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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen. ■ JlAelti»«, »xpedttion und Druckerei: Kchnkstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienbtätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde._________________ Adreffe für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Die Vermehrung der franzöfischen Flotte. Der vom Marine-Minister Lanessan ausgearbeitete Flottenplan, welcher freilich dem Referenten in der Deputiertenkammer Lockroi noch lange nicht weit genug geht, sieht den Bau großer Schlachtschiffe sowie die beschleunigte Fertigstellung der im Bau begriffenen Schiffe vor. Es sind zu liefern für 1900: zwei Panzerschiffe, ein Panzerkreuzer, ein Kreuzer 1. Klasse, drei Kanonenboote, sechs Torpedo- jäger, sechs Torpedosahrzeuge, d. h. Torpedodivisionsboote, neun Torpedoboote 1. Klasse, ein Turbinenboot, d. h. ein mit einem Turbo-Dampfmotor ausgestattetes Torpedoboot nach dem Vorbilde des amerikanischen Torpedobootes „Turbinia" und drei Unterseebote. Für 1901: ein Panzerschiff, fünf Panzerkreuzer, neun Torpedoboote 1. Klasse, Vier Unterseeboote; für 1902: drei Panzerkreuzer, vier Torpedojäger, sechs Unterseeboote; für 1903: drei Panzerkreuzer. Zwei gewaltige Schlachtschiffe von etwa 15 000 Tonnen Deplacement sollen im nächsten Jahre auf Stapel gesetzt werden. Ihre Länge wird 133,8 Meter, die Breite 24,25 Meter und das Deplacement bei 8,37 Meter Tiefgang 14 865 Tonnen betragen. Sie werden drei Schrauben und drei Tripel-Expansionsmaschinen von 17 465 indizierten Pferdekräften erhalten, welche den Dampf aus Wasserrohrkesseln zugeführt erhalten. Das normale Kohlenfassungs- Dermögen, d. h. in den Kohlenbunkern dieser Schiffe, soll 905 Tonnen betragen, sie werden aber die doppelte Anzahl an Bord nehmen können, wodurch ihnen bei voller Maschinenkraft ein Aktionsradius von 930 Seemeilen, mit 18 Knoten Fahrtgeschwindigkeit ein solcher von 1800, und frei ökonomischer Fahrt, d. h. 10—12 Seemeilen die Stunde das Durchdampfen von 8390 Seemeilen, d. h. etwas mehr als die Entfernung von Bremerhaven nach Kalkutta (Ostindien), gesichert wird. Die Armierung wird aus vier 30,5 Zentimeter-Geschützen, achtzehn 16 Zentimeter-, sechsundzwanzig 4,7 Zentimeter-, zwei 3,7 Zentimeter-Schnellfeuerkanonen und fünf Torpedo-Lancierrohren bestehen, von denen zwei unter Wasser eingebaut werden. Der Besatzungsetat dieser neuen Schlachtschiffe ist auf 42 Offiziere and 780 Mann festgesetzt worden. Die Herstellungskosten find auf 35 einhalb Millionen Francs veranschlagt. Den im Jahre 1895 und 1896 vom Stapel gelaufenen neuen Schlachtschiffe des „Charlemagne"-Typus: „Cbarle- enagne", „Gaulois" und „Saint Louis", welche eine Länge »on 118 Meter, eine Breite von 20 Meter und bei einem Tiefgang von 8,4 Meter ein Deplacement von 11 275 T. besitzen, macht man in Fachkreisen den Vorwurf, daß der leichte Panzer, welcher den Schiffskörper schützen soll, zu Gunsten des Gürtelpanzers vernachlässigt worden ist. Demzufolge läuft ein solches Schiff Gefahr, durch ein wohl- gezieltes und genährtes Feuer mit Zündergranaten aus 15 Zentimeter-Geschützen bald in eine schwimmende Ruine verwandelt zu werden, von welcher nur die Türme, und die durch den Panzergürtel geschützten Teile Halbwegs unbeschädigt bleiben werden, wie es einigen der chinesischen Panzerschiffe im letzten Kriege gegen Japan in der See- fchlacht von Weihaiwei ergangen ist. Die französische Zeitschrift „Le Yacht" hebt noch hervor, daß die Schiffe des „Eharlemagne"-Typus wegen ihres großen Obergewichts Gefahr laufen zu kentern, wenn bei ihnen oberhalb des Gürtels ein Wassereinbruch erfolgt. Gerade diese Schiffe sind aber im Gefecht dieser Gefahr |ef)r ausgesetzt, da sie über dem Gürtelpanzer nur einen niedrigen, 76 Millimeter dicken Kofferdammpanzer führen, der gegen die Granaten der mittleren Artillerie keinen ausreichenden Schutz gewährt, lieber diesem Kofferdammpanzer befindet sich ein ungeschützter Bordwandstreifen, der bis zum Deck hinaufreicht, welches die'mittlere Artillerie trägt, die durch einen 76 Millimeter dicken Panzer ge- ßchützt ist. Auf dem noch im Bau befindlichen Panzerschiff „Jena", welches noch etwas größere Dimensionen als die Schiffe des „Charlemagne"-Typus hat, ist über dem Gürtel Panzer ein bis zum Batteriedeck reichender Seitenpanzer von 76 bis 120 Millimeter Dicke angebracht. Derselbe bietet jedoch keinen ausreichenden Schutz gegen die Granaten der 15 Zentimeter-Geschütze und entkräftet daher Euch für dieses Schiff nicht die Einwürfe, welche gegen die neuen französischen Schlachtschiffe erhoben werden. Ter Unterschied in der Widerstandsfähigkeit von 76 und 152 Millimeter-Panzerplatten ist enorm. Wären beide Platten aus derselben Stahlgattung hergestellt, so würden sich ihre Widerstandsfähigkeiten wie die Quadrate ihrer Dicken, d. h. »ie 4:1 verhalten. Dies ist aber nicht der Fall, denn Platten, deren Dicke weniger als 125 Millimeter beträgt, können dem Harvey-Härtungsprozeß nicht unterzogen werben, weil sie sich dann verkrümmen würden. Daher kann heutzutage jede Panzerplatte, deren Dicke 125 Millimeter Nicht übersteigt, als ungehärtet angesehen werden, eine gehärtete 150 Millimeter-Panzerplatte besitzt aber neunmal so viel Widerstandsfähigkeit als eine gewöhnliche 75 tzentimeter-Platte. Diese 150 Millimeter starken gehärteten modernen Panzerplatten widerstehen allen Geschossen b»r Schnellfeuer- und Schnellladekanonen, während die 75 Millimeter-Platten von den 15 ZentimeterPanzergra- naten durchschlagen werden. Mit Bezug auf den dem Deutschen Reichstage in den nächsten Tagen zugehenden Plan zur Vermehrung der deutschen Flotte dürste der französische von Interesse sein, weil er sich in für Deutschland weniger unerreichbaren Grenzen hält als der englische. Deutschlands Regierung und Volksvertreter werden aus demselben Schlüsse ziehen können, da eine Koalition der drei großen Kontinentalmächte Rußland, Deutschland und Frankreich gegen das erdrückende Uebergewicht der beiden angelsächsischen Nationen England und Nordamerika auf dem Meere wohl kein utopisches Hirngespinst mehr ist, sondern auch von ernst zu nehmenden Politikern immer mehr ins Auge gefaßt wird. * Vom Kriegsschauplatz Eine Londoner Zeitung wußte zu melden, General Buller habe den Tugela neuerdings an drei Stellen überschritten und stehe im Gefecht mit den Buren. Gegenüber dieser an sich schon höchst unwahrscheinlichen Meldung erklärt das Kriegsministerium, es habe gestern keinerlei Nach richt vom Tugela erhalten. Das Londoner Blatt hat sich vielleicht durch eine unterwegs verzögerte Depesche irreführen lassen, die vor vierzehn Tagen aufgegeben worden ist; das Trostbedürfnis des englischen Publikums ließe eine solche Täuschung allenfalls erklärlich erscheinen. Thatsächliches liegt vom Kriegsschauplatz in Natal nicht vor, außer einer wetteren Ergänzung der Verlustliste vom oberen Tugela, welche berichtet: London, 2. Februar. Das KriegSministerum veröffentlicht weiter folgende Liste über Gefangene aus der Schlacht beim Spion Kop: Vom zweiten Royal-Lancaster- Regiment 50, von ThorneycroftS berittener Infanterie 12, vom zweiten Bataillon des Middlesex Regiments 16, zusammen beträgt somit die Zahl der Gefangenen, die Warrens Korps auf dem Spion Kop verlor, soweit sie bisher bekannt gegeben ist, 215. Ob diese Liste die früheren Verluste an Gefangenen einschließt, ist nicht zu ersehen. Der Oberbefehlshaber der Transvaal-Buren, General Joubert, wird jetzt von englischer Seite zum vierten oder fünften Male tolgesagt. Ein Telegramm aus Spearmans Camp vom 30. Januar besagt: „Die Kaffem bleiben bei der Behauptung, Joubert sei bei Ladysmith durch eine Granate getötet worden." — Nach dem alten Volksglauben, daß mehrmals totgesagte Leute dann um so länger leben, ist dem tapferen Burengeneral hoffentlich noch eine lange, ersprießliche Wirksamkeit beschieden. Im englische« Uuterhause wurde gestern die Adreßdebatte fortgesetzt, ohne bisher ein positives Resultat zu zeitigen. Mancherlei peinliche Ereignisse der letzten Zeit kamen zur Sprache, so die Ent- Hüllungen eines belgischen Blattes über Chamberlains Verhalten in der Jameson-Angelegenheit und die von uns mitgeteilte Mißhandlung eines Deutschen auf der Londoner Börse. London, 1. Februar. Auf eine Interpellation von Evans erklärte der Kolonialminister Chamberlain, er habe die Briefe und Telegramme über seine Person in der Jntöpendance beige gesehen. Seine persönliche Kenntnis erstrecke sich nur auf zwei oder drei der Dokumente, die dem Inhalte nach, wenn auch nicht wörtlich, korrekt seien. Was den Rest anbeträfe, so seien sie Hawksley durch einen Schreiber gestohlen worden, welcher summarisch entlassen worden sei. Hawslcy sagte nicht, ob sie korrekt seien. Er, Chamberlain, habe vorher keine Kenntnis von ihnen gehabt und sei erst wenige Tage, ehe sie in einer ausländischen Zeitung erschienen, von ihrer Existenz in Kenntnis gesetzt Warden; er habe die Briefe von Fairfield an Hawksley vielleicht nicht gesehen, doch seien sie zweifellos in seinem, Chamberlains, Auftrag geschrieben worden. London, 1. Februar. Auf eine Interpellation des irischen Abgeordneten Mac Neill wegen der seiner Zeit gemeldeten Mißhandlung eines Deutschen in der Londoner Börse erwiderte der Minister des Innern, der Mißhandelte möge selbst die Klage anstrengen. Die Börse sei ein Privater Ort, und die Aufsicht über die Ordnung darin liege den Börsenbehörden ob. London, 1. Februar. In Erwiderung auf DilkeS Angriffe gegen das KriegSministerium pries der Unterstaatssekretär des Krieges Wyndham Dilkes militärische Kenntniffe und erwähnte, zwischen den Buren-Republiken habe früher nur ein Defensivbündnis bestanden, dasselbe sei aber am 27. September 1899 in ein OffensivbündniS umgewandelt worden. Die Regierung habe darauf die Truppen “ in Südafrika um 25 000 Mann verstärkt, was zur Verteidigung der Kolonien für genügend gehalten wurde. Die Regierung habe sich darin geirrt; aber sie habe mit Recht geirrt, um der Diplomatie eine gute Chance zu geben. Nunmehr würden in etwa drei Wochen 180000 Mann in Südafrika stehen, darunter 38 000 berittene Truppen. * ♦ ♦ • J Loudon, 2. Februar. Meldungen aus Spearmans Camp bestätigen nicht das Gerücht von einem nochmaligen Ueberschreiten des Tugela durch Bullers Korps. „Daily Telegraph" zufolge haben die Truppen während der letzten drei Tage Extrarationen empfangen und sich erholt. Eine Abteilung Kavallerie mit Kanonen überwache die Trichardts Drift. Die SchiffSgeschütze unweit des Swartskop beschossen Montag den Feind, der Laufgräben und Verschanzungen PotgieterS gegenüber aufwirft. — Die „Zentral NewS" berichten aus Durban vom 29. Januar: Die in den Gefechten vom 23. und 24. vorigen Monats verwundeten Soldaten der Bullerschen Armee beginnen von der Front in Durban mit der.Eisenbahn einzutreffen. Der erste Transport bestand aus 30 Offizieren und 115 Mann. Zu ihrem Empfange waren sechs Aerzte, 40 Krankenpfleger und fünf Hospitalschiffe bereit. — Der Privatsekretär des Cecil Rhodes, namens Jordaan wurde von den Buren bei Kimberley gefangen genommen und nach Bloemsontain transportiert. Er war der Träger mündlicher Botschaften. — Die „Zentral NewS^ erfuhren aus Durban vom Dienstag, daß es einem Volontär gelungen sei, die Burenlinien zu passieren und Nachrichten von White an Buller zu überbringen. Der Bote erklärte, Ladysmith sei in militärischer Beziehung völlig gesichert; die Truppen seien frohen Mutes, trotz vieler dort herrschenden Krankheiten. Ein Burenpiquet bezeichnete die Verluste des Feindes als schrecklich. Paris, 2. Februar. Das „Journal des DebatS" meldet nach einer Information aus Kairo, daß die Lage daselbst eine sehr ernste sei. Die gesamten Marinekanonen, sowie sämtliches Artilleriematerial und zahlreiche Offiziere sind nach Südafrika befohlen worden. Es befinden sich augenblicklich keine europäischen Truppen in Egypten. Die Lage ist um so ernster, als die Absendung der egyptischen Truppen nach dem Kriegsschauplätze ein Neutralitätsbruch von Seiten Egyptens ist. Deutsches Keich. Berlin, 2. Februar. Zur gestrigen Abendtafel beim Kaiserpaar war Staatssekretär Graf von Bülow geladen. Heute vormittag hörte der Kaiser den Vortrag des Staatssekretärs Grafen'von Bülow im Auswärtigen Amte, und besichtigte alsdann die Geweihausstellung. — Wie aus Stuttgart gemeldet, wird, wurde gestern der Schauspielerin Agnes Sorma nach der Vorstellung von „Nora" im Stuttgarter Hoftheater vom Könige von Württemberg die goldene große Medaille für Kunst und Wissenschaft überreicht. Am Abend vorher war der Künstlerin in Karlsruhe gleichfalls die große goldene Medaille vom Großherzog von Baden verliehen worden. — Der „Reichsanz." veröffentlicht einen Erlaß, des Kaisers an den Reichskanzler, datiert vom 1. Februar 1900, in welchem der Monarch seinen Dank ausspricht für die ihm zu seinem Geburtstage zugegangenen zahlreichen Glückwünsche, und für die zahlreichen Kundgebungen, die anläßlich des Hinscheidens der Herzogin Friedrich zu Schleswig-Holstein, der Mutter der Kaiserin, von Nah und Fern ihm zum Ausdruck gebracht wurden. Weiter heißt es in dem Erlaß: Mit besonderer Befriedigung sei er, der Kaiser, in den Kundgebungen dem Verständnis für die dringende Notwendigkeit begegnet, eine der Weltstellung des deutschen Reiches und seinen Handelsinteressen entsprechende Flotte zu schaffen, und habe er die vielfache« Versicherungen treuer Mitarbeit an dieser großen nationalen Aufgabe mit herzlicher Freude entgegengenommep. — Der aus Frankreich ausgewiesene frühere Hauptmann Sidney O'Daune hat, wie das „Bert. Tgbl." erfährt, dem hiesigen Polizeipräsidenten von Köln aus mitgeteilt, das; er sich der Behörde zur Verfügung stelle, und heute in Berlin eintreffen werde. — Der Abg. Graf v. K a n i tz - Podangen ist an Influenza erkrankt, und wird erst in 8 bis 14 Tagen sich, wiederum an den parlamentarischen Arbeiten beteiligen können. . t r t t , — Wie aus Arolsen gemeldet wird» hat heute nachmittag daselbst die Taufe der am 22. Dezember 1899^geborenen Prinzessin stattgefunden. Unter andern wohnte die Königin von Württemberg der Feier bei. Ausland. Wien, 2. Febr. Wie verlautet, beabsichtigen sämt- fid)e Gemeindevertretungen aller größeren Städte und Ort- sthaften Oesterreichs wegen der durch die Kohlennot hervorgerufenen kritischen Situation eine Petition an die Regierung zu richten, um sofort die Expropriation der Kohlenbergwerksbesitzer, die Sequestration des Kohlenbergbaus, sowie Verbilligung der Kohlentarife auf gesetzlichem Wege durchzuführen. Es soll diesbezüglich eine internationale Vereinbarung, hauptsächlich mit Deutschland, angestrebt werden. Wien, 2. Februar. Einem hier zirkulierendem Gerücht zufolge hat sich das Befinden des Erzherzogs Otto wesentlich verschlimmert. London, 2. Febr. Offiziell werden die Gerüchte von dem Ausbruch einer Meuterei der egyptischen' Truppen dementiert. Budapest, 2. Febr. Der Ministerpräsident Dr. von Koerber, welcher hier mit dem Ministerpräsidenten Szell Aber schwebende Fragen konferierte, reiste mittags nach Wien zurück. Paris, 2. Februar. Die Kammer genehmigte heute einen außerordentlichen Kredit von 2 Millionen Frcs. zu Gpezialqusgaben für die Ausstellungszeit. Lokales und Provinzielles. Gießen, 3. Februar 1900. • * Der Evangelische Kircheugesaugverein wird am Sonntag dem 18. Februar, abends 8 Uhr, eine geistliche Musikaufführung in der Stadtkirche veranstalten, die erste unter Leitung des Herrn Universitätsmusikdirektors Trautmann. Außer einer Reihe von Chorwerken, darunter der 34. Psalm des im vorigen Jahre verstorbenen trefflichen Albert Becker für Frauenchor, gemischten Chor und Soli, werden darin auch Solovorträge von einheimischen und auswärtigen Künstlern geboten werden. 11. a. hat Fräulein Hedwig Paasche aus Frankfurt a.M. (Sopran), deren Gesang bei dem Familienabend des Oberhessischen Vereins für innere Mission allgemeinen Beifall gefunden hatte, ihre Mitwirkung zugesagt. * • Theatervereiu. Für die 7. Vorstellung ist die Zeit zwischen dem 13. und 16. d. M. in Aussicht genommen. Frl. Irene Triesch, welche in demselben die Klara in Hebbels klassischem Drama „Maria Magdalene" spielen wird, ist durch große Gastspielverpflichtungen derart in Anspruch genommen, daß sie den genauen Termin erst am 10. Februar festsetzen kann. Die 8. Vorstellung wird am 23. d. M. sein. In dieser tritt Herr Hubert Dietzsch als Maler Professor Volz in A. von Roberts' modernem Schauspiel „Satisfaktion" auf. Bezüglich des Gegenstandes und des Tages der 9. Vorstellung schweben noch Verhandlungen. Darmstadt, 2. Februar. Als Einleitung für die morgen beginnende Marine-Ausstellung hielt heute abend im Stadt-Saalbau vor einer außerordentlich großen Zuhörerschar Herr Geh. Oberregierungsrat Prof. Dr. Busley seinen angekündigten Vortrag über den militärischen, wirtschaftlichen und handelspolitischen Vorteil einer starken Flotte, der sehr interessant und lehrreich war. Aus der alten, wie aus der neueren Geschichte führte der Vortragende eine Menge Beispiele an, daß die Uebermacht in einem Kriege von an das Meer grenzenden Staaten unter allen Umständen in einer starken Flotte liegt, daß ferner unsere ungeheuer rasch gewachsene Handelsflotte und damit unser Handel eines starken Schutzes bedürfe, daß die wirtschaftlichen und handelspolitischen Erfolge und Vorteile bei der wachsenden Weltmachtstellung Deutschlands sich immer mehr zeigen und zur Geltung kommen müssen, wenn nicht unsere Stellung und unser Ansehen verlieren soll, man müffe daher unter allen Umständen für eine starke wohlausgerüstete Flotte bei Zeiten besorgt sein. — Der Vortragende zeigte uns an der Hand einer sehr großen Anzahl sehr hübscher Lichtbilder die Zusammensetzung unserer Flotte, Konstruktion, sowie inneres und äußeres von alten und neuen Linienschiffen, Kreuzer, Torpedo- und Unterseebooten und führte dabei aus, daß die früher unbeachtete deutsche Schiffsbaukunst von allen Staaten heute geachtet und gefürchtet sei. — Man besitze jetzt schon die schnellsten Dampfer, welche überhaupt die Meere durchkreuzen und baue sogar jetzt ein Dampfschiff für Frankreich. — Auch Segelboote, besonders das Boot Meteor unseres Kaisers, sowie die Kaiseryacht Hohenzollern, welche im Kriege als Kreuzer verwendet werden soll, wurden in deutlichen Bildern vorgeführt. — Ungeteilter Beifall dankte dem Vortragenden für seinen sehr klaren Vortrag und ist zu wünschen, daß die Ausstellung gut besucht wird. Se. Königs. Hoheit der Großherzog wird dieselbe um 12i/a eröffnen. Allgemeiner Zutritt von 2 Uhr nachmittags ab. — Der Saalbau war gedrängt voll von Zuhörern aus allen Kreisen und mußten eine ganze Anzahl wegen Ueber- füllung zurückgewiesen werden. Darmstadt, 2. Februar. Gestern abend wurde hier ein verheirateter Weißbindergehilfe Kl., aus Bickenbach, mit der Frau eines Wirtes aus Bickenbach hier aufgegriffen und in Polizeigewahrsam gebracht. Der Mann soll unglücklich verheiratet sein, während die erst 19 Jahre alte Frau des Wirtes (die Tochter eines Bahnmeisters auf der Strecke Gießen—Gelnhausen) gegen ihren Willen und auf Drängen ihrer Eltern vor ca. 5 Wochen den sonst gut situierten Wirt geheiratet hatte, aber eine solche Abneigung gegen ihren Mann bekam, daß sie sich mit dem erwähnten K. verabredete, sie wollten gemeinsam fliehen und sterben. Sie irrten die ganze Mittwochnacht im Walde umher, kamen dann nach Darmstadt, wo sie auf Betreiben des Ehemanns, der sie sofort verfolgen ließ, festgenommen wurden. Beide waren ohne jede Barmittel. Bei ihrer Vernehmung erklärte die Ausreißerin, daß sie sich verständigt hätten, und sie K. gebeten habe,, sie ruerft zu erschießen, er habe aber nicht vermocht, die rötliche Waffe auf sie abzudrücken; beide wurden dann wieder aus der Haft entlassen und wollen sich hier Stellung suchen, da sie an ihren letzten Aufenthaltsort nicht mehr zurückkehren wollen. — Die Erhebungen in Sachen der in Untersuchungshaft befindlichen Appolonia Mink und Genossen in Oberramstadt, woselbst zu Anfang dieses Jahres eine ganze Wagenladung gestohlener Kleiderstoffe rc. aufgefunden wurde, haben ergeben, daß die Waren nicht von Einbruchsdiebstählen herrühren, sondern von nur Ladendiebstählen, die mit außerordentlicher Gewandtheit von der Genannten meist mit Genossen ausgeführt wurden, indem sie bei dem Einkauf die Stücke in Körben verschwinden ließen; sie leugnen zwar alles, gelten aber für überführt und sollen nach dieser Hinsicht neue Ermittelungen in Frankfurt a. M., Offenbach re. stattfinden. Lengfeld i. O., 2. Februar. Am Mittwochabend wurde ein hiesiger Einwohner wegen Sittlichkeitsverbrech en, begangen an einem geistesschwachen Mädchen, § 1763 des Strafgesetzbuchs, durch den Untersuchungsrichter vernommen und nach Darmstadt in das Untersuchungs gefängnis abgeführt. Sir Redvers Henry Buller und seine Familie. In Westfalen will man herausgefunden haben, daß man den General Buller als Landsmann in Anspruch neh- könne. Seine Wiege soll in dem Stift Leeden, im Kreise Tecklenburg gestanden haben, von wo die ganze Familie Buller im Jahre 1830 nach England auswanderte. Der Sohn soll dann in englische Kriegsdienste getreten sein und es zum General gebracht haben. Diese ganze Legende wird schon durch das einfache Datum zerstört, daß Buller erst im Jahre 1839 geboren ist; überdies aber ist er ein Sohn, unter 14 Kindern das zweitgeborene, des Friedens- rick)ters und Parlamentsmitgliedes James Buller, dessen Gattin aus dem herzoglichen Hause der Norfolk-Howards stammte. Also an Bullers altenglischer Herkunft ist nicht zu rütteln. Einer Skizze von Renee Gänge im Brüsseler Soir entnehmen wir einige Mitteilungen über das äußere Leben des Generals. Der Wahlspruck) des Geschlechts Buller ist unter den gegenwärtigen Umständen sonderbar bezeichnend und läßt manche Deutungen zu; er lautet: Aquila non capit muscas — der Adler fängt keine Fliegen. Die große Eingangshalle des Schlosses Downes zu Crediton, des Besitztums der Familie, strotzt von Geschenken, die dem General nach dem Zulukrieg von 1879, in welchem er Oberst der fliegenden Kolonne war, zuteil geworden sind. Die Damen des Kaplandes überreichten ihm damals zwei in Silber getriebene, reich verzierte Schilde. Das Arbeitszimmer des Generals hat kein militärisches Gepräge, dagegen bildet der Billardsaal ein ganzes Museum von Trophäen und Kriegserinnerungen. Sir Redvers Buller genoß eine glückliche, freie Jugend und lag früh allen Leibesübungen ob, daneben „zimmerte" er gern. Er ist ein wortkarger Mann, aber in Crediton wegen seiner Herzensgüte allgemein beliebt. Nach Ausbildung an der berühmten Lateinschule von Eton trat er, ohne die Universität zu besuchen, als Fähnrich in das 60. Infanterie-Regiment. Grade als er hierzu abreisen wollte, zog er sich beim Fällen eines Baumes im Schloßpark eine schwere Beinwunde zu, so daß der Arzt das Glied abnehmen wollte. Buller widersetzte sich dem trotz alles Einredens seiner Familie; er wollte lieber sterben, denn als Krüppel durch die Welt gehen — und das Bein heilte. Er war damals 17 Jahre alt. Mit 21 Jahren ging Buller mit seinem giment. Grade als er hierzu abreisen wollte, zog er sich Befestigungen von Taku auszeichnete. 1870 machte er die Red-River-Expedition in Kanada mit; 1874 war er während des Aschantikrieges bei dem Stabe Lord Wolseleys und wurde zum Major befördert. Seiner Teilnahme am Zulukriege, in dem der junge Prinz Napoleon fiel, ist schon gedack)t worden. Während des Burenkrieges 1881 war er Generalstabs- Chef Sir Evelyn Woods. Im folgenden Jahre nahm er an dem ägyptischen Feldzug teil; wieder ein Jahr später führte er die Brigade des Generals Graham durch die Wüste, und im Sudanfeldzug 1884/85 rettete er mit großer Tapferkeit die Kolonne Herbert Stewarts. (Ergänzt sei. hier, daß Buller 1884 zum Generalmajor befördert wurde, 1885/86 stellvertretender Generaladjutant der Armee, dann bis Oktober 1887 Spezialkommissar der Grafschaft Kerry war, hierauf zum Generalquartiermeister und im Herbst 1890 als Nachfolger Lord Wolseleys zum Generalleutnant und General-Adjutanten des britischen Heeres ernannt wurde.) 1898 wurde er an Stelle des Herzogs von Connaught Kommandant von Aldershot. Buller hat erst 1882, also mit 42 Jahren, geheiratet, und zwar die Witwe seines Neffen Greville Howard, die vier Kinder hatte.. Diese fanden in Buller einen ausgezeichneten zweiten Vater. Seine beiden Stiefsöhne traten auf seinen Anlaß ins Heer; der eine starb in Indien am Fieber, der jüngere geht nächstens nach Südafrika ab. Buller war bei Ausbruch des ägyptischen Krieges 1882 in Holland auf der Hochzeitsreise. Sofort reiste er nach Downes zurück, wo er folgenden Tages eintraf, packte seine Sachen für den Krieg ein, reiste am nächsten Tage nach London, und von dort nach Aegypten ab. Seine Gattin fügte sich ohne Murren in die Trennung. Nach der Rückkehr führte Buller das glücklichste Familienleben. Bald wurde ihm eine Tochter geboren, die er vergöttert, und die ihn, wenn er zu Hause ist, nie verläßt. Sie und ihre Stiefschwester, Miß Joyce Howard, sind vorzügliche Reiterinnen. Ihre Mutter hat mit ihren Töchtern einen Verein für junge Mädchen der ländlichen Umgebung gegründet, und wirkt viel Gutes. Buller selbst ist ein Allerweltsmensch. In Crediton ist er Friedensrichter, Mitglied des Kirchenvorftandes und Vorsitzender des Schulausschusses. Dabei macht er sich eine Ehre daraus, allen möglichen Versammlungen beizuwohnen. In der Verwaltung seines Besitzes bekümmert er sich persönlich um jede Einzelheit; er kennt jeden Pächter, Arbeiter und Tagelöhner, und ist ein so tüchtiger Lanowirt, wie jeder sonstige Bauer der Gegend. Während seines ganzen Lebens war er ein hervorragender Sportsmann, wie seine Gattin als vortreffliche Jägerin bekannt ist. Die Bewohner Creditons kennen Buller gar nicht als Soldaten, und haben den General nie in Uniform gesehen. (K. Z.) Vermischtes. * Straßburg, 1. Februar. Eine intetnati»* nale seismologische Gesellschaft. Die Erforschung der Erdbeben ist durch Anwendung feiner Beobachtungsinstrumente gegenwärtig in ein Stadium getreten, in welchem nur durch internationale Thätigkeit der Beobachter, nämlich durch ein möglichst über die ganze Erde verbreitetes und nach übereinstimmenden Vorschriften arbeitendes Netz von Beoback)tungsstationen weitere Fortschritte zu hoffen sind. Zu diesem Zweck ist die Gründung einer internationalen seismologischen Gesellschaft zunächst erstrebenswert, und auf Anlaß von Prof. G. Gerland in Straßburg trat eine Anzahl Forscher dieser Gründung näher. In Straßburg selbst wird, mit Unterstützung des deutschen Reichs und des Reichslandes Elsaß-Lothringen, eine „Kaiserliche Hauptstation für Erdbebenforschung" inS Leben treten. Der Bau derselben ist vollendet, und ihre wissenschaftliche Thätigkeit im Beginne; sie hat von der Reichsbehörde zugleich auch den Auftrag, das deutsche Reich im Kreise der internationalen Erdbebenforschung zu vertreten. Die internationale seismologische Gesellschaft soll ihren Sitz in Straßburg haben; sie ist gedacht als Vereinigung aller Erdbebenstationen und Erdbebenforscher. Ihren Mitgliedern liegt es ob, innerhalb ihres Landes für genügende Organisation und einheitliche, methodische Durchführung der Beobachtungen und deren Bearbeitung, sowie für Einsendung der veröffentlichten Beobachtungen an die Zentralstelle Straßburg zu sorgen. Alljährlich findet eine Versammlung von Delegierten der einzelnen Länder und Stationen statt, welche die Thätigkeit in den einzelnen Gebieten überwacht. Eine allgemeine Versammlung der internationalen seismologischen Gesellschaft tagt jedesmal mit dem internationalen Geographen-Kongreß, also alle vier bis fünf Jahre. Was die Straßburger Hauptstation anbelangt, so nimmt sie einen durchaus selbständigen Standpunkt in der Forscyung ein. Die mathematisch-astronomische, die mechanische, die physikalische Untersuchung werden ihr nicht die Hauptsache, sondern nur Mittel zum Zwecke sein. Das Hauptgewicht wird sie auf die Gesamtuntersuchung der Erdbeben, auf ihre Bedeutung und Erklärung als tellurische Erscheinung legen. Ihre Thätigkeit und Forschungsmethode wird also eine geographische sein, und auf dem Gebiete der Erdkunde werden ihre Hauptergebnisse liegen. K. Z. * Agram, 1. Februar. Im Bezirke Sissek in Kroatien herrscht unter den Landleulen große Hungersnot. Mehrere Bauernfamilien sind schon auSgestorben. — Die Gemeindebeamten haben für Dezember noch kein Gehalt bekommen. Auszug aus -en Kirchenbücher» -er Sta-t Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. Markusgemeind e. Den 1. Februar. Karl Ludwig Balthasar Georg JustuS Lenz, Restaurateur zu Gießen, und Maria Lynker, Tochter von dem Spediteur Adolf Lynker zu Gießen. Getaufte. Matthäusgemeinde. Den 27. Januar. Dem Lehrer an der höheren Mädchenschule Karl Wilhelm Mulch eine Tochter Lilly Mathilde, geb. den 17. Dezember. Den 28. Januar. Dem Glaser Heinrich Fillmann eine Tochter, Marie, geb den 23. Dezember. Denselben. Dem Gärtner Wilhelm Moser ein Sohn, Valentin Wilhelm Peter, geb. den 28 Dezember. Denselben. Dem Heizer Karl Becker eine Tochter, Marie geboren den 28. Dezember. Markusgemeinde. Den 28. Januar. Dem Fuhrmann Karl Röhm ein Sohn, Karl Heinrich Konrad Jakob, geb. den 14 Dezember. Lukasgemeinde. Den 28. Januar. Dem Lokomotivheizer Ludwig Sehrt eine Tochter, Anna Christiane, geboren den 25 Dezember Denselben. Dem Former Wilhelm Plesch eine Tochter, Elsa Elisabeth, geboren den 24. November Denselben. Dem Bauaspirant Philipp Haller ein Sohn, Karl Konrad Heinrich, geboren den 8 Januar. Den 29 Januar. Dem Realgymnasiallehrer Rudolph Block eine Tochter, Ilse Marie Luise Emmy Anna Martha, geboren den 4. Dezember. Den 30 Januar. Dem Schlosser Johannes Ommert ein Sohn, Karl Wilhelm, geboren den 28. Januar. Johannes gemeinde. Den 28. Januar Dem Taglöhner Johannes Grün ein Sohn, Ernst, geboren den 4. Dezember. Denselben. Dem Kaufmann Heinrich Karl Emrich eine Tochter, Klara, geboren den 30. November. Beerdigte. Markusgemeinde. Den 27. Januar. Marie Möhl geborene Keil, Ehefrau von beet Cigarrenfabrikant Georg Möhl, 56 Jahre alt. starb den 25. Januar. Den 1. Februar. Anna Margarethe Möhl, Witwe von Daniel Möhl, 61 Jahre alt, starb den 29 Januar. Lukasgemeinde. Den 26. Januar. Johannes Haggenmüller, Lokomotivführer, 7C Jahre alt, starb den 24. Januar. Den 27. Januar. Wilhelm Mootz, Bahnarbeiter, 34 Jahre alt, starb den 25. Januar. Den 30. Januar. Elisabeth Ommert, geb. Klös, Ehefrau deS Schlossers Johannes Ommert, 89 Jahre alt, starb den 28. Januar Den 31 Januar. Karl Klotz, Wagenwärter, 38 Jahre alt, starb den 28. Januar. Johannesgemeinde. Den 2. Februar. Marie Helene Bolland, geb. Weber, Ehefrau des Schneiders Caspar Volland, 29 Jahre alt, starb den 81. Januar. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft , 8. Februar. Marktbericht Auf dem heutig« Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X c.75—0.90, Hühnereier per 6t. 7—9 4, 2 St. ou—00 H, Enteneier 1 St. 0—0 4, Gänse« eier per Et. 6—00 H, Käse 1 St. 5—8 A Käsematte 2 6t 5—6 ch, Erbsen per Liter 20 H, Linsen per Liter 30 H, Tauben per Paar vM. 0.00—1.' 0, Hühner per 6t. X 1.00—1.20, Hahnen per Stück X 1 20—2.00, Enten per St X 2.00—2.40, Gänse per Pfund X 0 50—0.60, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 4, Kuh° und Rindfleisch per Pfd. 62—64 4, Schweinefleisch per Pfd. 60—72 4, Schweinefleisch, gefallen, per Pfd. 76 Kalbfleisch per Pfd. 64—66 Hammelfleisch per Pfd. 50—64 H, Kartoffeln per 100 Kilo 8.80 bi» 4 40 X, Weißkraut per St. 00—00, Zwiebeln per Etr. X 6.50—7.06, Milch per Liter 16 H. Haftpfli Offerten guter J. Lich, dm 2. Febr geh /Hinem fleeörten A W und Umgegtnb bie ° I. 3.mtine neb« dem granff« Poft H in 6omDier b fltolbetet Stink. SÄ Dc IWetge., 9 *43* « 2 Fedn 5^^ - firi Westen * 3. Februar h r ProvlU l der national n9hit flbqeorMtte Se» na» $ 1899/19™ w°tbntto ®i( iefrieOigenh. ® oillit getobt«, *1 ach bit NahMg' feiten machte. Wien. 3. Februar Men Tagen eine e v'.iA. N Km b°T ale Grabsteine nut der jubelt unb verschmiert zerschlagen, ein Mfte Wies, 3. Februar. Transport-Laris f: Dien. 3. Februar. Sympathie Lundg DM. Uta Friedens.Bunde? Kelche eine halbe wirb in ben nächste Gesandten übergeben Warschau, 3. Fe nimmt immer grüß Gouvernements Wars lürijtn Sei*tte jJ a rittW Irland j„ ^5S KÄi tittSi or?A 58eteinic >°d>Ich° Tuich. ,£“«0. fotoe tun?en an di, ^U* ein, ' Lander uni öen einzelnen ^mmlnntz der W jedesmal )^h, also alle r haWslation ■ lelbftandigen )ematisch-astro- ' Untersuchung u.r Mittel zum die Gesamt- tung unb Er- ^re tyätigfeit "aphifche fein, ihre fyiupt* n w Rmtitn YMtzerSovt. zestorbe». - noch kein Gr- Schiffsnachrichten Norddeutsche, Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten- Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 2. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Dopp--lschrouben-Postdampser Hannover, Capt. I I a n tz e n , vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 1. Februar 8 Uhr vormittags wohlbehalten in Baltimore angekommen Aeueste MeUstmge«. Depeschen deS Bureau .Herold". Berlin, 3. Februar. Behufs Förderung der Aufgaben der Provinzialverbände haben mit Unterstützung der nationalliberalen Fraktion im Abgeordnetenhause die Abgeordneten von Eynern, Dr. Friedberg und Schmieding folgenden Antrag eingebracht: das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, die königliche Staats-Regierung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen nach den Grundsätzen des Gesetzes vom 8. Juli 1875 den Provinzial Verbänden aus den Ueberschüssen des Etatsjahres 1899/1900 ein Fonds von 50 Millionen Mk. überwiesen wird. Berlin, 3. Februar. Das Allgemeinbefinden des Abgeordneten Dr. Lieber war auch am gestrigen Abend befriedigend. Die vorhergegangene Schwäche war wieder gehoben, sodaß sich der Kranke wohl fühlte, zumal auch die Nahrungsaufnahme keine Schwierigkeiten machte. Wie», 3. Februar. In Holleschau wurde vor eiligen Tagen eine Demonstration gegen Deutsche verübt. Auf dem dortigen katholischen Friedhöfe wurden alle Grabsteine mit deutschen Inschriften in der Nacht besudelt und verschmiert. Mehrere Marmortafeln wurden zerschlagen, ein Grabstein umgeworfen. Wie», 3. Februar. Der Eisenbahnminister setzte den Transport-Tarif für Kohlen bedeutend herunter. Wie», 3. Februar. Hiesige Burenkreise beschlossen eine Sympathie Kun dgebung für die Buren und sandten ein diesbezügliches Telegramm an Dr. Leyds. Brussel, 3. Februar. Die Petition des belgischen Friedens-Bundes an den Präsidenten Mac Kinley, welche eine halbe Million Unterschriften trägt, wird in den nächsten Tagen dem hiesigen amerikanischen Gesandten übergeben werden. Warschau, 3. Februar. Die Kohlennot in Polen nimmt immer größere Dimensionen an. In den Gouvernements Warschau, Petrikau und Radow hat eine größere Anzahl Fabriken wegen Kohlenmangel den Betrieb einstellen müssen. Viele tausend Arbeiter sind brotlos. Vom Kriegsschauplatz. L o n d o n, 3. Februar. Ein hiesiges Blatt verbreitet ein sensationelles Gerücht, wonach Lord Roberts unt Zusendung von 90 000 Mann gebeten habe. Das Kabinett habe geantwortet, die verlangten Truppen würden sofort abgesandt werden. Das Kabinett habe beschlossen, die Miliz-Ballotir-Akte in Kraft zu setzen, wonach ein jeder unverheiratete Mann zwischen 18 und 30 Jahren dienstpflichtig wird. 40 000 Mann sollten von der Miliz-Reserve und 50 000 Mann von den Volontären eingezogen werden. Der gestrige Kabinettsrat habe den Zweck gehabt, alle Einzelheiten hierüber festzusetzen. London, 3. Februar. Laffans Bureau meldet aus Kapstadt, daß General Tucker, der Kommandeur dev 7. Division, am Montag nach dem Modderfluß aufgebrochen sei. — sltach weiteren Meldungen ließ Lord M e t h u e n Brunnen anlegen, um das Trinken des Wassers aus dem Modderfluß zu vermeiden. Brüssel, 3. Februar. Soweit vom gestrigen Tage Meldungen vom Kriegsschauplätze vorliegen, bestätigen dieselben die Konzentrierung eines großen Bu- renheeresiD ei Colesberg, sodaß jeder Versuch der. Engländer, von dort in den Oranje - Freistaat einzudringen, auf Widerstand stoßen muß. Die Meldung vom Tode Jouberts wird dementiert. London, 3. Februar. Vier Abteilungen des Regiments Rhodesia haben am 22. Januar 3 Uhr morgens einen Kundschafterritt bis zum Burenlager an den Krokodilseen gemacht. Sie griffen mit aufgepslanztem Bajonnet die Buren an. Diese mußten fliehen, und verloren zwei Pferde {unb zwei Fahnen. Schließlich kehrten sie aber mit Verstärkungen zurück, und beschossen die Engländer, welche beim Rückzüge vier Verwundete verloren. London, 3. Februar. Im Unterhause erklärte der Konservative Clarke, Chamberlain habe die größte Verantwortung für den Krieg. Der sofortige Rücktritt Chamberlains und des, Gouverneurs Millner sei notwendig, um . eine friedliche Lösung zu ermöglichen. Der Marineminister erklärte, daß das Ministerium von dem Ernst der Lage durchdrungen sei. Die militärischen Vorkehrungen, welche getroffen seien, würden den Beweis führen, daß die Regierung ihrer Ausgabe gewachsen sei. Diese im Verein mit der Flotte getroffenen Vorkehrungen ermöglichten es, der Zukunft mit Vertrauen entgegenzusehen. Der union- istische Irländer Henderson rief einen heftigen Zwischenfall hervor, durch Beschimpfung der Kriegs-Partei. Die Sitzung mußte wegen der hierdurch entstandenen Tumulte um Mitternacht aufgehoben werden. London, 3. Februar. Die Königin erhielt eür Telegra mm, unterzeichnet vom Bürgermeister vou Mafeking, datiert 27. Januar. Dasselbe drückt anläßlich des hundertsten Belagerungstages die unerschütterliche Treue der Bevölkerung und deren Entschlossenheit, die englische Oberhoheit anzuerkennen, aus. Das offizielle Hofblatt erklärt, dieses Telegramm habe der Königin große Freude bereitet. — Die Königin hat vier Offizieren und Unteroffizieren, sowie 16 Artilleristen die Ehren-Medaille verliehen, weil dieselben außergewöhnlichen Mut an den Tag gelegt haben, bei dem Versuch, unter dem mörderischsten Feuer bei Colenso die Kanonen vom Feinde zurückzuerobern. — Das Kriegs-Departement erklärt, bis Mitternacht keine Nachrichten vom Kriegsschauplatz erhalten zu haben. Darmstadt, 3. Februar, 1 Uhr 30 Min. mittags. (Privat- Telephonmetdung.) Die Marine AuSstellung wurde heute mittag 12*/2 Uhr durch Seine Königliche Hoheit den Großherzog feierlichst eröffnet. Der Vorsitzende deS Deutschen FlotteuvereinS begrüßte Seine Königliche Hoheit, worauf der Großherzog etwa folgendes erwiderte: „ES ist mir eine große Freude, die Marine ■ Ausstellung e. öffnen zu können, ehe ich nach Italien abreise. Ich hoffe, daß der Segen, den man von der Ausstellung erwartet, in vollstem Maße in Erfüllung gehe!" Anwesend waren in Vertretung des Staatssekretärs der Marine der Kapitän B ü ch s e l, ferner der kommandierende General des 18. Armeekorps v. Linde q ui st, der hessische Staats- und Justizminister Rothe und Dittmar, sowie die Spitzen der Staats- und städtischen Behörden. Die Ausstellung hält 22 Räume, die mit über 500 Marineflaggen ausgeschmückt sind, und umfaßt 270 Nummern. Ein ausführlich geschriebener Katalog ist zum Preise von 10 Pfg. zu haben Der Besuch der Ausstellung ist jedermann zu empfehlen. Bei Todesfällen übernimmt die Buchdruckerei des Giessener Anzeigers, Schulstrasse 7, die schnellste Anfertigung von Trauerbriefen und -Danksagnngskarten, welche auf Wunsch couvertirt geliefert werden. g 3u!hti 8c*i. Mchrnschtir Rat! 17. Dt,mba. amt «tut lochtet, n Sohn, Lalentin 'L°d°r Äni