafen zu verhängen. Der vorstehende Fall verdient darum besondere Beachtung.) ** Zur Berufswahl. Vom 1. Januar 1900 ab sind die von dem Herrn Staatssekretär des Reichspostamts erlassenen neuen Vorschriften, betreffend die Annahme und Anstellung von Anwärtern für die mittlere Laufbahn im Reichspost- und Telegraphendienste, in Kraft getreten. Die Annahme von Zivilanwärtern erfolgt entweder als Post- gehilfe oder als Telegraphengehilfe. Der Bewerber muß mindestens das Reifezeugnis für die Untersekunda einer neunstufigen oder das Reifezeugnis für die erste Klasse einer sechsstufigen öffentlichen höheren Lehranstalt besitzen oder eine dementsprechende Schulbildung durch ein Zeugnis einer anderen öffentlichen Schule nachweisen. Er muß bei feiner Einstellung in den Dienst das 17. LebenSzahr vollendet und darf, wenn er als Postgehilfe eintritt, nicht das 20., wenn er als Telegraphengehilfe eintritt, nicht das 18. Lebensjahr überschritten haben. Er muß körperlich für den Post- und Telegraphendienst geeignet sein, ins- besondere ein ungeschwächtes Seh- und Hörvermögen, sowie gute Atmungswerkzeuge haben; es muß feststehen, daß er sich sittlich tadellos geführt hat, frei von Schulden ist und sich während der Vorbereitungszeit ohne Beihilfe aus der Postkasse unterhalten kann. Die Meldung zum Eintritt als Postgehilfe oder Telegraphengehilfe ist an diejenige Oberpostdirektion zu richten, in deren Bezirk der Bewerber einzutreten wünscht. Die Annahme der Gehilfen erfolgt durch die Oberpostdirektionen nach Maßgabe des dienstlichen Bedürfnisses. Nach Beendigung der vierjährigen Vorbereitungszeit haben die Postgehilfen die Prüfung zum Postassistenten, die Telegraphengehilfen die Prüfung zum Telegraphenassistenten abzulegen. Die Assistenten werden zunächst gegen Tagegeld unter Vorbehalt einer sechswöchigen Kündigung beschäftigt. Bei fortgesetzt gutem dienstlichen und außerdienstlichen Verhalten werden die Postassistenten als Postverwalter oder Postassistenten, i>ie Telegraphenassistenten als solche etatsmäßig angestellt. Diese Anstellung erfolgt aus Lebenszeit. Beamte, die sich bewährt und als tüchtig erwiesen haben, können auf ihren Antrag je nach ihrer Ausbildung zur Postsekretärprüfung ober zur Telegraphensekretärprüfung zugelassen werden. Die Zulassung erfolgt frühestens sechs Jahre nach dem Bestehen der Assistentenprüfung und muß spätestens vor Ablauf des neunten Jahres nach dem Bestehen dieser Prüfung nachgesucht werden. Beamte, welche die Sekretärprüfung bestanden haben, werden bei fortgesetzt befriedigendem Verhalten nach dem durch das Bestehen der Prüfung erlangten Dienstalter als Postsekretär oder Telegraphensekretär an- gestellt. In die übrigen mittleren Stellen des Post- und Telegraphendienstes (Stellen für Oberpostsekretäre, Obertelegraphensekretäre, Postmeister, Bureau- und Kassenbeamte) werden die Beamten nach Maßgabe ihrer dienstlichen Befähigung und ihrer Führung befördert. wird das Ergebnis durchschnittlich als ein fünftel bis ein sechstel Herbst geschätzt. In den letzten zehn Jahren lieferten uns zwei Jahrgänge ein quantitativ ungünstigeres Resultat als das verflossene Jahr, und zwar waren dies die Jahre 1891 und 1898, wo in dem erstgenannten Jahr 11 904 und in dem letztgenannten nur 6696 Hektoliter geherbstet wurden. DaS größte Erträgnis hat in diesem Jahr Loich zu verzeichnen, welches bei einer Weinbergfläche von 160 3288 Hektoliter erzielte. Nächst Lorch käme Nüdesheim mit 1728 Hektoliter, Hallgarten mit 1400, Oestrich mit 1380 und Lorchhausen mit 1284 Hektoliter. Das geringste Erträgnis erzielte Oberwalluf, wo nur 20 Hektoliter geherbstet wurden. Büdingen, 5. Januar. In der am 30. v. M. stattgefundenen Generalversammlung des Kriegervereins wurde Herr Postmeister NohdieS mit großer Stimmenmehrheit zum Vorsitzenden gewählt. Ferner würbe be schloffen, daß der Kriegerball am 7. Januar stattfinden soll. — Laut Beschluß der gestrigen Generalversammlung wird der Schützen ball am 21. Januar mit Militärmusik abgehalten. nn. Darmstadt, 5. Januar. In dem benachbarten Ober-Ramstadt scheint es unserer Kriminalpolizei gelungen zu sein, einen guten Fang zu machen. Bekanntlich wurden im vergangenen Jahr in den Städten Mainz, Frankfurt a. M., Worms, Stuttgart, Karlsruhe und erst kürzlich in Gießen großartige Diebstähle in Seidenstoffen u. f. w. ausgeführt, ohne daß man der Diebe habhaft werden konnte. Gewisse Verdachtspunkte führten nach Ober-Ramstadt zu einer Frau Appolonia Mink aus Oppenheim, welche schon öfter mit dem Strafrichter in Konflikt geraten war. Bei einer am vorigen Sonntag bei derselben vorgenommenen Haussuchung sollen sich nun bedeutende Quantitäten der Seidenstoffe vorgefunden haben, so daß ihre Verhaftung und Verbringung in das Untersuchungsgefängnis noch am selben Tag ei folgte. Mittlerweile hat die Kriminalpolizei eine fieberhafte Thätigkeit entfaltet und auch bei verschiedenen Einwohnern Ober-Ramstadts wurden gestern und heute Haussuchungen abgehalten, die von Erfolg gekrönt waren. Besonders bei einem Bäcker sollen verschiedene, aus früheren Diebstählen herrührende Gegenstände gefunden worden fein. Ob man es hier mit dem wirklichen Dieb der Seidendiebstähle zu thun hat oder nur mit einer Schlepperin, wird die streng geheim geführte Untersuchung demnächst feststellen. Immerhin ist es erfreulich, daß in das Dunkel der Seidenstoffdiebstähle endlich einmal Licht gebracht wird. △ Seligenstadt, 4. Januar. Der 16jährige Schlosserlehrling Leo Wittenberger aus unserer Nachbargemeinde Dettingen, Schüler der hiesigen Gewerbeschule, zeichnete sich vorgestern durch eine heldenmütige Thai aus, indem er drei Knaben vom Ertrinkungstode rettete. Die kleinen Waghälse hatten sich in kindlichem Unverstände auf dem morschen Ufereise des Maines zu weit vorgewagt und stürzten in den Fluß. Der junge Mittenberger hatte die versinkenden Kinder beobachtet, sprang rasch hinzu und entriß mit Mut und eigener Lebensgefahr die Knaben den Wellen. Dem wackeren Helden gebührt gewiß die öffentliche Anerkennung. △ Klein Krotzeuburg, 4. Januar. Während vorgestern und gestern der Main vollständig eisfrei war, herrscht seit heute nachmittag von 2 Uhr an wieder bedeutender Eisgang. Das Eis des Obermains ist nämlich erst jetzt abgegangen und treibt nunmehr dem Rhein zu. □ Mainz, 5. Januar. Die von der Stadtverordnetenversammlung zur Verwertung der militärfiskali- schen Gebäude gebildete Spezialkommission ist heute morgen mit den Preisrichtern zu einer erstmaligen Sitzung zusammengetreten. Das Preisrichterkollegium besteht aus den Herren Professor Henrici-Aachen, Oberbaurat Professor Hoffmann-Darmstadt und PrälatDr. Schneider, Oberbürgermeister Dr. Gaßner und Baurat Kuhn von hier. ---- Mainz, 5. Januar. Seitens der diesseitigen Provinzialdirektion ist beabsichtigt, der Ausdehnung des unentgeltlichen Arbeitsnachweises auf das flache Land ganz besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Von der hiesigen Bürgermeisterei ans wurden schon vor längerer Zeit Versuche gemacht, die Bürgermeistereien der benachbarten Ortschaften für das hier eingeführte Arbeitsnachweisverfahren zu interessieren und war insbesondere angeregt worden, zwischen den einzelnen Gemeinden und der Stadt Mainz eine Telephonverbindung herzustellen, um im Falle irgend welcher Arbeitsnachfrage einen raschen Bescheid erteilen zu können. Der Versuch hatte nicht den erwünschten Erfolg und zeigten die Landbürgermeistereien wenig Neigung, auf die Sache einzugehen, weshalb in Anbetracht der Wichtigkeit eines geregelten Arbeitsnachweises die Provinzialdirektion jetzt den Gegenstand aufgegriffen hat und in der ganzen Provinz einen unentgeltlichen Arbeitsnachweis organisieren will. — Von der hiesigen Bürgermeisterei ist beabsichtigt, eine sozialpolitische Kommission zu gründen. Die Bürgermeisterei bezweckt hiermit durch Heranziehung aller wünschenswerten Kräfte (auch wenn solche nicht der Stadtverordnetenversammlung angehören) eine Deputation zu schaffen, deren Begutachtung alle Angelegenheiten unterbreitet werben sollen, die in das Gebiet der Sozialpolitik einschlagen. Man will der Deputation insbesondere die Befugnis einräumen, Anträge auf beregtem Gebiete zu stellen. Gegenwärtig liegt die Sache der juristischen Kommission zur Begutachtung vor. + Au8 dem Rheingau, 5. Januar, lieber bie vorig- jährige Weinernte im Rheingau liegt jetzt nach amtlichen Erhebungen bad Ergebnis vor. Darnach wurden auf 1859 Hektar (rund 7500 Morgen) ertragfähigen Weinbergen 17 333 Hektoliter oder 1444i/2 Stück (bas Stück zu 1200 Liter), Wein geerntet. Davon sind 17 261 Hektoliter Weißwein und 72 Hektoliter Rotwein. Im großen Ganzen § Dutenhofen, 4. Januar. Zu den vielen Gemeinden, welche durch die gütige Vermittelung des Herrn Direktor Pascoe von dem früheren Besitzer des Gießener Braunstein Bergwerks eine reiche Weihnachtsgabe zu wohlthätigen Zwecken erhalten haben, gehört auch unsere Gemeinde. Wir erkennen dieses um so dankbarer an, da wir uns schon seit einer Reihe von Jahren der wohlwollenden Gesinnung dieser beiden Herren erfreuen dürfen und besonders, da Herr C. W. E. Fernie nicht mehr in dem Verhältnis zu dem Bergwerk und dessen Arbeitern steht, wie früher. Auch an dieser Stelle sei diesen Herren herzlicher Dank gesagt. m Fritzlar, 5. Januar. Die Unsitte, beim Feueranmachen Petroleum zu verwenden, hat auch im benachbarten Wildungen wieder zu einem bedauerlichen Unglücks- sall geführt. In einem Hause der Brunuen-Allee goß ein Mädchen, um das schlecht brennende Feuer im Herd zum aufflammen zu bringen, Petroleum aus dem Gefäß auf die Feuerstelle. Das Mädchen erreichte seinen Zweck, zog sich aber dabei so schwere Brandwunden im Gesicht zu, daß es Mr längere Zeit krank im Helenenspital barnieberliegt, — Der Sohn unseres Herrn Bürgermeisters, Herr Bergdirektor C. Kraiger, ist durch Allerhöchste Kabinettsordre vom 16. Dezember zum Leutnant der Reserve int Feld- artillerie-Regiment Nr. 46 befördert worden. — Die Neujahrsnacht ist in diesem Jahre sehr still verlaufen. Mit dem Schlage 12 begann im Dom ein Hochamt, das li/4 Stunden dauerte. 400 Personen empfingen die heilige Kommunion. m. Treysa, 5. Januar. Am 2. Januar 1900 waren es 50 Jahre, daß der Betrieb der Main-Weser-Bahn bis Treysa, später bann bis Marburg unb noch später bis Gießen unb zuletzt bis Frankfurt eröffnet würbe. Auf ber hiesigen Station beftnbet sich ein Stationsarbeiter namens Bachmann, ber bie Bahn hat erbauen helfen unb seitdem ununterbrochen im Dienste ist. — Dem Herrn Ober-Steuer- kontrolleur Meßler zu Ziegenhain ist der Amtstitel „Steuerinspektor" verliehen worden. Auszug sus den Standesamtsregistern der Süidt Gieße«. Aufgebote. Janu«r: 5. Karl Hrinrtch Friedrich Ritter, Kontroleur zu Grünberg, mit Katharine Karoltne Auguste Schmidt hierielbst. 5. Karl Heinrich Wenzel, Fußgendarm in Nidda, mit Elisa Bertha Schäfer zu Rennerode. Shefchlietzuugeu. Januar: 5. Wilhelm Stein, Postbote dahier, mit Maria Theresia Faust aus Winkel. Geborene. Dezember: 23. Dem Glasermeister Heinrich Fillmann eine Tochter. 28. Dem Hetzer Karl Becker IX. eine Tochter, Marie. 28. Dem Friseur Karl Hermann Schenck ein Sohn. 28. Dem Arbeiter Balthasar Erb ein Sohn. 30. Dem Schneider Heinrich Ludwig Steinbrecher ein Sohn, Ernst Ludwig Nicolaus. 3J. Dem Spenglermeister Rudolf Rödtger ein Sohn. 31. Dem Professor Dr. Heinrich Walther ein Sohn. 31. Dem Vicefeldwrbel Otto Hehler eine Tochter. Januar: 1. Dem Metzger Karl Hrckmann ein Sohn. 1. Dem Bautechntker Karl Wehrum ein Sohn. 2. Dem Lehrer an der höheren Mädchenschule Dr. Fritz Sommerlad ein Sohn, Gustav Maria Walter. 4. Dem Fuhr knecht Friedrich Weber eine Tochter. 4. Dem Schlosser Hugo Nitzsche ein Sohn. 4. Dem Taglöhner Georg Jacob Reichwein ein Sohn. Gestorbene. Dezember: 29. Konrad Heller, 49 Jahre alt, Straßenkehrer dahier. 30. Eltsabethe Leicht, geb. Otto, 84 Jahre alt, Witwe von Fuhrmann Philipp Leicht dahier. 30. Marie Katharine Stein, geb. Her bl, 64 Jahre alt, Ehefrau von Landwirt Peter Stein III. zu Bickenbach, Kreitz Bentzhetm. 30. Marie Grasmück, geb. Blickhahn, 44 Jahre alt, Witwe von Schutzmann Adam Grasmück dahier. 31. Heinrich Haatz, 17 Jahre alt, Pumpenmacherlehrling von Heckholzbausen. 31. Emilie Schmidt, 83 Jahre alt, Prtvattn dahier. 31. Katharine Elisabethe Atzbach, geb: Kreiling, Witwe von Unternehmer Konrad Atzbach dahier. Januar: 1. Friederike Schellenberg, geb. Stelz, 55 Jahre alt, Ehefrau |oon Rentner Jacob Schellenberg dahier. 1. Katharine Balser, 73 Jahre alt, Taglöhner in dahier. 2. Marie Elisabethe Horn, 11 Monate alt, Tochter von Lackierer August Horn dahier. 2. Carl Flick, 76 Jahre alt, Ba bter dahier. 4. Ltsettr Rothe, geb. Koch, 87 Jahre alt, Hospitalitin dahier. Wetterbericht. Niederer Druck beherrscht den größten Teil deS Kontinents und weist heute ein Zentrum über dem oberen Donaugebiet auf. Von den britischen Inseln zieht sich ein Rest relativ hohen Druckes in nordöstlicher Richtung bis nach Finnland. Das Rückdrehen der Winde an der Küste Jclandtz läßt aber bas Herannahen einer neuen Depression erkennen. Das Wetter ist in Zentraleuropa meist trüb und auf ausgedehntem Gebiet fallen Niederschläge. Die Temperaturen lagen am Morgen auf unserem Gebiet in der Nähe detz Gefrierpunktes und erhoben sich auch im Laufe deö TageS nur wenig über denselben. — Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch meist ziemlich trübes, kühleres Wetter mit zeitweisen Niederschlägen und dann von Westen her vorübergehende Abnahme der Bewölkung. J= o ---» <=> i— O-l /=> s ä 1 Mechaniker. Bekanntmachung im Schipkapaß. 260 Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. mit 221 Neuling 212 Kursbericht Vrortet 8 100.60 2 // $ie heutige Lummer umfaßt 16 Seiten 81 6 27 100.26 98.96 8 87. 4 der uns 98.(6 97 80 23 10 41.10 47 30 99.00 97.65 88.40 96.60 101.00 100.50 Empfang genommen werden. Angebote sind bi» zum 20. Januar 1900, vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift ^portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 27. Dezember 1899. Großherzogliches Hochbauamt. b) 0 d) Schnitt- n. Aauholz-HerKauf in der Iürstlich Solmstschen Höerförsterei Lich. Die fürstliche Oberförsterei verkauft: a) im Distrikt Höler: 10 fm Nadelholz-Schnittholz, 18 fm Fichten- 20 Franken-Et. Tngl. Eovereign- DollarS m Gold »v» oeul,cykn KQtierpaares, öeinec a/tujqmi u-y . Ihrer Majestät der Kaiserin Auguste, von der Stadt Gießen eine Stiftung | ben 5- Januar 1900. Großherzogliches Amtsgericht, gez. Neuenhagen. Bekannt gemacht: zu melden. Gießen, den 3. Januar 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h. übernommen habe. Aufmerksame Bedienung, sowie öefte Speise« und HetrLnke zufichernd, empfehle ich mich Lich, am 5. Januar 1900. Iürstlich Solmstsche Höerförsterei. Verdingung. Hohversteigerung. Donnerstag den 11. Ja- bou vormittags dVr Uhr au, soll im Anneröder Gemeindewald in der Abt. 4 Pfingst. rodbe nachverzeichnetes Holz versteigert werden. zu Gunsten bedürftiger Ehepaare, welche hier ihr goldenes Ehejubiläum erleben, errichtet worden ist, fordern wir alle diejenigen, welche im laufenden Jabre ein solches Fest zu begehen haben und Anspruch auf Zuwendung zu 150 Mk. bemessenen Stiftungsgabe erheben wollen, auf, sich bei Gießener Zither-Klub. (WohlthStigkeits-Bereiu.) Gamstag den 13, Januar, abends 9 Uhrr General-Mr sammtung sowie 20 Haufen Abraumholz. 2. Nachmittags 1 Uhr, Bau« und Nutzholz: Eichenstämme 20—53 cm Dchm. — 61 fm, Hochachtungsvoll Heinrich Aff, B. Brennholz, 10 rm Nadel-Scheitholz, 2300 57 rm Nadel-Stockholz. Sie Zusammenkunft ist am Oppen- «xe‘?bt 4 Pstngstwe^. »tmerob, ben 5. Januar 1900. Großh. Bürgermeisterei Annerod __born. 244 Kaiser-Panorama 1 Neuenbäue 1. Wieder-Eröffnung der Winter-Saison 1900. Diese Woche großartigste, sensationellste Gerier Der Dreyfus - Prozess in Rennes. Sämtliche Personen des Prozesses nach der Natur ausgenommen. BV Aiese Serie öteiöt nur 8 Jage ausgestellt, von Sonntag den 7. Januar Vis Samstag den 13. Januar. 209 97,A;.?a” "”b Werkholz. 277 Kiefern- und Ftcht-nstämm-, 18 bis 44 cm Durchmesser, 11 bis 22 m Länge 196,15 fm Inhalt. Ö Holzversteigerung. Donnerstag den 11. d. Mts. werden im Gambacher Wald »ersteigert: 1. Vormittags 10 Uhr, Brennholz: 28 Buchen, 10 Eichen und 2 rm Radel-Scheiter, In Gemäßheit Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung vom f8e Januar 25. Juni 1879, wonach zur dauernden Erinnerung an die goldene Hochzett I «ackmittaas 4 Uhr, an des deutschen Kaiserpaares, Seiner Majestät d's Kaiser Wilhelm I. und! Buchenstämme 30—34 „ „ = 4,81 fm, Nadelstämme 15—44 „ M 10—23 m lang — 26,36 fm. Die Zusammenkunft ist jedesmal am Pohlgönser Weg, nahe dem Gisenbahnübergang. tzambrgr. Hyp Bk. unk. b. 1905 Preuß.Hyp. A. Bk unk. b. 1900 100.80 Bomm. Hyp.A-Bk. unk. 6.1904 rkfLdw.TredÄk.unk.b.1900 Schuhmacher, 1 Schreiner, 1 Kellner, und zur Beschlußfassung über die endgültige Ablehnung vorsorglich de strittener Forderungen, die Behandlung nicht verwertbarer Vermögensstücke und anderer Gegenstände auf Iamilien-Wersorgung. Wer für seine Hinterbliebenen sorgen will, erreicht dies am vorteilhafteste« durch Benutzung der Versicherungseinrichtungen deS Preußischen Beamten-Vereins Protektor: Seine Majestät der Kaiser Lebens-, Kapital-, Leibrenten- und Begräbuisgeld- Bersicheruugs-Auftalt. Der Verein ist die einzige Versicherungsanstalt, welche ohne bezahlte Agenten arbertet. Er übertraf bisher alle anderen Veisicherungs-Anstalten durch die Gewinne beJ unter seinen Mitgliedern. Er hat bei »uvedingter Sicherheit die niedrigsten Prämien und gewährt hohe Dividenden. Iteiner Zugang 1898 — 3628 Versicherungen üver 14 888 950 Mk. Kapital und 55 330 Mk. jährl. Rente. F"lrcherungsöestand 187 940132 Mk., Aermögensvestand 54126 000. ^fcr Neverfchnß des Keschäftsjahres 1898 öeträgt rund 1700 OOO MK., wo»on den Mitgliedern der größeste Heil als Dividende zugefüyrt wird. Kurntat-Versicherung des Preußischen Beamten-Vereins ist vorteilhaften als dre sog. Militärdienst-Versicherung. Kapital-Versicherungen können von Jedermann, auch Nicktbeamten, beantragt werden. Der Verein stellt Iienstkautionen für Staats- und Kommunal-Aemter unter den günstigsten Bedingungen, ohne den Abschluß einer Lebensversicherung zu fordern. Aufnahmefähig sind alle deutschen Reichs-, Staats- und Kommunal- rc. Beamten, Amts, und Gemeindevorsteher, Standesbeamten, Postagenten, ferner die Be- amten der Sparkassen, Genossenschaften und Kommanditgesellschaften, Geistlichen, Lehrer, Lehrerinnen, Rechtsanwälte, Aerzte, Tierärzte, Zahnärzte, Apotheker ^"ekten, Redakteure, Offiziere z. D. und a. D., Militär-Aerzte, Militär- Apo heker und sonstige Mllitarbeamten, sowie auch die bei Gesellschaften und Instituten dauernd thätrgen Privat-Beamten. w 1 Die Drucksachen des Vereins geben näheren Aufschluß über seine Vorrüae mrd werden auf Anfordern kostenfrei zugesandt von der 2?« Direktion des Preußischen Beamteu-Bereius in Hannover. Turnverein Gießen. Gegründet 1846. Die Neueinteiluug der Riegen ist erfolgt, und fordern wir unsere activen Mitglieder auf, sich wieder regelmäßig an den bekannte« Turnabenden zu betheiligen. _ 26! Die Borturuerschaft. 8tief • i 9 i •»t 16.23 20.47 4.20 Proeenl 4Ve Oesterr. Silberrente 4 Ung. Gold-Rente 8 Portugiesen 5 Mexicaner amort. S. I-III 4 Monopol-Griechen von 1887 81/. Deutsche RrickSanl. Preuß. Lonsols Gr. Hesfssche Obl. Stadt Darmstadt v. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 Das Stadtbauamt. I. V.: Gerbel. 270 und 17 rm Knüppel, 24 „ und 10 rm Nadel-Stöcke, 950 „ „ 400 „ Wellen, m J. Kurz <& Co., Hießen, Sahrh-lßnßk 63. Frankfurter Börse vom 5. Januar 1900. RekaNNlMtlÜlAUll Nachstehende, zur Erbauung eines V , . Amtsgerichtsgebäudes zu Grünberg Nachdem uns auch die diesjährige Hauptversammlung aus den Uever-Arbeiten nebst Materialschüssen pro 1898 einen Betrag zur Verfügung gestellt hat, um im nächsten jungen, nämlich: Schreiner-, Sommer wieder eine Anzahl armer skrophulöser Kinder in oer und Weiß Kiuderheilaustalt zu Bad-Nauheim unterbrmgen zu können, fordern be6 inneren Aus- wir alle diejenigen Bewohner des Sparkaffenbezirks Gießen, welche^solche ^es»sowie Schlosser', Pflaster- kranken Kinder haben und nicht selbst in der Lage find, die Kosten zu Chaussierarbeit für die bestreiten, auf, sich bei ihrem Pfarramt oder der Bürgenneisterer zugelben. Einfriedigung bezw. Hofherftellung, Bei der Anmeldung ist ein ärztliches Zeugnis abzugeben, m welchem die « hierdurch unter HmweiS auf Nvtwenbigkeit einer Babekur bescheinigt sein mu§. E« ist "cht °ur- b^ Ministerialerlaß vom 18. Juni S-schloff-n, baß Kinbern, welche bereits auf Kosten der Sparkaffr e n I ^gg $ur Vergebung auf dem Sub- Babekur burchgemacht haben, bie Kosten für eine weitere flur beroiu gt auäqetorieben. werben können. - Die Pfarrämter unb Bürgermeistereien ersuchen wir, A°sführungs. Bedingungen, un» die einlausenden Meldungen mit den ärztlichen Attesten und einer „ .. ’ flgirbeit»betorcib= Bescheinigung über die Bedürftigkeit der betreffenden Eltern bis lüugst.us 3«»°» un’ 5 „ Woch n 2“-“??°° -u wollen Wir bemerken noch da ^^seremAmtslo-alS-m^ K» “» Ä T Rn tl „ * 3* taqS in dem Rathaussaale zu Grün- in bi-Heilanstalt nicht ausgenommen werden können. berg zur Einsicht offen, und können Gießen, den 29. Dezember 1899. letztere, mit Vordruck zu dem bezüg- Direktion des Spar« und Leihkassevereins Gießen. lichen Angebots-Vermerk versehen, Wiener. 205 daselbst zum Selbstkostenpreis in Netdhart, 250 Gerichtöschreiber. Vergebung vM Kauarbetten. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen «MMMimiMtiili« ...... Ä. ; Dekanntmachung. is.es isiäiWÄÄiÄfÄl s> *- »tsäsrj®. für Buchhatwng und «orrefp=nben}. t _ den Nachlaß des Kaufmann ckun »achfrane »er Arbet«ar»er, I Bäcker, - W-an-r, sSchuhmacher - »au- hilm Seulina von Gießen, m toloifer, 1 Schreiner, 1 jüngerer Kellner, 10 bis 12 laglohner, 2 Fuhrknechle, ^-^rmin zur GläubigerverfammlUNj 1 Laufmädcken, 2 Ttenstmädchen. — -- "" Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Barbier, 1 Wmant >m Krnpriy? 21 Wolfstraße 21. Einem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgebung zeige hier- ergebenst an, daß ich die renommierte Wirtschaft Zum Kronprinz Sy? £SLnÜtT' hpp- unk. b. 1906 95.30 4 8 /, Frkf.Syp.Lred.B.unk.b.1906 95 oo 4 4 unk.b.1907 100.70 4 4 Deutsche Grdsch.B. unk. b. 1904 101.00 4 ___"oo" heutigen Ausgabe enthalten einen Asthma RruNl/id?‘e. "Knrmethode Weidhaas", bie bei leiben laut hm at6emnoti Lungenbluten und Magenbewährt hat. b R 31cr8tra und Privatpersonen sich vorzüglich gramm hervorragender Roma«, «e<” überaus reiches Pro- gefeiertste« Erzähler u«d E^Lhlerinne»^e^?.4« ^"^ett-bteste« und le b-n unser« geehrte« Lestt« zu bÄo«de?er Wir empfehle« den- auf de« soeben beginnende« neuen W!^»^ "^Eu«g. «bonnements eutgegenr £ninimmt - -.........-El «"7u.fi ........"" iH Bauholz, 78 fm Kieferrr-Bauholz, Vi fm Fichten-Stargm; im Distrikt Graudoru: 12 fm Nadelholz-Schnittholz, 11 fim FichteN'Bauholz, 108 fm Kiefern-Bauholz, 7s fm Fichten-Stangen; im Distrikt Möuchwald: 52 fm Fichten-Bauholz, 94 fm Kiefern-Bauholz, 10 fm Fichten-Stangen; im Distrikt Riedwald: 15 fm Nadelho'r-Schnittholz, 133 fm l Die zur H rstellung von vier FichteN'Bauholz, 194 fm Kiefern-Bauholz 7r fm Fichten-Stangen. I Schränken für die höhere und er. Die Herren Kaufliebhaber, welche auf Verlangen bis vier Tage vor weiterte Mädchenschule erforderliche dem Termin gegen Einsendung von 1 Mk. in Briefmarken Auszüge aus Schreinerarbeit soll dem Nummerbuch erhalten können, werden gebeten, das Holz an Ort und Samstag de« 14. Januar Stelle einzusehen. Die Vorzeiaer sind für das Holz in Höler und Grau- vormittags 11V Uhr ' dorn Forstwart Dörmer in Lich (Oberhessen), für das Holz in Münchwald öffentlich verdunaen werden. ' und Rtedwald Waldwärter Stein in Hattenrod bei Reiskirchen (Oberheffen). Zeichnungen, Arbeitsbefchreibuna Die Gebote müssen nach Sortimenten getrennt abgegeben werden und Bedingungen liegen während der und können sich auf das Holz der einzelnen Schläge oder auf das Holz Dienststunden auf Zimmer Nr 7 mehrerer, ja sämtlicher Schläge beziehen. Es behält sich aber die Ober- bei uns offen. Angebote auf Bor- fülsterei vor, die Gebote so auszusuchen, wie sie ihr zur Erzielung der druck sind bis zum genannten Termin höchsten Gesamteinnahme und der größtmöglichen Sicherheit für Eingang bei uns einzuretchen de» Kaufpreises am günstigsten erscheinen. Zuschlagsfrift 14Taae Der Kaufpreis ist alsbald nach dem Zuschlag bar mit 2% Skonto ®ie6en b 6 * Ö 1flnn zu bezahlen oder durch Wertpapiere sicher zu stellen. I B _, Den 6. Januar 1900. Die Gebote sind schriftlich, mit paffender Aufschrift versehen, bi» zum 22. Januar einzureichen, die Eröffnung derselben findet am 23. Januar, vormittag» 10 Uhr, auf dem Oberförsterei-Büreau statt, wozu bie Interessenten eingeladen sind. Die Erteilung de» Zuschlag» kann bi» zum 10. Tage nach der Eröffnung hinausgeschoben werden. Gambach, den 4. Januar 1900. Großherzogliche Bürgermeisterei Gambach. _____________________Reubl.__________________ Ver,nt«,rtlichkr Redoktexr: H Korzler. g »■ ’SS’ 84.35 4 »ifenb. «entenb. DbL JUU. YaatSgar. Gisenb. 57.85 4 BuderuS Obl. «elb 16.19 Franz. Banknoten »tttf •tlb 81.25 20.42 Oesterr. dto. — 1. 84.45 4.17 Americ. 4.171/. MNion, Kchulüra . Der Krieg be M der alle Deut legchil beS der, btfitn Bild wir h ohne unser Bersch ernsten KonM I Presse in seiner Deutsche DM Behörden besä Die nächsten Men düM. ' bei Sünm M sind. Wir M Gewalt gege die berechtig -vird, darüber i deS vollen Erns Erregung, die nicht über die t. der Wüfymitttl uns in bitftr ffri an der Neva g au( eine ern ALtirn, um Mußen. Zn e Eierliu, bi( S? * AM , 7« ihr ben Wn bet a ta? HÄ* ^rtet »icht mK "Gen. ie“tf<4et e* ?" d Hit «i » don ben > ?;il bi, tt0h4 "ine H :i,‘ utl8 mit ”* Jlontafl8- kL-S m -""dl"- lirhimiitnuidjiiiujiii Utrstelgermlileit