Mittwoch dm5. September 15V. Jahrgang tooo M. 207 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Attits» und Anzsigeblatt für den Kreis Gietzen MejUflsprei» vierteljährl. Ml. 2IS monatlich 75 Pjg. mit Bcmgerlohn; durch die Abholrstell«, vierteljahrl. Mk. 1,9$ monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljähM. mit Bestellgeld. Hüt Anzeigen-BermittlungSstellen deS In« und AuSiaudM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeg«. ZetlcnprriS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Adreffe für Depefchen: Anzrigcr Fernsprecher Nr. 5L «mMcT «. ^BUttec M H. MHunbt* «LchA <*fll deitzelegt. BMMm, und Bcudewi: Nr. 7. ILgNch mir der Nie efctrwr »e*W4t*er*tter »md« dm« Anzeiger flhweNK *** l*i«ig h a n", Bd. I, 1900, ein illustriertes Post- und Tele- graphen-Handbuch für den gesamten In- und Auslands- Verkehr nebst Bestimmungen über den Fernsprechverkehr und postalischem Straßenverzeichnis von Berlin in neuer achter Ausgabe erscheinen lassen. Ferner ist im Verlage der Berenbergschen Buchdruckerei in Hannover ein „Postbuch zum Gebrauch für das Publikum" erschienen. Das erstere kostet 2 Mk., das zweite! 1 Mk. Beide sind durch alle Buchhandlungen zu beziehen. ftimmung des § 55a, Abs. 2, Satz 2, findet Anwendung. — Nach § 1395 kann auf Antrag von mindestens zwei Dritteln der beteiligten Geschäftsinhaber für eine Gemeinde oder mehrere örtlich unmittelbar zusammenhängende Gemeinden durch Anordnung der höheren Verwaltungsbehörde nach Anhörung der Gemeindebehörden für alle oder einzelne Geschäftszweige angeordnet werden, daß die offenen Verkaufsstellen während bestimmter Zeiträume oder während des ganzen Jahres auch in der Zeit zwischen 8 und 9 Uhr abends und zwischen 5 und 7 Uhr morgens für den geschäftlichen Verkehr geschlossen sein müssen. Die Bestimmungen bcr §§ 139c und 139d werden hierdurch nicht berührt. Auf Antrag von mindestens einem Drittel der beteiligten Geschäftsinhaber hat die höhere Verwaltungsbehörde die beteiligten Geschäftsinhaber durch ortsübliche Bekanntmachung oder besondere Mitteilung zu einer Aeußerung für oder gegen die Einführung des Ladenschlusses im Sinn des vorstehenden Absatzes auszufordern. Erklären sich zwei Drittel der Abstimmenden für die Einführung, so kann die höhere Verwaltungsbehörde die entsprechende Anordnung treffen. — Was die in den vorstehenden Bestimmungen ausgeführten Ausnahmetage anbelangt, so sollen dieselben den jeweiligen lokalen Bedürfnissen entsprechend geregelt werden. ** Lehrerverfammlung. Am Samstag wird hier im Hotel „Großherzog von Hessen" eine Lehrerversammlung stattfinden, an der die Bezirksvereine Gießen-Stadt und Gießen'Land, sowie Großen-Linden, Lollar und Großen- Buseck teilnehmen. Reallehrer Kaßlik-Darmstadt wird einen Vortrag halten über die Verhältnisse und Thä- tigkeit der Lehrer- Witwen- und Waisenkasse und über die Neugestaltung der Ludwig-und Alice- stiftung. Da die Ausführungen des Redners recht in- tereffant zu werden versprechen, so dürsten der Versammlung auch zahlreiche Lehrer aus der entfernteren Umgegend Gießens beiwohnen. Die Versammlung wird nachmittags um 3 Uhr ihren Anfang nehmen. ** Die Preußische Slaatseisenbahn-Ver- w a l t u n g läßt gegenwärtig die hierzu geeigneten Personenwagen an den Innenseiten der Abteilthüren bezw. bei den Durchgangswagen an den Innenseiten der nach den Plattformen mündenden Ausgangsthüren mit Thür- griffen versehen, durch welche es den Reisenden ermöglicht wird, die Thüren von innen selbst zu öffnen. Diese zur Erleichterung des Aussteigens für das Publikum und mit Rücksicht auf etwaige Unfälle, bei denen Lin sck)-nelles Verlassen der Wagen geboten ist, getroffene nützliche Einrichtung ist indessen dann nicht ohne Gefahren sowohl für die Reisenden als für die Zugbeamten, wenn das ordnungsmäßige Schließen der Thüren nach, dem Verlassen der Wagen bezw. nach dem Einsteigen lin dieselben unterlassen wird. Insbesondere können durch das Anlehnen an die nicht vollständig geschlossenen Thüren der Abteilwagen leicht Unglücksfälle durch Abstürzen aus den Wagen herbeigeführt werden. Es ist deshalb im allgemeinen Interesse dringend zu wünschen, daß die Reisenden sich der leichten Mühe des Schießens der Wagenthüren unterziehen, wenn nicht noch andere Reisende bei dem Ein- oder Aussteigen nachfolgen, sowie ferner, daß die Thüren zum Aussteigen nicht eher geöffnet werden, bevor der Zug hält. Durch einen Anschlag an den Thüren der betreffenden Wagen wird hierauf noch besonders hingewiesen. Von Wichtigkeit ist auch., daß die in den Abteilen befindlichen Reisenden sich vor Abfahrt der Züge von dem Verschluß der Wagenthüren überzeugen und Kinder, sowie jugendliche Personen auf die event. eintretenden Gefahren durch ihre Begleiter aufmerksam gemacht werden. (-) Wies eck, 3. September. Am Sonntag wurde die hiesige, im Laufe dieses Sommers renovierte und mit einer neuen Orgel ausgestattete Kirche bei zahlreich! versammelter Gemeinde ein geweiht. Während der Re- novicrungsarbeiten wurde der Gottesdienst in einem Saale der neuen Schule abgehalten. Die Anschaffung einer neuen Orgel war nötig geworden, weil die alte defekt und hinfällig geworden war. Während diese unpassender Weise im Ehor der Kirche stand, ist das neue, mit 14 Registern versehene, von der Firma Förster und Nikolaus in Lich bezogene vortreffliche Werk auf die dem Ehor gegenüberliegende Bühne gestellt worden und bildet einen herrlichen Schmuck des Gotteshauses. Um mehr Licht für dieses zu bekommen, wurde ein Ehorfenster, das seither zugemauert war, wieder geöffnet und nach dem Muster der beiden anderen Chorfenster hergestellt; die vier Fenster im Schiff wurden nm je 80 Ctm. erhöht. Im Chor wnrde neues Mstnhl errichtet, und der Altar inmitten desselben ausgestellt. Sowohl das Innere der Kirche als auch die Außenwände derselben erhielten durchweg einen neuen, geschmackvollen Anstrich Den Plan für die Renovierung fertigte Architekt Seuling von Gießen an, der auch die Arbeiten leitete. Fabrikant Heinrich Rau III. von hier 'schenkte ein neues, wertvolles Altarkruzifix. — Avweihungsgottesdienst predigte der Ortsgeistliche über Ps. 26, 6—8. Die Orgel spielte Organist Lehrer 5'tr' hon der Gemeinde wurde von einem Schulerchor und dem Gesangverein Concordia bei der Feier gesungen. Den drei ältesten Mitgliedern des Kirchenvor- m äA cm läßlich der Feier je ein Gesangbuch in • r.7nnb0J1 der Kirchengemeinde gewidmet. Das im llvthischen Styl angelegte Gotteshaus stammt aus dem 15. Jahrhundert. o- Reu Ulrichstein, 3. September. Inder Arbeiter- Kolonie befanden sich Ende August stellen-, resp. arbeitslos 25 Mann. Dieselben verteilen sich nach dem Gewerbe: Arbeiter 12, Eisendreher 1, Former 1, Friseur 1 Gärtner 1 Kaufleute 2, Kellner 1, Kürschner 1, Maurer 1, Schlosser L Schneider 1, Schreiber 1, Schuhmacher 1. Seit Bestehen der Kolonie wurden ausgenommen 3743, entlassen 3718 Bestand am 1. August 1900: 22. Zugänge im Monat August 6, Abgänge im August 3. Die Abgänge verteilen sich: aus eigenen Wunsch 2, ohne Grund 1. -eh- Darmstadt, 3. September. Gestern nachmittag wurde bei günstigem Wetter unter außerordentlicher Beteiligung, besonders der Kriegervereine, das von der Stadt Bensheim errichtete Denkmal enthüllt. Am Festzug beteiligten sich ca. 70 Vereine mit Fahnen und Standarten. Die Festrede hielt Seminardirektor Geiger. -nn. Bad Salzhausen, 3. September. Unser idyllisch gelegener Badeort erfreut sich einer von Jahr zu Jahr steigenden Frequenz. Die Zahl der abgegebenen Bäder betrug in diesem Jahr Ende August 6807, während sie sich Ende August 1899 nur auf 6588 belief. Die Anzahl der Nach- mittagsbäder übersteigt stets die der an den Vormittagen verabreichten. Das kommt daher, daß unser Bad, seit es Bahnverbindung hat, viel von Kranken aus der Umgegend besucht wird, die mit den Zügen ankommen und nach dem Baden wieder heimkehren. Aber auch die Logiergäste haben sich dieses Jahr zahlreicher eingestellt als in früheren Jahren. Das ist ja auch erklärlich, da die hier herrschende absolute Ruhe und die angenehme Waldlust die Heilerfolge nur günstig beeinflussen können. Mit der steigenden Frequenz hält die Bauthätigkeit gleichen Schritt. Neue Hotels und Logiervillen erstehen. Die vorhandenen waren dieses Jahr fast immer besetzt. Die Preise des Bauterrains sind bis jetzt hier noch mäßige. Der Quadratmeter kostet circa 2 Mk. Auch Baufirmen von Gießen haben hier bereits Bauplätze erworben und Neubauten aufgesührt. Die ganze weitere Entwickelung unseres Bades wird vom Erfolg der begonnenen Bohrproben, die eben in der Nähe der Lithiumquelle begonnen wurden, abhängen. Generalversammlung und Stiftungsfest des hessischen Bauernbundes. Fortsetzung statt Schluß. N«-ch einem gemeinsamen Mittagsmahl wird nachmittags einhalb 3 Uhr im Garten des Gasthauses „Zum Löwen ' die Sitzung vor einer zahlreichen Zuhörerschor, die sich im Vergleich zu derjenigen am Vormittag tnahezu verdoppelt hatte, wieder ausgenommen, unb von dem stellvertretenden Vorsitzenden Volp dem Reichstagsabgeordneten Dr. B ö ck e l das Wort erteilt, der in längerer Rede über „den deutschen Bauernstand und den Freiheitskampf der Buren" sprach und etwa folgendes ausführte: „Es macht mir außerordentlich viel Freude, nach langen Jahren manchen alten Bekannten und Freund hier wieder begrüßen zu können. Die Ereignisse der Politik sind leider nicht allzu erfreulich. Der deutsche Bauernstand und die deutsche Landwirtschaft haben ihre Interessen nicht mit genügender Energie vertreten. Handel und Industrie haben von jeher in dieser Beziehung mehr Energie besessen und bethätigt, und ihre Erfolge «dadurch errungen, daß sie es verstanden haben, durch Aufgebot von Geld und moralischer Macht, diese geltend zu machen und zu zeigen. Wenn wir gegenwärtig vor dem Feldzug mit Ehina stehen, so haben den in der Hauptursache die Interessen von Handel und Industrie gezeitigt. Deutsche Soldaten marschieren dafür; für die Interessen der deutschen Landwirtschaft aber seien noch nie Soldaten marschiert und würden wohl auch nie dafür marschieren. Dabei sehen wir, wie immer die Landwirtschaft zurückgestellt wird und so zurückgeht. 1882 waren 40 Prozent der Bevölkerung Landwirte, 1895 nur noch 35 Prozent. Wenn also in nur 13 Jahren ein so starker Rückgang zu verzeichnen wäre, wie viel würde in 100 Jahren noch übrig sein. Unsere heutige Reichsregierung, und von dieser spreche ich, ist, so meint Dr. B., nur zu geneigt, stets den Interessen des Handels nachzugeben. Wir stehen in der Jlottenaera. „Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser", ist ihre Devise. Da die Landwirtschaft aber naturgemäß nur auf dem Lande leben kann, so haben wir Front zu machen gegen den Handel. Die Börse habe durch ihre großkapitalistischen Spekulationen ihr gewaltiges Streben nach der Weltherrschaft gezeigt, gegen die sich die Landwirtschaft wenden müsse. Der Bankdirektor Siemens, der von Sr. Majestät geadelt wurde, hat bei der Beratung des Börsengesetzes selbst gesagt, daß die Börse von außerordentlicher Wichtigkeit sei. Ein Bündnis zwischen Frankreich und Mißland kann nur bestehen, weil dieses von jenem immer und immer Geld braucht, und!der Dreibund nur, weil Italien und Oesterreich im gleichen Verhältnis zu Deutschland stehen. Das sagt ein deutscher Bankdirektor, der doch die Verhältnisse hinter den Koulissen der Börse kennt. Das bestätigt, daß die Börse alles ausnützt. Bei der Dreifusaffaire mit Drückung der fturfe und ebenso beim Beginn des Krieges in Südafrika setzte die Börse beim Zeichnen der Kriegsanleihe ein. Als für die Inder gesammelt werden sollte, da lieferte die deutsche Börse den Engländern das Geld. Wir sind heute so weit, daß Deutschland eine englische Dependance ist. Deutsche Herrscher rühmen sich, Engländer zu fein. Dieserwegen sind die Buren von den Völkern verleugnet und im Stich gelassen worden. Wir sollten, wenn nicht schon ans Gerechtigkeitssinn, durch die Bande der Blutsverwandschaft die Pflicht gehabt haben, für sie einzutreten und ihnen Beistand zu leisten. Aber die Buren seien ja nur arme Bauern, die für ihr Vaterland und ihre Freiheit kämpften. Ja, wenn das Georg von Griechenland oder der Prinz von Wales gewesen wären, so wären wir bereit gewesen, ihnen Beistand zu leisten. Von englischen Soldnerscharen werden die Buren in ihrem eigenen Lande als Rebellen behandelt. Selbst Napoleon hatte Verständnis dafür, wenn jemand sein Vaterland verteidigte. Es hat bis znm heutigen Tage noch keine größere Schmach gegeben, als die Unterdrückung der Buren; noch nie hat der Geldsack so gewaltsam geherrscht wie hier. Sogar mit dem Blute eines Deutschen hat Lord Roberts seine Hände jetzt besudelt. Aber Lord Byron hat einst schon prophezeit, daß die Völker einmal aufwachen müssen gegen die Uebergriffe Englands. Und das alles wird von der englischen Regierung kommandiert, nicht von Roberts, der Strohpuppe, sondern vom Prinzen von Wales und seinen Leuten, die das Geld der Buren und ihre Goldminen haben wollen. Diese berauben jenes Volk ihres Vaterlandes. Wir Deutsche nun, die wir 1870/71 erleben durften, sahen still zu, wie jene unterdrückt werden. Hoffentlich wird die deutsche Regierung es früher einsehen, ehe es zu spät ist, was für eine Stühe sie am Bauernstand stets gehabt hat und noch hat. Aber so kann es nicht weiter gehen. Wir müssen uns darauf besinnen, daß wir deutsch sind und ein freies, deutsches Wort unter freiem, deutschen laudeo-Koufereiy der tzrMev S^mlbrrnohraten. Am Sonntag tagte in Neu-Isenburg die Landes Konferenz der hessischen Sozialdemokraten. Zum Vorsitzenden wurde Reichs- und Landtagsabgeordneter Ulrich gewählt. Derselbe gedachte in seiner Eröffnungsrede des Todes Wilhelm Liebknechts. Der Verstorbene sei der erste sozial- demokratische ReickMagsabgeordnete in Hessen gewesen. — Von 70 Orten Hessens waren 90 Delegierte erschienen. Der Wahlkreis Gießen-Grünberg-Nidda beantragte noch auf die Tagesordnung folgendes zu setzen: „Die Landeskonferenz möge die Aufstellung eines Kom- munal-Wahlprogramms für Hessen beschließen." Der Antrag wurde abgelehnt. Ulrich erstattete hieraus den Geschäftsbericht des Landeskomitees. Er meinte, daß mit der Landesorganisation ein gutes Stück marschiert worden sei, doch sei sie weiter auszuarbeiten, damit noch mehr als bisher geleistet werde. Auch bei den Land- tagswahlen habe die Organisation gut funktioniert. Das Landeskomitee habe 60 000 Exemplare des programmatischen Flugblattes herausgegeben, was recht unlieb von den Gegnern empfunden worden sei. Tas Resultat sei allerdings nicht wünschenswert ausgefallen, da man mindestens auf zwei Mandate Zuwachs geredjnet habe. Nur der Wahlkreis Groß-Gerau sei gewonnen worden und der schon als sicher betrachtete Gießener Landbezirk nicht. Hieran trage eine alte Burg der Sozialdemokratie, der Ort Heuchelheim, allein die Schuld, es habe an der dortigen mangelhaften Organisation gelegen. Doch die Stimmenzahl habe bedeutend zugenommen/ Es sei dies der außerordentlichen Arbeit der Parteigenossen der einzelnen Orte zuzuschreiben. Die Partei dürfe, so führte der Redner aus, keinen Augenblick ruhen, das bedeute Rückschritt, es müsse immer vorwärts marschiert werden. Das Landeskomitee sei dafür, daß noch in diesem Jahre ein Landeskalender gedruckt und gratis im ganzen Lande unter der Bevölkerung zur Verteilung gelange, der Kalender müsse besonders unter dem Bauernstände wirksam agitieren. Herr O v b - Offenbach erstattete hierauf den Rechenschaftsbericht. Unter den Einnahmen für verausgabte Landesmarken figuriert an erster Stelle Offenbach mit 1000 Mk., Mainz mit 647.99 Mk., Darmstadt mit 500 Mk., Gießen mit 120 Mk., Vilbel mit 70 Mk., Worms, Alzey und Erbach mit je 20 Mk. Im Ganzen betrugen die Einnahmen 3249.40 Mk., die Ausgaben 1619.99 Mk., sodaß ein lieber schuß von 1629.41 Mk. verbleibt. Der Mitglied erst and der organisierten Parteigenossen beträgt in Hessen 4 5 00. Es sei also im letzten Jahre eine Zunahme von 500 Mitgliedern zu verzeichnen. Nach einer ausgiebigen Debatte über den Etat der hessischen Sozialdemokratie wurde dem Kassirer einstimmig Decharge erteilt. Es wurde hierauf der einstimmige Beschluß gefaßt, noch in diesem Jahre den Landeskalender in einer Anzahl von 150 000 Exemplaren erscheinen zu lassen und ihn gratis zu verkeilen. t , ' . . t „ Berthold- Darmstadt berichtete über den Ausfall der Landtags wählen. Sieben Wahlkreise seien zur Bearbeitung empfohlen worden, darunter drei in Starkenburg, zwei in Rheinhessen, zweiinOber - Hessen. Von 48 Wahlmännern sei man auf 127 bei den letzten Wahlen fl-eftiegen. Es müsse energisch agitiert werden daß für die Landtagswahlen das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht eingeführt würde. Himmel mitzusprechen haben. Schon vor Jahrtausenden hat Tacitus gesagt, die Deutschen wären ein freies Volk und em freies Volk wahre sich ein freies Wort! Es wird sichüber kurz oder lang zeigen, an wem die Regierung eine kräftigere Stütze und von wem Deutschland mehr hat, an Handel und Industrie oder Landwirtschaft. Dazu aber ist Einigkeit nötig. Wenn die Beratung der Handelsverträge beginnt, so wird man mit allem möglichen Druck von oben arbeiten, um das durchzubringen, was man am Regierungstisch beschlossen hat. Heute ist es noch Zeit, den Willen der Landwirtschaft kundzugeben. Und was will eigentlich die Regierung? Auf wen will sie sich denn verlassen? Will sie sich auf die Sozialdemokraten stützen, die sich mit Stolz die Internationalen nennen? Glaubt sie von den Geldleuten gehalten zu sein, die vom „Kanonen- giesten leben", vom Verkauf Von Waffen und Munition an unsere Gegner? Unsere tapferen deutschen Soldaten sind vor den Takuforts von deutschen Geschossen niedergeschmettert worden. Ja, heute führen wir Krieg mit China. Vor ein paar Zähren hat man Li-Hung-Tschang alles angeboten und verkauft und ihm ein Denkmal errichtet. Heute ruft • Kölker hütet Euch vor dem gelben Mann, der ist der Gefährliche! Man glaubt nicht, wie viel gethan wird, um die Wahrheit zu verdunkeln. Aber auch die wird eines Tages ans Licht kommen, ebenso wie eines Tages die Gerechtigkeit siegen wird, ehe es zu spät ist. Heute aber bewegt sich die Politik auf Bahnen, die nicht zum Segen des Allgemeinwohls führen. Die Landwirtschaft ist das bescheidene Waisenkind, das stets still und zufrieden war. Wenn aber nicht ein paar Schreier unter den „Agrariern" wären, hätte uns Amerika heute sein verdorbenes Fleisch eingeführt. Und nun soll im kommenden Winter das Börsengesetz refor- miert werden und der Terminhandel vielleicht wieder offiziell losgehen. Wir haben an; andern gesehen, daß, wer rührt mit der Trommel, vorwärts kommt. Lange hat die Landwirtschaft geschwiegen; da sie aber immer mehr und mehr unterdrückt wird, hat sie nicht geschwiegen. Wir müssen endlich auch anfangen, begehrlich zu werden, wir müssen und wollen auch mitsprechen in allen öffentlichen Angelegenheiten. Wenn Jndusttie und Handel ihre Interessen zu wahren «wissen, muß die Landwirtschaft es ebenfalls wissen, und wenn sie einig ist, wird sie auch etwas erreichen. Die Landwirtschaft stellt die meisten Soldaten und trägt die meisten Lasten; das wissen die Herren von der Regierung auch Aber sie glauben erst Handel und Industrie den Mund stopfen zu müssen. Wenn dann noch was übrig bleibt, dann fällt auch für uns etwas ab. Solange wollen wir aber nicht warten. Die Zeit ist heute ernst. Was wird in C h i n a werden? Niemand weiß es; aber soviel wissen wir, daß wir schon 100 Millioueu sicher zu zahleu haben. Ta müsse doch; der Reichstag von rechtswegen b e ru fen werden. Schluß folgt. Fn der Debatte über die Landtagswahlen bemerkte LandtagSabg. Cramer-Darmstadt, daß es bei der Prüfung der Mandate im Hessischen Landtage geradezu beschämend wirke, die sozialdemokratischen Wahlmänner, wenn sic sich in der Minorität befänden, sich der Abstimmung enthielten, wie dies im Wahlkreise Mainz-Land der Fall gewesen. Das dürfe in Zukunft nicht mehr Vorkommen. . Landtagsabg. Dr. David billigte -das Fernbleiben der Wahlmänner vom Wahlakte ebenfalls nicht, es sei dies eine verfehlte Taktik nnd geschehe nur, um Geld zu sparen. Es sei im Wahlkreise Mainz-Land eine überaus eifrige Arbeit entfaltet worden, und man hoffe in Zukunft diesen Wahlkreis zu erobern . Es empfehle sich, Formulare zur Ausnahme in den hessischen Staatsverband seitens des Landeskomitees drucken zu lassen, und die Aufnahme in den hessischen Staatsverband nicht zu einer vorübergehenden, sondern zu einer dauernden Agitation zu gestalten. Es wurde beschlossen, energisch in die Landtagswahlen einzutreten und die Wahlmänner zu bestimmen, auch wenn sie sich in der Minorität befinden, an dem Wahlakte teilzunehmen. Auch der Antrag des Dr. David, Aufnahme- formulare drucken zu lassen, fand einstimmige Annahme. Landtagsabg. Dr. David berichtete über den bevorstehenden Parteitag in Mainz und den internationalen Kongreß in Paris. Der Redner gedachte ebenfalls Liebknechts, der zum ersten Male auf dem Partei Kongresse fehle. Der Parteitag in Mainz werde keine tiefeingreifende Meinnngsverschiedenheiten zutage fördern, sondern friedlich verlaufen und beweisen, daß die Sozialdemokratie einig sei. Bei den nächsten Wahlen, besonders den preußischen Landtagswählen, müsse dem agrarisch-klerikalen Heerbann Abbruch geschehen, überall da, wo die Sozialdemokraten keine Aussicht auf Erfolg hätten, müßten sie fürdiebürgerlicheOpposition eintreten. Damit würden die Sozialdemokraten ihre Prinzipien nicht änfgeben. Diese Frage würde den Parteitag ebenfalls beschäftigen, lieber die Weltmachtpolitik werde Singer referieren. Dieser Politik müsse ein entschiedenes Nein entgegengesetzt werden. Die Landeskonferenz nahm folgende Resolution einstimmig an: „Ausgehend von dem Gedanken, daß die sozialdemokratische Partei keine Gelegenheit zur Propaganda ihrer Ideen und zur Verstärkung ihrer politischen Macht verabsäumen soll, beantragt die hessische Landeskonferenz, der Parteitag wolle beschließen: Die Beteiligung an den Landtagswahlen wird den Parteigenossen aller Bundesstaaten zur Pflicht gemacht. Da, wo die Normirung eigener Kandidaten resp. Wahlmänner nicht möglich ist, sind diejenigen bürgerlichen Kandidaten zn unterstützen, die die weitgehendsten Garantien bieten." Als Delegierte zum internationalen Kongreß in Paris wurden die Abgg. Ulrich nnd Dr. David gewählt. Auf Antrag Alsfeld wurde beschlossen, daß diejenigen Wahlkreise, welche nicht in der Lage sind, aus eigenen Mitteln einen Delegierten auf den Parteitag in Mainz zu entsenden, von der Landeskasse Unterstützung erhalten. Die Anträge des Kreis-Wahlvereins Mainz-Oppenheim, ein einheitliches Mitgliedsbuch für das ganze Großherzogtum ein zusühren, und das Organisationsstatnt einer genauen Revision zu unterziehen, wurden abgclehnt, dagegen ein Antrag Raab-Pfungstadt: das Landeskomitee wird beauftragt, über ein einheitliches Mitgliedsbuch und ein Organisationsstatut in 'Wer nächstjährigen Landeskonferenz Borlage zu machen — angenommen. Auf Antrag Darm st a d t'-G r o ß-Ge r a u wurde das Landeskomitee beauftragt, eine K o n f e r e n z d e r s o z i a l d e m o k r a t i s ch e n Gemein de räte für das Großherzogtum Hessen zu arrangieren. Auf Antrag desselben Wahlkreises wurde ferner beschlossen, den Paragraph 11 des Organisation^ statuts der sozialdemokratischen Partei Hessens dahin abzuändern, daß der dem Landeskomitee verbleibende Betrag der 10-Pfg.-Marke um 5 Pfg. erhöht und der Landeskassierer befugt ist, in vierteljährlichen Raten diesen erhöhten Beitrag der Gesamteinnahme an die Kasse der Gesamtpartei in Berlin abzusenden. Zum Schlüsse wurde das Landeskomitee wieder gewählt und zwar Ulrich - und Orb- Offenbach, Stock- Mainz, Berthold- Darmstadt und Orb i g -Gießen. Ulrich schloß abends 5 Uhr die Landeskonferenz. __________________________________ Gerichtssaal. Königsberg i. Pr., 31. August. Ein Prozeß wegen Herausforderung jnm Duell kommt demnächst vor unserer Strafkammer zur Verhandlung. Bon der Staatsanwaltschaft ist gegen den hiesigen Gymnasialprofeffor Dr. Friedrich Konstantin Schulz, Oberleutnant a. D., und gegen den Oberstleutnant a. D. Heinrich Sakowski deshalb Anklage erhoben worden. Die Herausforderung richtete sich gegen den Geh. Justizrat Hagen, den Vorsitzenden der hiesigen Anwaltskammer, und hatte ihre Veranlassung in Differenzen zwischen den Vorständen des Philharmonischen Orchestervereins, dessen Vorsitzender Geh. Rat Hagen ist, und des MusikvereinS, dessen Leitung in den Händen des Professors Schulz liegt. Im Verfolg dieser Differenzen wurden vom Philharmonischen Verein mehrere Briese an den Musikverein gerichtet, durch die sich Professor Schulz beleidigt fühlte. Er beauftragte den Oberstleutnant Sakowski damit, Geheimrat Hagen zur Zurücknahme seiner Erklärungen aufzufordern und ihm, falls eine Einigung nicht erzielt werden sollte, eine Herausforderung auf Pistolen zu überbringen. Diesen Auftrag führte Sakowski aus, indem er dem Geheimrat, der einen Widerruf seiner Aeußerungen ablehnte, erklärte, er habe eine Forderung deS Profeffors Schulz zu überbringen. Geheimrat Hagen nahm die Forderung nicht an. _________________________________ _ _ AlkMg aus den StandesmntsrezistttA Ser Sückt Meße«. Aufgebote. August 25. Theodor Friedrich Karl Otto Dupont, Großh. Gerichts- affeffor in Alzey mit Wilhelmine Johanna Antonie Emma Weidig dahier. 27. Hermann Franz Paul Mühlberger, Kaufmann in Frankfurt a. M. mit Kunigunde Rauch, Köchin in Frankfurt a. M. 28. Wilhelm Gottfried Florus, Korbmacher dahier mit Elisabeth Christine Hermine Jöckel, geb. Affauer, Witwe dahier. 29. Johann August Geißler, Schreiner in Frankfurt a. M. mit Anna Katharine Elisabethe Brandt, Kleidermacherin dahier. 30. Georg Horst, Bahnarbeiter dahier mit Susanne Marie Margarethe Pfeiffer Hierselbst. Johann Daniel Carle, Bäcker dahier mit Margarethe Walbrecht Hierselbst. 31. Heinrich Hillgärtner, Schreiner dahier mit Katharine Elisabethe Schmidt Hierselbst. Adam Bayer, Schneider dahier mit Eugenie Bing Hierselbst. GheschUetzupgerr. August 28. Johannes Schneller, Former dahier mit Johannette Deichhardt Hierselbst. Heinrich Steinmttller, Taglöhner dahier mit Elisa» bethe Zimmermann Hierselbst. «edoreae. August 24. Dem Bergmann Konrad Schmidt ein Sohn. Konrad. Dem Friseur Philipp Lehrmund ein Sohn, Friedrich. Dem Bahnwärter Heinrich Heß ein Sohn. Dem Schloffer Friedrich Diehl eine Tochter. 27. Dem Eisendreher Gustav Heinrich Krausch ein Sohn. 28. Dem Prokurist Jakob Jung eine Tochter. «estorbeue. August 25. Auguste Panz, 6 Monate alt, Tochter deS Dachdeckers Wilhelm Panz dahier. 27. Johanna Fulda, geb. Rausch, Rentnerm dahier. Melchior Schäfer, Wirt dahier. 28. Johann Adam Werner, Werkmeister dahier. _______________ Handel aud Verkehr. Kolkswirtsitzast. Ufran«.Hurter Börae vom 8. September. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. PrÄmiea auf Kredit per ult. Sept. 1.65%, do. per ult. Okt. 2,50%, Diekonto-Kommandit per ult, Sept. 1.30%, do. per ult. Okt. 2.40%, Lombarden per ulh Sept. 0.80%, do. per ult. Okt. 1.0 Deutsche Bank per ult. Äug. 0.00%. Kotierungen: Kreditaktien 208.30-000-00, Dlskonto- Kommandit 174.30-174-000.00, Staatsbahn 142.20-142, Lombarden 27-26.80, Italiener 94 60, Spanier 72.90, Bproz Mexikaner 26.40, Bochumer 189-7.20-50 bz., Laura 205.10-000.00 bz., Harpener 184-4.70-50-00 bz., Gelsenkirchen 196.60-000.00 bz., Privat-Diskont 4 % % G. 1% bis2% Uhr: Kreditaktien 208.20-210.80-20 bz., Diskonto- Kommandit 174-175.90 bz., ötaatsbaho 141.90-142.20 bz., Lombarden 26.90-00.00 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesellschaft 00.00 bz., 3proz. Mexikaner 00.00 bz , Ottomanbank 108.40 bis 60 bz., Nationalbank für Deutschland 181.80 bz., Deutsche Bank 189.70-190.40 bz. Schul-Anzüge in grosser Auswahl! Giessen, Kirchenplatz 11. Markus Bauer. FsillAM.WkM.lzM und höher — 14 Meter! — porto- und zollfrei zugesandt I Muster umgehend; ebenso von schwarzer, weißer und farbiger „Henneberg-Seide" von 75 Pfg. bis 18,65 per Meter. 122 k. Henneberg^SeMHaiit (k. u. k. Holl.) Zürich. ► Konveisutioiis Lexikon (auch t» thetauch gegee ilteneWarke) sowie alle andern Bücher I Befert gegen Teilzahlungen von monatl. 3M. an U. SytrU~y, Buchhandlung, Stuttgart VIL * * Bekanntmachung, betreffend: Städtisches Elektrizitätswerk. Um die Abgabe von Elrktr'zilät für den Bedarf des Stadtgebiete» bi» zum 1. April 1901 bewirken zu können, ist es jetzt schon erforderlich, die Verkeilung elektrischer Energie in diesem Gebiet festzustell n. Das Werk wird im Gleichstrom-Dreileitersystem 2 mal 220 Volt ausgeführt. Die Märke der Leitungen und die Führung derselben wird in den Straßen entsprechend dem voraussichtlichen Bedarfe au elektrischer Energie für die einzelnen Bezirke bestimmt. Wird dabei auch Spielraum für einen über den Rahmen der ersten Äumelduugeu hiuausgeheuden Verbrauch vorgesehen, so können durch nachträgliche Anmeldungen den Abnehmern Schwierigkeiten und besondere Kosten erwachsen. Es wird deshalb dringend gebeten, den voraussichtlichen Bedarf an elektrischer Energie bis zum 1. Oktober ds. IS. aus den dafür in dem Büreau des städtischen Elektrizitätswerkes (Neumühle) und bei der Großherzoglichen Bürgermeisterei unentgeltlich zur Verfügung stehenden Formularen anznmeldeu. Die Bedingungen für den Bezug elektrischer Energie find ebendaselbst erhältlich. Die Aufforderung zur Stellung definitiver Anträge aus Anschluß erfolgt dann später. Zur Erläuterung sei bemerkt, daß jedes Grundstück in der Regel nur einen Anschluß an die elektrische Leitung erhält, daß aber die verschiedenen Gebäude eines Grundstückes oder die verschiedenen Stockwerke eines Gebäudes durch besonderen, mietweise überlaffenen, Zähler in ihrem Verbrauche kontrolliert werden können. Bei der Anmeldung ist getrennt anzugeben der voraussichtliche Bedarf an elektrischer Energie a) , Beleuchtungszwecke durch Bezeichnung der Art, Stärke und Zahl der Lampen, d) für elektrische Motoren nach Pferdestärken des Elektrometers, c) für sonstige Zwecke unter Beschreibung der Verwendung, die beiden letzten Angaben mit Zusüarwg der Tageszeiten und Stunden, in welchen der Betrieb voll und beschränkt staufindet. Jede gewünschte weitere Auskunst erteilt der Betriebsleiter des städtischen Elektrizitätswerkes, Herr Mulert, auf der Neumühle in den Stunden von 11—12 Uhr vormittag- und 5—6 Uhr nachmittags. Gießen, den 27. August 1900. Großherzoglichc Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 5705 299 Elektrizitäts-Aktiengesellschaft von 6. Buchner, Wiesbaden. Elektrische Licht- und Kraft-Anlagen in jedem Umfange. Centralen für Städte. Lieferung sämmtllcher Bedarfs - Artikel w Ingenieurbesuch u. Projekte kostenfrei. "Vv Bekanntmachung. Nachstehendes Ortsstatut wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 30. August 1900. 5826 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Ortsftatut für die Stadt Gießen, betreffend die Gesiudeordunng. In Gemäßheit des Art. 7 der Gefindeordnung in der vom 1. Januar 1900 an geltenden Fassung wird hierdurch auf Beschluß der Stadt- verordmten-Versammlung vom 26. Juli 1900 und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 9. August 1900 zu Nr. M. d. 1.23278 bestimmt, daß für den Bezirk der Provinzialhauplstadt Gießen an Stelle des Art. 6 des Eingangs zitirten Gesetzes die folgenden Vorschriften über die Dauer der Dienstzeit zu treten haben: Ist über die Dauer d,r Dienstzeit nicht» vereinbart, so wird d'.r Vertrag als auf die Dauer eines Kalendervierteljahres abgeschloffen angesehen. Das Kalenderoierteljahr beginnt mit dem ersten Werktag eines Vierteljahres und endigt mit dem Beginne des folgenden Kalender- vierteljahres. Ein im Laufe des Kalendervierteljahres abgeschloffener Dienstvertrag gilt als bis zum Ende desselben eingegangen, falls nicht ein anderes vereinbart ist. Gießen, den 30. August 1900. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Die am 1. Oktober er. fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. September er. ab an unserer Kasse in Berlin und an den bekannten Zahlstellen kostenlos eingelöst. Gleichzeitig bringen wir hierdurch ZUr Kenntnis, dass eine Kündigung oder Verlosung unserer 5830 4% Hypotheken-Pfandbriefe Em. V und VI vorläufig nicht beabsichtigt ist. Ueber die Ausgabe der neuen Couponbogen erfolgt in Kürze weitere Bekanntmachung. Pommersche Hypotheken-Aktien-Bank. Alice-Kochschule. Der Kursus beginnt am 10. September. Anmeldungen werden in der Schule angenommen. 5579 5840] Die am 1. Oktober 1900 fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. Septbr. er. ab an unserer Kaffe sowie an den bekannten Zahlstellen kostenlos eingelöst. 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