Frettag den 6 April Erstes Blatt. AintS- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren Q n. Gebäck iiv iäft s-Wäsche.! raa»k Fischs z»e,«gspr«t- vierleljährl. Mk 3M monatlich 75 PsZ. mit Bringerlohn; durch die Abholestrküx vierttljährl. Ml. IM monatlich 65 Pftz. Bei PoSbezng Ml. 2,40 DiertelJäW mit Bestellgeld irrätig, ocolai» wen. 6 SS IMMBtoa. «Oedi^n und Druckes: *Xe ’• f« Alle Anzeigen.BermtttlungSstvllm de» In« und Ausland«« »rtzmev Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeh: ZrilenpreiS: lokal 12 Pfg., auSwärlS 20 Pfg. »reffe für Depeschen: JtairlftS Fernsprecher Nr. 51. Gießen, r. GrsÜsdeiiaLtK: Kießrsrr FamMenblätter, Zrr heWche Landwirt Mittler M heMche VaLsKnnde. sm iMJlM Sä* C « h Der Krieg in Südafrika. Der Handstreich der Buren gegen die Bloemfonteiner Wasserwerke und die Ueberrumpelung einer englischen Kolonne bei Thabanchu haben den englischen Siegesrausch I bedeutend abgekühlt. Man ist sich klar darüber geworden, ! daß noch nicht einmal der Oranje-Freistaat genügend paci- siziert ist und das schwerste Stück Arbeit den englischen Heersührern noch bevorsieht. Zutreffend wird die Lage in einer Meldung an die „Times" aus Bloemfontein vom Montag wie folgt geschildert: Die Bewegungen des Feindes zeigen Unternehmungsgeist und beweisen, daß im nördlichen Teile des Oranje-Freistaats die Buren fester zusammen- halten, als man angenommen hatte. Oliviers Aktion, indem er wieder auf Ladybrand nach Osten vorstoßend dasselbe besetzte, sodann Verstärkungen heranzog und Thabanchu wiedernahm, war ein strategisches Meisterstück, da er dabei seinen Vorteil an der einzig verwundbaren Stelle von Roberts Stellung wahrnahm. Die Sache ist hauptsächlich von dem Gesichtspunkt aus zu bedauern, daß wir uns unfähig gezeigt haben, den Farmern im Südosten und Osten, die ihre Gewehre ausgeliefert hatten, vollen Schutz angedeihen zu lassen. Ueber den Kampf bei Thabanchu liegen noch eine Reihe weiterer Meldungen vor. Marschall Roberts telegraphiert aus Bloemfontein vom Montag 10 Uhr 30 Min. abends: Fortsetzung meines Telegramms vom 31. März. Es hat eine beträchtliche Verzögerung in der Erlangung Ein Telegramm der „Times" aus Kapstadt den 2. April berichtet: Als der englische Convoi und die Geschütze am Kornspruit in den Hinterhalt gerieten, war, wie es scheint, nicht ein Mann an der Tote, der den Auftrag hatte, Ausschau zu hallen. Die Eskorte trottete ruhig hinten daher und merkte erst, daß etwas nicht in Ordnung war, als der halbe -Convoi bereits weggenommen war. „Laffans Bureau" meldet, in Bloemfontein sei das Pumpwerk in die Luft gesprengt. Die Zerstörung der Wasserwerke wird doch große Unbequemlichkeiten verursachen. Es wird nötig sein, mit Wasser zum Baden sparsam umzugehen, es ist jedoch ein reichlicher Vorrat von Trinkwasser vorhanden. Der „Berl. Lokalanz." läßt sich aus London telegraphieren: Die Meldungen aus Bloemfontein lauten ungünstig für die Engländer. Einzelne Burenabteilungen haben sich bereits nach dem Süden von Bloemfontein durchgearbeitet und die Verbindungsbahn mit dem Süden überschritten. Die Pserde Lord Roberts' sind aufgebraucht, neue fehlen. Die Wafferleitung von Bloemfontein ist thatsächlich zerstört. Die „Boss. Ztg." erfährt aus London, daß der „Standard" folgendes Bloemfonteiner Telegramm veröffentlicht : Die neunte Division und die Kavallerie des Generals French versuchten die Buren zu umzingeln, zogen sich aber nach einer starken Stellung zurück; als General i Colville fand, daß der Feind über Creuzotgeschütze verfüge, beschloß er, ihn nicht an zu greifen und kehrte nach Bushmanskop zurück. French behalte indes Fühlung mit den Buren. Die Division des Generals Colville samt der Kavalleriebrigade des Generals French wurde von den Buren zurückgeworfen und ist in Bloemfontein wieder eingetroffen. Aus London geht dem „Berl. Tagebl." ein Telegramm zu, demzufolge zwei kleine Abteilungen gefangener Buren I von Green Point entflohen sind. Sie wurden verfolgt und in einem Eisenbahnzuge aufgespürt, der angehalten I wurde. Es gelang ihnen aber, durch die Wagenfenster zu I entspringen. Ueber den Führer der Buren bei dem Ueberfall I am Kornspruit veröffentlicht das „New-York Journal" ein Telegramm aus Bushmanskop, in welchem gemeldet wird, I daß der Hauptmann Reich mann, der die Buren geführt I haben soll, als sie den Engländern am Kornspruit den I Hinterhalt legten, Hauptmann im Heere der Vereinigten I Staaten sein soll, der die Burentruppen als amerikanischer Militärattachee begleitet. Einem Telegramm derselben Zeitung ans Washington zufolge hält das dortige Kriegs- I amt die obige Meldung für unglaublich, obwohl das KriegS- I amt in letzter Zeit nichts von Reichmann gehört hat. — Karl Reichmann wurde in Deutschland geboren, in Herdel- I berg erzogen und kam 1881 nach Amerika, wo er als ge- I meiner Soldat in die Armee eintrat, aber schnell befördert I wurde. Reichmann wurde als ruhiger und sehr vorsich- I tiger Mann geschildert. . I Nach St. Helena ist am Dienstag, wie die Londoner Blätter aus Kapstadt melden, ein Transportschiff mit dem General Cron je, dem Oberst Schiel und tausend ge. I fangenen Buren in See gegangen. , I Die Nachricht von einem BeileidStele gramm Gießener Anzeiger General -"Anzeiger genauer Nachrichten über unsere Verluste in dem betreffenden Gesecht stattgefunden, da das Gefecht 22 Meilen von hier stattfand. Das Telegraphenkabel wurde mehrfach unterbrochen, und das bedeckte Wetter stört daS Signalisieren. ES hat kein größeres Gefecht mehr stattgefunden. Während des Tages spielten sich viele Akte einer bemerkenswerten Tapferkeit ab. Die ^-Batterie blieb in Thätigkeit unter dem Kreuzfeuer auf 1200 Ellen. Die Offiziere bedienten die Geschütze selbst, nachdem die Verluste das Detachement vermindert hatten. Es wurden mehrere tapfere Versuche gemacht, die zwei Geschütze zurückzuerobern, deren Gespanne getötet waren, doch bei jedem Versuch wurden die Pserde erschossen. Die Essex-, Munster-, Shropshire- und Northumberland- berittene Infanterie deckte den Rückzug der Geschütze von dieser Position bis zu dem Flußübergang, welchen die Kavallerie zwei Meilen weiter südlich aufgesunden hatte, und widerstand den entschiedensten Angriffen deS Feindes, welcher in einigen Fällen bis auf 100 Ellen herankam. Die N-Batterie war plötzlich in der Drift umringt, und Offiziere und Mannschaften wurden, ohne einen Schuß abaefeuert zu haben, gefangen genommen. Nur Major ; Taylor und dem Sergeant-Major gelang es, tn der Ber- wirrung zu entkommen. Fünf Geschütze der Batterie wurden ^sbt^ Amtliche^Teü. Bekanntmachung. Betr.: Die Maul- und Klauenseuche zu Dorf-Gill. In Dorf-Gill ist in einem Gehöfte die Maul- und Slauenseuche festgestellt und Gehöftsperre verfügt worden. Gießen, den 4. April 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. ______ ;fen zu ttW. ; ^dststtsr M ».»«'S-" 1“ f®' , . _>_«scheinenden Wumm« M Mnn. 10 IRc. g^e^eiungeii fjjötcßcn# ebeeM »sicher. ner Cafe, schank Mein echten t Urqut 'LBnuhauieinPih von » Bürgert:, und r Weissbier, Zur Lage in Italien. hoffnungslos gestaltet sich die Lage der beiden Mächte, I die mit uns im Dreibunde vereinigt sind. Der Hader der | Nationalitäten in Oesterreich hat schon seit langem nicht I nur die wirtschaftliche Entwickelung gelähmt, sondern auch I feine tiefgreifende Wirkung ausgeübt auf die Bewertung I je ui er Bündnisfähigkeit und seine militärische Bedeutung; I ine finanziellen Schwierigkeiten, die gleichzeitig einem Aus- I bau. der österreichischen Wehrkraft entgegenstehen, gehören I jo ohnehin zu dem Erbteil vergangener Zeiten. Noch trüber I gestaltet sich der Ausblick auf die Gegenwart und die Ver- I gangenheit Italiens. Der mißlungene Versuch, m den I chinesischen Gewässern eine Rolle zu spielen, spricht hier I eine fast noch deutlichere Sprache, als das trübe Drama in I Abessynien, das in der Schlacht von Adua seinen ent- I mutigenden Ausgang fand. Italien leidet wie Deutschland an feiner Vergangenheit. Ehrend in Europa der natürliche Zusammenschluß der verwandten Stämme sich überall vor langen Jahrhunderten vollzog, haben beide Volker in partikularistischem Gegen- saße ihre besten Kräfte verbraucht und zusehen müssen, wie andere groß wurden, während sie selbst den Weg zum Leile nicht fanden. Bewußt oder unbewußt haben überdies die beiden großen kosmopolitischen Mächte des Mtttel- sllers, das Papsttum und das Kaisertum, die nationale Zusammenfassung erschwert. In Deutschlands ist jener | mittelalterliche Cäsarengedanke ausgeloscht worden durch , den Sturmwind der französischen Revolution und un letzten Sinne durch die Faust, die den Bundestag von Frankfurt veriaate- in Italien besteht jene internationale Gewalt noch heute, auch wenn die weltliche Herrschaft längst zer- trümmert ist, und trotz der scheinbaren Zuruckhaltung de» Klerikalisrnus von der aktiven Teilnahme an der inneren Politik bildet er dennoch den letzten tlntergrnnd alles Geschehens. Und zuweilen, wie bei den letzten Revolten im Nor^nund in Sizilien, tritt er sichtbar hervor und, immer erblicken wir ihn aus der ^eite der Gegner de» bestehenden Zustandes, selbst wenn er auf dieser Sette nur die fort» oeschrittensten Sozialisten und die Anarchisten schlimmster Gattung als Bundesgenossen antrifsl. Er bildet den Jungbrunnen, aus dem die Republikaner, die natürlichen Vor- läliipser der Umwandlung des Einheitsstaates in ein Bündel von kleinen Gemeinwesen, ihre Kräfte schöpfen. Denn das stärkste und vielleicht das einzige Band, das den Norden und den Süden Italiens, das den Mailänder und Turiner mit dem Bewohner Neapels oder Messinas zusammen- diüpft, bildet eben die Dynastie Savoyen, und ihr Sturz erst schafft freie Bahn für jene Tendenzen, ine einst im König Bomba und auch heute noch in den Erben der ----- Herrscher von Parma oder Toskana ihre Repräsentanten dchM ' Imben^ Ergänze, die sich jetzt auf dem parlamentarischen Loden Italiens abspielen, gehen wett hinaus über den nähmen einer zufälligen Episode wie sie etwa die Geschichte der Lex Heinze für Deutschland gebildet hat. ^ms CoJ ■eieen: jaxtett F schichte der 2ex yemze für ycuuvc*. Lv dasclbst deutschen Reichstag hat die Obstruktion lediglich die An- oi-rtoa fittpCohpa nt ni-vbindern aesucktt. aeaen das lutionär Don Albertario, strenge Sühne forderten. Damals I war Rudini der leitende Minister; er mußte weichen, wett I er über Halbheiten nicht hinaus gelangte, und weil er selbst thatsächlich sich gegen die Anschuldigung nicht zu I wehren vermochte, den Wind gesäet zu haben, der zum I Sturme geworden ist. Hatte er doch ine Radikalen in. I solcher Weise begünstigt, daß er nicht nur zu allen ihrew Ausschreitungen, bis ihm selbst das Feuer aus den Nageln brannte, durch die Finger sah, sondern auch bei den Wahlen I den ganzen Regierungsapparat aufbot, um den Sieg von I Republikanern gegen die verhaßten Anhänger emes Crispi I durchzusetzen. Erst sein Nachfolger, General Pelloux, besaß, I die nötige politische Reinlichkeit, um den Kampf gegen den, Radikalismus mit Erfolg ausnehmen zu können. Und er besaß auch die nötige Energie zu solchem Unternehmen, I sodaß er in überraschend schneller Zeit den über große Teile des Landes verhängten Belagerungszustand aufheben und die öffentliche Stimmung beruhigen konnte. Als ev jedoch den Versuch wagte, auch für die Zuttmst dem Uebel, I den Nährboden zu entziehen, als er die Preß- und Vereins^ | I sreiheit, die in Italien die tollsten Bluten trieb, einzig engen Unternahm, da setzte die Obstruktion der Radikalen I ein, und jene abstoßenden Bilder zogen heraus, die den italienischen Parlamentarismus von Tag zu Tag schwerer I kompromittieren. Als die Minderheit direkt zur Verge- I waltiaunq schritt, als die Stimmurnen zu Boden geworfen und zertrümmert wurden, und der Präsident der Kammer, BianccheHi, machtlos dem wüsten Treiben zußehen muhte, pa wurde während der Vertagung des Parlaments der umstrittene Entwurf durch Königliches Dekret zwar zum Gesetz erhoben, doch entschloß sich die Regierung nachträglich, die | Zustimmung der Kammer zu diesem Vorgehen einzuholen. Und nun setzte der Kampf erst in voller Wildheit em. Die einzelnen Episoden in dem von der Obstruktion herausbeschworenen Konflikte zu verfolgen, erübrigt sich; sie gleichen den Vorgängen, die wir auch anderswo erlebt I haben, nur sind sie gesteigert m das Maßlos-Brutale. I Die Aenderung der Geschästsordnung und die Uebertragnng weitgehender Gewalten an den Präsidenten der Deputierten- I kammer dürfte auf parlamentarischem Gebiete zunächst den | Abschluß bilden. Wie in Frankreich die Hnissiers nicht gar zu säuberlich umgehen mit den Widerspenstigen, deren Abführung der Prästtent anordnet, so dürsten auch die I Pantano und Costa und selbst der neueste Sozialist, Ga- I briete d'Annunzio, in Zukunft gelegentlich die eiserne Zucht- I ritte der Disziplin zu kosten bekommen. ..... Die Vorgänge in Italien würden kaum eine tiefgehende I Besorgnis erwecken, wenn eben nicht der Untergrund so I wenig Zutrauen in die Beständigkeit der gegenwärtigen Einrichtungen einflößte. Dieses Mißtrauen wird noch verstärkt durch die vielfach wiederholten Wahlen von ver- I urteilten Anarchisten und Verbrechern zu Deputierten, die I den Beweis dafür liefern, daß die Obstruktion einen starken I Rückhalt bei der Menge findet. Eine Auslosung des Parlaments würde daher schwerlich mit einem Siege der Re- I aierung enden, sondern nur die Reihen der zum Umsturz qeneiqten Elemente verstärken. Bisher blieben überdies die aufständischen Bewegungen noch stets auf bestimmte I Kreise beschränkt; wer steht jedoch für die Folgen, wenn I die Bewegung weiter greift und statt des Ministers das I Haupt des Königs zum Ziele gewählt wird? atratzen ] .ewährter Systeme | r-Matate I teatzen ^-Matratzen. M nähme eines Gesetzes zu verhindern gesucht, gegen das sich im Lande eine starke Strömung geltend machte, die intschieden noch nicht zum Worte gelangt war. In Italien ober handelt es sich nicht um eine einzelne Frage, auch nicht einmal um die schließlich gar nicht so ungewöhnliche Beseitigung eines unbeliebten Ministers oder um den Sturz ,ines von der Mehrheit preisgegebenen Kabinetts. Hier handelt es sich um die bewußte Diskreditierung des geinten, in der Monarchie gipfelnden Systems um die Herbeiführung des Anfangs von jenem Eiide, das die Reche der Könige im Exil noch durchs den Sohn Viktore Emanueles vergrößert sieht. Durch die Obstruktion die setzt m der Kammer auf dem Monte Citorio betrieben wird, sollen revolutionäre Unruhen, Aufstände im ^tile der Hunger- | cevolte von Mailand, erregt werden, die Mas en uvbil machen zum Schutze einer Freiheit, die angeblich wn dm leitenden Gewalten, in Wahrheit aber von denen bedroht wird, die den stürmischen Willen einer Minderheit öer überragenden Mehrheit als Gesetz aufzwingen wollen [trb in der That geht die Bewegung, die letzt dav ganze '3anb in Atem hält, zurück auf die Vorgänge, die vor zwei Wen sich abspielten, als die Brotverteuerung die Massen rebellisch machte und die Urteile der Kriegsgerichte von den Räirelsführern, vor allem von dem klerikalen Revo- fft. 81 mt eBÄwJwt bei Kaiser Wilhelms anläßlich des Todes JoubertS, welche der Londoner „Central News- aus Hamburg zugegangen war, wird in einem Berliner Telegramm des „Hamb. Korresp." dementiert mit dem Bemerken, in Berlin sei von einem Telegramm deS Kaisers an Dr. Leyds nichts bekannt. Das Entlassungsgesuch des burensreund- lichen Gehilfen des amerikanischen Unterstaatssekretärs des Auswärtigen, Davis, ist ncKh Meldungen aus New- Aork angenommen worden. Davis sprach sich einem Berichterstatter deS „New-Aork Herald" gegenüber aus, er halte Pretoria für uneinnehmbar, er glaube nicht, daß die Engländer über die die Stadt umgebenden Hügel, die von Krupp'schen und Creuzot-Kanonen starren, kommen werden. Zum deutsch-englischen Afrika-Abkommen schreibt die „Post", daß das Abkommen durch den Delagoa- bahn-SchiedSspruch nicht berührt wird, da es ja für den Eintritt gewisser Eventualitäten geschlossen ist; es bestehe vielmehr nach wie vor in voller Kraft. Zugleich bezeichnet die „Post" die Meldung der Brüsseler „Jndependance", Deutschland werde den Wortlaut des Afrika Abkommens demnächst veröffentlichen, als irrig. Die Herzogin von Fife hat ein Album angelegt, in das die Mitglieder des englischen Königshauses und der hohen Gesellschaft Sentenzen über den Präsidenten Krüger eintrugen. Würdig lautet der Spruch der Königin: „Möge Gott ihn und uns alle aus unseren Schwierigkeiten führen." — Dagegen schrieb der Prinz von Wales: „Mr. Krüger ist ein guter Kenner des Tabaks, aber ein schlechter Kenner des englischen Volkes." — Der Herzog von Kambridge bemerkte: „Ich bin ein alter Mann wie Krüger. Wie dieser bin ich alter Soldat. Ich habe selbst fd" viele Fehler, wie kann ich da über andere richten?" • * * Telegramme des Gießener Anzeigers. Loudon, 5. April. Aus Bloemfontein wird vem 3. April, 9 Uhr 45 Min. abends gemeldet: Die Buren befinden sich in großer Anzahl am jenseitigen Ufer des Modder-River östlich von Bloemfontein. Unsere Infanterie war während des ganzen heutigen TageS bei Bushmanskop im Kampfe. — Aus Wepener wird gemeldet: Vierhundert Mausergewehre, die von den Buren vergraben waren, sind von den Engländern aufgefunden worden. Dieselben bemächtigten sich einer Anzahl dem Feinde gehöriger Pferde. Loudon, 5. April. Lord Rosebery hielt gestern in einer Versammlung eine Ansprache und gab dabei Erklärungen über den südafrikanischen Krieg ab. Er betonte, daß England, da es von Transvaal angegriffen sei, keine andere Haltung einnehmen konnte, wie eS gethan habe. England beabsichtige keinesfalls sein Kolonialreich zu vergrößern, sondern wolle nur seinen jetzigen Besitz erhalten. Fernerhin gab Rosebery die Erklärung ab, daß England angesichts der Kundgebungen der öffentlichen Meinung in den verschiedenen Staaten sich in den Stand setzen müsse, allen Ereignissen vorzubeugen. London, 5. April. Wie aus Kapstadt gemeldet wird, richtet Diphtheritis und Typhus unter den am Modderfluß stehenden englischen Truppen große Verheerungen an. Berlin, 5. April. Nach Telegrammen aus London ist dort eine Meldung aus Bloemfontein eingegangen, wonach verschiedene Buren-Korps an der von Bloemfontein nach Süden führenden Eisenbahn erschienen find. General Gatacre sei bemüht, jeder Unternehmung deS Feindes entgegen zu treten, die darauf gerichtet ist, die Verbindung mit Lord Roberts zu unterbrechen. Paris, 5. April. Hier geht neuerdings das Gerücht von einer bevorstehenden Friedensvermittelung des Zaren im südafrikanischen Kriege. Deutsches Keich. Berlin, 4. April. Der Kaiser hatte heute vor-, mittag im Auswärtigen Amt eine Besprechung mit dem Staatssekretär Grafen v. Bülow und hörte später im Schloß den Vortrag des Chefs des Zivil-Kabinetts v. Lu- canus und empfind darauf den Kultus-Minister Dr. S t u d t, den Wirklichen Geheimrat Dr. Schöne und den Geheimen Baurat Dr. Meydenhauer. — Bei der heutigen Audienz legte der Geheime Oberbaurat Dr. Meydenhauer dem Kaiser die Photographieu der Aufnahmen der S a a l b u r g bei Homburg v. d. H. vor. — — Der sozialdemokratische Reichstags- und Lattktags- Abgeordnete Oertel ist heute in der Heilanstalt Her- zogenhöhe im Alter von 36 Jahren gestorben. Oertel besaß und redigierte die in Nürnberg erscheinende sozialdemokratische „Fränkische Tagespost"'. In der sozialdemokratischen Partei bildete sich ein Ring, der von Oertel das' Blatt Umsonst verlangte. Als Oertel darauf nicht einging, ging man zu dem Ansinnen über, Oertel zur Abtretung des Verlags der „Tagespost" für 5000 Mark Entschädigung ui veranlassen, wobei man zuletzt Oertel auch noch zur Verzichtleistung der Papierlieferung bewegen wollte. Kein Wunder, daß er nun ausrief: „Die Genossen drehen mir den Kragen 'rum!" Man drohte schließlich Oertel mit der Gründung eines Konkurrenzblattes. So hatte man den Reichs- und Landtagsabgeordneten Oertel vor die Alternative einer Parteispaltung gestellt, oder vor die Notwendigkeit der Verlagsabgabe der „Fränkischen Tagespost". Dabei nahm Oertels Nervenkraft und geistige Energie mehr und mehr ab, und er mußte in die genannte Heilanstalt gebracht werden, in der er nun gestorben ist. So ist, wie aus Nürnberg geschrieben wird, ein Mann behandelt worden, der zweifellos die Seele und der intellektuelle Mittelpunkt der ganzen Nürnberger Parteibewegung war. — Die deinotratische „Franks. Ztg." bemerkt dazu, daß auch innerhalb der sozialdemokratischen Unternehmungen wirt- Zchaftliche Vorkommnisse sich zutragen, die an rücksichtsloser Härte denen der bürgerlich-kapitalistischen Wirtschaftsweise nichts nachgeben. — Zu der badisch-welfischen Verlobung schreibt das hannoversche Welfen-Organ: „Der Verlobung Ihrer königl. Hoheit der Prinzessin Marie Louise von Haniwver, Herzogin von Braunschweig und Lüneburg, mit Sr. Großh. Hoheit dem Prinzen Max von Baden, Herzog von Zähringen, ist eine unmittelbare politische Bedeutung nicht beizumessen, eine mittelbare nur insofern, als die verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Königlichen Hause Hannover und anderen deutschen Fürstenhäusern eine Verstärkung erfahren. Se. Königl. Hoheit der Herzog von Cumberland, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, hat durch Höchstseine offiziellen Kundgebungen nach dem Tode Sr. Majestät des Königs Georg V. von Hannover, seines erhabenen Vaters, und nach dem Ableben Sr. Hoheit des Herzogs Wilhelm von Braunschweig längst das „Deutsche Reich" anerkannt, unter Aufrechterhaltung seiner Rechte auf Hannover und Braunschweig. Bon feiten Sr. Königl. Hoheit des Herzogs ist somit alles geschehen, was möglich ist, eine „Versöhnung" herbeizuführen. Dementsprechend hat das hocherfreuliche Ereig-, nis auf die Haltung der deutsch-hannoverschen Partei keinerlei Einflu ß." (Selbstverständlich! Sehr hübsch ist übrigens der Hofberichtston, in dem der erste Teil der Erklärung gehalten ist.) — Die Behauptung, daß das geheime deutsch- englische Abkommen über Südafrika nächstens veröffentlicht werden soll, entbehrt der Begründung. Es liegt im ganzen Charakter dieses Abkommens, das ein Eventualvertrag ist, daß es nicht eher veröffentlicht werden kann, als bis es durch den Eintritt der darin vorgesehenen Eventualität in Kraft gesetzt wird. Diese Eventualität, zu der wohl in erster Linie eine Pachtung oder Besitzergreifung der Delagoabai durch England gehört, ist bis jetzi nicht eingetreten, und wenn Portugal die von dem Berner' Schiedsgericht bestimmte Summe ohne englische Hilfe bezahlt, wird sie nocfy weiter hinausgerückt, als man vielleicht beim Abschluß des Vertrags erwartet hatte. Die „Kreuzztg." glaubt, auf Grund Londoner Berichte, daß Portugal sich die Verschaffung des erforderlichen Betrages durch Mithilfe von befreundeter^ Seite gesichert habe. — Das preußische Staatsministerium hat beschlossen, die Realgymnasial-Abiturienten zum medizinischen Studium zuzu lassen. — Wie die „Bert. Miss. Korr." von angeblich zuverlässiger Seite erfährt, ist man an maßgebender Stelle jetzt definitiv entschlossen, die Medizinalverwaltung, welche bisher zum Kultusministerium gehörte, dem Ministerium des Innern einzuverleiben. Die Frage sei jetzt dadurch aktuell geworden, daß dem Ministerium durch die vom Kaiser so dringend gewünschte Schulreform eine so außerordentliche Arbeitsleistung zufällt, daß es den leitenden Persönlichkeiten im Kultusministerium dringend wünschenswert erschien, sich durch die Abttennung der Medizinalabteilung einigermaßen zu entlasten. Dresden, 4. April. Staatsminister Dr. Schurig empfing als Vorsitzender im Gesamtministerium heute eine Abordnung von Künstlern, Gelehrten, Schriftstellern, Journalisten und Kunstfreunden Dresdens. Der Führer der Abordnung, Oberst Frhr. p. Mansberg, überreichte dem Minister eine von den hiesigen Kunstinstituten, Kunsthochschulen, Litteraturvereincn, Preßvereinen, Künstlern, Gelehrten rc., zusammen 17 Körperschaften mit 2000 Mitgliedern, ' unterzeichnete Bittschrift, die königlich sächsische Staatsregierung möge sich im Bundesrat gegen die Lex Heinze aussprechen und gegen deren Annahme stimmen. Leipzig, 4. April. Vor dem Reichsgericht gelangte gestern der bekannte Erpressungsprozeß Joachim,' G e h l s e n s, des Herausgebers des „Charlottenburger Wochenblattes", zur Verhandlung, der am 22. Dezember v. I. vom Landgerichte II in Berlin wegen Erpressung in zwei Fällen zu einem Jahre sechs Monaten Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden ist. Die Beschwerden, die der Angeklagte in seiner Revision erhob, waren prozessualer und materieller Art. Der Reichsanwalt beantragte die Verwerfung der Revision, da das Urteil keinerlei Bedenken errege. Es unterliege keinem Zweifel, daß die Absicht des Angeklagten von vornherein darauf gegangen sei, Geld zu erpressen. Er habe sich der Presse bedient, wie der St raßen räuber sich der Pi - stole oder des Messers bediene, er habe so lange seinen Opfern Wunden beigebracht, bis sie geängstigt und in die Enge getrieben dem Angeklagten gaben, was er haben wollte. Das Reichsgericht verwarf die Revision! als Unbegründet. Ausland. Dublin, 4. April. Die Königin ist heute hier eingetroffen und am Weichbild der City mit großem Zeremoniell vom Lordmayor empfangen worden. Die Königin erwiderte aus die Begrüßungsansprache, es bereite ihr große Genug- thuung, daß sie im stände sei, wieder einmal das Vaterland so vieler wackerer Männer zu besuchen, die bei der Verteidigung der Krone des Reiches hervorragende Tapferkeit bewiesen hätten, wie nur je in ihrer glorreichen Vergangenheit. Paris, 4. April. Im Senat hielt der Minister des Aeußern Delcassv eine bedeutungsvolle Rede, in der es u. a. heißt: Der mit den Vereinigten Staaten abgeschlossene Handelsvertrag ist vorteilhaft für unsere Industrie und unsere Landwirtschaft. Die Verhandlungen in Betreff der Konzession bei Shanghai haben zur Anerkennung unserer Rechte geführt. Der Zwischenfall auf den Antillen ist zu unserer Befriedigung geregelt worden. In Afrika beginnen wir in methodischer Weise unsere Herrschaft auszudehnen. In Aegypten sind wir zu einer Erneuerung des Gesetzes bezüglich der gemischten Gerichtshöfe gelangt. Diese Ergebnisse sind, wie auch vom Auslande anerkannt wird, ausgezeichnet; in Frankreich bestreitet man es aber, weil man das Kabinett stürzen will, sollte auch das Land dabei in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie haben die gehässigen Angriffe gesehen, die gegen unsere auswärtige Politik gerichtet worden find; wie Tartuffe die Maske der Tugend, so hat eine Partei die Maske des PattiotiSmus vorgenommen. Sie wird aber ebenso wenig wie Tartuffe zum Ziele gelangen, und das Land wird sich in seiner Arbeit nicht stören laffen. Frankreich ist eine europäische Großmacht und ist wieder eine Kolonialmacht geworden. In letzterer Hinsicht ist unsere Ausdehnung mit wunderbarer Schnelligkeit vor sich gegangen, jetzt aber müffen die Reichtümer der neuen Kolonien mit dem Kapital des alten Frankreich ausgenutzt werden. Von den Mächten, die sich ehemals die Vorherrschaft streitig machten, find die einen gewachsen, die anderen, die jünger sind, bestreben sich, an die Spitze zu kommen. Wir müffen kämpfen und mannhafte Generationen heranbilden; unsere wirtschaftliche Organisation muß weiter entwickelt werden; durch intelligente Arbeiten muß erreicht werden, baß Frankreich die große Straße der Welt büibt- unsere Flotte muß wieder die Stärke erreichen, die nötig ist. Liffabou, 4. April. Deputiertenkammer. Der Minister des Auswärtigen erklärt, die Beförderung von englischen Soldaten und Kriegsmaterial mit der Eisenbahn auf portugiesischem Gebiet zwischen Beira und Umtali sei seitens Englands nachgesucht und von Portugal zugestanden worden. England habe von diesem, in Staatsverträgen anerkannten Recht Gebrauch gemacht. Der gegenwärtige Krieg hebe diese, vor dem Kriege abgeschlossenen Verträge nicht auf. Portugal habe loyalerweise seinen Entschluß der Regierung der südafrikanischen Republik mitgeteilt, und sei vollkommen korrekt den ihm obliegenden Neutralitätspflichten nachgekommen (?). Der Minister beendete seine Rede mit der Erklärung, daß die großbritannische Regierung mit Portugal Beziehungen unterhalte, deren Herzlichkeit und Loyalität nicht übertroffen werden könnten. Rom, 4. April. Ueber die gegenwärtige innerpolitische Situation äußerte sich ein Minister recht zuversichtlich. Die Regierung werde, nachdem die Obstruktion niedergeworfen sei, die Notverordnungen fallen lassen und ver suchen, eine Beruhigung der Gemüter anzubahnen, damit die dringenden wirtschaftspolitischen Gesetzentwürfe rasch erledigt werden können. Pola, 4. April. Zwischen Marinesoldaten und Arbeitern des Arsenals fand nachts ein Zusammenstoß statt, dem politische Motive zu Grunde liegen. Sieben Arbeiter wurden dabei schwer verletzt. Lokales und PromnMes. *' Die Militarmusterung hat mehreren Rekruten, unter denen sich natürlich auch Raufbolde befanden, kritische Tage 1. Ordnung gebracht. In einer Stehbierhalle gab c- eine Schlägerei, wobei mit Stühlen gearbeitet wurde, und es blutige Köpfe und zerrissene Kleider absetzte. In einem anderen Lokal kam eS zwischen Rekruten gleichfalls zu einer Schlägerei. Einer der Beteiligten trug am Auge und auf dem Kopfe stark blutende Wunden davon. Einige Radaubrüder mußten verhaftet werden. — In der Nacht vom Sonntag auf Montag zertrümmerten zwei junge Leute in einer Wirtschaft eine Fensterscheibe, die sie dem Wirt bezahlen mußten. Aus Aerger hierüber vernichteten sie Zierpflanzen, Weinreben rc. im Garten, und verübten noch allerhand Unfug. Anzeige wurde in allen Fällen erstattet. Darmstadt, 5. April. (Telephonmeldung.) Bor der hiesigen Zivilkammer wurde heute vormittag das Urteil in der bekannten Klagesache des Beigeordneten Wolff aus Offenbach gegen den Verein „Großes Kolleg" verkündet. Die in der Generalversammlung des Großen Kollegs vom 21. September vorigen Jahres beschlossene Ausschließung des Beigeordneten Wolff wird für un - giftig erklärt, da nach den Zeugenaussagen nicht erwiesen ist, daß der Kläger in der vorausgegangenen Stadtverordnetensitzung ein Mitglied des Großen Kollegs durch seine Aussagen mit Absicht beleidigen wollte. Der Beigeordnete Wolff ist auch fernerhin als Mitglied des Großen Kollegs zu betrachten. Die weiter gestellten Ansprüche des Klägers wurden abgewiesen. Das Urteil wird gegen eine Sicherheitsleistung von 2000 Mark für vorläufig voll- stteckbar erklärt. Der Anwalt des Großen Kollegs hat dem Vernehmen nach sofort Berufung eingelegt. •* Kleine Mitteilungen au8 Hessen und den Nachbarstaaten. — In Bad-Nauheim wurde in einer Billa ein totes neugeborenes Kind im Bette versteckt aufgefunden. Ein Dienstmädchen hatte das Kind geboren, ohne daß eS von jemand bemerkt worden war. Das Kind soll nach ärztlicher Aussage gelebt haben. — In Mainz brach am 3. d. M. in der Kunstdruckaustalt Scholz Feuer aus, dem der Dach' stock zum Opfer fiel. Ein Fabrikpenfionär wurde schwer verletzt._________________________________________ ____________ Uermisthtrs. • Zu der rätselhaften Mordaffaire in Könitz wird weiter berichtet, daß die abendlichen Ruhestörungen gegen die jüdischen Einwohner durch dortige Fortbildungsschüler und Gesellen ungehindert ihren Fortgang nehmen, trotzdem schon wiederholt davor amtlicherseits gewarnt worden ist. Die Polizei und Gendarmerie hat große Mühe, die Massen zu zerstreuen und die Ordnung einigermaßen aufrecht zu erhalten. Fast täglich kommen in Könitz Flugblätter an. Die geschickt verteilt, die Leidenschaften aufs äußerste erregen. Die Untersuchung in der Sache selbst hat bisher trotz der ausgesetzten Belohnung von 6700 Mk. noch keine Spur ergeben, die zur Ergreifung des Mörders des Obertertianers Winter führen könnte. • Paris, 4. April. Gestern abend ist der Rechtsanwalt Davrille des Essarts, ehemaliger Ge meinde« rat von Paris und früherer Herausgeber des ^.Soir", verhaftet worden. Er soll als Vormund eines jgngen Mannes Namens Gellimard gegen zwei Millionen Franken Mündelgelder veruntreut haben. <. Ws 0>'Ä4*b ZM-Zch-- äSfcd 5cnd A «* 1 i i hrach am ’• iftonir i»«bl * 1. Aktienkapllal . . . . 2. Reservefonds a) gesetzlicher . . . . b) außerordentlicher . . c) Disagio-Reserve . . d) Jmmobllien-Reserve Taq vor tVer Durchfahrt des Prinzen ein Meetrng ernbe rufen hat, in welchem die heftigsten Schmähreden gegen die Mitglieder des englischen Königshauses gehalten wurden. ~ . Brüssel, 5. April. König Leopold telegraphierte von Wiesbaden an den Prinzen von Wales seine Entrüstung. Der Minister des Aeußern druckte in einem Telegramm an die englische Regierung sein tiefet Bedauern über diesen für Belgien so unangenehmen Vorfall aus. Es heißt jetzt, daß der Attentäter nicht aus e i g e n e m A n t r i e b e das Verbrechen begangen Hut. später Nachtstunde wurde ein M i t s ch u l d i g e r deS Attentäters verhaftet. rr v ,. . . , Wien, 5. April. Tie gesamte Presse druckt ui langen Leitartikeln ihre Entrüstung über das Attentat aus und beglückwünscht den Prinzen von Wales in nervlichster Weise zu seiner Errettung. T-er Kaiser sandte an die Königin von England und den Prinzen von Wales die herzlichsten Glückwünsche. ’■ .„uw»»# ssKr K be L abend ,1®”; Kunst und Wissenschaft. Berlin, 4 April. Der Vorsteher des Embryologischen Jn- n:i»!S der W,euer Univerfitot, Profeffor Dr.Schenk, deffen M über GeschlechtSbestimmung f. Zt. viel wurde, h«, -st einem Telegramm der »Voff-Ztg-^uS M-n, seine Vttfttzung “kit Ruhestand nechgesucht. Mit den b^°°nPr°s.Dchm . geübten Funktionen wurde bis auf weiterer Prof. Dr. Joses ■ 5öaffer betraut. — iS •«< J’"1 t» M teigen, "deren, inien. Ät let*ben*? ♦ werden - "Welt l ,dtlt errest Kammer ; L^ötbeti Stlt96matetl Ugland habe > n Recht Gebrv: ? dlese, vor V. V Portugal bei ;un9 der Katz °°"nen korrekt k "achgekommeo I! ;tu9Ql »tjiefoe. tat nicht itbertrch ^tige innerpM t Zuversicht,j: Obstruktion nifk en lassen unb m anzubahnen, b2 Sesrtzentwüch r:;: Ibaten unb fe- nenstoß Sieben tieitn Pfandbriefzinsen Verwaltungskosten Steuern und Stempel Abschreibung und Rücklage auf Staatspapiere . . Reingewinn, beschloßene Verwendung: 8i/z °/o Dividende. . . . Mk. 1,275,000.— Ueberweisung an die Reserven b) 4% , 16 (unkündbar vor 1910). c) 3V3 •/• Serie 12 und 13 d) 8V2°/o „ 15 (unkündbar vor 1906)__ Verloste Pfandbriefe Pfandbriefzinsen Nnerhobene Zinskoupons und Zinsqaote pro 1899 aus Pfandbriefen mit Koupons per 1. April 1900 Dividende für 1899 Tantiemen und Gratiftkationm Beamten-Pensionsfonds Vortragrpssten a) Pfandbrief-Agio ... Mk. 82,684.28 b) Darlehens-Provisionen . „ 141,737.51 Die Direktion —--------- UnioersttSt und Hochschule. Der Prioatdozent der Medizin an der Hochschule Ernst Göppert, zum a.-o. Profeffor. »Heidelberg, - Lofcffor Karl Rathgen in Marburg, Reffe »rft.reiSrT ein 6nfcl Niebuhrs, als 0 Profeffor für Natronal- die Heidelber Universität. Rathgen, bekannt durch eine Sunaen der Entstehung des deutschen Marktes und der rapamschen ^wirtschaft war zuerst Profeffor an der Universität Tokio, dann «nratdozent und gemeinsam mit Schmoller Seminarlerter an der a-iiner Universität, von wo er nach Marburg kam. Ltüsrbtirr In London Dr George Mivart, ern Vertreter .4 «nti-Darwinismus in England. Er hat sich namentlich durch sein 1871 erschienenes Werk »Der Ursprung der Arten" bekannt- in welchem et das Darwinsche Prmzip von der natürlrchen Hu8’e'l bBttfP<6ie>mcd t Die Kölnische Volkszeitung schreibt: Am . »ettuor 1900 erließ das preußische Unterrichtsministerium folgende gJußuna: .Die zu Freiburg in der Schweiz bestehende Hochschule ist i« Preußen niemals als Universität anerkannt worden. Deswegen [innen die in Freiburg zurückgelegten Studiensemester für dre Zulaffung >M geistlichen Amt und zu staatlichen und akademffchen Prüfungen m Linern Falle, auch nicht auf dem Dispensationswege, zur Anwendung 'vmmen." »Das ist," bemerkt dazu das Kölner Blatt, „tm wesentlichen nidih Neues; aber bemerkenswert ist doch die Schroffheit, womit diese Lussasiung hier von dem neuen Kultusminister, Herrn Studt, zum »uä-- bwd gebracht wird - - 3. Pfandbriefe: a) 4% Serie 14 . . . Mk. 83,568,900.— Ärmste MeidungeN. DepesLeu deS Bureau .Herold'. Das Atteatat auf den Prinzen WaleS. Berlin, 5. April. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus London: Die Königin erfuhr um 7 Uhr 10 Minuten abends die Nachricht von dem Attentat auf den Prinzen von Wales in Brüssel, und sandte sofort ein Glückwunsch- Telegramm nach Köln ab. — Zwei nationalistische Kundgebungen in Dublin sind auf Veranlassung der Führer selbst unterblieben. Berlin, 5. Aprli. Der Kaiser hat noch gestern abend ein längeres Glückwunschtelegramm an den Prinzen von Wales persönlich niedergeschrieben und nach Kopenhagen senden lassen. London, 5. April. Die Nachricht von dem Alten- t a t traf hier um 7 Uhr 30 Min. abends ein. Sie wurde mit allgemeiner Entrüstung ausgenommen und erhöhte die gegen das Ausland herrschende Erregung. Der chauvinistische Teil der Presse ist bemüht, aus dem Attentat Kapital zu schlagen und erklärt es für das Resultat der Angriffe auf England tvegen des südafrikanischen Krieges und besonders wegen der Karrikaturen auf die Königin. London, 5. April. Das Attentat gegen den Prinzen von Wales ruft eine heftige Preß-Kampagne gegen Belgien hervor. Insbesondere wird der burenfreundliche Deputierte Vanderfelde angegriffen, der einen 10 38 47 60 2- evtl. 3-ZimmkrvohnMg »« mieten gesucht. — Offerten mit Preisangabe unter 0100 an die Expedition d. Bl. erbeten.________ In der Mitte der Stadt wird ein Kontor mit Fagemsm und kleinerem Ladm per 1. Juli er. zu mieten gesucht. Gefl. Offerten mit Preisangabe unter 2611 an die Expedition dieses Blattes erbeten. an den Wochentagen, vormittags von h Hypotheken »bis 12 Uhr, im hygienischen In->2. Hypothekenzinsen fitut eingesehen werden. I a) am 31. Dezember 1899 Angebote find bis zum S«. April 1 rückständige .... I. 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