Dienstag den 3. Juli 190® M. 152 Zweites Blatt Zimts- und Anzeisrblutt für den ICrete Gieren Kezugsprels vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pf-, mit Bringerlohnr durch die AbholrstckleN merteljährl. Mk. IM monatlich 65 Pf-. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljSHA. mit Bestellgeld. Alle Anzeigen.BermitttungSstcllen deS In« und Ausland«! nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenpreiS: lokal 12 Pfg., auStvSrtS 20 Pf-. jlefcelttoe, epebition und Druckerei: -chnlßraße Ar. 7. Adrrffe für Depeschen: Anzeiger ^Ujen« Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilage«: Gießener Zamilienblätter, Der hessische Landwirt, Kälter für heWhe Uscksknn-r._______________ Annahme dnn Anzeigen zu der nachmittags für We sat-enden Log erscheinender. Nummer bis vorm. 10 Uhr. RddesteLungkN spätestens ak*M vorher. Gießener Anzeiger General-"Anzeiger erscheint »glich mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Mamikien-tLtter Werden de» Anzeiger t» Wechsel mit „Heff. 8irr n. ^Blätter Mr Heß. Volkskunde- W-chtl. 4mnl beigelegt. Die Wirren in China. Von den Gesandten und Ausländern in„Peking fehlt much heute Morgen noch jede zuverlässige Nachricht. Sind sie noch in Peking, wie der chinesische Zollvorsteher in Tientsin behauptet, sind sie anderwärts? Niemand weiß darüber glaubwürdige Auskunft zu geben und auch Admiral Seymour hat aus seinem verunglückten Zuge auf Peking über ihr Schicksal nickfts in Erfahrung bringen können. Dagegen veröffentlichte die englische Admiralität den folgenden, am 29., 10 Uhr 5 Min. von Tschifu pchgegangenen telegraphischen Bericht des Sir Edward Seymour über die Expedition der M ächte nach Pekin g: „ M habe Peking nicht mit der Eisenbahn erreichen können und bin mit meinem Detachement nach Tientftft Lnrückgekehrt. Am 13. Juni wurden zwei Angriffe der Boxer auf die Vorhut mit großen Verlusten für die Boxer und ohne Verluste für uns zurückgewiesen. Am 14. griffen die Boxer in Longfang unfern Zug an, wurden aber wieder zurückgeschilagen, sie hatten ungefähr 100 Tote, wahrend aufs Ulnserer Seite fünf Italiener fielen. Am Nachmittage desselben Tages griffen die Boxer die englische Wache an, die zum Schutze der Station Lofa zurückgelassen worden war. Es wurden Verstärkungen dorthin abgeschlickt und wieder wurde der Feind mit einem Verluste von ungefähr 100 Mann zurückgetrieben, von unfern Leuten wurden zwei Matrosen verwundet. Bei unserer Ankunft in Anting fanden wir die Eisenbahn so- beschädigt, daß jedes Vorwärts- ßommen mit der Eisenbahn unmögliche war. Wir beschlossen deshalb, nachl Yangffum zurückzukehren, um dort eine Expedition zu organisieren, welche, dem Flusse folgend, nach Peking marschieren sollte. Nach meinem Abgänge von Langfang wurden zwei Züge, die unfern Truppen folgen sollten, ain 18. Juni von Boxern und kaiserlichen? Truppen, die von Peking gekommen waren, angegriffen. Die Chinesen hatten 400 bis 500 Tote, unsere Belüfte beliefen sich auf 6 Dotre und 48 Verwundete. Diese beiden Züge erreichten mich in Yangtsun, wo dev Schienenweg ebenfalls vollständig zerstört war. Da nnr knapp an Proviant waren und die Verwundeten uns hinderlich waren, mußten wir nach Tientsin zurück- kehren, von wo wir seit 6 Tagen keine Nachrichten halten. Die Verwundeten wurden am 19. Juni auf ein Boot gebracht und das Detachement trat den Marsch längs des Flusses an. In allen Dörfern stießen wir auf Widerstand: In einem Dorfe geschlagen, zogen die Aufständischen sich auf ein benachbartes Dorf zurück und besetzten gut gewählte Stellungen, von denen aus sie unfern Werter- marsch aufhielten; sie mußten aus diesen Stellungen vrel- fatfX mit dem Bayonett und unter mörderischem Feuer vertrieben werden. Am 23. Juni machten wir einen Nachtmarsch und erreichten bei Tagesanbruch das «oberhalb Tienffin gelegene kaiserliche Arsenal,.wo die Chinesen, nachdem sie uns erst fteundschaftlich entgegen gekommen waren, in verräterischer Weise Feuer auf uns eröffneten. Es gelang uns, die Stelllung zu umgehen, und ein Geschütz wegzunehmen. Während dieser Zeit g e - lang es den Deutschen, ein lveni weiter vorn zwei Geschütze zum Schweigen zu bringen und sich- ihrer, nach, Ueberschreitung des Flusses, zu bemächtig en. Hierauf wurde das Arsenal von den verbündeten Truppen besetzt. Die Chinesen versuchten noch an demselben und auch am folgenden Tage vergebens, das Arsenal wieder zu nehmen. Im Arsenal fanden wir Geschütze und Gewehre neuesten Modells. Wir richteten mehrere ^Geschütze ein und bombardierten die etwas nach vorn gelegenen chinesischen Forts. Da wir im Arsenal Munition und Reis gefunden hatten, hätten wir uns dort einige Tage halten können, da wir aber durch die Verwundeten gehindert wurden, baten wir um Hilfe von Tientsin, die am 25. eintraf. Am 26. sind wir in Tientsin angekommen; das Arsenal haben wir, ehe wir es verließen in Brand gesteckt. Es betragen die Verluste der Engländer 27 Tote, 96 Verwundete; der Amerikaner 4 Tote, 28 Verwundete; der Franzosen 1 Toter, 10 Verwundete; der Deutschen 12 Tote, 62 Verwunde te; der Italiener 5 Tote, 3 Verwundete; der Japaner 2 Tote, 3 Verwundete; der Oesterreicher 1 Toter, 1 Verwundeter; der Russen 10 Tote, 27 Verwundete. Leider haben unsere braven Seeleute ihre Tapferkeit mit schweren Verlusten bezahlen müssen. Nach den amtlichen Mitteilungen befanden befanden sich bei Admiral Seymour an deuffchen Seeleuten: 22 Offiziere, 2 Aerzte und 486 Mann, zusammen 510 Köpfe, sodaß die Deutschen etwa den vierten Teil des Expeditionskorps ausmachten; sie haben denn auch, nächst den Engländern, die 915 Mann gestellt hatten, die größten Verluste zu verzeichnen. Die inzwischen eingetroffene Verlustliste des Kapitäns v. Usedom giebt etwas kleinere Zahlen als der Bericht Seymours; er nennt 11 Tote, darunter KapitänBuchholz, und siebenSchwerverwun»- dete, darunter nicht weniger als vier Offiziere.. An Leichtverwundeten zählt der deuffche Bericht nur zwer ganz leicht verwundete Offiziere auf, während Seymour die Zahl der verwundeten Deutschen auf 62 angiebt. Aus einer Depesche des Vice-Admirals Bendemann geht hervor, daß das deutsche Expe- ditions»-Korps vom Kapitän zur See v. Usedom, Kommandanten des großen Kreuzers „Hertha", befehligt war und daß die beiden nächsthöchsten deuffchen Offiziere Korvetteü-Kapitän v. Buchholz, erster Offizier auf dem großen Kreuzer „Kaiserin Augusta", und Kapitän Schlipper, erster Offizier auf dem großen Kreuzer „Hansa" waren. Es ist ein eigenartiges Geschick, daß sämtliche dreiHöchstkommandierenden von feindlichen Kugeln getroffen wurden. Kapitän zur See v. Usedom ist leicht, Kapitän-Leutnant S. v. Meyer schwer verwundet und Korvettem-OKapitän Buchholz ist tot. Aus dem Berichte des Admirals Seymour geht klar und deutlich hervor, daß es die deutschen Truppen waren, die eigentlich die Rettung der ganzen Abteilung herbeigeführt haben. Daher sind auch die starken Verluste der Deutschen leicht verständlich, denn die Erfolge sind offenbar dem kühnen deuffchen Opfer- und Wagemut zum Teil der ganzen Abteilung zuzuschreiben. Auch der glücklich bewerkstelligte Rückzug des Seymourt- schM Korps wird fortan ein Ruhmesblatt bilden in der Geschichte der deutschen Marine. Wie der „Reichsanzeiger" meldet, hat Kaiser Wilhelm am 24. und 30. Juni an den Ches deS Kreuzer- geschwaderS, Vize-Admiral Affn bemann, zwei Telegramme gesandt. Das erste Telegramm vom 24. Juni lautet: Voller Freude über die Bravour deS „IMS" und seiner Erfolge bei Taku spreche ich dem Kommandanten und der Besatzung meine Anerkennung und meinen Kaiserlichm Dank aus. Ich sehe, die Tapferen des alten „IMS" find neu erstanden; es wird meinen Schiffen nie daran fehlen, detz bin ich sicher. Dem Kommandanten Lans verleihe ich den Orden Pour le merite, für alle Offiziere und Mannschaften find Ordensvorschläge telegraphisch einzureichen. Ehre den Gefallenen. DaS zweite Telegramm hat folgenden Wortlaut: Es gereicht mir zu besonderer Genugtuung, daß das ExpedttionS» Korps des Kreuzer-Geschwader« fich unter dm äußersten Anstrengungen in fernen Landen vorzüglich gehalten hat. Die unerwartet an dasselbe herangetretenen Aufgaben stellten es vor eine ernste Probe. Würdig schließt sich die Haltung von Offizieren und Mannschaften den Thaten an, mit welchen der deutsche Nam« verknüpft war, wo immer eS sei. Ehre den Gefallenen, meine warme TeUnahme den Verwundeten. Dem Kapitän v. Usedom verleibe ich den Kronenorden 2. Klasse mit Schwertern. Für Offiziere und Mannschaften find AuSzeichnungS-VorschlSge einzureichen. Die deutschen Gesamtverluste betragen nach den bisher vorliegenden amtlichen Meldungen: 3 Osfizitre (Hellmann, Friedrich und Buchholz), 30 Mann tot, 7 Offiziere, 99 Mann verwundet. Davon entfallen auf die Kämpfe bei Taku 8 Tote und 14 Verwundete, Tientfin 13 Tote und 23 Verwundete und aus das Seymour'sche Detachement 12 Tote und 62 Verwundete. Aus Taku berichtet eine Depesche von Laffans Bureau, daß die Kolonne, die den Entsatz Seymours bewirkte, unter dem Oberbesehl des russischen! Obersten Stößel steht und jetzt vermutlich aus dem Wege nach Peking ist. Im ganzen find bisher 3200 britische, 1300 deutsche, 4500 russische und 500 französische, 330 amerikanische, 200 italienische, 150 österreichische und 3500 japanische Mannschaften gelandet worden. Außerdem werden noch weitere 2000 japanische Mannschaften auSgeschifst. Ein französisches Bataillon von Saigon wird stündlich erwartet. Der englische Torpedo-Zerstörer „Fame" ging ein Stück weit oberhalb Tientfin den Peiho hinaus und untersuchte das Fort von Hsinchung. Man fand es verlassen und zerstört. Leutnant Fayne vom amerikanischen Kriegsschiff „New-York" rekognoszierte die Gegend zwischen Taku und Tientsin. Aus Shangai wird gemeldet, daß die ganze Provinz Shantung sich in vollem Aufruhr befindet. Die Boxer sollen die deutschen Kohlenwerke in Jtschaufu zerstört, Tsingtau erobert und die Missionshäuser vernichtet haben. Die Missionare hätten fich noch flüchten können. Weiter sollen die Boxer Niut- schwang, das von russischen regulären Truppen und japanischen Freiwilligen verteidigt wird, bedrohen. Nach Meldungen aus Kiel hat der deuffche Panzerkreuzer „Fürst Bismarck" die Ausreise nach China angetreteu. Um 10y4 Uhr vormittags ist das Schiff durch den Kanal nach Wilhelmshaven abgegangen. Admiral Köster war am Samstag vormittag an Bord des Kreuzers zur Vornahme der Besichtigung erschienen. Der Admiral hielt eine Ansprache au die Besatzung und wies dabei aus die neuesten Verluste in Ostafien hin. Jn WilhemShaven besichtigte am Samstag Staatssekretär v. Tirpitz die beiden ExpeditionSdampser für China. Dieselben werden sahrplanmäßig am 17. August in Tsintau eintreffen. Das erste Seebataillon verließ am Sonntag nachmittag Kiel. Es trifft Montag ftüh mittelst SonderzugeS in Wilhelmshaven ein, wo die Einschiffung an Bord deS „Wittekind" sofort erfolgt. Das zweite Bataillon wild voraussichtlich erst am Morgen des 3. Juli eingeschifft werden. Da der Kaiser bereits Montag nachmittag mit der „Hohen- zollern" in Wilhelmshaven eintrifft, so ist noch nicht bestimmt, an welchem Tage die Besichtigung der Expeditionstruppen stattfinden wird. Die Flutverhältnisse bedingen, daß die beiden tiefgehenden Transportschiffe den Hafen mit Hochwasser, also gegen 4 Uhr nachmittags verlassen. Telegramme deS Gietzeuer7AuzeigerS. London, 2. Zuli. Rach einer Depesche des britischen Konsuls in Tschifu bestätigt es sich, daß der deutsche Gesandte in Peking am 13. Zuni von chinefischeu Soldaten ermordet wurde. Berlin, 2. Juli. (Privattelegramm des Gießener Anzeigers, 1 Uhr 30 Min. mittags.) Laut an amtlicher Stelle eingelassener Meldung ist der deuffche Gesandte in Peking, Frh. v. Ketteler, am 18. Juni ermordet worden. Graf Bülow hat fich sofort nach Wilhelmshaven begeben. Wien, 2. Juli. In hiefigen diplomatischen Kreisen ruft die Meldung von der Ermordung des deutschen Gesandten in Peking große Erregung hervor. Man ist der Ansicht, daß die Mächte nunmehr einmütig und ohne Rivalität ihre volle Macht einsetzen werden, um den offiziellen Beschützer der Boxer in Peking für immerwährende Zeit zu zeigen, daß die Mächte stark genug sind, die chinesischen Machthaber zur Verantwortung zu ziehen und die nunmehr notwendig gewordene Regelung der politischen Frage ohne Rücksicht auf die chinesische Regierung durchzusetzen. Wilhelmshaven, 2. Juli. Auf Grund neuerlicher Bestimmungen wird die ostasiatische Expedition schon heute abend 6 Uhr in See gehen. Die Einquartierung erfolgte nach Ankunft des Kieler Bataillons heute Nacht drei Uhr. Nachmittags fand die Einholung der Fahne durch eine in Tropenuniform gekleidete Kompagnie des Bataillons vom Stationskommando und daran anschließend die Inspizierung statt. __________________________ Der Krieg in Südafrika. Feldmarschall Roberts telegraphiert aus Pretoria vom 29. Juni: General Paget teilt aus Lindley mit, daß er am 26. Juni den ganzen Tag mit den Buren gekämpft habe, die große Verstärkungen erhalten hätten. Am selben Tage sei ein für die Garnison von Lindley bestimmter Wagenzug angegriffen worden, doch sei diese Wagenkolonne nach einem heftigen Gefecht der Nachhut in Lindley angelangt. Die Verluste der Engländer betragen 10 Tote und ungefähr 54 Verwundete, worunter sich 4 Offiziere befinden. In einem andern Gefechte wurden dreiZ Mann getötet, und 23 verwundet, und in einem Scharmützel bei Ficksburg wurden 2 Offiziere getötet und 4 Mann verwundet. GeneralMethuen hat den Feind in der Richtung nach Lindley auf eine Entfernung von 19 Kilometer verfolgt und ihm 8000 Hammel und 500 Stück Hornvieh abgenommen. Von den Truppen MethuenS wurden 4 Mann verwundet. General Hunter hat, ohne aus Widerstand zu stoßen, seinen Marsch nach dem Vaal fortgesetzt. Die Buren haben gestern morgen Springs angegriffen, das gegen Osten die Endstation der Eisenbahn von Johannesburg ist. Die Garnison hat sie zurückgeworfen. Deutsches Deich. Berlin, 1. Juli. Aus Lübeck wird vom 30. Juni gemeldet: Der Kaiser unternahm heute früh einen Spaziergang am Strande bei der Lübecker Bucht und hörte dann den Vortrag des Generals Villaume. — Bei dem Festmahle im Ratskeller erwiderte Prinz Heinrich auf eine Ansprache des Bürgermeisters Dr. Klug, in der dieser darauf hingewiesen hatte, daß die Ereignisse in China der Erkenntnis Bahn brechen Müßten, daß wir einer Vermehrung der AuSlandsslotte bedürfen: Der Kaiser habe ihn beauftragt, seinen Dank für die Einladung zu der heutigen Veranstaltung deS Lübecker YachtklubS und zugleich sein Bedauern auszudrücken, daß er durch dringende Regierungsgeschäfte am Erscheinen verhindert sei. Der Kaiser Graf Zeppelins lenkbares Luftschiff. Friedrichshafen, 30. Juni. Bom schattigen, rosendustenden Friedrichs« Hafen, von seinem Kurhause — wo man eine aus dem Genuß von guter Lust und noch besserem Ulmer Bier bestehende Kur durchmacht — bis nach Manzell ist eine kleine Stunde. Dort liegt das „BallonhauS" im See verankert, der riesige Schuppen, der Graf Zeppelins Luftschiff — oder den Luft Bahnzug — beherbergte, dessen Ausstieg eine ungezählte Schar von Fremden gestern mit Spannung erwartete. „Schuppen" ist eigentlich eine ungenügende Bezeichnung für dieses große BallonhauS, das mit Ziegeln gedeckt ist, 144 Mtr. lang, 20 Mtr. hoch und an beiden Seiten je 11 hohe Fenster hat. Dort ruht heute noch auf seinen Lagern das Riesenluftschiff, einer ungeheuren Zigarre gleich, die sich etwa der Donnergott gerollt hat. In Wirklichkeit heißt der Mann, der sie nach den Plänen des Generals Grasen Zeppelin hergerichtet hat, Kübler, seines Zeichens ist er Ingenieur. Der Ballon ist 128 Mtr. lang bei einem Durchmesser von 11,65 Mtr. Er hat daS aus Aluminium hergestellte Gerüst, die zwei Daimler-Motoren von je 16 Pserdekrästen, die Gondeln mit deren Ausrüstung und die fünf Personen, die den ersten Ausstieg machen wollten, zu tragen. Der „Zug" besteht aus 17 Fächern, wovon 15 je 8 Mtr., die beiden Enden je 4 Mtr. lang sind. In jedem Abteil ist ein Ballon aus Seidenstoff, umgeben von einem Netz aus Ramieh- Faser. Die ganze „Zigarre" ist ebenfalls erst in ein Ramieh- netz eingeschlossen und dann mit einem Stoff überzogen, bei dem die Innenseite Seide, die Außenseite Pegamoid ist. Zu Seiten der Enden des Kolosses befinden sich zwei V,4 Mtr. lange Flügel und 2 Mtr. unter dem Ballon ist eine aus einem Alluminium-Gerüst bestehende Galerie, 92 Mtr. lang, von der die zwei Gondeln herabhängen, die die Bemannung, die Motoren und 90 Ltr. Benzin für bereit Betrieb ausnehmen sollten. Die „Zigarre" wiegt mit Motoren und Bemannung rc. nach Herrn Küblers Berechnung 10000 Kgr. Die Motoren wiegen 650 Kgr. und sollen in der Stunde 12 Kgr. Benzin verbrauchen. Versuche, die in einer Barke auf dem See gemacht wurden, zeigten, daß jeder Motor in der Stunde 6 Kgr. Benzin verzehrt; der in den Recipienten enthaltene Vorrat soll für 10 Stunden ausreichen. Das erscheint nicht sehr lang. Da aber die „Zigarre" eine Schnelligkeit von 8,12 Mtr. in der Sekunde erreichen soll, so kann man in zehn Stunden mit dem Lustwagen 288 Kilom. weit fahren. Sein Ausstieg soll zunächst nur 120 Mtr. betragen. Diese bescheidene Höhe —maßvoll angesetzt, wie auch bei allen sonstigen Berechnungen jede Phantasterei vermieden wurde — läßt, nach der Ansicht gelehrter Fachleute und der erfahrensten Lustschiffer Deutschlands, die Erwartung zu, daß es dem Luftschiff des Grasen Zeppelin in der That möglich sein werde, das Problem der lenkbaren Luftschifffahrt zu verwirklichen. Der erwartete AusstiegStag war der heutige. Offiziere, Gelehrte und Journalisten aus allen Ländern harrten der Leistungen des neuen Ballons. Der Aufstieg versagte trotz großartiger Vorbereitungen im letzten Moment um 6 Uhr 30 Min. Die Füllung war noch nicht sertiggestellt. Morgen soll der Versuch erneuert werden. hoffe, daß daS neu geschaffene Werk von segensreicher Bedeutung für die Zukunft Lübecks sich erweisen werde. Der Lübecker Jachtklub trage mit seinen Bestrebungen zu der immer weiter um sich greifenden Erkenntnis bei, daß das Meer keine Scheidungsgrenze bilde, sondern daß eS vielmehr ein bindendes, amalgamierendes Element sei. — DaS Marineverordnungsblatt veröffentlicht eine kaiserliche Ordre betr. die Einführung des zweiten Admirals bei dem ersten Geschwader. ES heißt in der Ordre: Ich bestimme, daß zunächst versuchsweise die Einteilung des ersten Geschwaders in Divisionen als Kommandoverbände auszugeben und der bisherige Chef der zweiten Division als „zweiter Admiral des ersten Geschwaders" nach Anweisung der Geschwaderchefs zu verwenden ist. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des bisherigen Gesandten in Santiago, Legationsrat Dr. Stübel, zum Direktor der Kolonial-Ab- teilung des Auswärtigen Amtes. Metz, 30. Juni. Heute fand im hiesigen Stadthause eine gut besuchte Versammlung von Jntereffenten des Moselland-Kanals statt. Baurat Heideck hielt einen Vortrag über die technische Ausführung der Kanalisation der Mosel. Die Kosten dor Kanalisation der Mosel bis nach Koblenz würden bei einer Länge von 301 Km. etwa 57 Millionen Mark betragen. Es sollen auf der ganzen Strecke 52 Schleußen angelegt werden. Die Schiffe würden von Metz bis Koblenz in 5 bis 6 Tagen fahren. Die Kanalisierung der Saar würde etwa 13 Millionen Mark erfordern, das gesamte Kanal-Projekt also etwa 70 Millionen. Sollte Luxemburg seine Zustimmung nicht geben, ist ein Nebenkanal beabsichtigt, der nur preußisches Gebiet berühren würde und etwa 15 Millionen Mark Kosten verursacht. Man hofft jedoch, daß Luxemburg zustimmen wird. Auf den Vorschlag des Geheimrats Michels, des Vorsitzenden der Handelskammer in Köln, nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, welche die Durchführung ves Projektes eines Moselland-Kanals befürwortet, um dem Wettbewerb des Auslandes entgegentren zu können. Paris, 30. Juni. Deputiertenkammer. Beratung des Gesetzentwurfs betr. Vermehrung der Flotte. Das Haus nimmt den ersten Artikel an, betr. Bau von 6 Linienschiffen und 5 Kreuzern, sowie betr. Bewilligung von 118 Millionen Francs zum Bau von Torpedobooten und Unterseebooten. Die Regierungsvorlage hatte für Torpedoboote und Unterseeboote nur 68 Millionen gefordert, aber die Kammer bewilligte die von Pelletan beantragte und von der Regierung gutgeheißene Erhöhung um 50 Millionen. Im weiteren Verlauf der Sitzung wird der zweite Artikel des Gesetzentwurfs betr. Vermehrung der Flotte angenommen. Nach diesem Artikel wird der Bau der neuen Schiffe auf die Zeit bis 1908 verteilt. Schließlich wurde auch der »gesamte Gesetzentwurf angenommen. — Der Staatsanwalt Bulot, den Ravachol mit seiner Rache einst vom Boulevard Saint-Germain, wo er einen mißlungenen Sprengversuch machte, bis nach der Rue de Clichy verfolgte, wo die Bombe des Anarchisten das ganze Haus erschütterte, fand gestern abend gegen Mitternacht vor der Thür des Hauses, das er jetzt in der Rue Galvani bewohnt, einen brennenden Wachs stock. Er rief einen in der Nähe auf- und abgehenden Polizeiagenten herbei, der den Docht mit dem Fuß zertrat und die Wahrnehmung machte, daß derselbe zu einer fest eingeschnürten Metallbüchse gehörte. Der PolizeikommiffärdesTernes- ViertelS benachrichtigte seinerseits den Polizeipräfekten und gegen morgen holte ein Wagen des städtischen Laboratoriums den „Sprengapparat" ab, der wohl aus einen schlechten Witz hivauslausen dürfte. Der „TempS" bestätigt diese Vermutung. Wien, 30. Juui. Offiziell wird bestätigt, daß der Kaiser der Gräfin Chotek den Titel „Fürstin von Hohenberg" und den Nachkommen der Gräfin aus der Ehe mit dem Erzherzog Franz Ferdinand den Fürstentitel verliehen hat. Die Fürstin wird hinter den mediatisierten Fürstlichkeiten rangieren, aber den Vorantritt vor den übrigen Fürstlichkeiten haben. Wie verlautet, wird die Verzichtleistung des Erzherzogs Franz Ferdinand auch dem österreichischen Parlamente zur Kenntnis gebracht werden. Die beabsichtigte Reise der Brüder des Erzherzogs Franz Ferdinand, der Erzherzöge Otto und Ferdinand Karl, zur morgigen Trauung in Reichsstadt unterblieb. Innsbruck, 1. Juli. Die Statthalterei löste sämtliche deutsch-nationalen Verbindungen aus, Burschenschaften, Korps und den akademischen Alpenklub, insgesamt 9 Vereine der Universität, wegen fortdauernder Demonstrationen gegen das Farbenverbot bei Promotionen und wegen der jüngst beschloffenen Resolutionen gegen die Berufung jüdischer Professoren und Assistenten an die hiesige Universität. Aus Stadt und Kand. Gießen, den 2. Juli 1900. •• Bon der Universität. Das Konzert in Steins Garten am Nachmittag des Jahressestes unserer alma mater (30. Juni) hatte sich eines sehr starken Besuche« zu erfreuen. Glücklicherweise bekam zuletzt auch der Himmel ein Einsehen und zog ein noch leidlich freundliches Gesicht aus. Den Clou bildete jedensalls die eigens für daS Fest angelegt- Tanzdiele, die, so lange Tanzweisen ertönten, von eifrigst geschwungenen Tanzbeinen nimmer leer wurde. Um 9 Uhr etwa nahm der feierliche Kommers seinen Anfang. Von pathetischen und launigen Reden gewürzt, dauerte er bis zu Bieres Ende. ** Seltenes Jubiläum. Auf eine 60jährige Thätigkeit in Diensten der Stadt Gießen konnte am 1. Juli der Bureauvorsteher des Sekretariates Großh. Bürgermeisterei, Herr Wilhelm Demuth zurückblicken. Die Feier fand, dem bescheidenen Naturell des Jubilars entsprechend, in aller Stille statt, doch ließen der Stadtvorstand und die Beamten der Stadt Gießen eS sich nicht nehmen, ihrer Freude über das seltene Ereignis durch Entsendung von Deputationen und Ueberbringung von Geschenken an den Gefeierten zum Ausdruck zu geben. Oberbürgermeister Gnauth, Beigeordneter Grüneberg und Stadtverordneter Scheel überreichten Herrn Demuth namens der Stadt Gießen eine goldene Uhr mit goldener Kette, sowie 125 Flaschen Wein, während als Vertreter der städtischen Beamten und Bediensteten Stadtbaurat Schmandt, Direktor Bergen und Sekretär Allendors dem Gefeierten ein Mahagonitischchen mit silberner Jardiniöre in Form eines mit Blumen geschmückten Schiffes als Ehrengabe darbrachten. Auch von vielen anderen Seiten war des Tages durch Uebersendung von Glückwünschen und Ge- schenken gedacht. Der Jubilar, der trotz seiner 75 Jahre in voller Körper- und Geistesfrische seinen Dienst weiter versieht, fand heute morgen seinen Platz im Bureau in einen Blumen- und Lorbeerhain verwandelt, eine Aufmerksamkeit seiner Kollegen und Mitarbeiter, die ihn sichtlich und freudig bewegte. ** Konzert. Am Dienstagabend findet das erste größere Konzert der hiesigen Regiments-Kapelle im „Kaiser- garten" statt. Bad Nauheim, 1. Juli. Unterhaltungen vom 2. bis 8. Juli. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von 7 bis 8. Uhr am Kurbrunnen. Montag, 2. Juli: Abends 8 Uhr im Saale Konzert der König!. Sächsischen und Großh. Hessischen Kammersängerin Frau Erika Wedekind. Dienstag den 3. Juli, nachm. von 4% bis 6ya und abends von 8 bis 10 Uhr Konzert der Kurkapelle auf der Terraffe. Abends Sinfonie G-moll von Mozart. Abends 8 Uhr Theatervorstellung: Einmaliges Gastspiel des Herr C. W. Büller. Zum erstenmale: „Als ich wiederkam". Mittwoch, 4. Juli, nachm. von 4y2 bis 7 und abends von 8 bis 10 Uhr aus der Terrasse Konzert der Kapelle de« Großh. Mecklenburgischen Jägerbataillons Nr. 14 aus Kolmar. Abends 8 bis 10 Uhr Tanz. Auch Saisonkarten berechtigen zum Eintritt. Offenbach, 30. Juni. In Ergänzung unseres gestrigen Berichts über die stü rm i s che S t a d t v er o r d -> netensitzung entnehmen wir der „Offb. Ztg." folgende interessante Einzelheiten der Rede des Stadtv. Ulrich, der die Amtsführung des Oberbürgermeisters Brink mit folgenden Worten zur Sprache brachte: „Mir ist mitgeteilt worden, daß der Oberbürgermeister Brink unseren Beschluß vom 22. März, das Gehalt des Beigeordneten Wolff um 500 Mk. zu erhöhen, zwar nicht beanstandet, daß er aber in Bezug hierauf einen Bericht an das Kreisamt abgesandt hat, der meiner Ansicht nach uns gegenüber als skandalös angesehen werden muß. Das Vorgehen des Oberbürgermeisters fällt mir um so mehr auf, als er damals, als ihm sein Gehalt schlankweg um 2000 Mk. erhöht worden war, keinen derartigen Bericht an das Kreisamt gesandt hat. Ich! muß also diesen Bericht des. Oberbürgermeisters als einen ganz unerhörten Eingriff in unser Beschlußfassungsrecht ansehen und muß mich hiergegen verwahren. Meiner Ansicht nach handelt es sich! hier um persönliche„Eigen - tümlichkeiten" — wenn ich keinen härteren Ausdruck gebrauchen soll —, die den Oberbürgermeister zu seinem Vorgehen veranlaßt haben. Sobald oem Oberbürgermeister etwas nicht paßt, dann beschwert er sich und übertreibt in einer Weise, gegen die ich! mich verwahren muß". Redner erklärt dann, esmüsseeinExtraaus- schuß gebildet werden, der zu kontrollie ren hat, ob die Beschlüsse der Versammlung auch ausgeführt werden. Ich sage offen, daß die Mark 2000, die Sie dem Oberbürgermeister mehr bewilligt haben, dieser nicht verdient hat. — Oberbürgermeister Brink bringt nunmehr den von ihm abgesandten Bericht zur Verlesung. Danach ist der Mitteilung des Beschlusses die folgende Bemerkung beigegeben: „Dieser Beschluß ist mit 17 gegen 10 Stimmen gefaßt worden. Für denselben haben außer der sozialdemokratischen: Fraktion noch Herr Heiles und Herr Beigeordneter Walter, dagegen die Herren Boehm, Feistmann, Käminerer, Kern, Komo, Schmaltz, Steitz, Steuerwald und Unverzagt, sowie der Unterzeichnete gestimmt. Der Unterzeichnete hat gegen die Gehaltserhöhung gestimmt, weil er den Herrn Wolff nach den auch dem Großh. Kreisamt bekannten Vorgängen für durchaus ungeeignet hält, das Amt eines Beigeordneten ersprießlich verwalten zu könne n". Die Verlesung des Berichts ruft eine starre Erregung hervor. Zwischenrufe: „Hört! Hört! — Warum dieNamen? Was soll das heißen? Denunziation!"— Nachdem Ruhe eingetreten ist, fährt Br. fort: „Aus diesem Bericht geht deutlich hervor, daß in ihm eine Beanstandung des betreffenden Beschlusses nicht enthalten ist. Die Beantwortung der zweiten Frage ist ebenso einfach. Das Kreisamt bat gestern eine Verfügung erlassen, in der die Beschwerde, die oer Beigeordnete Wolff erhoben hat, für begründet erachtet wird. — Der Beigeordnete Wolff erklärt u. a.: Die Unruhe in der städtischen Verwaltung kann nicht so fortgehen. Das Kreisamt hat bekundet, daß Direktor Köhler hier, wie in anderen Fällen Akten ohne Antwort zurückgegeben hat. Darauf wird ihm vom Meisamt eine Rüge erteilt, und Dr. Köhler nimmt sich einen Anwalt und nun wird gegen das Kreisamt vorgegangen. Und die andere Sache ist noch viel skandalöser. Was dem Oberbürgermeister nicht paßt, wird einfach zur sozialdemokratischen Angelegenheit gemacht, chnd die anderen, die mitstimmen, werden als sozialdemokratisch verdächtigt. Der Oberbürgermeister hat direkt versucht, das Ministerium sich dienstbar jui machen. Er hat versucht, das Ministerium und das Kreisamt einzu- schüchtern; hätte das Kreisamt dann doch den Beschluß ge- 1 nehmigt, dann Hütte der Oberbürgermeister den akten- N mäßigen Beweis gehabt, daß auch das Kreis amt sozialdemokratisch sei. Der Oberbürgermeister hat 1 ein Disziplinarverfahren gegen mich erhoben, als dann aber in dasselbe eingetreten werden sollte, da hat er es zurückgezogen. Aber verdächtigen kann er. Ich spreche öffentlich aus, daß das eine Art ist, wie sie unter Ehrenmännern nicht üblich zu sein Pflegt. Landgerichtsrat Buff hat mir erklärt, er sei vom Justizminister verpflichtet worden, auf die Hauptsachen nicht einzugehen. Im Landtage ist diese Angelegenheit öffentlich als eine Korruption bezeichnet worden. Das Kreisamt hat, an den Oberbürgermeister verfügt: „Sie wollen alsbald Ermittelungen darüber eintreten lassen, auf welche Weise der Inhalt Ihres Berichts am 26. März an die Oeffentlichkeit gelangen konnte, und das Ergebnis einberichten". Der Oberbürgermeister hat mir die Verfügung zur Aeußeruna übergeben. ich habe dem „Abendblatt" den Artikel nicht gegeben, aber ich habe jedem, der mich gefragt hat, gesagt, warum ich noch kein höheres Gehalt bekomme. Das Kreisamt soll nur mich fragen, ich glaube zu wissen, auf welche Weise der betreffende Artikel entstanden ist, und das Kreisamt wird sich sehr wundern, wenn es hört, von wem er ausqeht." — Stadtv. Ulrich: Der Oberbürgermeister glaubt, mit seiner Nonchalance alles machen zu können-. Ein solches — Gewissen, wie es der Oberbürgermeister hat, ist so eigenartig, daß wir Wert darauf legen müssen, es kennen zu lernen. Das ganze Verhalten ist für mich fast nur noch von pathologischem Interesse. Der Oberbürgermeister ist einfach unfähig, mit Leuten zu arbeiten, die ihm nicht sei ne Stref e l - lecken wollen. Ich wundere mich, daß die Beigeordneten Waller Ujnd Wolff nicht schon in einem Schriftstück beim Kreisamt als Sozialdemokraten angeschwarzt smd. Gut bin ich nicht dafür, daß es vielleicht nicht doch schon geschehen ist. Man soll uns doch anklagen, und wir werden vor versammeltem Volke klarstellen, welche ungeheuren skandalösen Vorfälle hier vorkommen. Ich bin entschlossen, zu beantragen, daß ein Regierungskommissar hierher geschickt wird,der endlich einmal Ordnung schafft und die Ge- schäftsführungdesOberbürgermeisterskon- 1 r o l l i e r t, wie ungern ich, sonst auch in das Selbstver- waltungsrecht der Gemeinden eingreifen lasse. So kann es nicht weiter gehen. Es ist notwendig, dem Oberbürgermeister klar zu machen, daß wir mit seiner Geschäftsführung nicht zufrieden sind, und daß er nicht machen rann, was ihm beliebt. In der Verfügung! des Kreisamts, gegen die er nicht einmal Rekurs einlegt, sondern ganz glatt befolgt, gratuliere ich ihm: es dürste w-ohl kaum einen zweiten Bürgermeister geben, der eine derartige Verfügung erhalten hätte und sie sich so ruhig gefallen ließe, wenn seine Haltung vorher so ganz andefrD! gewesen." bm. Mainz, 1. Juli. Die bei der Rheinsestfahrt zur Gutenbergfeier durch Studenten veranlaßten unliebsamen Vorgänge und die Mitteilungen darüber in der Preffe haben mehrfache Reklamationen und Beschwerden aus studentischen Kreisen in Gießen hervorgerufen, was hier verschiedenen Personen Veranlassung gegeben hat, Nachforschungen darüber anzustellen, was für Studenten eigent- lich diese Auftritte veranlaßt haben. Diese Nachforschungen haben zu dem Resultate geführt, daß Heidelberger und Gießener Studenten bis auf ganz verschwindende Ausnahmen an den widerwärtigenAuf- tritten gar nicht beteiligt tvarcn, und man fast einzig und allein Schüler der Darmstädter technischen Hochschule für die Vorgänge verantwortlich machen muß. Auch ist es festgestellt worden, daß der Student, der sich eine unerhörte Dreistigkeit gegen die Gattin einer hochangesehenen Persönlichkeit erlaubt hatte, gegenwärtig in Darmstadt seinen Wohnsitz hat. Der Brand der Lloyddocks in Hoboken. Durch Extrablatt haben wir heute vormittag bereits die Hauptereignisse des großen Brandunglücks bekannt gegeben. Die „Franks. Ztg." berichtet darüber noch folgendes: Der Brand der Lloyddocks ist die schlimmste Katastrophe, die die Geschichte New Porks kennt. Der Menschenverlust beträgt zwischen 200 und 500, der Materialschaden wird auf zehn Millionen Dollar geschätzt. Die Dampfer „Saal e", Bremen" und „M a i n" sind totalverbrannt, während „Kaiser Wilhelm der Große" nur gering beschädigt ist, so daß er seine regelmäßige Fahrt am Dienstag antritt. Der Brand entstand durch, Selbstentzündung von Baumwolle auf dem Dock 3, in unmittelbarer Nähe der Hamburger Docks, die eine zeitlang auch gefährdet waren, indessen trieb bald der Wind die Flammen auf die „Saale" und dann auf Dock 2, worauf „Bremen" und „Main", sowie Dock 1 ergriffen wurden. Neben diesem lag „Kaiser Wilhelm der Große", der sofort mittels acht Schleppschiffen fortgebracht wurde. Dann schlugen die Flammen auf Svalla-Dock empor, wo auch! Gebäude, sowie das große ell'sche Lagerhaus zerstört wurden. Hunderte von Menschen waren.auf den Docks, vollständig abgeschnitten vom Land, sodaß sie ins Wasser springen mußten, wobei viele ertranken. In den Schiffsladeräumen waren Hunderte von Arbeitern, Stewards, Offiziere, erstere mit Löschen der Ladungen, beschäftigt. Abgeschnitten von der Rettung, liefen sie an die Luken um Hilfe schreiend, mußten aber elendiglich vor den Augen der Rettungsmannschaften untergehen, da es unmöglich war, an die brennenden Schiffe heranzukommen. Man sah selbst noch um halb zehn Uhr abends verzweifelte Menschen an den Luken des Dampfers „Main", hörte sie pochen, aber die Schiffskapitäne und Kahnführer erklärten die Rettung für unmöglich, da sie nur ihr eigenes Leben in Gefahr bringen würden, aber Hilfe unmöglich! sei. Es waren vielleicht vierzig Menschen auf dem „Ma in", die so umkamen. Der Dampfer „Saale" war nach Boston bestimmt, wo er eine größere Ktrchengesellschaft zur Ausstellung an Bord kiehmen sollte. Schon hier waren manche Frauen und Mäuner und viele Besucher an Bord. Vielleicht 80 verbrannten, auch! 50 Heizer, sowie Kapitän Mirow. Als die Boote zur Rettung bei der nur an einer Stelle brennenden „Bremen" anlangten, sprangen so viele in dieselben, daß sie kenterten und Dutzende ertranken, während vielleicht 50 den Feuertod erlitten. Noch, bis Mitternacht wurden lebende Menschen aus dem North River gezogen. Die Mannschaften der Bremer Linie hielten sich! ausgezeichnet, und die Hamburger -Linie setzte sofort alle Rettungsboote aus und that alles, um die Menschen zu.retten, indessen die Kapitäne mancher kleinen Fahrzeuge .sich schändlich, benahmen, da sie erst Geld verlangten, bevor sie ans Rettungswerk gingen. Die Schiffsrümpfe der „Bremen" und des „Main" wurden eine halbe Meile oberhalb der Brandstätte auf Strand geschleppt. Im untersten Raum des „Main" wurden früh morgens noch 16 Mann besinnungslos gefunden. Die Szenen auf der „Saale" waren furchtbar. Das Schiff sank sehr schnell und aus allen Portluken stteckten sich Arme und Köpfe, deren Inhaber sich vergeblich bemühten, den Leib durchzuzwängen. Schneller und schneller sank das Schiff, herzzerreißend tönten die Rufe der Unglücklichen. Ein Priester auf einem Schleppboot erteilte den dem Tode Geweihten den letzten Segen, über denen die bald höher werdenden Fluten zusammenschlugen. Der Generalagent des „Nordd. Lloyd" Schwab erklärte, daß alle geretteten Mannschaften Dienstag nach Deutschland zurückgehen. Die Liste der Umgekommenen ist noch nicht zu erlangen, da zehn Hospitäler voll Verletzter liegen, deren Namen häufig noch unermittelt ist. Friedensrichter Quinn von Hoboken erklärt, er habe dreißig Menschen unter einem Dock ertrinken sehen. Das „Evening Journal" giebt die Zahl der Toten auf 572, „Evening World" auf 350, die der Ber-4 letzten auf 250 ,a n. Außer den erwähnten Schiffen sind noch 19 kleinere Fahrzeuge zerstört. 25 Leichen sind bis jetzt geborgen, aber wenige davon sind identifiziert. Das ganze Pier-System des „Norddeutschen Lloyd" mit einer Front von einer viertel englischen Meile Länge ist zerstört. Dasselbe Schicksal ereilte das Thingvalla-Dock und die Dampfer Main, Saale und Bremen. „Kaiser Wilhelm der Große" wurde in den Fluß hinausgeschleppt, ehe das Feuer darin Boden gefaßt hatte, doch erlitt auch dieser Dampfer für 100 000 Dollar Schaden. Der Hamburg-Amerikanische Dampfer „Phönicia" fing wiederholt Feuer, erlitt aber nur geringen Schaden. Die Flammen sttichen über die drei Piers des Norddeutschen Lloyd iund über die dort liegenden Dampfer innerhalb weniger Minuten, und schnitten 750 Dockarbeiter Und 1000 andere Leute ab. Hunderte sprangen in das Wasser und viele entkamen auf wunderbare Weise. Das Feuer wurde erst in Pier Nr. 3 in einigen Ballen Baumwolle entdeckt. Eine große Anzahl Fässer Whisky lag dicht dabei. Sie fingen Feuer und explodierten. Explosion folgte auf Explosion und das Feue« verbreitete sich mit unglaublicher Schnelligkeit. Feuerwehr und Polizei von Hoboken waren außer stände, dem Feuer Einhalt zu gebieten. Hilfe von benachbarten Städten kam langsam. Die Hamburg-Amerikanische Gesellschaft! sprengte ihren Pier mit Dynamit und verhinderte die Ausbreitung des Branpes auf andere Docks. Die Wasserfront der Stadt Hoboken war oft in Gefahr, alsi das Feuer auf seiner Höhe war. Die Rettung des gewaltigen Dampfers „Kaiser Wilhelm der Große" war ein besonders glänzendes Stück Arbeit. Die meisten Offiziere desselben waren an Bord, und als Alarm gegeben wurde, nahmen sie sofort ihre Postens Kapitän Engelhardt den {einigen auf der Brücke ein. Dieser rief die Kommandos bezüglich Durchschneiden dev Taue und Bewegung der Schleppdampfer. Matrosen mit Schläuchen und Handgranaten schützten unter eigener Lebensgefahr die Seiten des Dampfers. Leinwand und Holzwerk des Dampfers fing oft Feuer, und wären die Matrosen weniger schnell bei der Hand gewesen, so wäre das Schiff nicht gerettet worden. Offiziere und Mannschaft retteten, nachdem sie das Schiff in den Fluß hinaus gebracht hatten, viele Leute von der Saaleu Auf wunderbare Weise entkamen unter anderen 29 Heizer aus dem Heizraum der Saale. Dieser Dampfer wurde in den Fluß hinausgeschleppt, während Dutzende von Men'<- schen sich an sein Steuerruder klammerten. Schwimmende Dampfspritzen bekämpften das Feuer vier Stunden lang, während die Heizer im Heizraum dem Tod durch Feuer und Wasser entgegensahen. Schließlich stiegen sie einander auf die Schultern, bildeten so ein lebendes Seil und zogen einander in Sicherheit hinauf. Doch heißt es, daß siebzig andere unter Schrecken, die nicht zu beschreiben sind, ums Leben kamen. Man glaubt, Kapitän M i r o w ist unter den Letzteren. Der Dampfer Main wurde beinahe zerstört, während er im Dock lag. Um Mitternacht wurde er in den Fluß hinausgezogen, während es in seinem Innern noch brannte. Man sah, als der „Main" hinausgeschleppt wurde, deutlich Leichen auf seinem Verdeck. Allein vom „Main" werden 37 als tot, 60 als vermißt gemeldet, nachdem sie auf wunderbare Weise entkommen waren. Die Taue der „Bremen" wurden unverzügliche durchschnitten, und sie wurde zur New^orker Seite des Flusses hinausgeschleppt. Schwimmende Dampfspritzen gaben die „Saale" auf und wendeten ihre Bemühungen der „Bremen" zu. Die Funken vom Wrack bedrohten NeM-Pork selbst. Man fürchtet, daß ungefähr 100 Personen an Bord umkamen. Andere Augenzeugen sprechen auch von furchtbares Verlust an Leben. Das Wasser soll so voll von Leichen sein, wie der Strand von Coney Island voll von Badenden zu sein pflegt. Ein kleiner Dampfer rettete 70 Personen^ aber 20 weitere sah man vorn Dampfer aus ertrinken. Ein Augenzeuge sah Dutzende von Leuten, die versuchten, durch die Luken der brenn'enden Schiffe zu klettern. Gerichtssaal. «ouitz, 30. Juni. Der Händler Schlochauer wurde heute wegen Meineid» zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. — Die Voruntersuchung wegen Totschlages gegen dm Schlächtermeister Hofmann ist eingestellt wordm. __ . M . BesteraaS (Schweden), 30. Juni. Der Mörder Nordlund, der in der Nacht vom 16. zum 17. Mat an Bord de« Schiffe« „Prinz Carl" mehrere Personen getötet und zahlreiche verwundet hat, wurde zum Tode verurteilt. Er nahm daS Urteil mit größter Ruhe entgegen. Ärmste Meldungen. Berlin, 2. Juli. Der aus dem Prozeß der Harm-r losen bekannte Regierungsreferendar a. D. von Kayser ist aus Brasilien in Berlin eingetroffen und hat sich bereits am Freitag beim Oberstaatsanwalt persönlichi gemeldet. Wie das „Kleine Jounal" hört, ist die Anklage-Behörde entschlossen, gegen v. Kröcher, falls sich derselbe der Verhandlung entziehen sollte, einen Steckbrief zu erlassen. Diese Maßregel wäre jedoch insofern nicht von Belang, als das Land, in dem sich v. Kröcher befindet, wegen des unter Anklage stehenden Vergehens nicht ausliefert. Bekanntmachung. Nachdem die für 30. v. Mts. vorgesehene Versteigerung resultatlos verlaufen, soll die Kirsch erlernte von bat städtische« Bäumen a«f de« Fried im Wege schriftliche« Angebots vergeben werden. Angebote aus die ganze Ernte oder einzelne Lose derselben sind mit der Aufschrift „Angebot auf Kirschen" dis Donnerstag de« 5. Inti, vormittags 9 Ahr, verschlossen auf der Bürgermeisterei — Zimmer Nr. 15 — einzureichen. Gießen, am 2. Juli 1900. 4595 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Kamstog den 7. Imn I. JL, nachmittags 2«/, Uhr, sollen die den Georg Brömer Erben zustehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen: Mur 26 Nr. 266»/10 — 578 qm Hosraite am untersten Riegelpfad zwischen den Wegen, „ 26 Nr. 267’/io — 458 qm Hosraite daselbst, „ 28 Nr. 180 — 1300 qm Acker zwischen dem Sandkauter- und Erdkauterweg, „ 28 Nr. 181 — 1300 qm Acker da- ' selbst, , 28 Nr. 182 — 2750 qm Acker daselbst, „ 28 Nr. 1658/io — 1599 qm Acker daselbst, , 28 Nr. 1658/le — 193 qm Acker daselbst, „ 29 Nr. 1008/1, 1262 qm Acker am Ohleberg, rechts des Erdkauter- Wegs, auf hiesigem Ottsgericht einer nochmaligen öffentlichen Versteigerung ausgesetzt werden. Gießen, den 2. Juli 1900. Großherzogl. OrtSgericht Gießen. I. B: Keller. 4585 Dekanntmachung. Die Lieferung von 60 Ctr. An- thracit- und 170 Ctr. Nußkohlen für da» Großh. Amtsgericht und das Hastlokal soll im Submisfionsweg vergeben werden. Angebote find bis zum 10. Juli 1900, vormittags 10 Uhr, verschlossen einzureichen. ZufchlagSfrist 1 Woche. Die Bestimmungen des Ministerial- erlaffes vom 16. Juni 1893 finden Anwendung. 4565 Großh. Amtsgericht Lich. Mittwoch deu 4. Mi 1. I., nachmittags 2 Uhr, werden im Niekev'schen Saale versteigert: 1. Möbel aller Arten, 1 Faß Rot- und 1 Faß Weißwein, 2 Hobelbänke, 1 Nähmaschine, 2 Bilder u. a. 2. 4 Ries Kanzlei- und Konzeptpapier, 6 Pfd. Kordel, 4 BUder. Die Versteigerung unter 2. findet bestimmt statt. 4584 Geißler, Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Wegen Peinigung des Stadtvaches wird da« Waffer in demselben von Dienstag den 3. l. Mts ab auf die Dauer von etwa drei Wochen von morgens 6 Uhr bis abends 6 Uhr gesperrt. Gießen, dm 2. Juli 1900. 4596 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Praktisches Mangs-Institut nebst Zweiganstalt »TSchterhort* 4570 w- W eimar, Harth-Strasse bietet jungen Mädchen gediegene Ausbildung in allen wissenschaftlichen, gewerblichen nnd hauswirtschaftliche« Fächern. Musik-, Zeichen- und Matsiunde, Hauz- und Austauds-Itnterricht. 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General-Direktion der Seehandlungs-Socletät. Bank für Handel und Industrie. Bank für Suddeutschland. Direktion der Diskonto-Gösellschaft. Deutsche Bank. H. A. v. Rothschild »Sohne. S Bleiehröder. Robert Warschauer & Co. Lazard Speyer-Ellissen._________________Pfälzische Bank. Kinderlose Eheleute suchen zum 1. September 3-Zimmer-Wohnung. Of - unter 02763 an die Exped. d. Bl- <^unge Eheleute suchen zwei möblierte x) Zimmer ohne Betten, evtl, mit Kucke, per 15. Juli oder 1. August. Offerten unter Nr. 02783 an die Ex- pedition dieses Blattes' Todes-Anzeige. Heule morgen 5 Uhr entschlief nach kurze« Leiden unser liebes Töchterchen Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Kranksein und Hinscheiden unseres teueren Gatten und Vaters, für die liebevolle Pstege der evangelischen Schwestern, für die Ostreichen Worte des Herrn Pfarrer Euler, für die zahlreiche Beteiligung an der Beerdigung, besonders von Seiten des Fahrbeamtenvereins und der Kriegerkameradschaft, für die Niederlegung von Kränzen seitens dieser Vereine, sowie für die vielen Blumenspenden sagen Danksagung. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verlust unserer lieben Mutter, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Kraus, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagt innigsten Dank H. Amend, lokomotivsöhrtt, Todes-Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige! Wir erftißen hiermit die traurige Pflicht, teilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten mtzuteilen, daß unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Hm Christian Lony gestern abend nach längerem Leiden im Mer eon 61 Jahren sanft entschlafen ist. Frankfurt a. M., Lauterecken und Barmen, den 30. Juni 1900. 4587 Die trauernd Kinterblieöeuen. 4598] Der dritte Stock meines Hauses Nordanlage 35 ist per 1. Oktober zu vermieten. 5 oder 6 Zimmer mit allem Zubehör. Earl Gerbode. Tüchtiger Pferdkkmcht verlangt. Albert Rübsamen» 4589 Lahnstraße 11. ix Ludwigshafen a. Bh.: » » Pfälzischen Bank. Der frühere Schluss der Subskription bleibt vorbehalten. Anmeldeformulare können von den vorgenannten Stellen bezogen werden Sub6kriptionBpreie ist auf yz«/. zuzüglich laufender Stückzinsen vom 1. April 1. Jß. bis zum Tage der Abnahme fesig^etzt. Kanüon TOn 5 ./q des Nominalbetrages in bar oder in den der betreffenden ZeiehensteUe ZeicbensteUen überlassen bleibt wird sobald wie möglich nach Schluss der Subskription unter direkter Benachrichtigung an die Zeichner vorgenommen werden. Auffuflt dg> 5. Die Abnahme des zugeteilten Betrages in definitiven Stucken hat m der Zeit vom 16. Juli bis 31. August us. den bei jeder Zeiohenstelle üblichen Geschäftsstunden statt: Bank für Handel und Industrie, ui, 45821 Eine perfekte Köchin, die auch ^569 I Hausarbeit versteht, wird für ein junge- --------------------fT7T Ehepaar gegen hohen Lohn per 15. Juli 4579] Einen jungen Arbeiter lumt Zu erfragen D. Mobs, Srikttfalirik.r Ludwigstratze IS, parterre.. , Bank für Süddeutschland, General-Direktion der Seehandlunge-Soeietat, Bank für Handel und Industrie, , Direktion der Diskonto Gesellschaft, • Deutschen Bank, dem Bankhause S. Bleichröder, „ „ Robert Warschauer * Co.. B w Me A. von Rothschild & Söhne, der Filiale der Bank für Handel und Industrie, „ Frankfurter Filiale der Deutschen Bank, dem Bankhause Lazard Speyer-Ellissen, der Pfälzischen Bank, Auf Grund der Bekanntmachung des Grossherzoglich Hessischen Ministeriums der Finanzen vom 9. März 189S' emittiert die Groesherzoglich Hessische Regierung eine zur Herstellung von Nebenbahnen und für den Ausbau bestehender Bahnlinien bestimmte 3%°/0 Staats-Anleihe von Nominal Mark 14,000,000 — in auf den Inhaber lautenden Stücken von Mk. 5000.-, Mk. 2000.-, Mk. 1000-, Mk 500.- und Mr. 200.-. Die Zhu- counons Bind fällig am 1. April und 1. Oktober und in Darmstadt, Berlin und Frankfurt a. M. aahl- bar- ebendaselbst wird die künftige Aushändigung neuer Zinsscheinbogen kostenfrei erfolgen. Die Tilgung des bohuM- kapitals erfolgt in der Art, dass die jeweilig durch den Haupt-Voranschlag der Staats-Einnahmen und -Ausgaben dazu bestimmt werdenden Mittel zum Ankauf von Schuldverschreibungen verwendet werden. Dem Staat bleibt das Recht Vorbehalten, die im Umlaufe befindlichen Staatsschuldversohreibnngen oder einen beliebigen Teil derselben zur Einlösung mittelst Barzahlung des Nennwertes mit halbjähriger Frist zu kündigen. Den Inhabern der Schuldverschreibungen steht ei» Kündigungsrecht gegen den Staat nicht zu. Die zur Rückzahlung gelangenden Schuldverschreibungen sind in Darmstadt, Berlin und Frankfurt a. M. zahlbar. . . . . . . , , | Alle die vorstehende Anleihe betreffenden Bekanntmachungen sind im Reichs-Anzeiger, sowie in mindestens eine» Berliner und in einem Frankfurter Blatte zu veröffentlichen. . . . Die Zulassung der Anleihe an der Frankfurter Börse ist bereits erfolgt; diejenige bei der Berliner Börse ist i beantragt. vorerwähnten Nom. Mark 14,000,000.— 372 %igen Grossherzoglich Hessischen Staatsobligationen werden Hom. Mark 12,500,000.— unter nachstehenden Bestimmungen zur öffentlichen Subskription aufgelegt: 1. Die Zeichnung findet am Freitag dem 6. Juli ds. Ja. Verein 1858. 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