1»OO $onner8fflg den ■>. Avril Zweites Matt «. 80 Amts- und Anzsigeblatt fite den Areis Gieren JScjuflsprtt* vierteljährl. fWf. 2,3* monatlich 75 Psß. mit Bringerlohn; durch die AbhalefteÜ'» viertcljährl. Mk. 1,S< monatlich 65 Pftz Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr» mit Bestellgeld ■UMfritien und Druckerei: K^erkstratze Ur. 7. »dreff« für Depeschen: Jtajdger chtehan. Fernsprecher Nr. 51. Alle Lnzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Äurlar.«« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger enlgeg» ZeilrnpreiS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pf, r-!4*< läßNch D, de« Bit scheuer pi»lft<»8f6ttrr »ld«n d»m Anznger WSachlrl urt „Hess. fcHimrr e. „Blatter Ac Ufl. Vvitskunde" ■ty:- iwd kigtltgL GrüÜ«ibeilask«: Gießener Familienblätter, Zer hestrsche Landwirt, Blätter für hestilcke NotKskMde.____________ Gießener Anzeiger General-Anzeiger ».!«>' «-'-'S'» »“ wc ^.*2 scheinenden Nummer bx4 Bonn. 10 W Wüsteruugen spätesten- efccwH vorher. Gefahr eines völligen Scheiterns der Konferenz überwunden. Die beiden wichtigsten Gegenforderungen Deutschlands, die weiterhin einstimmig bewilligt wurden, waren: 1) daß das sogenannte permanente Tribunal nicht als ein wirklicher, dauernder Gerichtshof eingerichtet werden, sviidern im wesentlichen nur eine dauernde Liste von S ch i e d s r i ch t e r n sern dürfe, aus denen eintretenden Falles das Schiedsgericht gebildet werden könne; 2) daß jeder obligatorische Charakter des Schiedsgerichts aus der Konvention beseit i q t werde. Auf dieser Grundlage erfolgte sodann riedlich und schiedlich in vollstem Einverständnis der Abschluß der ganzen Arbeit in Komitee, Kommission und also in der Kapkolonie kaum noch etwas zu verlieren. So begann benn um 18.36 der erste „Treck". Fritsch erzählt dann wie diese „Trecks" wiederholt lverden mußten, und ^ Gründung des Oranjefreistaates und der Transvaal- Republik führten. Aus be„ Oranjestaat hatten die Engländer bald nach seiner Gründung ihre Hand gelegt, da Berichte über den steigenden Wohlstand des Landes nach England gelangt waren und die Habsucht der dortigen Jingoes ge- reUt hatten, wogegen Transvaal, wo anscheinend nichts ru holen war in der Konvention von 18o2 seine völlige Selbständigkeit gewährleistet erhalten hatte. Bald darauf (1854) wurde auch der Besitz des Oranfestaates den Briten leid da dessen Reichtum doch nW ihren Erwartungen entsprochen hatte, und so „warf England das Land wieder von sich wie ein altes Kleidungsstück, das die Ausbesserung nickt mehr lohnt", und der Staat wurde wieder einmal unabhängig. Tas hinderte aber nicht, wie Fritsch fagt, daß als dort Diamanten entdeckt wurden, die ^stglauder ohne jeden Vorwand, lediglich gestützt auf das Recht des Stärkeren, 1871 die Tiamantfelder Wegnahmen und daß 1877 nachdem in Transvaal Gold gefunden war, durch einen frevelhaften Rechtsbruch die Konvention von 18o2 beseitigt und die Republik einverleibt wurde, „weil die Mehrzahl der Bevölkerung die Annexion wünsche" Die Frage nach der Art dieser „Bevölkerung" fuhrt Fritsch auf den Gegensatz zwischen den Farmern, d. th den Buren, und der eingewanderten buntscheckigen Bewohnerschaft der Städte, den Winkel- (d. h. Laden-) Inhabern, den Goldsuchern und Miuenarbeitern; er sagt: „Der unglückselige Unterschied zwischen Südafrika und anderen Ländern beruht darin, daß Farmhaus und Winkel sich rn völliger Absonderung voneinander hielten; deshalb hat es zur Bildung einer einheitlichen, von der gleichen Liebe I zum heimatlichen Boden beseelten Bevölkerung garnicht I kommen können. War der feindliche Gegensatz schon groß Konferenz." _____ Die Kriegsleitung der Buren hat sich nicht entschlossen, nach der Aufgabe der Belagerung von Ladi)- smith auch das nördliche Natal, wie ^eneralBuller wähnte, aufzugeben, und etwa unter Zurücklassung von einigen tausend Manu, die zur Verteidigung der yaupt- zuzugswegc nach Transvaal und dem O r a n j e ft a a t □erlügt haben würden, mit dem Gros der Transvaal-Streit- Mte zu dem Freistaatheere bei Kroonstad zu stoßen, son- a> dern sie hat nach tooonftab nur etwa bie HM- des Trans S vaal-Heeres abrückeu lassen und nut dem Rest von 12 000 I Mann und 16 Geschützen die Position der Biggarsbergc; - nördlich und nordöstlich von Ladysmith - besetzt Zwar berichten Deserteure, daß der Rückmarsch auf Larngv-Neck I besclstossen sei und es wurden bereits Frauen und Kinder nach Vrede im Freistaat und nach Transvaal zuruckgefandt. Allein die letztere Maßregel kann auch aus einen bevorstehenden ernsteren Kampf deuten, der um so wahrschein- | sicher scheint, da man auch engllscherielts das Vorgehen General BullerS in nächster Zeit erwarte!. Die Hauptzugänge zur Südostgrenze Transvaals bilden der 5575 englische Fuß hohe Paß von Laings-Neck, unweit des 6500 Fuß hohen, aus dem Kriege von 1881 bekannten, Amajnba-Berges; ferner die Wege von Bstgogo "nd New- Castle nach Volksrust und Wakkerstrom; die alte Poststraße von Quaggas-Neck nach Transvaal, heute nur noch Kaffern- pfad; der schwierige Gebirgsweg von Quaggav.nach Johannesburg und oie Staatsstraße über den Botha-Paß und Vrede, die von diesem Paß ab zum gewöhnlichen Gebirgsweg wird. Ta die Besetzung dieser Zugänge, sowie die gleichzeitige der weiter südlich gelegenen -"akcnsbeig- nasse des Botha-, Müller-, Brandon- und Bramho^Pafses, nebeiT der bereits erfolgten des de Beer-, van Reenen-, Tintwa- oder BezuidenWut- und Olivers-Hoe^Pasfts^ rn den Drakensbergen, die ohnehin Nicht beträchtlichen Streitkräfte der Transvaal-Armee noch mehr zerspittert haben würde, ohne dabei die Garantie zu bieten, daß Genera Buller nicht das Forcieren eines oder einiger derselben gelänge, und da die Verlegung der Nachschubs- und Verbindungslinie des Transvaal-Heeres mit der Heimat, auf die Balin Pretoria-Kroon'stad-Bloemsontem offenbar zuviel Schwierigkeiten bot, so scheint sich der Burenbefehlslfaber in Natal, General Louis Botha, der übrigens zum Vizepräsidenten der Republik ausersehen sein soll, entschlossen zu haben, mit der Besetzung der Position der Biggarsberge seine Streitkräfte in Natal mehr zusammen- und damit zugleich noch ein beträchtliches feindliches Gebiet besetzt zu halten, und dort wenigstens zum Teil auf Kosten des Feindes zu leben und die eigene Südostgrenze zu schützen. Tie Biggarsberg-Position besteht aus einem plateau- nrtiacn Bergzuge, der sich im Westen am Einschnitt be* Brandow-Passes beginnend, von den Drakensbergen iw östlicher Richtung überall in einer Höhe von 5000 englischem Fuß zum Thal des Buffalo-River und damit bis zur Greb des Zululandes erstreckt, und dessen steile Kuppen sichdurch- sckntttlich etwa 1000 Fuß über die Sohle der ihnen südlich vorgelagerten Thäler des Sunday-River, ^wsinga-Riverv । Steinkop-Spruits und des Waschbankflusses erheben. Na- I meutlick die Berggruppe des Hlatikulu- und ^zfmene-- Berges kann schon als durch ihre natürliche Beschaffenheit als fast uneinnehmbar gelten. Allein die Position der Biggarsberge hat bei ihrer Längenausdehnung von Nicht^weniger rau: 11 beut»|$en Meilen den empfindlichen Fehler, daß sie auf die Dauer I ,eaen einen geschickt geleiteten konzentrierten Anmarsch der 40 000 Mann, über welche General Buller verfugt, I in mehreren Kolonnen schwer zu halten ist. Drei tiefe und ziemlich schmale Thaleinschnitte der des I oberen Sunjday-River am Brandon-Paß und der eine» I Zuflusses des Umsinga-River von Road .^unction, sowie I her des Waschbankthals bilden die natürlichsten leichtesten I qu- und Uebergangswege über die Biggarsberge. Unter I ihnen ist der des Waschbankthals der passierbarste, und I östlich d esselben erstreckt sich eine schwer zu verteidigende 1 unübersichtliche Waldzone, sodaß schon General Joubert I sich veranlaßt sah, den linken Flügel seiner Verteidigungs I stellung auf 5450 Fuß hohe Erhebung des ^mpate-Berges, I eine deutsche Meile nordwestlich Dundees und auf den One T?ee Hill und die Höhe bei Glest-coe zu verlegen, und I damit den linken Flügel der Stellung hinter das Thal von Dundee-Glencoe zutückzubiegen. immerhin behalt I dabei die Verteidigungsstellung der Buren noch eine -ange I von neun deutschen Meilen. I Von den Buren besetzt sind auf den Biggarsbergen der Pongwenikop, der Hlatikiilu-Berg und der ^mpate- Berg, ferner Gibsons Farm und der Gandycleugh-Paß an I den Drakensbergen. Ein Lager von 3000 ^ann befindet I sich bei One Tree Hill am Road Junction-Paß, über den I die Staatsstraße von Ladysmith nach New-Castle fuhrt und ein ebenso starkes bei Glencoe, wo die Staatsstraße von I Ladysmith nach Dundee und von dort nach New-Castle und die Bahn von Ladysmith nach New-Castle un Laschbankthal die Biggarsberge durch,chneidet. Außerdem kleinere Lager über die Biggarsberge und bei Dundee ver- : streut. Eine dritte Staatsstraße, die von Pomeroy und Helpmakaar, führt direkt aus Duudee und die Po itwn de^ Fmpate-Berges, sodaß eine Umgehung der Stellung der Biggarsberge im Osten, es sei denn durch das ganz unwirtliche und unwegsame Zululand jenfeit^ des Buffalo- Feuilleton. Piosessor Gustav Fritsch «der Aü-asrika. Geheimrat Proscjsor Tr. Fritsch, der V^ser ber Werke ,Tie Eiugeboresten Südafrika» und „Drei ^ayre in Siibasrika" u„b einer ber kompetentesten Beurtei^ der Meui'cken und Dinge im Kaplande und in den Buren- republiken, hat aus Aulaß. des Krieges jetzt in bekannten geographischen Zeitschrift „Globus" eine- Rnhe von: Artikeln veröffentlicht, die uns em historisch wohl begründetes Bild von den Verhältnissen geben die zu dem Rmgen des tapferen Burenvolkes um ferne Freiheit und der letzten großen Vergewaltigungsaktion der Briten geführt haben, wir heben einzelnes daraus hervor. " Fritsch zeigt zunächst, daß das Verhalten der Engländer den Buren wie überhaupt den holländischen Afrikanern oeaenüber von jeher vor den einfachsten Forderungen der Nchlichkeit und Gerechtigkeit nicht hat bestehen können, s&te ■sm» «»- ihren englischen „Beschützern" zu entgehen. Und warum waren iene so undankbar" und so „unverständig",, ihre mit blutigem Schweiß erworbene und ausgebaute heimatliche Scholle aufzugeben und hinauszugehen in die heulende Wildnis? M- Buren hotten begründete.V°r°nlassung dazu: Sie wurden betrogen um die seierlich versprochene Eiitschädigustg für die Freigabe ihrer J U J Sidi ickußlos den Anäruffen der von den Briten protegierirn ÄS ausgesetzt und wurden von den oon englischen sogenannten PhilanA)ropen aufgeh tz * f ., Sotten in einem blutigen Ausstande bedroht s h nemm als die Häuptstapelartikel Wolle, Felle und Vieh waren, so wurde er riesengroß, als die Entdeckung Abbauwürdiger Goldminen in Transvaal scharen beutegieriger Goldsi'icher nach dem Lande brachte,, und die gewalfiige Minenindustrie von Johannesburg sich gleichsam über Nacht entwickelte. Was gi n g dies eLeut^.Südafrika an! Reich werden wollten sie, und zwar möglichst scknell, daher vereinigten sich ihre Interessen ganz svlidari,ch mit den der vornehmen Kapitalisten in England, die von ihren Minenpapapieren hohe Dividenden sehen wollten. Diese Minenarbeiter und Shopkeeper von Johannesburg, das war die „Mehrzahl der Bevölkerung"'." Es erübrigt sich, auf die Ereignisse der letzten beiden Jahrzehnte einzugehen, sie bewegen sich olle im gleichen Geleise bis auf die von einer widerlichen, heuchlerischen Begehrlichkeit geleiteten Verhandlungen vor, Ausbrucy de» setzchen Krieges; Fritsch kennzeichnet sie treffend, wenn er agt9 „Das frivole Feilschen Englands um die Bedingungen der Erlangung des Bürgerrechts für ferne ©taat»* angehörigen in Transvaal ist ja nur em lerer Vorwand, um die eingeborene Bevölkerung moglichst fchnell nieder- zustimmen,'so Fänge daran festgehalteu wird, daß die Personen, die so sehr darauf bringe», bas Bürgerrecht m Transvaal zu erringen, gar nicht baran benken, ihr englisches Bürgerrecht aufzugeben." So ist es dahin gekommen, daß die rot umTorniiertciT Schergen der englischen Regierung den Kolonisten das a n meisten verhaßte Geschlecht nnf ^den geworden suib. blieb der Bur eben ein Bur und fah l^^ve Rettung, s seine Kräste reichten, nur im Bestreben der Gewa t m t Gewalt zu begegnen. Und die weißen Afrikaner: der ye Uakn K-chkolouie, deren Schwert nun btc Sum. ber betbin Republiken geworden sind, empfmden c^ech . fagt ersten Eindringen ^er Giiglanber T Heimat- Fritsch weiter, „bis auf beu heutigen -rag yai ; I>I!«III>I«IA > I»«WlsltTirp———....... Politische Tagesschau. Einer ber beutschen Delegierten zur Haager Konferenz, der Königsberger Rechtslehrer Philipp Zorn, mebt lischst wertvolle Ausschlüsse über die Völkerrecht- Heben Ergebnisse der Haager Konferenz.Von den Mitteilungen Zorns srnd diejenigen bewnders interessant, die sich auf das Kompromiß betreffs be* oatorischen Schiedsgerichts beziehen. Bekanntlich war die Einrichtung eines permanenten Schiedsgerichts- bofes nicht im russischen Entwürfe vorgesehen, fonberu vom britischen Botschafter Pauncefote vorgeschlagen worden. Der Gebanke würbe darauf m nicht weniger als drei Vorlagen, einer englischen, emer russischen und einer amerikanischen, formuliert. In dem vorberatenden Komitee waren sieben Großmächte und drei Mittelltaaten vertreten, Z 0ro6nlä^^tc unb bic drei Mittelstaaten waren von wnitjeiein jiir den Gedanlen des permanenten Tribunals jestgelegt. Was die übrigen Großmächte «nlangt^.jenahm ber Vertreter Ocsterrcichcklngarns, mit allem Vorbehalt für seine Regierung, das permanente Tribunal an, Frant- reich trat im weitesten Umfange auf den Standpunkt der vier Großmächte, nur Deutschland allem lehnte den Plan Sir Panncefotes ab. Maßgebend für diese Haltung Deutschlands waren die Traditionen der Bismarck fchen Politik, bie Zorn folgendermaßen umschreibt : . „Eine klare, sichere, feste, ruhige Politik, die m sorgsamster Erwägung der eigenen Staatsinteressen und ber gebotenen allgemeinen unb besonberen internationalen Rücksichten voranschreitet, ebenso entfernt von thatloser Apathie, wie von verwirrenben Jntriguen unb Abenteuern, bedarf derartiger besonderer Mittel nicht fon- bern weiß sich am besten geborgen m ber Arbeit bet eigenen Staatsmänner unb ber eigenen Diplomatie, nut Don sich und mit sich erroagenb, ob etraa m einem einzelnen Falle bas außerorbentliche Hilfsmittel ernes Schiebsrichters ober Schiebsgerichtes bem gewissenhaft erwogenen Staatsinteresse entspreche " , Demgemäß lehnte Deutschlcrnb bas Profekt Paunce- fotes unter Anerkennung des Gedankens, auf ^n eine reifere Zukunft wohl zurückkommen werde, ab. Aus oer Verhandlung ergab sich, wie Zorn kservorhebt, fedensaUs eines zur Evidenz: man wollte, weim irgend möglich, - und M^°d°mitH^r weiteren Mitarbeit an dieser Frage aus oder Deutschland schloß sich dem Gedanken an und stellte dafür seine Gegenforderungen. Nach .langen, ernsten Ei-wagungen wurde der zweite Weg beschritten und damit deutscherseits ein Abschluß, der Arbeiten der dritten Kommission wohl überhaupt ermöglicht. Dankbar wurde allerseits dieses E n t g c g e ii k o m m e u D e u t s ch la n d s gewürdigt und damit war die eine zeitlang ernstlich drohende River, ausgeschlossen ist. Im Westen aber lehnt sich die Stellung der Biggarsberge an die vier von den Buren besetzten und befestigten Pässe der Drakensberge und zwar den Van Reenens-Paß, die Hauptposition mit vier Geschützen, de Beers-Paß ein schweres Geschütz, Tintwa-Paß zwei Geschütze «u-nd Olivers Hoek an. Vorgeschobene Posten der Buren stehen bei Waschbank und Meran, ihre Patrouillen gehen bis Wessels-Reck. Auf dem östlichen Flügel stehen auf der Zululandseite 300 Buren mit zwei Geschützen. * 1 Die einzelnen mit einer doppelten Reihe von Schützengräben befestigten Berg- Positionen von einer Höhe von 5800—6000 Fuß sind außerordentlich stark und nur unter großen Opfern zu nehmen, aber die große Ausdehnung der Gesamtstellung macht es andererseits wieder einem geschickt geleiteten konzentrierten Aiigriff von 30 bis 40 000 Mann in mehreren Kolonnen schließlich nicht allzuschwer, diese lange Verteidigungslinie, die sich durch diejenige der Drakensberge von Candycleugh bis Olivers- hoek noch um 12 deutsche Meilen erweitert und somit 21 deutsche Meilen beträgt, zu überwältigen. Vielleicht beginnt sich diese Auffassung bei den Buren auch Bahn zu brechen, da Deserteure melden, sie wollten mit ihren Geschützen und Vorräten nach Laings-Neck ziehen und Hütten bereits Wagen zur Abholung des Kommandos von Help- makaar entsandt. 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Allein-Vertrieb für das Grossherzogtum Hessen Brühl’sche Univ.-Buch- und Steindruckerei, Giessen. Das Ehepaar Gönczi vor den Geschworenen. Berlin, 3. April. Heute erschien im großen Schwurgerichtssasle ein kleiner, zierlicher Mann im schwarzen, etwas altfränkischen Gehrock, das nicht uninteressante Gesicht von einem stattlichen, grauen Vollbart umrahmt mit vollem, lockigem Haupthaar. Von irgend welchen Leiden der Untersuchungshaft war diesem beweglichen Manne mit den listigen Wieselaugen nichts anzumerken. Er grüßte zierlich die Anwesenden und schlüpfte dann gewandt in die Anklagebank. Dann schweifte sein irrendes, unstätes Auge durch den Saal, es überflog die Reihen der Zuhörer, er schien jemand zu suchen. Hinter einem Pfeiler versteckt, saß zusammengebrochen, zitternd die Frau des Hauptangeklagten — ein Bild des Jammers und des Elends; mit dem blauen Tuch der Untersuchungsgefangenen trocknete sie die fieberheiße Stirn, liche Kolouialamt niemals eine Verständigung mit den weißen Afrikanern, die ja für sie gar nicht vorhanden waren, ernstlich und konsequent angestrebt. Daher giebt es noch heutigen Tages Bauernkriege in Südafrika". — Und dieser Haß, diese Abneigung ist eine gegenseitige: „Der Bur ist ja nun einmal zurzeit der Schwarze Mann, der sich den Engländern in so wenig angenehmer Weise ins Stammbuch geschrieben hat, daß sie ihm jede Schandthat zutrauen, nachdem er ja die größtmögliche schon hinter sich hat, nämlich: den englischen Uebermut gründlich ge- demütigt zu haben". Fritsch entwirft im Anschluß daran eine Schilderung, der Buren, die fern von jeder Schönfärberei ist und auch nicht verschweigt, daß der Bur, einmal schwer gereizt, oft einen gewissen Hang zur Grausamkeit gezeigt hat; aber die Engländer, die Heloen des Lyddits und der Dumdumgeschosse, haben die geringste Veranlassung, davon viel Aufhebens zu machen, und Fritsch erinnert mit Recht an die Brutalitäten der Briten im Kriege gegen die Bergvölker Indiens, gegen die Mahdisten und in Südafrika gegen die Buren selbst — seit dem entsetzlichen Tage von .Slagters Reck! Es erscheint nützlich, dieses Vorganges mit ein paar Worten zu gedenken; denn mit ihm begann das Vorgehen bet Engländer gegen die Buren: Durch einen offenbaren Rechtsbruch in den Besitz der Kapkolonie gekommen, benutzten die Briten schon 1816 die erzwungenen Besitztitel, um eine Anzahl widerstrebender Farmer, die für das Handelsgeschäft des Pariser Friedens nicht gleich das volle Verständnis fassen konnten, als Rebellen hinzurichten. Roch heute ist der Tag der Exekution unvergessen. Im Beisein ihrer Frauen und Kinder sollten die Armen gehenkt werden. Unter der Last der zuckenden Körper brach der Galgen und sie fielen herunter, und zum zweiten Male wurde an den Unglücklichen die Prozedur ein Gerichtsdiener flößte ihr fast mit Gewalt einen stärkenden Trank ein. Ihr sah man wohl die überstandene Angst, alle die Seelenqualen der letzten Jahre an. Der Gerichts diener mußte sie stützen — über das Gesicht der Hauptangeklagten zuckte etwas wie tiefe innere Bewegung, als er fitn Weib erblickte, sie aber schenkte ihm keinen Blick, wie geistesabwesend starrten ihre Augen ins Leere, scheu nahm sie in der entgegengesetzten Ecke der Anklagebank Platz und an ihrem mageren Hals, der alle Sehnen und Muskeln erkennen läßt, sah man ihr nervöses Schlucken. Gönczi hat ein abenteuerliches Leben hinter sich und hat in seiner Heimat bereits mit dem Zuchthause Bekanntschaft gemacht. Er ist nämlich vom österreichischen Militär desertiert und später wegen. Betruges und Diebstahls mit schwerem Kecker bestraft. ES war zunächst nur ein leichtes Geplänkel, das Gönczi bei der Feststellung seiner Personalien zu bestehen hatte — man konnte aber aus der Entschlossenheit und Schnelligkeit seiner Antworten erkennen, daß Gönczi seinen Plan fertig hat und daß er gewillt ist, diesen Plan um jeden Preis durchzuführen. Mit gespanntester Aufmerksamkeit verfolgt er die Aussagen seiner Frau. Die Frau erzählt mit schwacher Stimme und weinerlichem Ton die Vorgänge. Nach dem Anklagebeschluß werden beide Angeklagte beschuldigt, im August 1897 gemeinschaftlich die im Hause Königgrätzer Straße 35 wohnende, im Jahre 1823 geborene Witwe Auguste Schultze, geb. Lutz, und deren im Jahre 1841 geborene Stieftochter Clara ermordet und gleichzeitig einen schweren Raub begangen zu haben. Frau Gönczi war ihrem Manne behilflich, die schweren Kisten, welche die Leichen der beiden ermordeten Frauen enthielten, in den Keller zu schieben, sie schien damals wirklich keine Kenntnis von dem grausigen Inhalt gehabt zu haben. Als sie dann erzählt, wie ihr wenige Tage nach dem Morde ihr Mann die Mitteilung machte, daß sie plötzlich abreisen müßten, weil „die die beiden Frauen umgebracht hätten", da feuchten sich die Augen GöncziS, und er fährt nervös mehreremale mit der Hand über das Gesicht. Um den „großen Unbekannten" dreht sich der erste dramatisch angehauchte Zwischenfall in diesem Mordprozeß. ES ist ein Weinhändler Loewy, den die Frau Gönczi aber niemals in ihrem Leben gesehen haben will. Mit außerordentlicher Zungenfertigkeit versucht Gönczi eine Begegnung mit Loewy zu suggerieren — die Frau aber, die es vermeidet, ihren Mann überhaupt anzusehen, bleibt verzweifelt bei ihrer Aussage. Der Offizialverteidiger GöncziS, Rechts« anwalt Dr. Fränkel, macht einen Versuch, Gönczi zu einem Geständnis zu bewegen. Die Geschmeidigkeit des Hauptangeklagten ist, als ihn der Vorsitzende mit dem „großen Unbekannten" in die Enge treibt, bewunderungswürdig. Allerdings verwickelt er sich in einzelne Widersprüche, er bringt neue Thatsachen vor, von denen er bisher nichts gesagt hatte, aber er verteidigt seinen Kopf mit einer Zähigkeit, die darauf schließen läßt, daß er sich vorläufig noch nicht verloren giebt. Während dieser Verhandlung sitzt Frau Gönczi apathisch da, nur als ihr Mann den Nachweis zu führen schien, daß er in der fraglichen Zeit garnicht in der Königgrätzer Straße war — da wandte sie sich hastig um, und schüttelte energisch den Kopf. Wie ein Kapitel aus einem Ritterroman wirkte die groteske Erzählung GöncziS von dem Morde selbst. Es tritt ein Fräulein Emma, eine „Rentiersfrau", wie sie Gönczi nennt, auf, und bei einem Gelage in dem Hinterstübchen in der Königgrätzer Straße soll der Mord durch Loewy verübt worden sein. Selbst GöncziS Thränen, die er leidenschaftlich fließen läßt, machen die Geschichte nicht glaubhafter. Staatsanwalt Plaschke erhebt sich und sieht den kleinen, heftig gestikulierenden Mann auf der Anklagebank mit eiserner Ruhe an, die Fragestellung des Präsidenten nimmt eine leicht ironische Färbung an. Und immer und immer wieder konstatiert der Vorsitzende, daß Gönczi heute jeden Augenblick neue Thatsachen vorbringt, von denen er während der ganzen Voruntersuchung kein Wort gesagt hatte. Frau Gönczi aber begleitet mit leisem Schluchzen und hartnäckigem Kopfschütteln die phantasie- vollen Ausführungen ihres Mannes. . . . Gönczi erzählt: Am Samstag vor dem Morde sei er schon um 8 Uhr morgens in der Königgrätzer Straße gewesen. Er habe die alte Frau Schultze fragen wollen, ob sie etwas vermietet habe. Er habe dann für die alte Frau einen Gang nach der Gasanstalt gemacht. Als er zurückgekommen, sei er zum Schankwirt Hinz hineingegangen und habe von diesem den Auftrag bekommen, der alten Schultze vorzustellcn, daß sie bei Hinz neue Tapeten anmachen taffen müffe. Da habe die alte Frau ihm erwidert: Ich bin eine bekannte Frau, ich bin eine böse und geizige Frau, aber wenn dieser Mörder auszieht, dann gebe ich ihm noch Geld dazu. Er habe darauf gefragt, warum sie denn so böse sei, und sie habe geantwortet: Meine Tochter hat ein Liebesverhältnis, von dem ich nichts wissen wollte, aber Hinz tyu das Liebesverhältnis dadurch unterstützt, daß er sein eigenes Zimmer den beiden zur Verfügung gestellt. — Präs.: Das ist doch kein Grund, um jemand „Mörder" zu nennen. — Ange kl.: Er soll die Alte aber bedroht haben, daß er sie totschlagen würde. — Präs.: Haben Sie denn nun dem Hinz gesagt, was Frau Schultze über ihn geäußert? — Ange kl.: Ja wohl! Hinz hat gesagt: „Ausziehen? Nicht in die Hand! Das Vergnügen mache ich der alten Hexe nicht, erst ärgere ich sie noch, und wenn ich sie erwische, dann reiße ich ihr die Beine auseinander." Der Angeklagte behauptet ferner, daß er die Schlüssel zu der Wohnung der Frau Schultze schon lange gehabt habe, weil er verschiedene Male recht lange an ihre Thür habe pochen müssen, ohne Eintritt zu erlangen. Die beiden Kisten, die er in den Keller geschafft habe, seien Kisten mit Wein gewesen, die für Loewy angekommen seien. Ebenso seien andere Kisten mit Wein mehreremale für Loewy angekommen. Nach längeren Verhandlungen erklärte der Staatsanwalt, er sei immer der Ansicht gewesen, daß an dem Morde auch eine andere Persönlichkeit beteiligt sei. ES sei nicht die Absicht Gönczis gewesen, plötzlich von Berlin abzurcisen, sondern er sei dadurch durch äußere Einwirkungen veranlaßt worden. Diese Erklärung rief im Gerichtssaal große Sensation hervor. (Forts, f.) Lokales und Provinzielles. (Akronyme Einsendungen, gleichviel welche« JnhoUe», werden grundsätzlich nicht ausgenommen.) Gießen, 4. April 1900. ** Geschicht-kalender. (Nachdruck verboten.) Vor bl Jahren, am 5. April 1849, fochten die deutschen Truppen siegreich gegen die Dänen. Im Hafen von Eckernförde wurde dmch Sirandbattertkn das dänische Linienschiff „Christian VIII." in den Grund geschossen , die stolze Fregatte .Gefion" durch Vernichtung ihre« Steuerruders zur Ergebung gezwungen und die deutsche Flagge aus ders.lbm gehißt. •* Personaluachrichten. Der Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Offenbach Professor Wilhelm Prosch ist auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April in den Ruhestand versetzt, und es ist ihm die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen worden. — Dem Militäranwärter, Zahlmeister-Aspirant Erich K alkho f in Darmstadt wurde probeweise die Stelle eines Registrators am Landgericht der Provinz Starkenburg übertragen. •• Der Arbeiterzug Gießen-Gruuberg fährt vom 2. April folgendermaßen: Grünberg ab: 4** vorm. Gießen ab: 738 nachm. Gießen an: 582 „ Grünberg an: 8ai „ Ueber den Geschäfts- und Personenverkehr auf der Bürgermeisterei Gießen im Jahre 1898/99 entnehmen wir dem Verwaltungsbericht dieser Behörde folgendes: Das Geschäftsjournal für die Einläufe bei der Bürgermeisterei, dem Standesamt, der Armendeputation, dem Gewerbegericht und dem Arbeitsnachweis weist 14953 Nummern auf gegen 13247 im Vorjahre. Nach den an monatlich zwei Tagen vorgenommenen Zählungen betrug der durchschnittliche Personenverkehr auf den Bureaus täglich: auf der Bürgermeisterei 60 Personen, auf dem Standesamt des Hängens, diesmal mit besserem Erfolge, vollzogen, nachdem man das Gerüst wieder aufgerichtet hatte. Britische Menschlichkeit! Es hat sich Gelegenheit zur Vergeltung übergenug geboten, aber — bedauerlicherweise — haben die Buren sich im allgemeinen stets großer loyaler Mäßigung befleißigt: „Hätte die Transvaalregierung Ja- meson und Konsorten als bewaffnete Straßenräuber, die sie ja waren, kurzer Hand an Ort und Stelle vor ein Kriegsgericht gestellt und erschossen, es wäre besser für das Land gewesen; vielleicht wäre dadurch der jetzige Krieg verhindert worden". Fritsch kennzeichnet dann die Beweggründe und den Charakter Chamberlains und beleuchtet das Ziel Englands; er sagt: „Das ganze bisherige Schreien der englischen Jingopartei nach Reformen ist ganz ersichtlich nur zu dem Zwecke in Szene gesetzt, Reformen zu verhindern und die Burenregierung durch das beständige Drangsalieren schließlich unmöglichen Verhältnissen gegenüberzustellen (ist inzwischen geschehen); denn zu Reformen gehört doch an erster Stelle Geduld und Ruhe, welche die englrsckse Regierung den rücksichtslos verfolgten Afrikanern niemals gelassen hat und niemals lassen nnrd. . . aber freilich die Unabhängigkeit der südafrikanischen Staaten und die Selbstverwaltung war stets die erste Nummer in dem Programm, und aus diesem Gründe allein für John Bull ein roter Lappen". Tas Ziel Englands ist, „jede felbftänbige politische Gemeinschaft in Südafrika und Zentralafrika bts hinauf nach Aegypten zu unterdrücken und womöglich aus g a n z A f r i k a e i n e e n g l i s ch e P r o v i n z z u m a ch e n, mit allen Mitteln, selbst den unerlaubtesten". — Diese Anschauung wird wohl auch so ziemlich überall in der Welt geteilt. — Aus der Poesie der Modernen geben wir flogende Proben wieder. Robert Reß dichtet: Unersättliche Kiefer mahlen. Winzige Augen stechen giftgrün tnS Dunkel. Tausende von leichenfahlen Gliedern setzm immerfort neue an. Das Schwänzende fault. Ab und zu, maisch geworden, Klackt ein Stück 'runter. Verpestet den Sternenäther. Ein anderer Poet, Ludwig Reinhard, läßt sich also vernehmen: Ein stiller Tag gleitet über meine Welt. Durchs Fenster gegenüber seh ich in den Neubau mit den nassen Wänden. U.ber alle Sch-tben ist dick ein weißes 8 geschmiert. Dann denke ich an meine Ktnderzcit. Wo ich noch nicht wußte, daß ich ein Mensch werden sollte. Zum Schluß noch eine Probe von Arno Holz: Mein Schläfchen Sonntags, wenn eS zu Mittag Nelson KotelettS, Karpfen in Bier, oder vielleicht gar eine Gans gegeben, erledige ich auf einem blauen grüngestreisten Biedermannsjopha, über dem an einer gelben U vätertapete ein Stich von Chodowtecki hängt; und auf meinem Vertikow zwischen zwei Sträußen aus Zittergras paradiert eine blanke, mit bunten Blumen bemalte P.rzellankuh, die, während ich schnarche, gemolken wird. aus b* 2! E°ZM'idi 63 sh AM' old I**« Xi O 'w «* alie ^ nftian üb Jvtech" M © WM 7 " t ; JL Mtglikderzahl.. M bet MWt !,.Uba bd^em g!.ün W. * 6tWl-51; T-rilrag aus UnMl» Ibelcn Lehrers Mellt worben, mau schritte gelhau wer herzu zu eüuMU. HM tM H SivÄ ru ' ttnßalt und die totyigung gest- ' Breslau, her Riesenbau! Begräbnis seiner ? Schneelawine i * Paris, 2. ud) an ben Saran Welnh ■elephoa 46 8FiirD5(M ö' Resfa —^Pkrjersag . Äpfl "Mwicoeen 1 ^wetschei Gemisch hochfeine Pfund . Npis 'Mw»« *Wnb 40 ( Äeder ar/ ^8 (Cervelat -fckste Gothser, ha m«, einMt Emil Fist Vorzügli deutscher i Kog ärztlich die Flasche vt Vln gut gelag stets vc .Nutr'n«? i u- Hüb dir och. und toenag !e Beine an ferner, daß trh chuitze schon!ü) lange an $ i# erlangen. E ^be, seien men seien, gw >le für Loeivy u ^7« *□' * ‘4*»: !Ä 1 QI1D,otnS S chol «oäJ fr denn ? ,et h°t ein f £'aMii nö& daß tt , ^un9 gestellt.. ffQnbÄ lt5 ober btk Habenk, -chultze üb« $ lüe der Staslz fen, daß an d« olichkeit btlfii O, gewesen,^ sei dadurch Diese 6i&_- rvor. W v UN fytWM, wow.) tyril 1900. I $or5l3ti)w, üwtWa vM Vt ä) ^tm'bbalUxiii n btn <8x\mb » DnMMtz tyA btutW HlM ti n btm dyMfim Fürsten- und Herzogskronen vom allen Kontinent zu beziehen pflegen. mittle ich Ihnen hiermit den Ausdruck meiner Verachtung; Alfons v. Rothschild, einen Brief gerichtet: Robert von Rothschild hat mich in einem Briefe, der teilweise auch im Figaro veröffentlicht ist, aufs schtverste beleidigt und beschimpft. Ich kann ihm keine Zeugen senden, bevor er 21 Jahre alt ist, aber ich kann so lange eine Beleidigung „Henneberg-Seide“ — nur echt, wenn direkt von mir bezogen — schwarz, weiß und farbig, von 75 Pfg. bis Ml. 18,65 per Meter. An jedermann franko und verzollt ins Haus. Muster umgehend. . G. Henneberg, Seiden-Fabrikant (k.». k. Hell.) Zurich. Vermischtes. * Breslau, 3. April. Der langjährige Wächter der Riesenbaude ist am Samstag, als er von dem Begräbnis seiner Frau aus Aupa zurückkehrte, durch eine Scbneclawine im Riesengrunde verschüttet worden. * Paris, 2. April. Die Affaire Lubersac- 'Rothschild zieht weitere Kreise. Lubersac hat nunmehr auch an den Baron Eduard Rothschild, Sohn des Barons Xontaiidcii-Attzige Markus Bauer, Kirchenplatz II. .qlitbet zählte. . . . * Grüuberg. 3. April. Im Gemeinderat wox der «mraq auf Anstellung eines zweiten akademisch gebildeten Lehrers an der hiesigen Höheren Bürgerschule grstellt worden, man beschloß, daß beim Großh. Minchenum dritte gethan werden sollen, um eine staatliche Beihilfe hierzu zu erlangen. Zweck des Antrags ist, den Schulern der Anstalt eine Ausbildung zu ermöglichen, die ihnen den Eintritt in die entsprechende Klasse einer höheren Lehranstalt und die Erwerbung der Einjährig - Freiwilligen- Berechtigung gestattet. Eduard v. Rothschild dem Grafen heute seine Zeugen zuschicken wird. Auch Michel v. Ephrussi habe Lubersac seine Zeugen gesandt, da er sich durch eine Stelle in dessen erstem Brief an Robert v. Rothschild getroffen erachte. Lubersac hat mit seiner Vertretung den Prinzen Louis Murat und den Marquis Vibray bezeichnet. Endlich hat auch einer der Rothschildschen Zeugen, M. de Saint-Alary, infolge der Affaire dem Automobilgrafen de Dion seine Zeugen geschickt. Für ängstliche Gemüter sei bemerkt, daß trotz alles Geschreies und Äartelltragens die jungen Aristokraten sich voraussichtlich nichts zuleide thun werden. ♦ Die goldene Amerikanerin. Man schreibt aus Newyork: Eins der originellsten Schaustücke der glücklich vollendet wurde. Es ist dies eine sechs Fuß hohe und 712 Pfund schwere Statue ans purem Golde, welche die hiesige Bildhauerin Bessre Potter nach dem Modelle der Schauspielerin Maud Adams verfertigt hat. ^m.Vorjahre wurde etue eigene Aktiengesellschaft, die „Amenkan Gold Statue Co." zu dem speziellen Zwecke gegründet, diese größte und kostbarste bekannte Goldstatue für Paris fertig zu stellen. Einem Künstlerkomitee blieb es Vorbehalten, die Entscheidung über das geeignetste Modell zu Men, als das einstimmig Maud AdamS erwählchvurde. BrS zu dieser Entscheidung hatte diese Schönheits-Jury einen sehr harten Stands Kem Mittel blieb unversucht, um diese oder jene ©o)one durch- zusetzen. Damen der besten Ganz- und Halbwelt wett- weiferten um die Zulassung als Modell, eine ging so weit 25 000 Dollars für die Begünstigung ihrer Person zu bieten. Doch in dieser Frage der Schönheit wenigstens blieben die Richter unbestechlich. So ^ht denn Maud Adams als die goldene Amerikanerin nach Pans hinüber. Die Ausführung der Statue ist sehr originell Die schone Maud ist in einer einfachen Sommertoilette dargestellt, die am Hals und an der Brust reich mit Spitzen besetzt ist. Das Haar ist unmutig und rückwärts gekämmt. Die Arme hängen leicht am Körper herab, die ganze Pose ist die eines graziösen Vorwärtsgehens. Der Goldwert der Flgur beträgt 187,000 Dollars, drei Männer werden das kostbare Stück auf der Reise nach Paris behüten. Die: Transvort- nnd Versicherungskosten belaufen sich auf ca. 12,000 Dollars. Jedenfalls ist die Idee und ihre gelungene Ausführung sehr geeignet, als wirksamstes Reklamemittel für jene goldenen I Amerikanerinnen zu dienen, welche ihren Bedarf an Grafen-, Arbeiterbewegung. «Ulda, 3. April. Eine Maurerversammlung hat hier beschlossen, daß, wenn von den Arbeitgebern die Forderungen der Maurer nicht genehmigt werden, in aller Kürze d'e Arbett nxede gelegt werde. Die Antrüge des Arbeitgeberverbandes, daß die Arbeiter mit ihren Parlieren verhandeln sollten und daß eine ^ohnerhdh 8 2 Pfg pro Stunde eintreten soll, wurden verworfen und dxe ang-bNch in einer Versammlung der Arbeitgeber gefallene Aeußcrung, dxe Der- bandsmitglieder seien sämtlich Sozialdemokraten, mit aller Enischxeden- $ett ru^ckgewiesen.^l ^urch die von einigen Meistern geübte Nach- aiebiakeit bat der Tüncherausstand von neuem begonnen. Die noch nichtzu der Arbeit zurückgekehrten Gesellen haben nut 202 gegen 4 Stimmen beschlossen, im Streik weiter zu verharren.------- Kunst und Wissenschaft. Südvolarforschu^ Der Direktor der Hamburger halten, daß der norwegische Südpolarforscher Bo au8 auf seeland angelangt sei. Borchgrevink war Breite vorge- S B°s lächen Journalisten Georg Newnes erhielt er die Mittel f norwegi- Expedition, die, wohl ausgerüstet, am 23. August 1898 s schen Walfänger „Southern Croß" Stockholm "Ersteh. Fü cr» führten wurden 80 sibirische Hunde mitgebracht. Die fFahrt g nach Hobart in Tasmanien, von da am 19 Dezember 189 Eismeer. Am 28. Februar 1899 verließen Borchgrevink und zehn Männer nebst einer Meute von Hunden das Kap Andare, von einem halben Jahrhundert James Roß nach Süden gedrungen wa^, ohne jedoch Land zu erreichen. Das Schift wandte sich nach Reuf zurück, wo es repariert worden ist und Proviant genommen b , bann im letzten Herbst wieder die Expedition zu holen. Das erstem ist also eine Expedition auf dem antarktischen Kontinente einen Wu lang geblieben. Wahrscheinlich ist die Expedition bis zu den grotzen Vulkanen gedrungen (Exebres und Terrosberg), die Roß einmal übe den Eiswüsten in der Ferne sah. t Lich 3 April. Der OrtSgewerbeverein Lich ftieit am Sonntag im Kloster Arnsburg eine Versammlung Handwerksmeister derUmgegenda^NahezuoOHan^ . Weltausstellung wird zweifellos die „goldene mcker waren dazu erschienen. Nachdem Glchrmeister £ bilden, deren Guß in den letzten Tagen Scherfs, Vorsitzender des Vereins, die Versammlung ve- i - - - - <*••* orilfit hatte, hielt Lehrer Alt einen Vortrag über die Lage des Handwerks und den Bildungsgang des jungen Handwerkers. betonte die Wichtigkeit des Zusammenschlusses der Hand- n^ksmeister in Ortsgewerbevereinen zur Wahrung der Interessen dcs Standes. Durch diese Ausführungen be- mgt, traten 19 neue Mitglieder dem Verein bei, o daß dessen Mitgliederzahl jetzt fast 100 beträgt, — ein schöner Sxsolg der Thätigkeit des jetzigen Vorsitzenden und Bor- siandes, da bei ihrem Amtsantritt der Verein nur 23 Mtt- - Personen, auf dem Armenamt 25 Personen, auf dem für JnvaliditätS- und Altersversicherung und dem MiattSnachweis 63 Personen, auf dem ^er^gench 7 wsgts-m. 172 Sperfortet. 9=9 g" crbulben;unb ba id) Sie aü Wc‘ h,r Umwandlung des vorderen Trieb das verantwortliche Familienoberhaupt betrachte, über- xie betten an ber U i» B d^chschneidenden mittle ich Ihnen hiermit den Ausdruck meiner Verachtung; SS. KL!».»«.» » ........................-............ aifena8,iC,k=I^#«uti=run88atbeite. am «Wen W ... O in dem unteren Hallenbau in einem IM Mauer- nt rf^rtra für diesen Zweck ausgebauten Raum eine wunder- “o gl o?mt“ alte Tasse gefunben. di- Herr Ratsb.ener Ochs an sich nahm, um sie dem Museum des Oberhessischen EächichtSvereinS zu überweisen. in 8 Ostereier«. Osterhasen bei Chokoladenhaus l/HVIkUldUCliUclUS y* < I. Bahnhofstr. 23. €1 i C S S e ü. >> Kreuzplatz 15. * Bß 2500 Dachfalzziegel 2565 Comptoir: Lahnftratze 11 Lahn-San- Cervelat wurst felnfte Gothaer, haltbare Winter- wote, empfiehlt 2312 Emil Fischbach. Lagerplatz: Rodberg. Lahn-Kies bttnw ßlbev j dichlrf. Duvül. illrdiw n. ll. ldev, Dampfbaggerei Conr. Rübsamen, Gießen Grösste Auswahl — nur preiswerte essbare Sachen Jagdfchlötzchen Dutenhofen tikgl. lahnhrihte n Kackßsihk. (itmptchliiimeii W'äsch® jtbet Art, nach Maß und Angabe, -liefert m kürzester Zeit M. Kann Z LAsßtuer- nah Sktteugkschaft Lsltersweg 22 und Kirchenplatz 8. Vorhänge großer Auswahl empfiehlt billigst M. Kann Z Garten Sand. 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