Nr. 234 Zweites Blatt. Samstag den 6. October 150. Jahrgang IWO Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Anzeigen-VermittlungSstellen des In- und Auslände- nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamikienötätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für heff. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Bezugspreis vierteljährl. Ml. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. und Anzeigeblatt für den 'Kreis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Uotbsbunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Politische Tagesschau. Am Donnerstag ist der Bundesrat zu seiner ersten Plenarsitzung zusammengetreten. Auch die Beratungen deS preußischen Staatsministeriums werden binnen kurzem wieder ausgenommen werden. „Selten", so meint die „Nat.-lib. Korresp.", „ist im Reiche und im führenden Bundesstaate zu gleicher Zeit eine solche Fülle so einschneidenden gesetzgeberischen Materials vorhanden gewesen und wohl noch niemals unter so komplizierten Verhältnissen. Im Reiche ist neben der Zolltarifreform die erste Schlacht um die künftige Wirtschaftspolitik zu schlagen; in Preußen ist das große Wafferbauprogramm, das in sich den Rhein-Elbekanal einschließt, zu erledigen. Zu alledem hat der Sommer noch die Chinawirren gebracht und die China-Affaire vielleicht schwere Verfassungssragen. In Summa, der Winter bringt politisches Material von einer derartigen Fülle und Verwicklung, daß zu seiner Bewältigung mehr als je zuvor gehört: eine starke, in sich geschlossene, von fester Hand geführte Regierung und von patriotischen Gesichtspunkten geleitete Mehrheiten in den Parlamenten — und weder das eine noch das andere ist vorhanden." Der Bundesrat hat nun in seiner ersten Sitzung folgende Vorlagen den zuständigen Ausschüssen überwiesen: -a) den Entwurf eines Gesetzes wegen Ausübung der srei- wiüigen Gerichtsbarkeit und Leitung der Rechtshilfe im Heere; b) den Entwurf eines Gesetzes für Elsaß-Lothringen über die Verwaltung der Landesschulden; c) die allgemeine Rechnung über den Landeshaushalt von Elsaß-Lothringen für das Etatsjahr 1896/97; d) den Entwurf von Abänderungen und Ergänzungen: aa) des amtlichen Warenverzeichnisses zum Zolltarife; bb) der Instruktion für die zoll- technische Unterscheidung des Talgs usw.; e) den Entwurf einer Verordnung über den Geschäftsgang und das Verfahren im Reichsversicherungsamte; f) den Entwurf von Vorschriften über den Kleinhandel mit Garn; g) den Entwurf von Ausführungsbestimmungen zum Gesetze betr. Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten vom 30. Juni 1900; h) die Entwürfe: aa) eines Gesetzes über das Urheberrecht an Werken der Litteratur und Kunst; bb) eines Gesetzes über das Verlagsrecht; i) den Entwurf eines Regulativs über die Dienstverhältnisse der Obersekretäre und Militärgerichtsschreiber beim Militärgerichte. Der kaiserlichen Verordnung vom 15. Juli ds. Js. betreffend Inkraftsetzung der Militär ft rafgerichts- ordnung vom 1. Dezember 1898 für das ostasiatische Expeditionskorps wurde nachträglich zugeftimmt. — Ferner nahm der Bundesrat die Brüsseler Konvention vom 8. Juni 1899 über die Maßregeln zwecks Beschränkung des Handels mit Spirituosen in bestimmten Teilen Afrikas und die lieber- ficht der Ergebnisse des HeereSergänzungsgeschäftes für 1899 zur Kenntnis, überwies den Entwurf einer Verordnung über daS Verfahren von Vorschiedsgerichten für Arbeiterversicherung sowie in Bezug von Invaliden- und Unfall- Renten in den ausländischen Grenzgebieten sowie den Entwurf von Bestimmungen über die Herstellung ausreichender, geeigneter Sitzgelegenheit in offenen Verkaufsstellen den zuständigen Ausschüssen. Die Anträge betr. Wiedervorlegung der Entwürfe der Seemannsordnung, des Gesetzes betr. Verpflichtung der Kauffahrteischiffe zur Mitnahme heimzuschaffender Seeleute, des Gesetzes betr. Stellenvermittelung für Schiffsleute, des Gesetzes betr. Abänderung der seerechtlichen Vorschriften des Handelsgesetzbuches an den Reichstag wurden von der Tagesordnung abgesetzt. Ueber die Verwendung künftiger Mehreinnahmen aus den Zöllen lesen wir in der „Kreuzztg.": nunmehr als sicher betrachtet werden, daß der vom rvirt- schastuchen Ausschuß durchberatene neue Zolltarif eine beträchtliche Erhöhung vieler Zusätze aufweisen wird, und ebenso läßt sich sowohl vom Bundesrat wie von der Mehrheit des Reichstags eine wohlwollende Stellungnahme zu den vorgeschlagenen Zollerhöhungen erwarten Somit dürfte auch eine nhebliche Steigerung der Zolleinnahmen in sicherer Aussicht stehen. Jedoch auch an Vorschlägen über die Verwendung dieser künftigen Mehreinnahmen wird es im Reichstag nicht fehlen. Schon jetzt ist in Zentrumskreisen der Gedanke angeregt worden, mit Hilfe der verfügbaren Zollerträge eine bessere Fürsorge für Witwen und Waisen zu organisieren. Andererseits hören wir, daß der Abgeordnete Graf v. Kanitz vorzuschlagen beabsichtigt, die Lasten und Härten der Alters und Jnvaliditätsversicherung durch Zuwendung erhöhter Reichszuschüsse herabzumindern. Danach würden sowohl die Versicherungsbeiträge der Arbeiter und Arbeitgeber zu ermäßigen, wie auch auf einen Ausgleich in der Finanzlage der einzelnen Versicherungsanstalten Bedacht zu nehmen sei In letzterer Beziehung dürfte es sich um die Beseitigung eines auch regierungsseitig anerkannten Mißverhältnisses handeln, welches durch das Jnvalidenversicherungsgesetz vom 13. Juli 1899 zwar etwas gemildert, aber noch nicht behoben worden ist. _ Es wird Niemand verwehrt werden können, sich Gedanken über die etwaige Verwendung gesteigerter Zolleinnahmen zu machen. Da jedoch die Forderung einer Erhöhung der Zollsätze für gewisse Waren, namentlich Getreide, in sich ihre Begründung hat, nicht aber in erhöhten finanziellen Bedürfnissen für andere Zwecke, so wird es nur zum Besten der auf Erhöhung des Zollschutzes gerichteten Bestrebungen dienen, wenn die Frage des Tarifs und die Frage der Verwendung der etwa aufkommenden Mehreinnahmen nicht miteinander verquickt, sondern für sich gesondert behandelt werden. Im Wahlkreise MeferitzBomst haben, wie der „Nat- Ztg." gemeldet wird, die Polen als ihren Kandidaten zur Reichstagsersatzwahl den Gutsbesitzer Dokowicz-Kru- chowo aufgestellt. Es ist Gefahr vorhanden, daß die Polen ihren Kandidaten durchbringen, wenn auch die weitere Nachricht sich bestätigt, daß außer den Antisemiten nun auch noch die deutschen Katholiken einen besonderen Kandidaten aufstellen wollen. Bom 28. September meldet derselbe Berichterstatter: Ter Prinz Tsching hat den Doyen des diplomatischen Korps davon in Kenntnis gesetzt, daß Yunglu und die Vize- köniae in Nanking und Wutschan g 'mit Li-Hung- Tschang zu Friedensunterhändlern ernannt seien. Die beiden Vizekönige in Nanking und Wutschang werden jedoch aus ihrem Posten bleiben und sich telegraphisch an dey Verhandlungen beteiligen. Mnglu, der sich beim Angriff gegen die Gesandtschaften ausgezeichnet hat, kann von den Mächten keinesfalls als Unterhändler anerkannt werden. Die Erklärung Deutschlands, daß die Hohen Beamten vor der Eröffnung der Unterhandlungen ausgeliefert werden müssen, wurde in Peking mit ungemischter Befriedigung ausgenommen. Die bis jetzt erfolgten Bestrafungen sind ungenügend. Der Chinese betrachtet in seinem Innern die fremden Truppen in Peking nur als hervorragende und ungefährliche Gäste aus der Ferne. Diese Täuschung darf nicht länger aufrecht erhalten bleiben durch die Unthätigkeit der verbündeten Truppen, die nirgends etwas thun, ausgenommen in der Umgebung von Peking. Prinz Tsching hat den Gesandten eine Klage überreicht über die häufigen Verhaftungen der amtlichen chinesischen Boten zwischen Paotingfu und Tientsin. Er verlangt, daß diese Boten in Zukunft tfrei verkehren dürfen. Diese Haltung des Prinzen beweist den geringen Eindruck, den die militärische Besetzung von Peking auf die Chinesen ausgeübt hat. Die Ankunft HV a l - de r s e e s wird hier mit der größten Spannung erwartet, da man hofft, daß er sofort eine Expedition nach Paotingfu veranstalten werde, um diese Stadt zu zerstören und die Europäer, die in Tschengting eingeschlossen sind, zu befreien. Bei der letzten deutschen Expedition wurden 30 Boxer, meist Kulis, getötet. Bis jetzt ist nicht ein einziger der eigentlichen v e r - a n t w o r t l i ch e n B e a m t e n b e st r a f t worden, und die Kaiserin wird inständig gebeten, gütigst nach Peking zurück- kehren zu wollen, .. Nach einer Washingtoner Meldung hätte Mittwoch nachmittag der deutsche Geschäftsträger dem amerikanischen Staatssekretär angezeigt, die deutsche Regierung nehme an, die Mächte verständen, daß Deutsch-- lands Stellung die sei, daß es vollkommen zufrieden sei, falls China freiwillig die acht schuldigen Prinzen bestrafe, er habe ferner mitgeteilt und eine gleiche Mitteilung sei den übrigen Machten zugegangen, Deutschland werde nicht länger der Eröffnung der Friedensverhandlungen im Wege stehen. Der deutsche Gesandte in Peking sei angewiesen, folgenden Geschäftsgang zu befürworten: 1. Die Pekinger Gesandten der übrigen Mächte sollten entscheiden, ob die zur Bestrafung bezeichneten Prinzen die wirklichen Schuldigen seien; 2. sie sollten feststellen, welche Strafe China freiwillig über sie verhängen wolle; 3. die Gesandten sollten Bürgschaften verlangen, daß diese Strafen wirklich vollzogen würden und womöglich dabei als Augenzeugen beiwohnen. Hernach können die Verhandlungen mit der chinesischen Regierung für die Verträge und Entschädigungen ihren Gang nehmen. Die „Times" kommt heute auf die Antwort des deutschen Kaisers an den chinesischen Kaiser zurück und erllärt, das deutsche Volk sei mit vollem Recht stolz guf diese offene und männliche Kundgebung, denn nur durch eine solche Sühne, wie Kaiser Wilhelm sie erheische, werde es möglich für die Ausländer, in China Sicherheit für Leben, Eigentum und freie Religionsübung zu erlangen. Im weitern äußert die „Times" die ernste und zuversichtliche Hoffnung, daß die übrigen Mächte ohne Zögern in der durch die kaiserliche Botschaft angezeigten Richtung vorgehen werden, da keine andern Sck)ritte den zahlreichen amerikanischen Bürgern in China bei ihrer geschäftlichen oder Missionsthätigkeit den Schutz gewähren würden, der nach Staatssekretär Hays Note das Ziel und Streben der amerikanischen Regierung sei. Eine vom 30. September datierte Depesche aus Tientsin besagt: General Chaffee und der russische Befehlshaber machten dem Feldmarschall Grafen W a l d e rs e e Mitteilung von der Zurückziehung ihrer Abteilungen aus Peking. Die Deutschen und die Engländer fahren fort, Truppen nach Peking zu senden. Bei der Expedition gegen Paotingfu erwartet man auf Widerstand zu stoßen, da sich dort sehr viele Boxer befinden. In Shanghai sind mehrere kaiserliche Edikte angelangt, wodurch die Absetzung blosgestellter Würdenträger und die Ernennung von Gegnern der Boxerbewegung verfügt wird. — In Tientsin ist am 1. Oktober der russische Gesandte v. Giers aus Peking eingetroffen. — Aus Shanghai wird vom 2. gemeldet: Ein auswärtiger Beamter erhielt die bestätigende Nachricht, daß Sch an - haikwan von Ruffen und Deutschen genommen sei. AuS Shanghai wird gemeldet: Ein kaiserliches Edikt ernennt Luchuanlin, den früheren Erzieher des Kaisers, zum Präsidenten des großen Rates; er ist Die Wirre» i« China. Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Staatsminister Graf v. Bülow, hat am 1. ds. ein Telegramm an die kaiserlichen Botschaften in London, Paris, Petersburg, Wien, Washington und Rom und an jdie kaiserliche Gesandtschaft in Tokio gerichtet. Diese neue Rundnote fußt einerseits auf dem ersten deutschen Rundschreiben und stellt anderseits die ins einzelne gehende diplomatische Umschreibung des Telegramms dar, das vom deutschen Kaiser an den Kaiser von China gerichtet worden ist. Wie aus der zweiten Rundnote zu ersehen ist, hält Deutschland unbedingt an der Forderung fest, daß für die in China begangenen Verbrechen volle und ausreichende Sühne geschaffen werden mujL und zwar nach; zwei Richtungen hin: einmal, ob die Liste der Personen, die China bestrafen will, gienügend und richtig ist, das heißt, lob eine ausreichende Zahl von Schuldigen namhaft gemacht Wird und ob dies auch wirklich die Personen sind, die nach den Wahrnehmungen der Gesandten die. wirkliche und hauptsächliche Schuld tragen; sodann, ob die in Aussicht gestellten Strafen angemessen seien. Aus diesen beiden Forderungen ergiebt sich, daß man keineswegs gesonnen ist, den Chinesen das Strafmandat zu überlassen, sondern daß die Mächte hierbei die strengste und wirksamste Kontrolle ausüben werden. Der dritte Punkts die Feststellung, m welcher Weise die Ausführung der Bestrafung von den Mächten zu kontrollieren sei, wird bedingt durch die Unzuverlässigkeit des chinesischen Strafverfahrens, auf das man schon un allgemeinen, ganz besonders aber in dem vorliegenden Falle kein Vertrauen setzen kann. Erfreulicherweise scheint es nach den bisher vorliegenden Meinungsäußerungen der Mächte, daß wir nun endlich gn dem Punkte angekommen sind, von dem aus ein einheitlickjes, diplomatisches Vorgehen der Mächte möglich sein wird. Es steht somit zu hoffen, daß nunmehr die Gesandten in China auf Grund gleichlautender bestimmter Weisungen in die Lage versetzt sein werden, demnächst zu Beratungen zusammenzütreten, aus denen sich ein einheitliches Programm zur Herbeiführung der Sühne ergeben wird. Voraussetzung dieser Aktion ist, wie auch in der deutschen Rundnote hervorgehoben wird, die, wie es scheint, heute an keiner Stelle mehr bezweifelte Echtheit des Edikts des Kaisers von China. Die „Times "berichtet aus Peking, 26. September: Der russische Gesandte v. Giers hat seinen Kollegen gestern mitgeteilt, daß er von neuem Befehl erhalten habe, die russische Gesandtschaft nach Tientsin zu verlegen, und daß er infolgedessen die chinesische Hauptstadt am Samstag (29.) verlassen werde, und zwar unter Mitnahme sämtlicher russischen Truppen mit Ausnahme eines Infanterie-Regiments, einer Schwadron Kavallerie und einer Batterie Maximgeschütze, was als hinreichend erachtet werde um die Ordnung in den der russischen Abteilung angewiesenen Stadtvierteln Pekings aufrechtzuerhalten. Herr v. Giers fügte hinzu, daß seine Regierung int Grundsatz mit den anderen Mächten uberemgekommen sei, alle Gesandtschaften aus Peking zurückzuziehen und den Sitz der llnterhandlungen nach Tientsin zu verlegen. Der Berichterstatter der ,»Timest meint, wenn dte Unterhandlungen in Tientsin gepflogen würden, io werde Li-Hung- Tschang, da er Vizekönig der Provinz fei, an Hen Unterhandlungen als Bevollmächtigter nicht teilnehmen können, da es sonst den Anschein hätte, als erbäten die Gesandten den Frieden von Li-Hung-Tschang, statt ihn zu diktieren. Der Bericht fährt fort: Es ist schwer anzunehmen, daß der chinesische Hof, der nach Taiyuenfu geflohen ist, nach Peking zurückkehren wird Lumal mehrere Gesandte denk Prinzen Tsching erklärt haben, daß sie die Auslieferung der hauptsächlichsten Anstifter, besonders des Prinzen ^uan, Tungfuhsians und Yussiens verlangten, sowie die Hinrichtung aller derjenigen hohen Beamten die der Kaiserin behilflich waren. Ebenso unwahrscheinlich wie die Rückkehr der Kaiserin ist es, daß der Kaiser vhne die Kaiserin nach Peking kommen wird. Wenn aber der Hof der Hauptstadt fernbleibt, und seine Flucht in der eingeschlagenen Richtung noch fortsetzt, so kommt eine Zergliederung des Landes immer mehr in den Bereich der Möglichkeit. tm Werkzeug TuanS. — Es geht das Gerücht um, daß die chinesische Handelsschifffahrts-Gesellschaft an ein deutsches Syndikat verkauft wurde. Die Unruhen in der Gegend von Kanton sind im Wachsen begriffen und werden von den geheimen Gesellschaften geschürt, die die Nachricht verbreiten, daß es Li-Hung-Tschang gelungen sei, einen europäischen Krieg zu entfesseln und so China zum Herrn der Situation zu machen. — Nach Pekinger Berichten ist der private telegraphische Verkehr so lange unmöglich, bis der deutsche Feldtelgraph fertig gestellt sein wird. Die Drähte sind mit Regierungs-Depeschen überlastet. — An der großen internationalen Parade, die bei der Ankunft des Grafen Waldersee in Taku stattfand, nahmen die Amerikaner nicht Teil; sie fühlen sich ein wenig darüber gekränkt, daß sie ihre Niederlassung räumen mußten, um für die deutschen Truppen Platz zu schaffen. Aus London wird telegraphiert: Nach einer Meldung des Bureau Laffan aus Peking vom 26. v. M. hätten die Russen für hundert Millionen TaelS Wert im kaiserlichen Palast Beute gemacht, waS der russische Gesandte jedoch leugnet. — Wie dasselbe Blatt weiter meldet, haben die amerikanischen Truppen den Befehl erhalten, sich von Peking und Taku vor dem 15. Oktober urückzuziehen. Die Stäbe der amerikanischen Missionen sind, da ihnen kein Schutz von amerikanischen Truppen gewährt werden kann, ausgefordert worden, Peking und Taku zu verlassen. * • Aus San Franzisko wird vom 4. gemeldet: Der für das deutsche ostasiatische Expeditionskorps bestimmte erste PserdetranSport ist gestern mit dem Dampfer „Nürnberg" von hier nach China abgegangen. Wie aus Mailand telegraphiert wird, verläßt der Kreuzer „Solta" in den nächsten Tagen Spezia, um den in China befindlichen italienischen Truppen Ausrüstungsgegenstände für den Winterseldzug zu überbringen. • ♦ • Telegramme des Gieheuer Anzeigers. Berlin, 5. Oktober. Au8 Peking wird vom 26.Sep. tember gemeldet: Bei der gestrigen Truppen-Expedition unter General v. Hopfner, die sich bis 30 Kilometer südlich von Peking erstreckte, fand mau bei Set-Jung ein von den Boxern bereits verlaffenes Lager. Bei dem von den D e u t s ch e u unternommenen Weitermarsch nach Bauhungmen wurden diese um 5 Uhr uachmittags bei dem Dorfe Peijitschang, sowie von der daran anstoßenden Umfaffungsmauer des kaiserlichen Wildparks aus vou größeren Boxermaffeu mit heftigem Gewehr- feuer empfangen. Die Boxer leisteten auch eine kurze Weile dem Gewehr- und Grauatfeuer derDeutschen Widerstand. Ein Boxerhaufen versuchte sogar einen Flanken- angriff, wurde aber von der 4. Kompagnie des 2. See- Bataillons mit Schnellfeuer empfangen und dann mit dem Bajonvet niedergemacht. Dabei entriß Leutuant Roland einem Fahueuträger eine Boxerfahue. Die ein- treteude Dunkelheit verhinderte eine Verfolgung der nach allen Seilen zurückweicheuden Boxer. Das Expeditionskorps übernachtete in den Dörfern Nan-huug-men und Peijit-schang, wo viele Waffen und Munition gefunden wurden. Beide Ortschaften wurden uiedergebrauut, worauf die Truppen nach Peking zurückkehrten. Die Verluste der deutschen Truppen betrugen 4 Verwundete, die der Boxer 500 Tote und Ver- wundete. Rach einer Meldung aus Shanghai werden die deutschen Truppen nach Tongschau abgehen, um die Berg- werke von Kaiping zusammen mit den Ruffeu zu schützen. Bei den letzten Zusammenstößen töteten die Deutschen 400 Boxer. Berlin, 5. Oktober. Die am 1. Oktober abgegangene Note (s. Wirren) des Grafen Bülow, die hinsichtlich der dem Gesandten in Peking zu stellenden Aufgaben ergangen ist, soll bereits von den Vereinigten Staaten und England zustimmend beantwortet worden sein. Berlin, 5. Oktober. Die Note der französischen Regierung ist nunmehr dem hiesigen auswärtigen Amte überreicht worden. Loudon, 5. Oktober. Aus Schanghai wird gemeldet: Aus chinesischer Quelle verlautet, daß der Kaiser allein nach Peking zurückkehren und die Kaiserin sich nach Sinangfu begeben wird. Sir Robert Harjt hat bei den fremden Gesandten aus die Schwierigkeiten hingewiesen, die der Versuch, sich der schuldigen Beamten zu bemächtigen, die sich ins Innere geflüchtet haben, nach sich ziehen werde. Hart ist der Ansicht, daß die Entsendung fremder Truppen zur Festnahme dieser Beamten einen allgemeinen Aufruhr zur Folge haben würde. London, 5. Oktober. Aus Tientsin wird gemeldet: Der belgische und der holländische Vertreter sind hier eingetroffen. Die Zahl der amerikanischen Truppen, die sich noch im Norden befindet, beträgt nur noch 800 Mann. Diese Zahl dürfte jedoch demnächst erhöht werden angesichts der Lage, in der sich eine Anzahl amerikanischer Missionare befinden. Die Telegraphen- Verbindung mit Peking wird in 8 Tagen wieder in Betrieb gesetzt werden können. Zwischen Tientsin und Taku ist der Telegraphendienst bereits wieder ausgenommen. London, 5. Oktober. „Daily Mail" meldet aus Shangai, daß die englische Schiffahrts-Gesellschaft ihr Material an eine deutsche Gesellschaft verkauft hat. Rom, 5. Oktober. Admiral Candiani berichtet, daß die verbündeten Truppen sechs chinesische Befestigungswerke, die bei Shanhaikwan sich befinden, besetzt haben. Washington, 5. Oktober. Die Vorschläge Frankreichs betreffs Regelung der Schwierigkeiten in China, welche durch den ersten Sekretär der französischen Botschaft dem Staatssekretär Hay übermittelt worden sind, sind bereits von Rußland angenommen worden. Mac Kinley wird am nächsten Montag nach Washington zurückkehren. Der Krieg ht Südafrika. Als Vorbote für die Rückkehr zum FriedenSzu- stände Südafrikas wird in London die Mitteilung betrachtet, daß nunmehr wieder Codedepeschen nach bekannten Codebüchern, die anzugeben sind, im Verkehr mit Südafrika durchpassieren dürfen. — Oberbefehlshaber Lord Wolseley mahnt in einer Zuschrift an die Zeitungen davon ab, die heimkehrenden Truppen mit geistigen Getränken zu bewirten, da man dadurch der Brauchbarkeit und Zuverlässigkeit dieser ins bürgerliche Leben zurückkehrenden Leute schade. Eine Depesche des Daily Telegraph aus Lourenzo Marquez bestätigt die Reutermeldung, daß vorgestern (2.) von dort mit dem österreichischen Lloyddampser Styria 500 fremde Burenstreiter abgegangen sind. Ein Teil ihres Soldes wurde ihnen von Burenbeamten bei Ankunft an Bord ausgezahlt, den Rest erhalten sie bei ihrer Landung an ihrem Bestimmungsorte. Die meisten der aufsässigen irischen Amerikaner wurden dadurch befriedigt. Durch diesen Ausgleich ist die unbehelligte Abreise Krügers ermöglicht. Dem Reuterschen Bureau wird aus Johannesburg vom 2. gemeldet: Die Gegend um Witwatersrand ist noch nicht frei von Buren; feindliche Abteilungen streifen umher und greifen englische Patrouillen an. Am 29. September wurden zwei Soldaten in der Gegend von BoShos (nicht zu verwechseln mit Boshos im Oranjefreistaat) getötet. — Gestern ist hier der erste Zug mit Vorräten eingetroffen. (Diese Meldung ist sonderbar. Weshalb haben vorher keine Vorräte nach Johannesburg gelangen können, da doch die Bahn in den Händen der Engländer war, wenigstens nach ihren Versicherungen?) Wie aus Bloemfontein gemeldet wird, sand am 29. September bei Dewetsdorp ein Gefecht statt, in d m ein Burenkommando, wie man annimmt, ein Teil von De Wets Streitmacht unter PretoriuS, geschlagen wurde. Deutsches Reich. Berlin, 4. Oktober. Aus Danztg wird .gemeldet: Der Kaiser traf von Marienburg, wo er zwei Stunden auf der Rückreise von Rominten zur Besichtigung des Schlosses und der wiederhergestellten Laubengänge verwendete, heute Abend aus dem hiesigen Hauptbahnhose ein und fuhr alsdann nach Langsuhr weiter. Er wurde dort von dem Prinzen Heinrich empfangen. Der Kaiser begab sich nach der Kaserne, wo das Regiment im Kasernenhos aufgestellt war. Nach der Besichtigung sand im OsfizierS- kafino ein Festmahl statt. — Zum Kaiserbesuch beim Geheimrat Krupp verlautet jetzt, daß der Kaiser und die Kaiserin bereits am 12. ds. aus Villa Hügel bei Essen eintreffen, um dort zu übernachten. Am Morgen des 13. Oktober wird dann das Kaiserpaar über Hattingen-Wichlinghausen nach Barmen-Elberscld sahren und abends wieder nach Villa Hügel zurückkehren, wo abermals übernachtet wird. Der solgende Sonntag, 14' Oktober, ist der Ruhe gewidmet, welche nur durch einen Besuch der Arbeiterkolonien, und speziell der neuen Kolonie „Süd-Essen", unterbrochen werden wird. Auf Villa Hügel werden daher diesmal keine besonderen Empfangsfeierlichkeiten aus Anlaß des Kaiserbesuches stattfinden. — Der Bahnhof Rittershausen wird bei der Ankunft des Kaiserpaares am Morgen des 13. LS. für den Verkehr vollständig abgesperrt. Zum Empfange dürsten nur der Oberbürgermeister Dr. Lentze, der kommandierende General des 7. Armeekorps, sowie der Oberpräsident auf dem Bahnsteige anwesend sein. — Aus Weimar wird gemeldet: Nachdem gestern nachmittag um 4 Uhr im Familienkreise die Leiche des Prinzen Bernhard Heinrich eingesegnet worden war, erfolgte nachts um 1 Uhr die Ueberführung hierher. Der Sarg wurde vom Bahnhöfe aus unter militärischer Begleitung durch die Straßen, wo Kriegervereine Spalier bildeten, nach der Fürstengruft überführt, wo heute zahlreiche Blumenspenden niedergelegt wurden. — Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Kaiser beauftragte den Präsidenten des Reichsmilitärgerichts, Generalleutnant Frhrn. v. Gemmingen, mit der Stellvertretung des Reichskanzlers im Bereiche der Militärjustizverwaltung hinsichtlich des Reichsmilitärgerichts und der Militäranwaltschaft, — In der Presse wird neuerdings behauptet, daß an Stelle des Generals v. Liebert wieder ein höherer Offizier Gouverneur von Ostasrika werden soll. Die „Nationalzeitung" bemerkt dazu: „Wir würden es sehr beklagen, wenn etwa der Grundsatz ausgestellt würde, daß dort nur ein militärischer Gouverneur zulässig sei. Wirtschaftliche Gesichtspunkte müssen für die Verwaltung Deutsch OstafrikaS maßgebend werden. Daß auch unter einem obersten Leiter, der nicht Militär ist, die militärischen Rücksichten ausreichend gewahrt werden können, hat sich in Kamerun gezeigt." m - Der „Nordd. Allg.-Ztg." zufolge ist in der Besetzung der Konsularämter solgende Aenderung er» folgt: Durch Versetzung des Generalkonsuls Pritsch nach Antwerpen ist das erledigte Generalkonsulat in Genua dem Wirklichen Legationsrat Jrmer übertragen worden. Zum Generalkonsul in Barcelona wurde Konsul v. Hartmann in Alexandrien ernannt, der durch den Konsul Frhrn. v. Humboldt-Dachroeden in Moskau ersetzt wird. An Stelle des letzteren tritt Konsul Frhr. v. Rech en berg m Sansibar, an dessen Stelle der Vizekonsul Gras Hardenberg. Das Konsulat in Söul wurde dem bereits mit der Verwaltung dieses Postens betrauten Gesandtschafts-Dolmetscher Weipert verliehen. — Die „Nationalztg." kann die Nachricht, daß absolut keine Rede von Zöllen auf Urprodukte der Textrl- industrie sei, insofern bestätigen, als in den jüngsten Verhandlungen der landwirtschaftlichen Kommission des wirtschaftlichen Ausschusses der Wollzoll erörtert, aber als unmöglich erkannt wurde. — Aus Straßburg wird gemeldet: In Saar- umon wurde Landesausschußmitglied Ernst v. Schlumberger (gouv.) mit 1101 Stimmen gewählt. Bankier Max Karcher farblos) erhielt 838 Stimmen. In Drulingen wurde Bürgermeister, Mehrung (gouv.), in Neu-Breisach Guts- besitzer Eckert (farblos), in Metz-Land Landesausschußmitglied Tischmacher (Rombach), in Albesdorf Landesausschußmitglied Thomas, in Delme Tardel, in Busendorf Burger, in Groß- taennchen Sibille, in Falkenberg Bürgermeister Webank, in Bolchen Dr. Werler gewählt. Gegen die Giltigkeit der Wahl des gouvernemeutalen Bürgermeisters Gierlich und Bürgermeister Klein (Krastatt) ist von klerikaler Seite wegen angeblicher Wahlbeeinflussung Protest erhoben worden. Gießen, 5. Oktober 1900. *♦ Kiekener Dolksbad. Es wurden verabreicht im Monat September 7304 Bäder gegen 7436 im August 1900 unb 6481 im September 1899 oder IM Durchschnitt auf den ganzen Badetag 265 Bäder gegen 256 im August 1900 und 224 im September 1899. — Der Besuch im einzelnen hat sich verteilt wie folgt: Schwimmbad 3617 Männer, darunter 916 zu 10 Pf., 1006 Frauen, „ 336 „ 10 „ Wannenbäder 1. Klasse 169 Männer, 62 Frauen, „ 2. „ 654 „ 484 „ Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 78 Männer, 6 Frauen, Brausebäder zusammen Die Personenwage wurde von 220 Personen benützt, das Bad von 37 Personen besichtigt. - Braus-bä zu 10 Psg. werden an jedem Tage, so lang« die Anstalt geöffnet ist. an Männer und Frauen gl-ichM » ^^br°lcht. ** Die Einstellung von Mar ken ver kauf er V Ä Ä So bei- Verkehr eine Entlastung der Schaltcr-Be- amt e n von dem Verkauf der Wertzeichen wünschenswert Eckt und die Schgltervorraume groß genug sind, um die entsprechenden Vorrichtungen für den Verfalls der Mar en Mterzubringen. Die Marken - Verläufer.nnen ünlten nur die gangbarsten Sorten der Wertzeichen vor tätig- Sie können ermächtigt werden, auch Papier und Ausland. Kopenhagen, 4. Oktober. Der russischeThron-- solger und Prinz Max von Baden mit seiner Gemahlin werden übermorgen in Schloß Fredensborg eintreffen. London, 4. Oktober. Aus Tanger wird gemeldet r Dem Vernehmen nach stattet eine deutsche Gesandtschaft anfang November dem Hofe einen Besuch ab. — „MornigPost" meldet aus Kumassi von gestern: Oberst W i l c o k s traf am 30. September auf eine große Abteilung Aschantis, die eine starke Stellung an einem Hohlwege im Gebüsch innehatte. Nach zwei vergeblichen! Angriffen gelang es beim dritten Angriff,, den Feind zu vertreiben. Die Dörfer wurden verbrannt. WilcokH verlor 36 Mann, einschließlich fünf englische Offiziere, die verwundet wurden. Brüssel, 4. Oktober. Die Sozialdemokraten! organisieren für nächsten Sonntag, wenn die Schulkinder Brüssels vor dem Thronfolgerpaar vorüber defilieren werden, eine große D e m o n st r a t i o n für die politische Amnestie und das allgemeine Wahlrecht. Der „Peuple" betont ausdrücklich, daß diese Manifestation! nicht antidynastisch sein, sondern nur dem künftigen Herrscherpaar direkt ins Ohr gellen solle, was das Volk verlange. Paris, 4. Oktober. Der „Matin" veröffentlicht folgende Depesche aus Ainsefra: 1300 Araber sind gegen die marokkanischen Räuberbanden ausgesandt, die sich auf dem Aichberge festgesetzt haben. Der Kommandeur des! 2. Spahi-Regiments begab sich mit dem Obersten Kaid ebenfalls dorthin. Rom, 4. Oktober. Der Papst erteilte heute einer großen Anzahl italienischer und ausländischer Pilger in der Peterskirche seinen Segen. Bukarest, 4. Oktober. Das Königspaar ist heute auf Schloß Pelesch eingetroffen. — Das Amtsblatt veröffentlicht ein Dekret, wodurch das Parlament für den 8. Oktober zu einer außerodentlichen Session einberufen wird. ■ , Konstantinopel, 4. Oktober. Nach neueren Be- richten aus Erze rum über den schon gemeldeten kurdischen Ueberfall bei Erzinghian wurde der Gerant des russischen Generalkonsulats, in dessen Begleitung sich auch der Kaimakaw von Plumer (Sandschak Erzinghian) befand, von ungefähr hundert Kurden an- geariffen. Von der Eskorte wuroen drei Mann getötet, zwei verwundet. Der Gerant ist wohlbehalten in Erzing- hian angekommen. Die dorttgen Behörden haben Maßregeln getroffen, das geraubte Gepäck und die Pferde wieder zur Stelle zu schaffen. Der russische Botschafter Sinowjew hat an die Pforte eine Note gerichtet worin! er über die beklagenswerten Folgen des Ungehorsams, der Kurden Beschwerde führt und energische Maßnahmen zur Besttafung der Schuldigen verlangt. — Der nach Marseille geflohene Osman Pascha erhielt vom Yildizpalast Mitteilungen, die ihn zur Rückkehr nach Konstantinopel bewegen. , _rfPT1- Livadia, 4. Oktober .Der Kaiser empfing gestern die außerordentliche Gesandtschaft unter Führung des Generalleutnants Ferrero, der dem Kaiser emen «rief des Königs Viktor Emanuel mit der Notiflkation ferner Thronbesteigung und des Todes König W^rts 'ib^r reichte. Nach der Audienz wurden die ^tgUeder d Gesandtschaft der Kaiserin Festtafel statt, bei der der Kaiser auf das Wohl be$ Königs von Italien trank. ... 4 n aus Ku- mit ben L ) Unübertroffen zur Haut- u. Schönheitspflege. ^Myrrholin-Seife Als beste Kinderseile ärztlich empfohlen. gewählt. London, 5. Oktober. Die Lage der Parteien war gestern abend folgende: Ministerielle 271, Konservative 115. Der gestrige Tag war für die Konservativen besonders befriedigend. Sie gewannen 13 Sitze, die Liberalen dagegen nur 3. Im ganzen haben die Konservativen bisher 21, die Liberalen 12 Sitze gewonnen. Paris, 5. Oktober. Gelegentlich des Schlusses der Weltausstellung wird Prästdent Loubet ein großes Fest im Elysee geben, zu dem sämtliche Fremden, die sich irgendwie in hervorragender Weise an der Ausstellung beteiligt haben, eingeladen werden sollen. Paris, 5.Oktober. Dem Präsidenten der Republik ist von der Königin von Holland das Großkreuz des Ordens des Niederländischen Löwens verliehen worden. Wien, 5. Oktober. Die Vermählung deS Herzogs Robert von Württemberg mit der Herzogin Marie Reineria findet am 29. Oktober statt. Der Kaiser und sämtliche Mitglieder deS kaiserlichen Hauses werden der Feier beiwohnen. Kirchliche Nachrichten. Svangelische Gemeinde. Sonntag den 7. Oktober. 17. nach Trinitatis. Gottesdienst. I« der Stadttirche. Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die Mattbäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Am 15. bezw. 16. Oktober soll her diesjährige Konfirmanden- unterricht wieder beginnen. Die Anmeldungen der Kinder aus der Matthäus-, sowie Markus- und Mtkitärgemeinde werden am Mittwoch dem 10. und Iormeretag dem 11. Hüloöer, jedesmal in den Stunden von 12—1 und 4—k Ahr, in den Wohnungen der Pfarrer entgegen genommen (Matthäusgemeinde: Kirchstraße 1, Markus« und Militärgemeinde: Bahnhofstraße 42). Die feierliche kirchliche Aufnahme der Kinder findet am ßrute-AanKfefi, den 14. Hktoöer statt und zwar für die Marknsgemeinde im Nor- mittagsgottesdlenfi,fürdie Matthäusgemeinde imAöendgottesdieufi. In der JoharrneSkirche. Vormittags 9»/» Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die Jo« VanneSgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 1V/4 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. ^a<-«chZen Sonntag &cn 14. Oktober feiern wir unser Krnte- F" demselben Tage wird nach allen Gottesdiensten eine vesondere Sammlung für die Armen erhoben. An dem Erntedankfest beginnen die Abendgottesdienste um 5 Uhr. llnh ^^""^andenunterricht für die Kinder der 8U Aftern 1901 konfimiert werden foUcn, beginnt am Montag den 15; und Dienstag den 16. Oktober Neueste Mellm, ''S“L eine stark Ansturm des Vermischtes. * Berlin, 4. Oktober. Der Selbstmord Fähnrichs Meiße vom 3. Eisenbahnregiment wird u1lf plötzlich eingetretene Geistesverwirrung zurückgeführt. Ter junge Mann, dem von seinen Vorgesetzten das beste Zeugnis ausgestellt wird, .stand zwar zu einer Familie m Schöneberg in engen Beziehungen, doch läßt der. Charakter aller Beteiligten irgendwelches unlautere Verhältnis als absolut ausgeschlossen erscheinen. Der ältere Bruder des Unglücklichen hat vor zwei Jahren auf dieselbe Weise sein Leben geendet. ■ ' ' ' Ko nitz 3-Oktober . Der Besitzer Hellwig und dessen Mutter aus Gorsdorf wollten kurze Zeit vor dem Morde Ernst Winters im Math. Meyerschen Geschäft hier von feiten der Meyerschen Familie Aeußerungen gehört haben, welche die MitWissenschaft der Familie Meyer an dem Morde, wenn sich die H. scheu Aussagen al^ wahr erweisen, außer Zweifel setzen. Jetzt nun haben Besitzer Hellwig und Mutter, wie das „Kon T" mit- teilt, auf Veranlassung der Justizbehörde nach Berlin dem jetzigen Aufenthaltsorte des Kaufmanns Math Meyer reisen müssen, wo sie der Familie M. gegenübergestellt wurden Herr Hellwig wie sein eMutte^ hielten ihre frühere Aussage voll aufrecht. — Als Nebenerscheinung giebt es fast täglich 'Gerichtsverhandlungen, die zu dem Morde in mehr oder minder naher Beziehung stehen. - 1 Krieskastrn der Redaktion. , W. B.-Gietzen. „Daß dieBarbier-und Friseurgeschäfte von dem Neunuhr-Ladenschluß betroffen werden, dürfte als ficher gelten. Der Betrieb der Geschäfte findet durchweg in Ladenlokalen statt, tn denen nebenbei noch ein Berkaus von Waren: Parfümerien Torlettengegenstände, Cigarren usw. erfolgt. Was den anderen Laden- besitzern verboten ist, kann daher den Friseuren nicht erlaubt sein, umso» weniger da, wenn auch ein handwerklicher Betrieb vorgeschützt wird der Versuch, die Verleitung zum Verkauf sehr nahe liegt. -r- Mainz, 4, Oktober. In der Versammlung des mittelrheinischen Fabrikantenvereins, die hier am Donnerstag, dem 18. Oktober im Casino „Hof zum Gutenberg" stattfindet, hält Proseffor Dr. M. Bierm er-Gießen einen Vortrag über das Thema: „Die heutige Mtttelstandsbe- wegung". Nach gemeinschaftlichem Mittageffen wird eine Besichtigung der Werke der Firma Dyckerhoff & Söhne- Amöneburg bei Biebrich vorgenommen werden. Die Abfahrt erfolgt je nach der Witterung per Wagen oder per Dampfboot. Wetzlar, 4. Oktober. Durch die heute vormittag im „Römischen Kaiser" stattgehabte Wahl von 12 Mitgliedern der Handelskammer ist die Konstituierung der Kammer in der Hauptsache vollzogen. Die Wahlen, die in drei Abteilungen vorgenommen wurden, gingen sehr glatt von statten. Erschienen waren pon 4 eingeschriebenen Wählern der 1. Klasse 3, welche ihre Stimmen auf Generaldirektor Eduard Kaiser, Wetzlar, Bergassessor Ludwig Raab, Bahnhof Wetzlar, Fabrik-Direktor A. Scholz, Bahnhof Wetzlar, Fabrikant H. Jung, Bahnhof Wetzlar vereinigten. In der 2. Klasse waren von 19 stimmberechtigten Wählern 13 erschienen; es wurden gewählt: Llpothekenbesitzer Siegmund Hiepe, Wetzlar, mit 13 St., Fabrikant Adolf Neumann, Niedergirmes, mit 13 St., Bankier Karl Flörsheim, Wetzlar, mit 13 St., Fabrikant Georg Butz, Wetzlar, mit 11 Stimmen. In der 3. Klasse waren von über 140 eingeschriebenen Wählern nur 47 erschienen; von diesen wurden gewählt: Gerberei- > besitzer Gevrg Raab, Wetzlar, mit 38 Stimmen, Kauf- : mann Emil Jassoy, Ehringshausen, mit 36 St., Kauf- । mann Adolf Becker, Wetzlar, mit 33 St., Kaufmann . -August Waldschmidt, Wetzlar, mit 32 Stimmen. •* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Beim Ins.-Regt. Nr. 115 iu Darmstadt find 36 Einjährig-Freiwillige eingetreten.— Bei Siegen sind für die Woche fast sämtliche Walzwerke der Gegend stillgelegt. Da gerade jetzt die Zeit der Kartoffelernte ist, werden allerdings die Arbeiter davon weniger betroffen, wie vielleicht sonst. Die Werke wollen durch diese Maßnahme einerseits die Erzeugung mit dem Bedarf mehr in Einstimmung bringen und andererseits Preisschleuderungen vorbeugen, wie eine Überproduktion sie zurfolge haben müßte. — Wegen der immer noch zunehmeuden Typhus-Epidemie beim 68. Regiment in Koblenz hat die Polizeibehörde die Abhaltung der KirmeSfeier in der Weißergaffe verboten. Loudon, 5. Oktober. „Daily Mail" Zander masfi über den letzten Kampf der Eng. men Aschantis. Die englischen Streitkräfte nah verschanzte Stellung ein. Trotzdem war der < 'em Kamps Feindes äußerst nachhaltig. Erst nach mehrstündig ch nickt zogen sich die Aschantis zurück. Sie konnten jedo verfolgt werden. $eR Loudon, 5. Oktober. Der gestrige Wahltag hat Imperialisten neue Erfolge gebracht. Der empfindlich, . Schlag, der die Liberalen getroffen hat, ist die Niederlage von Philipp Stanhope, der in dem Wahlbezirke von Durnley unterlegen ist. Die konservativen Blätter feiern in überschwänglichen Phrasen das Wahlergebnis des gestrigen Tages. In Dublin wurde der liberale Kandidat Karten, die von der Privatindustrie her gestellt sind, Ansichtskarten 2C. aus eigene Rechnung feil zu halten. Tie Verkäuferinnen sind keine Beamtinnen, sondern treten zur Postverwaltung lediglich in das Verhältnis wie jeder Inhaber einer Postwertzeichen-Verkaufsstelle. Die Verkäuferinnen erhalten jedoch ein festes Tagegeld für den Arbeitstag. Im Bezirk der Oberpostdirektion Berlin find mit der ersten Markenverkäuferin der Reichspost im Schaltervorraum des Hauptpostamtes in der Spandauerstraße bereits fünf solcher privater Markenverkaufsstellen bei den Postämtern eingerichtet worden. Von der Aufstellung eines Kioskes, wie beim Briefpostamt, hat man Abstand genommen, vielmehr nur einen Gitter verschlag in einer Ecke der Vorräume der betreffenden Aemter hergestellt. ** Warnung. Fast überall werden gedruckte Formulare für Mietsverträge angeboten und benutzt. Die vertragschließenden Parteien schließen die Miets-Verträge in dem Gedanken, das Gedruckte habe feine Richtigkeit, ab, ohne sich im einzelnen klar zu werden, welche Tragweite die einzelnen gedruckten Bestimmungen haben, und daß sie in den meisten Fällen durchaus nicht einwandsfrei sind. So findet man, namentlich in den Mietsverträgen, die von den Hausbesitzervereinen als „rechtskräftige Mietsverträge" den Vermietern gegeben Werder, sehr häufig Bestimmungen vor, die den Mietern die Schutzbestimmustgen der Gesetze nehmen. Der Mieter unterschreibt gewöhnlich einen derartigen Vertrag im Vertrauen darauf, daß die gedruckten Bestimmungen dem Gesetze entsprechen, auch in Fällen, wo er. bei richtiger Erkenntnis zweifellos die gedruckten Bestimmungen nicht acceptiert haben würde. Es entstehen bar aus, namentlich für die Mieter, nicht selten große Enttäuschungen. Aber auch die Vermieter werden oft überrascht durch eine Konsequenz, die derartige gedruckte Mietverträge, die gewöhnlich ungeschickt abgefaßt sind, für sie haben. Außerdem stehen in diesem Formular häufig widersprechende Bestimmungen, die hineingesetzt worden sind, nicht, um sich gegenseitig zu ergänzen, sondern sich gegenseitig ausschließend, in der Voraussetzung, daß das Nicht- konvenierende ausgestrichen wird. Wenn das unterbleibt, so entstehen sehr häufig daraus Rechtsstreitigkeiten und unangenehme Verwickelungen. Cs kann daher nicht genug gewarnt werden vor dem gedankenlosen Gebrauch derartiger Verträge. -k- Alten Bnseck, 3. Oktober. Als am vorigen Montag bei dem über die hiesige Gegend gezogenen schweren Gewitter der Landwirt Johannes Lepper IV. mit feinem Fuhrwerk in Begleitung seines 11jährigen Sohnes vom Felde zurückkehren wollte, schlug ein Blitzstrahl einige Meter vor ihnen in die Erde. Der Mann, der neben dem Fuhrwerke herging, fiel betäubt zu Boden. Den Bemühungen eines in der Nähe befindlichen Mannes und des Sohnes gelang es jedoch bald, Lepper aus der Ohnmacht zurück- zurufen. Die Folgen des Unfalles find glücklicherweise keine schlimmen; der Verletzte spürt nur noch eine Lähmung in den Beinen. Ans dem BogelSberg, 4. Oktober. Ein Bauersmann aus einem Dorf unseres Gebirges kam, so schreibt das „Schott. Kreisbl.", kürzlich in die Kreisstadt und kehrte dort, nachdem er seine Geschäfte besorgt hatte, in ein Wirtshaus ein. Er bestellte sich ein Glas Bier. Die Wirtin kam feinem Wunsche nach, gab ihm aber Bier, das schlecht und abgestanden war. Damit er dies nun nicht merken sollte, fing sie gleich ein Gespräch mit ihm an. Sie sagte: „No, Hannes, was gibts bei Euch für Neuigkeite, was mache se do obe in H.?" „Ach bei uns giehtS noch ganz gut, doas Neuste iS, daß mer etz ach en Bierbrauer hon", erwiderte der Gast, merkend, daß das ihm vorgesetzte Bier schlecht — sogen. Tröpfelbier — war. Die Wirtsfrau staunte hierüber und fragte: „Ei, Hannes, wie is denn des möglich ?" „Jo, jo, 's iS woahr!" beteuerte der Hannes. „Ei no, von was mache dann die das Bier?" Auf diese Frage erwiderte der Bauersmann, nachdem er nochmals das Bier versucht, kopfschüttelnd: „Ei, vo Weire, La ab u n Knotte!" „Ach, davon kann mer doch kei Bier braue? Wie schmeckt denn daS Zeug?" fragte die Wirtin. Der Bauer antwortete auf den vor ihm stehenden schäbigen Bierrest hindeutend mit ganz ernster Miene: „Ei doaS schmeckt grat) so wie doas ach." Darmstadt, 4. Oktober. Die Regierung hat, wie gestern schon kurz gemeldet, der Zweiten Kammer einen GesetzentwurfüberdieErrichtungeinerhes- sischeu Pfandbriefbank übermittelt. Diese Pfano- vriefbank soll nach den Vorschlägen der Regierung in tform einer Aktiengesellschaft, auf welche die Bestimmungen des Hypothekenbankgesetzes vom 13. Juli 1899 Anwendung I« nx en- vJ*en' dichtet werden, und zwar, wenn möglich, hL mit denjenigen Sparkassen des Landes, bucke? imlhns Artikels 1807 des bürgerlichen Gesetz- aefefcfAl fces Witoä 125 des hessischen Aussührungs- |ic Regierung M T ben Sag kredttkasse zu verwendenden Mittel X Aufsicht über die Bank wird im Namen der Äen^g vom Finanzministerium ausgeübt. Die lwvotbekarisck^ Darlehen an Private aus der Laudeskreditka £toerben^p entsprechende Einschränkung erfahren. Nach dm Motiven hält die Regierung bte Errichtung einer Pfandbriefbank zur Entlastung der Landeskreditbank für unumqänalick Die letztere habe gerade in jüngster Zeit den Staatskredit in einer Weise für durchaus private Zwecke in Anspruch qe- nornrnen, daß ohne ein rechtzeitiges Einschreiten die im Sommer vorigen Jahres aufgenommene Anleihe von zehn Mill. Mark sehr bald zur Befriedigung der Darlehnsgesuche nicht mehr ausgereicht haben würde. In der Folge soll das Institut der Landeskreditkasse dahin umgeformt werden, daß ihre Zwecke auf die Unterstützung der jWohnungs- bestrebungen ausgedehnt, Privathypotheken für Nicht-Me- liorationszwecke dagegen ausgefchieden werden. Mainz, 4. Oktober. Der Großherzog kam gestern morgen 10 Uhr 30 Min. aus der Rückreise von Paris hier im Hauptbahnhof an, und fuhr mittelst Extrazugs nach Darmstadt Wetter. Die Anmeldung der Konfirmanden auS der Lukasgemelnde wolle man vornehmen Mittwoch den 10. und Donnerstag de» 11. HL- tover, vormittags von 12-1 Uhr und nachmittags von 3-6 UDt5 (Wohnung des Pfarrers: Alicestraße 13.) Die iererttche Eröffnung des Konfirmandenunterrichls der AuKasgcMeivde findet Sonntag den 14. Oktober im Anschluß an den um 9Vr Uhr zu haltenden Gottesdientte statt. Die Ettern und Angehörigen der Krnder werden nebft der Gemeinde hierzu herzlich eingeladen. 1 Die Anmeldung der Konfirmanden aus der Ao-«messemelnde wolle man vornehmen von Montag den.8. brS Frertag den 12. Ok tober am sichersten vormittags bis 11 Uhr und nachmittags von 2 bis^ Uhr, auch abends, im Pfarrhause Sudanlage 8. Die feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Aoyanntsgemeinde findet statt am Sonntag dem 14. Oktober, im Anschluß an den um 5 Uhr zu haltenden Abendgottesdienst; die Eltern andere An gehörigen der Kinder werden nebst der Gememde hierzu besonders herzlich eingeladen. , Katholische Gemeinde. Samstag den 6. Oktober lLeleaerbeit zur Nachmittags um 4V, Uhr und abendö um 8 Uhr. « g heil. Beichte. Sonntag den 7. Oktober. Vormittags von 6”utoä8 \ W, 2. ICag: Vorabend Uhr. morgens 8 Uhr, N° niederländischen Besitzungen im >bearoecke.: Tabako.'älter, ragendsten Einfuhrartikel find u '' Ets-n. L-xttl Kaffee und rohes Zinn, die wichtig,. ’ J AH uhr waren und Ms.chtnen. Im Jahre 1 J 898» 62,4 Miütonen Mark gegen 61,9 Mit vn 18-8 Millionen Mart im die Ausfuhr 19,5 Millionen Mark gr, Jahre 1893. -- Die trauernden Hinterbliebenen. 6559 6560 1 Prämie L 400000 «/M — 400000 -M gesucht. 1 Gew 6551 Grobherzogliches Amtraci:ILt. 1 12000 „ = 36000 6568 M •j soll 6459 Mulch, Pfandmeister. MckMerilr Der Vorstand 6546 Hierzu ladet ergebens! ein 6549 26 26 26 26 Evarrg. Gottesdienste der Methodisten-Gemeiude. Neuenweg Nr. 9, Hinterbaus 1. Stock, Eingang Erlengaffe. Sonntag den 7. Oktober, nachmittags 4 Uhr Herr Prediger C. Wendt. Mittwoch abend 8V2 Nyrr Bibelstunde. Jedermann freundlichst willkommen.__ 6558 Der Borstand MietgMche Ostene stellen clannitimidjinißeii IAien-Ukluche verschiedenes 4 3 2 2 2 60000 50000 40000 30000 20000 15000 Flur Flur Flur Flur 0»