•MM Donnerstag den 5 April 1$M>O Erstes Blatt. Amts- utti1 Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. 1. 'N 2. 3. Der Krieg in Südafrika it K). ZLctugsprcl» »ierlrijährl. Mk monatlich 75 Psg. mit Bringerlohnr durch dir Abholeftel« vierteljährl. Mk. 1FU monatlich 66 PI4. Sri Postbezug Mk. 2,40 vierleitLH» mit Bestellgeld. Lü« «nzrigen-BermittlungSstellen de» Ja- und Kutte*» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeß«. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf,., auswärts 20 Pfg. M*. tfrAWw in» ScuAM: »r. 7. 90 Mk. geahndet. Das Verbot gilt vorerst silr 4 Wochen. Gratisbeilage«: Gießener FamUienblätter, Der heWche ßandwirt, Mätter ffir heUsche Ustilskun-r. ___________ uSmutt Wa Nnzriger -* * M JBättec «mibe» Ad reffe für Depeschen: >e|d. ;$ W'^Ns- .n ^tebbetg, h Woche ü; »h ‘"»■ätuäjti uiwfa!ttM 7 5 Wit. bemiBiji "O M« diehki en' die übrige - gegeben «£: Mt mehr ui; . |Qben. Tie amtliche englische. Darstellung (des Feld- »prschallff Lord Roberts aus Bloemfontein vom Sonntag), ’twje die Wegnahme des englischen Konvois durch die Buten bestätigt, meldet folgende interessante Einzelheiten: Oberst Broadwood hatte an Roberts berichtet, daß der 'Kind in zwei Truppeukörpern, von Norden und von Osten, aLs T habanchu heranrückte, und er sich auf die Wasserwerke, 'twlrtje 17 englische Meilen näher gegen Bloemfontein zu jWgen sind, zurückziehen wolle. Roberts erwiderte ihm, p'fei Tagesanbruch die neunte Division zu seiner Unter- Mtzumg abgehen werde. In der Nacht rückte Broadwood dt'n Wasserwerken ab und lagerte dort. Samstag bei Dgesanbruch wurde Broadwood auf drei Seiten ange- i Wsien; er sandte seine Batterien und das Gepäck unter 'Äöecknng durch Kavallerie in der Richtung auf Bloem- ttmteiln ab. Zwei Meilen von den Wasserwerken entfernt -Mit die Straße quer über ein tiefes, trockenes Strombett, - indem sich die Buren während der Nacht so gut verborgen • Mm, daß die englischen Spähmannschaften sie bei ihrem i Äwcikommen nicht entdeckten. Als die Gepäckwagen und »^Kanonen diese Ueberfahrtsstelle passierten, eröffneten l dir Auren das Feuer. Viele Fahrer und Pferde wurden m: nächster Nähe erschossen. Sieben Geschütze fielen in ick Hände der Buren; der Rest der Truppe verließ die (Mein schnellster Gangart. Später fanden Späher, daß a b® Feind die Furt nicht besetzt hielt; darauf setzte der i ülhig’C Teil der Reiterei Broadwoods an dieser Stelle über »du-Flußbett und formierte sich aufs neue mit großer Aus- • bi'Eier. Auf die Nachsicht von der harten Bedrängnis des ßMrsten Broadwood befahl Roberts sofort dem General ' Mich, mit den beiden übrigen Kavalleriebrigaden zur 1 llüiin'stützung der 9. Division nachzufolgen. Um 2 Uhr , Mmittags traf die 9. Division am Schauplatz des Gefechts w Broadwoods Streitmacht bestand aus der Garde- i InrOerie, den 10. Husaren, den reitenden Batterien Q iirub ni und einem Bataillon berittener Infanterie. Tie bei Bloemfontein zur rechten Zeit aus seiner schlimmen Lage befreit. Die vereinigten britischen Streitkräfte schritten zum Kampfe und nahmen nach einer bisher allerdings noch unbestätigten Meldung des Berichterstatters der „Daily Chronicle" dem Feinde zwei der erbeuteten Kanonen ab. Nur die Kaltblütigkeit Broadwoods verhütete eine viel schlimmere Katastrophe. Außer den Geschützen fielen den Buren 100 Wagen in die Hände, da die Kafferntreibeü sortliesen. Der Herzog von Teck befehligte die in den Hinterhalt gefallene Kolonne, blieb selbst aber unversehrt. Von der Buren-Seite wird über neue Kämpfe bei Brandsort, der ersten größeren Bahnstation auf dem Wege von Bloemfontein nach Kroonstad, aus dem Burenlager bei Smaldeel unter dem 30. März gemeldet: Ein herßer Kampf hat zwischen Brandfort und Bloemfontein stattgefunden. Die Kommandos von Ermeloo und Wakker- strom griffen die Engländer, die etwa 7000 Mann zählten, an und schlugen sie zurück, wobei sie ihnen schwere Verluste beibrachten. Wie Verwundete, die hier in Smaldeel ein- aetroffen sind, erzählen, tobte der Kampf auf der ganzen Linie. Die Engländer gingen wiederholt vor, wurden aber zurückgeworfen. Die Buren gewannen an Terrain, das Endergebnis des Kampfes ist jedoch nicht bekannt. Die Buren verloren an Toten und Verwundeten 9 Mann. In späteren Meldungen aus Brandfort heißt es: 2000 Buren griffen 3000 Engländer mit Erfolg an; als zu den letzteren aber 13 000 Mann Verstärkungen stießen, wurden die Buren genötigt, sich zurückzuziehen; sie hatten nur- geringe Verluste. Ueber einen Kampf südlich von Bloemfontein wird von privater Seite aus Pretoria vom 3. d. M. gemeldet, daß in einem heftigen Gefecht zwischen 3000 Buren und der Reiterdivision French es den Buren gelang, die Wasserreservoirs sowie den Schienenweg zu zerstören, worauf sie in der Richtung auf Brandfort zurückgingen. Die Verluste der britischen Truppen bei den Gefechten in der Nähe der Bloemsonteiner Wasserwerke betragen an Offizieren 3 Tote, 3 Vermißte und 14 Verwundete. Colvilles Division gewann am Samstagnachmittag Fühlung mit den Buren, konnte aber, da French zu spät eintraf, nicht verhindern, daß die Buren die erbeuteten Geschütze und Wagen in Sicherheit brachten. Hiernach ist es zweifellos, daß die Nachricht von der Wiedereroberung der englischen Geschütze falsch war. Der Zerstörung der Bloemsonteiner Wasserwerke ist indessen nur wenig Bedeutung beizulegen, da sie ganz neu sind, und die alten Wasserwerke Bloemfontein ausreichend versorgen. Bei Koornspruit, wo die Batterie genommen wurde (33 Kilometer Mich Bloemfontein), fanden die Engländer 80 ihrer Verwundeten. Ueber den Stand der Burentruppen bei Kimberley wird von dort durch „Reuters Bureau" am Sonntag berichtet: 400 Buren stehen bei Boetsap, 700 bei Witrand nördlich von Klipdam und etwa 6000 längs des Vaalflusses von Fourteenstreams bis Christiana. Mafeking zu entsetzen, will den Engländern nicht gelingen. Es verlautet aus Burenquellen, daß am Samstag in der Nähe von Mafeking ein Kampf mit der Entsatz - kolonne des Obersten Plumer stattgefunden habe, in dessen Verlauf die Kolonne gezwungen wurde, sich mit Verlusten zurückzuziehen. Ein Durchzug englischer Truppen durch portugiesisches Gebiet wird thatsächlich erfolgen. Wie das „Bureau Reuter" aus Kapstadt meldet, geht das Transportschiff „Chicago" mit einem Teil des Korps der „Australischen Buschmänner", sowie mit Pferden, Maultieren und Betriebsmaterial für die Rhodesische Eisenbahn nach Beira in See. Auch viel Kriegsmaterial und Proviant wird nach Beira geschafft. Es besteht also in der That ein englisch portugiesischer Vertrag, der England gestattet, Truppen mit der Eisenbahn von Beira aus nach Rhodesien zu senden. Wie sich freilich in Wirklichkeit die Sache gestalten und ob England von diesem Vertrage Vorteil haben wird, steht angesichts der Lage in Beira und dem Hinterland sehr zu bezweifeln. Einem in Lourenzo-Marques erscheinenden portugiesischen Blatt wird nämlich unterm 24. Februar folgendes geschrieben: Kürzlich aus Rhodesia eingetroffene Personen geben Schilderungen von der Lage der Dinge im Norden, die keineswegs glänzend sind. Die Eisenbahn ist nicht mehr bis Bulawayo im Betrieb, der Transportverkehr ist ganz eingestellt. Nahrungsmittel sind infolge dessen teuer und selten geworden. Was die Sorgen unserer Freunde dort oben noch vermehrt, ist die überraschende Nachricht, daß eine lange Strecke der Beira-Eisenbahn durch große Ueberschwemmungeu, die den Bahnkörper unterwaschen und einige Meilen des Geleises zerstört haben, un- brauchbar geworden ist. Beira selbst hat von den Ueber- schwemmungen erheblichen Schaden gelitten. Die Stadt war letzte Woche unter Waffer, und viel Eigentum wurde zerstört. Hunderte von kräftigen Leuten haben Maschona- land verlassen, und es vorgezogen, lieber in verschiedene Korps in Natal einzutreten, als unter den bestehende» Zuständen dort zu bleiben. Einer von ihnen, der vor wenigen Tagen diesen Hafen passierte, giebt einen traurigen Bericht von der Lage der Dinge in Bulawayo, Salisbury und anderen Orten von Charterland. Wir reden von Mangel an Nahrungsmitteln hier (das heißt in Lourenzo Marques) und klagen über teuren Lebensunterhalt, aber wir leben einfach in einem Paradiese im Vergleich mit jenen Leuten, die nicht nur von der Kap- kolonie abgeschnitten, sondern auch infolge der Ueber- schwemmungen außerstande sind, schnell von Beira aus, von wo aus die Eisenbahn eigens für sie gebaut wurde, Vorräte zu erhalten. — In der Delagoa-Bai liegen augenblicklich nach einer Meldung der „Daily Mail" sechs russische Kriegsschiffe. Diese Schiffe sollen dorthin in den letzten Tagen konzentriert worden sein. • * * Telegramme deS Gießener Anzeigers. London, 4. April. Aus Drakonder wird gemeldet, daß die Stadt von englischer Kavallerie besetzt ist. General (Bettle befehligte die verschiedenen englischen Truppenteile, die zwischen De Aar, Prieska und Denhart operieren. London, 4. April. Wie aus Pretoria gemeldet wird, sind sämtliche Goldminen am Donnerstag geschlossen worden. Die darin beschäftigten Engländer wurden veranlaßt, Transvaal schleunigst zu verlassen. London, 4. April. Die „Times" berichtet aus Bloemfontein vom 2. April abends: Die Kavallerie-Division French, welche Sonntagmorgen bei den Wasserwerken von Bloemfontein eingetroffen ist, hat sofort einen RekognoS zierungsritt an Ort und Stelle ausgeführt und auch die Stelle besichtigt, an der die Engländer ihre Verluste erlitten haben. — Wie Lord Roberts dem Kriegsamte mitteilt, betrugen die englischen Verluste am 29. März beim Karee Siding-Bahnhof 186 Tote und Verwundete ohne Offiziere. London, 4. April. Sir Parson meldet, daß in der vorletzten Nacht Denhart besetzt wurde. Die Hitze der letzten Tage hat den Uebergang bei der Furt ermöglicht. General Settle hat einen Rekognoszierungsritt in der Gegend von Up in gton ausführen lassen. Diese Stadt soll morgen besetzt werden. Die Buren erklärten, keinen Grund zu haben, gegen die Engländer zu kämpfen (?) und wie berichtet wird, verhält sich die Bevölkerung mit Ausnahme einiger Unzufriedener sehr ruhig. Berlin, 4. April. Der „Lokalanzeiger" meldet aus Fiume: Das englische Schiff Leitrin erhielt aus England den telegraphischen Befehl, mit 850 Pferden sofort über Suez nach Südafrika abzugehen. Auf dem Schiff befinden sich noch eine Anzahl ungarischer Stallburschen sowie 100 Tonnen Heu. Berlin, 4. April. „Reuters Büreau" meldet aus Lorenzo Marquez: Der deutsche Dampfer König traf mit 257 Passagieren von Transvaal hier ein. — Nach einem Bericht der Liverpooler „Daily Post" habe die Königin Lord Roberts den kategorischen Befehl (?) gegeben, Mafeking zu befreien. Die Befreiung sei in den nächsten zwei Wochen zu erwarten. Berli», 4. April. Aus London liegen folgende Telegramme vom Kriegsschauplätze vor: Lord Roberts meldet aus Bloemfontein von Montagabend als Fortsetzung seines Telegramms vom 31. März: Obgleich am Samstag kein Gefecht stattgefunden hat, sind unsere Truppendochin ständiger Fühlung mit dem Feind, es giebt viele Thaten augenfälliger Tapferkeit zu berichten. Eine Batterie blieb unter starkem Feuer auf 1200 Hards Entfernung in Aktion. — Das Burenkorps, das bei Bloemfontein erschienen ist, hat zahlreiche Bürger wieder an sich gezogen, die vorher die Waffen niedergelegt hatten. — AuS Springfontein wird vom Montag gemeldet: General Gatacre hat sich nach Bloemfontein begeben, um Lord Roberts zu besuchen. Milner ist hier auf dem Rückwege nach Kapstadt durchgereist. Mehrere Landdroste m Kroonstad sind verhaftet worden unter dem Verdacht, den Buren Informationen über unsere Stärke gegeben zu haben. Die Thatsache ihrer Verbindung mtt den Buren ist bereits mehrfach erwiesen. Die Mehrzahl der Verhafteten wurde nach Kapstadt gebracht. Starte des Feindes wird auf 8000 bis 10 000 Mann mit • Mützen, über deren Zahl nichts bekannt ist, geschätzt. Ein weiteres Telegramm Lord Roberts meldet: 8 Kon der Batterie Q sind Kapitän Humphrey und die rövlin.ants Peck, Ashmore und Murch verwundet. Die beiden 1 teuren werden vermißt. Ein Kanonier wurde getötet. 'llmteroffiziere und Gemeine sind zurückgekehrt. Von I Btt Batterie U werden alle vermißt mit Ausnahme des IMjars Taylor und des Sergeantmajors. Diese Batterie I tat fünf Geschütze verloren und die Batterie Q zwei. Tie 1 tifibem Kavallerieregimenter litten nicht so schwer, wie «lOmgs gemeldet wurde. n c Sie „Vossische Zeitung" meldet aus London: Den i’tueftten Meldungen zufolge ist das dem Obersten Broad- .U1Ä billig ituoob zugestoßene Mißgeschick nur teilweise wieder gut ge- 1 nriht: worden. Der Oberst wurde durch die Verstärkungen Tie letzten Nachrichten vom Kriegsschauplatz zeigen, Aß b-ie Widerstandskraft der Buren nicht nur noch lange «kfjr gebrochen ist, daß vielmehr sich bei ihnen eine un- Kmölmliche Neigung zur Offensive geltend zu machen be- g_ gjiimL Zeugnis davon legen die Ereignisse vom Samstag ima mu.. । ob, eie sich kaum zwölf Meilen östlich von Bloemfontein. •"-I*1* obgclipielt haben. Die englischen Truppen sind arglos in einen mit großer Schlauheit gelegten Hinterhalt gegangen lujiö Haben dabei sehr schwere Verluste erlitten. Dieser sieg wird die tapferen Buren zum weiteren Ausharren ermutigen. Auf Seiten der Buren ist man übrigens be- jtyiben wie immer und macht kein großes Aufheben von Dir Bache. Amtlich wird nunmehr aus Pretoria festgestellt, . Dai) d ie Buren zwischen Bloemfontein und Thabanchu sechs -Gkichütze und einen Convoy von 200 Wagen genommen betreffend Verhütung von Waldörinden. Mit Rücksicht auf die zurzeit bestehende Gefahr der Lvlfühung von Waldbränden bestimmen wir auf Grund bti Art. 79 der Kr.- u. Pr.-O. das Folgende: Das Rauchen von Zigarren, Zigarretten und ungedeckelten Tabakspfeifen in Waldungen und deren Umgebung, sowie auf Haiden außerhalb der chaussierten Orts Verbindungswege ist untersagt. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu ileS** ineral'F* mrte»®»16 y'li* »**'*> Ja Deutsches Keich. Berlin, 3. April. Der Kaiser begrüßte gestern, mittag den Prinzen Georg von Sachsen in dessen Absteigequartier, in der Terrassenwohnung des Königlichen Schlosses; der Prinz war zur Abstattung einer militärischen Meldung hier eingetroffen. Zur Frühstückstafel bei dem Kaiserpaare war ^rinz Georg mit Gefolge geladen. Heute hörte der Kaiser im Auswärtigen Amte den Vortrag des Staatssekretärs Grafen v. Bülow und später im königlichen Schloß denjenigen des Chefs des Militär-Kabinetts v. H a h n k e. Um 1 Uhr empfing der Kaiser in Antritts-Audienz den neuernannten schwedisch-norwegischen Gesandten Grafen Taube zur Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens. — Vom Kaiser ist dem Oberbürgermeister Becker in Köln folgende Depesche zugegangen: „Es soll auf Meinen Befehl in diesem Frühjahr eine Torpedobootsdivision den Rhein hinauffahren. Dieselbe hat Ordre, Köln anzulaufen und vom Meere einen Gruß zu überbringen. Ich empfehle sie den gastfreier» und lebensfrohen Bürgern von Köln. Alaaf Köln! Wilhelm. — Kaiser Wilhelm soll an die Witwe Jouberts ein Beileidstelegramm durch Vermittelung des Gesandten Dr. Leyds haben abgehen lassen, das in den Ausdrücken wärmster Hochachtung abgefaßt war. — — Die „Germania" schreibt: Infolge der Darlegungen des Bischofs von Anzer über die Lage der Mission in China erhielt das Auswärtige Amt auf ausdrücklichen Befehl des Kaisers eine Anweisung, an den Gesandten in Peking auf diplomatischem Wege einen Druck auszuüben zum Schutze der deutschen^ Mission. Der Bischof hat also den Zweck seiner Reise nach Berlin völlig erreicht. Anzer reiste l-eute abend mit dem Kölner Schnellzuge ab. Er begiebt sich zunächst nach dem Missionshanse in Stehl. — Zum vortragenden Rat beim Rechnungshöfe des Deutschen Reichs ist Kreisdirektor in Hagenau, Heinrich Frhr. v. Gagern ernannt worden. Frhr. v. Gagern ist 43 Jahre alt. Er ist Großh. Hessischer Kammerherr und Hauptmann der Gardelandwehr. — Das preußische Staatsmini st erium trat heute nachmittag unter Vorsitz des Fürsten Hohonlohe zu einer Sitzung zusammen, an der sämtliche Ressortminister teilnahmen mit Ausnahme des Justizministers Dr. Schönstedt, der sich mit sechsmonatlichem Urlaub nach Italien begeben hat. Wie den Abendblättern zufolge verlautet, stand die Novelle zu dem Gesetz über den Verkehr mit Wein zur Beratung. — Die Post glaubt, daß über die Grundzüge der nach den Osterferien von der Regiejpung zu machenden Vorschläge für die Flottendeckungsfrage bereits ein Einvernehmen erzielt ist und daß es sich jetzt um die Ausarbeitung dieser Vorschläge im einzelnen handelt. Andernfalls»wäre die Urlaubsreise des Staatssekretärs des Reichsschatzamtes Frhvn. v. Thielmann unerklärlich. Das Blatt erinnert nochmals daran, daß die verbündeten Regierungen mit sachdienstlichen Vorschlägen zur Deckungsfrage die Schlüssel für einen befriedigenden Verlauf der Flottenangelegenheit in der Hand haben und daß sie in erster Linie die Verantwortung tragen, wenn die Dinge nicht den günstigsten Verlauf nehmen, zu denen alle Voraussetzungen vorliegen. — Die ultramontane „Köln. Volksztg." schreibt zu der Nachricht der „Post" von der drohenden Schwankung des Kurses zum Freihandel, eine solche Schwenkung wäre unmöglich ohne das Zentrum, dieses mache aber dieselbe unter keinen Umständen mit. Ob bei der Lösung der D e ck u n g s f r a g e vor allem die Einführung einer Reichserbschaftssteuer in Betracht zu ziehen sei, müsse einstweilen dahingestellt b leiben. — In der 13. Kommission des preußischen A b g e - netenhauses zur Vorberatung der Warenhaussteuer- Vorlage, die nach den Osterferien zur zweiten Lesung gelangen wird, dürften nach der Mitteilung eines parlamentarischen Berichterstatters die verschärften Hauptbestimmungen auch in der zweiten Lesung aufrecht erhalten werden, da das Zentrum und die Konservativen über die Mehrheit verfügen. — Freiherr v. Manteuffel und Graf Mirbach veröffentlichen in der „Konservativen Korrespondenz" eine Erklärung, daß sie bezüglich des Fleischbeschaugesetzes bereit seien, in bestimmte Konzessionen zu willigem Das Organ des Bundes der Landwirte, die „Deutsche Tageszeitung" bemerkt dazu: „Die Stellungnahme des Bundes der Landwirte zu dem Fleischbeschaugesetz wird selbstverständlich durch diese Kundgebungen in keiner Weise berührt". - Der Bund der Industriellen beruft im Anschluß an die Verhandlungen des deutschen Handelstages vom 6. und 7. April einen engeren Ausschuß für Errichtung einer ,Reichshandelsstelle zu einer Sitzung am 8. April nach Berlin. — Als g e h e i m e r L e i t e r des Aufstandes in Schan- tung gegen die deutschen Bahnbauten wird in einer Zu- fchrift im „Ostasiat. Lloyd" der Generalgouverneur in Schcmtung bezeichnet. Der einzige Zweck oes Aufstandes sei der, für den Generalgouverneur eine pekuniäre Beteiligung an dem Bahnbau zu erzielen. Wenn dies geschehe, dürften die Unruhen sofort aufhören. In einer zweiten Zuschrift wird der Vermutung Ausdruck gegeben, die Mißstimmung in den maßgebenden chinesischen Kreisen rühre daher, daß die Chinesen überhaupt von einer finanziellen Beteiligung am Bahnbau ausgeschlossen sind. Dresden, 3. April. Aus Anlaß des Rücktritts des Äeneralfeldmarschalls Prinzen Georg von der Stellung als kommandierender General des XII. (1. königl. sächs.) Armeekorps empfing derselbe eine Abordnung der Armee, die dem scheidenden kommandierenden General als ein Zeichen dankbarer Verehrung einen Ehrendegen! überreichte. — Für die Protest Versammlung gegen die kex Heinze, welche die hiesigen Vertreter von Kunst und Wissenschaft, der Litteratur, der Presse il s. w. am nächsten Sonnabend veranstalten wollen, hat das Direktorium des Hauses dem Ausschuß den Saal entzogen, resp. die Benützung desselben für diese Zwecke verweigert. Stuttgart, 3. April. Die gestrige Einspruchs-Versammlung gegen die lex Heinze war von mehr als 2000 Personen besucht. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Scyönlank sprach in längerer Rede gegen die Bestimmungen des Entwurfs. Die Versammlung nahm eine Resolution an, worin der Opposition des Reichstags für das Vorgehen gedankt wird. Die Versammlung verlangt von Rechstag und Bundesrat die Beseitigung des Gesetzes. München, 3. April. Der Münchener Erzbischof verbot dem gesamten Klerus den Theaterbesuch. Radfahren dürfen nur noch Landgeistliche im Dienst. Ausland. Windsor, 3. April. Die Königin reiste mit der Prinzessin Christian zu Schleswig-Holstein, der Prinzessin Heinrich von Battenberg und einem zahlreichen Gefolge nach Holyhead ab und schiffte sich nach Kingstown ein, wo sie am Abend eintraf. Sie landet Mittwochvormittag und fährt durch die Straßen von Dublin zum Palaste des Vizekönigs. Brüssel, 3. April. Dem „Petit Bleu" wird vom Kongo gemeldet, daß infolge ungeheuerlicher Grausamkeiten seitens belgischer Beamten und Soldaten ein allgemeiner Aufstand der Bundjas ausgebrochen sei. Der Exmajor Lothaire sei mit 260 Soldaten zur Unterdrückung desselben ausgezogen. Nach einem Bericht des Generalgouverneurs vom Kongo verlangten die Führer des Postens, den der Kongostaat bei den Bundjas unterhält, am 16. Januar bei dem Befehlshaber des Lagers von Umangi Hilfe. Letzterer ist dann sofort in Begleitung eines Leutnants und 200 Mann nach der von den Bundjas angegriffenen Faktorei Jambata weitermarschiert. Dort sind die Verstärkungen am 27., abends, in dem Augenblick eingetroffen, als die Garnison einen scharfen Angriff der Bundjas zurückschlug, denen sie nicht lange mehr hätte Widerstand leisten können. Eine Untersuchung über die Ursachen des Aufstandes ist eingeleitet. Wegen unge- nügender Beibringung von Kautschuk sollen weit über 100 Männer, Frauen und Kinder erschossen oder verbrannt oder durch Hunger getötet worden sein. Paris, 3. April. In der heutigen Kammersitzung gab Handelsminifter Millerand die bestimmte Erklärung ab, die Ausstellung werde am 14. April durchaus fertig sein, jedenfalls aber vorgeschrittener sein, als eine der früheren. (AugesichtS des jetzigen Standes der Ausstellungsbauten erinnert die Aeußerung bedenklich an das bekannte „archiprät“ des Kriegsministers Leboeuf. D. Red.) Madrid, 3. April. Die Staatseinnahmen im letzten März betrugen 85 Millionen, beinahe 8 Millionen mehr als die vorjährigen Einnahmen. Die Einnahme des letzten Vierteljahrs sind um 16 Millionen höher als die im gleichen Abschnitt des vorigen Jahres. Rom, 3. April. In der Kammer verlas Zanar- delli einen kräftigen Protest gegen den gestrigen Kammer, beschluß und erklärte, niemals das neue Regiment anerkennen, sondern aufs heftigste bekämpfen zu wollen. (Lebhafter Applaus auf der Linken.) Pantano (Republikaner) verlas eine ähnliche Erklärung, nur im Ton heftiger. Unter großem Tumult veranstalteten dann die äußerste Linke, die Giolittianer und die Zanardellianer einen Protest- Exodus; unter den Thüren wandten sich die Sozialisten um und riefen: Es lebe die Konstituante! Die Mehrheit antwortete: Es lebe der Köuigt Biele Protestabgeordnete begaben sich dann nach der Tribüne der Presse, so daß dort die Erregung auch in wildem Lärm sich Luft machte. Die konservativen Abgeordneten unten protestierten lärmend. Als wieder Stille eingetreten war, verlas Sonnino namens der Mehrheit eine feste Erklärung, in der er dagegen protestierte, daß Freiheitsliebe und Verfassungstreue nur auf der Linken zu finden seien. Colombo erscheint jubelnd begrüßt. Bleich und erregt nimmt er die Umarmung des Vizepräsidenten entgegen. Dann spricht er bewegt seinen Dank aus für den Beweis des Vertrauens und der Liebe der Kammer, sowie die Hoffnung, daß bald die Ruhe in das Land zurückkehren werde. Das Präsidium übernehmend, läßt er sofort durch Erheben von den Sitzen das neue Reglement annehmen. Alle Abgeordneten erheben sich und applaudieren begeisternd. Die Tribünen stimmen teilweise zu, was einen Protest des Vorstandes der Kammer und eines Teils der Preßtribüne erregt. Es werden Beschimpfungen gewechselt auf den Tri- bünen zwischen den einzelnen Abgeordneten. Darauf wird auf Vorschlag des Abgeordneten Toaldi die Vertagung der Kammer bis zum 15. Mai angenommen und die Sitzung mit Hochrufen auf den König geschloffen. Wien, 3. April. Im niederösterreichischen Landtage beantragte Abg. Schneider, die Regierung aufzufordern, mit Rücksicht auf die heranuahenden Ostern die Rabbiner und Schächter besonders zu beaufsichtigen, da es erwiesen sei, daß die Juden zu Ostern Christenblut für rituelle Zwecke, insbesondere für die Mazzes benötigen. Abg. Ofner sagt: Es ist eine Schande, daß man im Landtage einen solchen Antrag verlesen darf! Gregorig ruft: Er soll zerspringen! Der Landmarschall Baron Gu- denuS erteilt dem Abg. Ofner den Ordnungsruf. Prag, 3. April. In der heutigen Landtagssitzung wies der Professor von Holzinger, der Rektor der deut- schen Universität, in kategorischer Weise die tschechischen Beschuldigungen zurück, daß die deutschen Couleurstudenten betrunken gewesen seien und dadurch die Straßen- Exzeffe hervorgerufen hätten. Budapest, 3. April. Gegenüber Meldnngen, daß die Kriegsverwaltung in den Delegationen sehr bedeutende Mehrforderungen stellen werde, teilt der „Pester Lloyd" mit, daß die Mehrfordernngen bloS etwa zw.e^i Millionen Kronen für die Marine betragen, da die geplante Erhöhung des Rekrutenkontingents vertagt und die Studien über neue Kanonen noch nicht abgeschlossen seien. — Die Auswanderungen aus dem Zipser Komitat nehmen immer größere Dimensionen an. I» Poppertlv I sind viele Ortschaften unbevölkert, die Kell, liegen brach und ein Joch Acker, das früher bis 5QC kostete, findet jetzt für 50 fl. keinen Käufer, da keine I beitSkräfte vorhanden sind. Lokales and Drsvinürtles. ** Ueberfall. Von einem stellenlosen Gesellen gestern nachmittag ein hiesiger Mctzgermeister in ftj^ Laden überfallen. Der offenbar am Berfolgungswck leidende Metzgergeselle, der früher bei diesem Meister Arbeit stand, hatte die Absicht, denselben umzubring Kreis-Rabbiner Dr. Goldschmidt-Offenbach hielt Wecherede. — In Ilbeshausen brach in dem M|e- Haus der dortigen Molkerei Feuer aus. Durch D- schnelle Eingreifen der Feuerwehr gelang es des Feus Herr zu werden. Das Molkereigebäude und die dar» stehende Scheuer gerieten ebenfalls in Brand. Mit zweier Spritzen gelang es, dem Feuer Einhalt thun. — In Gambach ist die älteste Einwohnerin, n durch ihre früheren täglichen Botengänge nach B u tz buch dort bekannte Botenfrau die „alte Marie-LieS" ■ in dem hohen Alter von beinahe 97 Jahren geM Eine Tochter der Verstorbenen steht bereit» in den ?0erJay - — StationSdiätar Weck in Hungen wurde zum assistenten ernannt. — Im Winter sind größere bau Veränderungen im fürstlichen Schlöffe zu Lich a»Sg I worden. Fürst Karl ist vor einigen Tagen vor» zurückgekehrt. Gleichzeitig weilt die Fürstin M dort, die später ihren dauernden Wohnsitz auf dem «d MS MÄ 9‘l'ä.Ä Ä* jj/fa» l*®1 8>t** ® n04 io» * l-B »* - 6meoi ; tium, M MM W Mi! in AM 2pnr gefommen. mM es fichl ifis Wcchselschu M dm lftlösk x\\ es nicht ?
  • b). 10441t. °99 von, Tor-7 HHa. $)«y Die große L: lgkeitSzv!:> Arbeiten ft/1 Fortschritte b'. aß die fc- al für das i- icht steht N ybra [öibern ju erech SraimL n fonmlnumja in, ibtn&imarlungfntwi . !Mj Dtv-ich a $wm mrdt v: eil Mr m fn de» LandM - jnr trridjfc. ft; Frau SmtSgc tn Littst /«N : M Wi^^e Pros. Dr. S^V- it Saitraä in ffy iittrbadj, Geh. Rez -as hin MM Mendc öult'it- lder Mainzer 10» cei hin M M den w -. Je O- rech naenworM * bete#* ftl ßu b«W* K°ß^' fife LM^ (in der W w®*^ t mit ernm> i. M der U ibbrach, . - mfa«ba»R|-, i 8'"“ d W ihr 8*1«! bi' «« t “7 # r«*sf SSß . bit oW »>*f Vermischtes. @m8, 3. April. Elektrische Bahn durch das L ahnt Hal. Die Firma VilleriuS und Komp., Besitzerin 6ec hiesigen elektrischen Zentrale, war bei der Stadt um ronzession zur Erbauung und zum Betrieb einer elektrischen Straßenbahn durch die Hauptstraße von Ems eingenommen, sand jedoch weder bei dem Magistrat, noch bei der städtischen siaulornrnisfion Geneigtheit, das Gesuch zu bewilligen. Noch (he sich die Stadtverordnetenversammlung mit der Angelegenheit beschäftigten konnte, hat die Firma ihr Projekt reweitert und sich an die Behörde mit dem Gesuche gewandt, ihr die Konzession für eine elektrische Bahn durch daS Lahnthal von Niederlahnstein über Ems bis Nassau zu erteilen. Wir glauben, daß für eine solche Sahn hier eher Stimmung herrscht, als für eine Emser Lokalbahn. Dem Vernehmen nach, bemüht man sich auch noch von anderer Seite um die Konzession für eine Eick- tiißche Lahnthal-Bahn. Diese würde die Fortsetzung der -leitrischen Strecke Koblenz-Niederlahnstein bilden, die be teils im Bau, und ist der Koblenzer Straßenbahn-Gesellschaft gehört. Die Chaussee, auf der die Lahnthal-Bahn angelegt werde würde, ist Eigentum des nassauischen Kommunal- vctbandes. * Einem Berliner Wechselfälscher-Konsortium, das auf den Namen des Herzogs von Sagan Mischte Accepte in der Höhe von hunderttausenden von Mrk in München vertrieben hat, ist man dort auf die Tpur gekommen. Einer der Wechselfälscher ist verhaftet worben. Nach den bisherigen polizeilichen Feststellungen handelt es sich um ein geriebenes Gaunerkonsortium, welches Wechselschiebungen und Fälschungen auf die Namen bvchgestellter Persönlichkeiten geschäftsmäßig betrieben, und ddi dem Erlöse ein flottes Leben geführt hat. Bis jetzt ist es nicht gelungen, der Komplizen des Verhafteten Hab- Halt zu werden. Gerichtssaal. Q Gießen, 3. April. Strafkammer. Eine recht teuere Gisen- bahinfahrt, die gestern unsere Strafkammer beschäftigte, machte der jlri.eiter Joh. Schröder III. aus Nieder-Bessingen. Er war ohne Fahrkarte in Lich in den Zug gestiegen, um in sein heimatliches Dorf jurLicf zu reisen, kam aber nur bis Langsdorf, wo er vom Schaffner in Ilie Luft befördert wurde. Da Schröder gutwillig nicht aus dem . Zu>e weichen wollte, mußte das Zugpersonal energisch gegen ihn vor- zehLN, wobei der blinde Passagier, der etwas angetrunken war, sich zu Wibigungen hinreißen ließ. Schröder, ein mehrfach vorbestrafter Mensch, hatl.e sich also eines Betruges im wiederholten Rückfall schuldig gemacht mit ist der That geständig. Der Gerichtshof billigte ihm mildernde llirfstände zu und erkannte auf 4 Monate und 2 Wochen Gefängnis, von bet Strafe 14 Tage der erlittenen Untersuchungshaft anrechnend, — Zn der Strafsache gegen den ehemaligen Diener des „Gesellschaftsvereins" Fiiitk, hat das Oberlandesgericht Darmstadt dahin Entscheid getroffen, das der S 22 Absatz I der Straf Prozeß Ordnung auf die Richter unjerer Strafkammer keine Anwendung findet und diese daher in der sathe zu urteilen berufen sind. Es handelte sich in dieser Sache um die Frage, ob die Mitglieder des „Gesellschaftsvereins", zu deffen Nachteil der Angeklagte durch seine unter Anklage stehende Strafthat gs- h««d>elt hat, und zu denen auch unsere Richter von der Strafkammer gehören, nicht Kraft des Gesetzes im vorliegenden Straffall von der Aus- ibmg bei Richtcramts ausgeschloffen sind. Das Oberlandesgericht hat diel« Frage verneint, und so kommt nächstens der Fall zur Verhandlung vor unserer Strafkammer. Weratur. Die Hessischen Gesetze, Verordnungen und Dienstan- aeisungen zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und seiner Nebengesetze, herauSgegeben und erläutert von Landgerichtsrat Dr. Best, die cm Berlage von I. Diemer in Mainz erscheinen, kommen einem dringenden Bedürfnis entgegen. Es sind soeben die 4. und die 5. Abteilung zur Ausgabe gelangt, die alles auf das betreffende Gebiet Bezügliche (reichsgesetzliche und Hessische Bestimmungen) zusammenfaffend geben. Die Umwälzung, welche sich durch Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs und der vielen hierdurch nötig gewordenen anderwecten Vorschriften auf den verschiedensten Gebieten des Rechts vollzogen hat, ist so weitreichend und einschneidend, daß zur Bewältigung des Stoffes für Studium und Praxis Teilausgaben aller Art unter keinen Umständen entbehrt werden können. Auch der Laie hat vielfach Veranlassung, sich mit den neuen Bestimmungen zu beschäftigen und bekannt zu machen. Gerade in dieser Richtung sind handliche TeilauSgaben vonnöten, und so werden die Ausgaben nicht nur den Richtern ein unentbehrliches Hilfsmtttel sein, sondern auch bei anderen Aufnahme und Verwendung finden. So können die Verhältnisse der freiwilligen Gerichtsbarkeit, sowie des Notariats für jeden aktuell werden, ebenso die Anweisung für Vormünder, Gegenvormünder, Pfleger und Beistände, die hessischen Ausführungsbestimmungen zum Handelsgesetzbuch rc. Die Ausgaben dürfen deshalb aus einen großen Abnehmerkreis rechnen. Arbeiterbewegung. Marburg, 3. April. Die hiesigen Schretnergefellen beabsichtigen in eine Lohnbewegung einzutreten. Wie man hort, wurde u. e. beschlossen, aus Einführung lOstündtger Ärbettszttt und Lohnerhöhung zu bestehen. Dandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 3. April. Wechsel auf New-York za 4.21%-221/i- Prämien auf Kredit per ult. April 1.20 %, do. per ult. Mai 2.10% Diskonto Kommandit per ult. April 1 15%, do. per ult. Mai 2.10%. Lombarden per ult. April 0.65%, do. per ult Mai 1.00%, Deutsche Bank per ult. April 0.00%. Notierungen: Kreditaktien 235.00-00-00, Diskonto- Kommandit 193.10-193, Staatsbahn 185.00-000, Gotthard 141 80, Lombarden 28.10-00, Ungar. Goldrente 97.30, Italiener 94 40, Bproz. Mexikaner 26.10, Oesterr. Coupons 84, Amerik. Coupons 4.19%. Privat-Diskont 4%%. 1% bis 2%Uhr; Kreditaktien 235.00-00 00, Diskonto-Kommandit 193-192.50, Staats bahn —, Lombarden 28, Portugiesen, 26.40-50-30. Märkte. A Gießener Pferdemarkt. Zu dem am Mittwoch kommender Woche stattfindenden Pferdemarkt sind bis jetzt von Händlern 200 Pferde zum Auftrieb angemeldet. Die Stallkommission, der die Unterbringung der Tiere obliegt, hat in der vergangenen Woche fleißig gearbeitet und eine umfaffende Stallbesichtigung vorgenommen, wobei festgestellt worden ist, daß für 300 Pferde bequem Stallung vorhanden ist, die vom Lieh- marktplatz entfernter liegenden Stallungen, die im Notfall ebenfalls zur Verfügung stehen, sind dabei nicht mit in Rechnung gezogen. R. Reichelsheim i. W., 3. April. Der heutige Schweinemarkt war gut befahren und es wurde flott gekauft, aber fast nur Milchferkel. Die Preise schwankten zwischen 30 bis 40 Mk. das Paar; die Tiere waren meistens 6 — 7 Wochen alt. Sogar 5 Wochen alte Ferkel wurden angenommen, natürlich entsprechend billiger, etwa zu 26 Mark. Nach den übrigen älteren Sortimenten war wenig Nachfrage. 8 Gedern, 3. April. Der heute hier abgehaltene Schweine- und Rindviehmarkt war verhältnismäßig gut besucht. Rindvieh war nicht aufgetrieben, dagegen waren Schweine, besonders Ferkel, in ziemlicher Zahl vorhanden. Der Handel war sehr lebhaft und die Preise waren im Verhältnis zu den heutigen Schlachtpreisen ziemlich hoch. Von Ferkeln wurde das Paar mit 38 bis 54 Mk. bezahlt. Morgen findet Krämermarkt statt. Familien Nachrichten. Gestorbene. Frl. Maria Stöpler, Herr Georg Hamel in Lauterbach. — Frau Karsline Elisabethe Dauernhetm, geb. Bopp, in Ober-Florstadt. — Frau verw. Professor Dr. Friederike Zimmermann, geb. Dannenberger in Darmstadt. — Herr Jakob Müller in Bessungen. — Herr Küfermeister Adam Ackermann III. in Ober- Ramstadt. — Herr Georg Daniel Baumgärtner in Hanau. — Frl. AgneS Schmitt in Kessüstadt. — Herr Förster a. D. Rumps in Greifenstein. Kirchliche Nachrichten. Sv avgeltfch e Gemeinde. Je» der Stadtttrche. Mittwoch den 4. April, abendö 6 Uhr: 6. Passionsandacht. Pfarrer Schlosser. ____________________________ Ärmste MrUkmizrR. Depeschen deS Bureau „Herold'. B e r l i n, 4. April. In der Sitzung des R e i ch s t a g s vom 27. März wurde die Frage aufgeworfen, ob man in Preußen den Plan hege, eine Universität zur Frauen- Universität zu bestimmen. Mit Bezug hierauf kann die „National-Zeitung" auf Grund eingezogener Erkundigungen feststellen, daß derartige Absichten in Preußen nicht bestehen. Berlin, 4. April. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus Kopenhagen: Ter däniscl)e Schooner L e a p Charles-, town, nach Genua unterwegs, ist in der Nähe von Gibraltar mit seiner aus 8 Mann bestehenden Besatzung untergegangen. Berlin, 4. Llpril. Ter „Lokal-Anzeiger" meldet aus Dresden: Dem Beschlüsse der zweiten Ständekammer, die Regierung zu ersuchen, im Bundesrat für die Annahme des Gesetzentwurfes über die Fleisch-, Vieh- und Schlacht- Beschau in der Fassung der zweiten Lesung einzutreten, hat sich nun auch die erste Kammer angeschlossen, aber nur mit ^Stimmen Mehrheit. Der Geschmack ist verschieben, darüber läßt sich nicht streiten, denn was der eine schön und gut findet, hat gewiß nicht immer den Beifall und die Zustimmung des andern. Dies geht schon daraus hervor, daß es viele Leute gießt, welche den Cacao als erstes Frühstück allen anderen Getränken vorziehen, während wieder andere dem Thee diese Rangstellung einräumen. Thatsache ist aber, daß Die große Masse Kaffee trinkt und zwar nicht nur des Morgens, sondern auch des Mittags und Abends, und dies ist eigentlich der richtige Maßstab, den man an die Bekömmlichkeit eines Genuß- und Nahrungsmittels anlegen muß. Trotz vielfachen Anfeindungen dehnt sich der Konsum in Kaffee weiter aus, wobei neben den Verbesserungen, welche die Technik in der Herstellung gerösteten Kaffeeö gemacht hat, auch die billigen Preise der letzten Jahre mitgewirkt haben. Ein weiterer Fortschritt ist in dem Umstand zu suchen, daß dem Kaffee heutzutage nicht soviel geringwertige Surrogate mehr beigesetzt werden. Man nimmt höchstens eine Kleinigkeit von Pfeiffer & Diller's vollständig löslicher Kaffee-Essenz dazu, um eine hübsche Farbe zu erzielen und den Geschmack und das Aroma etwas zu verbessern. Welchen Umfang der Kaffee-Verbrauch angenommen hat geht aus der Thatsache hervor, daß Deutschland jährlich für ungefähr 170 Millionen Mark Roh-Kaffee einsührt — In der Tollettenchemie hat man seit der Entdeckung b<3 „Lanolin" das so benannte Fett an Stelle der dem Ranzigwerden unterworfenen Fette eingeführt. — Jedermann ist es bekannt, wie wohlthätig das seit einem Jahrzehnt eingeführte Lanolin-Toilette- Cream-Lanolin auf die Haut einwirkt. — Nicht minder vorzüglich ist die Wirkung der Lanolin-Seife auf die Haut und dm Teint. — Dies hat der Lanolin-Fabrik Martinikenfelde den Anlaß gegebm, sich auch der Lanolin-Seife zuzuwmden und unter der Marke LanoliN'Geife mit dem Pfeilring eine reine, absolut neutrale 10 Prozent Lanolin enthaltende Seife zu dem billigen Preise von 25 Pfg. in dm Handel zu bringm. — Wer diese Seife einmal probiert hat, wird zu der Ueberzeugung kommen, daß hier für dm billigen Preis etwas wahrhaft Vorzügliches geboten wird, und wird nicht wieder eine andere Seife brauchen. 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Todes-Anzeige Herrn Friedrich Müller Jr heute morgen 53A Uhr nach kurzer Krankheit zu sich zu nehmen. Giessen, den 4. April 1900. Dem Herrn über Leben und Tod hat ^es gefallen, unseren lieben, guten Gatten, A ater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Neffen, Schwager, Onkel und Grossonkel Die Beerdigung findet Freitag den 6. April, nachmittags 4Vz Uhr, vom Sterbehause, Neustadt 41, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. 2588 IT isch-WdtK Besonders empfehlenswert. Weissweine per Flasche ohne Glas. Laubenheimer Rheinw. 60 Pfg. Oppenheimer „ 75 „ Niersteiner „ 90 „ Rüdesheimer „ 120 „ Graacher Moselw. 70 , Zeltinger „ 90 „ Brauneberger „ 100 , Rotweine. Jtal. Rotwein Marca Italia Ingelheimer Oberingelheimer 60 Pfg. 90 „ 90 „ 120 , W Samos per Fl. ohne Gl- 90 Pfg- Malaga, Madeira, Sherry, Portwein, Marsala, Vino Vermouth. Äusführkiche ^reististe gratis 2582 und franko. Prompter Versandt. Louis Lind Weinhandlung. Kirchenplatz 10. 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