M sncreme. btaud) von Solu che Mch 3241 f 18. >se. ätze Mse. gert. Zweites Blatt Donnerstag den 3 Mai Nr. 102 1900 Meßmer Anzeiger Heneral-'Unzeiger ^rschetvl täglich Bitt Ausnahme deS Montags. Die Gießener AO»irre«vtLtter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter sür heff. Volkskunde- wöchtl. 4 mal beigelegt. ZZezugspreis viertelsährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Psg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 66 Psg. Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld. Alle Lnzeigen-BermittlungSstelleu de» In- und AuSlandeA nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgend« Lag erfcheinmden Nummer bis norm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten- abends vorher. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gieren. Rrteftimi, Expedition und Druckerei: Schnlstraße Ar. 7. Gratisbeilagen: Gießener Famitienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Ml. Gießen, den 1. Mai 1900. Betr.: Ableistung des Huldigung^ und BerfafsungseideS. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen en die Großh. Bürgermeistereien deS Kreises, mit Ausnahme derjenigen der Amtsgerichts« bezirke Grünberg nud Homberg. Die Ableistung des HuldigungS- und BerfafsungseideS der in Ihren Gemeinden neu aufgenommenen Ortsbürger, sowie derjenigen Großherzoglich Hessischen Unterlhanen, welche sich, ohne OrtSbürger zu werden, verheiratet haben, soll wie nachstehend angegeben, stattfinden: 1. Der OrtS- und Staatsbürger aus den in den Amts- gettchtsbezirken Lich und Butzbach gelegenen Gemeinden des Kreises Gießen Mittwoch, den LS. Mai d. I., nachmittags 2% Uhr, in dem Rathause zu Lich; 2. der Orts- und Staatsbürger aus den in den Amts» gerichtsbezirken Hangen, Laubach und Ridda gelegenen Gemeinden deS Kreises Gießen Freitag, den LS. Mai d. I., nachmittags 3 Uhr, in dem Rathause zu Hungen; 3. der Orts- und Staatsbürger aus den in dem Amts- gerichtsbezirk Gießeu gelegenen Gemeinden Dienstag, den LS. Mai d. I., vormittags 11 Uhr, in dem Regierungsgebäude (auf dem Brand) zu Gießen. Wir beauftragen Sie hierdurch, die betreffenden Personen zu den Terminen vorzuladen und, wie geschehen, unter Angabe der Namen der Vorgeladenen anzuzeigen oder zu bettchten, daß niemand vorzuladen war. Halten sich derartige Personen auswärts auf, so wollen Sie deren Aufenthaltsort angeben. v. Bechtold.___________________ Gießen, den 1. Mai 1900. Betr.: Statistische Nachweisungen über das VolkS- schulwesen. Die Großh. Kreisschulkommisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises nnd die Vorsteher von Privatschnlen. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 1. April l. I. (Gießener Anzeiger Nr. 79) noch nicht entsprochen haben, werden an deren umgehende Erledigung erinnert. v. Bechtold. Gießen, 1. Mai 1900, Betreffend: Den Eingabestempel. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an Großh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Zur Beseitigung entstandener Zweifel bemerken wir, daß nach Art. 35 Abs. 1 des Stempelgesetzes von allen Eingaben, durch welche die Ausstellung einer stempelpflichtigen Urkunde begehrt wird, ein Eingabestempel nur dann zu erheben ist, wenn dem Gesuch um Ausstellung der erbetenen Urkunde nicht entsprochen wird. Der Stempel wird in diesem Falle zur abschlägigen Verfügung verwendet, und der Betrag von dem Gesuchsteller erhoben. Hiernach ist z. B. für Gesuche um Erteilung von Wirtschaftskonzessionen und von Konzessionen für Anlagen im Sinne, des § 16 der Gewerbeordnung ein Eingabestempel nicht mehr erforderlich. v. Bechtold. Gießen, den 30. April 1900. Betr.: Die Vertilgung der Blutlaus. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien bezw. OrtS- Polizeibeamten des KreiseS. Nach dem in obiger Angelegenheit erlassenen Reglement vom 3. Februar 1888 — KreiSblatt Nr. 32 — hat im Laus deS Monats Mai durch die zu bestellende Kom- Mission eine Untersuchung der Aepselbäume aus das Bor- hnndensein der Blutlaus stattzusinden. Wir beauftragen Sie, diese Untersuchung vornehmen zu lasten und über das Resultat bis Ende Mai zu berichten. In die Kommission sind möglichst dieselben Männer zu wählen wie in früheren Jahren, da bei denselben eine bessere Erfahrung im Auffinden der Blutlaus vorausgesetzt werden darf. Besondere Aufmerksamkeit muß bei der Besichtigung denjenigen Bäumen geschenkt werden, an welchen in den letzten Jahren die Blutlaus gefunden wurde. In den Berichten ist anzugeben, ob sie sich hier wieder gezeigt hat. Wird das Insekt gefunden, so ist mit der Reinigung der Bäume nach den Vorschriften des Reglements alsbald vorzugehen. Wegen der besten Art der Vertilgung verweisen wir aus unser Ausschreiben vom 9. Juli 1887 — KreiSblatt Nr. 160 —. v. Bechtold. Gießen, den 30. April 1900. Betr.: Vertilgung der der Forst- und Landwirtschaft schädlichen Vögel. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen en die Großh. Bürgermeistereien des KreiseS. In vielen Gemeinden des KreiseS hat während des Winters ein Abschuß der Raben und rabenartigen Vögel stattgefunden. Den Abschuß wollen Sie von jetzt ab ein- stellen und da, wo es nötig ist, das Ausheben der Nester durch geeignete Männer und zwar im Wald im Beisein der Forstwarte, im Feld der Feldschützen besorgen lasten. Sollten in einigen Gemarkungen diese Maßnahmen zur Verminderung dieser Böget nicht genügen, so ist uns bald Bericht zu erstatten. ___________________v. Bechtold.___________________ Bekanntmachung. Die Grundbesitzer, welche ihren Grundbesitz entweder ganz oder teilweise nicht selbst bewirtschaften, werden hierdurch aufgefordert, bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemeinde, in deren Gemarkung die Grundstücke liegen, biS zum 1. Juni l. I. schriftlich oder mündlich zu Protokoll den Anttag zu stellen, daß der auf die Steuerkapitalien ihrer Grundstücke oder einzelner derselben entfallende Beitrag zur Berufsgenossenschaft von einem anderen, als Betriebsunternehmer zur Zahlung Verpflichteten, erhoben werden. Die Anträge müssen auch die nötigen Angaben über die Pachterträgnisse der einzelnen Lose enthalten. Sodann wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach § 10 der Verordnung vom 11. Juni 1888 von nach- verzeichneten Objekten ein Beittag zur Berufsgenoffenschaft nicht erhoben wird: l. jüon Grundstücken, welche zu einem land- oder forstwirtschaftlichen Betriebe überhaupt nicht gehören; 2. von allen Gebäuden nebst zugehörigen Hofräumen, Haus- und Ziergärten; 3. von Grundstücken von Betrieben, deren Sitz außerhalb des Landes gelegen ist; 4. von steuerpflichtigen Grundstücken, deren land- und forstwirtschaftliche Benutzung dauernd eingestellt ist, sei es, daß jede Nutzung aufgehört hat, sei es, daß an Stelle der land- oder forstwirtschaftlichen eine gewerbliche Benutzung getreten ist (z. B. Verwandlung eines Ackers in einen Steinbruch). Diejenigen Grundbesitzer, welche derartige Befreiungsgründe, die sich der amtlichen Kenntnis entziehen, geltend machen können, werden aufgefordert, die Befreiung bei der Bürgermeisterei derjenigen Gemarkung, in welcher das Grundstück gelegen ist, bis zum 1. Juui l. I. zu beantragen. Gießen, den 1. Mai 1900. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, den 1. Mai 1900. Betr.: Die land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen. DaS Großherzogliche Kreisamt Gießen MM Me Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie alsbald auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis bringen laffen. Unter Bezugnahme auf § 5 und 10 der Verordnung vom 11. Juli 1888, die Unfall- und Krankenversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen betreffend, und unsere Ausschreiben vom 10. und 18. Mai, sowie vom 17. Juni 1889 (Anzeigeblstt Nr. 112, 119 und 167, drittes Blatt) machen wir Sie noch darauf aufmerksam, daß die Grundbesitzer, welche ihren Grundbesitz nicht selbst bewirtschaften, bei der Anmeldung das Rechtsverhältnis (z. B. Pacht rc.) und die Pachterträgniffe der einzelnen Lose anzugeben haben. Ueber die gestellten Anträge haben Sie ein Register nach der Zeitfolge der Anträge in vorschriftsmäßiger Form (ct. Formular A. zu der Verordnung vom 11. Juli 1888, S. 93 des Regierungsblattes) zu führen und dies Register spätestens bis zum 15. Juni l. I. unter Anschluß der gestellten Anträge und der dazu gehörigen Nachweise au uuS einzusenden. Innerhalb gleicher Frist find die Anmeldungen eingetretener Befreiungsgründe von der Beitragspflicht (of. § 10 der allgem. Verordnung) mit dem von Ihnen zu führenden Antragsregister «us mitzuteilen. Die Anträge sind von Ihnen zu prüfen und nach Befund als richtig zu bescheinigen. Sodann weisen wir Sie unter Bezugnahme auf § 14 und 15 der genannten Verordnung hierdurch an: 1. Verzeichnisse der in den Gemeinden etwa vorhandenen landwirtschaftlichen Rebeubetriebe (z. B. von Fuhrwerks-, Drescherei-, Brennerei-, Molkerei-, Steinbruchs-, Sandgruben-, Lehmgruben-, Torfstich-, Ziegelei-, Kalköfen-, Kellerei-Betrieben rc.), soweit diese Betriebe nicht bereits nach dem gewerblichen Unfallversicherungsgesetz vom 6. Juli 1884 versichert sind, 2. Verzeichnisse der außerhalb des Großherzoy« tumS gelegeue« Grundstücke, welche zu einem landwirtschaftlichen Betriebe im Großher- zogtum gehören, mit Angabe dieser Grundstücke nach der Katasterbezeichnung der Größe und deS Eigentümers, an den Vorstand der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenoffenschaft, Herrn Regierungsrat Rach in Darmstadt, bis Ende Juni l. I. einzusenden. ___________________v. Bechtold.__ Gießen, den 30. April 1900. Betr.: Vertilgung der der Forst- und Landwirtschaft schädlichen Vögel. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die Großh. Bürgermeistereien deS KreiseS. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Auflage vom 21. November v. I. noch nicht entsprochen haben, werden wiederholt mit Frist von 8 Tagen an deren Erledigung erinnert. _____________________v. Bechtold.____________________ Polizeiverordrmng, betreffend Verhütung von Waldbränden. Mit Rücksicht auf die große Zahl von Waldbränden, welche infolge der zurzeit bestehenden außerordentlichen Trockenheit entstanden sind, bestimmen wir auf Grund deS Art. 79 der Kreis- und Provinzialordnung das folgende: 1. Bis auf weiteres ist das Rauchen von Zigarren, Zigaretten und ungedeckelten Tabakspfeifen in Waldungen und auf Haiden außerhalb der chaussierten OrtsverbindungS- wege verboten. 2. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 90 Mark bestraft. Gießen, den 1. Mai 1900. Großherzogliches KreiSamt Gießen. ___________________v. Bechtold._____________________ Bekanntmachung, betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Staufenberg. In der Zeit vom SamStag, 5. Mai bis einschließlich Freitag, 18. Mai l. I. liegen auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Staufenberg folgende Berzeichniffe zur Einsicht der Beteiligten offen: 1. Das topogr. Güterverzeichnis des FeldbereimgungS- bezirks, in welchem die Ordnung der Rechtsverhältnisse mit Ausnahme dec Verpfändungen zur Darstellung gebracht ist. (Art. 25 des Feldber.-Ges.) 2. DaS Verzeichnis derjenigen Grundstücke, welche infolge der Feldbereinigung an Stelle der verpfändeten Grundstücke getreten find. Einwendungen sind binnen der angegebenen Offen* legungsfrist schriftlich oder zu Protokoll bei der Großh. Bürgermeisterei Staufenberg anzubringen. Friedberg, 28. April 1900. Der Großherzogliche BereinigungSkomnnffär. Süffert, Regierungsrat. Die Berliner Morrarcherrbegegnung und die Lage am Balkan. Aus Wien wird uns von besonderer Seite gei schrieben: Bekanntlich giebt es in allen Ländern und unter allen Himmelsbreiten Menschen, welche die naheliegenden, sozuq sagen natürlichen Ursachen gewisser Zeitgeschehnisse für nicht diskutierbar betrachten. Dieser Kategorie von Leute:, läßt eine überreiche Phantasie die reale Bedeutung, welche den Ereignissen zukommt, als zu prosaisch, zu trocken erscheinen — man nmß ihnen immer Unwahrscheinliches bieten, damit sie das Thatsächliche besser goutieren können. Die Reise des Kaisers Franz Josef nach Berlin ist,' wiederholt jjn den offiziösen Organen der österreichischungarischen Regierung auf die natürlichste Art von der Welt erklärt worden. Der deutsche Kaiser hat in den letzten Jahren aus verschiedenen Anlässen zwei Besuche dem Ober- Haupte der Donau-Monarchie abgestattet, und es wäre ganz natürlich, daß diese Besuche erwidert werden. Nun bietet sich noch ein besonderer Anlaß, um die Gegenvisite gerade jetzt sehr plausibel erscheinen zu lassen, nämlich die Großjährigkeitsfeier des deutschen Kronprinzen — ein Ereignis, dem doch wohl neben der dynastischen auch eine staat- liiche Bedeutung beigemessen werden darf. Wie in maßgebenden Kreisen der hiesigen Diplomatie versichert wird, hat nun der greise Monarch, dessen feines Taktgefühl wohlbekannt ist, in spontaner Weise seine Absicht, an der Berliner Feier persönlich teilzunehmen, dem Kaiser Wilhelm, gegenüber Ausdruck gegeben. Mit den Vorgängen am! Wiener Hofe und innerhalb der gemeinsamen Regierung, vertraute Persönlichkeiten reduzieren die Bedeutung des! Kaiserbesuchs auf diesen einen Umstand und erklären nachdrücklich, daß aktuelle politische Fragen dem Besuche fern lägen. Aber diese Aufklärung genügt und behagt der erwähnten Menschengattung nicht, und ein bekanntes Blatt in Berlin brachte die Berliner Monarchenbegegnung mit der Lage am Balkan im direkten Zusammenhang, wobei angedeutet wurde, daß „der Balkan verspielt worden sei". In der Regel kann man nur etwas „verspielen" oder verlieren, was man überhaupt besessen hat. Oesterreich- Ungarn wurde seitens des Petersburger Kabinetts zu wiederholten Malen, ganz besonders in den Jahren 1831,. 1853 und 1879, die Teilung der Einflußsphären auf der! Balkan-Halbinsel angeboten. Tas Angebot wurde aber stets zurückgewiesen, und der verstorbene Graf Andrassy gab dem damaligen Spezialgesandten des Kaisers Alexander II., dem Grafen Jgnatieff, eine weitläufige Aufklärung über -.diese Haltung des Wiener Hofes. Tie Politik dieses- bedeutenden ungarischen Staatsmannes resümierte sich iw den folgenden wenigen Worten: >„Wir suchen keine politischen Eroberungen im Osten Europas, wir wünschen die Balkanstaaten unabhängig und.selbständig zu sehen; aber andererseits müssen wir wünschen und fordern, daß auch Rußland diese Unabhängigkeit und Selbständigkeit respektiere; für uns ist daher die Teilung des Balkans in russische und österreichische Einflußsphären nicht annehmbar." Ter nach Andrassy auf den Ministerposten gelangte Davon Heymerle wurde zu schnell vom Tode ereilt, um in. der großen Politik eine Spur zurückzulassen. Sein Nachfolger, Graf Kalnoky, erklärte wiederholt in den Delegationen, daß Oesterreich-Ungarn am Balkan für sich in politischer Beziehung nitchs anstrebe und brachte bekanntlich die Beziehungen der Monarchie zu Rußland — als dessen Einmischung in Bulgarien zur Abdikation des Fürsten Alexander von Battenberg führte — in eine bedeutende Spannung. Erst unter Goluchowsky hat dieselbe nachge^ lassen und der wohlbekannten „Entente" vom April 1897 Platz gemacht. Es ist jedermann bekannt, daß das Einvernehmen dieser Mächte auf der Grundlage des „Status quo" am Balkan aufgerichtet ist. Allerdings hat die russische Diplomatie in der letzten Zeit sich lebhafter in Sofia und Cettinje vernehmen lassen, .alA maw es in hon dem Friedensgedanken huldigenden Kreisen für angemessen halten dürfte. Andererseits zeichnete sich die Moskovitische Diplomatie iw Belgrad nicht gerade dur cheine absolut tadellose Korrektheit aus. Allein nach der Anschauung, die in hiesigen, unterrichteten Kreisen gehegt wird, ist die „Entente" durch diese Vorgänge und Erscheinungen in ihrem Lebensnerv nicht berührt worden. Formell stehen Oesterreich-Ungarn und Rußland auf dem von Murawiew und Goluchowsky! vereinbarten Arrangement, und es giebt, nach der An-; schauung eben jener unterrichteter Wiener Kreise, für beide Kabinette keine Balkanfrage. Dieser Standpunkt des Wiener Kabinetts schließt die von gewissen Organen der öffentlichen Meinung gemachte Supposition, daß Balkan- den Kaiser Franz Josef nach Berlin führten, aus, ^tmal das Petersburger Kabinett erst in jüngster Zeit gekommen hat, beruhigende Erklärungen über die Mi^wn seiner Agenten in Montenegro und in Bulgarien abzugeben, eine Mission, die nur auf Wunsch der betreffenden Herrscher erfolgt ist, und an der Rußland selbst kein! Jnlerene gehabt hätte. $ f muß übrigens bemerkt werden, daß über das Schick- J—, Balkanvölker außerhalb des Balkans am Beginn ™ . - ZArhunderts nicht mehr entschieden werden kann. Speziell Rumänien und Serbien sind doch zu bedeutsame Faktoren geworden, sobald es sich um das Geschick dieser Königreiche handelt. Serbien hat ganz besonders in dem Yrcten- ö^i Jahren das Werk der Regenerierung und der allseitigen Konsolidierung soweit gebracht, daß es mit Vertrauen die Gestaltung seines Schicksals in die eiqene Hand nehmen kann. Eine sehr respektable, vortrefflich ausae- rilpete Heeresmacht schützt diesen Staat in militärischer Beziehung, wahrend das Kabinett Gjorgevitsch den staatlichen Organismus gefestigt und mit einer intensiven Lebenskraft ausgestattet hat. lieber dieses Serbien nach eiae- inem Gutdünken zu verfügen, daran kann wohl auch Rußland nicht mehr denken, und schon aus diesem Grunde er scheinen die Kombinationen, die aus Anlaß der bevorstehenden Reise des Kaisers Franz Josef nach Berlin ge- tznacht werden, als ganz hinfällig. Deutscher Reichstag. 183. Sitzung vom 1. Mai. 1 Uhr. Der Reichstag beschäftigte sich heute mit Wahlprüfungen. Tie Wahl des Abg. Doenhoff-Frie- dr ich stein (kons.) wird beanstandet. Tie Wahl der Abgg. Werner (nl.), E r n st (freis. Ver.), K r a e m e r (nl.) werden für giltig erklärt. Die Wahl des Abg. v. Loe- b e I I (kons.) soll nach Kommissionsbeschluß für ungiltig erklärt werden. Ein konservativer Antrag will die Beschlußfassung über die Wahl zum Zweck weiterer Beweiserhebungen ausgesetzt wissen. Abg. Auer (Soz.) widerspricht diesem Antrag und unterzieht die betreffenden Wahlvorgänge einer scharfen Kritik. Abg. Dr. Arendt (Reichsp.) tritt Auers Ausführungen entgegen. Abg. Schwjarze-Lippstadt (Zentr.) ist der Ueber- zeugung, daß durch die Ausweisungen die bestehenden Vorschriften über die Oeffentlichkeit des Wahlaktes gröblich verletzt sind und damit die Notwendigkeit der Kassierung, der Wahlen jn den 11 Bezirken gegeben, womit die ganze Wahl hinfällig werde. Dem Abg. p. B r o ck h a u s e n, gegenüber, der für seinen Antrag noch geltend zu machen sucht, daß der Begriff der Oeffentlichkeit von der Kommissionsmehrheit verkannt tvörden sei, empfehlen die Abgg. Fischer-Berlin (Soz.) und Auer abermals den Kommissionsbeschluß. Die Wahl des Abg. v. Soeben wird darauf gegen die Stimmen der beiden konservativen Parteien, der Anti-, semiten und der Nationalliberalen für u n g i l t i g erklärt. Die Wahl der Abgg. Graßmann (nl.) und v. O h l e n- husen (fraktionslos) werden beanstandet, die der Abgg. v. Kardorff (Rp.), Graf Bismarck-Bohlen (kons.) und v. B o n i n (kons.) für giltig erklärt. Abg. Sachse- Waldenburg (Soz.) legt sein Mandat nieder, dessen Wahl soll für ungiltig erklärt werden. Die Wahl des Abg. Stöcker wird für giltig erklärt, die der Abgg. Baron de Schmid (Els.), Fürst zu Inn- und Knyphausen und Hbinel (Volksp.) werden beanstandet. Die Wahl der Abgg. Graf M a g n i e s (Zentr.), Dr. Hasse (nl.) und Tier tri ch (kons.) werden für giltig erklärt. — Antrag auf Beweiserhebung stellt die Kommission bezüglich der Wahl des Abg. Will (Stolp-Lauenburg). Abg. G a m p hat gegen den Kommissionsantrag nichts« einzuwenden. Abg. Pach nicke (fr. Vg.) tritt für den Kommissionsbeschluß ein. Die Wahlbeeinflussungen in diesem Wahlkreise seien unerhört gewesen, die Wahlkreisgeometrie grenze ans Fabelhafte und die kunstreiche Faltung der Wahlzettel habe wahre Triumphe gefeiert. Die gewaltsame Entreißung mißliebiger Stimmzettel sei an der Tagesordnung gewesen. Abg. Kopsch pflichtet den Ausführungen des Abg. Pachnike bei und führt weitere Einzelheiten der konser-- vativen Wahlbeeinflussung an. In dieser Gegend thue ein Verein zum Schutze des geheimen Wahlrechts bitter not. Abg. Spahn tritt ebenfalls^ dem Abg. Gamp entgegen. Abg. Auer legt gegen die von dem Abg. Gamp ausgesprochene Behauptung der Käuflichkeit der Sozialdemokraten als eine Verleumdung Protest ein. Vizepräsident v. Fr ege: Der Ausdruck Verleumdung ist parlamentarisch unzulässig. Abg. v. Staudy (kons.): Daß in Breslau eine Wahlbestechung stattgefunden hat, ist vom Abg. de Witt im Abgeordnetenhause ausdrücklich erklärt worden. Die Behauptungen der Proteste haben sich in den meisten Fällen als erlogen erwiesen. (Große Unruhe links.) Mit der Behauptung, daß'dieiMnservativen in Wahlbeeinflussungen die Liberalen weit in den Schatten stellen, sollte man doch das Haus verschonen. Abg. Singer (Soz.): Diese Behauptung des Herrn v. Staudy muß komisch wirken, wenn man bedenkt, mit welchen Mitteln der Wahlbeeinflussung unter Nutzbarmachung des ganzen Beamtenapparats die Konservativen arbeiten. In Breslau hat keine Wahlbestechung stattgefunden; diese Behauptung ist eine nichtswürdige Verleumdung. Uebrigens traut man niemanden etwas zu, was man nicht selbst zu thun bereit ist. Abg. d e Witt: Ich bin zwar richtig zitiert worden, in meinen Worten hat aber der Vorwurf der direkten Wahlbestechung nicht gelegen. Abg. Gamp: Es hat mir durchaus ferngelegen, den Sozialdemokraten allgemein einen moralischen Makel vorzuhalten. Der Kommissionsantrag wird angenommen. — Die Wahl des Abg. Harriehausen (B. d. L.)-Einbeck-Nort- heim hat die Wahlprüfungskommission mit 9 gegen 2 Stimmen für ungiltig erklärt, weil ein vom Kreiskriegerverband Einbeck erlassenes, vom Landrat mit unterzeichnetes Schreiben dringend zur Wahl des Gewählten aufgefordert hat und die Kommission hierin fast einstimmig eine mißbräuchliche Einwirkung auf die Wahl erblickt hat, die ähnlich einer behördlichen Einwirkung zu reprobieren ist. Alle Kriegervereine, in denen die Bekanntgabe dieses Erlasses bezeugt ist, sind in Betracht gezogen und die betreffenden Stimmen für ungiltig erklärt worden, wodurch es zweifelhaft wird, ob nicht ohne diese Beeinflussung statt des Sozialdemokraten Fischer der nationalliberale Kandidat in die Stichwahl gelangt wäre. Abg. Bassermann (nl.) spricht sich für die Kassierung aus. Dem Anträge der Kommission entsprechend wird die Wahl des Abg. Harriehausen für ungiltig erklärt. — Die Wahl des Abg. Dr. Zwick hat die Kommission b e anstandet. Dr. Zwick ist mit nur 47 Stimmen Mehrheit gewählt worden. Außerdem soll über die Behauptung Beweis erhoben werden, daß 36 Hospitaliten mitgestimmt haben. Abg. Singer plädiert für den Kommissionsvorschlag. Auch Abg. Spahn verteidigt den Kommissionsvorschlag, der angenommen wird. Schließlich wird auch die B e a n st a n d u n g der Wahl des Abg. v. Stumm beschlossen. ___ Schluß einviertelsechs Uhr. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr. (Erste Beratung der Anträge Müller-Fulda und Bassermann, betreffend Abänderung des Reichsstempelgesetzes und des Zolltarifs (Dcckungsfrage); zweite Lesung der Unfallversicherungsnovellen.) Die Flotteuvorlage in der Budgetkommission des Reichstages» Berlin, 1. Mai 1900. ^0: 2lbg. üller-Fulda (Ztr.) ging ein Unterantra» em, welcher sich als eine spezielle Erweiterung des Ren» lrumsantrages in der Teckungsfrage darstellt Er umfaßt einen Abänderungsvorschlag zu den Bestimmungen des Reichsstempelgesetzes vom 27. Januar 1894, worin die Abgabeerhöhungen für Aktien, Kuxe, Renten u. s. ro enthalten sind. Staatssekretär v. Thielmanu erklärt, die Regierungen sind zu einem nachdrücklichen'Schutz der deutschen Landwirtschaft bei Ausarbeitung eines neuen Zolltarifs entschlossen. Spezielle Erklärungen können naturgemäß erst nach der Vollendung der Vorarbeiten gegeben werden. Abg. Müller (Fulda) vermißt, wenig befriedigt hiermit, eine Erklärung bezüglich der Leutenot; namentlich in Oberschlesien beständen ganz unhaltbare Zustände. Abg. Frese (Freis. Vg.) bedauert die Erklärungen v. Thielmanns; diese Frage hänge nicht mit der Flottenvorlage zusammen. Abg. v. Kardorff (Rp.) hält die Leutenot in Ober- schlesien direkt für bedrohlich. Abg. Gröber (Zentr.) ist von dem Entgegenkommen der Regierungen zwar an sich befriedigt, die Frage der Leutenot müsse aber auch in Betracht gezogen werden. Seine politischen Freunde in Oberschlesien machten ihre Stellung zur Vorlage davon abhängig. Abg. v. Klinckowstroem (kons.) führt aus, die Arbeiterverhältnisse seiner Heimat lägen gleichfalls sehr traurig. Hierauf schildert Abg. Szmula (Zentr.) im Einverständnis mit der Kommission die Verhältnisse in Oberschlesien. Graf Arnim (kons.) findet es unverständlich, wie man diese Frage mit dem Flottengesetz verquicke. Abg. v. Stolberg (kons.) findet den Grund der Leutenot in der Bevorzugung der Industrie. Abg. v. Kardorff (Rp.) warnt, die Diskussion in diesem Sinne weiterzuspinnen. Abg. Bebel (Sozialdem.) beanstandet, daß die Diskussion beschränkt werde. Abg. Hasse (ul.) warnt, die Landwirtschaft auf Kosten der Nationalität zu schützen. Aus Stadt und Sand. (N«ony«»e Giusendunaeu, gleichviel welche« ArrhaHe-, werde« grundsätzlich nicht aufgenomme«.- Gießeu, 2. Mai 1900. «efchicht-kalend-r. (Nachdruck verbot«.) Bor lieJ.hren, am 3. Mai 1784, wurde zu Augsburg Plus Alexander Wolff geboren, als Verfasser des von Weber komponierten Singspiels „Prisiosa" und erster Darsteller deS Goethe'schen Tasso bekannt. Wolff hatte den Weg zur Bühne durch die Hochschule genommen und ging 1803 ans Weimarer Hoftheater. 1816 erhielt er einen Ruf an das Königliche Schauspielhaus zu Berlin. Hier schuf er sein Lukispiel „Der Kammerdiener". Wolff starb am 28. August 1828 zu Weimar. ___________ * * Versetzungen. Postassistent Hartmann von Laubach nach Bad-Nauheim, Postassistent Mei Ski von Schotten nach Laubach. * • Postalisches. Im Verkehr mit den deutschen Schutzgebieten werden vom 1. Mai ab Postanweisungen zu den Gebühren des Inlands befördert, für Postanweis- nugen an Mannschaften Soldaten) in Kiautschou werden auch im inneren Verkehr bis 15 Mk. nur 10 Pfg. erhoben, wenn die Anweisungen den Vermerk „Soldatenbrief" tragen. Eine iVrstnudige Verspätung erlitt am Dienstag Vormittag der Personenzug Gelnhausen—Gießen dadurch, daß im Tunnel zwischen Stockheim und Ranstadt die Kuppelftange der Lokomotive entzwei ging. Die Passagiere flogen infolge des kräftigen Ruckes durcheinander und haben große Angst ausgestanden, zumal die Verkehrsstockung im Tunnel eintrat. Eine Ersatzmaschine brachte den Zug nach Gießen. • • „Gießener Uuiverfitäts Taschenbuch für das Sommer- Semester 1900." Seit einer Reihe von Semestern giebt die Universitäts-Buchhandlung von August Frees ein Taschenbuch heraus, das den Zweck hat, die Studierenden über die wichtigsten Universitätsangelegenheiten kurz und zuverlässig zu unterrichten. Wir finden in dem Büchlein alles für den akademischen Bürger Wissenswerte, u. a. eine Uebersicht der Vorlesungen, ein Verzeichnis sämtlicher Uni-' versitätS-Behörden und Institute sowie aller Lehrkräfte mit Angabe der Wohnungen, Bestimmungen über Stipendien und Honorar-Stundungen, eine Aufzählung der Preisaufgaben, der akademischen Vereinigungen usw.; außerdem ist ein vollständiges Verzeichnis der an der hiesigen Hochschule eingeführten Lehr- und Handbücher beigegeben. Der Herausgeber versendet gratis an jeden Immatrikulierten ein Exemplar. ♦ * Neue Postordnung. Die mit 1. April eingeführte neue Postordnung brachte verschiedene sehr erhebliche Neuerungen, die jedoch noch nicht genügend der Allgemeinheit bekannt sind, weshalb diese Vergünstigungen nicht im vollen Umfange ausgenützt werden. Im Drucksachenversandte können z. B. jetzt 5 Worte auf Visitenkarten ge- schrieben werden. Die Protestwechsel brauchen jetzt nicht mehr sofort bei Vorzeigung, sondern können bis Abendschalterschluß bezahlt werden. Dann wurde die große Erleichterung der „Geschäftspapiere" im deutschen Reiche zugelassen! Was sind Geschäftspapiere? Viele wissen es nicht und wenden Brieftaxe an! Ge- schäftSpapiere sind alle Schriftstücke, Urkunden geschrieben, gedruckt, gezeichnet, welche nicht die Eigenschaft einer eigentlichen oder persönlichen Korrespondenz tragen. Es gehören hieher Rechnungen, Quittungen u. s. w. Alle wichtigen Neuerungen und Bestimmungen überhaupt, mit allen Portotaxen des Orts-, Nahe-, Fern- und WeltpostverkehrS sind von einem Fachmanne in übersichtlichstem Plakat - portotarif klargelegt, und möchten wir jedem, der diese Begünstigungen ausnützen will, nahelegen, sich dieses Prak- # in Jf 9 « fi" 7. , ajtitifflli i-i allste znl ew ° 60i n H ?r an Äfft f» »ii kilichm, -> nrmn M W kjiiltinri^tüngti lt\* Kim « «Einladung Versal gilbet der in 0 ^gehen ju lassen ^Mbttehor dt schch«, M tzchnn Versal Mai in Aussicht Vorsitz des h Bechtold eine landrvirlsch W. in der besprach: nT ihre Nottven sozialer unb Milte HezirkSvereine .Heinrich Wa 'Anerkennung gl LrMcher. - Diskussion. Je schastlichen Lm landwirtscha Sürgnmtifltt I hinter in glujj { «hne Ansehen der n m !drr Arbeiter - April 1900 besi arbeitslos inSges, wf kt Geburt 'M« 15, Kc HrcherMm »em Gewerbe: Norm 1, Fch Kürschner 1, $ unacher L. § 3111, 1 AM W 'April 2K. < aus eigenen! Sontraltbruch bm. Ma M j-tz! über überaus grob «dm direkt vc Kisten- und C »iirfe bei der dergbenkrnal e Wb werden, hinter den Men Stil ei 7« arrangj Nation duftigen Mit ! : ’Mben »in« unb W Irisch bei,' huldigunc '>■» »V Ex zu I !«itC Ach hÄ Mw des b lv. mit alle" von Laubat T^vNrn na: n deutschen ostantveisutigen ir Postanweis. scholl werden M. erhoben, WtnbtitV tu,) li 1900, tll63»1jttnr nbtt Wvlsf a SlnftipWfe leflo Waiwl. ilt fttnommtn chim n dntn r schuf tr ick i. August M listen- und Schriftsteller-Kongreß. — Neben dem Feftzuge dürfte bei der Gutenbergfeier die Huldigung an dem Guten- bergdenkmal einer der glänzendsten Momente des ganzen Festes werden. Nach dem jetzt fertiggestellten Programm soll hinter dem Gutenbergdenkmal ein Arkadenbau im griechischen Stil errichtet werden, der durch Säulenanlagen mit davor arrangierten Blumenparterren in matten Farben Dekoration durch zwei Fontänen abgeschlossen. Von einem mächtigen Mittelstrahl zweigen sich 8 bis 10 Nebenstrahle ab. Am Abend sollen die Springbrunnen, die durch Grottensteine und Pflanzen eine prächtige Ausschmückung erhalten, elektrisch beleuchtet werden. Bei dem „Te Deum* während der Huldigung werden außer den Sängern drei Militärkapellen von je 40 Mann, 15 Zusatzmusikern, sowie ein Trommlerkorps von 60 bis 80 Mann mitwirken. — Das G en eral-Kommando des 18. Armeekorps hat infolge vielfacher Extravaganzen in der Kleidung Veranlassung genommen zu bestimmen, daß die eigenen Bekleidungsstücke der Mannschaften und Unteroffiziere genau im vorschriftsmäßigen Zustand sein müssen. Es ist gleichzeitig von dem General-Kommando besohlen worden, daß diese Extraanzüge in Bezug auf Abmesiung, Schnitt und Herstellungsart einer besonderen Prüfung unterworfen sein sollen. bm. Vom Rhein, 1. Mai. Nach langem Petitionieren der Interessenten wird jetzt endlich der Floß Hafen zwischen Kastel und Kostheim verbreitert, und damit erst seinem eigent- lichen Zwecke nutzbar gemacht. ünitaQ M Ldnrch, M i haben grvft ig im Tunnel Wen. W eommtt' ie* giebt st W c,rl . ®tiiti* iten kH vk bem W tische und billige Hilfsmittel (Preis 25 Pfg.) anzuschaffen. Hier ist er in der Buchhandlung von C. Krebs zu haben. Bad Nauheim, 2. Mai. Die Herzogin von Anhalt ist aus Italien hier eingetroffen und gedenkt sich hier einige $ lt Grüuberg^l. Mai. Auf Einladung des Geh. Regie- rungSratS Haas »Offenbach hatten sich hier Vertreter der landwirtschaftlichen Genossenschaften der Umgegend eingefunden, um über die Errichtung eineß Kornlagerhauses für Grünberg und Umgegend zu beraten. Geh. Regierungsrat Haas hob die Bedeutung der Organisation von KornlagerhauS-Genoffenschaften hervor. Er betonte, daß es in der Absicht liege, im ganzen Lande zehn bis zwölf Lagerhäuser zu errichten, und daß Grünberg als Sitz einer Lagerhaus-Genossenschaft hierbei in Frage käme. Generalsekretär Dr. Neumann-Offenbach erklärte an der Hand einer Zeichnung die Einrichtung eines Lagerhauses mit SiloS. An der weiteren, sehr anregenden Diskussion beteiligten sich u. a. Lehrer Dern-Nieder-Ohmen, Land- wirtschaftSlehrer Dr. v. Peter-Friedberg, Jacob-Wetter- feld, Moll-Grünberg. Ersterer wies, auf statistisches Material gestützt, nach, daß Grünberg, als Mittelpunkt eines früheren bedeutenden Getreidemarktes, sich als Ort der Errichtung eines Lagerhauses vornehmlich eigne. Kaufmann Moll berichtete über die von ihm eingesehenen Lager- Hauseinrichtungen. Die Versammlung war von feiten der landwirtschaftlichen Genossenschaften der Umgegend recht gut besucht; leider war infolge eines Mißverständniffes bei der Einladung versäumt worden, die letztere auch an die Mitglieder der in Grünberg bereits bestehenden Genossenschaft ergehen zu lassen. Geh. RegierungSrat Haas, als Ver- bandsdirektor der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, stellte deshalb die Einberufung einer weiteren, größeren Versammlung für einen Sonntagnachmittag im Mai in Aussicht. (Grünb. Anz.) Langsdorf, 29. April. Heute fand hier unter Vorsitz des Herrn Provinzialdirektors Geheimrats von Bechtold eine sehr zahlreich besuchte Versammlung des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen statt, in der Dr. v. Peter aus Friedberg das Thema besprach: „Die Fachausbildung der jungen Bauernsöhne, ihre Notwendigkeit und deren Wirkung in technischer, sozialer und allgemeiner politischer Beziehung." Hierauf verteilte Geheimrat v. Bechtold die vom landwirtschaftlichen Bezirksvereine den Ackerbauschülern Eduard Pauly, Heinrich Walther und Karl Fay als Andenken und Anerkennung gestifteten, reich ausgestatteten, wertvollen Lehrbücher. — Daran schloß sich eine sehr ausgedehnte Diskussion. Zehn neue Mitglieder traten dem landwirtschaftlichen Verein bei. Die Anregung zur Bildung eines landwirtschaftlichen Kränzchens gab Lehrer Leid ich. Bürgermeister Köhler versprach, letzteres im nächsten Winter in Fluß zu bringen, vorausgesetzt, daß ein jeder ohne Ansehen der Partei ihm seine Unterstützung leihe. XX Neu-Ulrichstein, 1. Mai. Monats-Bericht der Arbeiter-Kolonie pro April 1900. Ende April 1900 befinden sich in der Kolonie stellen-, resp. arbeitslos insgesamt 31 Mann. Dieselben verteilen sich nach der Geburt: Großherzogtum Hessen 7, Königreich Preußen 15, Königreich Bayern 3, Königreich Sachsen 1, Großherzogtum Baden 3, thüringische Staaten 2; nach dem Gewerbe: Anstreicher 2, Abeiter 12, Brauer 1, Former 1, Friseur 2, Gärtner 1, Kaufleute 2, Kellner 1, Kürschner 1, Schlosser 2, Schreiber 2, Schreiner 1, Schuhmacher 3. Seit Bestehen der Kolonie sind ausgenommen 3717, entlassen 3686, mithin Bestand 31. Bestand am 1. April 1900: 52. Zugänge im April 5, Abgänge im April 26. Die Abgänge verteilen sich : in Arbeit nur 1, auf eigenen Wunsch 16, auf Requisition der Behörde 1, Kontraktbruch 6, Trunk 1, Krankheit 1. bm. Mainz, 1. Mai. Zur Gutenbergfeier sind bis jetzt über 400 Vertreter der Presse angemeldet. Die Überaus große Beteiligung findet zum Teil ihren Grund in dem direkt vor dem Gutenbergfeste hier tagenden Jovrna- Vermischtes. * Emil Trachs Wahnvorstellungen. Tas Befinden des bekanntlich schwer erkrankten ehemaligen Hof- 011900. 9 des hie ' enl- 7 A Sw nnleb'9t ‘Mtatt :t|ta in Oü«, ^Wmnte, 7 Frage bei |09en werben. Achten ihr, % aus, bit lelchfalls sehi im (hntieL * in Ober. Endlich, wie icke. n Grund bei Diskussion in daß die U virtschast ' tii ->»E. [ejt j’r W*xv es- LS EÄ irte, u. a. ö sämtlicher l Lehrkräfte- er Stipendir btt uauui uiiuiigiciicii •» (JU.WU . außerdem II , Unterbrechung finden soll. Rechts und links wird diese schanspielers und Regisseurs Emil Trach ist noch immer dasselbe, obwohl er ebenso wie jeder «andere normale Mensch körperlich vollständig gesund ist, gut schläft, sich eines vortrefflichen Appetits erfreut und beständig in gehobener und zufriedener Stimmung dahinlebt. Ter bedauernswerte Künstler ist von der Wahnidee befangen, er sei von Gott abgesandt, der größte Herrscher der Welt. Seine Pfleger hält er für seine Sekretäre und Untergebenen. Trach befindet sich in der badischen Landes-Irrenanstalt Jllenau, ist ruhig und beschäftigt sich den ganzen Tag mit nichts anderem, als der Ausarbeitung der Pläne für die in seinem Wahne projektierten Unternehmungen, hauptsächlich mit Theatergründungen in Indien. Allem Anscheine nach ist wenig Hoffnung vorhanden, daß der Künstler wieder gesunden wird. Frau Marie Trach hat in München einen Modesalon eröffnet. * „Ich kan n n i ch t m e h r." Tie nachstehende hübsche Schilderung einer Gerichtsverhandlung entnehmen wir einem Leipziger Lokalblatt: Ter kleine Mann, der da auf der Anklagebank sitzt, hat gar nicht das Aussehen, als ob er einen Mitmenschen betrüben konnte, und dennoch ist er angeklagt, den Restaurateur W. in Leipzig mit einem „gefährlichen Werkzeug im Sinne des Gesetzes" verletzt zu haben. Das gefährliche Werkzeug war nämlich ein Bierglas. „Ich war Se abber ooch dichtig rachig uf den alben Freiird", meint der Angeklagte in Beziehung auf den Verletzten. — „Was" that er Ihnen denn zu Leide?" fragt der Vorsitzende. — „Egal veralbert hat'r mich." „Wodurch?" — „De Sache war Se nämlich so. Ich hatte nier vor ä baar Wochen ä Hiehnchen gekooft, abber das L. . . . wollte kenne Eier legen; wie ich das am Stammtische erzählen daht, da meente der Resteradeer W., nee'm welchen ich wohnen dhu, ich sollte ä Stickchen Brot mit Gamillendhee befeicht'u un dieses dann den Hiehnchen zu fressen g'eem. Na scheen, das hab 'ch ooch gemacht un richtig, an nächsten Morgen fand ich zehn Eier im Stalle. Naddierlich hab 'ch den Thierchen gleich Widder Gamillen- brot gegee'm un an nächsten Morgen lagen Widder zehn Eier da. So gings drei Tage lang. Wie 'ch abber. an vierten Morgen in 'n Hiehnerstall kam, da lag nee'm den Buttchen ä großer Zettel un dadrauf stand gefchrie'm: „Ich kann nicht mehr!" *— Jetze ging mer erscht ä Licht uff, daß mich die L... . an Stammtische veralbert hatten. Bald d'rauf hat mersch ooch unser Hausmann erzählt, daß d'r W. alle Tage sich von jeden Stammgast hat änn Groschen gee'm lassen un fer das gesammelte Geld hat ’r dann die Eier gekooft, die er mer nach en s in ’n Hiehnerstall brak- dizierte. De merschten waren Se iebrigens schon faul un thaten hellisch riechen. — Na, da kenn Se sich wohl denken, daß ich wilde wurde un glei nieberging zu den alten Fiffi- kaner. In der Bosheet hab 'ch mich dann nich mäßigen gekonnt und hab'n es Bierdebbchen an Gopp gewixt." — Zum Glück war die Verletzung keine gefährliche, der Besitzer der vom vielen Eierlegen so sehr erschöpften Henne wurde zu einer Geldstrafe von 20 Mark verurteilt. Universität und Hochschule. Gestorben r In Karlsruhe der Assistent am zoologischen Institut der Universität Straßburg Dr. Bernhard Nöldeke. Professor Wenzel Hecke in Wien, ehemaliger Lehrer an der dortigen Hochschule für Bodenkultur, im Alter von 77 Jahren. Verschiedenes r Aus Heidelberg wird berichtet: Vergangenen SamStag vollzog sich in der Aula der hiesigen Universität in aller Stille ein in den Annalen der reichsdeutschen Hochschulen unerhörtes Ereignis von prinzipieller und revolutionärer Tragweite, die Immatrikulation der ersten Dame. Es ist dies Frl Sexauer aus Karlsruhe, studiosa phil. Des weitern ist eine Dame zur Immatrikulation bei der medizinischen Fakultät vorgemerkt. Auch die Zahl der Hörerinnen, die bei allen Fakultäten, mit Ausnahme der juristischen und zwar für je ein Semester, zugelafsen werden, verspricht in diesem Sommer die der verflossenen Semester weit zu übersteigen. Wenn auch das Bild unserer Hörsäle noch nicht die „bunte Reihe" der Schweizer und Pariser Hochschulen darbietet, so würde doch der ehrwürdige Marsilius ab Jnghen „wenn heut sein Geist herniederstiege" beim Anblick duftiger Sommertoiletten statt klerikalen Habits anfangs sich gar fremd in den Räumen seiner Ruperto-Carola fühlen. Als strammer Nominalist, der er war, würde er jedoch auch darin der mittelalterlicheu Stimmung entwachsen, daß er entgegen der mönchischen Wertung eines Weibes im „Malier taceat in ccclesia!“ auch der Individualität und dem Selbstbestimmungsdrange der Frau Gerechtigkeit widerfahren ließe. Ja, als erster Rektor der Raperto-Carola würde er gewiß stolz sein auf seinen Nachfahren, der zuerst unter den Rektoren der alten hohen Schulen in der Heidelberger Aula den Handschlag der Verpflichtung auf ben akademischen Ehrencodex mit einer Dame tauschte. — An der Wiener philosophischen Fakultät legte die Studentin Gabriele Gräfin von Wartensleben, eine Berlinerin, ihr letztes Rigorosum aus der klassischen Philologie mit bestem Erfolge ab. Sie ist die erste Studentin der Philosophie, die an der Wiener Universität den Doktorhut erhielt. — Zum Rektor der Universität Halle für das Studienjahr 1900/1901 ist der Professor für orientalische Sprachen Dr. Pischel gewählt worden. — Die Zahl der Studenten in Marburg ist bereits auf über 1000 gestiegen. Kunst und Wissenschaft. D. Darmstadt. Ausstellung 1901. Das Sekretariat der Künstler-Koionle teilt uns mit, daß die Zeichnungen zum Garantiefonds, der im Gesamlbudget für die Ausstellung nur mit 200,000 Mk. angenommen war, die Höhe von einer viertel Million schon überschritten haben, und daß angesichts der fortdauernd neuen Zeichnungen dis Endsumme von 300,000 Mk. sicher angenommen werden kann. DcS weiteren bittet uns das Sekretariat, mitzutrilen, daß Ende dies.r Woche tin erläuternder Bericht über das AusstellungS- unternebmen als kleine Broschüre erscheinen wird, um den vielen Interessenten Aufschlüsse über die Form der Ausstellung zu geben. »>«8 SchriftLen wird auf Wunsch gratis und franko übersandt. Bestellungen find direkt an die Künstler-Kolonie zu richten. Neapel, 30. April. Ter Kongreß zur Bekämpfung der Tuberkulose hielt unter dem Vorsitz Baccellis feine Schlußsitzung ab und nahm die vom Komitee unter Berücksichtigung des schon auf dem Pariser Kongreß von Professor Schroetter ausgesprochenen Wunsches vorgeschlagene Tagesordnung an. Diese schlägt die Einsetzung eines internationalen Komitees vor, in dem die drei Nationen, welche die erste Anregung zu den Kongressen zur Bekämpfung der Tuberkulose gaben, vertreten sein sollen und dessen Aufgabe darin bestehen soll, eine internationale Liga gegen die Tuberkulose zu begründen. Als Mitglieder des Komitees schlagt die Tagesordnung für Deutschland den Herzog von Ratibor, für Frankreich Professor Lannelongue, für Italien Minister Bacelli vor. Diese sollen das Komitee bilden und organisieren und haben die Ermächtigung, neue Mitglieder in gleicher Zahl für die drei Länder zu kooptieren. Nachdem Lannelongue im Namen der auswärtigen Kongreßmitglieder gesprochen hatte, verlas Minister Baccelli die von der deutschen Kaiserin, dem Kaiser von Oesterreich, der Königin-Regentin von Spanien und den Königen von Portugal, Serbien und Rumänien eingegangeneu Telegramme. Werawr. Von der Spitze des Gaurisankar (8810 Meter) bis zur tiefsten gelotheten Stelle im Großen Ozean (9427 Meter) beträgt die Entfernung, senkrecht gedacht, 18 237 Meter, eine .an und für sich also lächerlich geringe Wegstrecke imi Vergleiche zu den Tausenden von Kilometern^ die nufere Eisenbahnzüge und Dampfer durcheilen.^ Sehr hübsch kommt dieser Gegensatz zwischen der größten Erhebung, des Festlandes auf der Erde und der tiefsten Stelle im Wasser auf Tafel 3: „Ideale Ansicht der bedeutendsten Hohen, n.nd Tiefen der Erde" des .H i ckm an n'fchen Un i- verfal-Taschenatlas 1900 (Verlag von G. Freytag & Berndt, Wien VII/1) zum Ausdruck. Nebst dem bietet das hübsch ausgestattete und in einen klaren, übersichtlichen diagrammatifchen Darstellungen unübertroffene Werkchen authentische Taten über Größe und Einwohner aller Staaten, Sprache und Religionen, Beruf und Beschäftigung, Auswanderung und Bevölkerungszunabme, Staats-^ Einnahmen und Ausgaben rc. 2c. in vollenoeter Form. Für den Preis von 3.80 Mk., zu dem das prächtige Buch in jeder Buchhandlung geliefert wird, bietet es anregenden und interessanten Stoff in Hülle und Fülle. Illustrierte Geschichte der deutschen Litteratur ftiit ausgewählten Proben aus den Hauptwerken hervorragender Dichter. Herausgegeben von I. G. Vogt. In Lieferungen zu 10 Pfg. Verlag von Emst Wiest Nachf., Leipzig. Lieferung 41—45. Diese interessante Literaturgeschichte ist für alle Volksklaffen bestimmt. Sie ist 'billig, gut ausgeftattet und fesselnd. Wie der Titel des Buches sagt, streut der Verfasser zahlreiche Proben- aus Werken in den Text ein und weiß ihn treffend zu. charakterisieren. Größeren Werken widmet sich der Autor mit liebevoller Ausführlichkeit. Wielands „Oberon" stellt er :j. B. in diesen Lieferungen in zum großen Teil wört- licher Wiedergabe dar.__ Gerichtssaal. Hamburg, 30. April. Nach fünftägiger Ve'handlung verurteilte heute das Landgericht ben Rechtsanwalt Dr. Hugo May wegen Vornahme unsittlicher Handlungen an feinen Mündelkindern zu zweieinhalb Jahr Gefängnis und dreijährigem Ehrverlust. Es wurden dem Verurteilten mildernde Umstände zugebilligt. Der Vater Mays ist VizepräseS der Hans'-tischen Anwaltskammer und ein hochangefeheneS Mitglied der hiesigen Bürgerschaft. Handel und Verkehr. Uolkswirtschast. Frankfurter Börse vorn 1. Mai. Wechsel auf New-York zu 4.21-22. Prämien auf Kredit per ult Mai 1.35 %, do. per ult. Juni 2.20%, Diskonto-Kommandit per ult. Mai 1.20%, do. per ult. Juni 2 °,o, Lombarden per ult Mai 0.70 %, do. per ult. Juni 1%. Notierungen: Kreditaktien 228.30-00-00-00, Diskonto- Kommandit 187 70-000.00, Staatsbahn 186.50-00, Gotthard 142.00, Lombarden 27.20-00 00, Ungar. Goldrente 97.40, Italiener 95.30, Bproz. Mexikaner 25.80, Oesterr. Coupons 84, Amerik. Coupons 4.18% Privat-Diskont 4%%. l%-2% Uhr: Kreditaktien 228.40-227-00, Diskonto-Kom- mandit 187.70-186.10, Staatsbahn 136.80-20, Lombarden 00.00, Bochumer 256-255. — Lebensversicherungsbank für Deutschland in Gotha. Die Geschäftsergebnisse der Gothaer Lebensversicherungsbank sind auch im Jahre 1899 befriedigend gewesen. Reue Todesfallversicherungen — schlechthin auf Lebenszeit oder mit Abkürzung auf ein bestimmtes Lebensjahr — wurden im Betrage von 43,496,200 Mk abgeschlossen; es ist dies der höchste Jahreszugang sei Bestehen der Bank. Insgesamt bestanden Ende vorigen Jahres 111993 Versicherungen über 772,089,700 Mk. Die thatsächliche Sterbefallausgabe von 14,519,054 Mk. blieb um 2,074,179 Mk. hinter dem erwartungsmäßigen Betrage zurück. Der reine Jahresüberschuß stellt sich auf 8,220,850 Mk. Zu diesem Ergebnis hat neben dem Gewinn aus unterrechnungsmäßiger Sterblichkeit und neben dem überrechnungsmäßigen Zinsertrag besonders der Umstand beigetragen, daß die Verwaltungskosten auf den außerordentlich niedrigen Satz von nur 5,07 Proz. der Jahreseinnahme gehalten werden konnten. Die Fonds der Bank erreichten die Höhe von 249,489,278 Mk. Hierunter befinden sich die als Sicherheitsfonds zurückgestellten reinen Ueber- schüsse der letzten Jahre im Betrage von 38,369,851 Mk., die in diesem und den nächsten vier Jahren (im Jahre. 1900 je nach Art und Alter der einzelnen Versicherungen mit 30 bis 138 Proz. der JahreS-Rormal- prämie) an die Versicherten als Dividenden zur Verteilung kommen. Im ganzen hat die Bank während ihrer nun 71jährigen Wirksamkeit gegen 346 Millionen Mark an fällig gewordenen Versicherungssummen ausgezahlt uud mehr als 174 Millionen Mark als Dividende an ihre Versicherten zurückgewährt. Sprechstunden der Redaktion des Gießener Anzeigers täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 6—7 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplaneigaffe aus. Familien Nachrichten. Geburten: Dem Lehramtsassessor Helmke in Friedberg ein Sohn. — Dem Sally Kahn in Schotten ein Sohn. — Dem Alex. Cronje in Hanau eine Tochter. Verlobter Marie Haub mit August Kern, Butzbach-Reichelsheim. — Jenny Haas mit Louis Wetterhahn, Darmstadt-Gießen. Verstorbener Herr Friedrich Wilhelm Wetz in Griedel. Herr Post-Assistent Rudolf Cellarius in Baden-Baden. Herr Heinr. Kromm III. in Schotten. Frau Gertrude Wilhelmine Becker in Darmstadt. 'wvvd S nacA. w »ig etwt eKv€. Balthasar Stephan IV. in Hroßerr-ZSuseck. Julius Walter, Kaufmann in Hroßeu-Ainde«. E. Emmel, Sparkafienrechner in Jungen. Wilhelm Heller in Laug-Höris. Heinrich Walz, Spenglermeister in Lich. Heinrich ESPich, Ciseleur in Lollar. Heinrich NicklaS in Aounevroth. Post Billingen. JohS. Schäfer IX., Wagnermeister in Steinberg. W. Waller, Bürstenmacher in ZSiefeck, sowie Weis & Egenolf, General-Agenten in Darmstadt. sellschaft am 1. April 1900. Gieße», am 1. Mai 1900. Großherzogl'cheS Amtsgericht. Procent 31/, Deutsche ReichSanl. 3 Preuß. Consols (Siebold s Milcheiweiss) Eiweiss und Nährsalze der Milch in konzentrierter, leichtverdaulicher, löslicher und vollständig geschmaek- und geruchfreier Form — bildet daher die hervorragendste Kraftnahrung* für Jung und Alt, Kranke und Gesunde. Erhältlich in Packeten von 60 Pfennig an in Apotheken und Drogengeschäften. Empfehle besonders einen sehr haltbaren Schulstrumpf. Das Gtrille«, Anstrille«, sowie A«weben von Strümpfen wird schnellstens und billigst besorgt. 3u69 Pb. Sehlatter. in großer Auswahl Friedr. Kahne Ww Seltersweg. Hustav Walter, MäuSburg 13. Fussbodenanstrich: Bernsteiulackfarbe, lose gew., 90 Pfg., über Nacht trocken, hochglänzend, Spirituslackfarbe, lose gew., 75 Pfg., sofort trocken, hochglänzend, Pinsel, Oelfarben, Lacke re. 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In unserem Handelsregister, Abt. A, wurde eingetragen: Die offene Handelsgesellschaft „Gebrüder Kahl" zu Gießen. Gesellschafter sind die Kaufleute Ludwig Kahl und Wilhelm Kahl daselbst. Beginn der Ge- Chilisalpekr. 1 GustavWalter, Mmskrz 13. Turnverein. Wir teilen unseren Mitgliedern hierdurch mit, daß das für Sonntag den 6. Mat vorgesehene Anturnen vorerst ausfällt. Wundern Sie sich nicht länger über die blendende Wäsche Ihrer Nachbarin, sondern versuchen sie sofort Dr. Thompson’« Seifenpulver, Marke schwan, und alle Freindinnen werden fortan Ihre schwanenweisse Wäsche bewundern. 3047 Man verlange es überall! IM mit J $=1,5tU Die Union, Allgemeine Deutsche Kaget-Werficherrmgs-Hesellschaft zu Weimar --------gegründet im Jahre 1853 -------- «it einem GrundLapitate von 9 Millionen Mark, Fsuoform- WM-Crem, sicher desinfizierende Wundsalbe, in Dosen zu 10, 20 u. 80 Pfg. Eiterungen, Entzündung beim Georauch ausgeschloffen, daher größter Vorzug vor Lanolin, Vaseline, Gold-Cream rc. 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