W. 104 Erstes Blatt. Samstag den 5. Mai 1900 Mehener Anzeiger Henerat-Anzeiger Zlints- und Zlnzeigeblntt für den Kreis Gieren Alle Anzeigrn-Lermittlung-stellen de- In« und AuSlantzeL nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgcgou ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., au-wärt- 20 Pfg. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-. Die Gießener Aamikienvtätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess, j Landwirt" u. „Blätter I für Hess. Volkskunde* wöchtl. 4 mal beigelegt. Mezugsprels Vierteljahr!. Ml. 2,29 monatlich 75 Pfg. mit Brmgerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Ml. 1,96 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Annahme von »nzeigea zu der nachmittags für den fdlgmdm Tag erscheinenden Nummer bi- vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abend- vorher. Redaktion, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Kälter für hefßfche Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieß«« Fernsprecher Nr. 51. Die Feierlichkeiten aus Aulatz der Grotz- jährigkeitserkläruug des Kronprinzen. i. Berli »l, 3. Mai. Ne deutsche Reichshauptstadt hat Festschmuck angelegt. Der Potsdamer Bahnhof, auf deni der Kaiser von Oesterreich eintrisst, ist mit Fahnen in den deutschen, österreichischen und ungarischen Farben und mit Guirlanden, gebildet aus Tannengrün, geschmückt. Einen überaus prächtigen Anblick bildet die Bahnhofshalle in ihrem Fahnen- und Guirlandenschmuck. Vor dem Bahnhofe sind hohe Masten errichtet, die auf ihrer Spitze einen vergoldeten Adler tragen. Die umliegenden Hotels und Geschäfts-, sowie die Privathäuser haben geflaggt und zu ihren Dekorationen Guirlanden und Teppiche verwendet. Die Bellevuestraße, durch die der Kaiser Franz Josef die Fahrt nach dem Schlosse nimmt, macht mit ihren Vorgärten und den dekorierten Häuserfacaden einen sehr vonehmen Eindruck. Im Vorgarten des Ktinstlerhauses ist eine Ko- lossalbüste des Kaisers Ftanz Josef aufgestellt, geschmückt mit einem Lorbeerkranze. Die Siegesallee ist mit Hyazinthen, Mandelblüten, Stiefmütterchen und Rhododendron geziert, welche in den die Allee einsäumenden Beeten aufgestellt sind. Und nun zum Brandewburgethor! Dessen Schmuck ist zwar einfach und bescheiden gehalten, bildet aber eine wirkungsvolle Einleitung zu dem Triumphbogen, der sich über den Pariser Platz, am Anfänge der Straße Unter den Linden, spannü Es ist dies ein Bauwerk von monumentaler Wucht, gewaltig in seiner Größe, und inacht einen grandiosen Gesamteindruck. Auf dem Triumphbogen, d-er von turmartigen Säulen flankiert wird, ist der österreichische Doppeladler angebracht. Lorbeerbäume, mächtige Blumenkörbe sind zu seiner Ausschmückung verwendet. Grün, Gold und Purpurrot — das sind die Farben, die an dem Triumphbogen dominieren. Die ganze Straße vom Brandenburger Thor bis zum königlichen Schlosse ist in eine via triumphalis verwandelt und bietet mit ihren Flaggen und Wimpeln und Guirlanden einen prachtvollen Anblick. Den Abschluß bildet das Denkmal Kaiser Wilhelm I., dessen Säulen mit Guirlanden umwunden und dessen Facadcn ebenfalls mit Tannenzweigen geschmückt sind. An zahlreichen Gebäuden sind auch bereits die Vorbereitungen der Illumination getroffen. Der „R e i ch s a n z e i g e r" widmet dem Kaiser von Oesterreich an der Spitze seines nichtamtlichen Teiles folgenden Begrüßungsartikel: „Der Tag, an welchem der Kronprinz des deutschen Reichs und von Preußen in da« Atter der Großjährigkeit tritt, wird eine große Anzahl Erlauchter Gäste aus dem Reiche und aus anderen Ländern am Hofe des Kaisers in Berlin vereinigen. Als erster hält morgen der Kaiser von Oesterreich und König von Ungarn seinen Einzug in die deutsche Reichshauptstadt. Der ihm hier bereitete Empfang wird zeigen, daß die Verehrung für Se. Majestät die gleiche geblieben ist, wie bei seiner letzten Anwesenheit in Berlin vor elf Jahren. Die persönlichen und politischen Beziehungen zwischen beiden Herrschern und ihren Reichen sind auch heute von denselben Gefühlen vertrauensvoller Freundschaft und demselben Bestreben getragen, im Dreibunde unter der wertvollen Mitwirkung des ritterlichen Königs von Italien den europäischen Friedensinteressen in der Pflege guter Beziehungen zu allen anderen Mächten zu dienen. In aufrichtiger Ehrerbietung für die edle Persönlichkeit des hohen Gastes rufen wir dem Kaiser Franz Josef ein herzliches Willkommen jul* In ähnlicher Weise äußert sich die „Nordd. Allg. Zeitung" an hervorragender Stelle, wie folgt: „Als erster der zur Feier der Großjährigkeit des Kronprinzen in der Reichshauptstadt eintreffenden fürstlichen Gäste bewillkommnen wir mit aufrichtiger Freude den Kaiser Franz Josef. Der greise Monarch, der schon unserem großen ersten Kaiser ein langjähriger, bewährter Freund gewesen ist, steht als Neuer Bundesgenosse Kaiser Wilhelms II. wie durch seine edle menschliche Persönlichkeit dem Herzen des deutschen Volkes besonders nahe. Der innigen Zuneigung, welche Kaiser Franz Josef unserem Herrscherpaar und dem Kronprinzen, seinem Pathenkinde, entgegenbringt, entsprang der spontane Wunsch, bei der bedeutungsvollen Familienfeier im deutschen Kaiserhause, die zugleich ein Fest der ganzen Nation ist, in unserer Mitte zu weilen. In dem Besuch Se. Majestät erblicken wir ein neues Unterpfand der unwandelbaren Freundschaft zwischen den Herrscherhäusern Hohenzollern und Habsburg und ein wertvolles Zeugnis für die Festigkeit des von Bismarck und Andrassy geschaffenen Werkes, das, durch den Beitritt des Köntgsreichs Italien zum Dreibund erweitert, seine friedliche Bestimmung bisher erfolgreich erfüllt hat und in guten Beziehungen zu allen anderen Mächten hoffentlich noch lange erfüllen wird." Der österreichische Botschafter und die zum Ehrendienst befohlenen Offiziere mit dem General v. L i n d e q u i st an der Spitze, begeben sich heute abend nach Frankfurt a. O., um sich dort morgen früh beim Kaiser Franz Josef zu melden. Das gesamte diplomatische Korps folgt morgen vormittag einer Einladung des russischen Botschafters, um dem Einzuge des Kaisers Franz Josef zuzuschauen. Zu den Anwesenden zählt auch der Großfürst Constantin Constantinowitsch mit Gefolge und Ehrendienst. Der hiesige chinesische Gesandte ist von seiner Negierung telegraphisch in Kenntnis gesetzt worden, daß die Kaiserin-Mutter und der Kaiser von China ein Glückwunschschreiben und Geschenk nach Berlin abzusenden befohlen haben. Gleichzeitig wurde der Gesandte beauftragt, dem Kaiser sehr herzliche Glückwünsche der chinesischen Regierung zu übermitteln des Inhalts, daß dem Kaiser eine lange, glückliche Regierung beschieden sei, und das ganze kaiserlich Haus blühen möge, sowie auch, daß der deutsche Kronprinz den vollen Glanz des Thrones der erlauchten Vorfahren ererben und demselben alles nack) Wunsch gedeihen möge. Auf Befehl des Kaisers fällt morgen in sämtlichen Berliner Schulen der Unterricht aus. Politische Tagesschau. Wir haben bereits unseren Lesern von den abenteuerlichen Behauptungen Mitteilung gemacht, daß Deutschland den Versuch mache, Dänemark zur Abtretung der Antillen zu bestimmen, indem es ihm einen Teil von Schleswig als Ersatz hierfür anbiete. Urheberin dieses blühenden Blödsinns ist die „New-York Times", nicht der mystische „Arizona-Kicker". Dieser Yankee-Scherz ist eigentlich so dumm, daß er eine Erwähnung kaum verdient, aber andererseits ist er doch zu amüsant, als daß wir nicht noch einmal darauf zurückkommen sollten. Die „Enthüllungen" des amerikanischen üblen Unwitzblattes gipfelten also darin, daß Deutschland die dänisch westindischen Inseln sehr gern sein eigen nennen möchte. Die Standard Oil Company, so fabelte der märchenerzählende Nevolverjournalist, hat der Regierung von Dänemark angeboten, den Ankauf von Dänisch-Westindien zu vermitteln, und zwar gegen eine Provision von 10 Prozent vom Verkaufspreis; die Gesellschaft erklärte dabei, daß sie über 26 Stimmen im Senat vollständig verfüge, da die betreffenden Mitglieder Ihun müßten, was das Finanzkonsortium des Standard Oil Syndicates befehle. Die dänische Regierung habe eine Zeit lang mit dem Agenten der Standard Oil Company verhandelt, habe aber dann direkte Verbindung mit dem Auswärtigen Amt in Washington angeknüpft. Als die Company dies erfuhr, habe sie der dänischen Regierung gedroht, den Verkauf zu verhindern, wenn sie die Provision nicht erhalte. In diesem Stadium sei Deutschland dazu gekommen und habe sich bereit erklärt, die Inseln zu kaufen oder gegen Schleswig einzutauschen. Amerika habe jedoch erklärt, daß es niemals in die Errichtung einer deutschen Dependenz in seinen Gewässern einwilligen werde. ES ist bezeichnend für die amerikanischen Preßzufiände, daß sich ernsthafte Blätter mit dieser Räubergeschichte beschäftigen, und offiziöse Organe sich die Mühe nehmen, die Angaben der „Times" zu dementieren. Wenn dieses Dementi hier und da in einer Form erfolgt, die die Mög- lichkeit offen läßt, daß Deutschland doch in der einen oder anderen Weise die Hand im Spiele habe, so wollen wir nur an ein treffliches Schlagwort erinnern, das unserem Kaiser in den Mund gelegt wird. Als ihm jüngst in irgend einem Orte bei der Ankunft auf dem Bahnhofe ein kleiner Knabe einen VerS vordeklamierte, da behielt dieser den Strauß, den er dem Kaiser überreichen wollte, krampfhaft in den Händen, obwohl sein Spruch von dem Gegenteil redete. Dieses Büblein wars, dem wir das schöne Kaiserwort verdanken: „Was der Deutsche einmal in Händen hat, das giebt er nicht wieder heraus!" — Für den Politiker unterliegt es keinem Zweifel, daß Deutschland niemals ernsthaft daran denken konnte, wegen der dänischen Antillen mit den Vereinigten Staaten in Wettbewerb zu treten. Ganz abgesehen davon, daß wir die letzten wären, denen Dänemark einen solchen Gebietszuwachs gönnen würde — über den Austausch gegen Nordschleswig ist natürlich kein Wort zu verlieren —, sind die Inseln für Nordamerika schon seiner mittelamerikanischen Kanalpläne wegen von solcher Wichtigkeit, daß die kapitalkräftigen Yankees uns sicherlich Überboten haben würden. Der Krieg in Südafrika. Folgende Depesche der Morning Post aus Thabanchu lüftet den Schleier ein wenig, den die neuerdings wieder auffallend lückenhafte englische Kriegsberichterstattung über die Vorgänge südöstlich von Bloemfontein gebreitet hat: „Während General Dicksons Rückzug fielen sein eigener Proviantwagen und die Wasserwagen der Brigade in die Hände des Feindes. Die Nachhut wurde heftig beschossen; der Rückzug brachte General Hamilton in Gefahr. Er sammelte deshalb seine Streitkräfte und zog sich vorsichtig nach Thabanchu zurück, nachdem er dem vorrückenden Feind mit Artillerie- und Infanterie-Feuer heftigen Widerstand geleistet hatte." Allerdings ist diese Meldung vom 29. April datiert, also durch die Ereignisse der folgenden Tage überholt. Jedenfalls aber geht daraus hervor, daß sich die Dinge bei Thabanchu erheblich weniger glatt für die Engländer abgewickelt haben, als ihre bisherigen dürftigen Nachrichten erkennen ließen. — Ganz den gleichen Eindruck erwecken weitere Meldungen von anderen Punkten des Kriegstheaters. Der „Daily Nevs" wird Dienstag aus Bloemfontein telegraphiert: Oberst Henry marschierte mit dem achten und vierten Korps berittener Infanterie von Spyfontein nach Osten, damit die Generale Broadwood und Hamilton aus dem fernen Osten die Buren umzingeln könnten. General Maxwell avancierte von Krantz Kraal, um sie von Süden zu umzingeln. Oberst Henry traf nach fünf Meilen auf eine stark überlegene Burentruppe die ihn auf einige Kopjes drei Meilen westlich zurücktrieb. Die Buren folgten rapid, doch gelang es den Engländern sie in Schach zu halten. Der Umzingelungsversuch der anderen Kolonnen scheiterte, und Oberst Henry gelangte schließlich ins Lager zurück. Eine Bloemfonteiner „Times"-Drahtung meldet: Die jüngsten Operationen in der Richtung auf Brandfort hatten zur Folge, daß gegen Dienstag die Buren auf der ganzen Linie zurückgedrängt waren, General Broadwood versuchte Montag, die Buren bei SchanSkraal abzuschneiden, aber sie zogen sich rechtzeitig zurück, als sie ihren Rücken bedroht fanden. Infolge dieser Operationen hätte ein Teil der britischen Streitkräfte jetzt seine Stellungen näher nach Brandfort zu, aber der allgemeine Vorstoß scheine noch durch de« Widerstand der Buren jenseits Thabanchu gehemmt zu sein. Dieser Widerstand dürfte, wie das genannte Blatt sehr optimistisch meint, auch bald gebrochen werden, obwohl möglicherweise nicht ohne ernstes Treffen; wenn BothaS Streitkraft zersprengt worden ist, werde der Vorstoß nach Norden ernstlich beginnen. Der „Central News" wird aus Lorenzo Marques vom 1. Mai gemeldet: Die Belagerung Mafekings soll so gut wie aufgehoben sein, da der Kommandant Eloff und eine große Anzahl Buren sich von dort zurückgezogen haben. Eloff kehrte nach Pretoria zurück. Offiziell wird gemeldet: Leutnant Günther, ein deutscher Offizier vom 55. Regiment, der in den Reihen der Buren focht, ist am Dienstag gefallen. Einem belgischen Journalisten soll ein Mitglied der Burendelegation in Amsterdam erklärt haben, wenn die Buren auch bei den Vereinigten Staaten keine Unterstützung fänden, würden sie doch bis auf den letzten Blutstropfen kämpfen. * ♦ • Telegramme des Gietzerrer Anzeigers. London, 4. Mai. Einem Telegramm aus Kapstadt: zufolge soll Präsident Krüger den Befehl gegeben haben, sämtliche Engländer aus Transvaal auszuweisen. London, 4. Mai. Marschall Roberts telegraphiert: aus Bloemfontein vom 2. Mai: General Hamilton errang gestern einen beträchtlichen Erfolg und verdrängte den Feind aus einigen starken Stellungen, die dieser bei Holtnek inne gehabt hatte, mit verhältnismäßig geringfügigen Verlusten. Die Buren wurden nach verschidenen Richtungen verdrängt, vornehmlich nach- Osten und Norden. Sie ließen 26 Gefangene in unseren Händen, darunter einen Kommandanten. Hamilton kampiert gegenwärtig bei Jakobsrust. Ich habe Befehl gegeben, zu pausieren, da seine Leute, die von 10 Tagen sieben gefochten haben, dringend der Ruhe bedürfen. Die Kavalleriebrigade Broadwoods kam gerade zur rechten Zeit, um wertvolle Dienste leisten zu können. Nachmittags stietz auch die Jnfanteriebrigade von Bruce Hamilton zu ihnen. Der Feind giebt zu, 12 Tote und 40 Verwundete verloren zu haben. Unter den letzteren befindet sich auch der russische Kommandeur Maximoff, der die Fremdenlegion befehligt, auf die auch fast die Hälfte der Verluste entfällt. London, 4. Mai. Das Protokoll über den Depeschenwechsel zwischen dem K ri e g s m i n i st e r und Lord Roberts in Bezug aus die Veröffentlichung des, Berichtes über die Gefechte am S p i o n k o p und bei Ma -- gersfontein wurde gestern spät abends abgeschlossen- Es geht daraus hervor, daß Lord Roberts am 11. Februar die Berichte der Generale Buller und Warren an den Kriegsminister sandte. Am 28. März richtete der Kriegsminister an Roberts die telegraphische Anfrage, welchen der Berichte er veröffentlichen solle. Der Kriegsminister war nämlich der Ansicht, daß die Berichte in ihrem vollen Wortlaut der Oeffentlichkeit nicht übergeben werden konn- ten, sondern daß eine Auswahl zu treffen sei. Er schlug, vor, dem General Buller die Wahl zu unterbreiten. Bullen p^ußischen Abgeordnetenhause würbe heute der Antrag Weihe (kons.) auf Annahme einer Novelle zum Rentengutergesetz in zweiter Lesung an eine besondere 14 er Kommission verwiesen. Hierauf gelangten verschiedene Anträge betr Gehaltsverbesserungen von mittleren Erledigung. Nächste Sitzung unbestimmt, jedenfalls nicht vor dem 14. ds. b Mn, S Bufett W haben. N vh lW6en, K -olnmen rlingen, L Ntten, ^Pital-Tr twm bei während Z-fährliä öcueriöel ' D dtttz,61 9 35 ar W isM l Diele aitbi Öltet, münben i tiM 1 große Id Die Hem ifraiikenb anpolut, strM poltet vrckchr Die Fc 5 S/un M Der frilj Ausnahm sich notro maitung brand, bi erstreckte - Der bitbW tom 8mt m übriger M M OM t -znN au-, tttld Hörte; 6 'Siel Liek Das Fern -M N* Nfötrt Da (titev bad) bti der Ge 3'erung! ein, nn Reichen! Die He Sichere zu fein. eiiN itc®6 * * »i ein ,6e angebr fahren $am sind, ruhM grhab WL w *0*1 jjöierflb1 bei de"1 Jin .M loDu ju DÜ* AuslmS. Brüffel, 3. Mai. „Petit bleu" veröffentlicht eine Unterredung mit dem ftüheren Leiter der Handelsgesellschaft „Matuba", Namens van der^Belde, welcher u. a. erklärte, daß während seines Aufenthalts amKongoeinschwarzeS Kabinett bestand, das die Briefe der Agenten öffnete und die darin erthaltenen Mitteilungen über Greuelthaten unterdrückte. Es seien vieleGreuel- thaten begangen worden, aber viele Beamte seien gezwungen gewesen, Stillschweigen zu beobachten, aus Furcht, daß die Schuldigen sich rächen würden. Van der Velde erzählt weiter, er sei Augenzeuge gewesen, wie eine Anzahl Sklaven in Brazzaville auf Rechnung einer Handelsgesellschaft und unter Mitwiffen kongostaatlicher Beamten verkauft wurden. Die Agenten müßten Stillschweigen beobachten über alles, was im Kongostaate vorgeht, und über alles, was die Regierung kompromittieren könnte. Paris, 3. Mai. Die Morgenblätter beschäftigen sich heute mit einem Skandal, der sich anläßlich der Errichtung des Hindu-Dorfe- in der Ausstellung ereignet hat. Es heißt, ein an der Sache beteiligter Deputierter sei von der auf dem Trocadero installierten w8oci6t6 de Finde trangaise“ mit 100000 Francs bestochen worden und habe bisher 20000 Francs bar erhalten. Wien, 3. Mai. Der Vollzugsausschuß der deutsch- fortschrittlichen Partei in Wien richtete an den Berliner Oberbürgermeister ein Telegramm, worin er namens der deutschfortschrittlichen Bürger Wiens der Stadt Berlin dankt für die beabsichtigte von h e r z - UnUft. für Oesterreich zeugende Begrüßung des mit dem deutschen Kaiser und dem deutschen £inem Burschen Fürstengeschlechte ent- »«ttPanz Josef. Sie erblicken darin eine ^?schaft für die Untrennbarkeit des Bünd niss es beider, durch deutschen Geist und deutsche Arbeit Aus Stadt und Land. . ** Z«r DenkmalSweihe. Wie wir hören, hat S. Gr. H. Prinz Wilhelm von Hessen die an ihn ergangene i « ^"UNg zu den Enthüllungsfeierlichkeiten angenommen I die Herren kommand. General von Lindeguist I und Generalleutnant v. Perbandt, sowie Staatsminister I Rothe, Finanzminister Küchler und Iustizminister Dr. I Dlttmar werden zu den Feierlichkeiten am 10. Mai er- I scheinen. — Die Zahl der angemeldeten Veteranen ist I inzwischen beinahe auf 1000 angewachsen. Die Aufstellung« I arbeiten scheinen nahezu vollendet. Der primitive Verschlag, I der seither das Denkmal umgab, ist entfernt und durch eine I zweckentsprechendere, sich recht vorteilhaft präsentierende I Umhüllung ersetzt worden. An vier in den Reichs- bezw. I Landesfarben gehaltenen Stangen sind die das Denkmal in I lC-inCm ganzen Umfang verhüllenden Tücher befestigt. Auch die Renovierungsarbeiten am alten Rathause schreiten ^ch ihrer Vollendung dürfte der altehr- würdige Bau zu den Hauptsehenswüroigkeiten der Stadt I v 'CIIL 7: E'uige aufklärende Bemerkungen über die Ideen, die den Künstler bei Schaff, ung seines Entwurfes leiteten, dürften SU« allgemeinen Verständnis und zur allgemeinen Würdlgung des künstlerischen Werkes wesentlich betragen. Der Künstler, Herr Ludwig Habich, stellte, als er an die Ausführung seines Entwurfes herantrat, sich die Aufgabe nicht sowohl den von dem Komitee an die Preisbewerber seinerzeit gestellten Bedingungen inhaltlich zu entsprechen als ganz besonders seinem äußeren Aufbau nach sich den räumlichen Verhältnissen des AufstellungS- platzes anzupassen, damit sich das Denkmal damit harmonisch zusammenschließe, und gleichsam erwachsen scheine auf dem Grund und Boden, aus dem es heute steht. Vor allem galt es, bei dem reichen Verkehr, den der Markt- Platz besitzt, die BerkehrSstraßen nicht zu versperren, sondern Lage und Grundform so zu wählen, daß der Verkehr das Denkmal nur seitlich—tangiere. Der Künstler dachte sich ein Dreieck, daS von den Ber- kehrSachsen als Schenkel und der Häuserfront als Basis gebildet wird. Dieses schien ihm der geeignetste Platz zur Aufstellung. Die Dreiecksform bestimmt den Grundriß dementsprechend dreiseitig, sodaß auf jeder der drei Seiten, von denen das Denkmal beim Betreten des Marktplatzes sichtbar wird, eine fünft» !"isch geschmückte Front erscheint. Das Denkmal ist als Brunnenanlage gedacht. Von der Möglichkeit, fließendes Wasser zu verwenden, wurde sowohl aus Prak- tischen Gründen — es wird dadurch ein Marktbrunnen ge- Aoffen — wie ganz besonders auch aus künstlerischen Gründen Gebrauch gemacht. Die eigenartige dreiseitige Anordnung des Bassins bestimmte ferner den Aufbau de- Denkmals als dreiseitig. Diese Form ist die 6uustigfte in Bezug auf die rückwärts gelegene Häuserfront. Diese möglichst wenig zu verbauen, schien dem Künstler eine besonders wichtige Aufgabe. Der plastische Schmuck spricht wohl am besten für sich selbst. Der Künstler hat cfl vermieden, undeutsche und daher im Grunde auch unvolkstümliche her» kommliche allegorische Gestalten zu verwenden, und durch novellenhafte oder anekdotische Darstellungen, die früher so außerordentlich beliebt waren und heute bei jedem künstlerich feiner Fühlenden außerordentlich unbeliebt sind, den plastischen Charakter zu verwischen. Die Hauptfigur verkündet die große Thatsache, daß die deutsche Kaiserkrone durch eine siegreiche Waffenthat neu errungen wurde, kraftvoll poetisch ganz unmittelbar. Wir denken sie uns als die 1870 neu in allen deutschen Gauen erwachte jugendfrische Thalkraft des gesamte« deutschen Volkes. Das Sockelrelief bringt die friedliche । bttrase-Geschaften) werden ohne Debatte nach dem Anträge I Müller-Fulda angenommen. Artikel 5 enthält den Tarif. Hier wird für Kau f- u n d A n s ch a f f u n g s g e sch ä f t e I oach dem Anträge Müller-Fulda der Stempel von zwei I Zehntel vom Tausend angenommen; für sonstige Wert- I Sa?Jer.e ?ler Zehntel vom Tausend. Es folgt die Position I ^terwlose. Hierbei wird die Weiterberatung auf Freitag I „Germania" zufolge kann man jetzt mit der | Wahrscheinlichkeit rechnen, daß die Flotten-Vorlage I in Beschränkung, welche sie durch den Zentrumsantrag I !". \er -Zudgetkommission gefunden hat und zweifelsohne I bei der 2. Lesung in der Kommission finden wird, auch im Plenum des Reichstages eine Mehrheit erwarten I darf. — ©s besteht bei den Börsenbehörden die Absicht, an maßgebender Stelle eine Audienz nachzusuchen, in welcher gegen die geplante Erhöhung der Bör- s e n st e u e r Vorstellungen erhoben werden sollen. ™ 77 ?ic "Kreuzztg." erklärt heute abend, die jetzt im Wortlaut vorliegenden Kompromißanträge zum Flei sch - ' b e s ch a u g e s e tz .entsprächen den früher von ihr über diesen Gegenstand gemachten Mitteilungen. Nach ihrer ftüheren Stellungnahme bedürfe es keiner besonderen Ausführung, daß und weshalb das Blatt unter den obwaltenden Um- , sianden trotz aller nicht unberechtigten Bedenken das Zustandekommen einer Verständigung im Sinne der vorliegenden Anträge für erwünscht hält. K. ~.,®e.y Bundesrat bat in seiner heutigen Sitzung die Mitteilungen des Reichstagspräsidenten zu der von dem Ubg. Rembold und Gen. eingebrachten Resolution betr. die Revision der Vorschriften zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche, der Petition wegen Ab- I anderung des Gesetzes betr. Schutz von Photographieen I gegeii die unbefugte Nachbildung dem Reichskanzler, zur I Petition betr. die Einführung der achtstündigen Arbeits- .7} Berg- und Hüttenwerken re. den ständigen Aus- I schussen überwiesen. Ferner wurde ein Antrag Hessens, I betr. die Ausführung des § 45 des Jnvaliden- überwieftn ^""^sgesetzes den zuständigen Ausschüssen I i gegründeten Staaten und wünschen der unter aufneHrfrtnr ÄÄ Sprung machU -usblühL N^ I stadt, sowie ihrer durch Eintracht ftarken l herzlichsten Verlauf der tommCnbtn Mtaa, 9 - Wie in Hofkreisen versichert wird, reift Er-i- herzog Ferdinand Karl nach Madrid um h,™ Könige von Spanien das ihm vom Kaiser verliebem Groß kreuz zum Ste phansorden zu überreichensind gleichzeitig um die Hand der Schwester des Könie« Infantin Maria de la Mercedes anzuhaltem ' Belgrad, 3. Mai. In Macedonien sind jüngster Taae zwei österreichisch-ungarische Konsuln auf offen» Straße von bewaffneten Arnauten angegriffen und mit Erschießen bedroht worden. Para wurde durch die ihn begleitenden Kawassen gerettet, welche die Arnauten verjagten. Rappaport mußte Prisrend verlassen. | Budapest, 3 Mai. Der „Pefter Lloyd" schreibt Unserem Monarchen folgen auf der Fahrt nach Berlin die ehrerbietigsten Gefühle der Völker Oesterreich Ungarns für den deutschen Kaiser. Die Herzen der Völker segneten den Bund, für dessen Innigkeit dieser Besuch ein erneutes Zeugnis giebt. Darum liegt es wie Frühlingszauber, wie Morgentau des ersten TageS auf dem Verhältnisse, das oun bereits zwei Jahrzehnte überdauerte. DaS Bündnis ftWft immer wieder verjüngende Kraft aus dem frischen Born der öffentlichen Sympathien hüben und drüben. Das Eigenartige dieser politischen Gestaltung äußert sich darin, daß die Gemüter für sie warben, lange bevor das zwingende Interesse in das allgemeine Bewußt- sem übergegangen war. Darin auch ist ihre Unerschütterlichkeit verbürgt. ES liegt («in guter Sinn oarn^ daß der Kaiser und König nicht nur unter mili- Arschem Pompe, sondern auch unter allen hürgerlichen Ehrenbezeugungen seinen Einzug in Residenz de» deutschen Reiches halten wird. DaS demonstriert aller Welt die von uns betonte Wahrheit, daß das Bündnis seme Wurzeln tief in das Volkstum senkte und darum unerschütterlich ist. Deutsches Deich. m Berlin, 3. Mai. Während der gestrigen Fahrt von Cbefsd^’S-c?* 1 * * * *!" blc Kaiser den Vortrag des Militarkabmetts v. Hahnke. Auf dem Potsdamer ÄJ. tvurde der Kaiser von der Kaiserin empfangen. M?P^Ä!^Schloß empfing der Kaiser den Geheimrat FnÄa »um «ortra® unb spater den Chef des Marine. Kmetts v. Senden-Bibran und den Chef der Civilkabi- "btts v. Lucanus. Zur Abendtafel beim Kaiserpaar waren terHeinrich und Feodora, Botschaf- tär W Elenburg, Gehermrat Lucanus und Staatssekre. den .^ach der Abendtafel hörte der Kaiser bcA bbs?^^en. Heute vormittag hielt der Kaiser ^eIbe Bataillonsbesichtignng ab und in^die Stadt ^zurü/" Alexander-Regiments! . — Denkmalsgruppe König Friedrich I in d-er Sieges-Allee ist heute vormittag 9 Uhr in Gegen- '^fl^vpaares, der Prinzessinnen Heinrich LK Zsodora, der Minister v. Migyel, Goßler Graf Bülow ^Studt und Freiherr v. Rheinbaben, sotv^ie zahlreicher' anderer Persönlichkeiten enthüllt worden. — In Gegenwart der Kaiserin und der Groß- ! Herzogin von Baden fand heute vormittag im Saale Z der Sing-Akademie die 34. Generalversammlung be£ SB a = terllindlschen Fr a u e n - V erein s statt, der auch die Prinzessin Elisabeth zu Hohenlohe beiwohnte. Das S t a a t s m i n i st e r i u m trat heute nach, mittag zu einer Sitzung zusammen. - In Hannover verstarb in der Nacht zum Don- I der General der Infanterie z. D. v. Kummer, der 1868 Kommandant der Festung Mainz war. ^7^^Staatssekretär Graf Bülow, der heute seinen 51 Geburtstag begeht, erhielt vom Kaiser einen Tafel- I aufsatz lazrs der Zloniglichen Porzellanmanufaktur zum Ge- I , - Reichstagskommission zur Vorbera. tung des Gesetzes über die Bekämpfung gemein. 5 A/ V Kran kheiten trat heute unter dem! Vorsitz des Abg. Gamp zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Die vier ersten Paragraphen, welche die Anzeigepflicht regeln, wurden unverändert angenommen. r., ~ Die Rechnungskommission des Reichstages befaßte sich gestern mit der Etatsüberschreitung des K-U ÜV-19611 ^lntes im Betrag von 40000 Mark, bte burrf) bie Reise bes Kaisers nach Palästina Ev^Eanden ist. Nur bie sozialbemokratischen Mitgliebev vertraten bte Ansicht, baß biefe Reise eine Privatreise und daher bie Begleitung burch den Staatssekretär des Aus- 'wartigen Amtes und anderer Beamten nicht vom Reiche ^Ue anderen Mitglieder der Kommission, und der Abg. Augst von der Deutschen \dom Unterstaatssekretär Richthofen «11 ft1!' ^aß der Kaiser auf allen seinen Reisen aIdk ‘-freier des Staates reise, Staatsgeschäfte erlediae yi1? dvk br selbst auf einer Badereise Krieg er- rln d^ schließen könne. Er erinnerte da- ran, daß die Knegserklaruna von 1870 während des Bade- l Ems erfokat ist. Mit allen gegen dfe .^r beiden Sozialdemokraten wurde bie Etats- uberschreitung genehmigt. — In der Budgetkommission des Reicks- »aafef!rl^ttben I,crute bic Anträge M ü l l e r. Fulda rind «"."rr bCralcn' zur Deckung der H i o 11 e n - V o r l a g e eingebracht und gestern vom Nlk-- num der Kommission überwiesen worden sind. Nack län- nerer Debatte ivird Artikel I, der die Ueberschrift desi Stempelgesetzes von 1897 abändert (Aktien, Ne Renten' d)Is• t,US9enlingeiwmmen. Bei' Artikel 2 'Ivssen, die Frage der Besteuerung bet K om - ^ons-Papiere einer Subkommission zu üb?r weisen. In bie Subkommission werben gewählt bie Abgg ®ro Arnim, Frese, Graf Stolberg, Müller-Fulba und D?' Paasche. Nach längerer Debatte wirb ein Antrag Müller- Mlba angenommen, wonach ber Emission s-Stem Del für inlänbische Aktien von 1 Prozent auf 2 Prozent ber Emissions-Stempel für ausländische Aktten von pineinhalb auf zweieinhalb Prozent erhöht werben soll. Der I Stempel für Kuxe soll burchweg 15 Mark betragen. I Artikel 3 unb 4 (Genußscheine und Ermäßigung bei Ar- | ...Köln, 3- Mai. Bei Hellem Sonnenschein kam heute I taä c Torpeboboot-Division in Köln an. D/r Empfang war überaus herzlich unb Offiziere unb Mannschaften ber Kriegsschiffe bankten für ben warmen Empfang nut Schwenken ber Mühen. Hurtig unb doch von der gewaltigen Kraft ihrer Doppelschrauben nur wenig zogen bie kleinen bunklen Schiffskörper I dahin. Nachbem bie Torpeboboote vor Anker gegangen Maren, begaben sich Oberbürgermeister Becker, Polizei-Präsident Weegmann unb Beigeorbneter Piecq auf das Divisionsboot und begrüßten ben Kapitänleutnant Funke. Her Gouverneur unb ber Oberbürgermeister fanbten fol- genbeö Telegramm an ben Kaiser:. „Ew. Majestät bie ^^Usiterthanigste Melbung, baß bie auf Ew. Majestät Allerhöchsten Befehl zum Rhein entfanbte Torpeboboots- Division festlich eingeholt unb, vom stürmischen Jubel ber Bevölkerung empfangen, soeben glüMch in Köln vor Anker gegangen ist. Frhr. v. Wilczeck, General ber Infanterie. Becker, Oberbürgermeister". Kapitänleutnant Funke ent- j bot barauf bie Herren zu sich in seine Kabine unb lub sie zu, einem Begrüßungstrunk ein. Dann fanb eine Vergnügungsfahrt ber Offiziere unb Mannschaften ber Tor- pebobootsbivision bei Lülsborf statt. Währenb ber Fahrt Zubs ein Festmahl. General Frhr. v. Wilczek brachte einen Trinkspruch auf ben Kaiser aus, Kapitänleutnant Funke toastete auf die Vertreter des gastfreien Köln. Menbs traf die „Hansa" wieder in Köln ein. Offiziere unb Mannschaften begaben sich alsbalb nach« bem Stabttheater, in bem als I Festvorstellung zu Ehren der Gäste „Die Meistersinger" zur Aufführung gelangten. antwortete hierauf, er wolle nicht Berichte über anbere Generale ab fassen unb überlasse bie Angelegenheit bem Oberbefehlshaber. Roberts übermittelte oem Kriegs-Minister diese Anttvort, ber hierauf bas Projekt aufgab, einen allgemeinen Bericht zu veröffentlick-en. Er beschloß daher eine Auswahl zu treffen. London, 4. Mai. Aus M a f e f i n g wirb gemelbet: Drei Wagen mit Artillerie-Munition und ein Wagen mit Infanterie Munition belaben, bie von ben Buren bei Tha- banchu erobert worben waren, würben ihnen gestern wieber abgenonunen. General Vrabaeon ist gestern mit der berittenen Infanterie unb bem Yeomanry-Regiment hier eingetroffen. Eine heftige Beschießung wurde gestern in nördlicher Richtung vernommen. London, 4. Mai. Wie aus Mafeking gemeldet wird, sollen die Buren nach einem Telegramm des Obersten Baden-Powell vom 19. April auf einen Trupp eingeborener Frauen, die am 15. April Mafeking zu verlassen versuchten, geschossen (?) haben, wobei 9 Frauen getötet worden sind. Der Oberst sandte infolge dessen an den General Snyman einen Brief, worin er dagegen Einspruch erbebt, daß die Buren ihr Feuer auf das Lager der Ein- । geborenen, das nur mit Frauen und Kindern angefüllt ist, gerichtet hätten. Snyman gab hierauf keine Antwort. London, 4. Mai. Im Unterhause antwortete der Sekretär des Krieges, Wyndham, auf eine Bemerkung des Abgeordneten Hiward über die Errichtung eines Denkmals für den gefallenen Obersten V i l l e b o i s in Paris es siehe jedem mutigen Manne frei, einem anderen mu^ t^en . anne ein Denkmal zu setzen. Diese Antwort wurde I mit Beifall vom Hause ausgenommen. New-Vork, 4. Mai. Die amerikanische Re I gierung hat beschlossen, bei der Transvaal-Re- ! 9'erung energisch zu protestieren, falls sich jdas Gerücht bestätigt, wonach diese die amerikanischen I Einwohner zwingen will, die Waffen gegen bie I En glaub er zu ergreifen ober bas San b zu I verlassen. I Verbrüderung der Kampfgenossen auS Nord und Süd in einfacher, und darum wohl allgemein verständlicher Form zur Darstellung. Und wie heute jedes Dorf seine Friedens- <:iche oder Linde zur Erinnerung an die großen Tage besitzt, so ist auf jeder der beiden Seitenflächen des Sockels ein dem Steinrelief entsprechend stilisierter Baum angebracht, an dessen Besten nach den Sitten unserer Vorfahren Schilder aufgehängt sind, aus denen die Namen und Daten der Schlachten rc. verzeichnet sind, in denen sich die Krieger des Gießener Regiments ruhmreich hervorgethan haben. Darmstadt, 4. Mai. In der Mittwochabend statt- aebabten Monatsversammlung des Kriegervereins Darmstadt wurde eine Anfrage aus der Versammlung, betreffend die Einladung zur Teilnahme an der Denk- malS-Sinweihung in Gießen am 10. Mai, dahin beantwortet, daß der Festausschuß in Gießen nur diejenigen Kameraden eingeladen habe, welche den Feldzug 1870/71 bei dem Infanterieregiment Nr. 116 mitgemacht haben. Darmstadt, 3. Mai. Der Großherzog wird am Samstag, 5. Mai, Vorträge entgegennehmen; Erteilung von Audienzen und Entgegennahme von Meldungen finden an diesem Tage nicht statt. w. Frankeuberg, 3. Mai. Die Einweihung und Betriebseröffnung der Teilstrecke Corbach-Frankenberg, das bisher fehlende Verbindungsglied der Gesamtstrecke Warburg-Marburg, ist nunmehr erfolgt. Mit dem 9 Uhr 35 Min. früh in Corbach abgelassenen Zuge, dessen Lokomotive 'reich bekränzt war, wurde die eigentliche Weihe der besagten Strecke vollzogen. Der Fahrt hatten sich in Corbach Kteisamtmann Waldschmidt, die Baubehörde und viele andere Herren angeschlossen. Auf den Haltestellen Itter, HerzhaUftn, Schmittlotheim, Ederbringhausen, Vier- milnden und Schraufa waren die Lehrer mit den Schulkindern, die Bürgermeister und Beigeordneten und eine große Anzahl freudig gestimmter Interessenten versammelt, die überall mit Hellem Jubel den Festzug begrüßten. In Frankenberg wurde zu Ehren des Tages ein Festessen veranstaltet, das sich einer recht zahlreichen Beteiligung zu erfreuen hatte, bei dem auch eine ganze Reihe heiterer Toaste gehalten wurde. Auf der Gesamtftrecke Warburg-Marburg verkehren vorerst in jeder Richtung leider nur drei Züge. Die Fahrzeit zwischen den beiden Endstationen beträgt über 5 Stunden. • * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der frühere Hofschauspieler Mendel in Darmstadt, dessen Aufnahme in das städtische Krankenhaus vor einigen Tagen sich notwendig machte, ist dort verstorben. — In der Gemarkung Zellhausen bei Hanau wütete ein großer Waldbrand, der sich auf eine Fläche von 150 hessischen Morgen erstreckte und etwa gegen 60 000 Mk. Schaden anrichtete. — Der erste katholische Pfarrer in Rüdesheim ist durch die bischöfliche Behörde zu Limburg plötzlich auf ein Jahr vom Amt suspendiert worden. Man erzählt sich, daß der im übrigen bei der Gemeinde beliebt gewesene Geistliche gegen gewisse Pflichten seines Amtes verstoßen habe. Offiziell wird seine Suspension mit Ungehorsam motiviert. — In Breitenworbis brach Dienstagabend Großfeuer aus, welches 10 Wohnhäuser und 26 Hintergebäude zerstörte; 6 andere Gehöfte sind mehr oder weniger beschädigt. Viel Vieh ist verbrannt. Der Schaden ist sehr bedeutend. Das Feuer ist vermutlich durch spielende Kinder entstanden. — In Etzenborn wütete Montagabend eine furchtbare Feuersbrunst. Ein Gasthaus und 5 Gehöfte wurden ein. geäschert. Biel Vieh ist in den Flammen umgekommen.— Da seitens des Regierungspräsidenten ein Staatszuschuß zu den Kosten für die Erhaltung der Ruine Reichen- bach beantragt ist, trafen gestern im Auftrage des Ministers der Geheime Oberbaurat Reimann aus Berlin und Re gierungö-Baurat Seligmann aus Kassel in Hesi. Lichtenau ein, um in Begleitung des Ortsausschusses die Ruine Reichenbach einer Prüfung und Besichtigung zu unterziehen. Die Herren schienen von den bisher zur vorläufigen Sicherung der Trümmer geleisteten Arbeiten recht befriedigt zu sein. XX Vermischtes. * Budapest, 3. Mai. Heute mittag ist die neue gynäkologische Klinik in Brand geraten und vollkommen niedergebrannt. Glücklicherweise ist es gelungen, sämtliche Kranken und Wöchnerinnen zu retten, die teils in den Betten, teils auf dem Rasen des Spital-Terrains kampieren. Die Rettung der Kranken ist einem beim Ausbruch des Brandes gerade vorüberziehenden Regiment zu danken, das, trotzdem es in Paradeuniform war, sofort zu Rettungsarbeiten kommandiert wurde. Während des Brandes wurden an zwei Kranken lebensgefährliche Operationen vollzogen, die gelangen. Mehrere Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. • Dem „B. L.-A." zufolge kam es beim Empfang der Mitglieder des Tuberkulose-Kongresses im Rathaus von Neapel zu unerhörten Exzessen. Mehrere Kongressisten, die statt des vorschriftsmäßigen Frackes den Gehrock trugen, wurden von dem Saaldiener am Eintritt verhindert. Als sie dagegen protestierten, wurden sie auf Befehl eines Polizeileutnants durch Schutzleute und Feuerwehrmänner mit Gewalt hinausgeworfen. Das Publikum in der Vorhalle ergriff für die schwer gekränkten Gäste energisch Partei. Sämtliche Kongressisten verließen sofort tas Fest, und verfaßten eine geharnischte Protest- note gegen das unwürdige Vorgehen der Polizei. In einem Briefe an die „Roma" erklärt Profeffor Gregoraci, jedem Neapolitaner sei die Schamröte ins Gesicht gestiegen über die schmachvolle Behandlung seiner gefeierten Gäste durch die brutalen Gardisten. • Das Kohlengruben-Unglück in Utah. Nach einer Meldung des „Morning Leader" ist das Kohlengruben- Unglück bei Schofield in Utah eines der tragischsten und entsetzlichsten, welche man kennt. Allgemein wird angenommen, daß jemand heimlich Sprengpulver in die Grube gebracht habe, welches den Kohlenstaub und das Kohlengas entzündete, und so die -Explosion veranlaßte. Augenzeugen sagen, die ganze Spitze des Berges, in dem die Gruben sich befinden, sei scheinbar emporgehoben worden. Bis jetzt sind 1 80 Leichen zu Tage gesördert. Besonders schrecklich ist der Umstand, daß der Tod der Opfer kein plötzlicher war. Sie hatten vielmehr Zeit genug, zu erkennen, daß der Tod ihnen bevorstehe. Viele bedeckten ihre Köpfe mit ihrer Kleidung, andere nahmen eine betende Stellung an, und in einem Falle sah man, daß ein Vater sich mit seinen vier jungen Söhnen umschlungen hielt. Der auf die Explosion folgende Qualm verursachte^viele Todes- fälle, und der Rauch hinderte auch das Rettungswerk. Die Aerzte glauben, bau keiner der Verwundeten am Leben bleiben wird. Es werden noch weitere 150 Personen vermißt, und es ist wenig Hoffnung vorhanden, daß man diese am Leben findet. Somit wird die Zahl der Toten fich auf beinahe 400 belaufen.______________________________ Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 6. Mai. Jubilate. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Bormittags 9»/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Bormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die MatthäuSgemeinde. Pfarrer Schlosser. Abends 8 Uhr findet im Konfirmandensaal die Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der MatthäuSgemeinde statt. °Ktt -er AastanneSkirche. BormittagS 9*/i Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Bormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Nächsten Sonntag, den 13. Mai, vormittags 8 Uhr, Gottesdienst mit Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannes- gemeinde. Am Sonntag, dem 13. Mai, wird nach allen Gottesdiensten eine Kollekte für die kirchliche Versorgung der evangelischen Glaubensgenoffen im Auslande erhoben werden. ES wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirchlichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebot vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. Samstag den 6. Mai. Nachmittags um 4«/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 6. Mai. 3. Sonntag nach Ostern. Vormittags von 6«/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe. „ um 9Va Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2«/, Uhr: Andacht. Dienstag und Freitag abend 6>/, Uhr ist Maiandacht. GotteÄirnst m der Hylwgoge. SamStag den 5. Mai 1900. Vorabend 7" Uhr, morgens 8N Uhr, nachmittags 4 Uhr SabbathauSgang 8“ Uhr. Gottrsdirnst der israelitischen ArligilMSpßMschgft. Sabbathfeier am b. Mai 1900. Freitag abend 7« Uhr, SamStag vormittag 8 Uhr, nach- mtttagS 4 Uhr, Sabbatbausgang 8" Uhr. Nachmittag 8»3 Uhr Schrtsterklärung. Wochengottesdienst morgenS 6»° Uhr, avends 8" Uhr. tuu& 0TLaa» in eigener dtvtcken-plale, 11 eJGtz&tnplat» 11. eidenstoffe, Sammle von Elten & Keussen und Velvets Arbeiterbewegung. iiSZ bm. Mainz, 4. Mai. In der Lohnbewegung der Metall-- arbeitet ist heute morgen der Versuch gemacht worden, feine gütliche Verständigung herbeizuführen. Der Oberbürgermeister hatte die Firmen der Beleuchtungsindustrie und die Lohnkommission zu einer gememschast- lichm Besprechung eingeladen. Die Besprechung verlief resultatloS, doch sollen weitere Versuche zu einer gütlichen Verständigung unternommen werden. Neueste Meldungen. Depeschen bc3 Bureau „Herold". Berlin,4.Mai. (Priv.-Teleph -Meld.des„G.A." 1.30Uhr.) Die Ankunft des Kaisers Franz Josef auf dem Potsdamer Bahnhofe erfolgte heute vormittag 10 Uhr. In Frankfurt a. O., wo der Sonderzug um 8 Uhr cinge- troffen war, hatte bereits gro'ßerEmpfang stattgefunden. Nach kurzem Aufenthalt setzte der Zug die Weiterfahrt nach Berlin fort. Auf dem Potsdamer Bahnhofe hatten sich vor der Ankunft des Kaisers Franz Josef zum Empfang eingefunden: der Kaiser, der Kronprinz, die übrigen hier anwesenden Fürstlichkeiten und die Generalität, die Leib- Kompagnie des ersten Garde-RegimentS mit Fahnen und Regimentsmusik. Auf dem Bahnsteig stand die Ehrenwache. Als der Sonderzug auf dem Bahnhofe ein- gelaufen war, ging Kaiser Wilhelm auf den Kaiser Franz Josef, der sofort dem Salonwagen entstiegen war, zu. Die Begrüßung war überaus herzlich. Beide Monarchen küßten sich wiederholt. Es wurden sodann die beiderseitigen Gefolge vorgestellt, worauf beide Kaiser sich mit einigen Herren des Gefolges unterhielten. Nach kurzem Aufenthalt im Fürstenzimmer bestiegen die Monarchen den bereitstehenden vierspännigen Wagen und fuhren unter Eskorte der Leib - Eskadron der GardeS-du-CorpS und unter lebhaften Ovationen der vieltausendköpfigen Menschenmenge bei herrlichstem Wetter über den Potsdamer Platz durch die Bellevuestraße und die Siegesalle zum Brandenburger Thor. Auf dem Wege bildeten die Kriegervereine Spalier. Auf dem Pariser Platz verkündeten gegen 101/z Uhr brausende Hochrufe das Herannahen der kaiserlichen Wagen. Kaiser Wilhelm trug österreichische Uniform, Kaiser Franz Josef hatte preußische Generalsuniform angelegt. Als der kaiserliche Wagen am Triumphbogen angelangt war, trat Oberbürgermeister Kirschner an den Wagen heran und hielt eine längere Ansprache, in der er den Kaiser Franz Josef namens der Berliner Bürgerschaft begrüßte. Als der Oberbürgermeister geendet, reichte ihm Kaiser Franz Josef die Hand und dankte ihm mit herzlichen Worten für den ihm von der Bürgerschaft bereiteten warmen Empfang. Nunmehr überreichte die Tochter des Oberbürgermeister- dem Kaiser Franz Josef einen Blumenstrauß. Die beiden Monarchen, die inzwischen den Wagen verlassen hatten, bestiegen denselben abermals, und setzten die Fahrt, durch die Linden nach dem königlichen Schloß fort, woselbst die Kaiserin, umgeben von den Prinzessinnen des königlichen Hauses, den hohen Gast begrüßte. Vorher hatte noch im Lustgarten ein Vorbeimarsch einiger Garde - Regimenter stattgefunden. Die Leibbatterie des 1. Garde-Feldartillerie-Regiments feuerte 101 Salutschüsse ab. Frankfurt a. M., 4. Mai. Rimsky-Korsakoffs dreiaktige Oper „Die Mainacht" wurde gestern abend hier vor dicht besetztem Hause zum erstenmale in Deutschland zur Aufführung gebracht. Trotz prächtiger Instrumentierung fand das Werk, welches an einem sehr langen und sehr ermüdenden Textbuch leidet, nur eine sehr laue Aufnahme. Wien, 4. Mai. Der Zar trifft, nach einer Blätter- Meldung, Mitte Juli in Wien ein, und wird drei Tage in Schönbrunn Aufenthalt nehmen. Das Schloßtheater wird gleichzeitig in Stand gesetzt und dort ein Thöatre pare stattfinden. Von Wien begiebt sich der Zar nach Paris zur Weltausstellung. (?) Sofia, 4. Mai. Die Bauern-Unruhen gegen die Regierungsbehörden führten im Dorfe Trestemib bei Rust- schuck zu ernsten Zusammenstößen mit dem Militär. Einige tausend mit Gewehren bewaffnete Bauern, die Tags zuvor die Polizei und Gendarmerie entwaffnet, mißhandelt und davongejagt hatten, leisteten auch den von Rustschuk heranrückenden zwei Kompagnieen Militär Widerstand. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verwundete, deren Zahl noch unbekannt ist. London, 4. Mai. Der Korrespondent des „Lloyd" in Manila telegraphiert über eine Meuterei, die an Bord des amerikanischen Dampfers Eskano ausgebrochen ist. Die Besatzung tötete den Kapitän, die Offiziere sowie den Rheder. Sie bohrten als- dann den Dampfer an, sodaß dieser sank. Der Vorfall ereignete sich an der Lydeküste. Die Matrosen zogen dann ins Innere. In dem W. Ullrich'scheu Laden, Schloßgaffe5, sind Gemüse- Konserve« zu ermäßigten Preisen zu haben. Auch wird das ganze Lager en bloc rbgegeben. 3286 Die Konkursverwaltuug. »L Schlachthaus. Freibank. 3190 Heute and morgen: SchseMch 50 Wg. SchminMch 40 Ufg. Zugjalousien Fabrikat Bayer & Leibfried, Eselingen a. N. 3277 Konstruktionen empfehle za Fabrikpreisen, Ernst Bhedtter. Kkklimsche Lebens-Dtlßchtruugs-Gesellschaft. gegründet 1836. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß wir unsere General- Agentur Frankfurt a. 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