Vereins; 4b«aa. • 1- Mozart. Gallier iBmjJJ Biod a Nach- Preise zu ha£ auch bei "--54 ®8a|,tigitT~ Maschine ' Gegenwart MN und Erlernen ■*» ..... plT€RW£IS£. “8€flniQ.<* 1RUTÜ 20 PFWK.E »ntt t>ere/l*» noid •*" । gjjs iilt , „g u, |thlNf ! «781 97 31 23 51 41« 4716 99.« 95« ir 1800 ßllbrneiuk fen . gj.ifl Parfümerien. 7652 'eUkan-Apotheke» 'erzöge des -ROTH iken 1h. Roth jr. irt Fasern oder fremden leren er sieh in Wawer rlnk eine gleichmäes^e uren sich bilden; J, durch iem Parfüm hoher Nährwert, de und Kranke machen. >io und seine »»er- ««*■C1L W»U”tb'l*0 i»* >/t V* Hk. 1.90 1.05 -SO 2,20 I lb । proichtlieh» ___ IfhOO Freitaq dm 5 Januar Nr. 3 Erstes Blatt» Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn' durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mt. 2,40 vierteljährl, mit Bestellgeld. Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener MamikieuötLtter werden dem Anzeiger im Wechfel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde" wüchtl. 4 mal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Gießener I «zeiget General-Anzeiger Amts» und Anzeigeblatt für den Weis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schukstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Famitienbtätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Die Abschaffung der Pflugschleifen. Nachstehende Polizeiverordnung für den Kreis Gießen wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 30. Dezember 1899. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Polizei-Verordnung für den Kreis Hießen. Auf Grund des § 366 Pos. 10 des Reichsstrafgesetzes und der Artikel 103 und 109 des Polizeistrafgesetzes wird hiermit unter Zustimmung des Kreisausschusses mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 22. Dezember 1899 zu Nr. M. d. I. 37 296 verordnet wie folgt: § 1. Der Gebrauch von Schleifen zum Transport landwirtschaftlicher Geräte (Pflüge, Eggen rc.) und andere Gegenstände auf den chauffierten Straßen und Wegen ist verboten. § 2. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehende Bestimmung unterliegen den in § 366 Pos. 10 des Reichsstrafgesetzes bezw. Artikel 103 und 109 des Polizeistrafgesetzes angedrohten Strafen. § 3- Gegenwärtige Vorschriften treten mit dem 1. Januar 1902 in Kraft. Gießen, den 30. Dezember 1899. Großherzogliches Kreis amt Gießen. ________________ v. Bechtold. Bekanntmachung. betreffend das Ersatz-Geschäft für 1900. Mil Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr- Ordnung werden 1) alle im Jahre 1880 geborenen Militärpflichtigen, sowie 2) die in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder 3) welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, oder in demselben als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirtschaftsbeamte, Handlungsdiener, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufhalten, Hiermit ausgefordert, sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit vom 10. Januar bis zum 20. Januar I. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes, beziehungsweise ihres dauernden Aufenthaltsortes zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, welcher nunmehr von dem betreffenden Standesamt zu erwirken ist, und wenn sie sich bereits bei einer früheren Musterung gestellt haben, ihren Losungs- Schein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mk. oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Teilnahme an der Losung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brot- und Fabrikherren zu diesen Anmeldungen verpflichtet. Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen. Gießen, den 2. Januar 1900. Der Zivilvorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Kommission Gießen. Boeckmann. * Zur Umgestaltung des Kassenwesens im Grotzherzogtum Hessen. Soeben ist eine von Seiten des Ministeriums der Finanzen ausgearbeitete Denkschrift über die bereits mehrfach erwähnte Umgestaltung des Kassen wesens im Großherzogtum Hessen im Druck erschienen. Dieselbe befaßt sich zunächst mit der Organisation der Lokalkassestellen. Die Erhebungen und Auszahlungen für den Staat werden zur Zeit durch elf obere Lokalkaffe- stellen (zehn Rentämter in Starkenburg und Oberhessen sowie eine Ortseinnehmerei in Rheinhessen) besorgt. Als leitende Grundsätze bei der geplanten Reform der Kasse- Organisation, welche den modernen Bedürfniffen des Staatsund Volkslebens nach Möglichkeit Rechnung tragen sollen, kommen nach den „N. H. V." folgende Forderungen in Betracht: 1. Die Staatsgefälle sollen möglichst rasch und sicher zur Erhebung gelangen. 2. Das Publikum soll auf möglichst bequeme Weise seine Schuldigkeit entrichten und Zahlungen in Empfang nehmen können. 3. Der Geschäftsgang soll möglichst einfach und übersichtlich sein, sodaß unnötige Zwischenstellen zu beseitigen sind. 4. Soweit die erforderliche Sicherheit und Uebersicht- lichkeit hierunter nicht leidet, soll für die Kassestellen eine gewisse Beweglichkeit und die Möglichkeit kaufmännisch coulanter Geschäftserledigung erstrebt werden. 5. Bare Geldsendungen sind durch gegenseitige Abrechnung — nötigenfalls unter Vermittelung btv selben durch die Banken — thunlichst zu vermeiden. 6. Die durch die Erhebung der Staatsgefälle und durch die Auszahlungen entstehenden Kosten sollen möglichst gering sein. Bei der Regelung des Kaffenwesens muß stets darauf Bedacht genommen werden, daß dessen Einrichtungen möglichste Anlehnung an die sonst im modernen Wirtschaftsleben bestehenden Verkehrsformen und Gewohnheiten gestatten. In neuester Zeit tritt daher immer mehr das Bedürfnis hervor, die staatlichen Kaffen mit den Banken in nähere Verbindung zu bringen und es muß in weit ausgedehnterem Maße als seither darauf hingewirkt werden, daß auch unsere Staatskaffen mit der Reichsbank und anderen an dem betreffenden Platz vertretenen Bankgeschäften in Giro- und Konto-Korrentverkehr treten. Hierdurch können nicht nur die baren Geldsendungen von Kasse zu Kasse, sondern auch von Privaten an die Kassen und umgekehrt auf das unbedingt erforderliche Maß beschränkt werden und zum teil ganz wegfallen. Nach der geplanten neuen Organisation sollen zur Bequemlichkeit des Publikums möglichst viele örtliche Kasse st eilen geschaffen werden, derart, daß in Zukunft thunlichst kein Wohnort weiter als höchstens 3 bis 4 Kilometer von der nächsten staatlichen Kassestelle entfernt liegt. Als Endziel ist ins Auge zu fassen, daß nicht nur die Steuern, sondern auch alle übrigen Staatsgesälle durch diese Stellen erhoben werden können. Selbstverständlich bleiben den Distriktseinnehmern diese Geschäfte für ihren eigenen Wohnsitz und die etwa in dessen unmittelbarer Nähe gelegenen Orte. Die örtlichen Kassestellen werden in den weitaus häufigsten Fällen den Gemeinde-Einnchmern übertragen werden können, welche schon jetzt nicht nur die direkten Kommunalsteuern, sondern auch in den meisten Orten Erträge aus den Gemeinde-Waldungen, -Wiesen und -Feldgütern zu vereinnahmen haben. Ist ein solcher Einnehmer in einzelnen Fällen nicht geeignet und findet sich in dem betreffenden Ort auch sonst keine brauchbare Persönlichkeit, so müßte die Gemeinde zunächst mit einer benachbarten Gemeinde zu einer Untererhebung vereinigt werden, was bei sehr nahe gelegenen Orten ohnedies geschehen soll. Im Interesse der Ortseinwohner liegt es hiernach, darauf hinzuwirken, daß in Zukunft als Gemeinde-Einnehmer nur solche Männer bestellt werden, die auch als staatliche Untererheber Verwendung finden können. ES ist beabsichtigt, den Untererhebern eine Hebgebühr zu gewähren, die im Durchschnitt wohl nicht höher als zu 2 Prozent angenommen zu werden braucht, weil die Erhebung der Staatssteuern — zumal in Zukunft — wesentlich einfacher ist, als die der vielfach sehr mannigfachen Gemeinde-Jntraden. Die Distriktseinnehmereien würden im wesentlichen an die Stelle der Rentämter treten mit dem Unterschiede, daß sie keine Rechnung zu stellen hätten. Eine Vermehrung der Stellen ist deshalb nicht erforderlich, weil der durch die Uebernahme der seitherigen Rentamtsgeschäfte entstehende Arbeitszuwachs durch die Entlastung infolge der Errichtung örtlicher Untererhebungen ausgeglichen wird. Außerdem sollen — wie bereits erwähnt — in den größeren Städten den Distriktseinnehmern im ganzen fünf Unterer» Heber beigegeben werden. Hierzu kommt noch, daß durch das Vermögenssteuergesetz der gänzliche Fortfall der häufig sehr zahlreichen Ausmärker aus den Steuerhebregistern bedingt wird, daß die dermaligen Geschäfte der Rentämter zum Teil der Hauptstaatskasfe (Rechnungsstellung) und zum Teil den Oberförftereien und anderen Verwaltungsbehörden (Anfertigung von Heblisten rc.) übertragen werden sollen und daß ferner die auswärtigen Erhebungen der Distriktsein- nehmereien demnächst wegfallen werden. Zur Visitation der Lokalkassestellen sind fünf Beamte vorgesehen. Insgesamt wird, wie ziffernmäßig nachgewiesen wird, die Neu-Organisation der Lokalkasse- stellen einen Mehraufwand von 5400 Mk. beanspruchen. Infolge der immer weiter fortschreitenden Uebertragung der Untererhebung sämtlicher Staatseinnahmen auf die örtlichen Kaffestellen wird sogar nach wenigen Jahren eine nicht unerhebliche Anzahl von Distriktseinnehmereien aufgehoben, und hierdurch eine beträchtliche Ersparnis erzielt werden können. Hierzu kommt noch, daß — wie bereits mehrfach den Ständen gegenüber erklärt worden ist — die Obereineh- merei Mainz auf die Dauer zur Bewältigung der Geschäfte für die Provinz hätte in Aussicht genommen werden müssen. Hierdurch allein wäre aber ein Mehrbedarf erforderlich gewesen, der die obige Summe von 5400 Mk. bei weitem überstiegen hätte. Vor einer nur vorübergehenden Mehrausgabe wird man aber umsoweniger zurückschrecken dürfen, als sich im Falle der Beibehaltung der dermaligen Organisation ein Zustand herausgebildet hätte, der auf die Dauer doch nicht haltbar gewesen wäre. Infolge der durch die Steuerreform zu erwartenden steuerlichen Erleichterung der ländlichen Bevölkerung wären nämlich die Distrikseinehmer in den Landbezirken derart entlastet worden, daß sie nicht mehr genügend beschäftigt gewesen wären. Trotzdem wäre eine Verminderung der Stellenzahl bei den interessierten Gemeinden auf den lebhaftesten Widerstand gestoßen, wie bereits mehrfache der Regierung vorliegende Eingaben beweisen. Entweder hätte man also demnächst die Distrikteinnehmereien vermindern und dadurch die zur Zeit bestehenden Unzuträglichkeiten noch vermehren müssen, oder man hätte eine große Zahl von Beamten besolden müssen, die notorisch nicht ausreichend beschäftigt gewesen wären. Dem auf diese Weise drohenden verderblichen Mißverhältnis kann aber am zweckmäßigsten durch die soeben geschilderte Neuregelung des Kassewesens und insbesondere durch Schaffung örtlicher Kassestellen vorgebeugt werden. Der letzte Abschnitt der Denkschrift beschäftigt sich mit der Organisation der Zentralkassen, worauf wir noch zurückkommen werden. * Vom Kriegsschauplatz. Das englische Kriegsamt hat jetzt endlich durch ein Telegramm aus Kapstadt Kunde von dem Gefecht bei Colesberg erhalten, aber die Meldung enthält kein Wort davon, daß General French die Stadt besetzt hat. Daß dies nicht geschehen, wird zum Ueberfluß noch amtlich bestätigt in der folgenden Nachricht: Kapstadt, 2. Januar, abends. Bisher ist noch keine amtliche Mitteilung von der Besetzung ColeS- bergs durch Truppen des Generals French ein» gegangen, es verlautet indessen, daß gestern nachmittag Streifpatrouillen die Stadt betreten hätten. Die Annahme, daß die Rückwärtsbewegung der Buren eine wohlüberlegte und planmäßige war, erhält durch die amtliche Meldung eine Stütze, da aus ihr hervorgeht, daß es sich nicht, wie die ersten Privatnachrichten wissen wollten, um einen Rückzug der Buren in „voller Auflösung und überstürzter Flucht" gehandelt, daß der Feind vielmehr seine gesamten Geschütze mitgenommen und General French auch nicht die eine Hotchkiß-Kanone der „Daily Mail" erbeutet hat. Hätte French den Buren eine „völlige Niederlage" beigebracht, so hätte er, zumal er über genügende Kavallerie verfügt, seinen Sieg zweifellos ausgenutzt, die Verfolgung der Buren ausgenommen und Colesberg besetzt. Das aber ist nicht geschehen. Auch von Verlusten der Buren schweigt der Telegraph, der amtliche sowohl wie der nichtamtliche, während solche auf englischer Seite verzeichnet werden, und die zahlreichen feindlichen Wagen und Vorräte, welche den Engländern in die Hände fielen, sind nur in der Phantasie der Privatkorrespondenten der Londoner schlafen. Blätter Wirklichkeit. Wir können also vorläufig die Folgen dieses Erfolges ruhig abwarten. London, 3. Januar. Zu der Besetzung des Ortes Douglas durch den Oberst Pilcher wird gemeldet: Die Ankunft der Kolonne Pilcher stellte das Vertrauen unter den Eingeborenen wieder her. Das Ergebnis des gestrigen Gefechtes war die vollständige Zerstreuung der Aufständischen, die in den letzten 6 Wochen das tanö beherrschten. Ihr Lager war zumeist von britischen Staatsangehörigen besetzt, welche bei der Ankunft eines Buren-Kommandos mit dem Feinde gemeinsame Sache gemacht hatten. Oberst Pilcher hatte Nachts ein Schreiben an den Landdrost gerichtet, worin er mttteut, er beabsichtige auf Douglas zu marschieren und worin er allen Waffen tragenden Aufständischen Strafen androht. Diejenigen, welche sich ergeben, würden den Zivilbehorden Kunden wurde, zu überantwortet werden. Eine Menge Munition und viele Briefe, worin die ganze Organisation des Distriktes ersichtlich ist, wurden vorgefunden. London, 3. Januar. Die Buren kehrten Dienstagnacht in ihre Stellungen bei Colenso wieder zurück. Sie erhielten nachts bedeutende Verstärkungen und eröffneten , ein heftiges Feuer auf die Engländer, welches diese jedoch kalt ließ. • * Telegramme des „Gießener Anzeiger". Der neue „Sieg" der Engländer bei Colesberg. Brüffel, 4. Januar. Nach hier eingetroffenen authen- I tischen Nachrichten stellt sich der sogenannte „Sieg" I des Generals French als eine regelrechte Nieder- I läge heraus. General French besetzte keine einzige I Buren-Stellnng, mußte sich vielmehr mit einem I Verlust von 140 Mann znrückziehen. London, 4. Januar. Die heutigen Morgenblätter fabeln I noch immer von dem „Siege vor Colesberg" und stellen I denselben als befriedigend dar, obgleich sie zugeben, daß | dieser „Coup" nur einen schwachen Erfolg gegen die Buren I gehabt fjabe. — Aus dem Lager von Frere berichtet die I „Daily Mail", daß die Buren große Thätigkeit an den I Tag legen, besonders im Süden des Tugela-Flusses. Ein I Angriff wird stündlich erwartet. — „Daily Mail" meldet I aus Ladysmith, daß die Buren die Beschießung der Stadt neuerdings wieder begonnen haben, daß aber die Belagerten I gute Hoffnung haben, bis zum Entsatz aushalten zu können. I — „Daily Mail" meldet ausEustin, daß die Verbindung I zwischen dieser Station und dem Oranje-River augenblick- I lich wieder hergestellt ist. Loudon, 4. Januar. „Daily Telegraph" meldet, daß I das Kriegs-Departement den General-Major Stuart, I Kommandanten der königlichen Artillerie und dem Leut- I nant Walford Befehl gegeben habe, sofort sich zum I Kriegsamt zu begeben, um dort gewisse Fragen über | die Artillerie zu beantworten. Das Kriegsamt be- I absichtigt die Neubewaffnung der Artillerie mit Geschützen neuester Konstruktion. lieber diese Pläne wird vollständiges Stillschweigen beobachtet. Das KriegSamt gibt aber zu, daß er die Frage der Anschaffung von Artillerie- Material im großen und ganzen in Erwägung gezogen habe. Sämtliche Blätter sind mit diesem Plane einverstanden, I ausgenommen „Morning Leader". London, 4. Januar. Ein hiesiges Blatt will aus Gibraltar erfahren haben, das fliegende Geschwader habe Ordre, nach Südafrika zu gehen und die Delagoa- bai zu bewachen, sobald es bei Gibraltar vom Kanalgeschwader abgelöst werde. London, 4. Januar. Die Lage vor Ladysmith scheint derart zu fein, daß General Buller gezwungen ist, einen neuen Vorstoß zu versuchen. Mehr Krankenträger werden aus Durban verlangt. Patrouillengänge und Re- kognoscierungen sind vermehrt. Artillerie beschießt die Punkte, wo Buren vermutet werden. Letztere sind nicht unthätig geblieben. Sie verschanzten sich bei Springfeld und haben ein Detachement südlich von dem wieder passierbaren Tugela-Fluß vertrieben. London, 4. Januar. DaS Büreau Dalziel meldet aus Durban: Ein aus der Delagoabai eingetroffener Reisender will beschwören, daß vor wenigen Tagen eine große Lieferung von Kanonen von Krupp und Creuzot für Transvaal dort gelandet worden sind. Die Kanonen seien in Kl av ierlist en verpackt gewesen, Nom, 4. Januar. Der italienische Friedensverein veröffentlicht in den Zeitungen einen Aufruf an die Regierung, sie möge im Einvernehmen mit den alliierten Mächten England und Transvaal ihre Vermittelung anbieten. Deutscher Keich. Berlin, 3. Januar. Der Kaiser hörte heute morgen von 10 Uhr ab die Vorträge des Kultusministers Studt, des Finanzministers Miquel und des Chefs des Zivilkabinetts von Lucapus. — Auf die nach London berichtete Reklamation der deutschen Regierung wegen der Beschlagnahme des Dampfers „Bundesrat" ist wie die „National-Zeitung" hört, bis heute Mittag noch keine Erwiderung eingegangen. — Der Reichs-Kommiffar für die Pariser Weltausstellung, Geheimerat Richter, siedelt morgen nach Paris über. — Der Direktor der Ostafrika-Linie, Konsul Wörmann war dem „Lokal-Anzeiger" zufolge gestern bei dem Dezernenten des Auswärtigen Amtes, traf aber den Reichskanzler nicht an. Er erhielt die Versicherung, daß die deutsche Regierung sich auf das eifrigste bemühe, die Interessen der Gesellschaft wahrzunehmen. Etwas Entscheidendes in der Angelegenheit der beschlagnahmten Schiffe sei aber noch nicht erfolgt und es könnten immerhin noch I -Der RedakteurdeS „Ulf“, S.g«°r Mehr.ng wurde heute wegen eines au> die VerurteilunlI de-Dreyfits in R-nn-S anknüvfendcn Gedichtes worm eine JK schimpfung der Einrichtungen der katholischen Kirche g- >n wurde su 6 Monaten Gefängnis verurteilt. München, 3 Januar. Der im Elsaß «"Duell gefallene Leutnant vom 4. badischen Jns.-Reg. Schla tz wurde hier beerdigt. Der Bataillonskominandeur Major Deimling hielt dabei eine Ansprache, über welche die „Neue Bayerische Ztg." wie M berichtet. „Der Bataillonskommandeur dankte dem erschossenen Kameraden, indem er ihm zugleich den letzten Gruß d-S Regimen § brachte, dafür, daß er mit Treue bis in den 4,ob sein Leben geopfert habe, den A n s ch a u u n g e n t r e u, i n d e n e n ihn das Regiment erzogen habe. Das Regiment, so schloß Major Deimling seine kurze Apostrophe, dankt Dir dafür, und in diesem Bewußtsein magst Du ruhig einig- Tag. vergehen, ehe über di- Entsch.idung^er An- «•* Inseln überfallen und gepiunbet« [ »“Jb ' g^iffeS Kapitän und die gesamte Mannsch^t -> Sch N erschlagen wurden. Das ausgeraubt- Schiss könnt- einen Händler der Firma Herrnsheim & geborgen AustMtz. Wien, 3. Januar. Die Meldung Budapester Blätter, daß die Kriegsverwaltung beabsichtige, noch in diesem Jahre eine wesentliche Erhöhung der Friedenspräsenzstärke der Armee vorzuneymen, wird von kompetenter Seite als willkürliche und tendenziöse Erfindung bezeichnet. Budapest, 3. Januar. Die an der Börse verbreiteten Gerüchte, daß Ministerpräsident Snell zu demissionieren gedenke, sind unbegründet. Paris, 3. Januar. Hiesigen Blättermeldungen zufolge soll Kaiser Wilhelm die Pariser Weltausstellung im Saufe des Sommers besuchen wollen. Derselbe würde in Begleitung eines größeren Geschwaders wahrscheinlich zu Anfang Juni in Havre eintreffen und sich von dort nach Paris begeben. Paris, 3. Januar. Der „Politique Coloniale" zufolge werden die Prinzen Heinrich von Preußen und Waldemar von Dänemark am 15. Januar zu einem dreitägigen Besuch in Saigun erwartet. Der Generalgouverneur Do um er bereite ihnen einen festlichen Empfang vor. Paris, 3. Januar. Der Staatsgerichtshof bejahte die Schuldfrage gegen Dvroulöde mit 136 gegen 37 Stimmen. London, 3. Januar. Eine Washingtoner Drahtung des „Bureau Lassan" meldet: Die Erwerbung von Dänisch-Westindien werde jetzt in unterrichteten amtlichen Kreisen als gewiß betrachtet. Der Gesetzentwurf, welcher 3 Millionen Dollars für den Ankauf flüssig machen j soll, werde demnächst dem Kongreß unterbreitet, und nach seiner Annahme werde über den Ankauf unterhandelt werden. Lokales und MovinMes. Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen! Gießen, 4. Januar 1900. ** Stadttheater. Morgen, Freitag, findet wiederum Operettenabend statt und zwar wird außer dem lustigen, unverwüstlich komischen Einakter: „Kaudels Gardinenpredigten" die vor Weihnachten mit großem Beifall begrüßte Operette von Franz von Suppo: „10 Mädchen und kein Mann" wiederholt. In derselben ist das gesamte Damenpersonal in hervorragender Weise beschäftigt. Besonders das Spiel der Damen auf den Holz- und Stroh- Instrumenten war bei der ersten Aufführung tadellos und wurde unter stürmischem Beifall da capo verlangt. Da tnele Theaterbesucher vor Weihnachten verhindert waren, durfte denselben es sehr willkommen sein, die Operette noch- mals auf dem Repertoir zu sehen. Die Vorstellunq findet im Abonnement und, unbeachtet der hohen Kosten, zu ae- wohnlichen Eintrittspreisen statt. B ** Radsport. Die Ehrengabe der Stadt Gießen ein prachtvoller echt silberner Spitzbecher, wurde zum ersten Q!n 1? September v. I. auf dem hiesigen Sport- ium «u-trag gebracht. Der Ver- „“J hiJeo Vin ^-rst spannender gewesen und d,e Zeitunterschiede der konkurrierenden Vereine aus Frankturt, Weisenau, Lollar und Gießen erwiesen sich als als es bisher zweifelhaft g-bliell-n war, wer als endgiltiger ©leget angesehen werden müsse. Nunmehr des Deuticken Untersuchung der Sportausschuß Urt°U °öm 23 D -^ k^^ Ochste 3"ftani durch «tri« für ^eietmbet °udg,lt,g und einstimmig diesen verdienten Erfolg der jungen Gießener Rennmannfck welchem man ihr nur aus das berrlickfl. iu Wahrend di- „Wanderer", G-R G faTUL Hauptaugenmerk aus das glmeinschast L Z”™" ihr Wandersahren richten, haben ^dicse süns Herren den°R “nt> IS 5SSRS** - B» ** Polizeibericht. Der Wagenwärter Karl Klotz von hier fiel gestern abend zwischen Station Marburg und Marburg-Süd von dem Personenzug. Er trug hierbei derartige Verletzungen davon, daß er in die Klinik nach Marburg verbracht werden mußte. — Im Laufe des gestrigen Tages mietete ein bis jetzt Unbekannter, angeblich Karl Hohmann, Steuer-Assistent ans Koblenz in hiesiger Stadt ein Zimmer. Er verstand es, sich bei der neuen Hauswirtin einen Kredit von 100 Mk. zu erbitten, um feine Sachen, als Klavier rc. einzulöfen. Derselbe ist jedoch nicht wieder erschienen, und mit dem Hundertmarkschein verschwunden. — Gestern vormittag wurde in der offen stehenden katholischen Kirche der dortselbst befindliche Opfer stock gewaltsam erbrochen und seines Inhaltes, bestehend in 8 bis 10 Mark beraubt. — Dem Thäter ist man auf der Spur. + Nidda, 3. Januar. Heute nachmittag fand im Sitzungssaale des Großh. Amtsgerichts dahier durch Herrn Amtsrichter Röm Held ein interessanter Vortrag aus dem neuen Recht für die Großh. OrtsgerichtSvorsteher unseres Bezirks statt über deren Thätigkeit als Hilfsorgane der Gerichts- und der Vormundschaftsbehörde, sowie als Standesbeamte. Offenbach, 3. Januar. In der Neujahrsnacht 12 Uhr hat sich der GeleitSstraße 28 hier wohnende Wirt Gerl ach in der Wirtsstube im Beisein der Gäste erschossen. Er gab mit einem Taschenrevolver einen Schuß in seine linke Schläfe ab und fiel dann entseelt nieder. A Mainz, 3. Januar. Infolge der heftigen Niederschläge der letzten Tage ist der Rhein und Main innerhalb zweier Tage sehr bedeutend gestiegen. Von gestern auf heute ist der Rhein hier annähernd einen Meter gewachsen, und steigt noch merklich. Nach amtlichen Nachrichten ist seit verflossener nacht bei Würzberg das Maineis im Gange und verursacht starkes Steigen des Flusses. Da oberhalb viel Schnee gefallen ist, und das noch zugefrorene Erdreich die Waffermassen aus den Schneegegenden nicht aufnehmen kann, wird allgemein in den Niederungen des Rheines Ueberschwemmung befürchtet. Mainz, 3. Januar. Passanten fanden am Sonntag in einem Gebüsche bei der Straßenbrücke die Papiere eines Kellners nebst Zettel mit folgendem Inhalt: „Ich gehe in den Rhein, der nimmt mich besser auf als die Menschen. Bitte Nachricht nach Frankfurt zu geben." Die Papiere lauteten auf den Namen Karl Julius Emil Bockat, geboren 1871 in Waffe, zuletzt in Frankfurt in Stellung. — Eine große Uederraschung wurde einem hiesigen Einwohner in der Sywesternacht beschert. Eine Botenfrau brachte ihm aus Frankfurt in einem Packet ein kleines Kind mit der Erklärung, dies Kind schicke die Mutter, die krank geworden fei, seinem Vater, damit er sich seiner annehme, sie könne nicht mehr dafür sorgen. Was der Mann, der, nebenbei bemerkt, verheiratet ist, zu dieser NeujahrS-Ueber- rüschun'g geäußert hat, wird nicht berichtet, vielleicht hat seine Gattin die Rede für ihn gehalten. — Heute mittag hat sich ein 16jähriger junger Mann, der schwermütig war, erscho ffen. Vermischtes. * Aus Nassau, 3. Januar. Neuerdings ist durch die Regierung zu Wiesbaden den Landratsämtern und Kreis- schulinspektdren ein Ministerialerlaß aus dem Jahre 1384 in Erinnerung gebracht worden. Danach darf von Fali zu Fall ein Jagdschein anLehrer nur verausgabt werden, wenn der Kreisschulinspektor nichts einzuwenden hat. * Trier, 2. Januar. In großer Gefahr schwebte der um 11 Uhr 16 Minuten von hier nach Koblenz abfahrende Personenzug. Kurz vor seiner Durchfahrt durch den Kochemer Tunnel entdeckte ein Bahnwärter noch rechtzeitig im Tunnel einen Schienenbruch. Durch Signalschluß konnte der im vollen Fahren begriffene Zug noch zur rechten Zeit gewarnt werden und passierte nun die gefährdete Stelle durch vorsichtiges und langsames Fahren. 4 Chemnitz, 3. Januar. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich in dem hiesigen Elektrizitätswerk. Ein Maschinist hatte in gebückter Stellung eine Besorgung vorzunehmen und traf beim Aufstehen mit dem Kopf an einen Stromdraht. Er sank sofort tot zu Boden. * Bunzlau, 3. Januar. In der zu den Siegersdorfer Werken gehörenden Braunkohlengrube bei Groß- Raescher bei Bunzlau ist ein unterirdischer Brand aus- gebrochen, der erst nach tagelangen Anstrengungen gedämpft werden konnte. Dabei ist auch eine Anzahl Bergleute ums Leben gekommen, die sich nicht rechtzeitig genug aus oer brennenden Grube retten konnten und teils erstickten, teils verbrannten. Man spricht von zwölf Leichen, von denen einzelne ganz verkohlt zu Tage gefördert wurden. . . Flensburg, 3. Januar. Wie aus Faaborg gemeldet wird, ist me dortige Schoonerbrigg „Henriette" (Kapitän iaofen) auf ihrer Reise von Newcastle nach Drammen bei Sarfunb gestrandet. Die sieben Mann starke Besatzung sand den Tod in den Wellen. * Wien, 1. Januar. Von einem Löwen zerrissen. Heu e vormittag, während zahlreiche Besucher im Wiener s»„x 1 “"toc'cnb waren, wurde ein Wärter namens Karl » udnowsli von einem erwachsenen Löwen im Käfig, den er 3’* m Stücke zerrissen. Eigentlich hätte Rud- L,r-VtntrClen f°öen- wenn sechs Löwen in den zweiten waren. Schon einmal ging er zu den sechs ben 6ifinbf’a8 J'e bur* eine F°llchur Heute hatte er @uroüaP3iJ tt^n' Ol8r sich die LowinSarah, die in «B* - blieb unbeachtet. Erst als man Strohfeuer anzündete, flüchteten die Löwen in den zweiten Käfig, die zerfleischte Leiche zurücklassend, die man nun bergen konnte. ♦ Innsbruck, 3. Januar. Eine der ersten Schauspielerinnen vom hiefigen Stadttheater, die erste Heldin, Frl. See mar, wollte'sich gestern abend gegen 5 Uhr im Inn ertränken. Sie hatte sich bereits über das Geländer des Jnnsteges geschwungen und hielt sich nur noch an demselben fest, um sich dann ins Wasser fallen zu laffen. In demselben Mbment sprang der Gemeinderat und Schlossermeister Zismair, der mit anderen Herren des Weges kam, hinzu, er faßte die junge Dame bei den Händen und hielt sie fest, bis seine Begleiter ihm bei der weiteren Rettung helfen konnten. „Meine Herren, ich kann es ihnen nicht danken", bemerkte sie zu ihren Lebensrettern. Eine Liebes- affaire soll die talentvolle junge Künstlerin zu dem Entschlüsse, den Tod im Inn zu suchen, veranlaßt haben. * Madrid, 3. Januar. In den letzten Tagen gingen in ganz Spanien furchtbare Regengüsse nieder. Der Guadalquivier steht fast 1.5 Meter über Normalhöhe, der Manzanares ist über die Ufer getreten. Ueberall werden Überschwemmungen befürchtet. Universität und Hochschule. — Leipzig, 2. Januar. Der König haben geruht, den bisherigen Profeffor der Universität Dr. phil. August Fischer vom 1. April 1900 an zum ordentlichen Professor der orientalischen Sprachen in der philosophischen Fakultät der Universität Leipzig zu ernennen. — Weimar, 2. Januar. Wie verlautet, ist die Errichtung einer technischen Hochschule für die thüringischen Staaten nunmehr gesichert. Die Verhandlungen der Regierungen sind dem Abschlüsse nahe. Als Ort der Hochschule ist Jena vorgesehen. — Verschiedenes r Bei der Jahrhundertfeier in der Berliner Universität, am 13. Januar, wird Professor v. Wilamowitz-Möllen- dorf die Rede halten. — Der Kieler Chirurg Friedrich v. Esmarch benutzt seine Mußezeit im Ruhestand dazu, Lebenserinnerungen niederzuschreiben, wie das vor ihm in der letzten Zeit der frühere Straßburger Kliniker Adolf Kußmaul, jetzt in Heidelberg, und der Würzburger Anatom Albert v. Kölliker gethan haben. Auch Esmarch weiß sicherlich viel interessantes zu erzählen, da er die ganze neuzeitliche Entwickelung der Kriegs-Chirurgie mitgemacht, in den schleswig-holsteinischen Kriegen von 48 und 49 und 64, im Kriege von 66 und 70 an hervorragender Stelle thätig gewesen ist. — Die Universität von Pennsylvanien hat eine neue Forschungsreise nach Babylon unter dem Assyriologen Hil- precht (früher in Breslau) ausgerüstet, um die Stadt Rippur vollends ausgraben zu lassen. — Den Dr.-ing. erstreben jetzt auch die technischen Hochschulen in der Schweiz, um nicht hinter den reichsdeutschen zurückzublicken. — Am 13. Januar feiert Geh. Rat Professor Alfred He gar an der Universität Freiburg i. B. seinen 70. Geburtstag. Der berühmte Gelehrte wirkt nun schon über 30 Jahre an unserer Hochschule und hat die Verlockendsten Berufungen an andere Universitäten ausgeschlagen. Die akademischen Kreise rüsten sich, den 70. Geburtstag Pros. Hegars festlich zu begehen. — Prof. Dr. Wach, der bekannte Rechtslehrer an der Leipziger Universität, feiert Anfang März das Jubiläum seiner 25jährigen Wirksamkeit als Professor an der dortigen Universität. In Anwesenheit des Königs wird Ende Januar, bezw. Anfang Februar die neue chirurgische Klinik der Universität feierlich eingeweiht. — Die Königliche Technische Hochschule zu Hannover wird im Winterhalbjahr 1899/1900 von 966 Studierenden und 324 Hospitanten besucht. Dazu kommen noch 6 Damen als Hörerinnen. Von den Hörern sind 112 aus außerdeutschen Ländern, u. a. aus Norwegen 27, aus den Niederlanden 25. Da aus der Provinz Westfalen nicht weniger als 147 Studierende verzeichnet sind und da auch wohl noch andere Technische Hochschulen von Westfalen aus besucht werden, liegt die Frage nahe, ob sich nicht für jene Provinz die Gründung einer eigenen Technischen Hochschule empfehlen dürfte. Heer und Marine. München, 3. Januar. Die bayerische Artillerie soll nach preußischem Muster umgewandelt werden. Die roten Büsche auf den Helmen, der breite rote Streifen an den Hosen werden verschwinden, und an Stelle der Pickelhauben sollen Kugel- bauben treten. (Da wird Freund Sigl im „Vaterland" wieder schön gsaen die „Verpreußung" loswettern!) Theater. Mainz, 3. Januar. Mozarts „Zaubers löte^ ist in 'der Münchener Ausstattung, mit neuen Dekorationen und Kostümen, im Stadttheater in Szene gegangen. Die Gesamtmirkung war eine gute. Allgemeine Anerkennung fanden die sebr wirkungsvollen Dekorationen. — Gestern waren 25 Jahre verflossen, seitdem Herr Dr. Ludwig Strecker, der jetzige Chef des Mustkalien-Verlags B. Schott Söhne diesem Etablissement seine Thötigkeit widmet. Landwirtschaft. — Mainz, 3. Januar. In Anwesenheit von Vertretern der Regierung und der Stadt fanden gestern und heute hier unter dem Vorsitz des Präsidenten des Hessischen Landwirtschaftsrates, Geheimen Regierungsrats Haas mehrere Vorträge für praktische Landwirte statt, bei welchen in erster Linie der neue Weinsteuer-Gesetzentwurf zur Besprechung kam. Im allgemeinen fand der Entwurf nur sehr geteilten Anklang und waren es im besonderen die vorgeschlagenen Kontrollvorschriften für die man sich nicht begeisterte, obgleich es nicht an Stimmen fehlte, die das ganze Gesetz für wertlos erklärten, wenn keine Kontrolle eingeführt würde. Ministerialrat Braun der den Vorberatungen in Berlin angewohnt hatte, hält statt einer Keller- und Lagerkontrolle, eine Buchkontrolle für ausreichend, ist aber entschieden gegen den Vorschlag, denjenigen unter eine Kellerkontrolle zu stellen, der bereits gegen das Weinsteuergesetz verstoßen habe, indem eine solche Bestimmung das Gesetz zu einem unberechtigten Ausnahmegesetz stempele. Eine Abstimmung wurde nicht vorgenommen, sondern dem demnächst zusammentretenden Ausschuß des Landwirtschaftlichen Provinzialverein das weitere überlasten. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 6. Januar 1900. Vorabend 4aa Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr, Sabbathausgang 525 Uhr.j Gottesdienst der israelitischen KeligiousgesePchast. Sabbathfeier am 6. Januar 1900. Freitag abend 4« Uhr, Samstag vormittag 8« Uhr Predigt, nachmittags 8 Uhr, Sabbathausgang ß80 Uhr. Wochengottesdienst morgens 7 Uhr, abends 4 Uhr. Wetterbericht. Das Depressions-Zentrum hat sich noch vertieft, feine Lage jedoch wenig verändert. Gleichzeitig breitet sich der niedere Druck weiter gegen den Kontinent herein aus, wobei das Barometer in Zentral-Europa in starkem Steigen begriffen ist. Das Maximum ist nach dem äußersten Süden zurückgedrängt worden und hat an Intensität wesentlich verloren. Ein sekundäres Minimum liegt heute über Zentral- Europa. An den Hochstationen unseres Gebietes war der Himmel am morgen weist bedeckt oder nebelig. Die Temperaturen liegen andauernd hoch. Voraussichtliche Witterung: Meist trübes, kühleres Wetter mit stellenweisen Niederschlägen. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurter Börse vom 3. Januar. Wechsel auf New-York zu 4.21-22. Prämien auf Kredit per ult. Januar 2.10%, do. per ult. Februar 3.50%, Diskonto Kommandit per ult. Jan. 1.60%, do. per. ult. Februar 2.80%, Lombarden per ult. Jan. 0.70%, do. per ult. Febr. 0,000/#. Notierungen: Kreditaktien 235-235.10-283.90, Disk.-Kom- mandit 194.00-192.90, Staatsbahn 185.00-134.30, Gotthard 143.40, Lomb. 29.10-28 80, Ungar. Goldrente 97.50, Italiener 93.60, 3proz. Mexikaner 26.20, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19, Privat-Diskont 5%%. 1% bis 2% Uhr: Kredit 234.90-233-233.20-233, Diskonto 193- 192-192.30-192 10, Staatsbahn 134.70-50, Lombarden 29. Limburg a. d. Lahn, 3. Januar. Fruchtmarkt. Durch, schnittspreis pro Malter. Roter Weizen 13.00 Mk., Weißer Weizen —.— Mk., Korn 11.20 Mk., Gerste 9.50 Mk., Hafer 6.75 Mk., Erbsen —.— Mk., Kartoffeln Mk. Verlosungen. (Ohne Gewähr.) Lotterieziehungen im Monat Januar. Am 5. Oester- reichliche allaemetne Bodenkredit-Anstalt 3proz. 100 fl.-Vrämirn- Pfandbriefe II Emission von 1889. Höchster Preis 50000 fl, niedrigster 200 fl. Jedes Los ä 100 fl Auszahlung am 1. August. — Salzburger 20 fl.-Lose |oon 1872. Höchster Preis 25000 fl., 'S S3 sondern d Niß entstanden «Achte" anerlenl Elsa Duve. AgneS Hammer ( ■ Susy Berken Frieda Helm. Tochter X-ucte Kugler. Marie Reiners. Antonie Rux. T. C. Alter-Herren-Abend Samotag, 6.Januar, Röhrles Bierhalle. Ernst Balser U Mäusbnrg 11. r ü b l 'schen * U"6 in ZMlks Gründung eines KesWe» lMnik-MlUMu behufs Erhöhung der Gewinnchancen und Verminderung des Risikos werden verehrliche Jntereffenten gebeten, ihre werten Adressen unter Chiffre 0. 160 in der Expedition dieses Blattes gefl. Danksagung*. 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