Pröbel FIW für l lrotten, Behr als Bei. ch md. Schmeckend 2 Portionen); R». 128 Drittes Blatt. Sonnta« den 3. Ami 1900 Kiehener Anzeiger E-enerat-Anzeiger Bezugspreis viertrljährl. Mk. 2,98 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellru vierteljährl. Mk. 1,98 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vicrteljährt. mit Bestellgeld. rrsLelrU täglich tnu Ausnahme dcS Montag-. Die lSießener A»«mtkie«StLtter »erden dem Anzeiger bn Wechsel mit „Hess. Vsnbroirt* u. glätter fii hrff. Volkskunde" Htchtl. 4mal beigelegt. Alle Anzeigen'VermittlungSstellen deS In« und, Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. ZeilenprriS: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Annahme »en Anzeigen zu der nachmittags für de» f»tgenden Lag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Amts- und Zlnzeigeblntt für den Aveis Gieren. AedaAia», Expedition und Druckerei: S4»tßrahe Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Kieste», Fernsprecher Nr. 51. 1 Suppe, be- 1111 ausersehen. •* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Einem Volkmarser Fuhrmann gingen kurz vor der Ueber- fahrt über die Bahn zwischen Volkmarsen und Ehrungen durch den Pfiff der Lokomotive eines herankommenden Zuges die Pferde mit einem mit Kalksteinen beladenen Wagen durch. Als der Wagen gerade auf dem Geleise war, brauste der Zug heran und zertrümmerte den Wagen total. Fuhrmann und Pferd blieben indes noch unversehrt. — Drei Leute aus Dudenhausen fuhren mit einem Wagen nach Hause. Unterwegs scheute das Pferd, ging durch und der Straßenbahner-Streik hat es gezeigt. Ueberall haben I sich auf den Berliner Erfolg hin ähnliche Bewegusugen I geltend gemacht. Leipzig hat sofort ähnliche Sätze bewil- I ligt, u nd in Magdeburg, Halle rc. wird man hinterher ■ marschieren müssen, um dem empfindlichen Schaden eines allgemeinen Ausstandes zu entgehen. Der Berliner konstatiert es triumphierend, daß „wir" wieder einmal „geführt" haben! Aber Berlin, das schöne stolze Berlin, führt auch a n ! Wie der Werdersche Fruchtsaft sich im fernen Frankreich zu waschechtem Bordeaux wandelt, wie Hamburger Margarine zu echt holsteinischer Grasbutter zu werden vermag, veredelt sich auch der alte, vielgeplagte Berliner Droschkengaul, der als „Hungerharke" Jahre hindurch, tagein, tagaus, das Steinpflaster der Kaiserstadt gescharrt hat! Ein seltsamer Zauberer, der die Künste der Circe, jener mit wunderbaren Kräften begabten Tochter des Akeanos, geerbt haben muß, bringt die Metamorphose zu stände. Und wie jener die Begleiter des alten Meerbummlers Odysseus in Schweine verwandelte, was in diesem Falle ja weniger als „Veredelung" aufzufassen sein dürfte, so schafft es dieser mit seinem Schlachtemesser, das er als Zauberstab über den braven, lebensmüden Rosinanten schwingt! Nicht > TOrzdglich, zu kräftigen, Der Gastwirt Görlich aus Büttelborn besaß noch soviel Geistesgegenwart, schnell die Thür zu- öffnen, damit dem mit einer üblen Atmosphäre erfüllten Raume rasch frische Luft zugeführt werden konnte. »schttührUnggesut tttt, MarWatze 34. Aus Stadt und Land. *♦ Ferienerholung. Im Kanton Glarus auf weit ausschauender Höhe über dem Walensee mit schönem Blick auf die Kurfirsten, die Glarner und Bündnerberge liegt die Alp Morgenholz. Seit 1895 ist dort oben ein einfaches, aber solides Gebäude erstellt mit Schlafsälen, Lauben, Küche und Speisesaal, welches Raum bietet für 60 junge Leute. Jeder hat sein, wenn auch« nicht übertrieben weiches, so doch eigenes Bett mit Matratze und guter Wolldecke. Der Realschülerturnverein von Basel und an seiner Spitze Herr Neallehrer Glatz haben den Anstoß gegeben für die Gründung dieses Hauses, und eine Gesellschaft wohldenkender Minner, der Verein „Ferienheim", steht der Sache getreulich zur Seite. In der herrlichen Alpen lüft bei ern- unb zweitägigen Wanderungen nach den Knrfirsten, dem Siauiistock, dem Glärnisch, den Clariden, und wie alle die schönen Ziele heißen, wirds den jungen Städtern froh und frei zu Mute. Die Basler Ferien beginnen am dritten Montag des Juli und dauern vier Wochen. Je vierzehn Tage sind einer Kolonie zugewiesen, so daß jedes Jahr über hundert junge Leute dort oben Freude und Erholung finden. Während der übrigen Zeit wird das Haus von seinen Eigentümern nicht benützt und steht irgend welchen andern Kolonien zur Benützung offen. Bei vielen Schulen beginnen die Ferien schon anfangs Juli, oder sie dauern beit ganzen August, so daß leicht vor oder nach, dem Aufenthalt der Basler, 15. Juli bis 12. August, andere Kolonien acht- oder vierzehntägigen Aufenthalt dort oben nehmen föitnen. In höheren Schulen ist oft der September frei, der ja für Bergfahrten besonders günstig ist. Der Mietpreis für das Haus nebst dem ganzen Inventar ist sehr bescheiden, und der ganze Aufenthalt stellt sich enorm billig. Man schwelgt dort nicht an üppig besetzter Tafel, aber die Freuden, welche sich darbieten, sind mehr wert als Leckerbissen für den Mund. Wo wohlgesinnte, echte Freunde der Ju gend die jungen Herzen durch: edle Freuden emporheben uni) die Jugendlust zu froher Thatkraft erziehen wollen, da wird man dankbar sein für eine Gelegenheit, wie sie sich, nicht geschickter bieten könnte. Um Auskunft wende mnm sich an Herrn Reallehrer Adolf Glatz in Basel. ** Alldeutscher Verband. Wie gestern bereits erwähnt, wird vom 6.-8. Juni in Mainz der Alldeutsche Ae rbandstag stattfinden. Die Ortsgruppe hat alles gethan. Qm einen glänzenden Verlauf des Festes zu gewährleisten. Als Glanzpunkt der Veranstaltung ist die Festfahrt zum Niederwald gedacht. Vor dem National-Denkmal wird Neichstagsabg. Dr. Lehr die Festrede halten; voraussichtliche wird auch Reichsratsabg. K. H. Wolf-Wien und Dr. Pol bc Mont-Antwerpen reden. Der Verbandstag wird die bedeutendsten Führer der alldeutschen Bewegung hier vereinigen- bis jetzt haben ihre Teilnahme bestimmt zu- (iciaflt: von der Hauptleitung die Reichsabgeordneten Prof. $r. Hasse-Leipzig, Graf Arnim-Muskau-Muskau O.-L., jt Dörnberg, 31. Mai. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr entlud sich über unserer Gema kung ein Gewitter. Während des strömenden Regens suchten auf dem Felde beschäftigten Leute Schutz in dem Bahnwärterhäuschen. Neun Personen waren in dem engen Raume beisammen, als ein Blitzstrahl eine nahe Telegraphen st ange vollständig zertrümmerte. Der Blitz nahm seinen Weg durch den Leitungsdraht in das erwähnte Häuschen, schlug ein großes Loch in die Wand, zerriß die Drähte, wie auch die Kanäle, in denen die Drähte laufen, und demolierte den in dem Häuschen aufgestellten Telegraphenapparat. Der dienst thuende Beamte, Weichensteller Raiß aus Büttelborn, der sich an den Apparat gelehnt hatte, erhielt am Kopfe eine stark blutende Wunde und verspürte Schmerzen in einer Hand. Landwirt Ewald jun. aus Dornberg und die Ehefrau des Landwirts Konrad Klink II. wurden betäubt und derart getroffen, daß sie mit Wagen nach Haufe ge bracht werden mußten, wo sie sich in ärztlicher Behandlung , v.. , „ . , - - - befinden. Ersterer war zu Boden geworfen und sprachlos | die Insassen des Wagens wurden so heftig auf bte Straße geworden. Alle übrigen kamen mit dem Schrecken davon. | geschleudert, daß der eine infolge einer Gehirnerschütterung r W Dieburg, 31. Mai. Gestern morgen verschied hier nach mehrtägigem Krankenlager der Senior des Mainzer Diözesanklerus, Benefiziat Eugen Sommer. Geboren zu Bieber am 24. August 1815, war der Verstorbene am 16. April 1844 zum Priester geweiht und stand somit im 56. Jahre seiner priesterlichen Thätigkeit. Als Benefiziat war er hier seit dem 5. Juli 1866 thätig. Trotz seines hohen Alters von 84 Jahren war es dem Verstorbenen doch bis in die letzten Tage noch möglich, die Messe zu feiern. Seinem Wunsche entsprechend, wird er in seinem Heimatsorte Bieber an der Seite seiner Eltern beerdigt. — Heute mittag ist der Ehrenpreis des Großherzogs zum Gesangswettstreit des hiesigen Männergesangvereins bei dessen Präsidenten angekommen. Der herrliche Pokal ist in Silber getrieben und hat eine Höhe von ca. 45 (Zentimeter. Er ist mit einem kunstvoll verschlungenen Monogramm E. L. mit einer Krone geziert und trägt am Rande die Widmung : „Ehrenpreis Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig. — Gesangswettstreit Dieburg, Juni 1900." Worms, 31. Mai. Zweihundert Jahre sind in diesem Sommer verflossen, seitdem ein Buchdrucker Namens Kranzbühler die Erlaubnis erhielt, hier eine Buchdruckerei zu betreiben. Seit jener Zeit ist das Geschäft dauernd in der Familie geblieben und immer hat ein Kranzbühler an dessen Spitze gestanden. 75 Jahre später gab die Buchdruckerei die „Wormser Zeitung" heraus, die nunmehr auf einundeinviertel Jahrhundert ihres Bestehens zurückblicken kann. Es gehört gewiß zu den Seltenheiten, daß eine Familie so viele Jahre hindurch im Besitze desselben Geschäftes bleibt. Der gegenwärtige Chef, Herr Eugen Kranzbühler hat beschlossen, das Doppel-Jubiläum festlich zu begehen und namentlich im .Kreise feiner zahlreichen Angestellten die Erinnerung an die Gründung der Buchdruckerei und an die Entstehung der „Wormser Zeitung^ zu feiern. Als Zeit des Jubiläums ist der 16. und 17. Juni Oberpräsideut z. D. Dr. Udo Graf zu Stolberg-Wernigerode ; Auch! die Siebenbürger werden ihre Führer entsenden ; ebenso ist eine starke Teilnahme der niederdeutschen (Vlamen und Holländer) Führer zu erwarten. Die Festhandlung vor dem Nationaldenkmal verspricht eine Kundgebung, wie sie selbst an diesem Orte eindrucksvoller kaum dagewesen ist. Nidda, 31. Mai. Der Arbeiter W. Reuning hat sich beim Holzspalten mittelst einer Axt den linken Zeige- und den Mittelfinger abgehauen. Herb st ein, 31. Mai. Ein hiesiger Landwirt war heute mit dem Herabwerfen von Stroh beschäftigt. Hierbei fiel e r vom Gerüst in die Tenne und gerade auf seine 13 jährige Tochter, wobei er zwei Rippen brach, während das Kino einen Beinbruch erlitt. o-. Freiensteinau, 31. Mai. Ein sehr bedauernswerter Unglücksfall ist dem Landwirt Johannes Fehl zugestoßen, als er mit einem Wagen Dünger auf den Acker fuhr. An einer abschüssigen Stelle führte F. die Deichsel, wobei er unter den Wagen geriet; die Räder gingen über seinen Kopf, sodaß er tot am Platze blieb. Vorübergehende junge Leute fanden ihn später. XX Neu-Ulrichstein, 1. Juni. In der Arbeiter- Kolonie befinden sich Ende Mai stellen-, resp. arbeitslos 27 Mann. Seit Bestehen der Kolonie sind ausgenommen 3721, entlassen 3694, mithin Bestand 27. Bestand am 1. Mai 1900: 32. Zugänge im Mai 4, Abgänge im Mai 8. Die Abgänge verteilen sich: auf eigenen Wunsch 4, wegen Kontraktbruchs 3, wegen ungebührlichen Betragens gegen andere Kolonisten 1. Die Kolonie verpflegte an 861 Tagen und arbeitete an 781 Tagen. Der Berliner hört es ungeheuer gern, wenn man seiner ne liebten Vaterstadt auf allen Gebieten, ob er etwas davon versteht oder nicht, die Führung zuerkennt, und er kann f sk-hr eklig werden, wenn ein unverständiger Provinzler nicht alles schön und vollkommen findet, was ihm in der .Metropole der.Intelligenz" vor Augen kommt. Es ist ui wahr, er trinkt, wenn's sein Geldbeutel erlaubt, lieber Pils" oder „Spaten", aber „Schultheiß" und „Patzen- hofer" sind mindestens ebenso gut; er würdigt auch den Spargel Braunschweigs gnädig, doch behauptet er, den Schöneberger beinah noch besser zu finden; fein Zoologi- icher Garten ist ihm der Inbegriff alles Erreichbaren auf öicfem Gebiete; über Berliner Straßenbeleuchtung geht überhaupt nichts, kaum Ihre Majestät die Sonne, und selbst die versteckt sich ja zuweilen hinter dem Monde und lyut ihre Schuldigkeit nur halb. Thcrtsächlich hat Berlin ja auch auf manchen Feldern hi< Führung übernommen. Ganze Zweige der Industrie -den sich hier entfaltet und sind vorbildlich für die nach, sinkende Konkurrenz geworden im guten und auch im bösen Sinne • beim auch viel billiger Schund stammt aus Berlin. Die Einrichtungen der hauptstädtischen Feuerwehr, die 5tra6enre'inigung, die Verkehrsmittel stehen im großen uni) aanzen auf der Höhe der Ztzit und werden von Beamtin anderer Stadtverwaltungen studiert. Das Tbeater ist nach und nach tonangebend für ganz Deutschland geworben und ein Stück, das in Berlin noch nicht aufgefuhrt ist, Berliner Brief. (Plaudereien aus der Kaiserstadt.) (Nachdruck verboten.) Berlin führt! — Es führt auch an! — Und wird angeführt; Pfiugstfreuden! nette Firma, die mit den Berlinern so wacker Hand in Hand gearbeitet hat, ist zwar auch eine Thüringer — aber sie lebt in Eisenberg! Und man wird gut baram* thun, darauf zu achten. Der Berliner fragt denn auch schon mißtrauisch, wenn ihm eine „heiße" präsentiert wird, die nicht ganz „koscher" zu sein scheint: Na, bet is doch nid) etwa 'ne „echte Huf-Eisenberger?" Ach, man hätte recht oft Grund, ähnliche Fragen zu stellen. Gott sei Dank, man thut nicht die Hälfte von all dem braven Schwindel, der tagtäglich art einem vor«, überzieht! Denn Berlin führt nicht nur an: Berlin wird auch angeführt. Wie viele der biedern Landfrauen, die mit frisch gelegten Landeiern bei unseren Hausfrauen! vorsprechen, haben daheim kein einziges Huhn auf dem Hofe herumgackern und verproviantieren sich Tag für Tag in den großen Eierhandlungen mit pommerschen oder ga-i lizischen Kisteneiern, aus denen eine besonders erfindungsreiche märkische Bäuerin sogar „Trinkeier" herzustellen weiß, indem sie nämlich mit einem Bleistift Daten auf die schöne unschuldsweiße Schale kritzelt! Wenn aber der Berliner Duteu auf den Eiern findet, ist er selig. Dann weiß er bestimmt und beschwört es nötigenfalls, daß sein delikates Ei zum Frühstückskaffee vor höchstens drei Tagen in Bornstedt oder Teltow extra für ihn gelegt worden ist! Und der Glaube ist es, der selig macht! Die Pfingsttage werden mal vielen Tausenden wieder Gelegenheit bieten, sich die wirklich frischen Eier draußen in den Wirtschaften auf dem Lande servieren zu lassen. Es ist unglaublich, was zu Pfingsten von Berlin aus ausgeflogen wird: zu Rad und zu Wagen, per Bahn und zu Fuß — aber hinaus muß der Berliner, ^ märkischen Kiefernwälder hallen in diesen -ragen forschen Gesänge der ältesten Lieder und der neuesten Gassenhauer und noch nach Monaten zeugen setfileckige Zeitungen aus den letzten Maitagen überall mt Walde von den gründ lichen Berliner „P fin g stsr eud en ... 4. JC. vierundzwanzig Stunden vergehen, und der traurige Gaul, der das Erbarmen aller Passanten erregte, feiert fröhliche Auferstehung in einer langen, appetitlichen Reihe „echter Gothaer" und wird die Frühstücks- und Mittagsfreude manchen Feinschmeckergaumens! Man kann es dem Vorstand der Fleischer-Innung in Gotha nicht verdenken, wenn er gegen diese Hexenmeister und Verwandlujnas- künstler energisch zu Felde zieht, und die Ehre der Thüringer Landschweine, die sich keine entwürdigenden Beziehungen zu Berliner Droschkengäulen nachsagen lassen wollen, wacker verteidigt. Und ihr Feldzug hat Erfolg pin (cXfürf oas irt ’-oeiun nuur uuuyi. uu-igcfui,^ it*, gehabt. Die wirkliche „echte Gothaer" glänzt hell und 2k hmi den Bühnenleitern der Provinz erworben. \ zweifellos in der Geschichte der deutschen Wurstelei. Die W eicht wirklich alles von hier aus feine Streife. Auch I Mär vou den Mähren bleibt nicht an Gotha hängen, xre Wm geM «Vs# _________—' flt Tchmitdt-tseiiir echillersirch II arbeitet :) gegen 2,65 U H kgelch uni M Ür die M. Ämck Lr» W Hat Siehrn. lagatbtütt IQ n Midi. ÜJlmttitoüffetfabiil t Psirbtliutzt n gejuckt. M Wrterrtpt- 28. iWW on und veWtW M EchmiedkliMr Lecker, Wen-Brauerei. SchulMG iür rii irjt lüsetMer.___ ffe SW” Halb starb, und der zweite einen Rippenbruch erlitt; der dritte kam mit leichten Verletzungen davon. Vermischtes. »Selbst bezichtigtund doch frei gesprochen. Am Nachmittag des 16. Mvember v. I. war das- Wert- heimsche Warenhaus in Berlin der Schauplatz einer erregten Szene. Tie Frau des Dachdeckermeisters Kirstein aus Teltow war dorthin gekommen, um Einkäufe zu machen. Die hatte solche bereits in anderen Geschäften im Laufe des Vormittags besorgt und betrat nun mit der gefüllten .Handtasche das genannte Warenhaus. Frau K. begab sich zu einem in der Nähe des Einganges befindlichen Ladentisch und nahm, was ja allerdings etwas auffallend war, aber mit ihren kleinstädtischen Verhältnissen entschuldigt werden kann, aus einem Kasten ein Stück Seide, worauf sie einige Schritte weiter in den Laden hineinging, um die Seide in besserer Beleuchtung zu betrachten und eventuell davon zu kaufen. Dieses Benehmen erregte Verdacht. Frau K. wurde in bekannter Weise unzweideutig aufgefordert, in das Privatkontor zu folgen, worauf sie vor «schreck das Stück Seide zu Boden fallen ließ.; Was dann zunächst weiter geschah, hat sich leider nicht mehr genau ermitteln lassen. Frau K. will erklärt haben, daß sie bereit und fähig sei, die Seide sofort zu bezahlen, eine Aussage, die vor Gericht nicht widerlegt werben konnte. Trotzdem wurde sie der Revierpolizei übergeben, nach dem Polizeigewahrsam geführt und dort bis zum anderen Tage festgehalten. Bei der Polizei geschah nun etwas recht Sonderbares. In der Absicht, so schnell wie möglich aus dem Gefängnis herauszukommen, erklärte nämlich Frau K., „sie habe den Diebstahl mit voller Ueberlegung ausgeführt". Nach dem nunmehr vorliegenden Erkenntnis des Königlichen Schöffengerichts I in Berlin „legt das Gericht dieser Erklärung keinen Wert bei, die die äußerst aufgeregte und geängstigte Frau nach einer im Gefängnis verbrachten Nacht abgegeben hat". Auch lasse der Wortlaut „mit voller Ueberlegung" deutlich erkennen, „daß die Erklärung von dem Beamten abgefaßt und ihr vorgelesen ist". Die Angeklagte ist eine unbestrafte Frau, die einen durchaus günstigen Eindruck gemacht hat. Sie ist nach alledem von der Anklage des Diebstahls kostenlos fieigesprochen worden. * Der beleidigte Sänger. Welche seltsamen Situationen der fliegende Gerichts st and der Presse schafft, zeigte wiederum eine Verhandlung vordem Berliner Schöffengericht. Der königlich bayrische Kammersänger Brucks fühlte sich durch den Theaterkritiker der Elberfelder „Neuesten Nachrichten" verletzt; er wohnt auf seinem Schlosse in Tegernsee, der Beklagte in Elberfeld, Sie Klage ist aber bei dem Berliner Gericht erhoben, weil die „Neuesten Nachrichten" auch in zwölf Exemplaren nach Berlin gelangen? Kammersänger Brucks sang am 24. Oktober v. I. bei einem Gastspiel-Zyklus im Elberfelder Stadt-Tbeater den „Trompeter von S ä ck i n - g e n". Tags darauf erschien in den „Elb. N. N." eine Besprechung des Kritikers Dorp, in der dieser seinen Unwillen darüber ausdrückte, daß!Brucks angeblich in>einem' Zustande auf der Bühne erschienen sei, der auf reichlich genossenen Wein hindeutete. Ter Sänger fühlte sich durch diese in viele andere Blätter übergegangene Behauptung beleidigt und strengte die Privatklage an. Nach kurzer Verhandlung kamen die Vertreter der Parteien dahin überein, bei ihren Auftraggebern einen Vergleich auf fol-' gender Grundlage anzubahnen: „Ter Angeklagte erklärt: auf Grund der stattgehabten Beweisaufnahme halte ich mich für überzeugt, daß der Privatkläger bei der Aufführung des „Trompeter von Säckingen" im Elberfelder Stadt-Theater am 24. Oktober 1899 von einer heftigen stimmlichen Erkrankung befallen war. Dem gegenüber hebe ich jedoch hervor, daß ich bei der Abfassung meiner Kritik vom 25. Oktober v. I. nach dem äußeren Eindruck mich zu den gewählten Ausdrücken berechtigt halten durfte. Eine Beleidigung des Privatklägers hat mir fern gelegen". »Abstürze in den Bergen. Einer der gesuchtesten Dresdener Frauenärzte, Dr. med. Brosin, ist am Sonntag in der Schweiz abgestürzt und an den Verletzungen gestorben. — Bei Kufstein stürzte vorgestern von einem Felsen der Kienbergklamm ein 8 jähriger Schulknabe beim Maiglöckchensuchen ab, wobei ihm die Hirnschale gespalten wurde. » Madrid, 31. Mai. Man ist hier bestürzt durch das Verschwinden des Bankiers Molina mit eineinviertel Million Pesetas. Unzählige kleine Leute sind durch seine Betrügereien ins Elend gestürzt. Ktteratur. „Der Zar und die Zarin in der Pariser Akademie", eine Holzschnitt-Illustration nach dem Gemälde von Andre Brouillet, das die Begrüßung des russischen Herrscherpaares durch die vierzig „Unsterblichen" am 9. Oktober 1896 darstellt, veröffentlicht die 20. Nummer der „M o d e r n e n K u n st" (Verlag von Rich. Bong, Berlin. Preis eines Heftes 60 Pfg.). Eine große Menge inter- essanter Einzelporträts ist auf dem Blatte vereinigt. Auch wegen seines sonstigen Inhalts verdient diese Nummer der' bekannten Zeitschrift Beachtung. Eine Fülle Illustrationen schmücken dieselbe, von denen der „Studiensaal des Berliner Kupferstich-Kabinetts" von Ewald Thiel besonders' hervorgehoben sei. Tie „Einweihung des Münchener' Künstlerhauses" wird in Abbildungen, Gruppen-, Einzelbildern und Innenansichten veranschaulicht. Der Zickzack- Bogen bringt ün Wort und Bild den Festzug vom bayerischen Georgi-Ritter-Feste, das Denkmal des Kammersängers Eilers, des Begründers der Schlaraffia, die reizende Prima-Ballerina der Berliner Bühne, Frl. Dell' Era, die Kunstschützin Lady Smith, zwei kynologisch bemerkenswerte deutsche Schnürenpudel, den Nachweis einer Wechsclfälsch- ung nach einem neuen photographischen Verfahren usw. Max Grube, der bekannte Schauspieler und Oberregisseur am Berliner Schauspielhaus, erzählt mit ergötzlichem Hus mor „von einer Nachtbekanntschaft", Dora Duncker schildert das Leben und Streben der Berliner Sangesmeisterin Frauj Selma Nicklas-Kempner. Oerichtssaal. Hagen i. W., 30. Mai. Oberlandesgerichtsrat und Reichstagsabg. R o e r e n wird nicht müde in dem Kampf um die „Hebung der Sittlich)keit". Vor der hiesigen Strafkammer kam am Samstag eine an die Lex Heinze erinnernde Sache zur Verhandlung. Wegen Verbreitung „unzüchtiger" Bilder hatten sich die Buchdruckereibesitzer Frielinghaus und Möbius zu verantworten. Diese hatten von einer Koburger Firma Ansichtspostkarten bezogen und »sie nach! auswärts angeboten und verschickt. Auf den Karten befanden sich die Bilder „Sklavenmarkt im Orient" und Jupiter und Antiop e". .Em Kölner Wirt zeigte die Karten mehreren Juristen, die erklärten, daß es sich um die Reproduktion bekannter Kunstwerke handele. Auch dem Reichstagsabgeordneterv Roer en wurden die Karten vorgelegt. Dieser veranlaßte die Strafverfolgung, weshalb die Sache zur Verhandlung kam. Es wurde festgestellt, daß der Koburger Firma der Verkauf der Karten unbeanstandet gestattet ist und daß die Kartenbilder thatsächlich bekannten Kun st- werken nachgebildet sind. Das Gericht erkannte daraufhin auf Freisprechung. Kirchliche Nachrichten. SvangelifLe Gemeinde. 1. Pfirrgfifeiertag, den 3. Juni. Gottesdienst. In der Stadtittrche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormiltags 9*/a Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Die Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Markusgemeinde wird zu einer kurzen Besprechung nach dem Hauptgottesdienst in die Sakristei gebeten. Die Christenlehre für die Neukonfirmierten der MarkuSgemeinde findet nicht am 10. Juni, sondern erst am 17. Juni, 1. Sonntag nach Trinitatis, statt. In der JohanneSkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: KindergotteSdienst für die JohanneS» gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Nach den Gottesdiensten in beiden Kirchen «ollekte für die hessische Lutherstiftung. S. Pfingstfeiertag, den 4. Juni. In der Stabtkirche. Vormittags 9Vi Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus» und Markusgemeinde. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Vormittags 11V4 Ubr: Kinderkirche für die MatthäuSgemeind«. Pfarrer Schlosser. In der JohanneSkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 9«/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heil. Abendmahl für die LukaS- und die Jo» hanneSgemeinde im Hauptgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Die nächste Christenlehre der Reukonfirmierten der LnkaSgemeinde findet erst Sonntag den 17. Juni im Krüh. gotteSdienst statt. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß der kirch. lichen Trauung auch ein kirchliches Aufgebots vorherzugehen hat, und wird dringend gebeten, es rechtzeitig — spätestens eine Woche vor der Trauung — bei dem zuständigen Pfarrer zu bestellen. Katholische Gemeinde. Sonntag den 3. Juni. Pfingstsonntag. Vormittags von 6«/a Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil- Meße; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe. Militärgottesdienst mit Predigt. „ um 9i/a Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2>/, Uhr: Festandacht mit Segen. „ um 4Va Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Montag den 4. Juni. Pfingstmontag. Vormittags von 6V2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte , um 7 Uhr: Die erste heil. Meße; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um v Uhr: Die zweite heil. Meffe; Militärgottesdienst. „ um 91/a Uhr: Hochamt. Nachmittags um 2>, Uhr: Andacht. tor.il SdMrtmarke. FlCISCh - ££xtP3Ct aus bestem Ochsentleisch mit löslichem nährendem _ Fleisch-Eiweiss übertrifft trotz billigeren Preises V ' alleLiebig’schenExtracte an Nährkraft und Wohlgeschmack und ist in allen besseren Drogen-, Den- catessen- u. Colonialwaaren-Handlungen zu haben. Gottndirnst in btt ggnegay. Sonntag den 3. und Montag den 4. Juni 1900: Wochenfest. 1. Tag. Vorabend 910 Uhr, morgens 8»° Uhr Kon» firmationsseier, nachmittags 4 Uhr. S. Tag. Vorabend 9 Uhr, morgens 8»« Uhr, nach mittags 4 Uhr, FestesauSgang 9*6 Ubr. Gotkik-unst drr irrrrlttischen ArligirmsgrstWtzsft. Sonntag den 3. und Montag den 4. Juni 1900: Wochenfest. 1. Tag. Vorabend 9’® Uhr, vormittag 8 Uhr Predigt, nachmittag 4 Uhr. 2. Tag. Vorabend 915 Uhr, vormittag 8 Uhr, nachmittag 4 Uhr, FesteSausgang 9’5 Uhr. Wochengottesdienst morgens 6®° Uhr, abends 790 Uhr. Wenn auch der Spruch „Das Kleid macht den Mann", heute nicht mehr seine Richtigkeit hat, so ist doch die Aenderung desselbeit, „das äußere Ansehen macht den Menschen", in den meisten Fallen richtig, und daher erklärt es sich, daß man mehr als früher Wert auf die äußere Erscheinung legt. Zu einer guten äußeren Erscheinung aber gehört ein guter Teint; die Pflege eines solchen wird daher fitzt allgemein angestrebt, und eS empfiehlt sich, zu diesem Zweck im Haushalte euie Fettsalbe vorrätig zu halten. Die meisten früher zu diesem Zweck verwandten Mittel sind überholt durch das Lanolin, welches ferne Wirksamkeit dem Umstande verdankt, daß es mit dem in der Haut enthaltenen Fett identisch ist. 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