h-tt MttMta 10 6N|6t| Nm« iw Ntitt, 1810 . Wchch ^-htzkV U ersweg 10. 'h , mix. Akt-Ges. >011 Casella & Co. , Maach.), Sunlight- 2149 e ud prattiKbe Bad» legen, werden w 3. von der Rum Fofferlß- rtikelaufmtfcanigW dings besoni^'-1^"*" tterroerwihaß”^* nXorwergy* WatfiteMWi0^ Pnaissm'1 E idpr^'^Ä vodurch das ^8*. . ; **“. -p.et‘ ÄTffJ m. 128 Viertes Blatt. Sonntag den 3. Juni 1900 Gießener Anzeiger General-Anzeiger Alle Lnzrigen-BermittlungSstelleo beS In« und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Annahme »en Anzeigen zu der nachmittags für den lebenden Lag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2M monatlich 75 Pfg. mit Brrngerlohn; durch die Abholtstelle» vierteljährl. Mk. 1,9» monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljäh^. mit Bestellgeld. Erscheint täglich mit Ausnahme de- MontagS. Die Gießener »NMitleuSlLtter »erden dem Anzeiger hn Wechsel mit „Hess. Sandwirt- *. „Blätter Mr Hess. Volkskunde- »Tchtl. 4 mal beigelegt. Amts- und Anzeigeblntt für den Areis Gieren. NebaAisn, Expedition und Druckerei: Achnkstratzr Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Kandwirt, Mütter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hietz«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Zeil. Gießen, 1. Juni 1900. Betr.: Verminderung der Herbstzeitlose. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen arr die Großh. Bürgermeistereien deS Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 1. April l. IS. (Gießener Anzeiger Nr. 79) noch nicht «achgekommen sind, werden an deren Erledigung erinnert. v. Bechtold. An die Herren N-rßtzenden der Ortsinchtvereiue fir das Vogelsberger Rind. Auf die Aufforderung zur Beschickung der Jungvieh- aoeide zu Hungen sind noch wenige Anträge eingegangen. Ich möchte Ihnen nochmals empfehlen, Ihre Vereins« Mitglieder und andere Viehbefitzer zu veranlassen, recht zahlreich von der Einrichtung Gebrauch zu machen. Die Bedingungen sind billig und die Erfahrungen günstig. Es werden junge Rinder im Alter von Va-2 Jahren und Bullen von Vi—1 Jahr ausgenommen; den Vorzug haben event. Tiere, die von Herdbuchtieren abstammen. Das Weidegeld beträgt pro Stück 35 Mk. für den Viehbesitzer. Der landwirtschaftliche Provinzialverein versichert die Tiere gegen Unfall und Tod und trägt die Kosten für tierärztliche Aufsicht. Beim Auftrieb muß ein Gesundheitsschein der Bürgermeisterei vorgelegt werden. Anmeldungen find sofort an Herrn Pachter v. Oven in Hungen zu richten. Die Weide ist heute eröffnet worden. Es ist doch ein Desentlicher Vorteil für die Viehbesitzer, für 4 —5 Monate die Pflege, Wartung und Fütterung des Jungviehs los zu fein und in guten Händen zu wissen. Die Gewichts- veränderungen werden durch Wiegen festgestellt. Das einzige, was der Landwirt entbehrt, ist der Dünger, doch wird dies durch die anderen Vorteile reichlich aufgewogen. Gießen, 1. Juni 1900. Der Direktor des Kreiszuchtvereins. Boeckmann. Gefunden: 1 goldener Ring, 1 Taschenmesser, 1 Geldbeutel, 1 Damengürtel, 1 Kindertäschchen, 1 Peitsche und 1 Pack Fensterblei. Gießen, den 2. Juni 1900. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Politische Tagesschau. Ueber die Ursachen der Verstimmung des' Prinzen Ludwig von Bayern werden noch fort-, dauernd Mutmaßungen angestellt. Da erscheint es der Straßburger Post" nicht länger angebracht, mit einer Vermutung hinter dem Berge zu halten, die möglicherweise das Richtige treffe. Bekanntlrch hat aus Anlatz des Anlaufens der Torpedobootdivision in Ludwigshafen emi Depeschenaustausch zwischen dem Prinzregenten Luitpold und dem Kaiser stattgefunden. Der Prinzregent telegraphierte an den Kaiser: Seiner Majestät Kaper Wilhelm in Wiesbaden. Einer mir gewordenen Mitteilung zufolge hat ein Teil der von Eurer Majestät auf den Rhein gesandten Torpedobootdivision auf der Fahrt nach Straßburg auch den bayerischen Rheinhafen angelaufen. Es drangt mich, für den ersten Besuch deutscher Kriegsfahrzeuge in Bayern, den ich wohl auf Euerer Majestät eigene Initiative zurückführen kann, meiner Freude nsit dem auf^ richtigen Wunsche Ausdruck zu verleihen, daß das Ver-, ständnis für die nationalen Aufgaben des Deutschen' Reiches zur See in immer weitere Kreise dringt. Luitpold. Der Kaiser antwortete: Wiesbaden, Schloß. An Seine Königliche Hoheit den. Prinzregenten von Bauern. Eurer Königlichen Hoheit spreche ich Meinen wärmsten Dank für die freundlichen Wünsche anläßlich der Anwesenheit Meiner Torpedobootsdivision in dem bayerischen Rheinhasen aus. Ich habe Mich sehr gefreut, auch Eurer Königlichen Hoheit und dem schönen Bayernlande Gelegenheit geben zu können, einen Teil der deutschen Flotte zu beherbergen, und hoffe, daß der Anblick der Kriegsfahrzeuge im bayerischen Volke, das unter der Führung seines erlauchten! Landesfürsten den nationalen Aufgaben des Vaterlandes aur See so viel Verständnis entgegenbringt, Swlz und Freude verursacht hat. Wilhelm Man beachte, so schreibt das genannte Blatt, daß in dieser Antwort einmal der Ausdruck „meine Torpedo^ bootsdivision" gebraucht wurde. In dem Abdrucke dieser Depesche in der in München erscheinenden „Allg. Ztg." war, wenn uns die Erinnerung nicht trügt, der Ausdruck beseitigt und durch „d i e Torpedobootdivision" ersetzt. Es leuchtet hieraus ein, daß, falls der erste Wortlaut richtig! war, er in Bayern als ein Mißgriff empfunden und daher abgeändert wurde. In der That erscheint er nach der Verfassung des Deutschen Reiches, auf die ja Prinz Ludwig ausdrücklich verweist, unhaltbar. § 53 bezeichnet die Flotte als „Kriegsmarine des Reiches unter dem Oberbefehl des Kaisers" und die preußischen Häfen Kiel und Wilhelmshafen als „Reichskriegshäfen". Selbst die angestrengteste Deutung und Dehnung dieser Bestimmung kann den im Telegramme des Kaisers gebrauchten Ausdruck „Seiner Majestät Schis f", der außerdem noch — als sklavische Nachahmung des Ausdrucks „Her Majesty's ship", wie er sich in England historisch herausgebildet hat — sich höchst geschmacklos ausnimmt. Wenn der König von Preußen vollauf berechtigt ist, von der preußischen Armee als „seiner Armee" zu sprechen, so liegt nach der Reichsverfassung die Sachlage für den Kaiser bezüglich „der Kriegsmarine des Reiches" ganz anders, und es roäre1 zu wünschen, daß bei solchen Anlässen die verantwortlichen^ Ratgeber ves Kaisers sich zur Pflicht machten, die Ausdrucksformen korrekt zu wählen, umsomehr, als genügend bekannt sein sollte, wie sehr man in Bayern auf die Beobachtung korrekter Formen in dieser Richtung hält. In der Sache können sich ja die Bayern nicht beklagen. Der Krieg itt Südafrika. Lord Roberts verweilt in Johannesburg; das hat offenbar seinen Grund in der Erschöpfung seiner Truppen. Man muß sich vergegenwärtigen, daß sie seit dem Ausbruch aus >vroonstad am 22. Mai bis Johannesburg eine Strecke zurückgelegt haben, die an der Bahn, allso der kürzesten Linie gemessen, 180 Kilometer beträgt, d. h. im Durchschnitt an jedem der neun Marschtage bis zum 30. Mai mindestens 20 Kilometer. Dabei haben aber die Flügel beständig weite Umgehungsmärsche zu machen gehabt, sodaß sich für sie eine viel höhere Tagesleistung ergiebt. Zu heißen Kämpfen ist es freilich erst vor Johannesburg gekommen, während die meisten andern Stellungen der Buren durch Umgehungsmanöver unmöglich gemacht wurden. Dieser Kampf am 29. Mai muß aber gerade wieder an die bisher auf den Flügeln operierenden Truppen Frenchs und Hamiltons, die nunmehr als linker und einziger Flügel die Aufgabe hatten^ Johannesburg von Westen zu umfassen, große Anforderungen gestellt haben, in Bezug sowohl auf die Marschleistung, asts and) auf die Gefechtsleistung. Hamilton, der nach Roberts Angabe den größten Anteil an dem Kampfe hatte und den energischsten Widerstand am Wit- watersrand fand, hat den ganzen Tag über int Feuer gelegen bis in die sinkende Nacht, und erst ein letzter Ansturm der Gordonhochländer brachte die Buren zum Weichen. Seine Truppen zum mindesten müssen sehr erschöpft sein und auch erhebliche Verluste erlitten' haben. Endlich kommt für alle Truppen, int Zentrum wie auf dem Flügel, als Grund der allgemeinen Erholungsbedürftigkeit hinzu, daß sie seit Ueberschreiten des Vaal bei Vereeniging auf halbe Rationen gesetzt worden sind, weil die Ausbesserung der Bahnlinie mit der Beschaffung von Lebensmitteln nicht Schritt halten konnte. Alle diese Gründe haben, wie wir glauben, Lord Roberts veranlaßt, in Johannesburg selbst feierlich einzuziehen und wie es! scheint, eine, wenn auch jedenfalls nur kurze Pause zu machen. Denn Johannesburg selbst hat keine strategische Bedeutung und verdankt nur dem Golde das Interesses das es im Laufe dieses Krieges erregt hat. Die Goldminen sind unversehrt, und um einen verspäteten Versuch, sie zu zerstören, zu vereiteln, hätte eine kleine Besatzung genügt, zumal da auch die Minenpolizei, die sich bisher vortrefflich bewährt hat, noch besteht und durch einen Beschluß der Schntzvereinigung der Besitzer von Aktien und Schuldverschreibungen von Goldminen und anderen industriellen Unternehmungen am Witwatersrand am 4. Mai in Kapstadt beschlossen hat, die Minenpolizei auch über den 31. Mai aufrechtzuerhalten. Diese Pause werden die Buren ohne Frage zur Vorbereitung weiteren Widerstandes benutzen. Denn wenn sie schon vor Johannesburg durchaus tapfer standgehalten und Hamilton bis in die Nacht den Sieg, streitig gemacht haben, so werden sie vor Pretoria mindestens gleich entschlossen kämpfen. Jedenfalls sind die Meldungen über die Ausgabe Pretorias und die Flucht Krügers aus der Stadt oder gar seine Gefangennahme sehr verfrüht. Wenn wir auch nicht glauben möchten, daß, wie dem New-Bork Herald aus Pretoria vom 31. Mai gemeldet wird. Die Buren am Vormittay dieses Tages die Engländer zurückgeworfen haben, so sind wir doch der Ansicht, daß sie sich vor Pretoria noch einmal stellen werden, vielleicht schon gestellt haben. Mau meldet noch von Krüger: Der Präsident, dessen Aufenthalt geheim gehalten wird, beabsichtigte anfänglich' nach Hollano zu gehen, doch soll dies die holländische Re-- gierung der Buren-Delegation ausgeredet haben. .Krügers persönlichem Wunsch entspricht es mehr, sich in Deutsch- Südwestafrika niederzulassen. — Auch diese Nachricht: scheint rein Erfindung. . Eine Meldung der „Daily Mail" besagt, datz se.it der Flucht Krügers und der meisten übrigen Mitglieder der Regierung in Pretoria der Bürger-Ausschuß die Verwaltung der Stadt vorläufig übernommen hat, bisl sie den britischen Truppen, „die sich rasch nähern", übergeben werden kann. Der in der Delagoa-Bai angekommene frühere Militär-Attachee Frankreichs erklärte, Pretoria könnte dem britischen Bombardement nicht zwei ^age Widerstand leisten. Ein Telegramm des „Daily Expreß' aus Lorenzo Marquez meldet, Krüger sei in' Middelburg. Da Pretoria nicht verteidigt würde, werden die Buren weiteren Widerstand bei Michadodorp leisten. Bei Kaalfontein, vier Stationen von Pretoria, . wurde gekämpft. . General Rundle scheint bei Senekal am 28. Mar stark gelitten zu haben. Er verlor 45 Tote und viele Verwundete. Unter den letzteren befanden sich sechs Offiziere. Rundle hat am 31. Mai Lindley besetzt. Laffans Büreau meldet aus Pretoria vom Montag: „Es herrscht enorme Thätigkeit, ein Extrazug steht Tag und Nacht für die Regierung bereit, alle Forts werden zur Verteidigung gerüstet; Dienstag: Die Regierung ist total desorganisiert, Steijn, Christian de Wet und 6000 Freiftaatler kämpfen an der Seite der Transvaaler." Londoner Abendblätter veröffentlichen eine Depesche aus Kapstadt vom 31. Mai, derzufolge eine Anzahl Aufständischer eine kleine Abteilung englischer Truppen bei Douglas (Kapkolonie) überfallen und 16 von ihnen mit Einschluß des kommandierenden Obersten getötet hat. AuS Brüssel wird vom 31. Mai gemeldet. Ein Sekretär der Transvaalgesandtschaft namens Reinhart befand sich gestern abend in einem Wirtshause der Mittelstadt, als drei in seiner Nähe sitzende Personen mit lauter Stimme gegen Dr. Leyds loszuziehen begannen. Reinhart stellte die Ansichten der Kritiker richtig und verließ dann das Haus. Die drei Unbekannten folgten ihm und versetzten ihm mit einem amerikanischen Totschläger einen derartigen Schlag auf den Kopf, daß er blutend niedersank. Der Verwundete wurde in der nächsten Apotheke verbunden. Die Polizei hat eine genaue Beschreibung der entflohenen Thäter. Aus Colombo auf Ceylon wird der „Daily Mailberichtet, daß in dem 4368 Fuß hoch gelegenen sogenannten „glücklichen Thale" Diyatalawa auf Ceylon 50 eiserne Schuppen gebaut werden sollten. Unofsiziell hieß es, daß 6000 Buren dorthin deportiert werden sollten. Der Korrespondent erinnert daran, daß auf Ceylon bereits eine größere holländische Niederlassung von sogen. Burghers, die ihre Nationalität bewahrt hätten, bestehe. * * Telegramme deS Gießener Anzeigers. London, 2. Juni. Die heutigen Morgenblätter beschäftigen sich mit der Frage der Entsendung von Alfred Miln er als Oberkommissar nach Pretoria. „Mormng Leader" widerspricht diesem Vorschläge mit der Bemerkung, Milner habe sich während seiner Anwesenheit in Südafrika nur den Haß und das Mißtrauen der englischen Bevölkerung zugezogen. „Morning Post" glaubt, daß die Buren, die sich nicht unterwerfen wollen, sich nach Lydenburg begeben werden, und daß man nicht eher den Krieg als beendet betrachten könne, bis sämtliche Buren, die augenblicklich gegen Methuen, Rundle und Brabant kämpfen, zerstreut sein werden. London, 2. Juni. Die letzten Telegramme aus Lorenzo Marquez melden, daß zahlreiche flüchtige Buren- Familien aus Pretoria und dem Norden Transvaals dort eingetroffen sind, um geregeltere Zustände in ihrer Heimat abzuwarten. Die Flüchtigen sind sehr niedergeschlagen, halten aber den Krieg für noch nicht beendet. Das Gros der Buren-Armee ist auf dem Wege nach Lydenburg. Präsident Stein begleitet diese Armee, die sich anscheinend in die Berge zurückzieht und an eine Uebergabe nicht denkt. London, 2. Juni. Eine Meldung aus Pretoria vom Dienstagabend berichtet, daß ein großer Teil der BurgherS von Panik ergriffen ist. Die Generäle thun ihr äußerstes, um die kämpfenden Kommandos zu vereinigen. In der letzten Exekutiv-Versammlung, die unter Helds Vorsitz statt- fand, wurde dem Staatssekretär Reitz die (Erlaubnis erteilt, sich am Morgen nach Lydenburg zu begeben. Von eng- lischer Seite wird berichtet, daß Stunderton beschlossen hat. ein Vigilanz-Komitee zu bilden zur Bewachung Pretorias, ferner daß 1000 BurgherS von Johannesburg am Nachmittag zurückgekehrt sind. Zürich, 2. Juni. Der Alt-BundeSpräsident Lachenal, etwa 30 National- und Ständeräte aller politischen Par- teien, zahlreiche hervorragende schweizerische Universitäts- Professoren und Juristen, sowie Vertreter der schweizerischen Groß Industrie erlassen einen offenen Brief an daS englische Parlamentsmitglied Courtney, Präsidenten des südafrikanischen VersöhnungS- KomiteeS, mit der Bitte, alles aufzubieten, um durch baldigen Abschluß eines ehrenvollen Friedens beiden Republiken ein selbständiges staatliches Leben weiter- hin zu ermöglichen. Deutsches Reich. Berlin, 1. Juni. Die große Parade der Potsdamer Garnison sand heute vormittag im Lustgarten bei herrlichstem Wetter statt. Der Kaiser und die Kaiserin trafen 9 Uhr 50 Min. dort ein. Bald nach der Ankunft im Stadtschloß stieg der Kaiser im Schloßhof zu Pferde und ritt mit dem Kronprinzen von Griechenland in den Lustgarten ein. Beide waren mit dem Bande des Schwarzen Adler-Ordens geschmückt. Unter den Klängen des Präsentiermarschsss ritt der Kaiser die Front der Truppen ab. Die Kaiserin wohnte mit der Kronprinzessin von Griechenland, dem Prinzen Georg von Griechenland und dem Herzog und der Herzogin von Albany an einem Fenster des Schlosses der Parade bei. Es fanden zwei Vorbei-- Märsche statt. Beide Male führte der Kaiser das Regiment der Gardes du Corps an der Kaiserin vorbei. Nach der Parade hielt der Kaiser die Kritik ab und nahm militärische, Meldungen entgegen. Sodann begab sich der Kaiser nach dem Stadtschloß, wo ein Gabelfrühstück von über 100 Gedecken stattfand. Im Laufe des Nachmittags werden der Kaiser und die Kaiserin sich nach dem Neuen Palais begeben, um während der nächsten Tage dort zu verbleiben. — Die Frühjahrsparade der Truppen von Berlin, C h a r l o t t e n b u r g, Spandau und Groß-Lichterfelde, die gestern des schlechten Wetters wegen ausgefallen war, ist auf morgen vormittag angesetzt worden. — Das Kaiserpaar trifft in Homburg v. d. H. am 12. Juni ein. — Wie der Londoner „Daily Telegraph" sich aus Berlin melden läßt, soll Kaiser Wilhelm der Königin Viktoria zu den Erfolgen Lord Roberts' in den wärmsten Ausdrücken gratuliert haben. Der Kaiser soll über das Glück der britischen Waffen äußerst erfreut sein. — Der „Reichsanzeiger" meldet die Verleihung des Roten Adler-Ordens 4. Klasse an den Kapitän-Leutnantz Funcke, den Chef der nach dem Rhein entsandten Torpedoboots-Division. — Wre man an zuständiger Stelle erfährt, beruht die Mitteilung über die angebliche Nichtbestätigung des zum zweiten Bürgermeister von Berlin gewählten Bürgermeisters Brinkmann-Königsberg lediglich auf Kombination. Die Frage der Bestätigung sei bisher überhaupt noch nicht zur Entscheidung gelangt. Man hält sogar in den Kreisen des hiesigen Magistrats die Bestätigung Brinkmanns für bevorstehend. — Das älteste Redaktionsmitglied der „Kreuzzeitung", E. W. H e f f t e r ist heute vormittag gestorben. — Für den Umbau des Plenarsitzungs- saales des preußischen Abgeordnetenhauses wird dem Hause demnächst ein Nachtragsetat zur Bewilligung der erforderlichen Mittel zugehen. Die Pläne liegen augen- blicklich dem Ministerium vor. Zu ihrer Ausführung sind et»oa fünf Monate erforderlich Die Kosten des Umbaues sind auf 200- bis 300 000 Mk. veranschlagt. — Die in Koblenz begonnene Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft nahm zunächst den Bericht des Präsidenten, Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg, über die Entwickelung der Gesellschaft und ihre Thätigkeit im letzten Jahre entgegen. An oie Stelle des von seinem Amte zurücktretenden geschäfts- sührenden Vizepräsidenten Sachse, der zum Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt wurde, tritt Vize-Admiral Valois- Kiel. Sodann beschloß der Vorstand die Annahme einer Entschließung, in der es heißt: Der deutsche Landwirtschaftsrat ist dafür eingetreten, daß im Reichsamt des Innern eine Zentralstelle für Landwirtschaft geschaffen werde, die einmal die Berichte der den Kaiserlichen Vertretungen im Auslande beigegebenen land- und forstwirt- sschaftlichen Sachverständigen, sowie auch die landwirtschaftliche Fragen betreffenden Berichte der deutschen Konsuln zu sammeln, zu verarbeiten und nach Möglichkeit zu verbreiten hätte. Die Deutsche Kolonialgesellschaft erblickt in der Schaffung einer Reichs st elle für Landwirtschaft einen weiteren Schritt in dem Bestreben, im deutschen Volk das Verständnis für überseeische Landwirts chaf tliche Fragen und deren Einfluß auf das heimische Wirtschaftsleben zu erweitern. Sie ist der Ansicht, daß der internationale Charakter der heutigen Landwirtschaft und der immer sich steigernde Austausch landwirtschaftlicher Güter zwischen Ländern verschiedener Klimate und Zonen eine zusammenfassende Bearbeitung an einer Stelle erheischt, sowie daß es wünschenswert ist, dort den Produktionsverhältnissen und Absatzmöglichkeiten nicht nur der heimischen, sondern auch der Landwirtschaft in unseren tropischen und subtropischen Kolonieen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Der Vorstand der Deutschen Kolonialgesellschaft erklärt daher seine volle Uebereinstimmung mit den 'Wünschendes Deutschen Landwirtschastsrats hinsick)tlich der Errichtung einer landwirtschaftlichen Zentralstelle für das Reich. i Eis en ach, 1. Juni. Die Königinnen Wilhelmine und Emma der Niederlande sind hier eingetroffen und haben sich^ vom Großherzog empfangen, nach der Wartburg begeben. München, 1. Juni. In der Abgeordneten- kammer berührte der sozialdemokratische Aba. Adolf Müller den Kuppeleiprozeß Strauß und sagte, die Polizei sei nicht sehr findig gewesen, daß sie nicht bemerkte, wie gegenüber der Höhle des Löwen ein Haus der Freude eingerickstet war (die Strauß wohnte dicht bei der Polizei), in dem mehrere Jahre hohe, höhere und angebliche noch höhere Personen, die obersten Mitglieder hervorragender Körperschaften und, wenn er recht unterrichtet sei, auch hervorragende Mitglieder der Polizei Gäste waren und der „freien Liebe" pflegten. Auch ein preußischer Gesandter in Berlin wurde genannt. Ein ähnliches Etablissement soll auch in der Kriegsstraße bestanden haben. Die Sache sei vertuscht worden. Auch im Prozeß sei die Sache, durch den strengen Ausschluß der Oeffentlichkeit, der Oeffentlichkeit möglichst entrückt worden. Der Minister des Innern erwiderte, er sei auf die «Anfrage nicht vorbereitet und deshalb nicht informiert; er müsse sich erst informieren. ArÄmr-. Paris, 1. Juni. Fürst Bibesco, der sich durch zwei Artikel Cassagnacs beleidigt fühlte, hatte C a s s a g - nac gefordert. Dieser hat das Duell abgelehnt. — Im Senat entstanden bei der heutigen Beratung über die Amnestie-Vorlage heftige Seen en. Delpeche erklärte, das Projekt habe seinen ursprünglichen Charakter geändert. Man wolle die Verbrecher von der Strafe befreien. Unter ihnen sei ein Kriegsmi- nister. In diesem Augenblicke bricht ein heftiger Tumult los. General Mercier sitzt unbeweglich, mit gekreuzten Armen. Delpeche fährt fort: Auf der Galeere seien Verbrecher, die weniger strafbar seien als jene, auf die er hingewiesen habe. Unter heftigem Lärm verlangt Mercier-dws Wort: Er habe im Jahre 1894 seins Pflicht erfüllt und werde die Verantwortlichkeit zu tragen wissen. Riou beantragte Zurückverweisung des Gesetzentwurfs an die Kommission. Die Zahl der Prozesse, auf die sich daS Amnestieprojekt erstreckt, beträgt 25. Trarieux bekämpft die Vorlage. Es sei erforderlich, daß der unglückliche Dreyfus sick) verteidigen könne, und daß man ihm die letzte Hoffnung lasse. (Beifall links.) Die Weiter- beratnng wird auf morgen vertagt. Wien, 1. Juni. Leutnant Wessel richtete aus' Paris an die „Neue Freie Presse" einen Brief, in dem ep die Beschuldigung der Spionage kategorisch zurückweist und sich bereit erklärt, sich den deutschen Gerichten zu stellen, falls ihm die Oeffentlichkeit der Verhandlungen verbürgt wird. Bukarest, 1. Juni. In hiesigen Regierungskreisen, hat die Uebersendung eines eigenen päp st Lichen Handschreibens n den König große Befriedigung hervorgerufen. Es wird dies als ein Zeichen vollständiger Aussöhnung zwischen der königlichen Familie und dem Vatikan angesehen. Cettinje, 1. Juni. Hier fanden Verhaftungen politischer Persönlichkeiten statt, darunter der Offiziere K a r a c i und B o j o v i c, des Hofgardisten S p a d i c und des Bezirksjhauptmanns B a s ch o v i c. Brüssel, 1. Juni. Ter belgische Thronfolger, Prinz Albert, verlobte sich mit der Herzogin Elisabeth von Bayern, der ztveiten Tochter des Herzogs Karl Theodor. Aus Stadt und Kand. ** Kreislehrerkonferen z.?.Fr,Atäg, den 1. Juni fand in „Steins Garten" die diesjährige Kreislehrer-Konferenz des Kreises Gießen unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Geheimrat von Bechtold statt, woran die Oberbürgermeister G n a u t h und Kreisamtmann Freiherr SchenkzuSchweinsberg, sowie die Lehrerinnen und Lehrer des Kreises nahezu vollzählig teilnahmen. Nach Eröffnung der Konferenz und Begrüßung der Anwesenden seitens des Vorsitzenden brachte Kreisschlunispektor Professor Dr. Lucius zunächst eine Verfügung des Ministeriums, die Gutenbergfeier betreffend, zur Kenntnis der Versammlung, wonach am Geburtstage Gutenbergs eine entsprechende Schulfeier stattfinden soll, und gab sodann die statistischen Mitteilungen über das Schulwesen des Kreises im letzten Jahre bekannt. Danach beträgt' die Schülerzahl des KreiseK zurzeit 11229. Davon sind 5 336 Knaben und 5 693 Mädchen; 10 911 evang., 156 kathol. Konfession, 159 israelitischen und 2 anderen Bekenntnisses. Die Gesamtzahl der Lehret des Kreises beträgt zur Zeit 186, sodaß auf 1 Lehrer durchschnittlich 60,3 Schüler kommen, und zwar in der Stadt 49,8, auf dem Lande 63,1 Schüler. Von den Schulgemeinden des Kreises sind 40 einklassig, 21 zweiklassig, 9 dreiklassig, 5 vier- unid 4 mehr als vierklassig. Außerdem bestehen im Kreise 2 Privatbildungsanstalten, in denen zurzeit 33 Mädchen unterrichtet werden. An Lehrerpersonal traten 16 Lehrer und 1 Lehrerin in den Kreis neu ein, 17 Versetzungen fanden statt, 2 Lehrer wurden pensioniert, 6 definitiv angestellt und 3 sind gestorben. Nachdem die Versammlung der Aufforderung des Vorsitzenden, sich' zu Ehren der im letzten Jahre Verstorbenen von den Sitzen zu erheben, nach- gekommey war, hielt Oberlehrer Hahn-Gießen einen Vortrag: „Ueber den Unterricht geistig zurückgebliebener Kinder." Er teilt diese in drei Gruppen: Blödsinnige, Schwachsinnige und Mindestbefähigte. Da erstere naturgemäß einer Anstalt zu überweisen sind, beleuchtet Referent im weiteren zunächst die Ursachen und Kennzeichen des Schwachsinnes, woraus resultiert, daß der Lehrer in diesen Schülern Kranke vor sich hat. Dementsprechend sind nun auch Erziehung und Unterricht bei diesen Schülern zu gestalten, wiewohl auch bei ihnen als zu erstrebendes Ziel bleibt: Den Schüler wirtschaftlich möglichst selbständig zu machen. Um dies Ziel erreichen zu können, ist für diese Schüler ein besonderer Unterricht unbedingtes Erfordernis; und darum sind in größeren Schulkörpern für sie besondere Hilfsklassen resp. Hilfsschulen einzurAten, wie solcl>e zur Zeit in etwa 70 deutschen Groß- und,.Mjttelstädten bestehen, während aus dem Lande der Einzflyilssunterricht am Platze ist, in dem die Schwachsinnigen in etwa 8—10 Stunden wöchentlich von den übrigen Schülern getrennt zu unterrichten sind. In Gießen besteht schon seit Jahren eine Abteilung für Schwachbefähigte, in der zur Zeit zehn Kinder, sechs Knaben und vier Mädchen, unterrichtet werden. Dieselben erhielten im letzten Jahre wöchentlich acht Stunden Einzelunterricht, während sie in 16 Stunden mit der Klasse gemeinsam unterrichtet wurden. Auch ist bereits für sie die Errichtung einer Hilfsklasse mit besonderem Lehrer, sobald es die Schulräume gestatten, in Aussicht genommen. — Für die dritte Gruppe, die Mindestbefähigten, das sind Kinder, die in der Schule nur sehr schwer ortzubringen, die aber nicht gerade schwachsinnig zu nennen sind, wäre eine sogenannte Abschlußklasse zu er richten, in der, wie in einer Hilfsklasse, eine beschränkte Anzahl Kinder bei beschränktem Lehrstoffe zu unterrichten wären. Die Schülerzahl einer Hilfsklasse dürfte etwa 15 bis 20, die einer Abschlußklasse 20 bis 30 betragen. Nach dem Oberlehrer Hahn noch betreffs des Unterrichts in diesen Klassen resp. Schulen auf die einzelnen Lehrgegenstände näher eingegangen, verliest er zum Schlüsse seines Vortrages den Rechenschaftsbericht des letzten Jahres für die in Gießen bestehende Abteilung für Schwachbeiähigte. Reicher Beifall und besonderer Dank des Vorsitzenden belohnten den interessanten und lehrreichen Vortrag. — Hieraus hielt Lehrer Lentz-Geilshausen noch einen Vortrag über „den Lehrer in der Litteratur". Nachdem er hervorgehoben, wie der Lehrer eine sehr verschiedene Beurteilung in der Litteratur gefunden, gliederte er seinen umfangreichen Stoff in drei Teile und behandelte dem- entsprschend in einer Blütenlese aus den bedeutendsten einschlägigen Werken: den Lehrer in Biographien, in der Roman- und in der dramatischen Litteratur. Auch Bet diesem mehr humoristischen, jedoch ebenso interessanten wie schönen Vortrag gab die Versammlung ihr Interesse durch lebhaften Beifall kund. Darauf schloß Geheimrat von Bechtold die Konferenz. — Ein einfaches Mittagessen in „Steins Garten" hielt die Teilnehmer noch, längere Zeit beisammen. •• Angesichts der Reisezeit macht uns die hiesige Großh. Handelskammer aufmerksam auf die uns seit Jahren zuteil gewordene Verkehrserleichterung, die nicht allgemein bekannt ist, daß zur Benutzung der in Frankfurt a. M. und Hanau verkäuflichen Rundreisekarten nach der Schweiz, Süddeutschland rc. auch auf Station Gießen dorthin lautende Anschluß-Rückfahrkarten mit 45tägiger — im Verkehr mit Italien 60tägiger — Giltigkeitsdauer aufliegen. Zugleich mit dieser Rückfahrkarte ist ein Gutschein zu lösen, besten Betrag (für Frankfurt je nach der Wagenklasse 3—4 Mk., für Hanau 2—4 Mk.) bei Entnahme der betr. Rundreise- karte voll in Zahlung genommen wird, und zwar innerhalb der ersten zehn Tage, vom Lösungstage an gerechnet. Be sonders angenehm ist es, durch die gebotene Einrichtung sich auch die für kürzere Ausflüge, nach dem Odenwald, der Pfalz rc. an genannten Stationen aufliegenden Rundreisekarten unter gleicher Tarifermäßigung von hier aus nutzbar zu machen. Näheres ist aus dem von der Königl. Direktion herausgegebenen Süddeutschen Kursbuch zu ersehen, auch bei der hiesigen Fahrkartenausgabe zu erfahren ** Militärisches. Rehfeldt, Roßarzt vom Großh- Hess. Train-Bat. Nr. 25, auf seinen Antrag zum 1. Ium 1900 mit Pension in den Ruhestand versetzt. 0 Befitzwechsel. Apotheker Victor May erwarb von der Konkursmasse das Oskar Höpfner'sche Haus Moltke- straße 8 für 55000 Mk. Herr May wird das von seinem Vorgänger begründete Institut für Orthopädie, schwedische Heilgymnastik und Massagekuren fortführen. pf. Nidda, 1. Juni. Seit einigen Tagen bereisen 13 Studenten des Forstfachs mit 2 Professoren in Begleitung von Oberforstrat Dr. Walter und Prof. Schenk aus Darmstadt, aus dem Staate Nord-Carolina der Vereinigten Staaten von Nordamerika unsere Wälder, um sich über unsere Forstverhältnisse zu informieren. Gestern waren sie in der Gegend von Schotten, gingen hierauf nach Bad Salzhausen uud übernachteten in Nidda, wo sie abends im Hotel Traube mit den hiesigen höheren Forstbeamten zusammen waren. Auch das deutsche Schulwesen scheint sie zu interessieren; denn heute früh erbaten sich zwei der Herren die Erlaubnis, dem Unterricht in der obersten Volksschulklafse an wohnen zu dürfen. Sie verließen sehr befriedigt die Schule. Dem Vernehmen nach kommen dieselben aus Schweden und wollen auf ihrer Tour auch die Weltausstellung in Paris besuchen. w . Friedberg, 31. Mai. Die Wiederherstellungsarbette« an unserer Stadtkirche nehmen gegenwärtig einen so raschen Verlaus, daß man bis zum Spätherbst dieselbe wieder einzuweihen, und dem gottesdienstlichen Gebrauch zu übergeben gedenkt. — Auch der Neubau des Gymnasiums geht rasch seiner Vollendung entgegen; derselbe so« ebenfalls im Spätherbst bezogen werden. Der Turnsaal ist unter Dach; über dem Hauptgebäude schlagen eben die Zimmerleute das Dach auf. DaS Ganze verspricht nach Plan und Anlage, wenn erst fertiggestellt, ein Bau zu werden, der allen Anforderungen der Neuzeit entspricht und zugleich eine Zierde der Neustadt wird. — Nunmehr ist auch für die neuen Straßen die Bauflucht abgesteckt, und deren Namen bereits angeschrieben, so vor dem Mainzer Thor die Leonhardsstraße und die Diefenbach- st raße (nach dem um die Altertumsforschung sehr verdiente» Professor Diefenbach benannt.) Ebenso ist eine Ringstraße vorgesehen; Schwierigkeiten macht noch die Berührung des israelitischen Friedhofs. Der Bauthätigkeit ist mit dem Bebauungsplan ein weiter Spielraum eröffnet. — Auch die Nebenbahn Friedrichsdorf —Friedberg geht allmählich ihrer Vollendung entgegen, wiewohl die Einführung in den hiesigen Bahnhof noch nicht fest- dClC93Raitw, 31. Mai. Ein Akt großer Roheit hat sich gestern mittag in einer hiesigen Bierbrauerei ereignet. Daselbst befand sich ein Hund, der zur Bewachung der Räume des Brauhauses diente. Gestern mittag saß dieser Huns an "bcr Brauerei, als einige Schulkinder an derselben vorbeigingen und den Hund neckten, worauf daS Tier, wie dies alle Hunde thun, zu bellen anfing. Ein etwa ^jähnger Braubursche der Brauerei, dem das Bellen des £)utu)c nicht gefiel, faßte den Hund, trug denselben über den Ho der Brauerei und warf das lebende Tier in die l?oernv Glut unter dem Braukeffel, wo eS bei lebendigem Lerbe verbrannte. Dem Braumeister gelang es am Abend, als e den Hund vermißte, erst nach vieler Muhe, zu ermittel», welches Schicksal das arme Tier gehabt hatte, trotzdem ore übrigen Brauburschen von der That Kenntnis hatten. (J) m - Bert Prag, Dt. Fir «HS an Ve 1 „ M Aschen Ich 58 Iahrm. - Hochschule Dr in Braunschw Direktor desn -»ei ^tung der 5 nehmen. Sn l°0en. - Wei abgeschlossene simester zeigt -ommatrikulteri ,15 Hörerinnen -mWmtersemes ma[ wieder fast • Die @ * d'ki» zieh'- wirb kommen- D' Nrauß i« ® wetilfW” Orgie« Jchr, 1898« ItLMMgWN thentr Wd unb Würben, Geldbörse. 2 Personal und i« der Weise, „Beratung" h' zahlen ließ, sich aus @out herab zu Die« ttn Vlauz ih ihre „Dame TpMniuneu Mw M betta“ aus brachten teil dem luxum unb zahlten fonbtrd naf) Mahlzeite/r Polizei macht ein Ende. • ßmori White, Pros Pennsylvania, in Philadelphi des MrdcS b von ihnen Ne wollte von bei Wva. war M ünv mahrscheiM erst 28 Ich College, W absolviert. M von Pe Civilrecht str «'■rt «igt, i im 3« »ti d-«> " ®£ und x M8 JV'en war L? P* hiesi 46n etwa 1,80 . Derz- - ca Elleben tot bi Gieß M(fti a ^rröerg v Ä38h> N S « 7.M'L °^K *-Ä "Ä »=« »Qheberte er ft' "b Munbeltt’i. ^*«1, il i w n; M*« 6; zaches Mittag« er no£^i längere z- d? hiesige YM 18 J.tti Jahren M b "«h> «H» MWtta.M.st «n nach btt 6^ evea dorthin lauter - im Verkehr r aufhegen. ZuD •f,n !» lösen, htfic agenklch 3-4 W der betr. Sunbreif- > und zwar inntt^ »e an gerechnet. $i gebotene Linrichtmy lach dein Odemvch' ; aufliegendell igung von hier au? dem von btt tönigl, jen tatibu$ ju tv i auf gabt ju echhren. W md Srv^- tag jutn 1. Im * May tttoatb von che HM Mckkt' ib ba6 von seine« hopLdie, schwedisch« )ttn. Tagen bereisen U xr fct^txtwu ^Pnrinigirn Swaln sich über unsere Foch rn waren sie in da l nach Sad SMch- btnbf im Hotel Lmb« tro zusaMen vam t sie zu interesfieit°! brr Herren bk tö wWfrW'f |TbtW aegenwörttg einen s LH Ibt« W“* w*lSÄ gunje w* . Sä ibi°s° ’j ,ch die» lf!' riltaum troff Äs SJS*1, , , Hoheit hat.'* KÄÄ *^■3$» LL-5' Gießen, Uirchenplatz U- 3940 3941 Jsenburg-Birsteinschen Wölbungen zu erwerben bezw. bet einer Zwangsversteigerung entsprechendes Gebot daraus abzugeben, einstimmig angenommen. Auf die Anfrage des Wq Seifer, betr. die Ausführung der Eisenbahnstrecke Gedern-Grebenhnin-Crainfeld erklärte die Regierung, daß die Vorarbeiten soweit gediehen seien, daß die Bahn int März in Angriff genommen werden könne: doch gewinne dieselbe erst Bedeutung, wenn die direkte Verbindung nach, Frankfurt hergestellt sei. Graf Oriola tritt für dre Seementhalbahn ein, worauf der Finanzminister erklärt, daß an die Ausführung derselben vorerst nicht zu denken.sei. 3et all diesen Bahnen müsse in erster Linie der wirtschastlu^ Effekt berücksichtigt werden. Bezüglich der Bahn Stockheim-Vilbel erklärt die Regierung, daß diese Vortags in der nächsten Tagung gemacht werden könne, da die beteiligten Gemeinden sich bis jetzt zur Gelandestellung bereit erklärt haben. Abg. Schlenger bedauert nut dem Grasen Oriola, daß feer Bau einer Anzahl im Projekt und Vorarbeiten fertiger Bahnen zugleich mit den unfertigen Bahnen durch das Vorgehen des Finanzausschusses dis zum Herbst verschoben worden sei, worauf Abg. Ulrich den Standpunkt des Finanzausschusses feststellte, der nicht dafür zu haben sei, nahezu zwei Millionen Mark gleichsam zur Bildung einer zweiten Ludwigsbahn übereilter Welse an eine Privatgesellschaft zu überreichen. Der Antrag Häusel betr. den Bau von staatlichen Dienstwohnungen wird nach zustimmender Erklärung des Ministerialrates von Jßleben genehmigt. Hierauf vertagt sich die Kammer bis zum Herbst. , , _ Berlin, 2. Juni. Vor der Galatafel am Donnerstag im königlichen Schlosse nahm der Kaiser durch den hiesigen persischen Gesandten die Geschenke des Schahs, zwei prächtige persische Hengste, entgegen. Berlin, 2. Juni. Wie von gut unterrichteter Seite versichert wird, sind sowohl von Seiten der hiesigen amerikanischen wie der englischen Botschaft an zuständiger deutscher Stelle Vorstellungen erhoben worden, wegen des vom Reichstage beschlossenen Fleischbeschaugesetzes. Seitens der englischen Regierung wird die Erschwerung der australischen Fleischeinfuhr beklagt. Es ist ausgeschlossen, daß infolge dieser Vorstellungen das Fleisch beschaugesetz im Bundesrat noch scheitern könnte, jedoch wäre es wohl möglich, daß beim Erlassen der Ausführungsbestimmungen auf gewisie den deutschen Interessen nicht entgegenstehende Wünsche des Auslandes Rücksicht genommen würde. ,, „ , . Könitz, 2. Juni. Die Stadt war bis gestern abend spät vollständig ruhig. In den Straßen fanden vereinzelte Ansammlungen statt, jedoch unterblieb das Gejohle und Steinwerfen der letzten Tage. Landrat Baron von Zedlitz ritt auf den Markt, wo er längere Zeit mit den Offizieren des eingelegten Bataillons sich unterhielt. Plötzlich richtete er sich der Menge gegenüber im Sattel auf und wandte sich mit den Worten an das Publikum: Meine Herrschaften, ich schlage vor, nach Hause zu gehen. Unter lebhaftem Bravo zerstreute sich die Menge. , Loudon, 2. Juni. Das Kolonialamt veröffentlicht em Telegramm, nachdem die englischen Truppen in Kumassi, der Hauptstadt der Aschanti, eingedrungen sind. Budapest, 2. Juni. In der vergangenen Nacht ging hier ein furchtbarer Wolkenbruch nieder. Durch da» Eindringen der Wassermassen in die Keller-Wohnungen ertranken mehrere Personen. Ein Mann wurde vom Blitz erschlagen. Sofia, 2. Juni. Fürst Ferdinand von Bulgarien ist zum Kurgebrauch nach Bad-Nauheim abgereist. Markus Bauer Spezial-Geschäft in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener lverkstätte. eldenstoffe, Sammte von Elten & Kernen und Velvets gu. J^T!?***** Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeßen am 2. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr mittags: Wasser 13°, Luft 16®. Rübsamen'sche Badeanstalt. Jahresfest )ra Le»,«,chMses in filofcr tosbiitg bei sich & am 3. Mngstfeiertag, nachm. 2 W -r-Nvrediaer die H-rren Ps-rrer goneee» von Frankfurt und «uS »on Erlangen. - Ei lobet freundlichst zu diesem Feste ein Q {* flnt 1. Juni 1900. OH4Ö 8 Für den Vorstand: Weber, Pfarrer. Für Landwirte! Die Stadt Gießen läßt Mittwoch bett 18. Juni d. I, nachmittags 2 Uhr, folgende Gegenstände in der Hofraite „Zum Pfau", Marburgerstraße 66, öffentlich meistbietend versteigern: 1 großen und 2 kleinere kupferne Kessel, 40 steinerne Krippen (0,80 bis 1,69 m lang), 7 steinerne Tröge (1,86 bis 2,34 m lang). Gießen, am 2. Juni 1900. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h. Kirchliche Nachrichten. Avaageliftbe Gemeinde. Die Vereinigung der konfirmierten männliche« Jugend der MatthäuSgemeinde wirb eingeladen, sich am S. Feiertag, morgens 8 Uhr, am Bahnhof einzufinden. ArdeiterdeWegun». USl«, 2. Juni. In einer heute Nacht abgehaltenen Versammlung, die von etwa 700 Angestellten der Kötner St ratz e n b ahn besucht war, wurde einstimmig beschlosim, *n den diesseits gestellten Forderungen unbedingt festzuhalten, und da die Stadt die Forderungen nicht bewilligt, heute früh sofort in den AuSstand ein- zutreten.^^^. L Juni. Ein Streik der Straßenbahnangestellten ist heute ausgebrochen. Die Beteiligung an dem Ausstande ist allgemein. Bis jetzt verhallen sich die Streikenden ruhig. Heute nachmittag beschloffen 300 Schaffner und Führer, von dm gestellten Forderungen nicht zurückzutretm- Infolgedessen dauert der Streik fort. Der Betrieb wurde heute abend eingestellt, da die Polizei eine Verantwortung für etwaige Ausschreitungen nicht über- nehmen will. Die Reseroeschaffner und Handwerker beabsichtigen, sich dem Streik anzuschlteßen. Tagsüber waren nur 40 Straßen- bahnwagen im Betriebe. Neueste Meldungen. Darmstadt, 2. Juni. (Tel.-Meld, des „Gieß. Anz." 1 Uhr 15 Min. mittags.) Hessischer Landtag. Zu Beginn der heutigen Sitzung wird der für dringlich erHarte Antrag Schmidt, die Regierung zu ermächtigen, die fürstlich Bekanntmachung. Der Bedarf an Korustroh (Handdrusch) für dar städtische Schlacht- >8 - ca. 100 Zentner - soll im Wege der Submission zur Lieferung maeben werden. Ang.bote hierauf stnb verschlossen mit entsprechender MMrist bi« »um 10. I. Ms. bei uns einzureichen. Siegen, den 1. Juni 1900. Großherpglich« Bürgermeisterei Gießen. G n a u t h. Gerichtssaal. W. Gieße«, 1. Juni. »irnffeimmet. Ein hier immatrikulierter Student der Chemie u.s W^n war bMdigt und geständig, im September und Oktober “Ä Mengen SBirtffl 5 Mar! Bargeld und 30 Zrgarrrn im Sterte nn-tw- I,«0 Mark entaenbet ,u haben. Deswegen wurde er durch Urteil des hiesigen Schöffengerichts vom 12. Dezember v. I. wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von 5 Tagen und wegen Entwendung von Genußmitteln zu einer Haststrafe von 3 Tagen verurtellt. Er hatte sich mit diefem Urteil auch zufriedengegeben; doch hatte der Dater Berufung eingelegt. Der Termin vor der Straflammer am 25. Mai wurde wegen Erbringung neuer Entlastungsbeweise auf heute vertagt. Obgleich die Thatsachen unumstößlich feststehen, versuchte ein Zeuge nachzuweisen, daß der Angeklagte an Kleptomanie leide. Das Gericht beschließt deshalb, bte Berhandlung nochmals zu vertagen, um rin Gutachten des KreismedizinalamtS einzuholen, ob es angezeigt erscheinen möchte, den Angeklagten einer psychiatrischen Klinik zur Be. obachtung zu überweisen. — Ein 15 jähriger Bergmann aus Allendorf a. d. Lahn ist der fahrsässsgen Brandstiftung beschuldigt. Am 15. April hatte er einen an der Straße Allendorf—Dutenhofen aufgestellten Strohhaufen durch Wegwerfen eines brennenden Zündholzes in Brand gesetzt. Der Angeklagte, der zuerst alles in Abrede gestellt hatte, gibt heute zu, ein Zündholz weggeworfen zu haben, jedoch nicht m der Nähe besagten Strohhaufens. Durch die Zeugenvernehmung wird indes zur Evidenz erwiesen, daß der Angeklagte fahrlässig gehandelt hat. In Anbetracht der Jugend des noch nicht vorbestraften Angeklagten wird derselbe zu einer Geldstrafe von 40 Mk. verurteilt. — Gegen einen hiesigen vorbestraften Gärtner wird wegen Diebstahls auf eine Gefängnisstrafe von 1 Woche erkannt, weil er, angeblich um sich seinen noch rückständigen Lohn im Betrage von 37,50 Mk. zu sichern, aus dem Garten eines hiesigen Fruchthändlers einen Teil der von ihm gelieferten Pflanzen wieder ausgezogen und in seinen eigenen Garten einpflanzte. Obgleich er später die eigenmächtig sich angeeigneten Gewächse dem wirklichen Besitzer zur Verfügung gestellt hatte und dieser, als Zeuge vernommen, erklärt, daß er vollständig befriedigt sei, wird doch von dem Gerichtshof obige Strafe ausgesprochen und damit das Urteil des Schöffengerichts, das auf Freisprechung gelautet hatte, aufgehoben. — Ein Wirt aus Heuchelheim, der gegen einen Strafbefehl m Höhe von 2 Mk. Widerspruch erhoben hatte, war am 4. Mai durch Urteil des Schöffengerichts Gießen freigesprochen worden. Die Strafkammer hebt dieses Urteil auf, weil ihr die Übertretung der Polizei« stunde von 11 bis 12 Uhr am 19. Dezember v. I. durch die Angabe des Beklagten, er habe seinen nach 12 Uhr mitternachts beginnenden Geburtstag im Kreise der noch anwesenden Gäste und Verwandten zu feiern beabsichtigt, keineswegs genügend gerechtfertigt erscheint. — Durch Urteil des Schöffengerichts Bad-Nauheim war ein mehrfach vorbestrafter Maurer aus Bad-Nauheim wegen Bedrohung zu einer Gefängnisstrafe verurtellt worden. Mit seiner Berufung erzielt et heute ein milderes Strafmaß, nämlich eine Geldstrafe von 25 Mark. — Wegen Körper. Verletzung erhält eine Arbeiterin aus Ostpreußen, die in Fauerbach bei Friedberg in Diensten stand, eine Geldstrafe von 15 Mk., roed sie am 12. November 1899 einer anderen Arbeiterin, mit der sie m Wortwechsel geraten war, mit der Holzsohle eines Pantoffels drei Beulen am Kopfe beibrachte. — Ein mehrfach vorbestrafter Bäckergeselle aus Sommersdorf war am 25. Februar d. I. von Frankfurt a. M. nach Ober-Erlenbach, gekommen um angeblich die bei seinem früheren Meister zurückgelassenen Bekleidungsstücke in Empfang zu nehmen. Da er dle Haus- thüre verschloffen fand,, stieg er durch das über der Hmterthür befindliche Fenster, versuchte zunächst die Thür zu erbrechen, die zu der Stube führte, in der der Meister fein Geld aufbewahrte. Später fand er den Schlüssel zur Stubenthüre und öffnete diese damit. Aus der fest verschloffenen Kommode entwendete der Angeklagte Bargeld in Höhe von mindestens 1100 Mk. Der Angeklagte ist zum größten Tell geständig, doch behauptet er, die obere Schublade se» nicht verschloffen gewesen und die von ihm gestohlene Summe habe den Betrag von 900 Mk. nicht überstiegen. Mit dem gestohlenen Geld- begab sich der Angeklagte zunächst nach Frankfurt und vergeudete einen erklecklichen Vertag davon in liederlicher Gesellschaft. Als er später dmgfest gemacht werden konnte, verfügte er noch über einen Betrag von etwa 750 Mk der dem Bestohlenen zur Verfügung gestellt wird. Der Angeklagte erhält wegen schweren Diebstahls eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren; außerdem wird auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für bte Dauer von 5 Jahren und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt. Universität und Hochschule. — »ernte«: Der Professor an bet deutschen Universität in vr Finger aW o. Professor deS Strafrechts und Strafprozeß- i-ck ts an bte Universität Würzburg. Er hat ben Ruf angenommen, rechts die umve^ Steglitz der Abteilungsvorsteher bes Geo. Utischen Jnsürtts zu Potsbam Profeffor vr. M. Löw «n Alter von 59 -xabren. — Der frühere Prwatbozent für Geologie an der Basler n idhfÄuIe vr v Kraatz, ein Sohn bes Generals v. Kraatz-Koschlau SnfStoX in »rafilien, wo -- «lä Staatägeoioge und Direktor des naturwiffenschaftlichenMuseums wirkte, an einem Fieberanfall. — BerschiedeneS: Professor vr. Heß m Marburg wird die rriluna der Würzburger Universitäts-Augenklinik am 1. August über- r rt(,n An diesem Tage wird auch das neue Gebäude der KliNik be- - Weiter wird aus Würzburg geschrieben: Die am 81. Mm ibütscklofsene Inskription an der hiesigen Universität für das ©ommcr; U» zeigt wi der einen nennenswerten 1 t« DetL ^uenj £ Wnt°rs-m-st.r 1239 fftudi-r-nb^ D-r Rückgong entflUt auch buS- nal wieder fast ganz auf die medlzmische Fakultät. Erste (Qualität Ringoftusteillt diesjährige Fabrikation, können täglick abgefahren werden. 02322 Chriftia« Faber, Leihgestern. Kari fari ist eS, bestreiten zu wollen, daß ich die allerbesten, dauerhaftesten und elegantesten Fahrräder zu billigsten Preisen verkaufe und Reparaturen bestens und prompten Joh. Friede. Schaaf, Wetzsteinstrabe 44. 1OOO Qn. Mir. Hofraite mit zwei großen dreistöckige« Gebäude« uud geräumige« Böden, zur Errichtung einer Cigarren- oder auch Cartonnagefabrik sehr geeignet, auch zu jedem anderen Fabrikbetrieb — z. B. Lederfabrik — benutzbar, da Dampfkraft und Waffer vorhanden und billige Arbeitskräfte aus nächster Nähe herangezogen werden können, ist zu verkaufen, eventuell zu verpachten. Anfragen unter Z. 3628 an bte Expedition dieses BlatteZ. Dir gemeine Thäter, ein Bayer, kam nicht allein sofort zur sfvzeige, sondern wurde auch umgehend aus dem Geschäft «ntlaffen. ** Kleine Mitteilungen aus Hefieu uud den Nachbarstaaten. Zu Kloster Arnsburg bei Lich findet am Pfingsttage das Jahresfest des Rettungshauses statt, bei dem Pfarrer lsorrevon-Frankfurt und Stursberg-Erlangen predigen werden. — Der mit dem 1. Juni in den Ruhestand getretene md von Lauterbach nach Darmstadt verzogene Oder- mlSrichler Geh. Justizrat Hempel, wurde durch Beschluß des Stadtvorstandes zum Ehrenbürger der Stadt Lauter- bach ernannt. KrrmiWes. • Die GefchaftspraxiS einer Sprachlehrerin. Eine Affaire, tvelche die junge Lebewelt Münchens in arge Mitleidenschaft rieht, wird vor dem Münchener Gericht zur Aburteilung kommen. Die 57 Jahre alte ledige Sprachlehrerin Julie Strauß zu München, die sich nebenher offiziell mit Stellenvermittlungen für junge Mädchen befaßte, hatte nahe der Polizeidirektion eine Wohnung inne, in der die tollsten Orgien gefeiert wurden. Sie gründete ihr Geschäft im Lahre 1898 und hatte dank der generösen Manier ihrer niännlichen Kundschaft bald glänzende Einnahmen. Zu ihren „Stammgästen" zählten Persönlichkeiten, die in der Münchener Gesellschaft wohlbekannt sind, teils Inländer in Amt und Würden, teils Ausländer mit Titeln und wohlgefüllter Geldbörse. Die Vermittelung zwischen dem weiblichen Personal und der männlichen Abnehmerkundschaft trieb sie in der Weise, daß sie sich für eine von ihr vermittelte „Beratung" hinter verschlossenen Thüren bis zu 300 Mk. zahlen ließ. Das von ihr verhandelte „Material" setzte sich aus Gouvernanten, Artistinnen, Schauspielerinnen bis herab zu Dienstmädchen und Stallmägden zusammen. Um den Glanz ihrer Klientinnen zu erhöhen, stellte die Strauß ihre „Damen" bald als Leutnantfrauen, bald als Sp anieriunen vor, denen freilich die Kenntnis des Spanischen abzing. Unter den letzteren befand sich eine „Maria la belHa“ aus Patzing in Steiermark. Alle diese Schönen bra.chten teils Stunden, teils Tage oder gar Wochen in ben luxuriös ausgestatteten Quartier ihrer Gönnerin zu und zahlten der Strauß je nach ihren Einnahmen. Besonders nahmen die von Zeit zu Zeit veranstalteten kleinen Mahlzeiten den Charakter von Bacchanalien an. Die Polizei machte diesem Treiben durch Verhaftung der Strauß ein Ende. ♦ Ermordung eines Uuiverfit'ätSprofefsorS. Roy Wilson White, Professor der juristischen Fakultät der Universität Pennsylvania, ist in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai in Philadelphia in brutalster Weise ermordet worden. Als des Mordes dringend verdächtig wurden drei Männer, zwei noic ihnen Neger, in Haft genommen. Profeffor Whrte wollte von der Universität nach der Vorstadt Germantown fahren. Auf der Straße wurde er überfallen. Der Schädel war mit einer Eisenstange eingeschlagen. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Raubmord. Professor Whtte war erst 28 Jahre alt, und hatte seine Studien am Earlham College, Richmond, Indiana, unter der Leitung seines Vaters abs olviert. Im vergangenen Jahre schickte ihn die Univ«:* fitit von Pennsylvania nach Paris, wo er das französische Zivilrecht studierte. man ben Kampf gegen Schwaben unb sonstige Hauskäfer aufgiebt, versuche man bas anerkannt bewährte BrÄckoli«, Fabrikant Georg VrÜck, Darmstadt. Preis Mk. 1.80 pet Packet. Ueberall erhältlich.________________ Kunst-Ausstellung. auBBteUung im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. 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