Sonntag den 5. August IW wn 181 Zweites Blatt Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren ISqBflipreU vikrlcljahrl. Mt. 9^ monatlich 75 Pf-, um Bringerlohn) durch btt 2lbt)okftcln vierteljährl. Mk. 1,84 monatlich 65 Pfg. Bei Postdrzug Mk. 2,40 vierteljähsi. mit Bestellgeld Alle Lnzeigm-BermittlungSstellen de- Ja- und Äu4Ien6d «ehmm Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeh Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pf-. DMHm, rp>editidn und Druckerei: Kch.kstr.ße Dr. 1. ÄMrtoe». Vie Siebener ye*tfieel(4tter »erden dem Anzeiger ta Wechsel ■* «Heff. m. ^Blätter M Heß. »slttkünde" Gratisbeilaürs: Gießener FamilienblStter, Der hessische Landwirt, tllitttrr für hessische Volkskunde. Adreff« für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 5L Nrb0«( wee Anzeige« zu der ««chrnittagS für taa jrt|T^ leg «fcheineuden Nummer M »»nn. K) HK AWeßeLnngeu spitesten- **M >«N«- Die Russen unter General Ssacharow haben die befestigte Stadt Ssansin am Ssungari genommen. Diese Stadt liegt in einem kleinen, nicht tiefen Thal an dem Ein- fluß des Mutan in den Ssungari, etwa 370 Klm. von der Mündung des letzteren. Da außerdem der Fluß Kunho vorbeifließt, ist die Stadt von drei Seiten von Wasser umgeben. Eine Mauer umzieht nur einen kleinen Teil der Stadt auf eine Länge von 2i/2 Klm. (?) Die meisten Einwohner wohnen außerhalb der Stadtmauern. Die Gebäude beginnen unmittelbar am Ufer und liegen hier zerstreut. Die Hauptstraße wird, wie die Aufschrift über dem Triumph- (Futudung.) , General Grodekow telegraphierte an den Kriegs- minister am 1. August aus ChaborowSki: Am 27. Juli lud General Sacharow den Kommandanten von Ssansin zu Unterhandlungen ein. Da dieser nicht erschien, nahmen die Truppen die nördliche und westliche Seite der Festung und bombardierten Ssansin am 28. Juli drei Stunden lang. Mittags durchschwammen die Kosaken den Fluß, attakierten die Stadt und vertrieben die Chinesen aus allen Punkten. Die Chinesen unterhielten eine starke Kanonade und hielten dell Angriff hartnäckig aus, bis die Infanterie eingriff, worauf sie flohen, Geschütze sowie eine Menge Gewehre und Patronen zurücklassend. Die Waffen waren unbrauchbar gemacht. Erbeutet wurden 2 2 Geschütze, darunter 14 Hotschkiß. Die Chinesen waren 4000 Mann stark und erlitten große Verluste. Die Bevölkerung flüchtete. Unsere Truppen haben sich brav gehalten. Beim Aufruf der Freiwilligen traten alle vor. Oberstleutnant Gornostajew wurde verwundet, einer ist tot, sechs verwundet. „Daily Telegraph" meldet aus Shanghai vom 1. August: Die chinesischen Truppen rücken beständig nördlich im Iangtsethale vor und dürften die Flanke der verbündeten Truppen angreisen. Rüstungen. Am Donnerstag nachmittag trafen Vertreter des Bremer Senats und der Direktion des Lloyd und der Ham- UgH4 *U «iiSAahmr de- Der Gouverneur von Schantung telegraphierte heute an die Konsuln in T s ch i f u. Ein soeben eingegangenes Schreiben des Tsungli Damen vom 30. Juli besagt, daß die Gesandten und der deutsche Geschäfts- träger in Peking mit dem Stabe wohlbehalten und mit Lebensmitteln versehen seien. Es bestehe ein gegenseitiger fteundschastlicher Verkehr. Die Verhandlungen wegen desAbzugs der Gesandten nach Tientsin unter Schutz zu zeitweiligem Aufenthalt daselbst seien dem Abschluffe nahe. „Standard" meldet aus Tientsin vom 26. Jun, daß die Unruhen sich im Norden von Kwantung auSbreiten. Die Berliner Mission in Namon ist von Pöbelhausen zerstört worden. Rußland und die Mandschurei. Aufschriften; eS herrscht dort das gewöhnliche lebhafte chinesische Treiben. Die Einwohnerzahl wird verschi.dent- lich angegeben und mag 15»—20000 betragen. Die belebteste Zeit fällt in den Juni und Juli, wenn die in der Umgegend lebenden Jäger sich sammeln, um ihr Beute umzuhandeln. Ssansin hat bis jetzt eine wichtige Rolle als Handelsvermittler zwischen dem Amur und den Getreidebezirken des Ssungari gespielt; im Jahre 1896 waren etwa 60 Dschunken vorhanden, auf denen die Waren nach dem Amur und Ussuri geschafft werden. Die S adt und der Bezirk stehen unter einem militärischen Untergouverneur Gießener Anzeiger General-Anzeiger Aus Tschifu wird vom 2. August gemeldet: Der I Gouverneur von Schenkung telegraphierte heute an die hiesigen Konsuln, ein soeben eingegangenes Schreiben des Tsungliyamen vom 30. Juli besage, daß die Ge s a n d t en I und der deutsche Geschäftsträger rn Peking mit ihrem Stabe wohlbehalten und mrtLebenv- mittel» versehen seien. Es bestehe ein gegenseitiger freundschaftlicher Verkehr; die Verhandlungen wegen des Abzugs der Gesandten nach Tientsin unter Schutz zu zeitweiligem Aufenthalt daselbst seien dem Abschlüsse nahe. Die Regierungscouriere legten die 450 Kilometer lange | Strecke zwischen Peking und Tsinanfu in zwei Tagen zuruck. — Aus verlogenem Chinesisch ins Deutsche übersetzt, bedeutet diese Meldung, daß es auch am 30. Juli der chinesischen Armee noch nicht gelungen war, die Gesandten und Ausländer zu bezwingen. Möglich ist immerhin, daß die Machthaber in Peking infolgedessen Verhandlungen mit den Belagerten angeknüpst und diesen freien Abzug angeboten haben, denn es ist keineswegs ausgeschlossen, daß sie schließlich in der Hoffnung, dadurch den Marsch aus Peking abwenden zu zu können, die Gesandten wirklich ziehen lassen. Wahrscheinlicher aber ist, daß diese Verhandlungen auf eine Verräterei der Chinesen abzielen, die die Gesandten als Geiseln in ihre Hände bringen soll. Die Belagerten selbst sind jedoch, wie aus ihren letzten Briefen hervorgeht, auf der Hut Md werden es sich hundert Mal überlegen, ehe sie ohne genügende Bürgschaft aus die Vorschläge der Chinesen eingehen. Wenn es wahr ist, daß die chinesischen Tcheschenträger eine Strecke von 4oO Kilometern in zwei Tagen zurücklegen, so müssen zwischen v—r_,—-----, .. . . , Peking und Tsinanfu eine große Zahl Relais aufgestellt sein, I bogen besagt, „Handelsstraße der großen-Ruhegenannt; und das wäre ein neuer Beweis dafür, daß das Land nicht besteht aus Läden mit vergoldeten Aushängeschildern und im Aufruhr gegen die Pekinger Regierung ist, daß die - - ' " 1 c Bevölkerung vielmehr der Beförderung der Regierung^- ! depeschen allen möglichen Vorschub leistet, ^m Wider- I spruch zu dieser Darstellung Duans'chikais, der fetzt den Anschein erwecken möchte, als ob in Peking Fremde und Chinesen ein Herz und eine Seele seien, stehn übrigens die neuesten Aeußerungen Liukunyis und Schengs, die laut einer Reutermeldung aus Shanghai beide wieder einmal ausstreuen, die Gesandten würden in Peking als Geiseln gehalten werden und würden getötet werden, falls die verbündeten Streitkräfte auf Peking vorrückten. Ter „Central News" wird aus Tientsrn vom | 29. Juli gemeldet: Der Vormarsch hat begonnen. Die Vorhut machte heute ihre erste Bewegung. Eine kleine Abteilung Rebellen zog sich vor den Russen zuruck und ihr I Lager wurde genommen. Der Vormarsch der Japaner aus I dem rechten User ging ungehindert vor sich Innerhalb zwei. Tagen wird die gesainte Kolonne der Verbündeten I ausgerückt sein. Im russischen Lager herrscht etwas Unsicherheit. Es heißt, die russischen Offiziere tragen Bedenken, sich dem Vormarsche gegen Peking anzuschließen, obwohl ein Teil ihrer Truppen schon ausgerückt ist Es soll auch vom Hauptquartier der Befehl gekommen sein, daß die russischen Truppen wegen des Regens nicht aus- I rücken sollten. Sie werden aber wahrscheinlick) doch an dem Zuge teilnehmen. Die hier für den Vormarsch ver- füabaren Truppen sind 2300 Engländer, 1600 Amerikaner, 58 Oesterreicher, 53 Italiener, 12 000 Japaner und 4500 Russen. General Gaselee hat beschlossen, so weit als möglich den Peiho als Marschlinie zu benutzen. Der amerita- I nische Kommandant hat denselben Entschluß gesaßt, und beide Truppen werden zusammen vorgehen I Dem Bureau Dalziel wird aus Shanghai Mittwoche abend gemeldet: Die Russen haben nördlich von Nrut- schwang eine schwere Niederlage erlitten und die Eisenbahn zwischen Niutschwang und Port Arthur auf- qeben müssen. Fünftausend Russen versuchen sich mit der I Gruppe zu vereinigen, welche -rafhichow (?) besetzt halt. Der Ort ist von vierzigtausend Chinesen mit vielen Kanonen umzingelt. Der Transport über die russische ^ffenbahn ist unmöglich und die Wahl des Seeweges unvermeidlich. Es heißt, daß die Chinesen m großer Zahl nach Korea hinübergehen, um die russischen Verbindungen zu bedrohen. Auf dem Amur wurden vier mit russischen Truppen beladene Dampfer durch Feuern der Chinesen zum Sinken I gebracht oder beschädigt. . I Der Central News" wird aus S h a n g h a i gemeldet. Der berüchtigte ehemalige Gouverneur von Schantung, Lipinqheng, ist in Peking angekommen. Ter französische Konsul in Shanghai hat die bestimmte Nachricht daß derselbe auf seiner Reise nordwärts zwei französische katholische Geistliche und 3000 chinesische Christen umgebracht hat. Li-Hung-Tschang, welcher Lipinghengs wilde Natur kennt, telegraphierte dem Tsungli Damen, Lipmgheng möge in Ruhe gehalten werden. Zur Antwort darauf ist Liping- heng zum 2. Kommandanten der kaiserl. Truppen unter ^stinglu ernannt worden. Man hofft, Dunglu werde im stände sein, Lipinghengs Wut im Zügel zu halten, doch wird Lipinghengs Ankunft in Peking von allen Europäern in Shanghai als böses Omen betrachtet. Dir Breklamation ite Könizs IJihlor (?mmuitl III. 1 y r Rom, 3. August. I Heute wurde die Proklamation des Königs I ungeschlagen. Sie ist kurz, feurig, kernig und liberal ge- I halten zugleich aber kündigt sie einen ernsten Kamps I gegen alle Feindeder jetzigen V e r f a s s u n g und E i n - I heit an. Daraus, daß der König besonders betont, daß I Rom als Unterpfand der Einheit unantastbar I sei, geht hervor, daß mit diesen Feinden nicht nur die I Anarchisten gemeint sind. Die Proklamation lautet: Der zweite König Italiens ist tot. Er, der tapfere I Soldat, der den Stürmen der Schlachten entging, der I nach! dem Willen der Vorsehung unversehrt aus Ge- I fahren hervor ging, denen er mit gleichem Mute trotzte, I um die allgemeinen Leiden zu lindern, der gute, edle I König ist als Opfer eines fluchwürdigen Verbrechens I gefallen, während er ruhigen und furchtlosen Herzens I an der Festesfreude des Volkes teilnahm. Mir war es I nicht vergönnt, den letzten Seufzer des Vaters zu ver- I nehmen, ich fühle lafcer, daß es meine erste Pflicht sein I wird, den väterlichen Bahnen zu folgen und seinen I Tugenden als König und erster Bürger Italiens nach- I zueifern. In diesem erhabenen Augenblicke tiefen I Schmerzes stärkt mich das Beispiel meines erlaiicksten I Vaters, des gwoßen Königs, welcher es verdiente, der I Vater pes Vaterlandes genannt zu werden, und gewährt mir Trost die Kraft, die ich aus der Liebe und I Ergebenheit des italienischen Volkes empfange. Den geliebten und beweinten König überleben seine I staatlichen Einrichtungen, die er treu wahrte und in den 22 Jahren seiner fleckenlosen Regierung zu unerschütter- I lichen machte. Diese Einrichtungen, welche mir heilig I sind durch die Traditionen meines Hauses und weil 'ich I sie als Italiener glühend liebe, werden mit fester und starker Hand gegen jede Antastung und Ge- i waltthätigkcit, woher sie auch kommen möge, geschützt werden. Des bin ich! sicher, das Glück und die Größe Italiens zu verbürgen. Es war der Ruhm meines Großvaters, Italien seine Einheit und Unabhängigkeit gegeben zu haben; es war der Ruhm meines Vaters, über die Erhaltung derselben mit Eifer gewacht zu haben. | Das Ziel meiner Negierung ist durch diese unvergäng- ' lichen Erinnerungen vorgezeich.net. ; Möge Gott mir helfen, und die Liebe meines Volkes mich stärken, damit sich, meine gesamte Fürsorge als König dem Schutze der Freiheit und der Verte r - diqung der Einheit widmen kann, welche durch unlösliche Bande zum Heile des Vaterlandes vereinigt sind. Italiener'. Weihet dem geheiligten Andenken Humberts von Savoyen Thränen, haltet es in Ehren, Ihr, die Ihr bei der bitteren Trauer meines Hauses gezeigt habt, daß Ihr auch diesmal dieselbe als Trauer in Euerem Hause betrachtet. Diese Gemeinschaft der Gedanken und Enipfindungen wird wie bisher auch in Zukunft der sicherste Schutzwall meines Königtums und die beste Bürgschuft der Einheit des Vaterlandes sein, die sich ausdrückt in dem erhabenen Namen des unantastbaren Rom, des Sinnbilds'der Größe und des Unterpfandes des unversehrten Bestandes Italiens. Dies ist mein Glaube und mein Streben als Bürger und als König. Die Wirren in China. Die -guten Nachrichten aus Peking finden in der Presse aller Länder ihren Widerhall darin, daß nun allgemein auf schleünigen Vormarsch der verbündeten Truppen gedrängt wird. Tiefe Nachrichten machen es jetzt ciud)' verständlich, weshalb die Chinesen die Gesandten so ängstlich von der Außenwelt absperrten und deren Botschaften so sorgfältig abfingen: denn diese Botschaften hätten der Welt da draußen erzählt, daß es der gesamten Armee der chinesischen Hauptstadt samt ihrem Generalissimus nicht gelinge, der paar Ausländer Herr zu werden, hätten die Feigheit dieser Soldateska in das gebührende Licht gerückt und vermutlich zur Folge gehabt, daß der so lange verzögerte Vormarsch auf Peking längst eine That- fache geworden wäre. Das aber zu hindern, war das einzige Streben der Chinesen. Dr. Morrison spottet in seinem Bericht vom 21. Juli an die Times mit Recht über die chinesische Feigheit. Er teilt mit, daß die Generäle Dunglu und Tungfuhsiang in kaiserlichen Erlassen wegen ihrer Tapferkeit belobt worden seien und fügt ironisch hinzu: „Ihre Tapferkeit bestand darin,, daß sie einen Monat lang wehrlose, in den Gesandtschaften zufammen- gepferchte Frauen und Kinder bombardierten". Und selbst dieser traurige, nur auf respektable Entfernungen geeichte Mut fiel den Zopfträgern in die Unaussprechlichen, als die Kunde eintraf, daß die Verbündeten Tientsin erstürmt hätten. Den Truppen der Mächte, die hoffentlich fetzt schon eine beträchtliche Strecke auf dem Wege nach Peking vorgerückt sind, werden diese Nachrichten ein mächtiger Ansporn zur Eile sein. burg-Amerika-Linie in Bremerhafen ein. Die Truppen nahmen nach 2 Uhr in einem offenen Viereck zwischen der Lloydhalle und dem festgemachten Rhein Aufstellung. Bei dem Ofsizierkorps befanden sich die Feldgeistlichen, bei den Mannschaften Leute der Feldpost. Der Andrang des Publikums war gewaltig; auf der Weser hatten sich mehrere geschmückte Vergnügungsdampfer eingefunden. Gegen 3 Uhr ging, nachdem es schon vorher in kurzen Schauern geregnet hatte, ein schweres Gewitter nieder, svdaß die Ausstellung wieder aufgelöst werden mußte..Nachdem der Regen nachgelassen, nahmen die Mannschaften auf dem Rhein und der Adria zwanglos auf Deck und in oen Wanten Aufstellung. Um dreiviertel vier Uhr kamen oer Kaiser und die Kaiserin mit den und Adalbert und ihrer Umgebung, der sich der General v. Äahnke und der württembergische Militarattachee Ob | v. Merchthaler angeschlossen hatten arl Land^ xer nf trug Admiralsuniform mit Umhang. Die . l ' von den Truppen und dem Publikum mit stürmischen Hurrarufen begrüßt wurden, begaben sich an Bord des Dampfers Rhein, mit dem auch eine kriegsstarke KolN- pagn»e Württemberger abgeht. Das Kaiserpaar besichtigte das Schiff und sprach viele Offiziere und Mannschaften an. Beim Verlassen des Schiffes rief der Kaiser, „Adieu, Kuineraden!", worauf Generalleutnant v. Lessel ein donnernd aufgenommenes, dreifaches Hurra auf den obersten Kriegsherrn ausbrachte. Darauf begab sich das Kaiserpaar zu Fuß nach der Adria, um aiutji dieses Schiff zu besichtigen. Auch hier sprachen die Majestäten viele Offiziere und Mannschaften an. Die Kaiserin beschenkte einige Artilleristen mit Pho- tographieen. Der Kaiser verließ auch, hier das Schiff mit dem Ruf: „Adieu Kameraden!", während die Mannschaften mit einem dreifachen Hurra antworteten. Als die Majestäten zu ihrer Dampspinasse zurückkehrten, brachten ihnen die Mannschaften und das Publikum stürmische Ova- twnen dar. Der Kaiser und die Kaiserin fuhren dann nach der Hohenzollern zurück. Der Kaiser nahm auf der Kommandobrücke, die Kaisern» auf Deck Aufstellung. Gleich darauf um 5 /Uhr setzten sich Rhein und Adria hintereinander in Bewegung. An Bord der letztern spielte die mit ausreisende Regimentsmusik, am Quai die Kapelle der Matrosen - Artillerie. Die Mannschaften der ausreisenden Schiffe sangen „Deutschland, Deutschland über alles" und die „Wacht am Rhein". Die vollbesetzten Schiffe boten einen herrlichen Anblick. Tausende von Menschen standen am Ufer, grüßten durch Tücherschwenken und tauschten mit den Mannschaften Hochrufe aus. Als die Schiffe die Hohen- zollern passierten, spielte die Kapelle auf der letztern den Aorkschen Marsch. Der Kaiser grüßte, ließ das bekannte Flaggensignal setzen, worauf dre Mannschaften laute Hurra- rufe ausbrachten. Zur heutigen Abendtafel beim Kaiser sind einige hierherkommandierte Offiziere des Heeres und der Marine geladen. Dem Vernehmen nach wird sich der Kaiser morgen abend nach Koburg und die Kaiserin nach Wilhelmshöhe begeben. — Die Charterung von 3 Lloyddampfern und zwar für Truppentransporte ist effektiv. Die Dampfer sollen anfangs September reisefertig sein. — Eine Kabinettsordre, die die Formierung weiterer zehntausend Mann anbefiehlt, soll bevorstehen. * Telegramme des Gießener Anzeigers. London, 4. August. Aus Washington wird gemeldet: Der amerikanische Konsul in Shanghai berichtet, daß er Li-Hung-Tschang die Antwort des amerikanischen Staatssekretärs betreffend den Vorschlag, den Vormarsch gegen Peking zu versagen für den Fall, daß die Regierungen mit ihren Vertretern in Peking direkt in Verbindung treten können, mitgeteilt hat. Li-Hung-Tschang habe sofort nach Eingang dieses Telegramms neue Verhandlungen mit der chinesischen Regierung eingeleitet. London, 4. August. Daily Expreß meldet aus Shang- Hai: Li-Hung-Tschang habe eine Proklamation erlassen, worin er den Boxern empfiehlt, sich zu zerstreuen, andernfalls werde er sich an die Spitze feiner Truppen stellen, um sie gewaltsam aus seiner Provinz zu entfernen. Loudon, 4. August. Nach Privatmeldungen aus Shanghai sollen die Russen im Norden von Niutschwang eine schwere Niederlage erlitten haben und infolge dessen die Eisenbahnlinie Niutschwang Port Arthur haben aufgeben müssen. Petersburg, 4. August. Nach amtlichen Berichten beginnt die aufständische Bewegung in der Mandschurei fortgesetzt an Ausdehnung zu gewinnen. Den Russen ist es infolgedessen bisher nicht gelungen, nennenswerte Erfolge zu erzielen. Auch die Nachrichten aus Tientsin lauten ungünstig. Man glaubt, daß es den geringen Streitkräften der Verbündeten nicht gelingen wird, nach Peking vorzudringen. Der Krieg in Südafrika. Das Abfangen der Oranjeburen zwischen Fouriesburg und dem Caledon ist nicht vollkommen gelungen. Hunters Bericht, der sich wieder mal durch große Unklarheit auszeichnet, besagt, daß sich ihm am31. Juli weitere 1200 Buren, darunter die Kommandanten Rouse und P. I. Fonternel, von denen man bisher nichts gehört hat, ergeben haben. Außerdem, fährt der Bericht fort, ergaben sich die Kommandanten Deploy, Potgieter und Joubert Bruce Hamilton, der 1200 Gewehre, 650 Ponies und ein Armstrong-Geschütz „gesammelt" hat. Ob zu diesen Dingen auch die entsprechenden Leute „gesammelt" sind, muß man aus der Bemerkung Hunters erraten, er erwarte, daß die Gesamtzahl der von ihm gemachten Gefangenen jetzt 4000 beträgt. Olivier, der durch feinen Rückzug aus dem Norden der Kapkolonie rühmlich bekannte Kommandant, hat sich indessen mit 5 Geschützen und einer Anzahl Buren nach Harrismith durchgeschlagen. Von der auf 17 Geschütze geschätzten Oranje-Artillerie sind also nur 2 den Briten in die Hände gefallen. Das Entkommen Oliviers bedeutet, daß die Divisionen Hunter und Rundle im Bezirke von Harrismith noch eine Weile zu thun haben. — Aus Pretoria wird gemeldet: Hamilton ist nach Westen vorgerückt und traf nur schwachen Widerstand. Kit ch en er ist nach Rhenoster abgegangen, um die Operationen gegen De Wet zu leiten. — Bei Pötsch ef- stroom wurde das Liebeberg-Kommando der Engländer unter Smith-Dorrien angegriffen, aber der Angriff wurde ohne Schwierigkeit zurückgeschlagen. Jan Hamilton hat sich nach Rustenburg begeben, um die von Baden- Powell befehligte Besatzungstruppe dort abzuholen. Dem General Hunter haben sich wieder 700 Buren ergeben. — DaS Reuter'sche Bureau meldet aus U pington (am Oranjefluß, Norden der Kapkolonie) vom 2. ds.: Hauptmann Birbeckson ist nach Rietfontein an der Grenze des deutschen Gebietes zurückgekehrt und berichtet, daß dort alles ruhig sei. Auf eine Anfrage erklärte Chamberlain im Unterhaufe zu London: Bei einer Privatkorrespondenz, welche in den Archiven der Buren-Regierungen in Pretoria und Bloemfontein gefunden wurde, befanden sich die Abschriften zweier Briefe, aus denen hervorgeht, daß sie vor dem Ausbruch des Krieges von einem Mitgliede des englischen Parlaments geschrieben seien. Auch besitze die englische Regierung Abschriften von Briefen, die von zwei anderen Parlamentsmitgliedern geschrieben feien. Zwei da« von feien gerade vor dem Ausbruch des Krieges geschrieben und in einer Form abgefaßt, die Anlaß zur Kritik biete. Dieselben ersuchen um Auskunft in Betreff der Verwaltung und des Belagerungszustandes. Nach des Redners persönlicher Ansicht sind die Briefe zwar nicht verräterischen Inhalts, aber auch nicht Briefe, die von einem englischen Unterthan geschrieben werden dürfen zu einer Zeit, wo sich die Regierung in schwierigen Verhandlungen befindet. Die Briefe wurden mutmaßlich den Schreibern übersandt und letztere befragt werden, ob sie geneigt feien, Erklärungen über die Briefe abzugeben. Die Regierung werde die Antwort der Schreibe: der Briefe abwarten, ehe sie über die Frage der Veröffentlichung der Briefe eine Entscheidung treffe. Telegramm deS Gießener Anzeigers. Loudon, 4. August. Ein Telegramm, das in Laurenzo Marquez eingetroffen ist und aus Zeerust datiert ist, meldet, daß die Buren in Lydenburg eingetroffen sind. Deutsches Deich. Berlin, 3. August. Wie aus Bremerhaven gemeldet wird, kam der Kaiser heute vormittag um 10 Uhr in Begleitung der Generale v. Messen und v. Mackensen und des Oberstleutnants Frhrn. v. Berg an Land und besichtigte eingehend die morgen in See gehende „Phönicia", auf der die Verladung im vollen Gange war. Sodann begab der Kaiser sich zum Torpedoboot „Sleipuer", verweilte dort einige Zeit und kehrte gegen 12 Uhr auf die „Hohenzollern" zurück. Die K a i s e r i n besuchte am Vormittag das Seemannsheim und den Fischereihafen. Nachmittags verblieb das Kaiserpaar an Bord. Nach der Rückkehr von der Besichtigung der „Phönicia" arbeitete der Kaiser mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Staatsministers Grafen Bülow. — Der Kaiser trifft am 11. d. M. von Mainz in Homburg v. d. H. ein und bleibt dort bis zum 13. d. M. — Der Kronprinz ist in Begleitung des Oberleutnants v. Pritzelwitz von seinem Jagdausfluge nach Oels wieder in Potsdam eingetroffen. — Die Prinzen Eitel Friedrich und A d al b e r t sind heute aus Bremerhaven in Cassel angelangt. Von Homburg kommend, trafen um 1 Uhr mittags die drei jüngsten kaiserlichen Prinzen und die Prinzessin Viktoria Luise ebenfalls in Cassel ein. — Bei den Leichenfeierlichkeiten in Rom tvird der Kaiser durch den Prinzen Heinrich vertreten sein. — Der zweite Admiral des ersten Geschwaders, Büchsel, wurde zum Direktor des allgemeinen Ma- rinedeparteinents des Reichjsmarineamts ernannt, am Stelle des zum zweiten Admiral des ersten Geschwaders ernannten Kontreadmirals F i s ch e l, Korvettenkapitän Laus, Kommandant der „Iltis", wurde zum Admiralstabe des Marine versetzt, der Kapitänleutnant vom Reichsmarineamt Sthamer wurde zum Kommandanten der „Iltis" ernannt. — Der russische Botschafter in Berlin, Graf v. d. Osten-Sacken, wird sich am 15. d. M. in Begleitung sämtlicher Mitglieder der Botschaft nach Danzig begeben, um dort dem an diesem Tage stattfindenden Stapellauf des russischen Kreuzers „Nowick" beizuwohnen. Koburg, 3. August. Der Gemeinschaftliche Landtag der Herzogtümer Koburg und Gotha trat gestern unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Rädlein zusammen. Staatsminister v. Strenge machte dem Landtage die amtliche Meldung vom Tode des Herzogs Alfred und erklärte, das Ministerium habe sofort den Erbprinzen von Hohenlohe-Langenburg ersucht, als Vormund des minderjährigen Herzogs Karl Eduard die Regierungsverwesung auf Grund des Gesetzes vom 15. Juli 1899 zu übernehmen. Der Erbprinz habe sich dazu bereit erklärt und die in der Verfassung vorgesehene Urkunde mit folgendem Wortlaut ausgestellt: »Wir Ernst, Erbprinz von Hohenlohe-Langenburg, gegenwärtig Vormund Sr. königlichen Hoheit des Herzogs Karl Eduard von Sachsen- Koburg-Gotha und als solcher durch das Koburg-Gothaische Gesetz vom 15. Juli 1899 der Thronfolge in den Herzogtümern Koburg und Gotha für die Dauer der Minderjährigkeit des Herzogs zum Regierungsverweser berufen, haben uns entschlossen, dieselbe zu übernehmen und erteilen Kraft gegenwärtiger Urkunde folgenden Schwur derselben zur Sicherung: „Ich schwöre, daß ich die Verfassung der Herzogtümer Koburg und Gotha stets gewissenhaft beobachten und kräftig schützen roiU, so wahr mir Gott helfe." Wir ordnen an, daß diese Urkunde über unsere Entschließung schriftlich an den gemeinschaftlichen Landtag abgegeben und eine beglaubigte Abschrift derselben in dem Staatsarchiv hinterlegt werde. Gegeben am 1. August 1900. Emst Erbprinz zu Hohenlohe- Langenburg. v. Strenge, v. Wittken, Schmidt, Meßmer, Hierling." Minister v. Strenge überreichte sodann dem Vorsitzenden die Urkunde und erklärte, daß damit die Regierungsgewalt für die Dauer der Minderjährigkeit des Herzogs Karl Eduard auf den Negierungsverweser übergegangen fei. Der Erbprinz lasse dem Landtage seinen Gruß entbieten und bitte ihn, das Versprechen entgegenzunehmen, daß er bemüht fein werde, die ihm gestellte Aufgabe nach Kräften zu lösen. Der Erbprinz verkenne die eigentümlichen Schwierigkeiten feines Amtes nicht, werde aber bemüht fein, dem Herzog, der in so jungen Jahren zur Regierung komme, nach feinen Kräften die Uebernahme der Regierung zu erleichtern, damit dessen Regierung dem Lande zum Segen gereiche. Er rechne dabei auf den Beistand Gottes, die Hingebung der Behörden, die Mitwirkung und treue Beratung des Landtages und die Hilfe der Bevölkerung. Hierauf widmete Vizepräsident Rädlein dem Herzog Alfred warme Worte des Nachrufs und sprach die Erwartung aus, daß die Erziehung des Herzogs Karl Eduard durch den Regierungsverweser in echt nationalem Sinne geleitet werde, damit der Herzog deutsch fühlen und deutsch denken lerne. Unter solcher Voraussetzung werde der Segen des Himmels nicht fehlen. Sodann wurde der Landlaa geschlossen. — Zu den Begräbnisfeierlichkeiten für den verstorbenen Herzog Alfred von Sachsen-Koburg-Gotha sind heute vormittag außer anderen Fürstlichkeiten auch der Prinz von Wales, der Herzog von Jork und der Kronprinz von Griechenland in Koburg eingetroffen. Zum Empfang waren am Bahnhof der junge Herzog Karl Eduard mit dem Erbprinzen Hohenlohe und dem Großherzog von Hessen anwesend. Kurz nach der Ankunft ging der Herzog Karl Eduard mit dem Prinzen von Wales und dessen Sohn, dem griechischen Thronfolger, dem Erbprinzen Hohenlohe und dem Großherzog von Hessen nach der Moritzkirche, um am Sarge des verstorbenen Herzogs eine stille Andacht zu verrichten. Hierauf fuhr der Herzog zum Empfang des rumänischen Kronprinzenpaares an den Bahnhof, das mittags mit feinen drei Kindern in Koburg eintraf. Die Herrschaften fuhren ins Schloß Rosenau zur verwitweten Herzogin. Ausland. Brüssel, 3. August. Der „Moniteur" veröffentlicht ein Dekret, durch welches die Waffenausfuhr nach China verboten wird. — In der Antwort auf die Note der englischen Regierung, betreffend den AuSgang des Prozesses gegen Sipido erklärt die belgische Regierung, daß sie als strenge Hüterin der Gesetze diese nicht habe verletzen können, so gerne sie auch mit aller Schärfe gegen Sipido vorgegangen wäre. Das belgische Gesetz bestimme nämlich, daß einem jungen Menschen, über welchen der Regierung das Verfügungsrecht durch gerichtliches Urteil zugesprochen sei, und welcher seinen gesetzlichen Wohnsitz in Belgien hat, eine Frist von drei Tagen zur Einlegung einer Nichtigkeitsbeschwerde zu Gebote stehe. Da Sipido bei seinen Eltern wohnte, hatte er, wie es in der Antwort weiter heißt, einen gesetzlichen Wohnsitz, konnte daher erst nach Ablauf von drei Tagen verhaftet werden. Diese Frist benutzte er, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Regierung drückt ihr Bedauern über diesen Zwischenfall aus, für den sie aber nicht verantwortlich gemacht werden könne. Paris, 3. August. Das anthropometische Bureau hat die Identität des Attentäters ermittelt. Es ist ein Pastetenbäcker Namens Francois Saison. Als man ihm heute seine Photographie unter den Personalakten zeigte, nickte er rasch mit dem Kopfe. Dem Unter- suchlungsrichter gegenüber zeigt er sich seitdem sehr gesprächig, nachdem er beim ersten Verhör, nur ein paar cynische Antworten gegeben. Er gesteht, den Schah haben töten zu wollen, und entwickelt seine cmarcUstischen The- orieen. Nur auf die Frage, ob er allein gehandelt oder Mitwisser habe, bleibt er stumm. — Der Schah von Persien wohnte heute in Begleitung des Kriegsministers der Truppe nbesichtig- u n g in Vincennes, bei ünd sprach sich im Verlaufe derselben wiederholt über den Kavallerieangriff und die Manöver der Artillerie lobend aus. Nach der Besichtigung nahm der Schah die Geschoß fabrik in Augenschein. — Der interparlamentarische Friedenskongreß beendigte heute seine Arbeiten und nahm einen Beschlußantrag an, in dem das Unionskomitee und die einzelnen nationalen Gruppen aufgefordert werden, bei denjenigen Regierungen ihren Einfluß geltend zu machen, welche die Konvention der Haager Friedenskonferenz noch nicht ratifiziert haben. Das Unionskomitee wird 1901 in Bern zusammentreten. Der nächste Kongreß wird 1902 in Wien stattfinden. Rom, 3. August. Die Tr auerkundgebung gewann noch an innerpolitischer Bedeutung dadurch, daß gleichzeitig der Gemeinderat eine Trauersitzung abhielt, an der auch die gesamte klerikale Gruvpe aktiv teilnahm und eine Lobrede auf König Umberto durch den Obmann halten ließ. — Sämtliche Vereine Roms beschlossen eine großartige Kundgebung für heute abend. Die Prozession begiebt sich nach dem Kapitol, wo der Bürgermeister eine Ansprache halten wird. — Crispi ist in Rom angekommen und wollte nach Monza fahren; die Aerzte haben ihm dies aber verboten. Auf Wunsch des Königs Viktor Emanuel sehen die Deputierten von einer Massenreise nach Monza ab. — Dem „Giorno" zufolge geht die Leiche des Königs Humbert schon heute nacht aus Monza ab, möglicherweise in Begleitung des Königs. Die Beisetzung findet am Dienstag statt, und zwar in derselben Form, wie die Leichenfeier für Viktor Emanuel II. Die Leiche wird in Rom vom Bahnhof über die Via Nazionale nach dem Schlosse gebracht und von dort zum Pantheon. Beim Eintreffen der Leiche singt der Chor unter Leitung Mas^ cagnis das „Benedictus" von Pitoni und die „Absolution" von Terziani. Konstantinopel, 3. August. Die auf Anregung des deutschen Kaisers gebildete Expedition für Ausgrabungen um Baalbek ist gestern von Konstantinopel nach Baalbek abgereist. Die Ausgrabungen dürsten drei Jahre währen. B e l g r a d, 3. August. Die Mitglieder des Kabnietts Wladan Georgiewitsch werden pensioniert, brs auf den früheren Minister des Innern, Gentschrtsch, der aus dem Staatsdienst entlassen wird. ____ Aus Stadt und Land. Gießen, 4. August 1900. • * Personalnachrichteu. Dem von der Stadtverordneten- Versammlung zu Offenbach zum unbesoldeten Beigeordneten der Bürgermeisterei Offenbach gewählten Rentner Georg Ger Häuser I. zu Offenbach wurde die Bestätigung erteilt. * • Kaufmännischer Verein. Aus Anlaß des, morgen in Wetzlar stattfindenden Sommer fest es sei nochmals auf den neu eingelegten Zug (Wetzlar ab 9,17) aufmerksam gemacht, der Gelegenheit zur recht frühen Rückfahrt bietet. * * Das Zentralkomitee vom Roten Kreuz zu Berlin sandte dem Selterssprudel „Augusta Viktoria" (Inh. Bankier Grünewald und Konsorten), für die zur Verfügung ge- «ellte Wagenladung tropensicheren Mineralwassers folgendes Danktelegramm: Mit verbindlichstem Dank angenommen. Versand- Ordre folgt. Gruuberg, 3. August. Am vergangenen Sonntag und Montag hielt der hiesige Schützenverein sein diesjähriges Preis schieß en ab. Trotzdem das Welter nicht ganz günstig war, hatte sich doch an beiden Tagen eine größere Anzahl eingeladener Schützen eingesunden. Von Gießener Schützen wurden folgende Preise errungen: Auf Stand- scheibe 176 Meter (freihändig): 1. Preis Möhl mit 51 Ringen, 3. Preis F. Dickorv mit 49 Ringen, 6. Preis W i e g a n d mit 42 Ringen; auf Standscheibe 100 Meter (aufgelegt): 6. Preis Brück mit 52 Ringen, 12. Preis F. Dickorö mit 49 Ringen, 19. Preis Möhl mit 42 Ringen. Mainz, 3. August. Durch die vor einigen Jahren vor- genommene Verlegung des GauthoreS wurden die früher vorhandenen Festungsgräben zugeworfen, und dadurch große Flächen gewonnen, welche Eigentum der Militärbehörde sind. Diese beiden Flächen befinden sich rechts und links auf dem Wege nach dem neuen Gauthor. Seither waren diese Plätze mit Klee bestellt; auf Antrag der Garnisonverwaltung werden diese Plätze nunmehr zu Exerzierplätzen hergerichtet, und soeben sind viele Arbeiter beschäftigt, diese Umgestaltung der Plätze vorzunehmen. Frankfurt a. M., 4. August. Prinz Friedrich Karl von Hessen, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, sowie die Kronprinzessin von Griechen- land mit Gefolge besuchten am vergangenen Samstag die Automobilausstellung und besichtigten die Ausstellungsobjekte mit großem Jnteresie. Herr August Ulrich stellte, wie uns die Bielefelder Maschinenfabrik (vormals Dürkop p u. Co.) mitteilt, den hohen Herrschaften zu einer Probefahrt einen eleganten Dürkopp-Motorjagd- wagen, sowie ein elektrisches Mylord zur Verfügung. Es wurde eine Fahrt nach dem Schlosse der Kaiserin Friedrich bei Cronberg über Homburg unter Führung des Herrn Ulrich unternommen, worüber sich die hohen Herrschaften außerordentlich befriedigt aussprachen." Universität und Hochschute. — Zum Rektor der Berliner Universität für das Studienjahr 1900/1901 ist von den ordentlichen Profesioren der Hochschule mit 56 von 59 Stimmen der Professor der Theologie D. Adolf Harnack gewählt worden. Nach der Rektorwahl traten die Fakultäten zur Dekanwahl zusammen. Es wurden Dekan der theologischen Fakultät Professor See berg, Dekan der philosophischen Fakultät der Mathematiker Professor FrobeniuS, Dekan der juristischen Fakultät Professor Kahl, der bereits seit einem halben Jahr in Vertretung Ecks die Dekanatsgeschäfte geführt hat, und Dekan der medizinischen Fakultät der Psychologe Professor Engelmann. Der neue Rektor der Berliner Universität, Professor Adolf Harnack, ist am 7. Mai 1851 zu Dorpat geboren. Er habilitierte sich 1874 in Leipzig für Kirchengeschichte, wurde daselbst 1876 außerordentlicher, 1879 in Gießen ordentlicher Professor, siedelte 1886 in gleicher Eigenschaft nach Marburg über und wurde 1888^trotz Widerstrebens des altpreußischen Oberkirchenrats nach Berlin berufen. 1890 wurde Harnack Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Harnack, dessen Standpunkt der historisch-kritische ist, gehört zu den anregendsten und fruchtbarsten Kirchenhtstorikern der Gegenwart. Epochemachend ist sein Hauptwerk „Lehrbuch der Dogmengeschichte", worin er die Entstehung und Entwickelung des kirchlichen Dogmas darstellt. Vielbesprochen wurde vor einigen Jahren Harnacks Streit mit Theologen orthodoxer Richtung über das apostolische Glaubensbekenntnis. Handel und Uerkehr. Volkswirtschaft. , 4. August. Marktbericht. Auf dem heutigev Wochemnarkt kosteten: Butler per Pfd. 1.20—1.30, Hühnereier per St. 6-7 H, 2 St. 11—13 H, Enteneier 2 St. 14—16 4, Gänse« rier per St. u—12 H, Käse 1 St. 5-8 Käsematte 2 St. 5—6 4, Erbsen per Liter 22 4, Linsen per Liter 32 Tauben per Paar Jtu 0.75—0.90, Hühner per St. X 1.20—2.00, Hahnen per Stück X 0.70—1.30, Enten per St. X 2.00—2.20, Gänse per Pfund X 0.00—0.00 Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 * Kuh. und Rindfleisch per Pfd- 62—64 4 Schweinefleisch per Pfd. 50—70 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 74 Ä, Kalbfleisch per Pfd. 64—66 A Hammelfleisch per Pfd. 50—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo 4.00 btt 5.00 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 8.00—9.00, Milch per Liter 16 H. Kirschen per Pfund 12—15 H. Getreide. Die Situation im Getreidegeschäft blieb auch in dieser Woche unverändert ruhig bei stockendem Absatz. Soweit bis jetzt verlautet, fällt die Ernte bet unS in Süddeutschland geringer auS, als man erwartete, und auch Ungarn und Rumänien berichten, daß der Ertrag speziell sogar in Rumänien hinter dm gemachtm Schätzungm ziemlich zurückoletbt. Auch qualitativ läßt die neue rumänische Wetzmernte vieles zu wünschen übrig, da wirklich prima Weizm nur in wenigm Distrikten hetmgebracht wmd.n. Amerika drängt nicht mit Offerten neuen WeizenS und Argentinien ist kaum mehr am Markte. Roggen ist ruhig und etwas billiger Angeboten. Gerste: Futtergerste unverändert. In Braugerste konnte fich noch kein Geschäft entwickeln, da noch nichts fertig ist. Die ungarische Ernte weist Heuer sehr viele geringere Qualitäten auf. Hafer bleibt ohne großen Umsatz. Mats etwa« nachgiebiger Di« heutigen Notierungen sind: Neuer Redwinter 2, Mk. 130—131; alter KansaS 2, 128,50, neuer do. 130-131; La-Pl«ta Weizen f. a. q. 127—129; Tuff. Roggen 93/e; ross. Futtergerste 98; russ. Hafer 98—116; amerik- Hafer 100; Mixed Mais 89; La-Plata Mais 94, per Tonne ab Rotterdam. Diehmärkte. Der Zutrieb war an allen Plätzen während der Berichtswoche ein normaler, und die Händler aus allen Teilen Deutschlands beteiligten sich in großer Zahl an den Märkten. Das Geschäft entwickelte fich flott und der Handel gestaltete sich lebhaft. Hauptsächlich war prima Großvieh sehr beachtet und flott abgesetzt. Kühe etwas mehr beachtet, wie in der Vorwoche, Kälber und Schweine fanden glatten Absatz. Tabak. Im Laufe der Berichtswoche war das Geschäft im Pfälzer Tabak ebenfalls ruhig. Es wurden verkauft ca. 200 Etr. entrippter Einlage in der Preislage von Mk. 70—72, sowie ca. 100 Ctr. 1896er Oftersheimer Tabak zu Mitte Mk. 40 transit. Die Fabrikanten sind noch sehr zurückhaltend und beeilen sich, da die Witterung für die neuen Anpflanz- ungen die denkbar günstigste ist, mit ihren Einkäufen keineswegs. Wir bringen in Erfahrung, daß die letzten Gewitterstürme in verschiedenen Gegenden die Anpflanzungen durch Hagelschläge geschädigt haben sollen, besonders sollen im Bühlerthale verschiedene Orte, in der Rheinpsalz die Orte Bellheim, Rülzheim und Umgegend, ferner in der Gegend von Roth bis Bruchsal und auch Viernheim durch Hagel sehr gelitten haben. — In pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine Mk. 9*/> bis 10, gebündelte Mk. 12. Kohlen. ES notieren: Ruhr-Fettnutz Körnung I und II Mk. 260 btS Mk. 280, Nußschmiedekohlen Mk. 230 bi« Mk. 240, Deutsche AnthrAcit-Nußkohlen Mk. 340 btt 350, englische Anthracit-Nußkohlen Mk. 400 bis Mk. 410, Rubr Flammnutz Körnung I und II Mk. 260 bis Mk. 270, Ruhr - Flammnutzkohlen Körnung III Mk. 250 btt Mk. 260, Fettschrot Mk. 220 bis Mk. 230, Rubr-Bruchcoks Mk. 360 btS Mk. 380, AuSsiedgrieS Mk. 170 bis Mk. 180. Metz per 10 To. ab Mannheim. Die Situation ist unverändert. Aus dem Geschäftsleben. Für Cigarettenraucher. Der gesamten deutschen Industrie waren bis vor wenigen Jahrzehnten noch besondere Schranken in Bezug auf ihre Ausdehnung und Produktion gezogen. Die politische Zerrissenheit Deutschlands blieb auch aus dem Gebiete des Erwerbslebens nicht ohne die nachteiligen Folgen, die lähmend auf den Unternehmungsgeist einwirkten; neu erstehende Industriezweige wurden vorwiegend vom Auslande ausgebeutet. Es hatte sich infolge dessen in den Kreisen des konsumierenden Publikums die Auffassung herausgebildet, daß alle gediegenen Jndustrieerzeugnisse vom Auslande eingeführt werden müßten. Tus vom Auslande eingeführte Fabrikat hatte den Nimbus, das Interesse des Fremdländischen für sich; die deutschen Fabrikate waren in Deutschland am allerwenigsten akkreditiert. Einer der vielen Artikel, die bis vor wenigen Dezennien ausschließlich vom Auslande importiert wurden, ist die Cigarette. Obgleich nun dem deutschen Fabrikanten für die Cigaretten genau dieselben Bezugsquellen für die benötigten Rohmaterialien dienen wie dem Ausländer, so hat sich die bedauerliche Erscheinung des Vorurteils in den maßgebenden Kreisen leider auch hier nur allzusehr geltend gemacht. Erst seit dem politischen Aufschwung Deutschlands und der damit verknüpften Erkenntnis der Ebenbürtigkeit dies Deutschen mit dem Ausländer auf dem Gebiete der Kultur, der Industrie und des Handels bringt man seitens der Konsumenten auch den Cigarrenfabrikaten deutscher Herkunft mehr Vertrauen entgegen. Thatsäch- lich kann tu.nb muß der deutsche Cigarettenfabrikant ein qualiativ überlegenes Fabrikat gegenüber dem vom Auslande eingeführten bieten können, schon aus dem Grunde, weil er in der Lage ist, infolge Wegfalls der hohen Einfuhrspesen, denen jedes importierte Fabrikat unterworfen ist, bei gleichen Qualitäten bedeutend niedrigere Verkaufspreise zu normieren. So bringt bie „Orientalische Tabak- und Cigarrensabrik „Yenidze" in Dresden", die sich infolge ihrer streng reellen Grundsätze zu einer der ersten Unternehmungen dieser Branche in Deutschland herausgebildet hat, seit ein paar Jahren unter der gesetzlich geschützten Bezeichnung „Salem Aleikum" eine Eigarettenmarke in den Handel, die hinsichtlich der Preiswürdigkeit als das vollendetste in Cigaretten, die orientalische Tabake enthalten, bezeichnet werden kann; sie bietet in ihren Qualitätsabstufungen jedem, auch dem die höchsten Anforderungen stellenden Raucher zweifelsohne wirkliche Befried digung und die Genugthuung, für ein bis dahin bevorzugtes ausländisches Fabrikat einen mindestens ebenbürtigen, rictchiger gesagt aber, einen überlegenen Ersatz gefunden zu haben. Berlin, 4. August. An die Arbeiter des Lloyd und der Hamburg-Amerika-Linie, die 30 an der Zahl, mit der Medaille zu verschiedenen Orden dekoriert worden sind, hielt der Kaiser gestern abend folgende Ansprache: „Ich spreche Euch meinen kaiserlichen Dank aus für die Hingebung, mit der Ihr Eurer Arbeit obgelegen habt. Euer rastloser Fleiß hat eS ermöglicht, daß unsere Schiffe rechtzeitig hinausgegangen sind, und daß unsere Truppen im geeigneten Moment auf dem Kampfplatze erscheinen werden. Ihr seid thätig gewesen im Jntereffe deS Vater- landeS, und der Dank hierfür ist die Dekoration, die ich Euch verleihe. Die Medaille, die Ihr erhaltet, ist jedoch nicht nur ein Zeichen meines Dankes für Eure Arbeit an sich, sie spricht Euch auch meine Anerkennung dafür aus, daß Ihr nicht dem Beispiel der vaterlandslosen Gesellen gefolgt seid, die grade jetzt die Arbeit niedergelegt haben. Ehrlos, wer sein Vaterland im Stich läßt. Ihr habt gezeigt, daß Ihr Ehrenmänner seid, und das soll die Euch verliehene Dekoration zum Ausdruck bringen." Berlin, 4. August. Der Mörder Bresci ist im Zellengefängnis in Mailand in einer Zelle zu ebener Erde untergebracht, mit Händen und Füßen an die Wand gefesselt und durch ein Fensterchen in der Thür beständig beobachtet. Gestern wurde BreSci mit seinen Mailänder Wirtsleuten konfrontiert. Die Frau wurde daraufhin frei* gelassen. Die Nachforschungen nach Komplicen des Mörder- werden mit größtem Eifer betrieben. Der Genosse BreSciS soll in Bologna identifiziert sein. Es sei derselbe Necoli Leandro, der in Jvrea verhaftet worden ist. Paris, 4. August. Der Kutscher-AuSstand ist beinahe allgemein. Die Strikenden verlangen Herabsetzung deS Mietpreises. Paris, 4. August. Die hiesigen Polizei-Behörden sind überzeugt, daß der Mann, welcher daS Attentat aus den Schah von Persien versuchte, Mitschuldige gehabt hat, und daß er im Augenblick des Attentats von mehreren Freunden umgeben war. Advokat Demange soll mit der Verteidigung des Attentäters betraut sein. Der Groß- vezier wurde gestern Abend verhört. Die Abreise deS Schahs von Persien ist um einen Tag verschoben und erfolgt erst am Mittwoch. Rom, 4. August. Die Proklamation des KönigS macht allgemein einen guten Eindruck, namentlich die Stelle, wo der König die Ansicht ausspricht, die Staatsordnung gegen böswillige Eindrücke zu verteidigen, ferner, wo er von den unauflöslichen Banden des Volkes und der Monarchie spricht. — Aufsehen erregt auch fein Hinweis aus das unantastbare Rom, der zumal im klerikalen Lager arg verstimmeu dürfte. — Der Leichnam des Königs wird in einem Güterwagen ohne jede Zeremonie nach Rom befördert. Die Königin-Witwe ist absolut gegen eine solche heimliche stille Wegführung des Königs, da sie auf keinen Fall zur Leichenfeier nach Rom geht. Wenn sie die Minister umzustimmen vermag, wird heute im Dome zu Monza die Totenfeier und abends die Uebcrführung der Leiche stattfinden. In den großen Kirchen Mailands wurde gestern für den verstorbenen König ein Requiem gehalten. Heute findet die offizielle Feier der Stadt Mailand im Dome statt. Sa« Sebastian, 4. August. In dem Augenblick als die Infantin Isabella von Spanien sich in Arcachon einschiffen wollte, explodiertederKesseldeS Dampfers. 21 Matrosen erlitten Brandwunden; einer war sofort tot, sechs wurden lebensgefährlich verwundet. Die Infantin wurde nicht verletzt. Brodpreise vom 5. bis 19. August 1900. 1 Kg. (2 Pfd.) XAfelbrob . L Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod . 1 Kg. (2 Pfd.) Weitzbrod . 2 Kg. (4 Pfd.) Weitzbrod . Der hiesiger» Bäcker. . 28 Pfg 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod . . 56 , 2 Kg. (4 Pfd.) SchwCribrod . . 26 „ 3 Kg. (6 Pfd.) SchwArzdrod . . 62 , Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfund) Weitzbrod bei: L. Schmidt, Gr^-Linden . . . 24 Pfg. W. Weitzel von Lang-GänS SB. Fabel von Wiefeck ... 24 , E. Post von Wiefeck . . . W. Steinmüller, Lang-GönS . 24 „ 24 48 72 24 26 2 Kilogramm (4 Pfund) Wrißbrod bei: Zoh. Kd. Belte v. Kirch-Göns . 44 Pfg. Wtlh. Fibel von Wiefeck . . 48 L. Stcinmüller, Großen-Linden 48 , W. Weitzel von Lang-GönS . 48 L. Schmidt, Großen-Linden . 48 , E. Post von Wiefeck .... 52 1 Kilogramm (2 Pfund) Schwarzbrot) bei: L. Schmidt, Großen-Ltnden . 22 Pfg. W. Weitzel von Lang-GönS . 22 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrot) bei: Joh. Kd. Belte v. Ktrchgöns . 40 Pfg. W. Weitzel v. Lang-GönS . . 44 L. SteinmÜller, Großen-Ltnden 44 „ L. Schmidt, Gr.-Linden ... 44 G. Jacoby v. Alten-Buseck . 44 , Karl Post von Wiefeck ... 44 8 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzdrod bei: WA- Fabel von Wiefeck . . 66 Pfg. G. Jacoby v. Alten-Bufeck. . 66 C. Post von Wiefeck .... 66 . Ernst Christ von Wiefeck . . 69 Der Brodverkärrser. Pfg. Pfg. Pfg w ■ Pfg. Pfg. Pfg. Wei den hiesigen Brodverkäufern bestehen btef eiben Preise wie bei den hiefigen Bäckern. Gießen, den 4. August 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. 93.: Roth. Wolken Sie etwas Ieines rauchen? Dann empfehlen wir Ihnen Qol/ivv» Garantiert naturelle Aleikum ^anbarSlaatette. Diese Cigarette wird nur lose, ohne Kork, ohne Goldmundstück verkauft. Bei diesem Fabrikat sind Sie sicher, daß Sie Qualität, nicht Konfektion bezahlen. Die Nummer auf der Cigarette deutet den Preis an. Nr. 3 kostet 3 Pf., Nr. 4: 4 Pf., Nr. 5: 5 Pf., Nr. 6: 6 Pf., Nr. 8: 8 Pf, Nr. 10: 10 Pf. Nur echt, wenn auf jeder Cigarette die volle Firma steht: Orientalische Tabak, und Cigaretten-Fabrik „Yenidze" Dresden. .Salem Aleikum" ist gesetzlich geschützt. Vor Nachahmungen wird gewarnt. Zn haben in den Cigarren«Geschäften. 5286 MMmDOigermi. Dienstag den 7. August d. IS., pachmittagS 2 Uhr, werden in der Restauration von Jos. Rüfing (Zum Lahnthal), an den Bahnhöfen 461, nachverzeichnete Mobiliar- Gegenstände gegen Barzahlung versteigett: 1 Sofa, 1 vollständiges Bett, 1 ob. Tisch, 1 Kommode, 1 Glasschrank, 1 Kleiderschrank, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, Bilder und Spiegel, 1 Regulator, 2 Waschtische, 1 Tafel- klavier, 1 Buffet mit Zapfhahn, ein alter Bierapparat, große und kleine Lampen, WirtStische und -Stühle, Flaschen und Gläser, Kleider und Weißzeug, Haus-, Küchengeräte usw. 5305 I A.: Schneider. Arbeits-Vergebung. Der Turnverein beabsichtigt seine Turnhalle an dec Nordanlage zu vergrößern, und sollen die hierzu erforderlichen Rohbauarbeiten im Ganze« oder getrennt vergeben werden. Rrflektanten können Pläne, Voranschlag und Bedingungen während der üblichen Büreaustunden bei den Architekten Herren Stein & Weyer einsehm, und sind Angebote dem Unterzeichnete« bis zum Samstag de« 11. d. Wts., mittags 12 Zl-r, einzureichen. Gießen, den 4. August 1900. 6812 L. Pirr, Vorsitzender d.'S Turnvereins. Kunstverein. Die Gemälde Ausstellung im Turmhaus am Braud bleibt vo« Montag, bett 13. August bis Ende September geschloffen. [5802] Der Vorstand. ST Aufgabe unseres Detail-Verkaufs. A Die zunehmende Ausdehnung unseres Engros-Geschäfts zwingt uns, mit dem heutigen Tage unser Detail-Geschäft eingehen zu lassen. Unser EngPOS-GeSChäft führen wir in unveränderter Weise fort und bemerken noch, dass wir nur noch an Wiederverkauf BP liefern konnem anch in unserem Detail-Geschäft bewiesene Vertrauen danken wir verbindlichst. Giessen, den 4. August 1900. Benner & Krumm 5301 NB. Unsere Geschäftsstunden sind: im Sommer von 7 bis 12 Uhr und von 2 bis 7 Uhr, im Winter von 8 bis 12 Uhr und von 2 bis 7 Uhr. Unser Kontor befindet sich wie seither Bahnhofstrasse 40, parterre» Berlin Giessen im Äugest 1900. >*+**4*4******4***444** 5299 hocherfreut an G, Spiel* und Frau, geb. Nachmann. Steiustraffe 73, l. 03215 03222 Ltidwigsplatz, wozu Ford. Kreiling 5803 Montagabend: Montag den 6. August d. Js • ■ xr» ■ re. / k kraiaa 1 • abends 8 Uhr (wegen Abreise): 5. Abonnementskonzert i der Familie Kruse. Druck und Verlag Verantwortlich für den allgemeinen Teil: I. B.: A. Steffenhagen; für den Anzeigenteil: HauS Beck. MietgeluM llcveinr Perslhitdtnes MMWelnchc Vermietungen n uerb.mit"en e * * * * Agnes Sack Paul Moritz Verlobte. Statt jeder besonderen Anzeige. Die Geburt einer gesunden Tochter zeigen 08208] Im früheren Euler'fchen Haufe, Sandgaffe, ist eine Wohnung, 4 Stuben, Küche, Keller, Mitgebrauck der Waschküche, zu vermieten. Georg Philipp Gail. Zum September, spätestens 1. Oktober, schöne 5-0 Zimmer-Wohnung mit Gaseinrichtung gejuckt. Angebote mit Preisangabe unter Nr. 03206 an die Exved. d. Bl- 5318] Ein »flamm., trock. Gasometer, eine Lyra, drei Nuerbrenuer, drei Glocken, eine Kopierpresse, eine Stellleiter» ein Schirmgestell, ein Kohlenkaste«, zwei kleine Spiegel werden billig abgegeben. _______Seltersweg 31, III Einige Äiicke ^orbwiten am Rodberg sollen Montag den 6. August, morgens VgO Uhr, dort- selbst verkauft werden.03217 Bibliotheken und einzelne gute Bücher werden stets zu guten Preisen an gekauft. 1247 J. Ricker’sche Buchhdlg., Südanlage 5. p Q JT1 5307 Montag den 6. Augusta., c.: SKT Uebung. Abmarsch 8»/, Uhr vom Spritzenhaus. ___DaS Kommando. auf der Schönen Aussicht. Konzept, Volksbelustigung und Tanz. Bei Eintritt der Dunkelheit: Großes Feuerwerk. Anfang 3 Ahr. Eintritt 20 Sfg 319 Der Vorstand. Kirchweihfest zu Heuchelheim Packheu karrst^ Herm. Köhler, Grünbergerstraße 8. °.rsui.--Buch. und Sl-mdrult-rn (P>°'!ch Erbin) m G>eß,n. 03216z Em Pferd, ein- und zweispänn. gef., zu verk. Hoslohnkutscher Huhn. Arzt-Gesuch. Einem jüngeren, tüchtigen Arzt wird lohnende Landpraxis in Baden unent- geldlich nachgewiesen. Briefe unter 0 5289 durch die Ex- pedition dieses Blattes. Ludwigsburg Heuchelheim. Kesstfcher Waisenschuh (Verband Gießen.) Sonntag den 12. August 1900: Sonntag den 8. August: Ausflug nach der HeuchelheimerMnhle Bei ungünstiger Witterung von 4 Uhr ab im Hotel Katserhof, erster Stock. 5311 Der Vorstand. 6. R. V. 1885. yÄtour ^nach Londorf (Ziegler). Abfahrt 7 Uhr vom Wallthor. Montag den 6. August: Abendtour über Großen • Linden nack Leihgestern. Abfahrt 8‘/a Uhr Hotel Schutz. 5306 Der Fahrwart. 03219] Möbliertes Wohn- und / A+y