Nr. 153 Drittes Blatt 190« Mittwoch dm 4 Juli Llle Anzeigen-BermittlungSstellen des In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Mezugspreis vierleljährl. Mk. 2,9» monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellev vierleljährl. Mk. 1,9* monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljShri mit Bestellgeld. Ssne|»t »»« Anzeigen zu der nachmittag- für d«- 'öijatita «scheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr AdtrKeLungen spätesten- adendS vorher. Mit KuSilühme dcS Montag-. Di, Gießener K««ifienSk»tter r»rrd?n Anzeiger «h Wechsel ju sität beziehen zu können. Seine Annahme war zü- treffend. Auf Grund einer Prüfung Karl Wittes bescheinigte der Rektor der Thomasschule in Leipzig, daß der Knabe die wissenschaftliche Reife der Universität habe. Im Januar 1810 wurde Karl Witte, neuneinhalb Jahre alt, bei der Universität Leipzig als Student der Philosophie ordnungsmäßig eingeschrieben. Er siedelte aber alsbald nach Göttingen über, weil König Jerome die Gewährung' eines Stipendiums davon abhängig machte, daß das Wunderkind in Göttingen studierte. Der Vater bezog mit dem Sohne die Georgia Augusta. Karl Witte hörte Vorlesungen' über Geschichte, Philologie, Naturgeschichte, Mathematik und Physik. 1813 veröffentlichte Witte eine Untersuchung zur höheren Mathematik. Im Jahre darauf, in seinem 14. Lebensjahre, verlieh ihm die philosophische Fakultät der Universität Gießen den Ehren- Doktortitel. 1816 erwarb er in Heidelberg ordnungsmäßig das Diplom eines Doktors der Rechte. Die nächste Absicht Karl Wittes war, sich bei der Berliner Universität als Privatdozent der Rechte niederzulassen. Die Verwirklichung dieses Planes scheiterte aber. Man warf dem Vater vor, daß er aus des Sohnes Begabung ohne Rücksicht auf dessen gesundheitsmäßige Entwickelung Kapital schlage, die Studentenschaft störte Wittes öffentliche Disputation. Der Vorgang veranlaßte den König Friedrich Wilhelm III. dazu, Witte ein Stipendium zu einer Reise nach Italien zu gewähren. Die vierjährige italienische Reise war in zweifacher Weise für Witte bedeutend. Er reifte in Italien aus. Als er mit 21 Jahren wieder deutschen Boden betrat, hatte er alles, was an das Wunderkind erinnerte, abgc> streift. Er stand jetzt mit seinen Altersgenossen in Reih und Glied. Mit Unterstützung der Regierung habilitierte er sich 1821 in Breslau für römisches Recht, und fortan ging seine Lebensbahn in den gewöhnlichen Wegen. 1823 wurde Witte außerordentlicher und 1826 ordentlicher Professor. Gewöhnlich war Wittes Weg auch in dem Sinne, daß er als Rechtsforscher wohl Anerkennung fand, daß sein Schaffen über oas Mittelmaß des von juristischen Gelehrten Geleisteten nicht hinaus ging. Witte starb am 6. März 1883 zu Halle, wo er seit 1835 als ordentlicher Professor des römischen Rechts gewirkt hatte. Arbeiterbewegung. Mainz, 1. Juli. Gestern abend fand eine Sitzung der Baukommission, der Gasdeputation und der Hafen- und Lagerhaus.kommis- sion statt, um über die Regulierung der Löhne der städtischen Arbeiter zu beraten. Die Verhandlungen, die von ö Uhr abends bis gegen zehn Uhr bauerten, endeten damit, daß die vereinigten Kommissionen die denselben im Entwurf vorgelegten Arbeitsordnungen und Besoldungs- normen für sämtliche, in den fraglichen Betrieben beschäftigten Arbeiter annahmen. Im Laufe der nächsten Woche finden nun weitere Sitzungen der Reinigungsdeputation, der WafferversorgungSdeputation rc. statt, um auch zur Regulierung der Löhne der in diesen Ressorts beschäftigten Arbeiter zu schreiten, und wird alsdann kommenden Freitag eine Sitzung der Stadtverordneten abgehalten werden, in der im Plenum über die Arbeitsordnung und die Besoldungsnormen der städtischen Arbeiter definitiv Beschluß gefaßt werden soll. Altberühmte Mineralquelle I. 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