2S5Zwettes Blatt Mittwoch den 5. Dezember 150. Jahrgang LSVG Siebener Anzeiger Henerat-An^iger Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. 5HW Tie Reise des Präfidenten Krüger. srch Deutschland dazu hergeben, durch einen solchen e**lrirt* u. „Blätter $fiw |(fl Volkskunde- »SW 4 mal brigelegt. f fl&ti :be\t flr. ligNch ritalL'inabme des Alle Anzeigen-BermittlungSstellea deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. SB «MN*, Expedition und Srudtrd: -4«lstrahe Nr. 1. 04 307 49 446 ‘SÄ* Äibn|et Won Anzeigen zu btt nachmittags für bm -OtzOni Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Ußbestellungen spätestens abends vorher. Aezugspret» vierteljährl. 2)it. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn; durch die AbholesteLe» vierteljährl. Mk. 1,9t monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Nusgegeben, weshalb? Krüger hat in dem Augenblick, UI) S rr brutschen Boden betrat, dem deutschen Kaiser seinen Srnuj entboten. Der Kaiser aber hat ihm durch den Ge- uniNltn v». Tschirschky erwidern lassen, daß er wegen anderweitiger ^Verfügungen, die seit längerer Zeit getroffen sind, nicNl in ider Lage sein werde, ihn in Berlin persönlich zu 'MpsfslIIlgilN. Draihtberichte und Mitteilungen von Personen, die sich in .Cbti U mgebung Krügers befinden, bezeugen, daß die Er- Ibic Herr v. Tschirschky und Bögendorff ihm machten, Peiiiiiliche Ueberraschung hervorgerufen habe. Krüger r.i -tief niedergeschlagen gewesen. Man wird kaum lh'.txgkhcr, wenn man die Unterlassung vorgängiger Abrede ibcM bec Empfang eher für einen Vorwand als für den wa>MH Grund der Entscheidung des Auswärtigen Amts aiifN. Die wirklichen Gründe entziehen sich einstweilen ■»er: imutniS des Volks. Wie immer man über die Ur» ach!« des südafrikanischen Krieges denke und die Schuld an litiil heutigen Zuständen verteile, so hätte die öffentliche Uietafli an einem Empfange Krügers auch dann keinen 7 nfil'H genommen, wenn sie jede Einmischung in das Schicksal IrcnrSiacalS, jede deutsche Unterstützung eines Schiedsgerichts« .mWgitf grundsätzlich ablehnte. Allein die Leiter unserer ausimiirtiggen Politik müssen bei ihrer besseren Kenntnis der DinW ioiissen, was sie thun. Und sie werden, wie wir an- nchrM, «auch kein Bedenken tragen, die Gründe ihres Ver- bdltiluL6 der Volksvertretung mitzuteilen. 13 ist möglich, daß der fanatische Ausbruch des Eng- änd»«hafses in Frankreich dazu beigetragen hat, die ver- >.utnlmtlichen Leiter der deutschen Politik zur Meidung uchn jedes Scheines zu veranlaffen, als ob der Empfang icüügms eine Kundgebung gegen das Jnselreich bedeute. . 'er: Übereifer der Burenenthusiasten kann den Absichten ri:l gtr 8 geschadet haben. Ueberall ertönte der Ruf Adresse für Depeschen: Anzetger chtsß«» Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Buren und Engländer. Nach einem Telegramm Kitcheners aus Bloemfontein vom 1. Dezember meldet ein Weiterer Bericht des englischen Generals Paget über das Gefecht nordöstlich von Bronk- horstspruit am 29. November: Die Truppen rückten gegen Abend näher an die feindliche Stellung heran. Die Buren erhielten gegen halb sieben Uhr nachmittags Verstärkungen. Diese brachten 3 neue Geschütze in Stellung, griffen daraus kräftig die englische Schlachtlinie an, wurden jedoch nach ernstem Kampfe mit schweren Verlusten zurückgeworfen. Der Feind wartete den für den Tagesanbruch geplanten Angriff nick)t ab, sondern zog sich nachts zurück. Oberstleutnant Lloyd ist gefallen, 10 Offiziere wurden verwundet, von den Mannschaften sind 13 tot und 59 verwundet. General Paget rückte gestern '0 93 50' "Lchichm Schiedsgericht. Und doch fällt es der französischen M14 315-'- " He geling nicht ein, ein Schiedsgericht vorzuschlagen. 05090] 6in ttfirWl fyf/tttbit ts lndes-Mme. Skimdtt 1900. rfr ist, sind mit $ ähr.j Telegramme des Gießener Anzeigers. Charlottenburg, 4. Dezember. Eine gestern abend im hiesigen -Florasaale von 800 Personen aus den besten Kreisen, darunter auch vielen Studierenden der technischen Hochschule abgehaltenen Versammlung beschloß einstimmig nach einem Vortrage über das- Thema: Der Besuch des Präsidenten Krüger in Europa, die Absendung eines Telegramms an den Präsidenten Krüger. Darin wirt) der Präsident beim Betreten deutschen Bodens aufs herzlichste begrüßt und ihm und seinem Volke die wärmsten Sympathieen entgegengebracht. Die Versammlung bedauert auf das lebhafteste, daß es dem deutschen Volke nicht vergönnt sei, Krüger in der Reichs- hauptstadt begrüßen zu können. Die Versammlung spricht die Hoffnung aus, daß die gerechte Sache des stamm- verwandten heldenmütigen Buren-Volkes doch den Sieg davontragen werde. Köln, 4. Dezember. Krüger hat bisher das Domhotek nicht verlassen und seine Absicht, den Tom zu besuchen, gestern nicht ausgeführt. Er fühlt sich ruhebedürftig.' Die Reise, namentlich aber, wie er zu seiner Umgebung äußerte, die Szenen bei seiner Ankunft in Köln, haben ihn stark angegriffen. Auch sagen ihm das Klima, und der deutsche Dezember nicht zu. Sobald er und sei es nur auf wenige Schritte seine Gemächer verläßt, fühlt er sich nicht recht wohl. Gestern hat der Präsident etwa drei Stunden lang persönlich empfangen. Der Präsident, die Mitglieder der Deputation Wie Dr. Leyds sind entschlossen, so lange sie auf deutschem Boden weilen, alle"? Lu vermeiden, was auch nur entfernt als p ol i't ilch eTemonstration angesehen werden könnte. Köln. 4. Dezember. Krüger hat an die Eisenbahndirektion die Anfrage richten lassen, ob er einen direkten Wagen nach dem Haag bekommen könne. Eine definitive Antwort ist bisher nicht erfolgt. Die Staatsanwaltschaft hat eine strenge Untersuchung des Unglücksfalles angeordnet. — Wie berichtet wird, fanden am Sonntag abend vor dem englischen Konsulat anti-englische Kundgebungen statt, an der sich große Menschenmengen beteiligten. Haag, 4. Dezember. Der Empfang Krügers wird einen durchaus u n o f f i z i e l l e n Charakter tragen. Weder eine Ehrenwache wird ihm gestellt, noch wird er durch eine Eskorte ins Hotel geleitet werden. Die Königin wird ihn zwar empfangen, aber der Besuch werde ganz privat sein. Nicht einmal der M i n i st e r des Aeußern wird der Audienz beiwohnen. _ Gebens ^ersichen A&ssj Zwischenfall verlaufen. Bei der Vertreterversammlung der studentischen Korporationen stimmten die 7 Korps sowie die 3 Burschenschaften nebst 4 anderen Korporationen dagegen, so daß die nötige Zweidrittel-Majorität nicht zu Stande kam. Die 16 Korporationen, die dafür waren, beschlossen hierauf, als eigene Abordnung nach Köln zu fahren. Als sie nun am Sonntag Mittag in Wichs auf dem Bonner Bahnhofe sich zur Abfahrt eingefunden hatten, erschien der Nniversitätsrichter Riefenstahl und machte die Mitteilung, daß die Kundgebung von der Regierung laut soeben eingegangener Verfügung untersagt werde. Einige Korporationen begaben sich daraufhin w'eder nach Hause, der größere Teil fuhr aber unbeirrt nach Köln, um privatim Krüger zu begrüßen. Krügers Abreise von Köln ist offiziell auf Mittwoch morgen festgesetzt. Er begiebt sich nach dem Haag und von dort, tote er zu seiner Umgebung äußerte, nach Petersburg. Krüger gab mehrfach der Hoffnung Ausdruck, daß die Parlamente aller Staaten Sympathie-Kundgebungen für die Buren erlassen möchten. Dann würde das Ziel seiner Wünsche bezüglich Einsetzung eines Schiedsgerichts sicher erreicht werden. Ein bewaffnetes Einschreiten der Mächte möchte er keineswegs herbeiführen. (Der alte Herr scheint einen beneidenswerten Optimismus zu besitzen. D. Red.) !RL"JIIJ_ LL - ""WL1 eine Höflichkeitsform für die Abweisung des Empfanges sei. Was Krüger wolle, habe er kurz vor Ueberschreitung der französischen Grenze öffentlich ausge sprochen, nämlich die Errichtung eines Schiedsgerichts. Ein solches könne aber nur eine Regierung anregen, die einen Konflikt mit England herbeiführen wolle. Die deutsche Regierung würde pflichtwidrig handeln, wenn sie dies thun würde. — Wie das „B. T." zu reiften glaubt, liegen die Gründe, warum Krüger nicht nach Berlin kommt, in folgendem: Die Anmeldung des Besuches Krügers in Berlin war dort ganz unvermutet durch eine Depesche des Dr. Leyds eingetroffen. Es folgte dann eine Zeit des Schwankens, in der es bald hieße: Krüger kommt, bald wieder, Krüger kommt nicht. In dieser Art der Anmeldung erblickte man in Berliner diplomatischen Kreisen keine genügende Wahrung der diplomatischen Form der Anmeldung von Besuchen fremder Staatsoberhäupter. Nach internationalem Brauch, der selbst unter befreundeten Staatsoberhäuptern gewahrt wird, muß einem solchen Besuch die formelle Anfrage auf diplomatischem Wege vorausgehen, ob der Besuch zur angegebenen Zeit genehm sei. Das ist von Krüger vollständig unterlassen worden. Wenn sonach auch die Ablehnung des Empfanges des Präsidenten formell aus Eriquette-Rücksichten erfolgte, so kann doch kein Zweifel obwalten, daß nach der Ansicht der deutschen Regierung damit zugleich auch dem Präsidenten Krüger die völlige Aussichtslosigkeit seines Besuches in Berlin zu verstehen gegeben werden sollte. Die deutsche Regierung hat es für offener und selbst „im Interesse Krügers" für richtiger gehalten, in dieser Beziehung eine andere Stellung einzunehmen, als die französische Regierung, um nicht 1 urch einige unverbindliche und nichtssagende Phrasen der Höflichkeit in dem Präsidenten Transvaals falsche Hoffnungen zu erwecken, sondern ihm von vornherein jeden Zweifel darüber zu nehmen, daß in Berlin nichts zu machen ist. Gestern (Montag) gegen mittag bereits war in Köln folgendes kaiserliche Telegramm an Krüger eingelaufen: „Se. Majestät btt Kaiser dankt Sr. Exzellenz dem Präsidenten Krüger für feine guten Wünsche, aber er bedauert sehr, Se. Ex,eltznz jetzt nicht empfangen zu können, da früher eingegangene Verdtndltch- keiten ihn nicht in die Lage fetzen, dieses zu thun." Der Gesandte v. Tschirschky-Bögendorff wurde am Nachmittag vom Präsidenten Klüger in Köln empfangen, um ihm im Auftrage des Kaisers persönlich für das Telegramm zu danken, das Krüger von HerbeSthal aus an den Kaiser richtete. Krüger erwiderte: „Ich bitte meinen verbindlichsten Dank für die durch Ew. Exzellenz mir mitgeteilte Botschaft des Kaisers zu übermitteln, für allerhöchst welchen ich fett der vor Jahren stattgehabten Begegnung stets die freundschaftlichsten Gefühle und die besten Wünsche hegte und Gottes Segen herabflchte." Wie verlautet, werden sich, nachdem Krüger nach dem Haag abgereist ist, Dr. Leyds und die Burengesandtschaft nach Berlin begeben. Während ein Teil der Berliner Blätter, namentlich die liberalen, den Nichtempfang KrügerS durch den Kaiser ziemlich kühl besprechen, geben die konservativen Blätter, darunter die „Kreuzztg." ihrem tiefen Bedauern über die Absage Ausdruck. Am schärfsten drücken ihr Bedauern die „Dtsch. Tgsztg." und die „Staatsbztg." aus. So sagt die „Dtsch. Tgsztg.", zum Glück hätten Präsident Krüger und die ganze Welt in diesen Tagen den unwiderleglichen Beweis erhalten, daß bad deutsche Volk und die deutsche Negierung in dieser Sache ganz verschiedene Wege gehen. Die „Staatsbztg." kann nicht verstehen, daß es irgenwelche äußerlichen Dispositionen geben kann, die einen Empfang KrügerS am deutschen Kaiserhofe verhindern könnten oder bürsten. Die „Neuest. Nachr.", die „Poft", die „Germania" und andere Blätter enthalten sich jeden Kommentars über den Nichtempfang Krügers durch den Kaiser. Auch der „Reichsanz." und die „Nordd. Allg. Ztg." drucken lediglich die vorliegenden Telegramme ab. Krüger erkundigte sich nach dem Befinden der nach seiner Ankunft am Samstag am Bahnhofe verunglückten Personen und ließ ihnen seine Teilname ausdrücken. Vor dem Domhotel bewegt sich, wie man aus Köln meldet, fortgesetzt eine große Menschenmenge, die Hochrufe auf Krüger ausbringt. ES herrscht ein sehr starker Fremdenverkehr. Ein Komitee kölnischer Gesangvereine flieht bekannt, daß die zum Sonnabend für Krüger geplante Ovation heute (Dienstag) in Gestalt einer Serenade mit Ge- sangsvorträgen stattfinden wird. Die Begrüßung, die dem Präsidenten Krüger von Bonner Studenten dargebracht wurde, ist nicht ohne .0] 32 * äM’ Ms’.?. «Tä li.Üener Ameian" 7642] HrdmUiihn Zünftigen Aedingungen- mn. Brod- und ’ Srnst Ruth, 7716] Ein braves, tt- f sofort gesucht. 78 83 650 61 5or:^!og England zu erbittern und die Geschäfte der 166 75.?i!379 zu besorgen? „Conspuez les Anglais“ nmrbe i h3 731 33 swW wirdmhvlt bei Krügers Begrüßung stürmisch gerufen. Die ■ /-)-69 [2000] $4LagWder anzuspeien, hat bie deutsche Politik keinen Grund, ^13 612 [500] 26 64^ enw.miders sie deutsche Jntereften wahrnimmt. Vielleicht »912152 &66 23 sind rt gerade diese Rufer gewesen, die einen Empfang 93' üm 63 88 90 l4(l? ^rüW vereitelt haben, da sie der Begegnung mit dem - ■ o97.^ 4« 73 411eutt^it Kaiser eine scharfe Spitze gegen England zu geben 16 68 A] 88 956 *418 34 49?6 47 ®ie weite Kreise des deutschen Volkes für die Buren |ir25 HVÄO] 709 fHlst i, hat Krüger auf deutschem Boden erfahren. Es ist 2133 0 BegqÄ daß man mit einem um seine Selbständigkeit 716 24 62 838 ^elbOe'unü tlg ringenden Volke tiefe Sympathie hegt. Wenn ''86 (4oo frßWich lmr Jubel geschildert wird, als sei er noch größer s>25 38 81,92 S74 i-/; all bti Kern Empfang der siegreich aus dem Kriege heim- 27 28 35 % geteilten deutschen Soldaten, so muß eine solche Ueber- i'treiEiüg als gedankenlos zurückgewiesen werden. Ein iw38 unbeirrt üft das Mitgefühl mit den Buren, ein anderes das 'i 143 90 200 00 ' rvntfl:r(ae für das eigene Vaterland. Und so warm das !" 348b,, 247 6 " '. Her,!! |4I$gt für ein tapfer kämpfendes Volk in Südaftika; d-r Reiche kann nicht nach diesen Gefühlen werden, sondern allein von der Erwägung, was se», »meinwesen frommt. Bon dieser Erwägung muß Kritik geleitet werden. Dabei kann ebenso wenig 7 engl*i Beifall wie sranzdsischer «erger von Belang sein. 7 31? 209018 Sj J! * • * Die „Nat.-rrtg." weist bei Besprechung des Nicht- " I; . emptziaagttt des Präfidenten Krüger durch den Kaffer darauf , ' i wohl kaum hervorg» hoben zu werden brauche, daß > der :MmeiS auf die bereits getroffenen Dispositionen nur ir Reise und I _ Der Hofprediger Kritzinger hat am Sonntag in der rb eia iuverWffiöM ! DorcHJnterimSkirche zu Berlin des Präsidenten KrügerS ge- daverad gksucht. avihl, und ihm Glück und Segenswünsche für seine Ankunft Wer »r. 0501 1 9erliri enfgegengerufen. Hofprediger sind nicht immer plditioa diffttz tzjM ibiw^bie Absichten deS HofeS oder die Ansichten des Aus- 7nwrp*1 p:nLfl väüchrn Amts unterrichtet. Paul Krüger wird nicht nach Brfn tummen. Von Köln nimmt er seinen Weg nach dem Die Zweifel, die Über den Besuch deS greifen 61m« gg'Kfliit »Rennen der Südafrikanischen Republik in der deutschen WofGh i-e^Shaifpistadt herrschten, sind um dieselbe Stunde zer- ----7^- icGUl to»tben, wo Herr Kritzinger seine Predigt hielt. Um - MiitlagSzeit teilte Krügers Sekretär dem Direktor des V Serliiirr Palasthotels mit/daß er die bestellten Zimmer Ritten Stockwerks anderweit vermieten könne, da der Ouluer Besuch aufgegeben sei. für Henchelhem i ' Verbieten an die SÜä morgen in die feindliche Stellung ein. Reiterei verfolgt die nach Nordosten zurückweichenden Buren. In halbamtlichen Kapstadter Kreisen verlautet, in kurzem werde das Kriegsrecht proklamiert werden. Die Regierung lehnt jede Mitteilung über diesen Gegenstand ab. Telegramm deS Gießener Anzeiger-. London, 4. Dezember. Die Unruhen wegen des Afrikander-Kongresses, der am Donnerstag in Worcester tagen wild, wächst immer mehr. Die Zahl der Delegierten beläuft sich bereits auf 10000. Die Negierung hat umfassende Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen. — Da>ly Telegraph meldet auS Kapstadt: Das Blatt Kap Times veröffentlicht einen längeren Brief, in dem die Aufhebung der Verfassungsrechte angesichts der Thätigkeit der Afrikander gefordert wird. — „Daily Mail" verlangt in einem Artikel, der die Rückkehr deS Lord Roberts (am 11. d. M. steht sie in Aussicht. D. Red.) behandelt, für diesen als Nationalgeschenk den Herzogstitel und eine jährliche Dotation von 125000 Pfund Sterling. Der Krieg in China. Feldmarschall Gras W a l d e r s e e meldet aus Peking vom 2. Dezember: Nach Hissen der deutschen Flagge auf den Minggräbern und Bestrafung mehrerer nahegelegener Dörfer wegen Christenmordes kehrt das Detachement des Generalmajors Frhrn. v. G a y l (bisher Graf Aork)) in einzelnen Kolonnen über $angfang, Schaho- tschöng, Tangschan und Niulanschan n a ch P e k i n g zurück. Ter Zug nach Kalgan hatte weitgehenden Erfolg und hat mehrere tausend Mann regulärer chinesischer Truppen unter zwei Generälen in 'wilder Flucht aus der Provinz Tschili nach Scharrst getrieben. Graf Ao rks Leiche ist in Peking eingetroffen, die vorläufige Beisetzung wird am Mittwoch stattfinden. — Tie Gräber der Mingdynastie (Schisanling) liegen nordöstlich von Nankou am Abhange des Kuntuschan. Tie erwähnten Orte, die von den vier Kolonnen -auf dem Rückmarsch zu berühren sind, liegen nördlich von Peking einen bis zwei Tagemärsche entfernt. Die beabsichtigte etwa dreiwöchige Dauer des Zuges ist also innegehalten worden. — Nach einer Pekinger Depesche des deutschen Flottenvereins hat das Yorksche Korps am 30. November in der Nähe der Minggräber fünf Boxerdörfer erobert und gänzlich zerstört. Die Boxer hatten 23 Tote. Tie offizielle chinesische Presse verbreitet die Nachricht, die chinesische Regierung habe beschlossen, nach Peking zurückzukehren, sobald die Friedensverhandlungen zum Abschluß des Präliminarfriedens geführt haben. Sie hat deshalb Befehl erteilt, den Tributreis nicht mehr nach Singanfu, sondern nach Peking abzuführen. Die neu ernannten Beamten gehen- gleichfalls nach Peking. Nach- einer Meldung des Büreau Laffan aus Peking haben Li-Hung-Tschang und Prinz Tsch in g einen allerdings nicht von den Gesandten gemack)ten Vorschlag unter Erwägung, wonach sie die Meinung der Kaiserin über den Gedanken feststellen sollen, daß die Kaiserin unter Gewähr des Schutzes sämtlicher Mächte mit dem Hofe n a- ch, Peking zurückkehre, allerdings unter der Bedingung, daß sie keinen weiteren Anteil an der Regierung nehme, sondern im Sommerpalast oder anderswo mit auf Lebenszeit gesichertem Jahr geh alt lebe, während der Kaiser ungestört die Regierung führe. Der Geburtstag der Kaiserin war am 30. November, er wurde diesmal, abgesehen von Beamten, von niemandem beachtet. Der chinesische Gesandte in Washington telegraphierte unterm 28. November an Li-Hung-Tschang, daß es ihm gelungen sei, von der amerikanischen Regierung die Z u s i ch e r u n g zu erhalten, daß diese ihren ganzen Einfluß bei den übrigen Mächten geltend madjeii werde, um eine Milderung der Forderungen betreffend die Bestrafung der Schuldigen herbeizuführen. Ter Gesandte C o n g e r soll von seiner Regierung ein Telegramm erhalten haben, in dem er angewiesen wird, seinen Kollegen Nachgiebigkeit anzuempfehlen. Conger hatte zu diesem Behufe eine Konferenz mit dem deutschen und englischen Gesandten, und man glaubt, daß sie in einigen Punkten einig geworden sind und hofft auch die Zustimmung Rußlands zu diesem Uebereinkommen zu erhalten. Nach offiziösen chinesischen Nachrichten aus Singanfu ist die Kaiserin mehr und mehr von der Schwierigkeit der politischen Lage überzeugt. Man behauptet, daß die Kaiserin Li-Hung-Tschang und dem Prinzen Tsching mitgeteilt habe) daß sie der Enthauptung DuhsienT ihre Zustimmung gebe. * * * Telegramme des Gießener Anzeiger-. Berlin, 4. Dezember. Von einer Niederlage deS Jork'scheu Korps liefen in der englischen Presse bekanntlich Gerüchte um. In einer dem „Vorwärts" zugegangenen Mitteilung wird nun behauptet, daß diese Berichte eines thattächlichen Kernes nicht entbehrten, daß die Expedition thatsächlich gescheitert sei und daß der Tod ihres Führers mit dem Mißlingen seiner Aufgabe in ursächlichem Zusammenhang steht. Kiel, 4. Dezember. Zwei Unteroffiziere und zwölf Matrosen gehen am 12. ds. nach Ostasien ab zur Bemannung des Dampfbootes „Schamien", das in der Sikiang- münbung zur Unterdrückung der Seeräuberei stationiert wird. Kommandeur des „Schamien" ist Oberleutnant Reymann. Deutsches Reich. Berlin, 3. Dezember. Heute vormittag hörte der K a i s e r die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts v Ducanus, des Staatssekretärs v. Tirpitz und des Vne-Ad- mirals Frhrn. v. Senden-Bibran. 6 — Aus Anlaß des 200jährigen Jubiläums der preußischen Monarchie werden, wie ein Berichterstatter erfährt, für 4 Mill. Zweimarkstücke und für eine Million Fünf m a r k st ü ck e in besonders schöner Ausstattung und mit bezüglicher Aufschrift als Denkmünzen geprägt, und im Januar nächsten Jahres durch die preußischen Staatskassen zur Ausgabe gelangen. — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, ist zum Nachfolger des Fürsten Radolin auf dem Botschafterposten in Petersburg der deutsche Gesandte in Brüssel, Graf v. Alvensleben ausersehen. Friedrich Johann Graf von Alvensleben ist im Jahre 1836 als zweiter Sohn des Grafen Ferdinand von Alvensleben- Erxleben geboren. Er studierte in Bonn und Berlin und trat 1861 als Attache in Brüssel in die diplomatische Laufbahn ein. Graf Alvensleben war dann Legationssekretär bei den Gesandtschaften in München, Stuttgart, Dresden, Haag und Washington, wurde 1872 Botschaftsrat in Petersburg, 1876 Generalkonsul in Bukarest, 1879 preußischer Gesandter in Darmstadt, 1882 deutscher Gesandter im Haag und 1884 in Washington, schließlich 1888 außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister in Brüssel. — Abg. Frhr. v. Hehl zu H e r n s h e i m ist, wie heute im Reichstag während der Plenarsitzung bekannt wurde, aus der nationalliberalen Fraktion ausgeschieden, weil die Fraktion vor ihm den Abg. Hilbck in der Kohlenfrage zu Worte gelassen hatte. — Eine Reihe von landwirtschaftlichen und genossenschaftlichen Verbänden hat sich zur Förderung der Interessen des Tabakbaues und de s Tabakabsatzes unter der Bezeichnung deutsche Tabaks- baukonferenz zu einer ständigen Vereinigung zusammengeschlossen. Den Beitritt haben bereits bewirkt: die genossenschaftlichen Verbände in Baden, Rheinpfalz, Hessen, Brandenburg, der Generalverband in Neuwied, der Bund der Landwirte, der badische Bauernverein, der Verband der örtlichen Tabaksbauvereine in Württemberg. Der Anschluß weiterer Körperschaften steht sicher in Aussicht. Zur Wahrnehmung der Geschäfte der Vereinigung ist eine deutsche Tabaksbau-Kommission bestellt, die aus je zwei Delegierten der angeschlossenen Körperschaften besteht. Diese Kommission hat sich konstituiert, ihre Arbeiten sofort begonnen und den Genossenschaftsanwalt, Geh. Regierungsrat Haas-Darmstadt zum Vorsitzenden, den Verbandsdirektor, Rechtsanwalt Bangratz in Landau zum Stellvertreter ernannt. Die deutschen Tabakbauer sehen mit großem Vertrauen der Thätigkeit der Vereinigung entgegen. Wollstein, 3. Dezember. (Amtlich.) Bei der am 29. November im Wahlkreise Meseritz-Bomst stattgehabten Reichstags st ich wähl erhielten v. Gers- dorff (kons.) 9555, Chrzanowsky (Pole) 8719 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Ausland. Brüffel, 3. Dezember. In Hofkreisen zirkuliert wieder einmal das Gerücht, der König wolle, wenn die von ihm seit 30 Jahren erstrebte HeereSreform auch diesmal scheitere, zu rück tret en. Viel bemerkt wurde auf der neulichen parlamentarischen Soiree die ungewöhnliche Form, in welcher der König auf die Mitglieder der Rechten einzu« wirken suchte. Paris, 3. Dezember. Vor dem Schwurgericht wurde der Prozeß der Witwe des Obersten Henry gegen Joseph Reina ch heute aufgerufen. Nachdem das Schwurgericht seine Kompetenz erklärt hatte, formuliert der Staatsanwalt seine Anträge auf Kaffalion. Infolgedessen mußte die Verhandlung ausgesetzt und bis nach der Entscheidung des Kaffationshofs vertagt werden. Die Absicht des Staatsanwalts war anscheinend, durch die Inkompetenz-Erklärung des Schwurgerichts den Prozeß Henry- lleinach aus der Welt zu schaffen, der das wesentlichste Hindernis gegen die Entscheidung in der Amnestievorlage bildet. Reims, 3. Dezember. Der Friedensrichter verurteilte den Kardinal^Erzbischof Langenieux und )ie Geistlichkeit verschiedener Parochien wegen Ueber- tretung der Verordnung, die Prozessionen am Allerseelentage durch die Stadt verbietet, zu einer Geldstrafe. Madrid, 3. Dezember. Romero Robledo legte heute in den CorteS dar, daß die Heirat der Prinzessin vou Asturien nicht ohne die vorherige Zu- timmung des Parlaments statthaft sei, daß eoent. die Cortes die Aufgabe hätten, ihrem Gemahl eventuell eine Witwer-JahreSrente anzuweisen. Livadia, 3. Dezember. Der Kaiser verbrachte den gestrigen Tag und die vergangene Nacht sehr gut. Um 9 Uhr abends war die Temperatur 36,6, Puls 72. Heute morgen war das Empfinoen sehr gut. Appetit und Kräfte nehmen zu. Temperatur morgens 36,3, Puls 66. New York, 3. Dezember. Nachrichten aus Colon besagen, die Aufständischen hätten am letzten Mittwoch Chagres eingenommen, 800 Mann Regierungstruppen sind sofort zum Entsätze des Platzes abgegangen. Ein heftiges Gefecht fand statt; die Regierungstruppen hätten schwere Verluste erlitten, jedoch seien die Aufständischen aus der Stadt vertrieben. Ferner wird auS Colon gemeldet: Die Aufständischen greifen Porto Colombia und Sabanilla an. Regierungstruppen sind zur Verstärkung abgesandt. Man glaubt, daß die Insurgenten sich zum Angriff auf Colon, nicht wie erwartet, auf Panama sammeln. In Colon wird das KricgSrecht durchgesührt; viele verdächtige Personen wurden verhaftet. — Heute wurde der Kongreß eröffnet. Die Botschaft Mac KinleyS ist bezüglich Chinas ausführlich und besagt, Amerika verlange Religionsfreiheit, eine vernunftgemäße Entschädigung, so bemessen, daß sie für Chinas Finanzen erschwinglich ist, weitere Garantien für die Siche rung der Rechte der Ausländer und als wichtigster Punkt Eröffnung Chinas für deu Welthandel. Rußlands Vorschlag, daß, falls nicht leicht eine Einigung erzielbar sei, die Entschädigungsfrage dem Friedenstribunal im Haag zur Entscheidung zu überweisen, stimmte Mac Kinley zu. Die Botschaft empfiehlt weiter eine Armeevermehrung auf 100,000 Mann, Nicaragua - Kanal, Pacific - Kabel, 7878 Marinevermehrung und SchifsSsubventiov,. Die mehrfachen Schwierigkeiten mit Oesterreich fo.JL Militärflüchtlingen seien in freundschaftlicher Weise beioelen# worden; bezüglich Deutschlands sagt die Botschaft hi! freundschaftlichen Beziehungen seien ungetrübt Preußen habe eine Bersicherungs Gesellschaft wieder gelaffen und wegen anderer stehe man in Unterhandle Die Samoafrage sei erledigt. DaS Fleischbesche gesetz möge die Inspektionen vereinfachen, indessen enthalt,' das Einfuhrverbot gegen gewisse bisher zugelaffene FlM Produkte die große Ungewißheit, ob der Fleisch xport nal Deutschland, der fast aufgehört habe, unter dieser nenei Bürde wieder aufleben könne. Viel hänge von den no4 nicht veröffentlichten Ausführungsbestimmungen ab, die, Amerika zuversichtlich hoffe, frei sein würden von den Dir kriminationen des früheren Gesetzes Gießen, 4. Dezember 1900. * * An die Herren Bürgermeister unseres Lesers wendet sich die Redaktion deS „Gieß. Anz." mit 6ttn M lichen Ersuchen, ihr, sobald das Ergebnis der zählung vom 1. Dezember, mit dem auch eineVieh-M Obstbaumzählung verbunden ist, feststeht, eine kurze teilung darüber zugehen zu lassen, vielleicht unter btt Angabe, ob gegen 1895 eine Zu- oder Abnahme der Persom, zahl und Haushaltungen festgestellt wurde. * * Handelskammerwahl. Direktor Steinecke in Lollai ist einstimmig zum Handelskammermitglied wiedergewch worden. '** Kaufmännischer Verein. Morgen hält m Case Ebel Handelskammersekretär Dr. Kehm (laut Jnserakj einen populären Vortrag über die Währun gsfrage * * Vortrag. Herr Lektor A. Goetschy wird am Mittwoch dem 5. d. M. über „I/H6tel de Rambouillet et les Precieuses“ sprechen und bei dieser Gelegenheit eil bisher nur wenig bekanntes Gedicht von Edmond Rostan», dem Verfasser von „Cyrano de Bergerac" und „L'Siglon", »La JournSe d’une Pröcieuse“ betitelt, vorlesen. H. ZOjähriges Jubiläum. Herr Benjamin Atzbach, der am 27. v. M. sein 76. Lebensjahr vollendete, feierte gestern das 30jährige Jubiläum als Mühlarzt in „SnrlS Mühle" und übt noch heute, trotz des hohen Slter, bei völliger Rüstigkeit seinen Beruf zu allseitiger Zufriedenheit aus. Der Bauer'sche Gesangverein, dessen der Jubilar ist, feierte denselben in Wort und Lied, sowie durch ein an seinem Geburtstag vorzüglich vorgetragtuts Ständchen. Die Wünsche der Teilnehmer an dieser Fein gehen dahin, daß eS Herrn A. vergönnt sein möge, noch viele Jahre in ungetrübter Gesundheit zu verbringen. Z. Reiskirchen, 3. Dezember. Hente abend fanden heimkehrende Arbeiter von Lindenstruth kurz vor dem hiesigen Orte einen Mann vorn unter dem rechten vorder- rade eines mit Frucht schwerbeladenen Wagens des Mühlen- besitzers Möser von Gießen. Erst mit aus der Nachbarschaft herbeigeholter Hilfe gelang eS, den Fuhrmann, aber leider nur als Leiche, aus seiner Lage zu befreien. Wahr- scheinlich war derselbe im Begriff, sich wegen der nahen abschüssigen Lage der Straße an die Hemmvorrichtung zn begeben, vom Wagen abgestiegen, dabei hängen geblicku und zu Fall gekommen. DaS Rad hatte ihm bit Hufe Seite eingedrückt und Herz und Lunge durch die DM verletzt. Der Verunglückte, Johann Mar golf, iß in Grün berg verheiratet gewesen und hinterläßt Ara« und Kind. * Bußtag. Der Bezirkssynode zu Wiesbaden ist ein Antrag Beesenmeyer und Genossen zugegangen, man möge mit der hessischen Synode und dem OberkonsistoriM in Darmstadt in Verbindung treten wegen gemeinsamer Feier des preußischen und hessische Bußtags am letzten Mittwoch des Kirchenjahres Alsfeld, 3. Dezember. Eine furchtbare Kunde buch eilte diesen Morgen die Stadt. Kr eiskassenrechnrr Düse berg ist einem jähen, tragischen Tode zum Opfer gefallen. Bei der Heimfahrt aus Schlitz, wo die Turn« des Bezirks, unter ihnen der Genannte, gestern zur W nannten Vorturnerstunde sich versammelt, geriet Duseberg. vermutlich durch Ausgleiten, unter die Räder bet Eisenbahnzuges, die ihn derart verletzten, daß der2Ä alsbald eintrat. • * Kleine Mitteilungen aus Hessen nnd deu Rachbof«^ In Bad-Nauheim ist eine meteorologische (Station 2. Ordnung) eingerichtet worden, die v , meteorologische Beobachtungsnetz des Großherzogtuvi am geschlossen ist. Die Station ist unter Oberleitung ' Bergrats Professor Dr. Chelius, dem Bademeister ww übertragen. ND H »al savtigm ■ Sm? El« Cpi ih°S-nb°n "icht zu isj Me doch von ne-bwelchem fc je Behörden Md zu mter Unserer LtrundschMdbank einfach zu I Kennbar »mchen^^LerhandlunS -1' . «atemu P , 5*»e;n3 D-i-mber- 1 ^n/andetelo Mo,oS*^ * ü. Vermischtes. Köln, 3. Dezember. In vergangener Nacht wur die von ihrem Manne getrennt lebende Prostituier Christine Schrewe geb, Müller in ihrer Wohnung 1 mordet. Gegen 3 Uhr nachts wurde sie mit äertrunim tem Schädel tot vor ihrem Bette liegend aufgesuu Als kurz darauf der Ehemann im Hause der , mordeten erschien, wurde er als der That verdächtig D haftet. Desgleichen ist der Eigentümer des Ha I -- der zu der Ermordeten in Beziehung gestanden Haven I in Haft genommen. Die Thäterschaft ist indes noa) bestimmt erwiesen. ! • ; 'A, Gerichtssaal. » Alzey, 3. Dezember. Das Schöffengericht hakte jüngst j Kaufmann wegen Ungebühr mit einem Tage Haft bestraft, w j Zuhörerrqum des Sitzungssaals eine Zeitung las. Beschwerde angegangene Darmstädter Oberlandesgertcht muß weil verspätet vorgelegt, zurückweisen, es hat aber doch va '""''W r Uh, m8*1» etalä tülle Qm fh bff ( W/« Mut 83 381 Kwdel und Verkehr. Volkswirtschaft. 3V,»/o do. unk. 1905 4 o/o PreuBB. Hyp*-A.-Bank 8. 8-12 3Vi 0/o Reichs anleihe . 3% do 1 zu auitallend billigen Preisen 1879 Ernst Bloedner Bahnhofstraße 58» des berühmten 7881 7866 KulmöaHerAock-Aieres 7872 empfiehlt 05118 sucht per 1. 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Denn es geht daraus nur zu deutlich hervor, daß man eben in Dinge hiningesehen hat, deren plötzliche Mitteilung man im Jntereffe vielleicht einer Panik verhüten mußte. Wir sind gewiß die Letzten, die gegen die jüngste Campagne mit ihrer angeblichen Enthüllung exst der Spielhagen'schen Geschäftskomplikationen frei von Bedenken gewesen wären. Aber nachdem die Regierung es für nötig gehalten hat, etnzuschreüen, dürste eS schwer sein, nun nicht auch die letzten Konsequenzen dieser Prüfung zu ziehen. Die Obligationäre, die nicht verkauft haben, nachdem das Einschreiten der Aufsichtsbehörde bekannt wurde — und es sind dies wohl die meisten Obligationäre — haben jetzt ein Recht auf genaue Mitteilung oder sie dürfen sich enttäuscht fühlen. Noch bedenklicher erscheint uns aber die zögernde Art der Regierung, es der Grundschuldbank, wie gesagt, geradezu „anheim zu stellen", vorläufig noch nichts zu sagen. Dies kommt unzweideutig auf einen Wunsch der Regierung hinaus, für den die Begründung noch aussteht und wahr« scheinlich auch nicht gegeben wird. So schwer eS ist, in einer Sache, in der man nichts verschuldet hat, eine Art von Intervention zu übernehmen, so gefährlich ist es auch, nunmehr zögernd vorzugehen. Inder That können wir den preußischen Behörden in diesem Fall den Vorwurf nicht ersparen, in einer so weittragenden wirtschaftlichen Angelegenheit — weittragend, weil sie auch grundsätzliche Folgen haben kann — sich recht unentschieden gezeigt zu haben. 4. Bericht des Herrn Gewerbe-Inspektor Engeln über seinen Besuch der Pariser Weltausstellung. » Die Sektionsleitung. erkennbar sei, wie im Lesen einer Zeitung durch Verhandlung nicht Beteiligten eine Ungebühr gefunden gilt als völlig überwunden, und da« chronische Leiden als bedeutend gemilvert. Konstantinopel, 4. Dezember. Hier richtete ein Orkan enormen Schaden an. Eine Anzahl Dampfer sind gescheitert, sowie zahlreiche Barken untergegangen. Verschiedene Wohnhäuser wurden zerstört. Auch Menschenopfer sind zu beklagen. H. Da» Schweigen gegenüber Obligationären. Das .;eirJ6dttn der preußischen Staatsregierung in Sachen der Deutschen ^rnivndsHuldbank wird immer rätselhafter. Denn wenn es auch zu .jeriltyn ast, daß die Regierung selbst eine direkte Veröffentlichung unter; aßz„so bedeutet eS doch eine eigentümliche Freiheit, die der Grundschuld- bariSdadrrch verliehen wird, daß ihr die Regierung „anheimstellt", die ,i^,c«7tlchecl its gewonnenen Resultate bis nach Abschluß der Revision auch ■■'enj Mtzagenbank nicht zu veröffentlichen. In dieser Beziehung aber olL^doch von irendwelchem Belieben der Direktion, nachdem überhaupt ueiiStyJc^en einmal zu intervenieren hatten, keine Rede mehr sein. Nach unlnsttr Äiuffassung wäre eS daher korrekter gewesen, der Direktion der ^rimidschrldbank einfach zu sagen, ob sie zu einer sofortigen Veröffent- HSF“ Linoleum-Teppiche und Vorlagen in jeder G-rösse Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelßgea. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Tüchtige Knechte und Bursche« zu Pferde«, Landarbeit, Aiehsütlern, Welken ob. sonst. Arbeite« vermittelt streng reell u. billig überallhin unter Garantie für Ankunft; provistons» freier Ersatz bei etwa früyzeitig. Abgang; zahtreicheAanKschreiben;AusKunft kostenfrei. Aufträge rechtzeitig erbeten-. Garl AleL, Kannover. Oslerstraße 62 und c^onise NärwinKel, Kalle a. Merseburgerstraße 8. Borsennachrichten. Berlin, 3. Dezember. Sämtliche Backzuthatm, Blütemnehl irr besten Qualitäten empfiehlt 7873 Adolf Lenh ar d Fraukfurterstratze. Neueste Meldungen. Kronberg, 4. Dezember. Innerhalb der letzten drei Tage hat sich eine überraschende Wendung zum Besseren im Befinden der Kaiserin Friedrich eingestellt. Am Mittag konnte gestern die Kaiserin bei dem herrlichen Sonnenschein im Fahrstuhl, den der Leibarzt Dr. Spielhagen dirigierte, auf der Schloßterasse einige Minuten im Freien zubringen. Das acute Stadium der Krankheit Kaisergarten Zn den nächsten Hagen: Anstich *•* $e|e* *Mb rteta & eil . @ta,bnii d» vttt dem auch eine i ‘ * WHGta k ;*• vielleicht unter oder Abnahme dnf gestellt wurde. Direktor Steinecht ls'ammermitglied witir Prima Rindsolper (ohne Kuocheu) ä Pfd. 8vPfg Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 4. Dezember. 3i/a e/u Konsolß . . . 8 % do ... 8*/t °/o Heesen . . . 5 "/o Italien. Rente . . 4 0,0 Griech Monop.-Anl, 3 0/0 Portugiesen . , 3 0/0 Mexikaner . . . 4H, 0/, Chinesen . . . Sektion Giessen. D. & Oe. A. V. Die Seklionsmitglie* der werden hiermit gemäß § 3 der Satzungen zur ordenll. Jahresversammlung auf Donnerstag, 6. Dezbr., abds. 81/, Uhr, in das Vereinslokal (Weidig) eingeladen. Tagesordnung: 1. Rechnungsablaqe und Jahresbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Antrag auf Abänderung deS § 4 der Satzungen. 'LsE' Cigarren-Reisender mit guter Kundschaft sucht sofort Stellung. Offerten unter Nr. 05115 an die Expedition dieses Blattes.___ Gewandter Schreiber 05108] Neustadt 59 ist ein kleines Familienlogis per 1. Jan. 1901 zu verm. Näh, z erfr. bei Gebr. Hornberger & Söhne. Eine Mtliisßge xaiiffrau sofort gesucht. Liebigstratze 66, II. Junges, williges Dienstmädchen so- fort gesucht. 7863 Marktplatz 20. 7875] Für Weihnachten wird em tuchng. Difnllmflii.^rn Seltersweg 14. •tetttt, 4. Dezember. Marktbericht. Auf dem heutiger» ®oidbtmnarft kosteten: Butter per Pfd. X 1.00—1.10, Hübnneier pcr:tlurü 11 Nr. 166f6/10 — 463 qm Hof- xaite daselbst, Fkuu 11 Nr. 186f8/10 — 77 qrn Grab» flarten am Brennofen, lum 11 Nr. 166k>/ia — 361 qm Bauplatz daselbst. 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Der Hauptmann des Seebataillons letUöQS m.f Un(„\ 4 tiiml von Mandetel oh wurde vom Kriegsgericht der ersten t ffpho ^"ellschgh ? ' Mmkikmspektion wegen Mißhandlung desTambo urmajors Wan in tthl ,• »e umann zu sechs Tagen Kammerarest verurteilt. -LLH------- 7880) Eine schöne 3-Zimmerwohnung } und ein schönes Zimmer, möbl. od.unmöbl., zu verm. Friedk. Georg, Seltersweg 41. 05122] Zwei ineinandergehende möbl. Zimmer zu vermieten. Schillerstraße 29. 05117] Einfach möbl. Zimmer, mn Kaffee monatl. 12 Mk., zu vermieten. ________Wetzfleingaffe 33, Ecke Kirchstr. 05109] Möbl. Zimmer per 15. Dez. oder 1. Jan, zu verm Neustadt 4, II. Kleiner Laden zu vermieten. »I. Mwttw. ftttibaviV 7850 Heute uvd morgen H'len-eilch 55 W ?^i kine-eis!h 45 W. Ic Mgramme «»“fwung, Jtt ! Wh«,»acht-,, Hochzeits« und Ge. VUvrnilagBgeschepkr^ vorzügl. paffend, wervtzailiu mäß. Preisen gut und sauber ausM «teofdorferstr. 18, ü. d. 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Auch er ist ein junger Künstler, aber mehr den Jahren als den Leistungen nach, die voll auf der Höhe stehen; sowohl als Solist wie als Begleiter hat er seine vorgeschrittene Technik und seinen gereiften Geschmack bewiesen. Wir wollen nicht schließen, ohne des Dirigenten deS Vereins, Herrn Leopold Geller, zu gedenken und ihm ein besonderes „Bravo- zuzurufen. DaS Programm war nicht nur mit Geschick gewählt, sondern alle darin gestellten Aufgaben in hingehendster Weise vorbereitet und mit Geschick und Verve geleitet. *• Zitherkonzert. Am Sonntag veranstaltete der „Gießener Zitherklub WohlthätigkeitSverein" ein Zither-Konzert in Wetzlar im Schützengarten zu Gunsten bedürftiger Gießener und Wetzlarer Kinder. Das Konzert war infolge des guten Zwecks sehr gut besucht, der Saal ganz gefüllt. Die Besucher wurden durch das sehr reichhaltige und gut ausgeführte Programm sehr zufrieden gestellt und applaudierten bei 5 Stücken, daneben dem Rödigerschen Marsch „Ein Hoch dem Gießener Zither- Ilrrb", sodaß sie mehrmals wiederholt werden mußten. Die Spieler leisteten unter ihrem Dirigenten R. Rüdiger wirklich Vorzügliches. Der Verein erzielte einen bedeutenden Ueberschuß, sodaß er einen größeren Betrag an den Verein Fraternitas abführen konnte. Die Gießener Bürgerschaft sei darauf aufmerksam gemacht, daß der Verein nächstens wieder eine Weihnachtsbescheerung für eine größere Anzahl hiesiger Kinder veranstalten wird, die schon des guten Zwecks halber allgemeine Unterstützung verdient. R. Probatum est. In der vergangenen Woche hatte ein hiesiger Wirt das Vergnügen, einem der in letzter Zeit häufig hier auftretenden „Laternenkünstler" das wohlverdiente Honorar auszuzahlen. Nach Schluß seiner Wirtschaft wollte er sich zur Ruhe begeben, als er bemerkte, daß Jemand an der vor seiner Wirtschaft stehenden Laterne emporkletterte. Schnell entschlossen, ergriff er eine Hundepeitsche und im nächsten Augenblicke war die dunkle Thal geschehen. Da bis jetzt keine Beleidigungsklage bei dem Wirte eingelaufen ist, scheint der Prügelknabe mit der Devise „dankend erhalten" in richtiger Erkenntnis seiner selbst sich zufrieden zu geben. ** Die Gehalte der Realschuldirektoreu. Auf einen Antrag des Bbg. Schmeel, der im wesentlichen dahin ging, daß kein Realschuldirektor schlechter gestellt ist als ein ihm im Dienftalter gleichstehender akademisch gebildeter Lehrer, antwortete die Großh. Regierung, daß eine Vorlage wegen Regelung der Besolduugsvcrhältniffe der Realschuldirektoren, durch die der Antrag des Abg. Schmeel seine Erledigung finden dürfte, ausgearbeitet ist und in Bälde dem Präsidium der Zweiten Kammer zugestellt werden wird. Der erste Ausschuß beantragte, den Antrag des Abg. Schmeel vorerst für erledigt zu erklären. k. Heuchelheim, 2. Dezember. Vom 1. d. M. ab ist im hiesigen Ortsbestellbezirk im Anschluß an den Zug, der 330 nachmittags von Gießen hier eingeht, werktäglich eine dritte Bestellung eingeführt worden. Mit dieser neuen Einrichtung wird hier einem allgemeinen Bedürfnis entsprochen, da seither alle Postsendungen, die mit dem erwähnten Zuge hier eingingen und nicht abgeholt wurden, bis zur zweiten Bestellung um 7 Uhr abends auf der Poftagentur bleiben mußten. Dieses Entgegenkommen von Seiten der Postverwaltung kann von den Einwohnern unseres industriell immer mehr aufblüheuden Ortes nur dankbar anerkannt werden. -ar. Klein-Linden, 1. Dezember. Heute beging die hiesige Hebamme Jung ihr 25 jähriges Jubiläum. Der Zufall fügte es, daß sic gerade in diesen Tagen das 1000. Kind zur Welt gebracht hat. Der Jubilarin gingen zahlreiche Glückwünsche und Geschenke von hiesigen Einwohnern zu. — Der 72 jährige Bahnarbeiter Adolph von hier, der am Güterschuppen beschäftigt ist, wurde vorgestern von einem Wagen derart gedrückt, daß er am ganzen Körper geschwollen ist; so sind ihm beide Augen sv verschwollen, oaß er nichts sieht. i« der „Ewigen Liebe" spielte, ein immer gern gesehener Gast. Bilder von ihm finden seine Freunde und Freundinnen m den Schaufenstern der Herren Challier und FreeS ausgestellt. Konzertverein. Gießen, 3. Dezember. ‘Stern zweiten Konzert in dieser Saison, das gestern im großen Saal des Gesellschaftsvercins abgehalten wurde, war wohl von allen Seiten mit großer Spannung entqeqen- gesehen worden, denn auf dem Programm befanden sich Tonschöpfungen, deren Aufführung in einer Stadt von ^er Große Gießens schon eine musikalische Großthat bedeutet. Leider hatte sich in Folge widriger Verhältnisse noch ?urz vor der Aufführung eine Programmänderung nötig gemacht, und ominöfe rote Zettel verkündeten dem erstaunten Publikum, daß die ursprünglich geplante Tannhäuser-Ouvertüre durch Schuberts Ouvertüre zu „Rosamunde" ersetzt worden sei. Wir bedauern diese Aenderung um so mehr, als kürzlich schon die Meininger Hofkapelle, welche die Tannhäuser-Ouvertüre gleichfalls zu spielen be' «bsichtigt hatte, mit Rücksicht auf das gestrige Konzert -ihr Programm geändert hatte, und unser Publikum sich eventuell darauf gefaßt machen muß, in diesem Jahr auf diesen erhabenen Genuß ganz zu verzichten, wenn cs Herrn Universitätsmusikdirektor Trautmann nicht mög ** Großen-Linden, 1. Dezember. Die hiesige Einwohnerzahl betrug vor 5 Jahren 1560 und jetzt am 1. Dezember 1741, demnach mehr 181. -o- Garbenteich, 3. Dezember. Eine erhebende Feier versammelte gestern die Mitglieder der hiesigen Gemeinde in unserem altehrwürdigen Gotteshause. Zahlreich waren die Gäste aus den benachbarten Ortschaften herbeigeströmt. Galt es doch, die E i n w e i h u n g unserer gründlich renovierten Kirche würdig zu begehen. Nachdem Pfarrer Schlosser-Gießen die Weiherede gehalten und das Weihegebet gesprochen hatte, ertönten die hehren Klänge der neuerbauten Orgel, ein Werk der bereits rühmlichst bekannten Orgelbauanstalt von Förster und Nikolaus in Lich. Trotz des verhältnismäßig kleinen Raumes, den das Werk cinnimmt, vereinigt es doch alle Vorzüge einer auf der modernen Höhe stehenden Technik in sich, besonders sei erwähnt die Reinheit und Schönheit des Tons; jedenfalls ist es nach dem Urteil .der Sachverständigen ein in jeder Beziehung mustergiltiges Werk. Alsdann bestieg Pfarrer Sommer lad - Watzenborn die Kanzel zur Festpredigt, in der er in tiefempfundenen, zu Herzen gehenden Worten an die hehre Bedeutung des Advents erinnerte. Mehrstimmiger Gesang der Schulkinder trug zur Verschönerung der Feier wesentlich bei. Jedenfalls war die Feier in allem wohlgelungen und würdig. --Mllendorf a. d. Lda., 1. Dezember. In der vorletzten Nacht ist in dem Laden des Kaufmanns Braun- warth ein Einbruch verübt worden. Der Einbrecher scheint es nur auf Geld abgesehen zu haben; er öffnete einen nicht fest verschlossenen Fensterladen, stieg durch das Fenster in den Verkaufsraum und leerte die Ladenkasse. Die Beute bestand in einigen Mark Kleingeld. In der vorhergehenden, dem Markttage nachfolgenden Nacht r.'or au verschiedenen Wohnungen eine Person beobachtet rden, die sich an verschlossenen Thüren zu schaffen . achte. Man bringt das jetzt mit dem Einbruch in Zusammenhang und glaubt dem Dieb auf der Spur zu sein. Fe. Vilbel, 2. Dezember. Mit dem Bau der elektrischen Zentrale hier wird im nächsten Frühjahr begonnen werden. Das nötige Gelände ist bereits angekauft. Dem „Elektrizitätswerk Vilbel" sind bis jetzt 52 Orte aus Hessen und dem Landkreise Hanau beigetreten. x Darmstadt, 2. Dezember. In Gegenwart der Vertreter der obersten Schulbehörde wurde gestern vormittag der Turn kur sus der Volksschullehrer geschlossen. Bei dem Abturnen wurden Geräte-, Ordnungs- uttd Stabübungen vorgeführt und einige recht schöne Aufmärsche mit Musikbegleitung bezw. Gesang aufgeführt. Hieran schloß sich noch die Vorführung von Volksschulklassen im Turnen, wobei einige Kursusteilnehmer die Hebungen befehlen mußten. Nach einer Ansprache des Ministerialrats Dr. Eisenhuth, der die Teilnehmer zur Pflege und Förderung des Turnens aufforderte, wurden dieselben nach ihren Wirkungsorten entlassen. D a r m st a d t, 2. Dezember. Der Großherzog empfing am 1. Dezember u. a. den Hauptmann Heuer, Kompagniechef im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, den Eisenbahnsekretär Groe- ninger von Giefien, den Oberamtsrichter Röm Held von Nidda, den Kreisarzt i. P. Obermedizinalrat Dr. Lorenz von Friedberg, den Obersteuerinspektor und Regierungsrat R ö m h e l d von Offenbach und den Oekonomie- rat Hoffmann von Hofgüll bei Lich. Bingen, 30. November. Eine förmliche Schlacht lieferten sich, so lesen wir im „M. Tagbl.", Kestern abend ca. 30 Techniker und Baugewerkschüler. Das Endresultat waren fünf zum Teil sehr stark verletzte junge Leute; mehrere Aerzte hatten längere Zeit zu thun, um den Besiegten Hilfe angedeihen zu lassen. Das Schlachtfeld bedeckten zahlreiche zerbrochene Stöcke, Hüte rc. sowie reichliche Blutlachen. Die Untersuchung ist in schärfstem Tempo im Gange. Bingen, 30. November. Gestern nachmittag wurden die beiden Mörder Grieser und Arnet, ohne daß sie einander nochmal- sahen, geschloffen nach Mainz in das Untersuchungsgefängnis transportiert. Der eigentliche Mörder, Grieser, em schmächtiger, kleiner Mensch, hat ein richtiges Verbrechergesicht, während der andere, der Arnet, einen ziemlich harmlosen Eindruck macht. Als man den Grieser in den Zug führte, schallten die Rufe „Mörder" hinter ihm her. — Gestern abend wurde noch der 43jährige Gärtner Wilhelm Schröder, der ebenfalls unter dem Verdachte steht, von dem Morde Kenntnis zu haben, festge nommen. Das corpus delicti, die abgebrochene Mistgabel, wurde heute vormittag nach Mainz gesandt. Fc. F r a n k f u r t a. M., 2. Dezember. Am 26. Novem- lich sein sollte, das Versäumte im nächsten Orchester- Konzert nachzuholen. Beethovens „E r o i c a", die das Konzert eröffnete, stellt an Dirigent und Orchester große Anforderungen, und wir müssen das gestrige gute Gelingen der Aufführung um so mehr anerkennen, als dieselbe stets das Hinzuziehen fremder, teils auswärtiger Kräfte nötig macht. Wer die „Eroica" in den Symphonie-Konzerten größerer Städte gehört hat, wird hie und da den Streicherchor vielleicht wirkungsvoller gefunden haben als im hiesigen gestrigen Konzerte, dürfte aber im übrigen mit der gestrigen Ausführung durch unsere verstärkte Regimentskapelle wohl zufrieden gewesen sein, denn die Auffassung seitens des geschätzten Dirigenten zeugte von tiefem Eindringen in den Geist des gewaltigsten aller Tonschöpfer, und die Präzision der Einsätze war überall eine vorzügliche; auch die Nuancierung ließ deutlich erkennen, daß Herr Musikdirektor Trautmann auf genaueste Befolgung der rythmischen und dynamischen Vorschriften großen Wert gelegt hatte. Dirigent und Orchester können mit Befriedigung auf die gestrige Aufführung des genialen Werkes zurückblicken. Auch die beiden anderen Orchesterwerke, welche das gestrige Programm zierten, wurden in sehr befriedigender Weise zu Gehör gebracht. Die Tanzweisen der Balletsuite von Rameau sind zwar keine schwere musikalische Kost, bilden aber in der interessanten Bearbeitung von Felix Mottl eine überall gern gehörte Unterhaltungsnummer^ Die OuvertürezuRysamunde, die den Schluß ber nachts ertappte in der Ludwigsstraße ein Postschaff^ einen Mann, der die Vorplatzthür mittels NachsHüM geöffnet, und einem Dienstmädchen einen größeren betrag gestohlen hatte. Der Einbrecher wurde verhafte Es war der bei der Staatsbahn angestellte gotbnwtiu Heizer Philipp Schäfer. Ter Mann hat eine Kellneri, geheiratet, und die Bedürfnisse der „Animierdame" über stiegen sein Einkommen. — Eine dritte Schnellzugs Verbindung Frankfurt-Wien soll demnächstge schaffen werden. •* Kleine Mitteilungen aus Heffeu und deu Nachbarstaats. Provinzialpfaeroikar Schneider aus Opladen ist j, die Synode Braunfels versetzt und dem Pfarrer $ltr in Dillheim zur Unterstützung beigegeben worden.- Auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise entstand in kc, Geschäft der Firma D. Gans u. Co. in Offenbachs, Erkerbrand, wodurch ein Ausstellungspavillon zerstört wuff- — In Diez wurden seitens der Staatsbehörde 6000Eli Karpfenbrut in die Lahn (im Hafenbassin) eingesetzt. & selben kamen in 12 Fässern, aus Seewiese in Bayern ui waren sämtlich noch lebend. — Der in den sechziger Jahn stehende Landwirt Friedrich Lotz in Aßlar hat sein« Leben ein Ende gemacht. Lotz war gegen 7 Uhr mit br ausgesprochenen Absicht aus seinem Hause fortgrgange-, eine Kolbenmiete zuzuschaufeln. Schon kurze M ui seinem Weggang wurde er in einem sogenannten „foty der Dill zwischen dem Orte und der Hütte tot aufgestM Rock, Kappe und Schaufel lagen am Dillufer. War in Unglücklichen zu seiner That veranlaßt hat, ist nicht btlann — In Butzbach ist ein Lehrlingsheim am Sonntag dem Gebäude der Turnhalle eröffnet worden. _______ Universität und Hochschule. — Wie aus Würzburg berichtet wird, sind in der medlzinl'chn Fakultät der dortigen Universität in diesem Semester 77 Studimü' weniger immatrikuliert, wie überhaupt die Minderfrequenz in den lrp-i Jahren auf diese Fakultät entfällt. Ober-Medizinalrat Dr. Trashri aus München war vor kurzem in Würzburg, um das Juliusspital gehend zu inspizieren; über das Resultat wird Stillschweigen bdraiv. Hoffentlich bringt diese Informationsreise Verbefferungen für das $ stitut, wovon allein ein Aufblühen der medizinischen Fakultät wieder f erwarten ist. — Man schreibt aus München: Dr. Sinzheimrr am Worms wurde als Privatdozent der Nationalökonomie, der Prüfte. Schindele als Privatdozent der Philosophie an der hiesigen UniverM zugelaffen. — An der technischen Hochschule in Hannover hat sich, wir mitgetetlt wird, Dr. E. Laves als Privatdozent für physiologische uni ' Nahrungsmittelchemie habilitiert. — Aus Breslau wird gemeldet Der Leiter des königl. Staatsarchivs Hierselbst, Geheimer Archiora! Prof. Dr. Eolmar Grünhagen hat sich, in Rücksicht auf sein Aller (72 Jahre), entschlossen, zum 1. April von der Leiiun- tu StoM archtvs zurückzutreten. h#n unten M w," ftu« ' 66 wlld L°W-L-> I 21 **ms m. I 1 84|V™ I 51« Mt; w»w| Sm w Stern au « « W M Hatten!,. I unö e‘1 aus ffuMesteheW Kleidung: Civll,Unifonn« iH?rt auf btm Jgi P,'J1 8tUt Horch 1 MiM Immobilien.' ffliv 25 31t. U*k* - 29J mite an der Chaussee Warte, 25 Nr. 14*1,00 - 262 garten dasM HilM meistbietend versteige Mßm, 20. November 1900. Großh O-tsgericht Tie I.«: Bogt. 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Statur: zKtzt. jQuare: schwarz. Nase: po-ih-rltch. Mund: gewöhnlich. Bart: Äiv Schnurrbart. Sprache: deutsch. Besondere Kennzeich n: Tätowier- lug. Stern auf linker Hmd, Ärm- Ssib um Handgelenk, längs des ötm !■ Schlange und eine Frauens- . >itfori auf Fufffp tze stehe>id. 7823 Rlei düng: Civil, Uniforms unter Hose. :Miuoch dkll 2. Iammr 1901, nachmittags 2 Uhr, ipltrt «iuf dem hiesigen Orlsgericht die i )ni Peter Worch Eheleuten in Gießen t «hörigen Immobilien: ^hlt 25 91t. 7486/uT|eI u 10/). Tieft BtpanbteUt mischt man! 1041 in seinen, Kalöleinen und Aaumwosse, Die beliebten weißen, reinleinenen Partie-Taschentücher sind in großen Quantitäten vorrätig und werden zu eiftaunlich billige« Preisen abgegeben. 7574 C. Röhr & Co. Ml. Weihnachtsoeschenke! 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