Nr. 206 Dienstag bett 4. September 150. Jahrgang 1900 Kichmer Anzeiger Keneral-Anzeiger Amts* und Anzeigeblatt ffir den Aireis Gieren. W«»>h«e ww »»zeigen zu bet —glitteflf Mr baa «f^etatnben Num«t Mf Htm. W Wt. »aMT «. JBlifa* W W •MWuÄbt* •erbe» beei »«zeig« »6t Äazeigtn-BtrmittiungSfteken des In* und »ulte*» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgeje« ZetlenpreiS: lokal 12 Pfg^ oultoärtl 20 Pfg. GfichrNN ttgNch mit »lilaatnK bei Dezugapreis vierteljährl. Mk 2M monatlich 75 Pf,, mit Bringerlohnr durch die AbholesteL« vierteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 Vierteljahr, mit Bestellgeld. Erstes Blatt. tmh Htw »*♦#••!< r. GrattrdeitaMl: Gießener Familienblätter, Der heWtze Landwirt, Kälter Mr hrMfche DsütsKunde. «dreße für Depesche«: Anzeiger Fernsprecher Nr. 5L Amtlicher Teil. Gießen, den 1. September 1900. Betr.: Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen. Die Großh. Kreis-Schulcommisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 2. August l. IS. (Gießener Anzeiger Nc. 181) noch nicht uachgekommen find, werden an alsbaldige Erledigung erinnert. v. Bechtold. Gießen, den 31. August 1900. Betr.: Ablieferung der allgemeinen evangelischen Kirchensteuer an den Zentralkirchensond. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien deS Kreises. Einem Ersuchen Gr. Oberkonsistoriums gemäß beauftragen wir Sie, den Gemeinde-Einnehmer Ihrer Gemeinde anzuweisen, die noch für 1899/1900 rückständigen evangel. Kirchensteuern sowie die auS 1900/1901 bereits eingegangenen Posten, insoweit es sich nicht um geringfügige Beträge handelt, an den Rechner des evangelischen Zentralkirchen- fondS abzuliefern. v. Bechtold,. Gießen, den 31. August 1900. Betr.: Die an den Centralkirchenfond abzuliefernden Erträgnisse des Einkommens der evangelischen Pfarrstellen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die evaugel. Kircheuvorstäude deS Kreises. Wir empfehlen Ihnen, etwaige aus demJahre 1899/1900 noch rückständigen Erträgnisse alsbald an den Rechner deS evangelischen Centralkirchenfonds abführen, und auf die Erträgnisse des Jahres 1900/1901, soweit dies jetzt schon möglich, Abschlagszahlungen leisten zu lassen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Gesundere: 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Taschenmesser, 1 Kinderstrohhut, 1 Häkelkörbchen mit Inhalt. Verloren: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 goldner Lwicker mit Etui. Gießen, den 1. September 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Volitische Wochenschau. Gießen, 3. September 1900. Im Vordergründe des Interesses stehen nach wie vor die Ereignisse in China. Zwischen dem riesigen Reiche der Mitte (der zDrucksehlerkobold machte im Sedan- Artikel unserer letzten Nummer schal Haft erweise ein „ewiges Reich" daraus) und den Mächten besteht bekanntlich Amtlich kein Kriegszustand, eine Fiktion, die sich eigentlich schon nicht hat aufrelchterhalten lassen, nachdem man in aller Form Kriegsbeute gemacht hat, von der den Deutschen ein schöner Torpedotreuzer zugefallen ist. Die Russen haben sich vieler Stücke des Geschützmaterials bemächtigt, das sie auf dem Wege nach Peking antrafen; aus den Berichten der russischen Militärs leuchtet die Freude hervor über diese Erwerbungen, die meist Erzeugnisse der Kruppschen Fabrik sind. Die Amerikaner iNtöchten China möglichst geschont wissen, und ihre Regierung hat auf Grund dieser Politik dem Gesandten Conger in Peking die Schmach angethan, ihn für parteiisch in den chinesischen Angelegenheiten 'zu erklären, ihm die Berichterstattung über die politische Lage zu entziehen und dem General Chaffee zu übertragen, als wenn Chaffee die Vorgänge während, L>er Belagerung der Gesandten und deren Ursachen besser kennte Md zu beurteilen wüßte wie ein Augenzeuge dieser Vorgänge. Aber Conger hat einen für seine Regierung zu Liefen Einblick in ine Verantwortung der amtlichen chinesischen Meise gethan, und seine bisherigen Gerichte 'fielen nach der Auffassung des Washingtoner Kabinetts zu scharf — also nicht unparteiisch aus. Die Befehlshaber der verschiedenen Machte haben in Peking eine militärische Regierung eingerichtet, in der jede beteiligte Macht durch einen Offizier vertreten ist. Unter dieser Regierung, oder besser Stadtverwaltung, stehen die für die einzelnen Stadtteile zur Aufrechterhaltung der Ordnung eingesetzten „Komitees", unter denen man nad)1 -Lage der Dinge wohl Militärkommandos zu verstehen hat, denn das Zivil, und gar das chinesische, hat dabei doch Wohl kauw mitzuwirken. Die kaiserlichen Paläste sollen peinlich geschont werden. Geplündert haben die fremden Truppen dber doch- denn es wird von Schätzen gesprochen, deren sich Russen und Japaner bemächtigt hätten. Die erste deutsche A b t e i l u n g ist am 17., zwei Tage nach der Einnahme Pekings, in dieser Stadt angelangt. Wenn nun «aber diese Einnahme ohne deutsche Mitwirkung vor sich ging, so 'haben doch die Deutschen bei den vorhergegangenen kriegerischen Vorgängen ganz hervorragend initgewirkt, was ihnen jetzt durch viele Zeugnisse aus fremdem Munde bestätigt wird, (fiigländer und Russen firachen sich gelegentlich den Ruhm der Tapferkeit und des Erfolges streitig, sind aber jedesmal darin einig, daß sie diesen Ruhm mit deü Deutschen zu teilen haben. Gegenwärtig scheinen auch die Heiden deutschen Seebataillone, die anfänglich zur Sick)erung des Weges nach Tientsin Verwendung finden sollten, sich (in Peking zu befinden. Da die Berichterstattung aus Peking nach Tientsin- Taku nach wie vor mangelhaft war, offenbar infolge der fortdauernden Unsicherheit des Telegraphen, bekam man gleichzeitig altes und neues, fireist sich widersprechendes, vorgesetzt. So sollte nach dem einen Bericht Peking ganz von den Boxern gesäubert sein, nach dem andern stand in der Chinesenstadt, also dem südlichen Teile Pekings, noch eine starke Boxermacht. Nach dem einen Bericht war die kaiserliche, verbotene Stadt mit dem Kaiserpalast noch nicht von fremden Truppen betreten, nach einem anderen hatten Franzosen und Russen sie längst eingenommen. Weiter sollte die Kaiserin Mit dem Hose bereits Siugau im entfernten Schensi auf per Flucht erreicht haben, dann aber wieder 130 Kilometer südwestlich von Peking durch japanische Reiterei umzingelt worden sein, wobei der Kaiser Kwang-sü sich unter japanischen Schutz gestellt haben sollte. Ueber den Prinzen Tuan wurde auch allerhand widersprechendes erzählt. Nach der einen Angabe sollte er sich in Peking befinden; bestätigte sich dies, so konnte der Hauptschuldige bei den jetzigen blutigen Vorkommnissen der gerechten Strafe nicht entgehen. Dann aber wurde gemeldet, Tuan sei im Kampfe mit den Japanern gefallen. Eine Abteilung Russen, Japaner und Deutsche sollte südwärts von Peking gerückt sein, um die etwa angesammelten chinesischen Streitkräfte zu zersprengen. Weiter sollten die fiemden Truppen nur die nötigste Bedeckung in Peking gelassen haben, um ins Innere vorzurücken. Kurz, eine Sammlung von Nachrichten, die zum Teil schon deshalb nicht wahr sein konnten, weil fie die fremden Befehlshaber als geradezu leichtsinnig hinstellten. Die chinesischen Vorgänge haben auch Belgien in Mitleidenschaft gezogen, da dieses, unterstützt durch Frankreich und Rußland, in den letzten Jahren des allgemeinen Wettlaufes beträchtliche industrielle Unternehmungen in China hervorrief und stark an der Bahn Peking-Hankau interessiert ist. Auf Grund dessen tauchte in Belgien der Gedanke auf, sich auch von der militärischen Seite zu zeigen und mit eigenen Machtmitteln für die belgischen Interessen einzutreten. So verfiel man auf die Bildung einer Legion von Freiwilligen; der belgische Staat aber, weil neutral, sollte in keinerlei Verbindung mit der Legion stehen, keinerlei Verantwortung dafür tragen. Also ein Freischärlerkorps. Wenn es nun auch ein öffentliches Geheimnis war, daß König Leopold die nötigen Millionen für die Ausrüstung hergegeben hatte, so ignorierten die fremden Regierungen das amtlich doch vollständig und ließen durchblicken, daß ein solches Korps, für das niemand verantwortlich sei, doch schlecht in den Rahmen der verbündeten Kommandos passe. Die diplomatische Vertretung Deutschlands gab zu verstehen, daß die jetzt in Asien vorhandenen Truppen ausreichten, und Belgien von eigenen Anstrengungen absehen könne. So wurde denn plötzlich das Unternehmen der Freiwilligenlegion 'liquidiert, ein Vorgang, der den Spott heransfordert und von der belgischen Regierung, die dem 'König zu Liebe sich allzusehr für die Sache erwärmt hat, sobald nicht vergessen werden wird. Tie Japaner haben, seit sie im Besitze von Formosa sind, ihre Augen auch auf das gegenüberliegende Festland, die chinesische Provinz Fokien, geworfen. Soeben ergriffen sie die Zerstörung eines japanischen Tempels in Amoy, dem Hafen Fokiens, als willkommenen Anlaß, um dort eine größere Truppenmacht zu landen und sich vielleicht dort für immer festzufetzen. Bei der Übereinstimmung der Pläne Englands und Japans kann man nicht wohl annehmen, daß England durch diesen Schritt Japans unangenehm überrascht worden sei; eher mag sich schon Frankreich unbehaglich fühlen, Japan als nächsten Nebenbuhler in Südchina zu erhalten, wo es feine Einflußsphäre auf Kwangsi und Kwantung auszudehnen beabsichtigt. Ueber die Grausamkeiten, die durch die chinesischen Fanatiker an Missionaren und chinesischen Christen verübt worden sind, gehen nach und nach herzergreifende Berichte ein. So haben Bischof Fantosati und der Franziskaner Gambaro laut Briefen aus Hankau ein furchtbares Martyrium durchgemacht, ehe sie durch den Tod erlöst wurden. Man muß leider aus diesen Fällen auf viele andere schließen, über die noch, nichts genaueres oorliegL Während die großen Nationen in China reichlich zu thun hatten, begannen die Kleinen im europäischen Hexerr- kessel, im Balkan, einmal wieder sich zu regen. Bulgarien und Rumänien rüsteten und machten gar grimmige Gesichter; aber Europa regt sich nicht darüber auf, ein Wink des Zaren bringt die Unruhigen bald zum. Schweigen, und der Sultan konnte in Frieden die 25. Wiederkehr des Tages seiner durch Brudermord erkämpften Thronbesteigung feiern. Seinem Wunsche gemäß kamen Abordnungen aus aller Herren Länder, um die Festwoche in Konstantinopel zu verherrlichen. Gegen den Mörder des Königs Humbert von Italien, Gaetano Bresci, sand am 29. August vor den Geschworenen in Mailand die Prozeßverhandlung statt. Einige Mühe hatte man, dem Angeklagten einen Rech^tsbeistand zu bestellen Offizialverteidiger wurde dann der Advokat Mortelli, während ein römischer Anarchist, Advokat Mer- lino, sich der Sache auf Brescis Verlangen annahm. Mer- Hno suchte in feinem Plaidoyer die anarchistische Anschauung zu begründen, sodaß der Präsident gezwungen war, ihn am Weiterreden zu hindern. Bresci blieb während der Verhandlung seinem bisherigen chnischen Verhalten treu. Da in Italien die Todesstrafe abgeschafft ist, konnte als höchstes Strafmaß gegen ihn nur lebenslängliches Zuchthaus ausgesprochen werden; die sieben ersten Jahre sollen noch durch Einzelhaft verschärft werden. Frankreich erwartete, daß der Zar fein angebliches Versprechen erfüllen und die Weltausstellung besuchen werde, womit diese erst den rechten Glanz erhalten haben würde; der König von Schweden und der Schah von Persien machen ja lange nicht fo viel aus. Nun scheint aber der hohe Besuch recht unsicher geworden zu sein, und die Nationalisten thun das ihrige, um ihn ganz unmöglich zu machen. Als Alexander III. sich mit der Republik Frankreick)', die als solche ihm, dem Autokraten, wenig schnpathisch sein tonnte, einließ, that er das nicht bloß als^Gemüts- mensch, um seiner Abneigung gegen Deutschland eine Ge- nugthuung zu verschaffen, sondern er hatte auch einen praktischen Zweck dabei: französisches Kapital zu Gunsten Rußlands flüssig zu machen. Die Franzosen merkten das im Anfang des RufsentaumelS nicht; später sind fie ernüchtert worden, als Rußland ihnen nicht in allem den Willen that und sich nicht so, wie der französische Chauvinismus gewünscht, kompromittierte. Da legten sich, denn die Franzosen die Frage vor: Wozu haben wir denn unsere Millionen zur Verfügung gestellt, wenn uns Rußland doch nicht den Willen thuk? Heute ist es so weit gekommen, daß der russische Finanzminister Witte, derjenige rusfische Staatsmann, dem Nikolaus II. am meisten verbunden ist, bei seinem Aufenthalt in Paris von den Nationalisten in der gröblichsten Weise beschimpft wird, tveil er wieder eine halbe französische Milliarde für Rußland flüssig machen will. Diese Behandlung seines Vertrauensmannes kann den Zaren gewiß nicht reizen, die Pariser durch einen persönlichen Besuch hierfür zu belohnen. Da Herr Witte einen deutschen Namen trägt, verknüpfen die Nationalisten mit ihren Angriffen auf dessen Person natürlich eine Hetze gegen Deutschland, zu der sich bann auch die üblichen antisemitischen Ausbrüche gesellen. Von dieser Seite wird den Deutschen wenig Dank dafür gewußt, daß fie aus Taktgefühl mit der Sedanfeier ein Ende machen wollen, weil Deutsche und Franzosen kameradschaftlich in China kämpfen und demnächst auch noch gemeinsam unter deutschen Oberbefehl gestellt werden sollen. Mehr wie seit langer.Zeit richten sich jetzt wieder die Blicke nach Südafrika. Wie die gotischen Helden unter Totilas und Teja haben sich die letzten Buren geschlagen, wie Löwen verteidigen sie sich noch! jetzt und verkaufen jeden Schrittbreit Landes für theures Blut. Während fie, obgleich! durch die Uebermachk erdrückt, unsterblichen Ruhm erwerben, hat der Sieger Deutsche, die dort friedlich ihrem Beruf nachgingen, wie Schlachtvieh verpackt, ohne Verhör in die Heimat geschickt und ihrer ganzen Habe beraubt. Sie rufen jetzt den deutschen Kaiser an zur Hilfe gegen englische Unverschämtheiten, hoffentlich mit Erfolg. Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. September1900. ** Jubiläum. Der Kommandeur des hessischen Geu- darmeriekorps, Oberst Beck, feiert, wie wir hören, demnächst sein 50jährigeS Dienstjubiläum. Vorbereitungen zur festlichen Begehung dieses Tages sind bereits im Gange. ** Gesindeordnung. Das von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Ortsstatut b etr. die Gesindevrdnung ist nunmehr vom Ministerium des Innern genehmigt worden. Zur Erläuterung dieses Orts- statuts bemerken wir, daß die in demselben enthaltenen Bestimmungen an Stelle der Vorschriften des Art. 6 der Gesindeordnung treten, der bestimmt, daß, wenn über Die 'Dauer der Dienstzeit nichts vereinbart ist, der Vertrag als auf die Tauer des gesetzlichen Tienstjahrcs (dasselbe beginnt mit dem ersten Werktage nach dem Neujahrstagc und endigt an demselben Tage des nächsten Jahres) abgeschlossen anzusehen ist. Ta diese Bestimmungen für die Verhältnisse in der Stadt nicht wohl geeignet sind, so glaubte man,hier in (ließen, wie dies auch in den anderen hessischen Städten geschehen ist, von der nach der Gesindeordnung zulässigen ortsstatutarischen Regelung Gebrauch machen zu sollen. Nach dem Ortsstatut wird nunmehr stets, wenn bei Abschluß des Tienstvertrages nicht besondere Vereinbarungen getroffen sind, der Vertrag als auf die Tauer eines Kalendervierteljahres abgeschlossen angesehen. Tas Kalenderjahr beginnt mit dein ersten Werktage eines Vierteljahres und endigt mit dem Beginn des folgenden Kalendervierteljahres. Ta bei den Beteiligten noch häufig irrige Auffassungen über die nach der Gesindeordnung sest- gelegten Kündigungsfristen bestehen, verweisen wir auf den Art. 8 des Gesetzes betr. die Gesindeordnung in der vom 1. Januar 1900 geltenden Fassung. Nach diesem Artikel ist der Dienstvertrag, der bei den auf ein Jahr gemieteten Dienstboten nicht 6 Wochen, bei den aus ein Vierteljahr gemieteten nicht 4 Wochssn oder bei monatsweise gemieteten Tienstboten nicht vierzehn Tage vor Ablauf der Dienstzeit gekündigt wird, für ein weiteres Jahr, bezw. Vierteljahr oder Monat alsMillschweigend erneuert zu betrachten. •* Die Mitteilungen der Centtalstelle für Landesstatistik bringen in ihrer Augusts Nummer eine Uebersicht der Studierenden aus der Landesuniversität Gießen und der Technischen Hochschule zu Darmstadt im 19. Jahrhundert mit zwei Tafeln graphischer Darstellungen von Oberbe'grat Tecklenburg, auf welche wir besonders aufmerksam machen. * * Die Hebungen der 49. Zufanterie-Brigade (1. Großh. Hess.), die aus den Infanterie-Regimentern 115, 116 und 168 besteht, beginnen am 3. September bei Usingen aus demselben Platze, auf dem jetzt das 116. Regiment sein Regimentsexerzieren abhält, und dauern bis zum 8. September. Dom 10. bis 13. September werden die Brigade- manöoer in dem Gelände zwischen Homburg und Usingen stattfinden. * * Die Divifiousmauover der Großh. Heff. (25.) Division, bestehend aus der 49. und 50. Brigade, die erstere bei Usingen-Homburg, letztere bei Camberg die Brigadeübungen abhält, finden vom 14. bis 18. September bei Camberg- Weilmünster statt. Am 20. und 21. September wird dann die 25. Division gegen die 21. Division bei Limburg kämpfen und am 22. September das gesamte 18. Armeekorps gegen einen markierten Feind geführt werden. * * Erledigte Stellen im Bezirk des 18. Armeekorps. Kaiserlicher Ober-Postdirektionsbezirk Dortmund, Landbriefträger 700 Mk. Gehalt und der gesetzliche Wohnungsgeldzuschuß. — Im Bezirk der Großh. Hess. (25.) Division; Worms, Großh. Bürgermeisterei, Pförtner im städtischen Krankenhaus, 1000 Mk. und freie Station für sich; außerdem Uniformsrock für sich. Daselbst Kanzleigchilfe 900 Mk. Gehalt. Butzbach, 2. September. Aus eine von der „Butzb. Ztg." an Bürgermeister Joutz gerichtete Anfrage, erhielten sie den Bescheid, daß Herr Joutz am 1. September von seinem Amte zurücktrete. Gesundheitsrücksichten sollen ihn hierzu veranlaßt haben. Herr Joutz ist bekanntlich im verflossenen Jahre zum Bürgermeister wiedergewählt worden. Sein Mandat als Landlagsabgeordneter wird er wohl auch fernerhin beibehalten. H. K. F r i e d b e r g , 3. September. Die Großh. Handelskammer Friedberg für die Meise Friedberg, Büdingen, Schotten macht bi * Interessenten auf folgendes aufmerksam, worauf auch wir schon hinwiesen : Am 1. September ist der deutsche K a b e l d e r Amerika Adler-Linie für den Verkehr eröffnet worden, und es dürfte sich empfehlen, die nach Amerika zu sendenden Depeschen mittels des von der Deutsch-Atlantischen Telegraphen-Gesellschaft betriebenen Kabels (Adler- Linie) zu befördern. 2) Es ist ratsam, auf den nach England auszuführenden Waren regelmäßig den jeden Zweifel ausschließenden Zusatz „Made in Gerrnany" und den nach der Kolonie Neuseeland gehenden Waren den Zusatz „German manufacture" oder „warrcmted German manufactnre" anzuwendcn. 3) Die Interessenten des neuen Zolltarifs werden gebeten, etwaige Wünsche bezüglich der Anordnung und der Sätze des neuen Zolltarifs umgehend schriftlich an die Handelskammer gelangen zu lassen. 4) Die Verwaltung des „Norddeutschen Lloyd" hat sich erboten, bei Großh. Handelskammer eine unentgeltliche Auskunftsstelle einzurichsten und alles erforderliche Druckmaterial usw. zur Verfügung zu stellen. Bad-Nauheim, 2. September. Wochenprogramm der Unterhaltungen. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr am Kurbrunnen. Montag, 3. September, abends von 8—10 Uhr aus der Terrasse Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Der Herr Senator". Dienstag, 4. September, nachm. von 4i/3—6>/, Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Hans Huckebein". Mittwoch, 5. September, nachm. von 4i/2--6V8 Uhr und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse Konzert. Abends Simphonie- Kon^ert. Abends 8 Uhr im Saal Tanz. Donnerstag, 6. Septmber, nachm. von 47,-67, Uhr und abends von 8-10 Uhr auf der Terrasse Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Ein unbeschriebenes Blatt". Freitag, 7. September, nachm. von 47,-67, Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Frauenkampf-. Samstag, 8. September, nachm. von 47,-672 Uhr und abends von 8 bis 10 Uhr auf der Terrasse Konzert. Abends 8 Uhr im Saal Streichkonzert der Frankfurter Quartett Vereinigung. — In der abgelausenen Woche sind 620 Kurgäste (810 in der Woche vorher) zur Anmeldung gelangt und beträgt die Ge- samtfteguenz nunmehr 19871 Personen, wovon noch 3778 ortsanwesend sind. (In derselben Woche des Vorjahres waren 3789 Gäste anwesend). Die Gesamtzahl der bis zum 30. August abgegebenen Bäder beträgt 261431. — Die Herzogin von Anhalt ist zum Kurgebrauch wieder hier eingetroffen. — Ein schreckliches Unglück ereignete sich gestern vormittag gegen 8 Uhr an einem Neubau in der Mühlstraße. Ein seit Jahren hier beschäftigter Spengler namens Hermann Bohrer stürzte vom obersten Stockwerk des Baues kopfüber herab und brach beide Hände; außerdem erlitt er bedeutende Verletzungen am Kopf. Der Unglückliche wurde in das städtische Krankenhaus gebracht und ist dort gestern gestorben. — In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden, wie der „B.-N. Anz." schreibt, in einem hiesigen Hotel fast sämtliche vor den Thüren stehenden Fremdenstiesel und auch die an den Haken hängenden Garderoben gestohlen. Man kann sich die Verwirrung unter den Fremden denken, zumal auch manche dabei gewesen fein mögen, welche sich nur mit einem Paar Stiefeln liersehen hatten. Von dem Thäter hat man bis jetzt keine Spur. ~ -r. Laubach, 1. September. Graf Friedrich zu Solms-Laubachift auf Schloß Laubach in l'tzter Nacht nach einem leichten Schlagflusse sanft verschieden. Der Graf war zu Laubach am 23. Juni 1833 geboren und folgte feinem Vater, Grafen Otto, am 22. November 1872. Er war erbliches Mitglied der Ersten Kammer der Stände, an deren Arbeiten er sich aufs regste beteiligte, und Kgl. Preuß. Generalmajor a la suite der Armee. Aus der am 23. Juni 1859 geschlossenen Ehe mit Marianne Gräfin tzu Stolberg-Wernigerode sind 10 Kinder, und zwar 6 Söhne und 4 Töchter entsprossen. Der jetzige Graf Otto, geb. 1860, steht als Königl. Preuß. Oberleutnant a la suite der Armee. Graf Laubach mar schon längere Zeit leidend und suchte im Süden Genesung. Es trat denn auch eine Besserung in, trotzdem sah er sich vor einigen Monaten veranlaß: .^aus der Ersten Hessischen Kammer, in der er seit vielen Jahren eine hervorragende Stellung eingenommen hatte, auszuscheiden. An der kürzlich begangenen 25jäh- rigen Jubiläumsfeier des von ihm gegründeten Gymnasiums Fridericianum konnte er noch teilnehmen. Auch als Präsident des landwirtschaftlichen Provinzialvereins Oberhessen hat sich der Verstorbene, wie auch aus verschiedenen anderen Gebieten, große Verdienste erworben. Er war ein Edelmann im besten Sinne des Wortes, dessen Andenken für alle Zeit in Ehren fortleben wird. Mainz, 1. September. Vor ca. acht Wochen wurde der Bruder des bekannten Radfahrers Lehr von Leuten des Bezirkskoinmandos Frankfurt uls Hceresunsicherer hierhergebracht und dem Infanterie-Regiment Nr. 88 überwiesen. Lehr machte damals feinen Fluchtversuch, der mißglückte. Wegen des Fluchtversuches und verschiedener anderer gegen ihn vorliegenden Beschuldigungen kam L. in Untersuchungsarrest. Inzwischen war er daraus wieder ! entlassen worden. Wie wir hören, ist er aber, als er vor dem zu seiner Aburteilung zusammengetretenen Kriegsgerichte erscheinen sollte, von hier verschwunden gewesen. Er wird jetzt als .Fahnenflüchtiger verfolgt. Es dürfte den Behörden schwer fallen, des sprachgewandten Menschen habhaft zu werden, feer auch schon häufig im Auslande weilte und sich wahrscheinlich auch jetzt wieder dort aufhalten wird. - In dem Hinterhause des gegenwärtig vom Kommandeur des 2. Nass. Infanterie-Regiments Nr. 88, Oberst von Francois bewohnten militärischen Gebäudes, Münsterplatz Nr. 4, entstand gestern nachmittag um 3 Uhr aus unbekannter Ursache ein Brand, durch den der Dachstock zerstört wurde. Hilfe durch Zivilpersonen und auch besonders durch die. freiwillige Feuerwehr war alsbald zur Stelle. Das Feuer blieb auf seinen Herd beschränkt. Bei evenjl. Weiterausdehnung des Brandes wäre das nebenan gelegene Hafer-Magazin sehr gefährdet gewesen. Die freiwillige Feuerwehr überließ nach Beseitigung der Gefahr die Mufräumungsarbeiten fefer Militärfeuerwehr. Auf der Brandstätte waren Gouverneur, Stadtkommandant und Oberbürgermeister erschienen. Der Schaden ist nicht sehr bedeutend. Das ganze Gebälk des betr. Dachstockes war so morsch, daß veim Zusammenreißen stets große Staubwolken ajuswirbelten. Mainz, 2. September. Der 1857 in Offenbach a. M. geborene, seit längerer Zeit hier in der Steingässe wohnende Wirt Johann Jost Schuboe hat heute vormittag zwischen 8 und 9 Uhr einen Mordversuch an seiner Ehefrau begangen, indem er aus einem großkalibrigen Revolver einen scharfen Schuß aus dieselbe abgab. Zum Glück ging die Kugel fehl. Sie durchschlug ein fast zolldickes Brett und blieb in der Wand der Küche stecken. Dem Mordversuch voraus ging ein .kleiner Wortwechsel, der dadurch hervorgerufen worden war, daß Schuboe die Nacht außer dem Hause zugebracht hatte und sich erst nach 8 Uhr heute vormittag wieder einstellte. Auf die Frage seiner Frau, wo er denn die ganze Nacht gelvesen sei, zog er direkt den Revolver und feuerte ihn puf feine flüchtende Fran ab. Nach dieser Heldenthat ergriff Scl;uboe die Flucht. Nach der Aussage eines als Zeugen vernommenen Glasers hat Schuboe diesem schon gestern gesagt, daß er heute feine Frau töten würde. Schuboe, ein gewaltthätiger Mensch, der feit längerer Zeit schon mit seiner Frau im Streit und Unfrieden lebt und den auch das Schöffengericht erst kürzlich wegen schwerer Mißhandlung seines eigenen Sohnes zu einer Geldstrafe verurteilte, wurde gegen 10 Uhr, als er in feine Wohnung zurückkehren wollte, von einem Schuh- fnanne in der Steingafse verhaftet und zuerst auf den 4. Polizeibezirk gebracht und bann an die Kriminalpolizei abgeliefert, die ihn in Untersuchungshaft abführen ließ. Im Besitze des Verhafteten befand sich, wie der „Mainz. Anz." schreibt, die Mordwaffe, die noch mit drei scharfen Patronen geladen war und die Hülsen dreier abgefeuerter Schüsse enthielt. Uebrigens hat Schuboe immer einen geladenen Revolver bei sich getragen. Seine Frau hat ihm schon darnäls, als er den Sohn so mißhandelte, einen solchen abgenommen und ihn heute an die Polizei abgeliefert. Waldgirmes, 1. September. Ein ungemein frecher Diebstahl ist vorgestern in der R.'schen Wirtschaft Hierselbst verübt worden. In vorgerückter Nachmittagsstunde kam ein anständig gekleideter Fremder in das Wirtslokal, aß und trank und ließ sich's wohl fein. Ter Wirt war während des Anfenthalts des Gastes ins Feld gefahren, wo dringliche Arbeit seiner harrte, während seine Frau, nichts böses ahnend, in Hof und Stall ihren Besorgungen nadjging. Nach längerer Zeil entfernte sich der Fremde, ohne daß ein Verdacht rege wurde. Am Abend- wurde der Wirt ersucht, ein 20-Markstück zu wechseln; er begab sich zu diesem Behuf in die Stube, wo er sein Geld aufzubewahren pflegte, und da wurde er denn gewahr, ?.a& sein Geldbehältnis erbrochen war und 600 Mark, die Üch vom Verkauf eines kurz vorher veräußerten Stückes Vieh darin befunden hatten, verschwunden waren. Mit dem Gelbe hatte der Dieb, offenbar jener Fremde, zugleich einen in dem Behältnis liegenden Revolver mitgehen heißen. Tagegen hatte er ein mit einer Hirschhorn'krone versehenes Tolchmesser, das er anscheinend für den Fall einer unliebsamen Ueberraschung zurecht gelegt hatte, im Stiche gelassen. Offenbar handelt es sich bei diesem Diebstahl und Einbruch um einen gefährlichen Verbrecher, vor dem die Sorglosigkeit der Landbewohner umsomehr gewarnt werden muß, als er in vertrauenerweckendem Gewände auftritt. (Wetzl. Anz.) -0. Braunfels, 29. August. Der Erbprinz von Reuß j. L., der Schwager des verstorbenen Prinzen Hermann, ist heute nachmittag auf Schloß Braunfels eingetroffen. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In den Chemischen Farbwerken zu Mühlheim a. M. waren sechs Arbeiter mit Kesselreinigen beschäftigt, als der Maschinist, der wahrscheinlich von der Thätigkeit der Arbeiter keine Kenntnis hatte, das Ventil öffnete, sodaß der heiße Dampf über die Arbeiter strömte. Zwei der Arbeiter wurden auf diese Weise sehr schwer, die anderen ziemlich bedeutend verletzt. Die Verunglückten wurden in das Kreiskrankenhaus nach Steinheim verbracht. Meratur. Die Lieferungen 3 und 4 von Stahls großem illustr. Kräuterbuch mit nach der Natur kolor. Abbildungen pro Lieferung 50 Pfg., die ihren Vorgängern rasch gefolgt find, beweisen aufs neue, daß wir es hier mit einem ungemein nützlichen Buche zu thun haben, das allen Interessenten ein wahres Schatzkästlein ist. Erfreuen sich schon die beiden ersten Lieferungen durch ihre übersichtliche und vortreffliche Zusammenstellung verdienten Beifalls, so dürfen wir mit Recht sagen, daß das allgemeine Interesse noch mehr geweckt wird durch die höchst erschöpfende und populäre Behandlung des gesamten Stoffes. Auch die eingeschalteten Farbenbilder sind naturgetreu. Das Kräuter buch ^erscheint in Stahls Verlag in Regensburg. Spichlm btr ntrtinigten frankfnritr AMHeattr. Opernhaus. Dienstag den 4. September*): „Geisha". Mittwoch dm 5. September: „Puppe". Donnerstag den 6. September: „Mignon". Freitag den 7. September: „Der Ring des Nibelungen": „Siegfried". SamStag dm 8. September: „Fra Diavolo". Sonntag den 9. September, abmds Uhr: „Der Ring des Nibelungen": „Götterdämmerung". Montag den 10. September: „GetSha . Dienstag den 11. September: Zaubers lote." Schauspielhaus. DimStag den 4. September: „Als ich wiederkam". Mittwoch den 5 September: „Logenbrüder"; vorher: „Flügellahm". Donnerstag den 6.September: „Iphigenie aus Tauris". Freitag den 7. September: „Gespenster". Samstag den 8. Sep> tembrr: „Großstadtluft". Sonntag dm 9 September: Großstadtluft". Montag den 10. September: „Heimat". Dienstag den 11. September: Zyklus nordischer Dramen. Sechster Abend: „Fallissement". *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, um 7 Uhr. Handel «nd Verkehr. Uslkrwirhchafl- Frankfurter Börse vem 1. September. Wechsel auf New-York zu 0.00-00. Pr&BnieM auf Kredit per ult. Sept. 1.65%, do. per ult Okt. 2.50%, Diskonto-Kommandit pe? alt. Sept 1.30 %, do. per ult. Okt 2.45 °/o> Lombarden per ult Sept. 0.80%, de. per ult Okt. 1.05% Deutsche Bank per ult. Äug. 0.00%. Ntttieruagen: Kreditaktien 207.00-000-00, Dfekonto- Kommandit 173.60-174-173.40-50, Staatsbahn 141.20-141, Lombarden 27.10-27-00, Italiener 94 60, Spanier 72.60, Spros. Mexikaner 25.45, Bochumer 187.70-20-188 bz., Laura 204.90 B. 80 G., Harpener 183-184.30-10-20 bz., Gelsenkirchen 195.60-196.00 bz. G., Privat- Diskont 4% ° o G. 1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 207-208-000.000 bz., vi-- konto-Kommandit 173.80-174.50 bz., Staatsbaho 141.20-142.20 bz., Lombarden 26.90-26.70 b., Laura 000-00, Berliner Handelsgesellschaft 90.00 bz., 3proz. Mexikaner 00.00 bz. - Pommersche Hypotheken-Artien-vanr. Wie auS dem Inseratenteile unserer heutigen Zeitung ersichtlich ist, werben die am 1. Oktober er. sälligen Pfandbrief Koupons bereits vom 15. September er. ab kostenlos etngelöst. , Die Bank macht gleichzeitig bekannt, daß eine Kündigung oder Verlosung ihrer 4prozenttgen Pfandbriefe Em. 5 und 6 vorlSufiz nicht beabsichtigt ist. — Mecklenburg Ltrelihsche Hypothekeubauk. Wie aus dem Inseratenteile unserer heuttgm Zetiung erstchtltch, werden die am 1. Oktober er. fälligen Pfandbrief KouponS bereits vom 15. September er. ab kostmlos etngelöst. Roubaix, 2. September. Die Diskonto bank von Roubaix hat infolge der Krisis in der Baumwoll Industrie ihre Zahlungen einstellen müssen. Etn Direktor der Bank erschoß sich, nachdem er unverrichteter Sache aus Pari-zurucr» gekehrt war, wo er finanzielle Unteistöhung zu finden ge-ostt hatte. Dieser neue Krach trifft meistens die kleinen Händler und Beamte, die ihre Ersparniffe bet der Bank niedergelegt hallen. Märkte. Grünberg, 1. September. Fruchtmorkt Weizen *5,50-00 00 Mark, Korn 15,50—00,00 Mark, Gerste 00,00-00,00 Mark, Hafer 12,48-00,00 Mark, Erbsen 00,00—00,00 Mark, Lmsen 00 00—00,00 Mark, Samen 26-00,00 Mark, Kartoffeln 0,00-0,00 Mark. Einmal gegessen — Zweimal gekauft. — DaK versteht sofort Jeder, der Brown und Polsons Mondamin- versucht. Es gefällt bann so gur, das; Mondamin nicht nur ein- oder zweimal, sondern stündlg, gelaust wird. Mit Hilfe des Mondamin bereitet man mühelos schmaanaste Puddings, Flammris, Milch- und Eierspeisen, wie es kaum anders möglich ist. Eine Auslese erprobter Rezepte auch mit warmen Mondamingerichten bieten Brown u. Polson, Berlin C. 2, kostenlos jedem an, der unter deutlicher Adresse es verlangt. Mondamin ist überall käuflich. Am 27. August entschlief sanft nach längerem Leiden meine liebe Frau, unsere treue Mutter Frau Auguste Lips, geb. Kleinschmidt Brooklyn und Giessen. 5846 WSchturfonen 5826 und stillende Mütter 4285 5829 5828 mamrtmiufmntL notariellen Vertrag V * , *^9* 1900 üonflänbiae Güter vom 15./8. 1900 vollständige Gütertrennung in vereinbart. 5827 Emil Fischbach, Seltersweg. ComMerLcht von i onräd IMetz geschäft, Wietzen- Schulftrche 10 vom < •cttfffe vom Tourfs vom I 25.,8. | 1./9, IK 1 1 B 25 78. 1-/9. 365.75 367.70 82.45 201— 205 10 110.50 108— 92. 92. b 36.60 86.60 94. 4 156.20 155 41/» 5 178— 178.80 4 108.60 108.90 96.50 96.10 38.50 59.80 60.05 152.50 157.50 5 24.20 do. LitD 4 Ung. Goldrte.. 4< a 222.50 96. 96.25 230.— Rtn vcvkiuifcn '_______________ MAGGI El Gießen, am 31. August 1900. Großherzogliches Amtsgericht. 292.50 95.60 224.75 391.50 241.50 131.75 38.80 39.40 24.40 92,50 101.50 95.05 86.45 94.75 86 35 98.50 96.75 4 37t 37, s 4 47, Gemäßheit der §§ 1426 u. ff. des B. G. Bs. für ihre bevorstehende Ehe 159.50 127.50 77.50 132.45 124.— 131 60 :89 40 129 40 132 35 121 SO 141 20 27 05 140 — 94.60 57.80 98.75 96.40 73.50 4 87, 4 4 87, 37, 3V. 4 4 4 4 4 4 4 4 47, 109.10 131.70 205 90 123.30 109.20 131.75 207- 123.20 5 37, 3 4 5 8 27, 8 24.20 13.90 24.50 24.50 4 57t 5 47, 4 5 6 57t 47t 4 37- 3 5 5 3 161.— 131.— 391.— 243— Deft. Staatsb. do. Südbahn Gotthardbahn. Jura'Simplon Princ Henry . Northern Pac. Transvaal . 137.50 25.30 139.50 112 — 72.50 171 50 Mitteldt. . . . Nationalbk. . . Oest. Cred.-Act. Wien.Bankver. Serben v. 95 . Spanier . . . Türk.Zoll-Obl. bo.Iono.LitB. bo. coroJLit.C. öoech,E.B.v. 1890 . . . . Griech.Monop. Italiener Rte. do. . . . . . Oest. Golbrte.. Oest. Silberrte. Oest.Lokalbahn „ Galiz. Karl Ludw. - Bahn in Silber . . Portug. Staat bo...... Rum. am. Rte. Rumän.v.1890 Russen v. 80 . Russen Gold, Anl...... Ruff. Staats- Rte., Rubel . Schweben v. 80 Schweiz.... I vom I25./8. I l.,9. 77.20 77.20 4 Pfälzische. . . 90.40 90.50 3i/a Pfälzische. . . 4 Dtsche. Eisenb. 101.05 101.20 SV, Südd. —.— 4 Braunschweig. 69.80 69.80 Lds.-E.-B.HE. 62.50 63.10 3Vt bo. IE. 88.60 89— 4 Allg.dt.Kleinb. 99.80 98— 74.90 99.90 100— 99.50 98— 76.10 104.65 99.90 100.— 4 4 4 3 Elisab.-B.strfr. Kaschau-Oderberger 0. 91 Lombarden. . 97.30 39.80 25 25 97.30 39.50 25 50 4 3 Oest. Staatsb. bo. I-VIII . 3 do. ü. 86 . . 99.40 8 do. Grg.-Netz • 3 Prag-Dux 96 . 3 Raab-Oebenb. 98*90 1 1 1 u 1 1'0 1'5 3 4 3 (alte) . . . bo. v. 97 . . Rudolf Gold . Jtal. gar.E.B. 99 99— 3 Livorneser . . 4 Sicil. v. 91 . • 5 Toscaner . . 1 1 ü 4 Ruff. Südost . _ 99 fio 4 bo. Südwest 1 1 ■ r 1 101 — 100 10 4 4 Rjäsan'Uralsk Wladikawkas . ____ _ 5 Anatolier. . . 101,20 101.- 3 Salon.-Mon. . 98.10 98.10 ßfsuddrirft. 66,20 66.20 84.20 94.30 4 Gothaer unkb. 73.90 73.90 1903 .... 4 Grundschbk. 96.50 97.— Ser. V—VI 94.25 —.— 4 bo. I—n —.— —.— 37, bo. unk. 1906 88.05 87.90 4 Frkft. Hypbk. XIV.. . 37. bo.xn-xm 100— —.— 37, bo. XV. . . 99.10 91.80 99— —.— 4 Frkft. Hyp.- Crebitverein 98.70 98.70 97.50 97.50 4 do. Ser. 27 . 99.50 99.50 90— 90.20 37, bo. Ser. 28, 30, 33 . . . 91.80 91.80 —.— —.— 37, bo. Ser. 29 . 91.80 91.80 —.— 91 — 4 Lbw.Creb.-Bk. 98.70 98.70 96.50 96— 4 Hambg. Hypbk. Ser.141-250 98.85 98.75 98.90 99— 87, bo. 46—190 91 — 91— 4 Meining. Hyp. 99— 99— _ _ _ — 4 bo. neue . . 99.50 99.50 90.90 90.60 37, bo. unk. 1907 92— 92— 4 Pomm. Hypbk. 97.75 97.60 98 20 98.20 4 Preuß. Hypbk. vm-xii 87,70 97.80 97.70 4 do. neue. . . 98.90 98.70 _ __ _ 87. bo. 1905 . . 91.10 91.10 75.60 75.50 3Vl Rhein. Hypbk. unk. 1904 . 90.70 90.70 70.50 70.50 87, Westbeutsche 68.80 68.80 Bobencrebit in Cöln . . 92.20 91.80 56.80 57.15 4 Ung. Lds.-Ctr. 90— 90— 59.30 59.70 Diiersr. 96.90 96.75 94.35 94.50 4 Buderus . . . — — —.— —.— 4 47, Eisenb. Rtdk. . 98— 98— —.— Hirzh. u. Lollar —.— —.— 95.— -- — — 95.10 95— 96.20 96.60 Dtsch.Reichsbk. 157.10 157— 55.25 55.10 Berliner Hand. 146.20 147.50 Darmfiäbt.Bk. 132— 132.40 Deutsche Bk. . 188 30 188.50 Dt. Genossbk.. 107.40 107.40 99— 99— Disct.-Comm. 173.20 174.20 99— 99— Dresbener . . 146— 146.80 Franks. Bank . 182.50 182— 98.20 98.20 D.Eff.u.Wech- 91.10 91.10 selbank . . . 120— 120— Pfälzische Bank 132.40 132.70 99— 99— Schaffhsr. „ 130— 130— 92— 92 — Bank f. Süd- 92.50 92.50 beutschlanb . 102.90 102.85 Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. 5833 Die Beerdigung- findet Dienstag den 4. September, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Bergstrasse 15, aus statt. Todes-Anzeige. Heute vormittag verstarb nach langem, schwerem Leiden Herr Gerichts-Assessor Karl Korwan in Giessen. Hausen, den 3. September 1900. (3622 Die Beerdigung findet Dienstag den 4. September, nachmittags 4 Uhr, statt. Gießen, den 3 September 1900. 5843 Nordstern Berlin, den 1. September 1900. Die Direktion Gießen, den 1. September 1900. 5824 Karl Freiherr v. Hunolstein zum Berkaus gesucht. 5737 Ehr. Enget, Ofensetzer, Weidengasse 12. /Schön möbliertes Zimmer zu vermieten, 'ö 09567 Marktplatz 17, III. Uermietnnyen Offene stellen. jn gut erhaltener Restaurationsherd l 5569] Elegante Bel-Etage (6 Z., zu verkaufen. Näheres bei 03576 * Badez.. Gas usw.), in modernem Geschmack Eigene- Geschäftshaus r Berlin W. 66, Kaiserhofstratze 3. Wir haben Herrn Freiherr Karl v. Hunolstein m Gieße«, KismarckSr. 6, m. eine General-Agentur für unsere beiden Gesellschaften übertragen. 03616] Verschiedenes Obst: Birnen, Aepfel und anderes Zwergobst aus Plocks Garten wird abgegeben Wilhelmstratze 2. Unter Bezugnahme auf obige Anzeige erkläre ich mich hierdurch zur Vermittelung von Versicherungen und Erteilung jeder gewünschten Auskunft bereit. Prospekte und Deklarationen kostenfrei. 4649j Durch Wegzug des Herrn Fabrikanten Eohu ist die 1. Etage Vüdanlage 10, neu hergerichtet, mit Gartenanteil, Bleichplatz, Trocken- bodnr re., per 1. Oktober zu verm. Näheres bei Earl Klees "»läge, und «reuzplatz 6. 4919] Eine größere und kleinere Wohnung sofort zu vermieten. Bdolf Geisse, Seltersweg 2. 08592] Wagnerglseve gesucht. H. Mühlich, Dammstraße 24. 5120] Im nördlichen Stadtteil Lagerräume in trockenem, massivem Gebäude sofort zu vermieten. Näheres bei I. Boeck, Steinstraße 15. Mathilde Rachmann, Puhgeschäft, Bahnhofstraße 6. lkbtlls-Nttßchkr«llgs-Akt.-SrftLsch«st I« Kkkli« Versickerungsbestand am 1. Januar 1900: 211,8 Millonen Mark. Vermogensbestand am 1. Januar 1900: 67 Millionen Mark. Ginen Eisendreher bei lohnender Beschäftigung sucht 5716 H. Hansel, Maschinenfabrik. Unfall-». Altkrs-NelfichkNl«gs.Aklita- ®tfrflfd)afl Reserven am 1. Januar 1900: 3,7 Millionen Mark. Bezahlte Schäden bisher: 5,2 Millionen Mark. Tüchtiger Mergeselle grf 03578 Bäcker Haberkor«, Beuern. Tüchtiger Pferdeknecht Ä Wallenfels & Tauer, Bleickstraße 4. ^Lehrmädchen Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern abend 9 Uhr nach langem, schwerem Leiden unser innigst geliebtes Söhnchen Reinhard im Alter von 2i/z Jahren zu sich zu rufen. Um stille Teilnahme bittet Familie Konrad, Granbrrg-rstr. 34. •«•»teirtli* fir »<° elgemtieffi fcU: f. •UH.i ffc to — M «* •*<«! Wr u»» «rtte, in Die heutige Hlummer umfaßt 12 Seiten Todes-Anzeige. Gestern nachmittag 2 Uhr verschied nach langem, schwerem Leiden unsere gute Mutter, Schwester, Großmutter und Urgroßmutter Mu Christoph Fink Witwe geb. Engelhardt im 82. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Arbeiter maschine gesockt. 03608]___________Friedrich ÜHrthttttttrt im ersten Stock, bestehend MvhUllllH aus 5 Zimmern, Badezimmer und sonstigem Zubehör, ist per 1. Oktober zu vermieten. A. Kattß, Weft nlago 62. aufs feinste neu hergerichtet, sofort an ruhige Familie zu vermieten. Goetheftraße 34.Dr. Roese. Arms, sauberes Mädchen per sofort oder später zu zwei größeren Kindern gesucht. Näheres Selters- weg 52, I (Löwen-Drogerie). 5756 5770] Braves, fleiß., evangel, älteres Mädchen Oswaldsgarten. 4-Zimmerwohnung mit allem Zubehör, im 1. Stock, sofort zu verm. 4950 Heinrich Rausch, Neustadt 78. 5462] Nordanlage 8, II, komfortabel eingerichtete 5-Zimme, Wohnung mit allem Zubehör per 1. Oktober »u vermieten. Liebmann Bär, Nordanlage 1. 3292] Eine Familienwohnung, vier Zimmer mit Zubehör, per sofort zu vermieten. Asterweg 6. 4661] In meinen Neubauten Ebel« und Liebigstratze sind sechs größere Wohnungen und zwei Mansardenwohnungen zu vermieten. Näheres daselbst. 5050] Bergstraße 1 Parterrewohnung, 6 Zimmer, Badezimmer, Veranda, Stallung zc., Garten, per 1. Oktober, eventl. alsbald, zu vermieten.____________________ 5397] Ludwigstraße 27 ist zum 1. Oktober die Parterrewohnung, secks Zimmer und Gartenanteil, anderweit zu vermieten. Näheres 1 Treppe hoch. 5772] Ein schön möbliertes Zimmer, Süd. I mit oder ohne Pension, zu vermieten _________________ SelterSweg 61. 3793] Die Bel-Etage meines neu erbauten HauseS am Schrffenbergerweg, mit Veranda, Badezimmer rc., per sofort zu verm. MyltuS, Ludwigsplatz 9, III. 5774] Freundliche Familienwohnung zu vermieten.Neustadt 15. 5264] Grabenstraße 9 ist der mittlere Stock, 4 Zimmer mit allem Zubehör, per 1. Oktober an ruh. Familie zu verm. EiutöchtigksMädchküLL arbeit, gegen sehr hohen Lohn, sobald wie möglich gesuckt. 5793] Näheres Bahnhofstraße 71. 03599] Tüchtiges Monatsmädchen zum 16.Sept, gesuckt. Grünbergerstr.5,van. Laufiran sofort gesucht 5831__________Ludwigsplatz 10. II. 5604] 3 eleg. 4-Zimmer Wohnungen mit Kabinett per 1. Oktober zu vermieten. ___________Gebr. Zutt, Steinstr. 84. 5731] Wohnung zu vermieten. T. Elsoffer, Marktstraße 27. 03609] Zimmer mit Küche zu ver- mieten. Wetzsteingaffe 20. 08607] Möbliertes Wohn- und Schlaf- zimmer zu vermieten. Gchillerstr. 29. reundlick möbliertes Zimmer zu verm. ________________Westanlage -9, III. 5780] Ein möbliertes Zimmer zu vermieten.__________Kreuz 11. MlZöbliertes Zimmer zu vermieten. 08589 Sonnenstraße 28. innigst geliebter, 5823 Die Beerdigung findet Gott gefallen hat, Dienstag den 4. Vater, Sohn, Bruder, viertägigem Kranksein mein Verwandten, Freunden und Bekannten Schwager und Onkel unsern unvergesslichen Sohn und Bruder die schmerzliche Mitteilung, dass es Die trauernden , den 3. September 1900. Gestern morgen verschied nach unvergesslicher Gatte, unser liebevoller ? den 4. September, vormittags 11 Uhr, vom Trauerhause, Hammstrasse 21, aus statt. nach langem, schweren Leiden im 25. Lebensjahre durch einen sanften Tod zu sich zu rufen. Um stilles Beileid bitten , den 3. September 1900. 5832 Die Beerdigung findet statt: eptember, vormittags um 1/210 Uhr, vom Sterbehause, Neustadt 1, aus. Königlicher im nahezu vollendeten 46. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten